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  Blick nach Canterbury: die anglikanische Gemeinschaft

 Großbritannien: Um Einheit bemüht    Ök-anglRwownWilliams-xxx

   „Anglican Communion Covenant“ – so heißt ein grundlegendes Konsenspapier, das derzeit allen 38 Provinzen der anglikanischen Weltgemeinschaft vorliegt. Der Text, der in jahrelanger Arbeit entstanden ist, soll die fragile Einheit der Anglikaner retten. Erzbischof Rowan Williams Foto oben von Canterbury, der Primas der anglikanischen Kirche, hat das Konsenspapier vor Kurzem vorgestellt; es bemüht sich um den Entwurf einer gemeinsamen theologischen und pastoralen Vision und soll ein Prozedere festlegen, das im Fall von Auseinandersetzungen gilt.
   „Es ist ziemlich wichtig, daran zu erinnern, was der ‚Covenant‛ ist und was er nicht ist – was er erreichen kann und was er nicht erreichen kann.“ Das sagt Erzbischof Williams in einer YouTube- Botschaft, die in den ersten Tagen  5.316 Mal aufgerufen wurde. „Das Papier wird nicht alle Probleme lösen; es ist weder eine Verfassung noch ein Gesetzbuch, das alle Regelbrecher bestraft. Vielmehr zeigt der ‚Covenant‛, wie sich bei einer Meinungsverschiedenheit verfahren lässt, um Spaltungen zu vermeiden. Und er hilft uns zu verstehen, worin unsere Gemeinsamkeit besteht, so dass wir unseren Zusammenhalt und unser Vertrauen untereinander verstärken.“
   Der letzte der vier Teile des „Covenant“ beschäftigt sich mit dem Thema der Sexualität aus biblischer Sicht. Dieses Thema hat die anglikanische Kirche in den letzten Jahren entzweit und an den Rand der Spaltung gebracht, seit die US-Anglikaner 2003 einen bekennenden Homosexuellen zum Bischof von New Hampshire geweiht haben. Der Erzbischof von Canterbury versucht allerdings, den „Covenant“ nicht nur als Minimalkonsens darzustellen: Denn vielleicht könne der Text sogar einmal für andere Christen attraktiv werden... RV100209webseiteArchbCanterburyRivistaJesus
   Anlässlich des Streits um die Weihe von Frauen zu Bischöfinnen hat der anglikanische Primas Rowan Williams vor einem Zerwürfnis seiner Kirche gewarnt. Die Weihe von Frauen zum Leitungsamt dürfe nicht dazu führen, dass ganze Gruppen von Gläubigen verloren gingen. Das sagte der Erzbischof von Canterbury an vor der Kirchensynode in London. rv100210
   Die anglikanische Gemeinschaft des Landes will eine konservative Abspaltung nordamerikanischer Anglikaner vorerst nicht als Kirche anerkennen. Einen entsprechenden Beschluss fassten die Delegierten der Generalsynode an diesem Mittwoch in London. Man akzeptiere den Wunsch der neuen „Anglican Church in North America“ nach Anerkennung der anglikanischen Weltgemeinschaft. Vorher seien aber weitere Prüfungen nötig. Der amerikanische Ableger hatte sich im vergangenen Sommer aus Protest gegen liberale Tendenzen in der anglikanischen Gemeinschaft gegründet. rv100211kipa

Bischof David Robarts, Melbourne Ök-anglEpDavidRobarts-x

   Der anglikanische Bischof David Robarts will zusammen mit 200 weiteren Personen zur katholischen Kirche übertreten. Das berichtet die Vatikanzeitung „Osservatore Romano“. Die Gläubigen fühlten sich nicht mehr als Teil der anglikanischen Gemeinschaft, weil sie sich dort in Fragen der Sexualmoral und der Ordination von Frauen nicht mehr repräsentiert sähen, zitiert der „Osservatore“ den Bischof. Die Konstitution des Papstes zu den Anglikanern sei von diesen „Anglo-Katholiken“, wie sie die Vatikan- zeitung nennt, mit großer Freude aufgenommen worden. RVor100219apic
   Die Gemeinschaft der Anglikaner mit Namen „Foward in Faith", die ihren Hauptsitz in Australien hat, bat jetzt um die Aufnahme in die katholische Kirche. Nach der Veröffentlichung der Apostolischen Konstitution „Anglicanorum Coetibus" vom 4. November 2009 könnte es die erste Gruppe sein, die als Kollektiv in die volle Gemeinschaft mit der katholischen Kirche aufgenommen wird. Dies gab der anglikanische Bischof David Robarts OAM in der australischen Zeitung „The Daily Telegraph" bekannt.
   „Ich liebe mein anglikanisches Erbe und werde es durch diesen Schritt nicht verlieren", versicherte der Bischof.
   Die Gemeinschaft „Foward in Faith", die ebenfalls in Großbritannien und den Vereinigten Staaten vertreten ist, hatte sich in den letzten Jahren darum bemüht, der anglikanischen Tradition treu zu bleiben. Die Mitglieder konnten aber nicht umhin, mehrere Änderungen in der anglikanischen Kirchen- praxis abzulehnen, darunter die Ausübung des priesterlichen und bischöflichen Amtes durch Frauen und die Anerkennung von einigen anglikanischen Priestern, Bischöfen und Führungskräften, die sich offen zu ihrer aktiven homosexuellen Orientierung bekennen. Man habe das Gefühl "nicht mehr erwünscht zu sein", so ein Sprecher von „Foward in Faith"  unsere Gewissensentscheidung wurde nicht respektiert", erklärte der Bischof. Deshalb würden er und seine Gläubigen nun diesen anderen Weg fortsetzen, „weil uns die Türen in der anglikanischen Kirche von Australien für längere Zeit geschlossen wurden".  Bei einem Treffen stimmten knapp 200 Mitglieder einstimmig für die volle und sichtbare Rückkehr zur Gemeinschaft mit der katholischen Kirche.
   Mit der Veröffentlichung der Apostolischen Konstitution „Anglicanorum Coetibus" hatte Papst Benedikt XVI. eine neue kanonische Struktur eingeführt, die ehemaligen anglikanischen Gläubigen die volle Gemeinschaft mit der katholischen Kirche ermöglicht bei gleichzeitiger Bewahrung von Grund- bestandteilen des anglikanischen liturgischen und geistlichen Erbes.
   Die Form der Personalodinariate, kanonische Form der Amtsausübung, die nicht auf ein Gebiet begrenzt ist, erinnert an die Form der Personalprälatur (zur Zeit ist das Opus Dei die einzige Einrichtung der katholischen Kirche, die den Status einer Personalprälatur besitzt) oder an die Militärordinariate(besondere Kirchenbezirke, die nach eigenen, vom Apostolischen Stuhl erlassenen Statuten geleitet werden, in dem der Bischof die kirchliche Autorität für die katholischen Soldaten oder Militärangehörigen und ihre Familien darstellt, unabhängig davon ihrem Aufenthaltsort).
   Laut Bischof Robarts hätten die Mitglieder dieser Gemeinde unter der Leitung von Monsignore Peter Elliott, Weihbischof von Melbourne, und der Anleitung des Heiligen Stuhls bereits mit den Arbeits- gruppen begonnen, um das erste anglikanische Ordinariat einzurichten, das als Vorbild für die anglikanischen Ordinariate dienen könnte, die zu einem späteren Zeitpunkt in anderen Teilen der Welt sich bilden könnten.
   Im Interview mit „The Daily Telegraph" sagte Bischof David Robarts, dass der Schritt, den die Gemeinschaft „Foward in Faith" anstrebe, nicht einer „Veränderungen der Möbel" gleichkomme. "Wir sagen nur, dass wir treu zu dem gewesen sind, was die Anglikaner immer geglaubt haben, und wir wollen nichts von dem ändern. Jedoch sind wir als Außenseiter behandelt worden, durch diejenigen, die einige ‚Erneuerungen' einführen wollen". Robarts schloss mit den Worten: „Wir brauchen Bischöfe, die das glauben, was wir glauben".  net100219

   Die anglikanische Gruppe TAC in den Vereinigten Staaten will die Einheit mit Rom. Das bekräftigte die Gruppe nun offiziell. Die „Traditional Anglican Communion“ (TAC) bittet darum, auf ihre Gemeinschaft die Normen der Apostolischen Konstitution Anglicanorum coetibus anzuwenden. Damit wolle sie in die volle Gemeinschaft mit der katholischen Kirche zurückkehren. Die TAC entstand 1991 in den USA und hat heute Mitgliedskirchen in zwölf Ländern. Die Gruppe zählt nach eigenen Angaben insgesamt 400.000 Mitglieder. rv100305zenit
   Kardinal William Joseph Levada begrüßt den möglichen Eintritt von Anglikanern in die katholische Kirche. „Die Klänge harmonieren wie in einer Sinfonie“, sagte der Präfekt der Glaubenskongregation bei einem Besuch im Newman Center der Queens Universität in Kingston (Kanada). Die „Anglican Church in America“ (ACA) mit ihren 100 Pfarreien und 5.200 Gläubigen sucht die Gemeinschaft mit der katholischen Kirche. Die Bischöfe der ACA hätten sich bei ihrer jüngsten Versammlung in Orlando für einen kollektiven Übertritt nach Maßgabe des päpstlichen Dekrets „Anglicanorum coetibus“ ausgesprochen, meldet die Vatikanzeitung „L´Osservatore Romano“. rv100311OR
   Die ACA mit ihren - nach eigenen Angaben - gut 5.200 Mitgliedern ist eine von der US-Episkopalkirche unabhängige anglikanische Gemeinschaft in den Vereinigten Staaten. Sie hatte sich 1991 von der Epis- kopalkirche gelöst, weil sie die Priesterweihe für Frauen, die Bischofsweihe von Homosexuellen und bestimmte ökumenische Initiativen ablehnt. Die ACA ist kein Mitglied der Anglikanischen Welt- gemeinschaft; stattdessen gehört sie einer Gruppierung namens Traditionelle Anglikanische Gemeinschaft (TAC) an. RVor100316kna

Primas Rowan Williams beim Papst an-aepRowanWilliams-B-xx

   Das Kommunique ist dürr. Papst Benedikt XVI. und das angklikanische Primas, Erzbischof Rowan Williams, hätten „herzliche Gespräche” über die aktuellen Herausforderungen geführt. Auch sei geredet worden über die jüngsten Ereignisse in den Beziehungen zwischen der katholischen Kirche und der anglikanischen Gemeinschaft. So teilt es der Vatikan mit; Canterbury schweigt vollständig. Zu hören ist jedoch, dass das Gespräch lediglich 20 Minuten gedauert hat.
   Die katholische Kirche hat ihre Türen weit für jene konservativen Anglikaner geöffnet, die mit dem Kurs ihrer Kirche nicht länger leben könnten. Bischöfe und Priester, die nun vom Erzbischof in Canterbury zum Papst übertreten, dürfen ihre anglikanischen Gottesdienste und sogar ihre Ehefrauen behalten, was angesichts des in der katholischen Kirche herrschenden Zölibats recht bedeutsam ist.
   Hintergrund sind die immer tieferen Spaltungen in der anglikanischen Gemeinschaft. 1534 von König Heinrich VIII. als „Church of England” gegründet oszilliert die anglikanische Kirche seit jeher zwischen Katholizismus und Protestantismus. Die Spannungen kamen auf, seit westliche anglikanische Diözesen Frauen zu Priestern und sogar zu Bischöfen weihen; der erste bekennende Homosexuelle in einem amerikanischen Bischofsamt stößt bei den Anglikanern in Afrika und Asien auf erbitterten Widerstand.
  Der 59-jährige Erzbischof Rowan Williams, der kraft seines Amtes die Anglikaner zusammenhalten soll, sieht sich seit Jahren zwischen den Flügeln zerrissen. Nun musste er auch noch erfahren, dass es neben dem offiziellen Theologie-Dialog zwischen Canterbury und Rom seit Jahren Geheimverhandlungen zwischen dem Vatikan und den abwanderungswilligen Anglikanern gab.
   Der deutsche Kardinal Walter Kasper, der „Ökumene-Minister“ des Vatikans, erzählt, Williams habe ihn - offenbar recht perplex - „mitten in der Nacht bei einer Konferenz in Zypern angerufen" und Aufklärung verlangt. Mittlerweile haben Kasper und Williams eine Verständigung darüber erzielt, dass der Vatikan keine Anglikaner „abwerben" wolle, sondern dass der Papst lediglich eine „phantasievolle seelsorgerliche Antwort auf die Bedürfnisse einzelner Gruppen" gegeben habe.
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   Der Zölibat wird auch für die künftigen Seminaristen der anglikanischen Gemeinschaften verpflichtend sein, die zur katholischen Kirche übertreten. Das erklärte Vatikansprecher Pater Federico Lombardi. Für Priesteramtskandidaten der anglikanischen Gemeinschaften, die aber bereits verheiratet sind, soll jeder Fall einzeln überprüft werden. Prinzipiell soll die Zölibatspflicht auch für sie gelten. Damit wies Lombardi Spekulationen über eine Lockerung des Zölibats für römisch-katholische Geistliche zurück. Die Verzöge- rungen bei der Errichtung einer neuen Kirchenstruktur für übertrittswillige Anglikaner hätten rein tech- nische Gründe; sie hingen nicht mit vatikaninternen Meinungsverschiedenheiten über das priesterliche Keuschheitsgebot zusammen, betonte Lombardi in dem Schreiben. In der Lateinischen Kirche ist der Zölibat vor der Weihe zum Diakon durch den Canon 277 des kirchlichen Gesetzbuchs Codex Iuris Canonici vorgeschrieben. Das gilt auch für Bischöfe und Priester. Einzig in den orientalischen Teilkirchen der katholischen Kirche gilt der Zölibat nur für Bischöfe, die meist dem Mönchsstand entstammen. - Der Text der Apostolischen Konstitution, der die Errichtung von Personal-Ordinariaten für frühere Anglikaner vorsieht, soll in der ersten Novemberwoche erscheinen, teilte Lombardi mit. Rv091031

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Erzbischof Williams sieht die positive Seite der Gespräche in Rom

   Der Primas der anglikanischen Gemeinschaft hält in der Ökumene „das Glas für halb voll“ und erhebt dabei das Glas, um seine Worte zu unterstreichen. Im Wirbel um die besondere Fürsorge von Papst Benedikt XVI. für jene Anglikaner, die die Herde von Erzbischof Williams verlassen wollen und sich der katholischen Kirche anschließen wollen, überraschte die Bewertung der katholisch-anglikanischen Beziehungen des Erzbischofs doch ein wenig vor der Audienz im Vatikan. Seine Bemerkungen über die nächsten Schritte im ökumenischen Dialog überraschten dann weniger: eine deutliche Aufforderung an die Führung und Theologen der katholischen Kirche: „Anglikaner und römisch-katholische Christen – wirklich alle Christen, die in den letzten 40 Jahren am ökumenischen Dialog beteiligt sind – müssen sich ernstlich fragen, ob die Lehre und Praxis, die sie noch trennen, annähernd so wichtig sind, wie die wesentlichen Dogmen, die sie gemeinsam haben“, sagte der Primas am Abend vor einer Serie von Gesprächen mit Papst Benedikt und einigen vatikanischen Beamten.
   Unter anderen Themen standen besonders die abschließenden Vorbereitungen für die dritte Runde der anglikanisch-römisch-katholischen internationalen Kommission zur Weiterführung des theologischen Dialogs auf der Tagesordnung. „Sehr viele Übereinstimmungen in hochrangigen Fragen über Wesen und Sendung der Kirche sind bisher erreicht; ist es dann wirklich gerechtfertigt weitere Themen als ebenso vital und für die Einheit erforderlich zu behandeln?“, fragte der Erzbischof. Der Primas äußerte Zweifel an der vatikanischen Sicht, dass die Ordination von Priesterinnen und Bischöfinnen in einigen Sprengeln der anglikanischen Gemeinschaft ein endgültiges Hindernis für jede Form eine katholisch-anglikanischen Einheit sein soll. Der ökumenische Dialog ist von beiden Seiten gewollt. Wenn nun Menschen ordiniert werden, damit sie der Weltgemeinschaft dienen, die Heiligkeit fördern und die Gläubigen mit Gott und miteinander zu versöhnen, „in wie weit wird das untergraben, wenn dieser Dienst durch beide Geschlechter augeübt wird?“ Papst Johannes Paul II.lehrte, dass die katholische Kirche keine Vollmacht zur Weihe von Priesterinnen hätte, weil Jesus ausschließlich Männer zu seinen Aposteln wählte.
   Erzbischof Williams sagte, er wolle nicht alle Argumente für und gegen die Frauenordination wieder- holen, meinte aber „viele Anglikaner sehen in der Ablehnung der Weihe für beide Geschlechter einen unerwünschten Unterschied zwischen getauften Frauen und Männern“, einen Unterschied, der in keinem christlichen Glaubensbekenntnis gemacht wird. Der Streit in der anglikanischen Gemeinschaft über die Frauenordination haben zu offensichtlichen inneren Spannungen geführt, aber die Anglikaner suchen noch Wege, um ihre Einheit zu bewahren ohne Zwang gegenüber denen in der Gemeinschaft, die eine andere Meinung haben. „Und wenn dies innerhalb der anglikanischen Familie erreicht werden kann, wäre das nicht ein Modell für die weltweite Ökumene?“
   Erzbischof Williams denkt nicht, dass die Fragen um die Ordination und die Unterschiede in wichtigen Kirchenstrukturen nebensächliche oder rein politisch zu werten seien,stellt aber nachdrücklich in Frage, ob diese „so fundamental kirchentrennend sind, wie das unsere römisch-katholischen Freunde behaupten und annehmen“. Um das zu unterstreichen hält der Erzbischof ein Glas Wasser hoch, während er er seine Rede über den Ökumenismus an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom hält. Unter Bezugnahme auf die Beziehungen zwischen Katholiken und Anglikanern meint Dr. Williams, das „ökunenische Glas ist echt halbvoll“. „Die Verantwortlichen für den ökumenischen Dialog und das Leben der christlichen Gemeinschaften müssen sich fragen, ob die Unterschiede im Amt und in der Autorität der Kirche dasselbe Gewicht haben, wie die Übereinstimmung, die in fundamentalen Glaubensfragen bereits erreicht ist.“
   Der Präsident des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen, Walter Kardinal Kasper, bestätigte erneut die Verpflichtung der katholischen Kirche, fortzufahren in der Suche nach der vollen Einheit: „Die Ökumene hat eine Zukunft, nicht, weil wir sie wünschen, sondern weil Jesus Christus sie wünscht und sein Geist hilft uns in dieser Verpflichtung. Die katholische Kirche kann nicht einfach stehen bleiben und warten. Sie hat eine besondere Verantwortung. Diese einzigartige ökumenische Verantwortung liegt – paradoxerweise – im Petrus-Amt (im Dienst des Papstes), das oft als Haupthindernis für die Einheit gesehen wird, aber das sich selbst als Dienst an der Einheit versteht.“
   Hinsichtlich der Fragen, die Anglikaner und Katholiken noch trennen, einschließlich der Frauen- ordination, erklärte der Kardinal den Reportern: „Wir müssen unterscheiden zwischen Unterschieden, die unvereinbar sind und solchen, die sich gegenseitig ergänzend. Die letzteren können in der Kirche nebeneinander bestehen.“ In seiner Rede sagte Kardinal Kasper: „Papst Benedikt hat klar verkündet, dass Gott die Liebe ist; Liebe ist der wahre Motor der Ökumene. Liebe respektiert die Freiheit des Anderen und achtet auch ihr Anderssein. Liebe schafft Raum für legitime Unterschiede.“Abschließend sagt der Kardinal: „Liebe verlangt Einheit. Darum kann das Endziel der Ökumene nur die volle Gemeinschaft im Glauben, in den Sakramenten, im apostolischen Dienst und in der Sendung sein.“ 

