|


Auf den Spuren unseres Papstes wallfahrten wir zu Unserer Lieben Frau von Altötting. - Von dieser unvergleichliche Kulturfahrt bringen wir hier einen Fotobericht von Margarita und Herbert Foit.

Die Jahresfahrt des Katholischen Blindenwerkes Nord e. V. 2008 Eine Gruppe des Katholischen Blindenwerkes Nord begab sich am 19. September 2008 auf eine Pilger- fahrt nach Altötting in Oberbayern. Neben diesem Höhepunkt sollten Salzburg, der Obersalzberg, Marktl am Inn und der Königssee weitere Stationen dieser Reise sein. Ein Reisetagebuch, geschrieben von Herbert und Margarita Foit, soll allen Teilnehmern, aber auch allen Daheimgebliebenen die Erlebnisse und Stationen dieser Reise in Erinnerung rufen bzw. nahebringen. Nehmen wir Sie also mit auf unsere Reise und beginnen am Freitag, den 19. September. Pünktlich treffen alle Reiseteilnehmer mit Bus und Bahn in Hannover ein. Nach der Begrüßung durch Herrn Dittert, dem 1. Vorsitzenden des KBWN und Gerd dem Busfahrer von der Firma Höefmann aus Vechta, beginnt die Jahresfahrt 2008, mit Ziel Teisendorf in Oberbayern. Teisendorf im Berchtesgadener Land, nahe der österreichischen Grenze, von so bekannten Orten umgeben wie Berchtesgaden, Bad Reichenhall, Altötting, Salzburg und seit einigen Jahren auch Marktl am Inn. Vor uns liegt eine Fahrstrecke von 800 km. Zur Mittagszeit machen wir Rast im Landhotel „Georgshof“ in Oberrambach bei Hünfeld. Um 20.30 Uhr ist unser Ziel erreicht, dass Familienhotel „Haus Chiemgau“ , eine Einrichtung des Kolpingwerkes, in Teisendorf.

Am Fuße des Teisenberges (1.334m) in einem Urlaubsland für Kenner und Individualisten liegt das Familienhotel im wunderschönen Voralpenland des Berchtesgadener Landes. Ein Paradies für Erholung- suchende, abseits der Tourismushochburgen und dennoch zentral und verkehrsgünstig im Herzen des Rupertiwinkels gelegen.

Die idyllische, altbayerische Landschaft mit Wiesen und Wäldern, Bergen und Seen, herrlichen Kirchen und Klöstern sowie bezaubernden Orten und Dörfern lässt sich erleben auf 250 km Wander- und Rad- wegen rund um Teisendorf (504 bis 710 m).
Gemütliches Beisammensein in bayerischer Atmosphäre. Wir genießen Sie die Ruhe am frühen Morgen, wenn die ersten Sonnenstrahlen den Tag zu neuem Leben erwecken. Das reichhaltige Frühstücksbuffet, mit Köstlichkeiten aus der Region, verhilft zu einem schwungvollen Start in den Tag.

Gemütliches Ambiente im “Kaminstüberl”. und auch auf der großen Sonnenterrasse.

Familienhotel Teisenberg - Sonnenterrasse

Sonnabend, den 20. September Bei Tagesanbruch zeigt sich den sehenden Begleitern eine wunderschöne Umgebung. Von unseren Zimmern aus haben wir einen herrlichen Blick auf den 1.771 m hohen Berg Hochstaufen. Den Tag begin- nen wir, wie auch die nächsten Tage, mit der Morgenandacht in der Hauskapelle. Sie wird gehalten von Herrn Diakon Norbert Koch aus Hildesheim. Nach der anstrengenden Anreise, zumindest für die älteren Teilnehmer, viele waren die Anfahrt bis Hannover mitgerechnet 14 bis 16 Stunden unterwegs, lassen wir den Tag ruhig beginnen. Wir schauen uns den Ort an. Einige interessante Häuser, die Ende des 19. Jahrhunderts im Jugendstil erbaut wurden, fallen uns auf. Ein Blick in die im gotischen Stil erbaute Kirche „St. Andreas“ mit barocker Innen- gestaltung führt uns wieder einmal den Kontrast zwischen den üppig ausgestatteten Kirchen Süd- deutschlands und der Schlichtheit der Gotteshäuser im Norden vor Augen. Am Nachmittag fahren wir in Richtung Salzburg. Nur wenige Minuten nach passieren der deutsch- österreichischen Grenze verlassen wir die Autobahn, um den Europapark, nach eigenen Angaben den größten Einkaufskomplex Europas, zu besuchen. Als wir alle um 17.00 Uhr wieder am Bus zusammen- treffen ist die Meinung ziemlich einhellig, ähnliche Einkaufstempel, vielleicht etwas kleiner, gibt es fast in jeder deutschen Großstadt. Aber wie so oft im Leben trifft auch hier die Aussage zu: - hätten wir den größten Einkaufspark Europas nicht besucht, wir hätten gemeint etwas „ganz tolles“ verpasst zu haben.




Sonntag, den 21. September Wir besuchen die heilige Messe in der Pfarrkirche „St. Andreas“. Nach der Mittagspause beginnt unsere für diesen Tag geplante „Fahrt ins Blaue“. Sie führt uns in den nahe gelegenen, durch viele Winter- sportereignisse bekannten, Ort Ruhpolding. Nach einem Spaziergang durch den Ort fahren wir zum Restaurant und Kaffe der „Windbeutel-Gräfin“, bekannt für die größten und schmackhaftesten Wind- beutel der Gegend. Ein urig, mit vielen alten Einrichtungsstücken, ausgestattetes Haus erwartet uns und die Ankündigung hinsichtlich des kulinarischen Genusses erfüllte sich. Die Schleckermäuler unter uns genossen die Riesenwindbeutel, gefüllt nach Wahl mit Sahne, Früchten und Eis, mit großem Appetit.

Die Gnadenkapelle in Altötting
Klein an Gestalt, aber groß an Geschichte und Bedeutung, beherrscht die Gnadenkapelle den weiträumigen Kapellplatz. Ihr Oktogon (ein achteckiger Turm) Foto unten, der Kernbau dieser Kirche, ver- mutlich um das Jahr 700 entstanden, dürfte der älteste Zentralbau Deutschlands sein. Der achteckige Grundriss der Gnadenkapelle weist auf die ursprüngliche Bestimmung als Taufkapelle hin. Der Legende nach hat hier der heilige Bischof Rupertus von Salzburg den ersten christlichen Bayern- herzog getauft. Um 1330 kam das in Burgund oder am Oberrhein entstandene, aus Lindenholz geschnitzte, 70 cm hohe frühgotische Bild einer stehenden Muttergottes mit dem Kind hierher, das rund 150 Jahre später, im Jahre 1489, nach den Berichten von zwei Heilungs- wundern zum Wallfahrtsziel und Gnadenbild wurde. Foto unten rechts Im frühen 16. Jahrhundert, wenige Jahre nach dem Beginn der Wallfahrt, wurden an das Oktogon das spätgotische Langhaus mit spitzem Dachreiter und der überdachte Umgang gebaut.