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an-aepRowanWilliams-x- Vatikan: Dialog mit Anglikanern auf „breiter Ebene“

   Anglikanische und katholische Theologen haben in diesen Tagen die dritte Phase der Gespräche ihrer Dialogkommission vorbereitet. Ein entsprechendes Treffen im Vatikan ging an diesem Mittwoch zu Ende. In einer neuen Dialogrunde mit dem Vatikan müssten auch schwierige Fragen wie Papstamt und Frauenpriestertum angeschnitten werden, hatte der Anglikaner-Primas Rowan Williams Foto zuletzt betont. Diese Themen stünden auch ganz sicher auf der Agenda, bestätigt Mark Langham vom Päpstlichen Einheitsrat im Interview mit Radio Vatikan.
   „Die kritischsten Fragen in der Beziehung unserer Kirchen anzusprechen, ist essentiell, aber nicht alles. Unser Ausgangspunkt wird eine breitere Fragestellung sein: Das Verhältnis zwischen der Universalkirche und der Ortskirche. Das fordert uns nämlich beide heraus. In diesem Rahmen können wir uns dann speziellen Fragen wie dem Frauenpriestertum und der Stellung gleichgeschlechtlichen Ehen in der Kirche widmen.“
   Es sei noch kein fester Zeitrahmen für den Dialog abgesteckt worden, so Langham. Auch die Häufigkeit der Treffen stehe noch nicht fest. Sicher seien aber ökumenische Treffen „auf vielen Ebenen“. „Es gibt verschiedene Niveaus der ökumenischen Begegnung. Auf höchster Ebene, wie das Treffen zwischen dem Papst und dem Erzbischof von Canterbury, und dann die wundervollen Begegnungen auf lokaler Ebene.“ Die dritte Phase der Gespräche hoffe man Ende 2010 zu beginnen, gab Langham an.
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B-424-x    Papst Benedikt XVI.                           

Vatikan veröffentlicht Dokument zu Anglikanern

   Am 4. November hat Papst Benedikt XVI. die angekündigte Apostolische Konstitution unterschrieben, die es Anglikanern unter Beibehaltung ihrer Tradition ermöglicht, katholisch zu werden. Am 9. Novem- ber wurde diese Konstitution mit dem Titel „Anglicanorum Coetibus“ der Öffentlichkeit vorgestellt. Gemeinsam mit der Apostolischen Konstitution hat Papst Benedikt die ergänzenden Normen in Kraft gesetzt, die die Umsetzung des Dokuments festlegen. Damit ergibt sich ein rechtlicher Rahmen für die Entstehung der geplanten Personalordinariate für ehemalige Anglikaner. Die Regeln legen fest, dass die (noch zu gründenden) Ordinariate zwar direkt der Glaubenskongregation unterstehen. Doch in ihren Aktivitäten und Zulassungen zu den Weihen sollten und müssen sie eng mit den Ortsbistümern zusammenarbeiten. Die ehemaligen Anglikaner sind auch in ihrer pastoralen Arbeit den katholischen Ortsbischöfen unterstellt. Ebenso können katholische Geistliche oder Ordenschristen in den Ordina- riaten pastoral arbeiten, aber ebenfalls unter der Leitung des Ortsbischofs. Mit allen diesen Regelungen wird gewährleistet, dass keine Sonderbistümer neben den katholischen Bistümern entstehen.
„Keine parallelen Bistümer“
   Ähnliche Absichten haben die Regelungen über die Kleriker, die in den Ordinariaten geweiht werden. Die Normen schließen aus, dass in der katholischen Kirche geweihte Priester das Priesteramt in den neuen Ordinariaten ausüben. Diese Regelung betrifft unter anderem den Primas der so genannten „Traditional Anglican Communion“, Erzbischof John Hepworth. Er war 1968 in der katholischen Kirche zum Priester geweiht worden, bevor er 1976 in die anglikanische Kirche aufgenommen wurde. Hepworth hatte die Ankündigung der Konstitution begrüßt und seinen Willen bekundet, katholisch zu werden. Doch er wird in den zu gründenden Ordinariaten nicht Priester werden können. Ebenso wird katholisch getauften Christen, wenn sie nicht in eine anglikanische Familie eingeheiratet haben, die Mitgliedschaft in den Ordinariaten verwehrt. Auch hier soll so vermieden werden, dass eine Parallelkirche zur katholischen Kirche entsteht.
   Die anglikanischen Traditionen sollen erhalten bleiben. Auch wenn die Priesterkandidaten im Ordinariat gemeinsam mit den katholischen Seminaristen ausgebildet werden, so sollen sie eine eigene Zusatzausbildung bekommen. Ziel der Initiative des Papstes ist es, den geistlichen, liturgischen und pastoralen Reichtum der anglikanischen Tradition zu erhalten und gleichzeitig eine sichtbare Einheit mit der katholischen Kirche zu schaffen. So werden weiterhin Eucharistie, Stundengebet und andere liturgische Feiern nach anglikanischen Ritus möglich sein.
Zölibatsregel bleibt bestehen
   Komplizierter werden die Regelungen, wenn es um verheiratete anglikanische Bischöfe und Priester geht. Alle anglikanischen Priester müssen sich weihen lassen, wenn sie das Amt auch in den Ordina- riaten ausüben wollen. Verheiratete Priester dürfen grundsätzlich Mitglied der Ordinariate werden. Auch verheiratete anglikanische Bischöfe dürfen katholisch werden; aber wollen sie innerhalb des anglikanischen Ordinariats ein Leitungsamt ausüben, so ist ihnen das nur als Priester und nicht als Bischof gestattet. Ihre Weihe wird nicht anerkannt. Trotzdem dürfen ehemalige Bischöfe vom Papst die Erlaubnis erbitten, weiterhin die Zeichen der Bischofswürde tragen zu dürfen, also Kreuz, Mitra, Ring und Krummstab. Grundsätzlich solle es möglich sein, im Einzelfall auch als verheirateter Mann in den Ordinariaten Priester werden zu können, auch wenn die Zölibatsbestimmungen in Zukunft auch für die ehemaligen Anglikaner die Regel sein sollen. Rv091109

Hier finden Sie den Volltext des Dokuments in einer Übersetzung von Kath.net
Kardinal Kasper: „Kein Hindernis für die Ökumene“

   Der Ökumene-Verantwortliche des Vatikans hat die Veröffentlichung des Vatikan-Dokuments zu Anglikanern nicht in Rom erlebt: Kardinal Walter Kasper ist zur Zeit in Minsk. Doch der deutsche Kurienkardinal hat kurz vor seinem Abflug mit dem Papst u.a. über die „Apostolische Konstitution“ gesprochen – und am Wochenende uns gegenüber klargestellt, dass das Zugehen Roms auf traditionelle Anglikaner kein Stolperstein für die Ökumene ist.
   „Es ist kein Hindernis für die Ökumene, denn wir haben von Anfang an gesagt: Wenn Einzelne aus Gewissensgründen übertreten wollen zur katholischen Kirche, dann ist das kein Schritt gegen die Ökumene – und wenn das jetzt eine ganze Gruppe tun will, dann hat man das einfach als Religions- und Gewissensfreiheit zu akzeptieren. Es gibt ja auch in den Vereinigten Staaten viele, die anglikanisch geworden sind – das hatten wir auch akzeptiert! Das freut keine Kirche, aber man muss das anerkennen.
   Der Papst reagiert mit dieser Entscheidung auf Anfragen und Bitten von anglikanischer Seite; es ist keine Initiative von vatikanischer Seite. Aber die Tatsache, dass bestimmte Bischöfe, Priester und auch Laien offensichtlich katholisch werden wollen, verdankt sich dem ökumenischen Gespräch – das ist bereits eine gewisse Frucht. Denn durch die ökumenischen Gespräche haben die Anglikaner gemerkt: Das gibt uns ja Brücken, das ist viel näher beieinander!
   Und zum Zweiten: Die ökumenischen Gespräche mit der anglikanischen Kirche gehen weiter. Wir werden erst in zwei Wochen wieder Begegnungen haben mit ihnen und wollen da beschließen, eine neue Runde der ökumenischen Gespräche aufzunehmen. Im übrigen wird am 19. November auch der Erzbischof von Canterbury, also das Haupt der anglikanischen Gemeinschaft, in Rom sein, wird eine Audienz beim Papst haben... Auch das zeigt: Es ist da kein so grundsätzlicher Wandel und vor allem kein Bruch der Ökumene im Blick. Im Gegenteil: Das ist jetzt eine Entwicklung - die wir nicht gewollt haben – aufgrund der inneren Schwierigkeiten und Spannungen in der anglikanischen Kirche, die man akzeptieren muss. Der Papst hat die Tür geöffnet für diejenigen, die wollen – mehr nicht!“ rv091109

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Vatikan und Anglikaner – die ersten Reaktionen
   Die Antwort des Vatikan auf das Nachsuchen Einzelner und Gruppen lenkt die anglikanische Gemeinschaft selbst nicht von ihrem Leben in ihren Diözesen und Pfarreien ab. Dies sagte der Vorsitzende des anglikanischen Rates für die Einheit der Christen und Bischof von Guildford, Christopher Hill Foto oben rechts. Die Anglikaner nehmen die Veröffentlichung der Konstitution zur Kenntnis, so der Bischof weiter. Jetzt sei es an denjenigen, die diese Entscheidung haben wollten und nun die volle Einheit mit der römisch katholischen Kirche wünschten, das Dokument zu studieren und ihre Optionen zu wägen.
   Der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz von England und Wales, Erzbischof Vincent Nichols Foto oben links, begrüßt in einer ersten Reaktion die Veröffentlichung der Konstitution und der ergänzenden Normen. Jetzt könne man ins Detail gehen. Es sei aber auch wichtig, sich daran zu erinnern, dass es hierbei nicht nur um England und Wales gehe, so der Bischof weiter. Es gehe um Anglikaner und ehemalige Anglikaner auf der ganzen Welt. Jetzt brauche es viel Nachdenken auf allen Seiten.
   Kardinal Christoph Schönborn von Wien spricht von einem „Versuch, in angemessener Weise der Sehnsucht nach Einheit zu entsprechen, ohne neue Trennungen zu schaffen“. Es gehe im Fall der Anglikaner, die katholisch werden wollen, weder um 'Proselytismus' noch um eine Abkehr vom ökumenischen Dialog. Papst Benedikt XVI. habe „einen großherzigen Schritt gesetzt“. Der Vatikan hatte am Montag die Regelungen veröffentlicht, die den Übertritt von Anglikanern zur katholischen Kirche betreffen. Rv091109pm

Fellowship of Confessing Anglicans, FCA

   Die „Gemeinschaft bekennender Anglikaner“  hat die neuen vatikanischen Normen für übertrittswillige Anglikaner begrüßt. Das Angebot sei großzügig und speise sich aus jenen „Verpflichtungen auf den historischen apostolischen Glauben, die Morallehre und globale Mission“, wie sie die FCA bei ihrer Gründung 2008 formuliert habe. Man sei dem Papst sehr dankbar; allerdings sei es für die Mitglieder der FCA „jetzt nicht die Zeit, die anglikanische Weltgemeinschaft zu verlassen“. Die Organisation bedauerte, dass die inneranglikanische Krise eine solche Geste des Papstes notwendig gemacht habe. Das Versagen der Anglikaner in den USA und Kanada bei der Erfüllung der göttlichen Weisungen bringe „Schande“ über den Namen Christi. Die FCA entstand nach dem Streit innerhalb der anglikanischen Weltgemeinschaft um homosexuelle Geistliche und Frauen im Bischofsamt. Rv091112kap

  400.000 Mitgliedern der anglikanischen Gemeinschaft möchten in die katholische Kirche aufgenommen werden. Diese Bitte wurde schriftlich der Glaubenskongregation überreicht.  Die Internetseite der TAC (Traditional Anglican Communion) berichtet darüber.

Die anglikanische Kirche der USA steht vor einer neuen Belastungsprobe
   Die Diözese Los Angeles hat eine „bekennend lesbische“ Priesterin zur Weihbischöfin gewählt. Mary Glasspool - deren Vater auch anglikanischer Priester war - wohnt seit 1988 mit ihrer Partnerin Becki Sander zusammen. Die anglikanische Kirche heißt in den USA „Episkopalkirche“; sie hat im Juli ein Moratorium zur Wahl homosexueller Bischöfe aufgehoben. Die Frage der Wahl homosexueller Bischöfe hat die anglikanische Kirche seit der Weihe eines homosexuellen Bischofs in New Hampshire 2003 in eine tiefe Krise gestürzt. Mehrere Diözesen der US-Anglikaner haben seither versucht, sich entweder „traditionellen“ anglikanischen Erzbischöfen in Afrika oder Südasien zu unterstellen oder katholisch zu werden. Mary Glasspool erklärte nach ihrer Wahl, „jede Gruppe von Menschen, die wegen eines isolierten Aspekts ihrer Persönlichkeit unterdrückt wird“, habe das Bedürfnis nach Gerechtigkeit und gleichen Rechten. Der anglikanische Primas Rowan Williams reagiert besorgt auf die Nachricht aus den USA: Das werfe „sehr ernste Fragen für die weltweite anglikanische Gemeinschaft“ auf, meinte der Erzbischof von Canterbury. Allerdings müsse Frau Glasspools Ernennung erst noch ratifiziert werden; ihre Weihe sei noch nicht völlig sicher. Williams erinnert daran, dass sich die anglikanische Kirche eigentlich auf eine Art Auszeit geeinigt hatte, was kontroverse Ernennungen betreffe.
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Suche nach „anglikanischer Lösung"

   Der anglikanische Primas-Erzbischof Rowan Williams von Canterbury hat in einem Interview in der Samstagsausgabe der Londoner Tageszeitung „The Daily Telegraph" mit Blick auf die im Oktober von Papst Benedikt XVI. initiierten Personalordinariate für Anglikaner, die zum Katholizismus übertreten wollen, dabei aber ihre eigenen Riten weiterführen möchten, erklärt, das Vorpreschen der katholischen Kirche sei „nicht vollkommen neu". Die katholische Kirche in England erlebe in Zyklen immer wieder einen „zweiten Frühling", wie beispielsweise durch Kardinal John Henry Newman im 19. Jahrhundert. Es gebe ein „Muster" in der Hoffnung, dass „die Wunden der Reformation zugunsten Roms geheilt werden", so der Primas der englischen Staatskirche. Williams, zugleich Ehrenprimas der anglikanischen Welt- gemeinschaft, räumte ein, dass das Angebot des Papstes traditionalistische Anglikaner in ihrer ablehnenden Haltung gegenüber Frauen im Bischofsamt beeinflusst habe. Dennoch gibt es nach seinen Worten genügend Gründe für Anglo-Katholiken, vor allem die Lehre von der Unfehlbarkeit des Papstes, nicht katholisch zu werden. Deshalb suchte die Mehrheit der Traditionalisten weiter nach einer „anglikanischen Lösung" des Problems. Eine solche werde derzeit, allerdings durch die Episkopalkirche in den USA erschwert. Er habe Zweifel, ob die Einheit der anglikanischen Kirche die Zulassung homosexueller Bischöfinnen und Bischöfe langfristig überleben werde. DT091215kna

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„Traditionelle Anglikaner” wollen die Einheit
   Eine Gemeinschaft namens „Traditionelle Anglikaner”, kurz TAC, bittet den Vatikan um die Erlaubnis zum Übertritt in die katholische Kirche. Der Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal William Levada, versichert der von der anglikanischen Kirche abgespaltenen Gruppe in einem Brief, der Vatikan denke „ernsthaft” über die Anfrage, die vom Oktober letzten Jahres stammt, nach. Das Schreiben wurde auf der TAC-Internetseite Foto oben veröffentlicht. In dem Brief erinnert Kardinal Levada aber auch an die „allgemeine Lage der anglikanischen Gemeinschaft”, die in jüngster Zeit „komplexer geworden” sei. Der Dialog zwischen der TAC und dem Vatikan war zu Beginn der neunziger Jahre in Gang gekommen. Die Gruppe hatte sich im Widerstand gegen die Priesterweihe von Frauen und Homosexuellen in der anglikanischen Kirche gebildet; ihr gehören derzeit etwa 400.000 Menschen an.
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Der anglikanische Erzbischof Hepworth schreibt in The Messenger Journal: “Da wir uns den Status einer Gemeinschaft gegeben haben, die in aller Form die ‘volle eucharistische Gemeinschaft’ mit dem Bischof von Rom erbeten haben, geziemt es sich, dass wir mit vollem Herzen die Einladung von Papst Benedikt XVI annehmen, dieses Jahr zum „Jahr für die Priester zu erklären. Besondere Festgottes- dienste werde ich für unsere Priester – sowohl auf nationaler Ebene (zusammen mit der National- Synode) wie auch für unsere Priester in den Regionen unserer Diözesen feiern. Dies ist die Zeit für unsere Laien, ihr Verständnis und ihre Wertschätzung des Priestertums zu vertiefen. Ich muss ihnen nicht sagen, dass zur Zeit das Priestertum eine der am meisten missverstandenen Sachen im globalen Anglikanismus sind.”

Erzbischof John Hepworth  ÖkAnglEpJohnHepworth-x   Traditional Anglican Communion

   Der australische anglikanische Erzbischof John Hepworth von der bei der Lambeth-Konferenz nicht vertretenen „Traditional Anglican Communion” (TAC) veröffentlichte einen Brief von Kardinal William Levada. Darin kündigt der Präfekt der Glaubenskongregation eine ernsthafte Prüfung der Situation konservativer Anglikaner an. Zu diesen Überlegungen gehöre auch die „Perspektive einer corporate unity”, womit der Übertritt nicht einzelner Gläubiger, sondern ganzer Gruppen gemeint ist. Allerdings sei man von einer Entscheidung noch weit entfernt, hieß es dazu in vatikanischen Expertenkreisen.
  Im Internet machten jedoch bereits kirchenrechtliche Modelle die Runde, wie übertrittswillige anglika- nische Gemeinden eine Heimat in der katholischen Kirche finden und gleichzeitig die eigenen Tradi- tionen bewahren könnten. Die Struktur einer Apostolischen Administratur, aber auch einer Personal- prälatur wurden genannt. Allerdings hat es in den USA abweichend von der katholischen Gepflogenheit, Konversionen nur im Einzelfall anzunehmen, bereits gemeinsame Übertritte von Episkopal-Gemeinden gegeben. Dem Vatikan ist jedoch prinzipiell am Erhalt der anglikanischen Einheit gelegen, keinesfalls an einer Aufsplitterung. Es liegt ihm an einem Ökumene-Partner, mit dem er sich auf hohem Niveau um eine Wiederherstellung der getrennten christlichen Einheit bemühen kann. Kardinal Walter Kasper hat dazu in Canterbury einige Grenzen aufgezeigt.
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   Erzbischof John Hepworth, Primas der traditionsbewahrenden anglikanischen Gemeinschaft und Ordinarius der Anglikanischen Katholischen Kirche in Australien sagte auf der Queensland-Synode (Australien): „Wir [TAC] sind zu schnell gewachsen. Was wir getan haben, war von Gott geplant. Unser großes Problem besteht darin, dass wir nicht die Infrastruktur und die finanziellen Resourcen haben, um den Bitten nach neuen Kirchen und Missionen weltweit gerecht zu werden. Wir machen die Erfahrung, dass Gott wächst in seinem gläubigen Volk in einem anglikanisch-katholischen Weg. Wenn wir dies entworfen hätten, wäre unser Unternehmen sehr viel leichter zu meistern gewesen, was wir aber getan haben, war von Gott geplant.
   Jetzt ist die Stunde da, inniger zu beten. Es gibt ernstliche Gespräche. Wir suchen nicht die Einheit mit dem Heiligen Stuhls, weil die Kirche so schön ist, noch durch unser eigenes Erleben, sondern weil es richtig ist. Wir sind eine Kirche, die die Einheit der allgemeinen Kirche sucht; in diesem Prozess der Wandlung lernen wir, was es heißt, katholisch zu sein. Natürlich gibt es Zerrbilder und Unfolgsamkeit, daher ist es notwendig, auf dem Weg intensiv zuzuhören und zu erfragen, was die Kirche lehrt. Wir haben etwas Besonderes getan – und das hat uns verändert.“
   Erzbischof Hepworth sagte weiter: „Die Heftigkeit der Verfolgung, die unrechtmäßige Anwendung des Kirchenrechts bestehen weiter in der anglikanischen Gemeinschaft. Vieles von dem, was wir in Australien tun, hat sich verändert seit der Einführung von Bischöfinnen, Katholiken können das nicht nachvollziehen.“

Die Queensland Synode traf sich in der anglikanisch-katholischen Hochschule St. Stephen, Coomera, Queensland.

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Papst schafft Personal-Ordinariat für übertrittswillige Anglikaner
Die katholische Kirche ist bereit, Anglikaner aufzunehmen, die zum Katholizismus übertreten wollen
Fotos von links: William Kardinal Levada, Erzbischof Rowan Williams, Papst Benedikt XVI.

   Dazu wird Papst Benedikt XVI. demnächst eine entsprechende Apostolische Konstitution erlassen, die jetzt im Vatikan vorgestellt wurde. In letzter Zeit sei die Zahl anglikanischer Priester und Gläubiger gestiegen, „die mit Rom in sichtbarer und voller Kommunion stehen wollen“. Das erklärte der Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal William Levada, bei einer Pressekonferenz im Vatikan. Der Heilige Stuhl reagiere damit auf zahlreiche Gesuche von Gruppen anglikanischer Priester und Laien aus verschiedenen Teilen der Welt.
Premiere seit Reformation
   Es handelt sich um das erste Mal, dass die Kirche eine solche Regelung für eine aus der Reformation entstandene Kirche einführt. Dazu wird der Vatikan eine neue kanonische Struktur aufstellen, indem diese Gemeinschaft einem so genannten Personal-Ordinariat unterstellt wird. Das bedeutet, dass diese Gläubigen einen eigens für sie vorgesehenen Ordinarius haben. Die Konstitution von Papst Benedikt XVI. sieht auch vor, dass die bisher verheirateten anglikanischen Priester anerkannt werden. An der Spitze der neuen Struktur soll demnach ein „Personal-Ordinarius“ im Rang eines unverheirateten Priesters oder Bischofs stehen. Die neue Rechtsform des Personal-Ordinariats – einer Art „abgespeckter“ Diözese, vergleichbar dem Militär-Ordinariat - sieht die katholische Priesterweihe auch für verheiratete, früher anglikanische Geistliche vor. Zu Bischöfen könnten jedoch aufgrund der christlichen Tradition nur un- verheiratete Geistliche bestimmt werden. Deren Seminaristen sollen zudem zusammen mit den übrigen katholischen Priesteramtsanwärtern ausgebildet werden; jedoch sollen sie eine besondere Ausbildung in anglikanischer Tradition erhalten.
Streitpunkte
   Uneinigkeit über die Zulassung von Frauen zu den Weihen führte in den letzten Jahrzehnten zu Kontroversen innerhalb der anglikanischen Kirche. Mittlerweile erlaubt ein Teil von ihr die Weihe von Frauen zu Bischöfinnen. Dies ist offenbar einer der Hauptgründe für einige anglikanische Gemein- schaften, zum Katholizismus überzutreten. Die anglikanische Kirche und die katholische englische Bischofskonferenz begrüßen den neuen Papst-Erlass. Damit werde den Gläubigen geholfen, die sich in jüngster Zeit „unsicher fühlten“, ob und wie sie der katholischen Kirche beitreten können.
Kardinal Levada: „Mit dem Erzbischof von Canterbury abgesprochen“
   Die neue Regelung für übertrittswillige Anglikaner ist mit dem Primas der anglikanischen Kirche, Erzbischof Rowan Williams von Canterbury, abgesprochen worden. Das bestätigte der Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal William Levada. Die neue Maßnahme stehe in Einklang mit dem öku- menischen Dialog, der weiterhin eine Priorität für die katholische Kirche bleibe, so Levada.
  „Denn mit dieser Regelung sind wir nicht zum Abschluss des ökumenischen Dialogs gekommen. Die Ge- spräche mit der anglikanischen Kirche – so wie mit anderen Gemeinschaften – gehen natürlich weiter. Die ökumenische Bewegung hat ein Ziel, und zwar die sichtbare Gemeinschaft aller Gläubigen. Die Einheit ist aber ein Geschenk Gottes, und wir alle hoffen, dass wir so bald wie möglich dieses Geschenk erhalten werden.“
   Kardinal Levada ließ sich auch auf die Frage von Frauenpriestertum und Weihe von Frauen zu Bischöfinnen ein. Bei beiden Themen gehe es um die christliche Tradition. Deshalb sei dies in der katholischen Kirche nicht möglich. Das habe er auch gegenüber dem Primas der anglikanischen Kirche wiederholt. Levada:
   „Ich habe zuerst mit dem vatikanischen Ökumene-Verantwortlichen, Kardinal Walter Kasper, darüber gesprochen. Dann sprach ich auch mit dem anglikanischen Erzbischof Rowan Williams. Ich habe ihm mein Gebet versichert, und ich hoffe, dass die Auseinandersetzungen innerhalb der anglikanischen Kirche rasch gelöst werden. Ich habe ihm auch klar gesagt, dass die Aufnahme der anglikanischen Gemeinschaften keinen Angriff auf die anglikanische Kirche darstellt.“
   Britischen Medienberichten zufolge könnte die erste Gruppe, die von den neuen Richtlinien profitiert, die so genannte „Traditional Anglican Community“ (TAC) sein. Sie hatte sich 1991 von der übrigen anglikanischen Weltgemeinschaft getrennt und zählt nach Angaben der Tageszeitung „The Guardian“ rund 500.000 Mitglieder weltweit. rv091020

Personalordinariate garantieren konversionswilligen Anglikanern ihre Tradition
   Die anglikanische Weltgemeinschaft reagiert verhalten auf die Ankündigung des Vatikans, den Übertritt konversionswilliger Anglikaner zu erleichtern. Man rechne weder mit Massenkonversionen, noch könne man konkrete Zahlen nennen, sagte eine Sprecherin des Ehrenprimas in London gegenüber der KNA. Der Vatikan hatte am Dienstag angekündigt, dass übertrittswillige Anglikanergemeinden künftig leichter in volle und sichtbare Gemeinschaft mit der katholischen Kirche eintreten können. Zu diesem Zweck soll die neue Rechtsform des Personalordinariats – eine Art „abgespeckte“ Diözese, vergleichbar mit einem Militärordinariat – eingerichtet werden.
   Die neuen Ordinariate sollen in Abstimmung mit den jeweiligen nationalen Bischofskonferenzen je nach Bedarfslage errichtet werden. Das erklärte gegenüber Radio Vatikan Mark Langham. Er ist im Päpstlichen Rat für die Einheit der Christen für den Dialog mit den Anglikanern zuständig. Das Personalordinariat ist ein Novum, so Langham. Bisher waren Übertritte zur katholischen Kirche in der Regel nur einzeln, nicht aber für Gruppen oder Gemeinden möglich.
   „Das Personalordinariat ist eine neue kirchliche Struktur, damit übertrittswillige Anglikaner zwar katholisch werden doch gleichzeitig ihre Traditionen bewahren können. Denn für Anglikaner sind ihre Liturgie, Gebete und Spiritualität sehr wichtig. Paul VI. sprach beispielsweise vom so genannten anglikanischen Reichtum. Konkret wird es nun so aussehen, dass es für jedes entsprechende Land ein Ordinariat geben kann, falls dies gewünscht wird. Diese Ordinariate sind direkt den jeweiligen nationalen Bischofskonferenzen unterstellt und somit eng mit der katholischen Kirche verbunden und werden eng mit der Glaubenskongregation zusammenarbeiten. Diese Gläubigen werden also 100 Prozent Katholiken sein und müssen ihren Glauben auch öffentlich kundtun, indem sie den katholischen Katechismus akzeptieren.“
   In Großbritannien begrüßten am Dienstag der anglikanische Primas und Erzbischof von Canterbury, Rowan Williams, und der katholische Erzbischof von Westminster, Vincent Gerard Nichols, die vatikanische Maßnahme als notwendige Klärung. Rv091021kap

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anglikanischer Bischof John Hind Foto will katholisch werden

   Ein Bischof der anglikanischen Kirche hat seine Bereitschaft zum Übertritt zum Katholizismus erklärt. Der Bischof von Chichester, John Hind, der die Gemeinschaft der „Traditionalisten" bei den Anglikanern anführt, sagte der Zeitung „Sunday Telegraph”, er sei bereit, in die katholische Kirche zu wechseln, und wäre glücklich, dort die Priesterweihe zu empfangen. Papst Benedikt XVI. hatte einen Erlass unterzeichnet, der Anglikanern den Übertritt zur katholischen Kirche erleichtern soll. Verheiratete anglikanische Priester sollen danach ihr Amt innerhalb einer gesonderten Kirchenstruktur weiter ausüben dürfen, katholische Bischöfe könnten sie indes nicht werden. Hind sagte, er sei froh, dass es nun „für die Katholiken in der Church of England" endlich die Möglichkeit gebe, zwischen Gehen und Bleiben zu wählen. Die Bischöfe und Priester der Church of England sind in der Frage der Priester- und Bischofs- weihe von Frauen und Homosexuellen tief gespalten; der Schritt des Papstes könnte den Zerfall der anglikanischen Gemeinschaft befördern. Das geistliche Oberhaupt der Church of England, der Erzbischof von Canterbury, hatte vergangene Woche bestritten, dass der Erlass des Papstes eine Gefahr für die anglikanischen Kirche sei. Papst Benedikt wird im kommenden Jahr in Großbritannien zu einem offiziellen Besuch erwartet - und dabei auch Königin Elisabeth II., das weltliche Oberhaupt der Anglikaner,treffen. FAZ091026Lt

Großbritannien: Anglikanischer Bischof will katholisch werden
   Ein verheirateter anglikanischer Bischof hat am Wochenende seine Bereitschaft erklärt, katholisch zu werden. Er werde sich gern in der katholischen Kirche erneut zum Priester weihen lassen - das sagte der Bischof von Chichester, John Hind, zum „Sunday Telegraph“ sein bis dahin ausgeübtes Priesteramt in der anglikanischen Gemeinschaft will er aber anerkannt sehen.  Hind leitet die Gemeinschaft der „Traditionalisten“ innerhalb der anglikanischen Kirche.
   Er sei froh, dass es nun „für die Katholiken in der Church of England“ endlich die Möglichkeit gebe, zwischen Bleiben oder Gehen zu wählen, so der anglikanische Bischof. Die konservative anglikanische Gruppierung „Forward in Faith“ geht davon aus, dass insgesamt etwa ein Dutzend Bischöfe darüber nachdenkt, katholisch zu werden. Bischof John Broadhurst von Fulham, der Leiter der Gruppe, erklärte am Wochenende wörtlich: „Das anglikanische Experiment ist vorbei.“ Papst Benedikt hatte letzte Woche Schritte angekündigt, um traditionellen Anglikanern den Weg in die katholische Kirche zu erleichtern. Sie sollen dort eine gesonderte kirchliche Struktur bekommen, in der auch verheiratete anglikanische Priester weiter ihr Amt ausüben können. Die Bischofsweihe bliebe den verheirateten Priestern allerdings versperrt. Hintergrund der Vatikan-Maßnahme, deren Details noch nicht bekannt sind, ist der tiefe Riss, der zurzeit durch die anglikanische Weltkirche geht. Auf der einen Seite stehen da Reformer, die auch Frauen und Homosexuelle zur Priester- und Bischofsweihe zulassen; auf der anderen Seite traditionelle Anglikaner, die vor einem Schisma innerhalb ihrer Gemeinschaft warnen.

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  Viele dieser traditionellen Anglikaner leben in den Entwicklungs- oder Schwellenländern; ihre Bischöfe haben sich zu einer Gruppe namens „Global South“ zusammengeschlossen, die nach eigenen Angaben fast die Hälfte aller Anglikaner weltweit repräsentiert. Leiter der Gruppe: Erzbischof Peter Akinola aus Nigeria. Die „Global South“-Gruppe erklärte, traditionelle Anglikaner sollten jetzt nicht ihre Kirche verlassen, sondern sie von innen her von der Liberalisierung abbringen. -
   Papst Benedikt will nach britischen Presseberichten nächstes Jahr Großbritannien besuchen. Der Anlass könnte die Seligsprechung von Kardinal John Henry Newman sein - eines Anglikaners, der zum Katholizismus übergetreten war.
RVreuters091026pm

   Der angikanische Bischof von Chichester John Hind gab bekannt, dass er daran denke zur römisch- katholischen Kirche überzutreten – dieser Schritt könnte der Auslöser für einen Exodus des angli- kanischen Klerus werden. Hunderte konservative anglikanische Priester könnten sich diesem Auszug anschließen, sie warten auf den Schritt von Bischof Hind, der jetzt erklärte, er würde „glücklich“ sein, zu einem katholischen Priester geweiht zu werden. Die Spaltungen im Anglikanismus könnten ein Bleiben in dieser Gemeinschaft unmöglich machen. Bischof Hind ist der höchstrangige Anglikaner, der bekennt, bereit zu sein, das Angebot des Papstes anzunehmen. Benedikt XVI. sorgte in der anglikanischen Gemeinschaft für Aufregung, als er den Weg für die Priester in großer Zahl freimachte für eine Konversion zur katholischen Kirche. Chronicle091024JonathanWynneJones

   Die Hoffnung des Erzbischofs von Canterbury, die anglikanische Gemeinschaft vor einer Auflösung zu bewahren, erlitt einen weiteren Schlag durch die Zweifel anderer Bischöfe am Überleben der Gemein- schaft. Der Bischof von Fulham, John Bradhurst, meinte: „das anglikanische Experiment ist zu Ende“. Es hätte sich gezeigt wie kraftlos sie mit der Krise homosexueller Kleriker und der Ordination von Bischöfen umgegangen sei. In einer der bedeutungsvollsten Projekte seit der Reformation hatte der Papst eine neue Konstitution angekündigt, die den enttäuschten Anglikaner die volle Gemeinschaft mit Rom ermöglichen würde, wobei ihnen Teile ihres Erbes erhalten blieben.
   Diese Entwicklung ist die Folge von vertraulichen Gesprächen zwischen dem Vatikan und einer Gruppe hochrangiger anglikanischer Bischöfe.  Der anglikanische Primas Dr. Rowan Wiliams war über diese Treffen nicht informiert – und auch die Berater des Erzbischofs von Canterbury verneinten ihre Teilnahme, nachdem der Sunday Telegraph darüber berichtet  hatte.
   Nun bestätigt der hochrangige Bischof der anglikanischen Gemeinschaft, dass er bereit ist, das Opfer seines Gehaltes und seines Bischofspalastes in Chichester zu bringen, um zur katholischen Kirche zu wechseln. „Die ist ein bemerkenswerter neuer Schritt des Vatikans“, sagt der Bischof. Endlich gibt es für  Katholiken in der anglikanischen Gemeinschaft eine Wahlmöglichkeit. Ich würde glücklich sein, wenn ich zum Priester in der katholischen Kirche geweiht würde.“ Bischof Hind fügte noch hinzu, es würde davon abhängen, wie sein bisheriger Dienst anerkannt würde. Die Trennungen innerhalb der angli- kanischen Gemeinschaft könnten es unmöglich machen zu bleiben. “Wie kann die Kirche existieren, wenn ihre Bischöfe nicht in voller Gemeinschaft miteinander stehen?“ Konservative Erzbischöfe und Bischöfe haben die Verbindung zu ihren liberalen Amtskollegen abgebrochen, seit der Weihe des homosexuellen Gene Robinson zum Bischof der US-Episcopal Church. „Der Anglikanismus ist zum Witz geworden, weil er es eklatant versäumt hat, mit den umstrittenen Themen angemessen umzugehen“, sagt der Bischof, der zugleich auch Vorsitzender der Bewegung „Vorwärts im Glauben!“ (Forward in Faith) ist, [ein anglikanisch-katholisches Netzwerk von etwa 1.000 konservativen anglikanischen Priestern]. „Es gibt tiefe Meinungsverschiedenheiten in der anglikanischen Gemeinschaft, schwer- wiegende Themen trennen uns.
   Ich glaubte an die Kirche mit der ich verbunden bin, aber es ist nun offenbar geworden: sie hat keine eigene Lehre. Ich persönlich denke, wir haben den Punkt, wo es kein Zurück mehr gibt, überschritten. Das anglikanische Experiment ist vorbei.“
   Auch der anglikanische Bischof von Beverley, Martyn Jarrett, ist der Auffassung, das Überleben der anglikanischen Gemeinschaft stehe in Frage; sie hätte sich für traditionsbewusste Mitglieder zu dra- matisch verändert. „Man beginnt, darüber nachzudenken, dass die anglikanische Lehre nicht mit ihrem Glauben übereinstimmt. Das Angebot des Vatikans ist bedeutend. Ich fühle große Dankbarkeit, dass die römisch-katholische Kirche über die Lage der konservativen Anglikaner nachdenkt.“  Auf der Priester- konferenz der Bewegung „Forward in Faith“ in Westminster herrschte ein Gefühl der Erleichterung, dass der Papst ihnen einen Fluchtweg anbietet. Fr. Ed Tomlinson, Pfarrer von St. Barnabas, Tunbridge Wells, sagte, er würde der Führung von Bischof Hind folgen: „Das Schiff des Anglikanismus scheint unter- zugehen. Wir sollten für das Rettungsboot dankbar sein. Ich bin auf der Suche, nach Rom zu gehen. In der anglikanischen Gemeinschaft zu bleiben bedeutete Selbstmord.“ Hunderte konservative Priester könnten dem Exodus folgen. Die meisten warten auf die Einzelheiten der apostolischen Konstitution, die in den nächsten Tagen veröffentlicht wird.
   Auseinandersetzungen wird es geben, ob es den Priestern, die zur katholischen Kirche übertreten, erlaubt sein wird, ihre Kirchen mitzunehmen, doch einige Bischöfe hätten bereits vor einer Inbesítz- nahme gewarnt.
   Erzbischof Dr. Rowan Williams, der erst kurz vor der Ankündigung der Konstitution informiert wurde, soll in heftiger Opposition gegen diese Bewegung stehen. Lord Carey, der frühere Erzbischof von Canterbury, sagte er sei „entsetzt“ über diese kurze Mitteilung, und darüber, dass sein Nachfolger an der Diskussion zum Thema nicht beteiligt war. Der Bischof von St. Asaph, Gerory Cameron, ein naher Kollege von Dr. Williams, sagte, dass der Erzbischof über diese Entwicklung ziemlich traurig sei. Der Primas hat sehr hart für die Einheit in der anglikanischen Gemeinschaft  wie auch mit Rom gekämpft. Nun betrachte er die Ereignisse als kleinen Verrat – nicht von der katholischen Kirche, sondern von einigen seiner Kollegen im Amt. Er sei ziemlich traurig darüber, dass diese eine radikale Trennung suchten und einige von ihnen nun fühlten, dass sie gehen müssten.
   The Sunday Telegraph meint, dass die zu erwartende apostolische Konstitution auf eine Anfrage von Benedikt XVI. an die Glaubenskongregation im Jahre 2006 zurückgeht, Wege zu suchen, die Anglikaner zur vollen Gemeinschaft mit Rom einzuladen. Auch der persönliche Schriftwechsel mit den konserva- tiven Mitgliedern der episcopalen Gemeinschaft in den USA in den letzten Jahren sei ein Vorzeichen dieser jüngsten Ereignisse.
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“Trauung”