Altötting – seit annähernd 1200 Jahren bedeutendes Marienheiligtum und über 500 Jahre Wallfahrtszentrum von europäischem Rang mit jährlich über 1 Million Pilger
An die Altöttingbesuche und die besondere Verbundenheit einiger Päpste mit dem „Bayerischen Nationalheiligtum” erinnern verschiedene Weihegaben und Kunstwerke. Ein Ölbild im Wallfahrts- und Heimatmuseum zeigt den 1782 in Altötting weilenden Papst Pius VI. Die mit Edelsteinen verzierte Ampel in der Gnadenkapelle stiftete Papst Pius IX. Wertvolle Kelche stammen von Pius IX., Pius X. – er ist auch auf dem Hochaltarbild der 1913 in den Rang einer Päpstlichen Basilika erhobenen Wallfahrtskirche St. Anna „verewigt” - und Pius XII. Sein goldenes Brustkreuz vermachte Papst Benedikt XV. der Gnadenkapelle (1927) und an den Aufenthalt von Johannes Paul II. im Jahr 1980 erinnern eine überlebensgroße Bronzeskulptur am Kongregationssaal und die von ihm gepflanzte Linde auf dem Weg von der Gnadenkapelle zur Wallfahrtsbasilika. Der amtierende Nachfolger Petri ist seit seiner Kinderzeit ein großer Verehrer der Muttergottes von Altötting. In seinem Anfang 2005 verfassten Geleitwort zum Stadtführer schreibt Joseph Ratzinger: „Ich habe das Glück, ganz in der Nähe von Altötting geboren zu sein. So gehören die gemeinsamen Wallfahrten mit meinen Eltern und Ge- schwistern an den Gnadenort zu meinen frühesten und schönsten Erinnerungen ….” Altöttings Bürgermeister überreichte Benedikt XVI. anlässlich der festlichen Amtseinführung am 25. April 2005 in Rom eine Kopie des Altöttinger Gnadenbildes und der neue Papst dankte mit den Worten: „Altötting ist das Herz Bayerns und eines der Herzen Europas …” Bedeutende Kunstwerke sind der ganz in Silber getriebene, 1670 vollendete Schmuck des Gnaden- altars, dessen Retabel, in die der Schrein mit dem Gnadenbild einbezogen ist, die Krönung Mariens symbolisiert. Die Laibung der Altarnische ziert eine kunstvolle Darstellung der "Wurzel Jesse”. Die Silber- arbeiten stammen von den Goldschmieden Balthasar Ableithner, Franz Oxner und Johann F. Fesenmayr. Eine Silberschmiedearbeit von Weltrang ist der rechts am Altar kniende, 1737 von Kurfürst Karl Albrecht gestiftete "Silberprinz” des niederländischen Meisters Wilhelm de Groff, ein lebensgroßes Abbild des zehnjährigen Kurprinzen Max II. Joseph in zierlicher Rokoko-Rüstung. Als Pendant kam links vom Altar in den 30er Jahren unseres Jahrhunderts die von dem Münchner Bildhauer Prof. Georg Busch geschaffene Silberfigur des knienden heiligen Bruders Konrad hinzu. In Wandnischen werden zahlreiche silberne Votivgaben aus mehreren Jahrhunderten aufbewahrt.


Papst Benedikt in Altötting. Sein Geschenk: die Goldene Rose


Die Anbetungskapelle in Altötting
Papst Benedikt XVI. eröffnete bei seinem Besuch in Altötting die Anbetungskapelle in der ehemaligen Schatzkammer, dem lichten spätgotischen Raum, der an der Nordseite der Stiftskirche dem Kapellplatz zu angebaut ist. Auf einem Originalstein der Münchner Mariensäule wird ein Tabernakel errichtet in dem das Aller- heiligste in einer vergoldeten Monstranz, die 1690 von Franz Josef I., römischer und ungarischer König, gestiftet wurde aufbewahrt.

Der Umgang der Kapelle ist ausgekleidet mit rund 2.000 Votivtafeln aus mehreren Jahrhunderten. Sie sind zu unterscheiden von dem Zyklus der über 50 großformatigen "Mirakeltafeln”, die etwa 1500 - 1520 von einem Maler aus dem Umkreis der "Donau- schule” geschaffen wurden. Foto rechts oben: Das Stadtwappen von Altötting.
Montag, den 22. September Um 9.00 Uhr starten wir zu unserer Pilgerfahrt nach Altötting, dem größten deutschen Wallfahrtsort. Altötting empfängt uns mit Regenwolken verhangenem Himmel, dennoch sind wir frohgemut. Nach einem ersten Gang über den von acht Kirchen umsäumten Kapellenplatz treffen wir uns um 11.00 Uhr in der Basilika „St. Anna“ zu einem Gottesdienst. 8.000 Gläubige fasst dieses Gotteshaus, das heute, am Montagvormittag, bei weitem nicht gefüllt ist. Die Weite des Kirchenschiffes, der aus Indien stammende Priester, der die Messe liest und neben ihm steht der uns begleitende Diakon Norbert Koch aus Hildes- heim am Altar, machen die lheilige. Messe zu einem Erlebnis der besonderen Art. Nach dem Mittagessen, das wir im Gasthaus „Zwölf Apostel“ einehmen treffen wir mit Bruder Marinus, der dem Kapuzinerorden angehört, zusammen. Am Platz vor der Gnadenkapelle, die außen herum und z.T. auch im Vorraum mit ca. 2.000 Votivbildern geschmückt ist, gibt er uns einen Einblick in die Geschichte dieser Wallfahrtsstätte, zu der jährlich eine Millionen Pilger kommen. Dann betreten wir die Kapelle, gebaut in der Form eines Achtecks und sind sofort gefangen von der mystischen Ausstrahlung dieses Ortes, der schwarzen Madonna, dem Glanz der silbernen Figuren und Verzierungen, die in dem halbdunkeln, nur von Kerzen erleuchteten Raum, erstrahlen. Nach einer kurzen Andacht, die mit einem Marienlied endet, verabschieden wir uns von Bruder Marinus.