   Der anglikanische Bischof Thomas Shaw von Massachusetts erlaubt seinen Priestern die Trauung gleichgeschlechtlicher Paare. Die christliche Heirat sei eine sakramentale Zeremonie, erläutert Shaw in einem Schreiben auf der Webseite der Diözese. Auch wenn der Ritus nicht für jeden notwendig sei, müsse er doch allen offenstehen. „Es ist an der Zeit, dass wir Schwulen und Lesben dieselben Rechte auf das Ehe-Sakrament einräumen wie heterosexuellen Paaren“, zitiert eine Zeitung den Bischof. Die Bestimmung trat zum ersten Adventssonntag in Kraft. Es handele sich um eine Erlaubnis, nicht um eine Anordnung, erläutert Shaw in seinem Schreiben. Jeder Geistliche dürfe die Trauung ablehnen. Im Bundesstaat Massachusetts gibt es die sogenannte Homo-Ehe seit 2004. RV091202kna

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   Der katholische Erzbischof Vincent Nichols, Westminster, zugleich Primas der katholischen Kirche für England und Wales, begrüßt die Entscheidung von Papst Benedikt XVI., anglikanische Gruppen in die volle Gemeinschaft mit der katholischen Kirche aufzunehmen, während sie zugleich Teile ihres spiri- tuellen Erbes beibehalten können, als eine „außerordentliche Stunde“. Etwa 400.000 Anglikaner haben sich einer Absetzbewegung zur TAC verbunden (Traditional Anglican Communion). Sie könnten zum Übertritt die ersten sein, nachdem sie und andere Gruppen – unzufrieden mit der liberalen Haltung hinsichtlich der Frauenordination und der Homosexualität der anglikanischen Gemeinschaft – die Bitte an den Papst zur Wiedervereinigung mit Rom zu richten.
   Im Catholic Herald schreibt Erzbischof Nichols: „Dies ist eine außerordentliche Stunde. Es ist eine Vorausforderung und Chance in vieler Hinsicht. “Der katholische Erzbischof meint, der Papst hätte diese Entscheidung getroffen, weil er angesichts der stärker werdenden Säkularisierung die Christgläubigen aus zahlreichen kleineren Gemeinschaften zusammenführen will. Die Wiedervereinigung der Christen, die sich von der katholischen Kirche entfernt hätten, sei ein Herzenswunsch des Papstes und hat abso- luten „Vorrang in diesem Pontifikat“. Erzbischof Nichols zitiert den Papst: „So schreibt Benedikt: ‚In unseren Tagen, wo in weiten Gebieten der Welt der Glaube in Gefahr steht zu sterben, ähnlich einer Flamme, der nicht mehr länger Brennstoff zugeführt wird, ist es die vorrangige Aufgabe, Gott in dieser Welt wieder präsent zu machen und Frauen und Männern den Weg zu Gott zu zeigen.‘“ Man kann diese Ankündigung des Papstes für eine Überraschung halten; ein Sprecher aber erklärt, dass der Erzbischof von Westminster seit einigen Monaten von diesem Schritt wusste, und beauftragt wurde, mit dem Erzbischof von Canterbury, Dr. Rowan Wiliams, vor „einigen Wochen“ zu sprechen. Einige meinen, dass der anglikanische Primas über 80 Millionen Gläubige nicht glücklich war über das „timing“ dieser Ankündigung, wie er in einem Brief an die anglikanischen Bischöfe mitteilt, er sei erst „sehr spät“ über die Pläne des Vatikans informiert worden. Beide Erzbischöfe jedoch waren darum bemüht, dass diese Entwicklung nicht ihre Beziehungen beschädigen dürfe.
   Die anglo-katholische Grppe „Forward in Faith“ macht dieses Angebot des Papstes auf ihrem Landestreffen in London zum Hauptthema. Von vielen in dieser Bewegung wird eher ein Übertritt zur Katholischen Kirche erwartet, als ein Bleiben in der anglikanischen Gemeinschaft. Sie sehen in der Einführung der Ordination von Bischöfinnen einen Bruch mit der Heiligen Schrift und der Tradition der Kirche. Chronicle091022StephenAdams

Papst Benedikt XVI. ebnet den Weg für Tausende unzufriedene Anglikaner nach Rom. Der beispiellose Schritt des Papstes wurde durch die Bitten enttäuschter Anglo-Katholiken herbeigeführt.

   Diese historische Konstitution wird anglikanischen Gruppen erlauben, geschlossen die Einheit mit der Katholischen Kirche zu finden, unter Beibehaltung eines Teils ihres geschichtlichen Erbes. Verheiratete anglikanische Priester können die katholische Priesterweihe empfangen. Dies ist ein schwerer Schlag gegen den Erzbischof von Canterbury, der den konservativen Flügel in der anglikanischen Herde zu halten bemüht war, trotz der bitteren Auseinandersetzungen mit dem liberalen Flügel. Gleichwohl sieht der Primas in diesem Angebot des Papstes keinen „agressiven Akt“.
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   Der Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation William Kardinal Levada sagte: „Diese Anglikaner,  die auf Rom zugegangen sind, haben klar ihren Wunsch auf volle, sichtbare Einheit mit der einen, heiligen, katholischen und apostolischen Kirche erklärt. Gleichzeitig haben sie uns von ihrem anglika- nischen Glaubensweg, ihren Traditionen der Spiritualität und des Gottesdienstes berichtet.“
   In den vergangenen Jahrzehnten haben Tausende konservative Priester und Laien in England, Amerika und Australien die anglikanische Gemeinschaft wegen der Frauenordination und eines offen homosexuellen Klerus, die sie für schrift- und traditionswidrig halten, verlassen. Seit Beginn der Frauen- ordination im Jahre 1990 haben allein in England mehr als 400 Priester ihr Amt aufgegeben.
   Bitten enttäuschter Anglikaner haben zu dieser beispiellose Einladung des Papstes geführt. In Pressekonferenzen in Rom und London wurde ihnen die volle Eingliederung in die römisch-katholische Kirche angeboten, unter Bewahrung ihrer Traditionen, soweit sie nicht katholischer Lehre widers- prechen.
   Die Apostolische Konstitution von Papst Benedikt XVI. schafft eine neue Struktur, die den katho- lischen Provinzen wie England und Wales erlaubt, eigene „Personal Ordinariate“ für ehemalige Anglikaner zu errichten. Gemeinden und Einzelne können sich geschlossen diesen Ordinariate unterstellen. Während katholische Priester den Zölibat übernehmen, können anglikanische verheiratete Kleriker, wenn sie konvertieren, zu katholischen Priestern geweiht werden, jedoch nicht zu Bischöfen. Die Struktur dieser Ordinariate ist vergleichbar mit den Personalgemeinden des Militärs und der Universitäten. Ein hoher Geistlicher wird zum Ordinarius berufen, in der Regel aus dem früheren anglikanischen Klerus. So wird für die Spiritualität Sorge getragen. Neue liturgische Bücher aus der Tradition der anglikanischen Gemeinschaft sind vom Vatikan vorgesehen. Dasselbe gilt auch für die anglikanischen Gebetbücher. Die Übernahme der anglikanischen Kirchen und Gebäude stehen jedoch unter erheblichem Rechtsvorbehalt. Es wird erwartet, dass etwa 50 anglikanische Bischöfe weltweit zur katholischen Kirche übertreten. Kardinal Levade sagt, es seien „Hunderte“ Laien, die um eine  Aufnahme gebeten haben. „Wenn unter diesen eine Pastorin sei, würde ich sehr überrascht sein.“
   Die größte Anglo-Catholic Gruppe in der anglikanischen Gemeinschaft „Forward in Faith“ hat wieder- holt davor gewarnt, wenn die Frauenordination eingeführt würde, ohne dass für die konservativen Gemeinden gesorgt würde, würde es zu einem Massenübertritt zur katholischen Kirche kommen. Bisher ist diese Gruppe in der anglikanischen Gemeinschaft geblieben im heftigen Widerspruch zu Ordination von Bischöfinnen; durch die Einladung des Papstes sind viele Gemeinden versucht, den Weg nach Rom zu gehen. „Forward in Faith“ begrüßt die Initiative des Papstes und spricht von einem „entscheidenden Moment“ in der Geschichte dieser Bewegung.
   Der „Sunday Telegraph“ enthüllte die vertraulichen Gespräche der Bischöfe von Ebbsfleet und Richborough  zu Ostern 2008 in Rom: „Einige Anglikaner mit katholischer Tradition wollen in der anglika- nischen Gemeinschaft bleiben. Andere wünschen aus Gewisssensgründen spezielle Wege. Eine weitere Gruppe Anglikaner werden wohl eine Karawane bilden – ähnlich wie das Volk Israel, als es durch die Wüste zog in das verheißene Land.“ Anglo-Catholics sollten sich entscheiden, was sie am 22. Februar 2010 tun wollen.
   Der Erzbischof von Canterbury  sprach von der Notwendigkeit in der anglikanischen Gemeinschaft, um das reiche anglo-katholische Erbe zu bewahren. Er wurde in die Gespräche nicht mit einbezogen und erfuhr erst zwei Wochen vor der Erklärung des Papstes davon. Erzbischof Rowan Williams jedoch besteht darauf, dass in der Einladung des Papstes nichts Neues steht und schreibt in einem Brief an alle anglikanischen Bischöfe: „Im Licht der jüngsten Diskussion mit Hohen Geistlichen im Vatikan kann ich sagen, dass diese neue Möglichkeit in absolut keiner Weise beabsichtigt, die bestehenden Be- ziehungen zwischen unseren beiden Gemeinschaften zu unterminieren, und auch kein Akt des Proselytismus oder der Agression ist.“
   Kardinal Levada antwortete auf die Frage, ob er denke, dass die Initiative des Papstes die anglikanische Gemeinschaft schwäche: “Ich würde nicht wagen, das zu kommentieren. Nach den langen Jahren des Britischen Empire und der Arbeit der anglikanischen Missionare, besteht die anglikanische Gemeinschaft als andere und sehr verschiedene weltweite Gemeinschaft.“ Als ein anderer Journalist unterstellte, der Anglikanismus liege im Sterben, antwortete der Kardinal: „Kein Kommentar.“

Erste Anglikaner wollen konvertieren.

 Noch vor der Publikation der neuen Apostolischen Konstitution „Anglicanorum coetibus“ haben einzelne anglikanische Gruppen erklärt, dass sie sich der katholischen Kirche auf der Grundlage jener Bedingungen anschließen wollen, die der Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation, Kardinal William Levada, am 20. Oktober der Öffentlichkeit vorgestellt hatte. Als eine der ersten Gruppierungen meldete sich der britische Zweig der "Traditional Anglican Communion" (TAC), die allerdings nicht der offiziellen weltweiten "Anglican Communion" angehört.
   Der britische Zweig der TAC zählt nur wenig mehr als 20 Pfarrgemeinden. Weltweit wird die Gläubigenzahl der TAC auf 500.000 geschätzt. Die TAC war eine jener Gemeinschaften, von denen das Ersuchen um "korporative" Vereinigung an den Heiligen Stuhl herangetragen wurde (andere Ansuchen kamen von episkopalen-anglikanischen Diözesen aus den USA). Die Synode des britischen Zweigs der TAC hat bereits Bischof Robert Mercer als Ordinarius für ein anglikanisch-katholisches "Personal- ordinariat" in Großbritannien vorgeschlagen. Aber auch "echte" Anglikaner haben bereits zu erkennen gegeben, dass sie katholisch werden wollen. So sagte der anglikanische Priester und Kinderbuchautor Graham P. Taylor im "Observer", dass er zur katholischen Kirche übertreten wolle. Wie viele andere Anglikaner habe er das Gefühl, das "sinkende Schiff" verlassen zu müssen, wurde der bekannte Autor in der Sonntagszeitung zitiert. Die Kirche, die er einst geliebt habe, sei zum "spirituellen Arm der Labour Party" geworden. Basis und Kirchenführung hätten sich auseinandergelebt, hatte Taylor zuvor in einem Gastbeitrag für die nordenglische Regionalzeitung "Yorkshire Post" erklärt. Darin kritisierte er den anglikanischen Primas, Erzbischof Rowan Williams von Canterbury. Bei seinem Versuch, die Kirche zusammenzuhalten, habe Williams die Probleme überspielt, statt eine Trennung von Staat und Kirche in England und eine klare Spaltung innerhalb der anglikanischen Weltgemeinschaft zuzulassen. Er selbst bekenne sich zur katholischen Kirche, weil diese "eine klare Identität und eine Richtung" habe, so Taylor. RV091108kap 

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   In der anglikanischen Geemeinschaft bricht ein neuer Graben auf. Die Episkopalkirche von Los Angeles will eine lesbische Priesterin und einen homosexuellen Priester zu Bischöfen weihen. Das wurde jetzt in Los Angeles bekannt. Die 55-jährige Mary Glasspool und der 42-jährige John Kirkley sollen im Dezember die Bischofsweihe empfangen und Weihbischöfe in zwei anglikanischen Bistümern werden. Die Entscheidung droht die Krise innerhalb der anglikanischen Gemeinschaft zu verschärfen. Schon seit 2003 gibt es in den USA einen bekennend homosexuellen Bischof – es ist der anglikanische Bischof von New Hampshire, Gene Robinson. Rv090803reuters

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Konservative Anglikaner spalten sich ab
   Konservative Anglikaner in Nordamerika haben eine Gegenkirche gegründet. Die „Anglican Church in North America" (ACNA) bestimmte im texanischen Bedford Robert Duncan (60) zum Erzbischof und Primas der neuen Gemeinschaft. Bereits zuvor hatte die ACNA nach Angaben auf ihrer Webseite eine Verfassung verabschiedet. Sie sieht sich selbst als „Alternative" zur anglikanischen US-Episkopalkirche, für die Duncan bis vergangenes Jahr Bischof in Pittsburgh war.
   Die neue Kirche zählt nach eigenen Angaben gut 100.000 Mitglieder in 700 Gemeinden und 28 Bistümern in den USA und Kanada. Sie strebt eine Anerkennung durch die anglikanische Weltgemein- schaft an. Dazu ist unter anderem die Zustimmung von zwei Dritteln der geistlichen Leiter der weltweit 38 Nationalkirchen nötig. Die nordamerikanische Episkopalkirche hat rund zwei Millionen Mitglieder. Medienberichten zufolge will sie sich derzeit nicht über die ACNA äußern. Die anglikanische Weltgemeinschaft wird seit Jahren von einem innerkirchlichen Streit um ihren Kurs erschüttert. Dabei sind der liberale und der konservative Flügel der Gemeinschaft etwa uneins über die Zulassung von Frauen und Homosexuellen zum Priester-und Bischofsamt.
   Die Auseinandersetzung führte bereits verschiedentlich zu Abspaltungen und Parallelstrukturen. So boykottierten einige konservative Anglikaner im vergangenen Jahr die Lambeth-Konferenz, das höchste Beratungsgremium der Anglikaner. Die Gründungsversammlung der ACNA hatte trat in der St.Vincent- Kathedrale von Bedford zusammen Gut 800 Personen nahmen daran teil. Unter den Gästen waren neben Vertretern von neun anglikanischen Nationalkirchen der katholische Bischof von Fort Worth, Kevin William Vann. DT090627kna

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Der bekannte anglikanische Bischof Michael Nazir-Ali tritt zurück

  Der Bischof von Rochester will sein Amt aufgeben und künftig als Seelsorger für Christen arbeiten, die unter Druck stehen. Das berichtet die „Sunday Times“. Damit nimmt die Biographie von Bischof Michael Nazir-Ali von Rochester eine weitere, unerwartete Wendung.
   Der 59-jährige Nazir-Ali wurde in Pakistan geboren; sein Vater trat dort vom Islam zum Christentum über. Der als konservativ geltende Nazir-Ali hat die pakistanische und die britische Staatsbürgerschaft; er war der erste nicht-weiße Diözesanbischof in der anglikanischen „Church of England“. 2002 galt er als einer der aussichtsreichsten Kandidaten für das Amt des Primas von Canterbury, doch dann wurde Rowan Williams statt seiner gewählt. Nazir-Ali scheut nicht die Polemik, vor allem was den Umgang mit dem Islam betrifft, und bekommt deswegen immer wieder mal Todesdrohungen – zuletzt, als er meinte, Teile Großbritanniens seien mittlerweile „no-go-areas“ für Nicht-Moslems geworden. Bekannt wurde auch sein Satz, Christen dürften nicht die Mission unter Moslems aufgeben. Die „Sunday Times“ glaubt, seine neue Arbeit – über die noch keine Details bekannt sind – gelte vor allem Christen in mehrheitlich islamischem Umfeld. Nazir-Ali wolle sich um die christliche Minderheit in Pakistan und im Nahen Osten kümmern, auch Bagdad sei eine mögliche Adresse für ihn in den nächsten Monaten. Doch werde der bisherige Bischof, der an den Universitäten von Karachi und Cambridge studierte, dabei sicher eine „Rolle in Großbritannien“ behalten wollen – in welcher Form auch immer. Der Rücktritt in Rochester ist für den 1. September terminiert.
   In seinen 15 Jahren als Bischof dort hat Nazir-Ali immer wieder vor einer „Säkularisierungs-Agenda“ im Westen gewarnt: „Krankenschwestern dürfen nicht beten, das Credo darf bei christlichen Feiern nicht gebetet werden, um keinen Nicht-Christen zu verletzen, christliche Adoptions-Agenturen bekommen kein Geld mehr vom Staat, weil sie glauben, dass Kinder am besten mit einem Vater und einer Mutter aufwachsen...“ Seine deutlichen Worte gegen Homo-Ehe oder Multikulti gelten nicht nur der Ge- sellschaft, sondern auch seiner anglikanischen Gemeinschaft. Sie brachten ihn dort vor allem in Opposition zu Primas Williams und zu allen, die liberale Öffnungen für Homosexuelle und Frauen in der anglikanischen Weltgemeinschaft vorantreiben. Im letzten Sommer nahm Nazir-Ali in Jerusalem an einem inner-anglikanischen Dissidententreffen teil; doch nach Angaben der „Sunday Times“ bemüht er sich nicht um die Führerschaft des konservativen Flügels in seiner Kirche.
   Erzbischof Rowan Williams bedauert den Rücktritt Nazir-Alis in Rochester: „Das wird eine echte Lücke in den Reihen der englischen Bischöfe zurücklassen. Seine theologische Kompetenz, internationale Erfahrung und die Klarheit seines Denkens und Redens haben ihn zu einem wirklich wertvollen Kollegen gemacht.“ Nazir-Alis Dienst habe nicht nur der anglikanischen Gemeinschaft, sondern auch der Gesellschaft im Ganzen gegolten. Das wird allerdings wohl auch in Zukunft so sein. Williams verspricht seinem bisherigen Amtsbruder „Gebet und Unterstützung“ bei seiner neuen „und sehr herausfordernden Aufgabe“.
Rv090401sundaytimes

   Der konservative Anglikaner-Bischof Michael Nazir-Ali warnt vor einer weiteren Spaltung der anglikanischen Weltgemeinschaft. Er warf den US-Episkopalen in einem Gastbeitrag der „Washington Post“ vor, mit ihren jüngsten Entscheidungen zur Homosexualität die Einheit der Gemeinschaft zu gefährden. Auch würden sie die ökumenischen Beziehungen etwa zur katholischen Kirche, zur Ortho- doxie und zu verschiedenen evangelikalen Gemeinschaften beschädigen. Die US-amerikanischen Episkopalen beschlossen jüngst, weiterhin bekennende Homosexuelle zu allen kirchlichen Weiheämtern zuzulassen. Die Entscheidung der Generalversammlung bedeutet eine Abkehr von dem Moratorium, das die Führung der anglikanischen Weltgemeinschaft 2007 eingefordert hatte, um einen Bruch der anglika- nischen Gemeinschaft zu vermeiden. Rv090727kna
  
Die Anglikaner stehen vor einem neuen Richtungsstreit. Wie die Katholische Nachrichtenagentur berichtet, ist in Großbritannien und Irland die Gründung der „Gemeinschaft Bekennender Anglikaner“ angekündigt. Darin wollen sich die konservativen Kräfte zusammenschließen, die sich gegen die Ordina- tion von Homosexuellen und Frauen zu Priestern und Bischöfen wenden. Zu den wichtigsten Unter- stützern der Gruppe gehört der Bischof von Rochester, Michael Nazir-Ali. In einem Interview mit dem „Sunday Telegraph“ bezeichnete der aus Pakistan stammende Bischof die Bewegung als wichtig für eine Erneuerung der Kirche. Rv090705kna

Anglikaner können viele Pfarrer nicht mehr bezahlen

   Mit einem drastischen Pfarrermangel aus finanziellen Gründen rechnet die anglikanische Kirche von England. In den kommenden fünf Jahren wird sie jeden zehnten angestellten Geistlichen verlieren; ihre Stellen sollen Ehrenamtliche füllen. Verantwortlich ist die Finanzkrise: Die Kirche hat die Mittel ihres in den neunziger Jahren eingerichteten Pensionsfonds in Aktien angelegt, die durch die Krise stark an Wert verloren haben. Auch sitzt in England, wo es keine Kirchensteuer gibt, das Kollektengeld bei den Kirchgängern nicht mehr so locker. Zudem gehen die Zahlen der Gottesdienstbesucher zurück. Wie die Londoner Zeitung Times berichtet, wird die Zahl der bezahlten Pfarrer von derzeit 8.400 in den kommenden vier Jahren um 8,3 Prozent auf 7.700 sinken. RvDT091202Idea

Primas Rowan Williams, Canterbury an-aepRowanWilliams-x Zwei-Linien-Modell

   Im Konflikt innerhalb der anglikanischen Gemeinschaft sieht Ehrenprimas Rowan Williams die Möglich- keit eines „Zwei-Linien-Modells“. Demnach könnte es mittel- oder langfristig eine Gemeinschaft geben, die durch einen Vertrag an die bestehende Lehre gebunden sei, sowie eine andere, die in ihren Lehren flexibler und nur lose mit der ersten verbunden sei, schreibt Williams in einer auf seiner Internetseite veröffentlichten Erklärung. Zugleich ruft er dazu auf, einen solchen Schritt nicht als Spaltung oder Exkommunikation zu bezeichnen. Vielmehr handle es sich um zwei mögliche Formen anglikanischer Existenz.
   Weiter betont Williams, dass die anglikanische Gemeinschaft ihre Lehren nicht einfach gesamt- gesellschaftlichen Entwicklungen anpassen könne. Änderungen der kirchlichen Position könnten nur durch ein „genaues Bibelstudium“ begründet werden.
   Mit seinem Schreiben an die „Bischöfe, den Klerus und die Gläubigen“ reagiert der Erzbischof von Canterbury auf die jüngst getroffene Entscheidung der US-amerikanischen Anglikaner (“Episkopale”), weiterhin Homosexuelle zu allen Weihen zuzulassen und gleichgeschlechtliche Partnerschaften zu segnen. Die Bischofsweihe von Homosexuellen bei den liberalen Episkopalen ist einer der zentralen Streitpunkte zwischen dem konservativen und dem liberalen Flügel der rund 77 Millionen Anglikaner weltweit. Die Auseinandersetzungen über den künftigen Kurs der anglikanischen Gemeinschaft führten bereits zu verschiedenen Abspaltungen. Rv090729kap

   Die anglikanische Gemeinschaft geht bei der umstrittenen Weihe von Frauen zu Bischöfinnen auf Nummer sicher. Bei einem Treffen zur Formulierung der neuen Statuten legte das von der General- synode eingesetzte Komitee strengere Sonderkonditionen für Bischöfinnen fest als bislang geplant. Man habe sich darauf nach dem Eingang von mehr als 300 Protestschreiben verständigt, vermeldet die anglikanische Webseite. Schon im vergangenen Jahr hatte sich die Leitung der anglikanischen Gemein- schaft auf eine Doppelstrategie geeinigt. Für Gemeinden, die keine Bischöfin als Oberhirte akzeptieren wollen, sollen männliche „Zusatzbischöfe“ eingesetzt werden. Nach den neuen Regeln sollen einige Funktionen von Bischöfen per Sonderstatut festgelegt werden. In der Praxis könnte dies heißen, dass Frauen im Bischofsamt keine vollständige Kontrolle mehr über ihre gesamte Diözese hätten, da die Zusatzbischöfe für die „Rebellen-Gemeinden“ zentral von der Kirchenleitung eingesetzt werden und den Frauen gegenüber daher nicht weisungsgebunden wären. Kritiker haben vor solchen Parallelstrukturen gewarnt. Sie fürchten, dass die männlichen „Zusatzbischöfe“ die Autorität ihrer weiblichen Kollegen untergraben könnten. Mit den Sonderkonditionen sollen andererseits die Traditionalisten innerhalb der anglikanischen Kirche beruhigt werden. RV091010kipa

an-ASSP-ConventBalt- Konvent in Baltimore, USA

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   Eine anglikanische Schwesterngemeinschaft aus dem Nordosten der USA hat sich entschieden, der katholischen Kirche beizutreten. Der Erzbischof von Baltimore, Edwin F. O’Brien, spendete  zehn Schwestern der „Society of All Saints’ Sisters of the Poor“ das Sakrament der Firmung. Im Rahmen der Feier erneuerten die Schwestern auch ihre Ordensgelübde. Zwei Angehörige der Gemeinschaft wollten nicht konvertieren, wohnen jedoch weiterhin mit ihren Mitschwestern zusammen. Die Mitglieder der Gemeinschaft sind zwischen 59 und 94 Jahre alt. Nach Zeitungsangaben hatten die Schwestern während Jahren die Dokumente des Zweiten Vatikanischen Konzils studiert. Einem Beitritt zur katholischen Kirche stehen wenig Hindernisse theologischer Art entgegen, finden sie; allerdings hätten einige von ihnen anfänglich Mühe mit dem Konzept der päpstlichen Unfehlbarkeit gehabt. Auch der Kaplan, der die Gemeinschaft betreut, will katholisch werden. Rv090904kipa

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Fotos: Erzbischof Edwing F. O’Brien nahm am 03. Sept.ember 2009 zehn Ordensschwestern
und einen Priester der episkopalen Gemeinschaft in die katholische Kirche auf

   Die geistliche Reise begann vor sieben Jahren und endete im Ordenskonvent von Catonsville am 03. September 2009, als 10 Ordensschwestern der US-amerikanischen episkopalen Gemeinschaft in die volle Gemeinschaft der katholischen Kirche aufgenommen wurden.
   Bei der Spendung des Sakraments der Firmung zeichnete Erzbischof Edwing F. O’Brien ein Kreuz auf die Stirn aller Kandidaten mit dem heiligen Chrisam. Die Schwestern erneuerten dann die Gelübde der Armut, der Keuschheit und des Gehorsams. 120 Gäste wohnten dieser Handlung bei. Zehn der 12 Mit- glieder der Ordensgemeinschaft der All Saints‘ Sisters of the Poor wurden in dieser Feier in die katholische Kirche aufgenommen. Zwei der Schwestern hatten sich entschieden, in der episkopalen Gemeinschaft zu bleiben, wollen aber weiterhin mit ihren jetzt katholischen Schwestern leben, beten und arbeiten.
   Father Warren Tanghe, der bisherige Rektor der Ordensgemeinschaft, empfing ebenfalls das Sakrament der Firmung; er bereitet sich darauf vor, Priester der Erzdiözese Baltimore zu werden. In seiner Predigt begrüßte der Erzbischof die neuen Mitglieder seiner Diözese sehr herzlich und freute sich sehr über die Hingabe der Schwestern zum geweihten Leben. „Im Nachfolger des heiligen Petrus, und dem Stellvertreter Christi finden Sie Ihren Wunsch erfüllt: die sichtbare und geistliche Einheit mit und in der universalen Kirche – ein Herr, ein Glaube, eine Taufe“, sagte Erzbischof O’Brien. Zugleich aber ermahnte er die Schwestern und den ehemaligen Rektor der Gemeinschaft, die starken Gefühle und den Respekt vor ihren anglikanischen Wurzeln zu bewahren.
   „Ich spreche für alle Gläubigen unserer Erzdiözese, wenn ich Gott Dank sage, dass Sie, ehrwürdige Schwestern, unsere katholische Gemeinschaft adeln mit Ihrem bewährten und standfesten Zeugnis des geweihten Lebens, mit Ihrem reichen Erbe des liturgischen und privaten Gebetes und mit Ihrer 137- jährigen Tradition das kontemplative Leben mit der Sorge für die Armen, für Kinder in besonderen Notlangen und für die Sterbenden zu verbinden“, so der Erzbischof von Baltimore.
   Die Schwestern trugen das Gewand Ihres Ordens als sie vor dem Erzbischof zur Firmung nieder- knieten – und waren sichtlich bewegt. Einige schlossen ihre Augen zum Gebet. Die Firmpaten standen dabei hinter ihnen. Mutter Christina Christie – die Ordensoberin – empfand die Liturgie „intensiv“. Als sie die Glückwünsche und Umarmungen in der folgenden Liturgie erlebte, fand Mutter Christina zunächst keine Worte, Ihre Gefühle auszudrücken. „Da kam der Punkt, an dem ich einfach vor Freude weinen musste“, sagt sie Oberin von der Liturgie, „so große Freude war in mir, die Gefühle waren so stark, ich war so reich im Heiligen Geist.“ Mutter Christina bemerkte, dass am Morgen, als sie aufwachte, dieses Gebet über ihre Lippen kam: „Das ist der Tag, den der Herr gemacht hat! Lasst uns fröhlich sein!“
   Die Schwestern erklärten, der Wunsch zum katholischen Glauben kam aus der starken Sehnsucht nach der Einheit der Kirche, von der Jesus in den Evangelien spricht.  Die Frauenordination in der angli- kanischen Gemeinschaft, die Ordinierung eines homosexuellen Bischofs und auch die laxe Auffassung in der Moral haben sie beunruhigt. Ihr vergeblicher Einsatz für die Orthodoxie in ihrer früheren episkopalen Gemeinschaft hat  bei den Schwestern Gefühle der Frustration hinterlassen. Ihr „Zeugnis der Ortho- doxie“ sei nicht angenommen worden.
  Unmittelbar vor der Liturgie sagt Schwester Emily Ann Lindsey, dass ihre Mitschwestern zahlreiche Grußworte zur Unterstützung aus dem ganzen Land erhalten haben, nachdem die „Catholic Review“ über ihre bevorstehende Aufnahme in die katholische Kirche berichtet hatte. „Jetzt fühle ich, dass wir erwartet wurden“, sagt Sr. Emily Ann. „All diese Unterstützung lässt mich erfahren, was der Herr vorhat, für uns zu tun“.
   Mehrere Vertreter verschiedener Konfessionen feierten die Liturgie mit, auch Bischof Donald Parson von der episkopalen Gemeinschaft. In einem schriftlichen Grußwort sagte anglikanische Bischof Eugene T. Sutton von Maryland, er sei „beeindruckt“ von dem tiefen Gebet der Schwestern und von ihrer klaren Entscheidung. „Ich wünsche ihnen Gottes Segen, wenn ihre Reise sie in die katholische Kirche führt. Trotz meiner Traurigkeit, Abschied nehmen zu müssen, haben wir die gemeinsame Freude, dass wir in der einen geistlichen Familie des Glaubens bleiben – in dem einen Leib Christi“. Schwester Margaret Muraki war durch die feierliche Liturgie sehr bewegt, fühlte aber auch den Schmerz, dass sie ihre bisherige episkopale Gemeinschaft verlassen hatte. Doch sie fügt hinzu: „Ich bin froh, dass ich es getan habe – aber einigen muss ich noch Good-bye sagen.“ Der Priester und ehemalige Rektor der Ordensgemeinschaft erklärte, er wäre in der anglikanischen Gemeinschaft verblieben wegen der starken Hoffnung, sie würde eines Tages die volle Gemeinschaft mit Rom erwirken. Aber in den letzten Jahren erschien dieser Wunsch nicht mehr real möglich zu sein. Nun brachte er seine „tiefe Freude“ zum Ausdruck, in die katholische Kirche aufgenommen zu sein. „Ich wäre nicht hier, wenn mich nicht  Gott durch die Macht des Heiligen Geistes geführt hätte. Ich glaube fest daran: Das hat Gott gemacht!”
   Mitarbeiter der Erzdiözese Baltimore arbeiten jetzt mit Beamten des Vatikans an einer neuen Satzung für den Orden. In Planung ist ein „Institut der Erzdiözese Baltimore“, das dem Bischof direkt unterstellt ist. Die Schwestern übernehmen die liturgische Form der heiligen Messe im lateinischen Ritus – haben aber die Möglichkeit eines Ritus in der anglikanischen Tradition. Mother Christina sagt, dass zehn Priester der Erzdiözese und auch der Weihbischof Denis J.Madden bereits Erfahrung in der anglikanisch- hochkirchlichen Liturgie haben.  Die Schwestern berichten von ihrer tiefen Verehrung für Papst Benedikt XVI. Der Papst übe eine Autorität aus, die sie in ihrer Gemeinschaft nicht gefunden hätten. „Die von Jesus Christus gewollte Einheit der Kirche kann man finden in der katholischen Kirche unter der Leitung des Papstes“, davon sind die Schwestern überzeugt.
   Die Ordensmeinschaft der “All Saints’s Sisters oft the Poor (ASSP) wurde 1851 in London gegründet. Nach Baltimore kamen sie 1872. In all den Jahren sahen sie ihre Aufgabe in Hilfe und Beratung für Kranke und Sterbende, sie eröffneten ein Hospiz und pflegen Aidskranke.  In ihrem Ordenshaus in Bal- timore bieten sie religiöse Einkehrtage an und unterhalten ein Design-Studio für religiöse Kunstkarten.
  CatholicReview090922GeorgePMatysekJr. 