Weiter geht es in das nur wenige Kilometer entfernte Marktl am Inn, dem Geburtsort unseres Papstes Benedikt XVI.. An der am 8. September 2006 aufgestellten 4,20 m hohen Benediktsäule aus Bronze, schräg gegenüber dem Geburtshaus unseres Papstes, empfängt uns eine Stadtführerin. Nach einem kurzen Abriss über die Geschichte des Ortes, besonders über seine Entwicklung seit dem 19. April 2005, dem Tag, an dem der hier geborene Kardinal Josef Ratzinger zum Papst gewählt wurde, gehen wir gemeinsam in die Pfarrkirche „St. Oswald“, in der am Ostersamstag, dem 16. April 1927, unser Papst getauft wurde.

Marktl a. Inn – bedeutende Siedlung aus der Zeit der Innschifffahrt und Flussübergang Fotos unten: Geburtshaus des Papstes und Taufstein der Brüder Ratzinger in Marktl

Die Marktgemeinde ist der Geburtsort von Papst Benedikt XVI., der bereits 1997 – noch als Kurien- kardinal - zum Ehrenbürger ernannt wurde. Am Nordende des Marktplatzes steht sein Geburtshaus mit Gedenktafel, ein ehemals kurfürstliches Mautgebäude aus dem Jahr 1748. Hier wurde Benedikt XVI. als drittes Kind der Eheleute Josef und Maria Ratzinger am 16. April 1927 geboren. Die Schwester Maria erblickte 1921 und Bruder Georg 1924 in Pleiskirchen, Landkreis Altötting das Licht der Welt. Georg Ratzinger wurde später Domkapellmeister zu Regensburg und langjähriger Dirigent der weltberühmten „Regensburger Domspatzen”. Der Vater war von 1925 bis 1929 Kommandant der Marktler Gendarmerie- Station. Im benachbarten Heimatmuseum mit seinen sehenswerten volkskundlichen Sammlungen be- findet sich der alte Taufstein aus der 1857 wieder er- richteten Pfarrkirche St. Oswald. Getauft wurde Josef Ratzinger noch am Tag seiner Geburt, dem Karsamstag des Jahres 1927.


Auf dem Weg zurück zum Bus werden wir auf das Schaufenster einer Bäckerei aufmerksam, das uns nachdenklich stimmt. In der Auslage ist ein mit einem Kreuz aus Mehl verziertes Brot, mit der Be- zeichnung Vatikanbrot, zu sehen. Gleich daneben werden Kardinalschnitten angeboten. Die Berühmtheit einer Persönlichkeit bzw. Örtlichkeit treibt schon merkwürdige Blüten. Dienstag, den 23. September Wir fahren nach Berchtesgaden. Das Ziel ist der Obersalzberg mit seinem Dokumentationszentrum über das wohl dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte, das 3. Reich und dessen Führer Adolf Hitler. Auf dem Obersalzberg ließ Adolf Hitler in den 30-iger Jahren des vorigen Jahrhunderts, nach Berlin, seinen zweiten Regierungssitz, den Berghof erbauen. Hier traf er sich mit seinen engsten Vertrauten und empfing ausländische Diplomaten zu Gesprächen. In einem Film wird u.a. auch mit Original- aufnahmen und von Zeitzeugen über die Vorgehensweise bei der Enteignung von Grundstücken und die furchtbare Behandlung der Betroffenen, die sich weigerten, berichtet. Die anschließende Führung durch das Dokumentationszentrum in dem die Entwicklung und die Ereignisse der 12-jährigen Geschichte des 3. Reichs dokumentiert sind erschüttert uns alle.


Auf der Rossfeld-Panoramastraße fahren wir weiter in Richtung Berchtesgaden. In 1.600 m Höhe an- gekommen, versperren uns jedoch Nebelschwaden und leichter Regen die sonst so herrliche Aussicht auf die umliegenden Berge und Täler. Nach einem 1½-stündigen Bummel durch Berchtesgaden geht es zurück in das Familienhotel „Haus Chiemgau“.

und in der Nähe: der Königssee . . .