Anglikaner streiten über Bischofsweihe Homosexueller
Kandidaturen vor der Wahl des Oberhaupts der Diözese Los Angeles im Dezember

   Im Streit um die Zulassung homosexueller Geistlicher zum Bischofsamt vertieft sich das Schisma in der Anglikanischen Kirche, der weltweit etwa 77 Millionen Gläubige angehören. Für die im Dezember anstehende Bischofswahl in der Diözese Los Angeles wurde auch die Kandidatur eines schwulen Pries- ters und einer lesbischen Priesterin zugelassen. Los Angeles ist eine der liberalsten Diözesen der zur Anglikanischen Weltgemeinschaft gehörenden US-amerikanischen episkopalen Christen.
   Die Episkopaldiözese von Minnesota hat die in gleichgeschlechtlicher Partnerschaft lebende Priesterin Bonnie Perry zur Kandidatin für das Bischofsamt nominiert. In Minnesota wird Ende Oktober gewählt. Die Ernennung des homosexuellen Priesters Gene Robinson zum ersten Bischof einer Diözese der episkopalen kirchChristene in New Hampshire im Jahr 2003 hatte unter konservativen Anglikanern Entrüstung verursacht. Bischöfe aus Afrika, wo die Anglikaner die höchsten Zuwachsraten an Gläubigen verzeichnen, protestierten energisch. Daraufhin beschlossen die etwa zwei Millionen Mitglieder zählen- den US-amerikanischen Angllikaner auf Druck von Erzbischof Rowan Williams von Canterbury, Ehren- primas der Anglikaner, vor drei Jahren ein Moratorium für die Weihe von homosexuellen Bischöfen. Dieses Moratorium wurde jedoch Mitte Juli von der in Anaheim (Kalifornien) tagenden General- versammlung der episkopalen Gemeinschaft aufgehoben. Mehrere afrikanische Bistümer, zumal unter Leitung des nigerianischen Erzbischofs Peter Akinola, haben in den vergangenen Jahren in den Ver- einigten Staaten konservative Diözesen unter ihrer Leitung gegründet. Im Juni schlossen sich diese Diözesen bei einem Treffen in Bedford (Texas) zur „Anglican Church in North America" (ACNA) zusammen und wählten Bischof Robert Duncan aus Pittsburgh zum Erzbischof und Primas der neuen Gemeinschaft. Die ACNA zählt nach eigenen Angaben gut 100.000 Mitglieder in 700 Gemeinden und 28 Bistümern in den Vereinigten Staaten und in Kanada. FAZ090704rüb

anglilkanische Generalsynode 2009: männliche Zusastzbischöfe

 Die anglikanische Kirche von England will mit neuen Strukturen Frauen den Zugang zum Bischofsamt ermöglichen. Laut britischen Presseberichten sollen von Frauen geführte Diözesen männliche „Zusatz- bischöfe” erhalten, die sich um Gemeinden kümmern, die keine Bischöfinnen akzeptieren wollen. Entsprechende Pläne wurden jetzt veröffentlicht. Die Maßnahmen sollen auf der Generalsynode verabschiedet werden. Sie könnten den Berichten zufolge schon innerhalb der nächsten drei Jahre umgesetzt werden. - Der Kompromiss im Streit um Frauen im Bischofsamt folgt dem Modell der Epi- skopalkirche in den USA. Dort sind so genannte „fliegende Bischöfe” schon seit einigen Jahren tätig. Innerhalb der anglikanischen Weltgemeinschaft schwelt seit Jahren ein Streit zwischen dem konserva- tiven und liberalen Flügel über den Kurs der Kirche. Dabei geht es auch um die Zulassung von Frauen und Homosexuellen zum Bischofsamt. Die Auseinandersetzung führt immer wieder zu Abspaltungen und Parallelstrukturen. rv081230kna

Entscheidung des obersten Gerichts in Kalifornien zum Kirchenbesitz der Episkopalkirche

   Anglikanische Pfarreien, die mit der Kirchengemeinschaft brechen, dürfen nicht einfach ihre Kirchen- gebäude und den Kirchenbesitz in eine neue Gemeinschaft „mitnehmen“. Das hat Kalifornias Oberstes Gericht jetzt entschieden. Das Urteil gilt drei Pfarreien der anglikanischen Kirche, die in den USA Episkopalkirche heißt. Sie haben sich schon 2004 aus Ärger über liberale Tendenzen von ihrer US-Kirche losgesagt und einem anglikanischen Bischof aus Afrika unterstellt. Seit 2003 sind insgesamt vier Bistümer und zahlreiche Pfarreien aus dem anglikanischen US-Verband ausgeschert. Auslöser ist vor allem die Weihe eines bekennenden Homosexuellen zum Bischof von New Hampshire. Rv090106ap

In der Debatte um die Zukunft der englischen Staatskirche wird der Ton schärfer

   Nach Angaben der britischen Sonntagszeitung „The Sunday Telegraph“ haben sich drei Labour- Abgeordnete offen für eine Trennung von Staat und Kirche ausgesprochen. Die Konservativen warnten dagegen vor einem „Verfassungsvandalismus“ und forderten die Regierung auf, zunächst mit dem sogenannten Act of Settlement „aufzuräumen“. Das Gesetz von 1701 schließt Katholiken bis heute von der Thronfolge aus.
   Die Labour-Politiker kritisierten vor allem die Vorrangstellung der anglikanischen Bischöfe im briti- schen Oberhaus. In einer „multireligiösen“ Gesellschaft wie der britischen spiegele eine Staatskirche, die „nur eine kleine Minderheit“ vertrete, nicht die Realität wider, zitierte der „Telegraph“ den ehe- maligen Verteidigungsminister Peter Kilfoyle. Eine „deutliche Mehrheit“ innerhalb der Labour-Partei befürwortet nach Worten des schottischen Abgeordneten David Cairns eine Lösung der anglikanischen Kirche vom Staat. Auch der ehemalige Minister für Wales, Alun Michael, erklärte, eine Trennung vom Staat müsse „nicht das Ende der Kirche von England“ bedeuten. Der anglikanische Ehrenprimas Rowan Williams hatte geäußert, dieser Schritt wäre „kein Weltuntergang“. Laut einer Stellungnahme des Justizministeriums beabsichtigt die britische Regierung nicht, das Verhältnis von Staat und Kirche zu ändern. Eine Änderung der Thronfolgeregelung werde aber „untersucht“. rv081221kna

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Foto links: Königin Elizabeth II. und Ehemann Prinz Philip betreten das House of Lords zur Parlaments- eröffnung in Westminster.
Foto rechts: Der britische Ministerpräsident Gordon Brown 2.v.r. in Privataudienz bei Papst Benedikt

Nach 300 Jahren sollen Frauen das gleiche Recht auf den Thron bekommen wie Männer.

   Die britische Monarchie gilt gemeinhin als etwas verstaubt und eher unbeweglich. Jetzt erwägt die britische Regierung nach mehr als 300 Jahren eine Änderung der Thronfolgeregelung - und shocking für wahre Royalisten - Königin Elizabeth II. (82) spielt dabei eine treibende Kraft. Herzstück der geplanten Reform: Frauen, sollen künftig das gleiche Recht auf den Thron bekommen wie männliche Königskinder. Außerdem sollen britische Thronfolger künftig Katholiken heiraten dürfen, ohne ihr Anrecht auf den Thron zu verlieren. Die heutige Grundnung der Thronfolge des Vereinigten Königreichs, der Act of Settlement, existiert seit 1701. Seit dreihundert Jahren sind Katholiken von der Thronfolge aus- geschlossen. Das Gesetz wurde damals nach der Herrschaft des Hauses Stuart eingeführt, um zu sichern, dass nur noch Protestanten auf dem Thron sitzen können. Es und verbietet den britischen Königen, Katholiken zu heiraten. Nach der geplanten Gesetzesreform soll die Ehe mit Katholiken erlaubt werden, der König oder die Königin muss aber protestantisch bleiben. Der letzte katholische Herrscher wurde 1688 abgesetzt. Der Bruch Heinrichs VIII. mit dem Papst im 16. Jahrhundert führte zur blutigen Verfolgung der Bischöfe, Priester und Laien, die sich nicht vom Papst trennen wollten. Der König machte sich zum Oberhaupt seiner „anglikanischen Staatskirche“. Bis heute ernennt die britische Königin auf Vorschlag des Ministerpräsidenten die anglikanischen Bischöfe. Im „House of Lords sind 26 anglikanische Bischöfe geborene Mitglieder. Katholiken sollen aber auch weiterhin nicht an die Spitze des Könighauses rücken dürfen.
   Jetzt sprach sich der britische Premierminister Gordon Brown deutlich wie nie für ein Ende der „Diskriminierungen" in der Monarchie aus. „Im 21. Jahrhundert erwarten die Leute, dass Diskrimi- nierungen beseitigt werden", sagte der Regierungschef. Und, wie er erleichtert hinzufügte, kämen aus dem Buckingham-Palast vor allem positive Signale. Die Reformpläne stoßen auch beim Volk auf Zustimmung. Allerdings müssten der neu geplanten Regelung auch die Anglikanische Kirche und die 15 restlichen Commonwealth-Staaten zustimmen. Einer der größten Befürworter ist übrigens Thronfolger Prinz Charles (60). Und was die Königsfamilie besonders freuen dürfte: Rund 76 Prozent der Briten wünschen sich ein Fortbestehen der Monarchie auch nach dem Tod der Queen.
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  DieTageszeitung „The Times" meldet in ihrer Online-Ausgabe, dass Kardinal Cormac Murphy-O'Connor als erster katholischer Bischof seit der Reformation dem britischen Oberhaus angehören soll. Um ins Oberhaus einziehen zu können, muss der 76-jährige Murphy-O'Connor als Erzbischof von Westminister zunächst in den Ruhestand gehen. Nach Erreichen der Altersgrenze hat Papst Benedikt XVI. seinen Rücktritt angenommen. Nun wird erwartet, dass die Königin ihn in den Adelsstand erheben wird. Da aber nach dem Kirchenrecht Bischöfe und Priester kein politisches Amt annehmen dürfen, ist eine Dispens des Papstes für den Kardinal Voraussetzung. Vatikanische Beobachter halten es für wahr- scheinlich, dass der britische Premierminister auch darüber mit Benedikt im Vatikan gesprochen hat.
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cdMurphy-O'Connor- Der ehemalige Erzbischof von Westminster, Kardinal Cormac Murphy-O'Connor

   hat eine Aufnahme in den britischen Adel abgelehnt. Der pensionierte Primas der Katholiken in England und Wales wolle keinen Sitz im britischen Oberhaus einnehmen, berichtet der „Sunday Tele- graph". Grund für die Ablehnung seien innerkirchliche Bedenken gewesen, so Murphy-O'Connor nach Gesprächen mit dem Vatikan. Einige Bischöfe in England und Wales sahen laut Bericht die politische Unabhängigkeit der katholischen Kirche in Gefahr. Andere argumentierten, das Kirchenrecht verbiete es Geistlichen, politische Amter anzunehmen. 26 Geistliche der anglikanischen Kirche von England sind Mitglieder des britischen Oberhauses. Auch der britische Oberrabbiner Jonathan Sackes wurde dieses Jahr in den Adelsstand aufgenommen. Murphy-O'Connor war im April als Erzbischof von Westminster zuriickgetreten. Mit einer Annahme des Adelstitels wäre er der erste katholische Bischof im britischen House of Lords seit der Reformation geworden. RV091208DT

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London hat einen neuen Oberhirten

   Papst Benedikt hat an Vincent Gerard Nichols zum Erzbischof von Westminster ernannt. Der 63- jährige folgt auf Kardinal Cormac Murphy O'Connor, dessen altersbedingten Rücktritt der Papst am gleichen Tag annahm. Nichols war zwischen 1992 und 2000 bereits Weihbischof in Westminster, dem britischen Hauptstadt-Bistum. Wie Murphy O'Connor dürfte auch der neue Metropolitan-Erzbischof bei nächster Gelegenheit den Kardinalspurpur erhalten. Innerhalb Englands hat Nichols sich als Vorkämpfer konfessioneller Schulen sowie durch ökumenische Arbeit und seinen Einsatz für den interreligiösen Dialog einen Namen gemacht. Rv090403

   In London ist der neue Erzbischof von Westminster, Vincent Gerard Nichols, in sein Amt eingeführt worden. In seiner Predigt wandte sich der Vorsitzende der Bischofskonferenz gegen eine zunehmende und oft atheistisch begründete Intoleranz gegenüber der Religion und ihrem öffentlichen Auftreten. Viele Menschen betrachteten Glaube und Vernunft als unvereinbare Gegensätze, bedauerte Nichols. Eine derartige Sicht werde beiden Seiten nicht gerecht und schränke die tatsächlichen Möglichkeiten des Gedankenaustauschs ein. - Bereits vor seiner Amtseinführung war Nichols von den Mitgliedern der katholischen Bischofskonferenz von England und Wales zu ihrem neuen Vorsitzenden gewählt worden. Das Amt an der Episkopats-Spitze ist traditionell mit dem Bischofsstuhl von Westminster verbunden. Das Erzbistum Westminster in London zählt rund 466.000 Katholiken. Rv090522kna

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Anglikanischer Primas pilgert nach Lourdes
Fotos v.l.n.r.: Kardinal Walter Kasper, Lourdes, Primas Rowan Williams, Canterbury

   Der Erzbischof von Canterbury, Rowan Williams, hat den Marienwallfahrtsort Lourdes besucht. Williams hat an einem Gottesdienst mit dem vatikanischen Ökumeneminister Kardinal Walter Kasper teil- genommen und eine geistliche Ansprache gehalten. Anlass der Reise des anglikanischen Primas ist die 150-Jahr-Feier der Marienerscheinungen. Seit mehreren Jahren finden jährlich katholisch-anglikanische Pilgerfahrten nach Lourdes statt. – Am 16. Mai 2005 gaben die römisch-katholische Kirche und die anglikanische Gemeinschaft eine gemeinsame Erklärung über die Rolle der Jungfrau Maria im Christen- tum heraus. Siehe ausführlichen Bericht unten auf dieser Seite!  rv080920mg

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Walter Kardinal Kasper begleitet Erzbischof Rowan Williams auf der Wallfahrt nach  Lourdes

   Anglikanische Priester und Gläubige haben den Besuch des Erzbischofs von Canterbury in Lourdes kritisiert. Ein anglikanischer Erzbischof dürfe keine Marionette des Papstes sein. So bezeichnete die Gruppe „Protestant Truth Society” die Teilnahme Williams an dem ökumenischen Gottesdienst als „Verleumdung der protestantischen Orthodoxie”. Williams hatte auf Einladung des päpstlichen „Öku- meneministers”, Kardinal Walter Kasper, an der gemeinsamen Messe in Lourdes teilgenommen. Neben weiteren Bischöfen und Geistlichen waren auch hunderte anglikanische und katholische Gläubige dem Gottesdienst gefolgt. In seiner Predigt hatte Erzbischof Williams die Heilige Bernadette als beispielhafte Gläubige hervorgehoben. RVcns080926ad

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Foto: Walter Kardinal Kasper mit dem anglikanischen Primas Rowan Williams in Lourdes
bei der Krankensegnung. Hier bringen wir die  Predigt des Erzbischofs von Canterbury:

   In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib Lk 1,44. Maria, die Jesus in ihrem Leib trägt,  kommt, um Elisabet zu besuchen. Der Sohn Gottes ist noch unsichtbar und noch nicht geboren; selbst Elisabet weiß noch nichts davon. Doch nun erkennt Elisabet, dass Maria die Hoffnung und die Sehnsucht aller Völker trägt und Leben bewegt sich tief im Innern ihres Leibes. Der Mann aber, der Jesus den Weg bereiten soll, Johannes der Täufer, bewegt sich, als ob er die kommende große Hoffnung begrüßen wollte, obschon sie noch nicht sichtbar ist. Maria erscheint uns wie die erste Missionarin, “die erste Botin des Evangeliums” – wie Bischof Perrier von Lourdes sie genannt hatte: der erste Mensch, der die frohe Botschaft von Jesus Christus anderen verkündet. Das geschieht, weil sie Christus in sich trägt. Maria erinnert uns daran, dass Mission nicht mit der Überbringung einer Botschaft in Worten beginnt, sondern wir müssen aufbrechen zu einem anderen Menschen mit Jesus im Herzen. Maria bezeugt die große Bedeutung, einfach Jesus zu bringen und noch ehe es Worte und Taten bedarf, ihn zu erklären. 
   Diese Geschichte vom Besuch Mariens bei Elisabet ist in mehrfacher Weise eigenartig. Es geht hier nicht um eine rationale Information von einem zum anderen, sondern um eine einfache Übertragung einer spirituellen Kraft vom ungeborenen Christus zum ungeborenen Johannes dem Täufer. Ohne Zweifel ist es eine Sendung, weil sie Erkenntnis und Freude hervorruft. Hier geschieht etwas, das alle Worte, die gesprochen werden und alle Werke, die getan werden, vorbereitet. Der Glaubende kommt mit Christus, der in ihm durch Glauben wohnt. Gott bewirkt, dass diese Kraft lebendig wird und die beginnende Antwort – noch nicht in Worten oder Mitteilungen – ist die Erkenntnis: hier ist das Leben.
 Als Maria zu Bernadette kam, erschien sie zunächst als eine unbekannte Person, eine wunderschöne Frau, ein geheimnisvolles "Etwas".Bernadette erkennt sie noch nicht als die makellose Mutter des Herrn. Obschon Bernadette noch nicht wesentlich in der kirchlichen Lehre unterrichtet war, hüpfte sie vor Freude, weil sie erkennt, dass ihr hier Leben und Heil begegnet. Erinnern wir uns an die Berichte über sie, die von ihrer anmutigen Art sprechen als die Dame Bitten äußerte – als ob sie gleich wie Johannes der Täufer noch unter dem Herzen seiner Mutter Elisabet anfing zu tanzen nach der Musik des fleischgewordenen Wortes, das von seiner Mutter getragen wird. Nur allmählich findet Bernadette die Worte, das Geschehen der Welt mitzuteilen. Nur in kleinen Schritten – so möchten wir sagen – lernt sie der Dame zuzuhören und nachzusprechen, was sie uns zu sagen hat.
   Dies sind gute Nachrichten für uns alle,  die  Jesus in  seinem Namen im Missionsauftrag nachfolgen und gute Nachricht für alle, die ihren Einsatz gering und offenbar nutzlos finden und für alle, die noch nicht ihren Weg gefunden haben für die "rechten" Worte und das freimütige Bekenntnis.
   Unsere erste und allumfassende Aufgabe ist es, Jesus dankbar und gläubig zu tragen,  mit uns, mit allen Fasern unseres Lebens: wie Teresa von Avila könnten wir es tun, ganz gewöhnlich stets mit einem kleinen Bild oder Kreuz in unserer Tasche, so dass wir ständig mit dem Herrn verbunden sind. Wir können es auch tun, indem wir der orthodoxen sprituellen Tradition folgen und still das Jesus- Gebet wiederholen: “Herr Jesus Christus, Sohn Gottes, erbarme dich meiner, ich bin ein Sünder.” Wenn wir darauf vertrauen, dass wir so Christus in uns tragen, dann wird etwas geschehen, eine Kraft wird überspringen auf jene, die bei uns sind. Sie werden - vielleicht unbewusst – einen Hauch des Lebens und der Freude fühlen, den sie zunächst überhaupt nicht erklären können.
   Möglicherweise werden wir das niemals sehen oder etwas darüber wissen; die Menschen werden es nicht einmal mit uns in Verbindung bringen, aber es geschieht, weil Jesus immerzu das anspricht, was in den Herzen der Männer und Frauen verborgen ist und wofür wir geschaffen sind. Ob man es weiß oder nicht: es gibt etwas in den Menschen, was auf Jesus ausgerichtet ist. Fahrt fort, Jesus zu bringen und seid nicht mutlos! Die Mission wird sich erfüllen, trotz allem, weil Gott in Christus seine Reise in die Herzen der Menschen begonnen hat.
   Wenn wir jenen begegnen, die sagen, dass sie gern glauben würden aber nicht glauben könnten, fragen wir uns, wie sie ihren Weg zur Hingabe finden, der erschreckend und auch schwer zu verstehen erscheint, dann müssen wir ihnen dieses sagen: “Gebt nicht auf! bemüht euch und haltet fest an Augenblicken tiefer und geheimnisvoller Freude! Wartet geduldig auf das, was in euch wächst!” Es ist nicht unsere Aufgabe zu drohen oder zu überreden, und Menschen zu einer Hingabe zu drängen, zu der sie noch nicht bereit sind, aber wir können und sollen ihre Nähe suchen und dabei Jesus in uns tragen und die Freude durchscheinen lassen und erwarten, dass sein Herz von der Gnade der Erkenntnis angerührt wird. 
   Natürlich haben wir es oft selbst nötig, die frohe Botschaft zu hören. Wir brauchen Menschen in unserer Nähe, die Jesus tragen, weil wir, die wir uns Gläubige nennen, Momente der Verwirrung kennen und wir können auch das Ziel aus dem Blick verlieren. Anderes macht es uns schwer oder verletzt uns. Die Kirche selbst mag uns irritiert oder schwach oder auch lieblos erscheinen, und wir fühlen, dass wir nicht das erhalten was wir nötig haben und nicht geführt werden, wie es sein sollte.
   Die Geschichte von Maria und Elisabet zeigt uns, dass das fleischgewordene Wort Gottes immer schon auf dem Weg zu uns ist, verborgen in bekannten und unbekannten Stimmen, Gesichtern und Menschen. Jesus ist in der Stille ständig am Werk und er sucht das Innerste in uns, die Ursache unserer Freude und unserer Hoffnung. Wenn wir uns  vielleicht verloren und enttäuscht fühlen oder wenn er uns milde wegzieht von einer nur menschlichen Freude oder Hoffnung, die nur oberflächlich ist. Vielleicht ist dies Teil unserer Reise zur Wahrheit. Auch wir müssen auf die Momente der Erkenntnis und tiefer Freude in uns schauen und lauschen. Es kann geschehen, wenn wir einem Menschen begegnen, in dem wir spüren, dass die Worte, in denen wir ziemlich halbherzig von Gott sprechen, in ihnen lebendig und wirklich gegenwärtig sind. (Darum bedeutet uns das Leben der alten und modernen Heiligen so viel).
   In einem Augenblick der Stille mögen wir inmitten eines Familiengottesdienstes ergriffen sein und für einen Moment fühlen und erkennen dass wir den Schlüssel für alles in der Hand haben, wenn wir nur die rechten Worte finden. Es mag an einem heiligen Ort geschehen, eingetaucht in die Hoff- nungen und Gebete von Millionen, wenn wir plötzlich sehen: alles, was auch immer wir als Einzelne denken oder fühlen mögen, wird von einer großen Wirklichkeit umfasst, die uns umgibt, neben uns und in uns, ob wir es nun begreifen oder nicht. Dieses sind unsere “Elisabet-Erlebnisse”, wenn das Leben unser Innerstes berührt und uns eine Zukunft mit Christus ankündigt, die unseren Verstand übersteigt.
    Es ist für uns seine große Versuchung, wenn wir über die Mission denken, sie könne auf dieselbe Weise geschehen, wie wir so viel anderes tun, wobei alles von der Planung und Art wie wir es machen abhängt, damit gute Ergebnisse dabei herauskommen. Es ist eine Versuchung wenn wir denken würden, dass das ganze Leben der Kirche in ähnlichen Bahnen verläuft. Natürlich müssen wir unseren Verstand benutzen, wir müssen in der Lage sein, gut und böse zu unterscheiden. Wir müssen Geschicklichkeit und Begeisterung einsetzen wenn wir auf den Ruf Gottes antworten, um teilzuhaben an dem Werk der Umformung der Welt durch Jesus und seinen Geist.
    Maria zeigt uns in ihrer Mission, dass es immer eine tiefere Dimension gibt, die auf Christus gründet, der machtvoll wirkt und unerkannt und still eine Verbindung schafft, die die Tiefe des Herzens eines jeden Menschen erreicht. Er lebt getreu im Herzen der Kirche selbst, inmitten von Desaster, Verrat und Verwirrung, und schenkt sich selbst ohne Zurückhaltung. Alles, was wir “unsere” Sendung nennen, hängt hiervon ab. Wenn wir klug sind wissen wir, dass wir immer wieder überrascht werden durch das Echo und die Verbindungen, die dort lebendig werden, wo wir es nicht erwarten konnten. Wahre Mission ist bereit, sich überraschen zu lassen von Gott, “überrascht durch Freude”, wie es liebevoll C. S. Lewis beschreibt. Elisabet kannte die ganze Geschichte Israels, und wie der Weg Gottes zu seinem Volk vorbereitet war. Überrascht hat sie das neue Leben und die Erkenntnis, als das Kind in ihrem Leib hüpfte. Die Nachbarn, Lehrer und Priester von Bernadette meinten, dass sie alles über die Muttergottes wüssten, und doch wurden sie überrascht durch dieses einfache, schwache, unbedeutende Mädchen, als sie vor Freude hüpfte, als sie Maria als ihre Mutter und Schwester erkannte, die uns den Herrn und Erlöser brachte. 
   Unser Gebet hier in Lourdes, erneuert und überrascht an diesem heiligen Ort, müssen sich darauf richten, dass uns die Kraft des Heiligen Geistes überschatte, Jesus dorthin zu tragen, wohin immer wir gehen, in der Hoffnung, dass Freude überspringen wird von Herz zu Herz in all unseren menschlichen Begegnungen. Auch möge uns Mut gegeben werden, um jene Freude zu schauen und zu erlauschen in der Tiefe unserer Herzen, wenn die Klarheit der Frohen Botschaft weit entfernt erscheint und der Himmel bewölkt ist.
   Aber hier mit Elisabet und Bernadette sagen wir heute dankbar und bewundernd: “Warum bin ich so begnadet, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?” Und wir erkennen dass die Sehnsucht unserer Herzen in der Tiefe unseres Seins neues Leben hervorruft.  CT071005

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Keine homosexuellen Bischöfe mehr?

 Auf der Lambeth-Konferenz, dem wichtigsten Beratungsgremium der anglikanischen Weltgemeinschaft, hatten sich 670 Bischöfe versammelt. In der Schlusswoche standen einige heiße Eisen auf der Agenda, etwa das Thema Homosexualität.
   Angesichts der drohenden Spaltung der anglikanischen Kirche schlug die Arbeitsgruppe „Windsor Continuation Group” vor, bis auf weiteres keine Homosexuellen mehr für das Bischofsamt zuzulassen. In dieser Frage sei dringend ein Moratorium nötig, erklärte die anglikanische Arbeitsgruppe. Weiter wurde beschlossen, dass keine gleichgeschlechtlichen Partnerschaften mehr zur Segnung zugelassen werden sollten. Außerdem sollten „grenzüberschreitende Einmischungen” unterbleiben, erklärte der Vorsitzende, Bischof Clive Handford. Indirekt kritisierte er damit unter anderem konservative Kollegen aus den USA, die sich aus Protest gegen dortige liberale Tendenzen in Afrika hatten ordinieren lassen. Die in dem Arbeitspapier erwähnten Moratorien waren innerhalb der anglikanischen Kirche schon öfter gefordert worden, hatten sich jedoch nicht durchgesetzt. Um Abweichler im Zaum zu halten, schlägt die Wind- sor-Gruppe daher die Einrichtung eines „Pastoralen Forums” vor. Dessen Kompetenzen müssten im Detail noch geklärt werden, sagte Handford. Dem Entwurf zufolge sollen die Mitglieder des Forums im Fall einer Konfliktsituation unter anderem „Besuche, Treffen und seelsorgerischen Beistand” auf Grund- lage gemeinsamer Leitlinien anbieten. Die Empfehlungen der Windsor-Gruppe sollen während der Lambeth-Konferenz zwar intensiv diskutiert, jedoch noch nicht zur Abstimmung gebracht werden. Eine Entscheidung könnte in wenigen Monaten fallen.
   Skepsis war nach der Präsentation sowohl aus dem liberalen als auch aus dem konservativen Lager zu vernehmen. 
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Erneut Streit unter Anglikanern
   Die Versuche konservativer Anglikaner, „eine Kirche innerhalb der Kirche” zu bilden, gehen weiter. Nach Angaben der britischen Sonntagszeitung „The Sunday Telegraph” beriet der konservative Flügel der anglikanischen Kirche bei einem Treffen in London über neue Strukturen ihrer Bewegung. Diese soll demnach eigene Bischöfe, Priester und Seminare bekommen. Dennoch bestreiten die konservativen Reformer, sich von der anglikanischen Weltgemeinschaft loslösen zu wollen. Sie fordern nach eigenen Angaben eine Erneuerung der Kirche von innen. In seiner Ansprache kritisierte der Bischof von Rochester, Michael Nazir-Ali, einen Disziplinverlust in der anglikanischen Kirche und rief zum Widerstand gegen liberale Tendenzen auf. Er bezeichnete die derzeitige Ausrichtung seiner Kirche als „wischi- waschi”. Die neue Bewegung sei notwendig, um die Gemeinschaft „linientreu” zu halten. Nazir-Ali gehört zu den Anführern einer konservativen Bewegung von mehr als 300 Bischöfen, die aus Protest gegen eine zunehmende Liberalisierung ihrer Kirche die Lambeth-Konferenz im Sommer boykottiert hatten. Im Vorfeld dieses wichtigsten Beratungsgremiums der Anglikaner hatte sich der Streit um die Weihe von Homosexuellen und Frauen zu Bischöfen zugespitzt. Die Konferenz lehnte erneut eine Zulassung homosexueller Bischöfe und die Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften ab. Trotzdem schwelt der Streit weiter. In den USA brach laut einem Bericht der „New York Times” vom Wochenende die anglikanische Diözese Fort Worth in Texas mit der Episkopalkirche. Hintergrund des Schritts ist der Streit um Kirchenreformen und die Weihe eines bekennenden Homosexuellen zum Bischof im Jahr 2003. Das Bistum schloss sich laut Bericht der südamerikanischen Kirchenprovinz Southern Cone an.
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Die Anglikaner ringen um Einheit
   Die Lambeth-Konferenz der anglikanischen Gemeinschaft ist zu Ende gegangen. Seit langem fürch- tet man eine Spaltung der anglikanischen Weltgemeinschaft, und in der Tat scheint sie unaufhaltbar. Schon im Vorfeld hatten Kirchenführer aus Afrika ihre Teilnahme abgesagt. Hauptstreitpunkte sind der Umgang mit Homosexualität und die Bischofsweihe von Frauen. Die Einheit retten soll nun ein Moratorium, dem zufolge bis auf weiteres keine Homosexuellen mehr geweiht werden sollen. Peter Lüning vom Möhler-Institut in Paderborn bezweifelt die Wirksamkeit des Vorstoßes. „Beide Seiten, die liberale und die konservative, sind zutiefst überzeugt von ihren Ansichten. Ich habe die Stellung- nahme eines anglikanischen Bischofs aus Vancouver gehört, der deutlich gesagt hat: Mit diesem Mo- ratorium können wir nichts anfangen. Wir würden uns lächerlich machen in der kanadischen Gesell- schaft, wo eine volle Gleichberechtigung der Homosexuellen an vielen Stellen erreicht ist. Das ist die eine Seite. Und auf der anderen Seite stehen viele schwarzafrikanische anglikanische Gemeinschaften, die gelebte Homosexualität ausdrücklich als Sünde betrachten und auf die Schriftgemäßheit der Lehre und des Lebens der Anglikaner pochen. Wenn Sie beides so verfestigt gegeneinander haben, dann wird es wirklich schwer für den Erzbischof von Canterbury, der ja keinerlei Jurisdiktionsvollmacht über die anglikanische Weltgemeinschaft hat, diese unterschiedlichen Strömungen zusammenzuhalten.”
   Hier erweise es sich als Problem, dass dem Anglikanismus eine gemeinsame Theologie des Bischofsamtes und der Kirche fehle, so Lüning.
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Kardinal Kasper sieht Spaltung abgewendet
   Kurienkardinal Walter Kasper sieht die Gefahr einer Spaltung der anglikanischen Weltgemeinschaft vorerst gebannt. „Nach meinem Eindruck wird sie zusammenbleiben, aber unter ganz großen Schwie- rigkeiten”, sagte der Präsident des Päpstlichen Rats für die Einheit der Christen in Canterbury im Interview mit der Katholischen Nachrichten-Agentur.
   Zugleich machte Kardinal Kasper deutlich, dass die zunehmende Betonung des protestantischen Elements und die Weihe von Frauen eine Einheit mit der katholischen Kirche in weite Ferne gerückt habe. Er warnte die Anglikaner davor, ihre ausgleichende Rolle in der Ökumene aufzugeben. Über den Umgang mit anglikanischen Geistlichen, die zur katholischen Kirche übertreten wollen, sagte Kasper, man fische „nicht in fremden Teichen”. Aber Rom respektiere die Gewissensentscheidung von Priestern und Bischöfen, die katholisch werden wollten.
   Die katholische Kirche könne am Streit der Anglikaner sehen, dass ein vorschnelles Anbiedern an die Moderne Probleme bringe. „Nicht die Kultur bestimmt die Interpretation der Schrift, sondern die Schrift sollte die Interpretation der Kultur bestimmen.” Zugleich lobte Kasper das Bemühen der anglikanischen Bischöfe, aufeinander zu hören. „Dieses synodale Element kommt in unserer Kirche manchmal etwas zu kurz”, so der Kurienkardinal.
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„Anglikaner brauchen neue Strukturen”
   Die anglikanische Kirche braucht nach Überzeugung von Erzbischof Gregory Venables neue Struk- turen und eine klarere Führung. „Wir brauchen jetzt eine starke Stimme, die sagt, wo es lang geht”. Das sagte der Primas der südamerikanischen Kirchenprovinz Southern Cone der Katholischen Nach- richten-Agentur in Canterbury. Kurz vor Abschluss der Lambeth-Konferenz beklagte Venables fort- bestehende Differenzen, mangelndes Vertrauen, Frustration und fehlenden Elan. Die Konferenz ist das wichtigste Gremium der anglikanischen Gemeinschaft. Der Liberalismus zeige sich in seiner Kirche derzeit „ziemlich totalitaristisch”, so Venables. Er bemängelte, dass das Oberhaupt der Anglikaner, der Erz- bischof von Canterbury, von der britischen Regierung bestimmt werde. Eine Art Konzil, bei dem die Bischöfe einen „tatsächlichen Primas“ wählen könnten, „wäre besser”, meinte er. So fehle es an einer wirklichen Autorität und letztlich auch an „gemeinsamen Spielregeln”. Die anglikanischen Bischöfe könnten sich derzeit nicht auf Grundsätzliches verständigen. Venables war einer der wenigen Bischöfe, die sowohl an der Lambeth-Konferenz als auch an einem Gegen-Treffen konservativer Bischöfe Ende Juni in Jerusalem teilnahmen. RVkna080803sk

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Anglikaner aus Afrika fordern mehr Einfluss  Foto: Erzbschof Henry Orombi, Uganda

   Der anglikanische Erzbischof Henry Orombi von Uganda fordert eine tiefgreifende Strukturreform seiner Kirche. Er stellte kurz vor Ende der Lambeth-Konferenz in einem Gastkommentar in der Zeitung „The Times” die Autorität des geistlichen Oberhaupts der Anglikaner, des Erzbischofs von Canterbury, derzeit Rowan Williams, in Frage. Orombi nannte die Form der Ernennung des Erzbischofs von Canter- bury falsch, auf die der britischen Premierminister Einfluss hat. Selbst der Papst werde aus der Mitte der Bischöfe gewählt, sagte Orombi. „In den vergangen fünf Jahren haben wir gesehen, wie sehr dies ein Relikt des alten britischen Kolonialismus ist, das uns nicht guttut." Orombi forderte eine Leitungs- struktur, die nicht nur auf eine Person beschränkt sei und die die nichtenglischen Kirchen stärke. Gleichzeitig betonte Orombi, dass er und andere konservative Kirchenführer keine Spaltung der anglika- nischen Gemeinschaft im Sinn hätten. Orombi warf Erzbischof Rowan Williams vor, die bibeltreuen Kirchen verraten zu haben, indem er diejenigen amerikanischen Bischöfe zur Lambeth-Konferenz nach Canterbury eingeladen habe, die den offen homosexuell lebenden Gene Robinson zum Bischof von New Hampshire geweiht hatten.  FAZkna080802

Henry Orombi: „Wir wollen endlich tun, was Jesus Christus will”. Der ugandische Erzbischof begründet, warum er liberale Entwicklungen in der anglikanischen Gemeinschaft ablehnt

  Die tiefe Spaltung der anglikanischen Weltgemeinschaft ist spätestens seit der jüngsten Jerusalemer Konferenz Foto oben links des konservativen Kirchenflügels unübersehbar: Knapp 300 Bischöfe waren unter den Teilnehmern, die für sich beanspruchen, knapp die Hälfte aller 78 Millionen Anglikaner weltweit zu vertreten. Sie bekundeten in der „Jerusalemer Erklärung” Unmut über liberale Entwicklungen in anglikanischen Gemeinschaft und kündigten den Ausbau eigener kirchlicher Strukturen an. Was Beob- achter als den Anfang eines Schismas bezeichnen, nennt der anglikanische Erzbischof Henry Luke Orombi Foto oben rechts im Interview mit Gabi Fröhlich einen verheißungsvollen Neuanfang.
Erzbischof Orombi, spalten Sie die anglikanische Weltgemeinschaft?
  Wir sehen uns als eine neue Bewegung innerhalb der anglikanischen Gemeinschaft. Bisher war unser konservativer Flügel in der Defensive - jetzt ist eindeutig zu erkennen, dass sehr viele Menschen frustriert und enttäuscht sind. Die „Jerusalemer Erklärung” ist ein Druckmittel, um die Welt verstehen zu lassen, dass wir uns austauschen und vorwärtsgehen. Es ist ja nicht so, dass die Liberalen in der Kirche überhaupt nicht verstünden, worum es uns geht. Aber früher waren wir für sie Missionsland - ihre Vorfahren sind vor 130 Jahren gekommen, haben uns die Frohe Botschaft verkündet, und wir haben sie angenommen. Die Großenkel unserer einstigen Missionare haben jedoch eine neue Richtung ein- geschlagen - können sie von uns erwarten, dass wir ihnen folgen? Die Antwort ist: nein. Meiner Meinung nach haben sie das Feuer, die Leidenschaft und die Sehnsucht verloren, die ihre Vorfahren antrieb. Wir haben das alles noch.
Sie haben bei der Jerusalemer Konferenz einen eigenen Bischofsrat gegründet.Was soll der konkret tun?
   Wir wollen uns jetzt endlich wieder auf unseren eigentlichen Auftrag besinnen: die Menschen auf- zufordern, hinauszugehen, zu predigen, die Armen, Kranken und Bedürftigen zu besuchen - kurz: das zu tun, was Jesus Christus von uns will.
In der „Jerusalemer Erklärung” wenden Sie sich nicht nur gegen praktizierte Homosexualität und die Weihe von bekennenden Homosexuellen zu Priestern. Sie beschwören auch die alte Tradition in der Sexualmoral: eheliche Treue, Enthaltsamkeit vor der Ehe und so weiter. Gerade in Afrika gibt es aber riesige Probleme in diesem Bereich.
   An Gott zu glauben, ist eine Frage der Entscheidung. Gott zwingt niemanden. Aber wenn jemand wirklich auf ihn hört, dann wird er zu einem Werk des Gehorsams. Wenn ich auf meiner Kanzel stehe, dann predige ich etwa über die Abstinenz. Jeden Samstag führe ich Hochzeiten durch, von zehn Uhr morgens bis nach sechs abends. Worüber spreche ich? Über die Treue, die ich von dir, Mann, erwarte, der du diese Frau heiratest und eine Familie gründest. Mein eigener Großvater hatte sechs Frauen. Mein Vater hatte „nur” noch zwei. Ich bin also selbst in einer polygamen Familie groß geworden und habe gesehen, was für eine Tragödie das bedeutet. Als mein Großvater alt wurde, hat er schließlich bei keiner seiner sechs Frauen gelebt. Ich weiß nicht, warum sie ihn alle rausgeworfen haben. Auch mein Vater hatte mit seinen zwei Frauen nie Frieden im Haus: Die beiden haben unentwegt gestritten. So habe ich als Junge schon die missliche Lage meines Vaters gesehen und mir geschworen, dass ich nur eine Frau haben würde. Und ich habe nur eine. In meiner Kirche stehe ich als einer, der den Menschen erklärt, was es heißt, eine echte, dauerhafte Beziehung zu haben. Das ist wirklich biblisch - und das ist es, was ich lehre.
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Schisma in Zeitlupe. Der Geist des Empire verweht. Die Weltgemeinschaft der Anglikaner
steht vor der Spaltung. Mehr als tausend Priester drohen mit dem Austritt.