. . . und Chiemsee




Mittwoch, den 24. September Nach dem Frühstück und einer angemessenen Pause treffen wir uns im „Kölner Saal“ des Familien- hotels. Der uns begleitende Diakon orbert Koch referiert zu dem Thema: „Magnificat Marias“, den Lob- gesang Marias auf Gott unserem Herrn. Der mit den Worten beginnt „Meine Seele preist den Herrn ...“ Sie preist den Herrn der sich allen Geringen, Machtlosen, Hungernden, eben allen Ausgegrenzten zuwendet. Aber auch Maria selbst als Mittlerin, die für uns Bittende, ihre Stellung in der Kirche und in der Welt, die Marienverehrung sind Themen dieses Vormittags.



Nach der Mittagspause besteigen wir den Bus und sind nach kurzer Fahrt am Königssee. Hier begeben wir uns auf eines der elektrobetriebenen Schiffe um uns über den See bis zum Ausflugspunkt „St. Bartholomä“ fahren zu lassen. Die Stimmung ist gut und ausgelassen, wir lachen viel. Dafür sorgt nicht zuletzt der bayrische Fremdenführer mit seinen Geschichten und Witzen. Dennoch bleibt genügend Zeit das herrliche Bergpanorama rundum zu betrachten. Der Reiseleiter spielt auf seiner Trompete und wir lauschen dem Echo vom Königssee. Wir nähern uns der Station „St. Bartholomä“ Im Hintergrund erhebt sich der mächtige Watzmann, höchster Punkt 2.713 m. Hier steigen wir aus und jeder erkundet auf seine Weise diesen kleinen Ort. Der Uferweg entlang des kristallklaren, grünlich ge- färbten Sees lädt zu einem Spaziergang ein. Zu besinnlichen Minuten treffen sich Einige in der kleinen Wallfahrtskirche des Ortes. Nach zweistündigem Aufenthalt treten wir die Rückreise an. Es war ein schöner Nachmittag, ruhig, entspannend, man konnte die Seele baumeln lassen - richtig Urlaub.

Donnerstag, 25. September Salzburg die Mozartstadt steht heute auf unserem Programm. Nach der morgendlichen Andacht in der Hauskapelle und dem gemeinsamen Frühstück fahren wir ab. In Salzburg werden wir von einer netten Stadtführerin begrüßt, leider auch von Regen, der uns den ganzen Tag begleitet. Auf der Fahrt und der anschließenden Führung durch die Stadt hören wir viel über die Geschichte und kommen an zahlreichen Sehenswürdigkeiten vorbei, dem Marillenpark mit Schloß, der Brücke über die Salza. Auf der Anhöhe ist das imposante Benediktinerkloster zu sehen. Wir schlendern durch die Getreidegasse, vorbei an Mozarts Geburtshaus, den brühmtesten Sohn dieser Stadt, dessen Kompositionen noch heute die Herzen der Liebhaber klassischer Musik höher schlagen lassen. Ein gutes Mittagessen erwartet uns im Restaurant „Sternbräu“. Am Nachmittag kann jeder die Stadt auf eigene Faust erkunden. Freitag, den 26. September Tag des Abschieds - Die Koffer sind gepackt. Einige sind schwerer als auf der Hinfahrt. Wir haben uns bei dem Hotelpersonal für die ausgezeichnete Verpflegung und Betreuung bedankt. Auch Herrn Karl- Heinz Dittert unserem 1. Vorsitzenden und seiner Frau Hildegard gilt unser besonderer Dank für die hervorragende Organisation dieser Reise, ebenso Diakon Norbert Koch für die geistliche Begleitung. Wir selbst sind dankbar für den guten Verlauf der Reise, ohne Aus- und Unfälle, ohne Zuspätkommen und ohne Verstimmungen. Jeder seinen Gedanken nachhängend fahren wir auf der Autobahn Richtung Hannover. Ein letztes gemeinsames Mittagessen und wenige Stunden später trennen sich unsere Wege. Jeder strebt seinem Zuhause entgegen. Ein herzliches Dankeschön an alle Begleiterinnen und Begleiter.


Die Umgebung von Altötting erinnert uns an die Heimat unseres Papstes

Traunstein – „Vaterstadt” von Papst Benedikt XVI., Wirtschafts- und Verwaltungszentrum des Chiemgaues. In seiner Biographie schreibt Joseph Ratzinger: „Mit dem Umzug nach Traunstein begann aber für mich auch ein neuer Ernst. Wenige Tage nach der An- kunft öffnete die Schule ihre Pforten; ich ging nun in die erste Klasse des humanistischen Gymnasiums (in der Rosenheimer Straße 5, heute Musikschule) … hier wurde noch Latein als Basis des ganzen Unterrichts in alter Strenge und Gründlichkeit gelehrt, wofür ich ein Leben lang dankbar geblieben bin.” Zwei Jahre später tritt Joseph in das Erzbischöfliche Studienseminar St. Michael auf der Wartberghöhe (Kardinal- Faulhaber-Straße 6) ein. Der Ausbruch des 2. Weltkriegs und dessen rasche Eskalation blieben nicht ohne Auswirkungen auf den Schulbetrieb: das Knabenseminar wurde Lazarett – es folgte der Wechsel in andere Gebäude und 1943 schließlich die Verlegung des Internatsjahrgänge 1926/27 zu einer Flugabwehr-Einheit in den Großraum München mit Schulbesuchen im Maximilians-Gymnasium. Die Wirren des Kriegs- endes führten ihn ins österreichische Burgenland, wieder zurück nach München und Traunstein, schließ- lich in Gefangenenlager der US-Armee von Bad Aibling und Ulm. Die glückliche Heimkehr erfolgt im Frühsommer 1945 und „die folgenden Monate der wieder gewonnenen Freiheit, die wir nun erst so recht zu schätzen lernten, gehören zu den schönsten Erinnerungen meines Lebens.” Zum Jahresende zog Joseph Ratzinger um in das Freisinger Priesterseminar. Nach Beendigung ihrer Studienzeit und dem Empfang der Priesterweihe feierten die Brüder Ratzinger am 8. Juli 1951 ihren Primizgottesdienst in der Traunsteiner Pfarrkirche St. Oswald. Dem Traunsteiner Studienseminar blieben beide über Jahrzehnte verbunden und verbrachten dort oft zusammen die Tage nach dem Neujahrsfest, verbunden mit Ausflügen nach Maria Eck, dem ehemaligen jährlichen Wallfahrtsziel der Seminaristen, und in manch anderen schönen Winkel des Voralpenlandes zwischen Inn und Salzach.

Chieming – am Chiemsee mit Strand- und Freibad Sehenswürdigkeiten: Pfarrkirche „Mariä Himmelfahrt” mit weitgehend neuromanischer Ausstattung von 1884 und drei römischen Votivsteinen, ehemaliges Schloss Neuenchieming – direkt am See gelegener Pfarrhof (von 1642-1965) mit Treppenturm und Gartenanlage.

Grußwort von Abtprimas Notker Wolf OSB 
Bayern ist nicht nur geprägt durch Berge, Bier und Barock, sondern geistlich über Jahrhunderte hinweg durch das Beten und Wirken der Benediktiner. Bayern gilt als „Terra Benedictina”, als „Benediktinisches Land”. Durch die Schulen der Benediktiner, später auch anderer Orden, sind christliche Werte den jungen Menschen vermittelt worden. Eng damit verflochten ist auch die Marienfrömmigkeit. Dieses Land ist der Gottesmutter geweiht. Sie ist die Patronin Bayerns und hat ihr bedeutendstes Heiligtum in Altötting. Beides hat unseren jetzigen Heiligen Vater, Papst Benedikt von Kindheit auf geprägt. Er hat deshalb den Namen des Mönchsvaters und Patron des Abendlandes angenommen. Seine Liebe zur Gottesmutter schwingt weiter auch in seinem Pontifikat. Stationen seines Lebens sind hier erlebbar. Auf seinen Spuren zu gehen, möge allen Pilgern zum Segen gereichen und die Liebe zu Christus und seiner Mutter in ihren Herzen vertiefen. S. Anselmo, Rom, Notker Wolf OSB, Abtprimas des Benediktinerordens
Foto unten: Die Mehrheit unseres Vorstandes war mit auf Wallfahrt.


|