   Die Allerseelenkirche im Londoner Innenstadtviertel Marylebone verdankt ihr Dasein vor allem dem Umstand, dass die Regent Street, die vor 180 Jahren entstandene Prachtstraße König Georgs IV., an dieser Stelle einen komischen Knick machen musste, um weiter nördlich den ebenfalls damals neu angelegten Regents-Park zu erreichen. In diesem neoklassischen Kirchenbau mit dem auffälligen ionischen Säulenturm hat jetzt die anglikanische Weltgemeinschaft selbst einen Knick bekommen. In Zeitlupe, aber in unbarmherziger Entschlossenheit vollzieht sich gegenwärtig ein Schisma, eine Kirchen- spaltung unter den Anglikanern. Es treibt die Gläubigen im englischen Mutterland auseinander und trennt zugleich die Bänder zwischen der „Mutterkirche” - der in der Regierungszeit König Heinrichs VIII. entstandenen Church of England - und den anglikanischen Kirchen in den Ländern des ehemaligen Empires und in Nordamerika.
   Die Gewalt der Teilung speist sich aus vielen Motiven, sie bündeln sich in einem Ringen spirituell- konservativer Kirchenführer (vor allem die afrikanischen Anglikaner, aber auch Lateinamerikaner zählen dazu) mit den eher liberal-progressiven Bischöfen der nördlichen Hemisphäre, also vor allem Englands und Nordamerikas. Die Anlässe des Streites reichen von der Rolle Homosexueller in der Kirche über die Anfechtung der Führungsrolle des Erzbischofs von Canterbury bis hin zu Differenzen über aktive Missionierung und über das Verhältnis zu anderen Religionen.
   Die Unruhe hat einen ungeahnten Verbreitungs- und Beschleunigungseffekt gewonnen durch die Wahl und Weihe des ersten homosexuellen Bischofs in der amerikanischen Episkopalkirche. Die Bestimmung von Gene Robinson zum Bischof von New Hampshire weckte Vor vier Jahren den Widerstand anglika- nischer Kirchen im Süden der Welt, der sie schließlich erst zu einer Konferenz nach Jerusalem, und nun nach London führte. Die Anglikaner aus Uganda, Nigeria oder Australien gründeten unterwegs einen Zusammenschluss namens „Foca” - der Begriff kürzt den Namen „Gemeinschaft bekennender Anglikaner” ab - und formulierten eine „Jerusalemer Erklärung”. Darin sagen sie sich faktisch von der Autorität des Erzbischofs von Canterbury los, der anders als der Papst in der katholischen Kirche zwar keine formelle, aber doch eine gewohnheitsrechtliche Rolle als spiritueller Anführer der anglikanischen Gemeinschaft hat - über seine Funktion des geistigen Oberhaupts der Church of England hinaus. In der Erklärung stellen die „Abtrünnigen” fest: Während wir die historische Rolle des Bischofssitzes von Can- terbury anerkennen, sind wir nicht bereit, anzuerkennen, dass die Identität der Anglikaner allein durch die Beglaubigung des Erzbischofs von Canterbury bestimmt werden kann.
   Nach der anglikanischen Tradition ist genau dies aber bislang der Fall gewesen. Obwohl schriftliche Weisungs- und Unterordnungsregeln innerhalb der Kirche fehlten, hatte doch jede einzelne anglikani- sche Gliedkirche sich in Übereinstimmung mit Kirchenrecht und Glaubensregeln der Zentrale in Canter- bury zu befinden, wollte sie sich als Teil der Gemeinschaft fühlen. Die Ausdehnung der Anglikaner auf der Welt fiel im 18./19. Jahrhundert zusammen mit der Expansion des britischen Empire. Heute zählen knapp 80 Millionen Gläubige zur anglikanischen Gemeinschaft, die Hälfte davon gehört der Church of England an. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts nutzte der Erzbischof von Canterbury die einmal im Jahrzehnt stattfindende „Lambeth-Konferenz (benannt nach dem Londoner Stadtteil, in dem der Palast des Kirchenoberhauptes liegt) als ein informelles Konzil, um die Einheit der Gliedkirchen sicherzustellen. Die nächste dieser Zehnjahreskonferenzen fand jetzt in Canterbury. Mehr als 200 Bischöfe aus den Kirchen der südlichen Hemisphäre hatten vorab angekündigt, sie würden nicht erscheinen - die meisten von ihnen waren hingegen dem Aufruf der „Foca” gefolgt und nach Jerusalem gereist.
  Die Abordnung der Foca-Traditionalisten, die nun in London Station machte, umfasste unter ande- ren den Erzbischof von Uganda, Orombi, den Erzbischof von Sydney, Jensen, und den Erzbischof „des südlichen Horns”, der Länder Lateinamerikas also, Venables. Alle drei bestritten, bei einem Auftritt in der Allerseelen-Kirche, dass sie die Anführer einer Spaltung seien. Sie wollten sich vielmehr als Be- wahrer der richtigen, der ursprünglichen anglikanischen Kommunion verstanden sehen. Der ugandische Bischof Orombi sagte in vermeintlich naiver Freude, seine Kirche sei ja ein Missionskind der Kirche von England. Viele seiner Landsleute hätten seit 150 Jahren ihren eigenen Glauben aufgegeben und seien dem neuen Evangelium gefolgt. Nun komme er mit diesem Evangelium „ins Mutterland zurück”. Für Rowan Williams, den gegenwärtigen Erzbischof von Canterbury, bedeuten diese Ereignisse gleich eine doppelte existenzielle Bedrohung. Er saß bislang schon mit seinem Bemühen, die Kirche in den gesell- schaftlichen Schlachten zwischen Progressiven und Konservativen auf einem Mittelweg zu halten, zwischen beiden Lagern. Während er den homosexuellen Bischof Robinson gar nicht erst einlud zur Lambeth-Konferenz, sagten die Traditionalisten unaufgefordert ab. Und während nun Foca, der rasch entstandene Zusammenschluss der Traditionalisten, den weltweiten geistigen Führungsanspruch des Bischofssitzes von Canterbury faktisch gebrochen hat, sieht sich Williams zusätzlich durch dieses Beispiel des Aufbegehrens zugleich zu Hause, in seiner eigenen Kirche, in der Führungsrolle heraus- gefordert. 1.300 englische Priester, unter ihnen elf Bischöfe, haben in einem Brief an Williams ihren Austritt aus der Kirche angedroht, falls es in der Church of England zur Ordination weiblicher Bischöfe kommt. Im Grundsatz ist dieser Schritt schon beschlossen, eine Synode der englischen Anglikaner fasste noch einige Tage vor der internationalen Lambeth-Konferenz einen ausdrücklichen Beschluss dazu. Weibliche Priester sind bei den englischen Anglikanern seit Jahrzehnten zugelasssen - 1.300 Priesterinnen haben sich auch in einer Stellungnahme zu Wort gemeldet und vor der Diskriminierung von Frauen in der Kirche gewarnt.
   Der Erzbischof von Canterbury sieht sich demnach von allen Seiten bedrängt und eingeklemmt. Vorerst hat er den Foca-Bischöfen die Autorität bestritten, seine eigene Autorität anzuzweifeln. Doch als Orombi, Venables und Jensen am Montag in London eintrafen, da warteten nicht die angemeldeten 400, sondern vielleicht 1.000 „ englische Kleriker auf sie, um zu erfahren, wie sie die Bewegung der Traditionalisten auch auf englischem Boden fortführen könnten. Der australische Bischof Jensen ora- kelte in der Krypta der Allerseelen-Kirche, etwas Großes, etwas Spirituelles entstehe gegenwärtig in der Gemeinschaft der Anglikaner, ohne dass er sagen könne, was. Sicher ist allenfalls, dass der Geist des Empire, in dem vor 180 Jahren Allerseelen in der Regent-Street errichtet wurde, nun auch bei den Anglikanern verweht.
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Anglikaner zeigen Verständnis  Foto oben: Erzbischof Rowan Williams

   Der Vatikan hat erwartungsgemäß negativ auf die von der Anglikanersynode beschlossene Öffnung gegenüber weiblichen Bischöfen reagiert. Die Anglikaner ihrerseits zeigen Verständnis dafür, dass der selbst in der Kirche von England nicht unumstrittene Schritt für den Vatikan ein Dialoghindernis darstellt, meint der Rektor des Anglikanischen Zentrums in Rom und Gesprächspartner des Päpstlichen Einheitsrats, David Richardson:
   „Es handelt sich um einen bedeutenden Schritt, aber das heißt nicht, dass quasi übernacht weib- liche Bischöfe geweiht werden. Wir befinden uns allerdings in einer Schlüsselphase, denn die Synode hat beschlossen, dass es keine Alternativen für diejenigen geben wird, die nach ihrem Gewissen nicht mit Bischöfinnen zusammenarbeiten können. So ist der Beschluss sicher ein Hindernis für die Ökumene, aber eins, das angegangen werden muss. Die Anglikanergemeinschaft hat sich sehr um den Dialog mit der katholischen Kirche bemüht. Auf der anderen Seite hat es innerhalb der Anglikaner weltweit starke Kräfte gegeben, die seit langem die Weihe von Frauen zu Priestern und Bischöfen fordern.” 
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 Konservative Anglikaner hoffen auf Rom. Wegen Frauen im Bischofsamt
wollen einzelne Gemeinden von katholischen Bischöfen betreut werden - Spaltung weiter möglich

   Eine umstrittene Entscheidung hat die Generalsynode Foto oben der anglikanischen Kirche von England und Wales getroffen: Sie will Frauen zum Bischofsamt zulassen.
   Nach der umstrittenen Öffnung der anglikanischen Kirche von England für Frauen im Bischofsamt hoffen Gegner dieser Entscheidung auf Hilfe aus Rom. Der Bischof von Ebbsfleet, Andrew Burnham, habe Papst Benedikt XVI. um eine „großzügige Geste” gebeten, wonach anglikanische Gemeinden künftig von katholischen Bischöfen betreut werden könnten, berichteten britische Medien. Der Bischof habe schon entsprechende Gespräche mit dem Präfekten der Glaubenskongregation, Kardinal William Joseph Levada, und dem Präsidenten des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen, Kardinal Walter Kasper, geführt, hieß es. Burnham gehört zu den sogenannten fliegenden Bischöfen, die Gemeinden betreuen, die keine Frauen im Priesteramt akzeptieren wollen. Nach der Öffnung der anglikanischen Kirche in England und Wales 1992 für Frauen im Priesteramt waren bereits mehrere hundert anglikanische Geistliche zur römisch-katholischen Kirche konvertiert. Viele anglokatholische Gemeinden folgen schon jetzt der römischen Liturgie.
   Wie in das Verhältnis der verschiedenen Flügel in der anglikanischen Kirche in England verteilt ist, illustriert das Abstimmungsergebnis auf der Generalsynode in der strittigen Frage der Bischofs- ordination. 28 Bischöfe, 124 Priester und 111 Laien votierten dafür, zwölf Bischöfe, 44 Priester und 68 Laien sprachen sich dagegen aus - bei insgesamt sieben Enthaltungen.
   Die Meldungen über den Kontakt von anglikanischen Konservativen mit dem Vatikan heizten nun Spekulationen über eine Spaltung der anglikanischen Kirche zusätzlich an. Nach Angaben des Londoner Synodenmitglieds David Houlding wolle die Mehrheit der Konservativen jedoch innerhalb der Gemein- schaft bleiben und weiter gegen die Zulassung von Frauen zum Episkopat kämpfen. Sie hofften nach den Neuwahlen 2010 auf eine konservative Mehrheit in der Generalsynode.
   Der Vatikan hatte die Entscheidung der Generalsynode von York für die Zulassung von Bischö- finnen als „Bruch mit der apostolischen Tradition” und „neues Hindernis” für die Versöhnung zwischen der katholischen Kirche und der anglikanischen Kirche von England bezeichnet. Deshalb hat nun auch Kurienkardinal Kasper beschlossen, an der „Lambeth-Konferenz” in Canterbury teilnehmen, dem wichtigsten Entscheidungsgremium der anglikanischen Weltgemeinschaft, um die katholische Position darzustellen. Nach Angaben der anglikanischen Gemeinschaft wird auch der indische Kurienkardinal Ivan Dias, Präfekt der vatikanischen Missionskongregation, als einer von rund 75 ökumenischen Beobachtern nach Canterbury reisen.
   Traditionalisten in der Kirche von England warnten indessen im Vorfeld dieser Konferenz vor einer Katastrophe für den Ehrenprimas der anglikanischen Weltgemeinschaft, Erzbischof Rowan Williams. Nach dem „Kirchenchaos” um „Schwulenhochzeiten” und Bischöfinnen werde Williams „keine Auto- rität” haben, sagte Synodenmitglied Houlding.
   Unterstützung hat der Ehrenprimas dagegen gestern vom Erzbischof von York, John Sentamu, er- halten. Williams dürfe nicht zum Prügelknaben für Probleme der Kirche gemacht werden. Die Angriffe gegen ihn seien ungerechtfertigt und spiegelten nicht seine Persönlichkeit wieder. Sentamu rief die Gläubigen auf, vor lauter Kirchenpolitik nicht die wahren Probleme der Welt aus den Augen zu ver- lieren. DT080710

Reverend Stephen Seamer      Ök-RevStephenSeamer-x

„Es geht nicht um Rechte oder Gerechtigkeit”. Der anglikanische Reverend Stephen Seamer
bedauert die Entscheidung der Kirche von England, Bischöfinnen zu weihen

  Reverend Stephen Seamer leitet seit 2007 die anglikanische Christ-Church-Gemeinde in Düsseldorf. Regina Einig fragte ihn zu seiner Einschätzung der jüngsten Entscheidung der Kirche von England, Frauen zu Bischöfinnen zu weihen.
Wie wird sich die Entscheidung der Kirche von England, Frauen zu Bischof innen zu weihen,
auf die Ökumene auswirken?

   Ich bedauere diese Entscheidung zutiefst. Aus Rom war zu hören, dass die ökumenischen Bezie- hungen der Anglikaner zur römisch-katholischen Kirche nun komplizierter werden. Diese römische Einschätzung trifft aus meiner Sicht zu. Auch wenn einige protestantische Kirchen diese Entschei- dung begrüßen, räumt das Sorgen innerhalb der Kirche von England nicht einfach beiseite. Die Entscheidung ist nämlich lediglich eine Hilfe, etwas einzuführen. Es gibt keine Klauseln, wie mit Anglikanern verfahren wird, die diese Entscheidung aus theologischen und biblischen Gründen nicht akzeptieren. Bei der Frage, ob Frauen die Bischofsweihe gespendet werden darf, geht es nicht um Rechte oder Gerechtigkeit.
   Hier geht es um Gottes Wort, um Führung und Autorität. Ich erwähne das hier nicht, um Frauen abzuwerten, sondern weil ich katholische Freunde habe, die es gerne sähen, wenn die römisch- katholische Kirche einen ähnlichen Kurs ansteuern würde.
Welche theologischen und biblischen Argumente sprechen gegen die Ordination von Frauen?
   Die Heilige Schrift lässt an der Führungsrolle des Mannes in der Familie und in der Kirche als der Familie Gottes keine stichhaltigen Zweifel zu. Frauen als Bischöfinnen sind ein Widerspruch zu den Plänen Gottes. Die Schwierigkeiten in der Episkopalkirche in den Vereinigten Staaten und anderswo zeigen das Elend, das entsteht, wenn die Menschen Gottes Plänen zuwiderhandeln.
Was bedeutet die Entscheidung für die anglikanische Kirche?
   Die Autorität und die Führungsriege der anglikanischen Kirche verlagern sich immer mehr in Richtung des sogenannten globalisierten Südens, also zu den Diözesen in Lateinamerika und Afrika, in denen die Mehrzahl der anglikanischen Christen lebt. Die Jerusalemer Erklärung geht im wesentlichen auf sie zurück, denn sie treibt die Sorge, dass die überlieferte christliche Lehre nicht in Vergessenheit gerät.
Ist die Führungskrise in der Kirche von England auch die Folge
der vernachlässigten Disziplin gegenüber liberalen Dissidenten?

  Jeder, der Erzbischof Rowan Williams persönlich begegnet, erlebt einen vorsichtigen und liebens- würdigen Menschen. Ich richte mich hier nicht gegen meinen Erzbischof, allerdings habe ich die Sorge, dass er durch Konsens führen will. Er will jeden mitnehmen - und dieser Stil greift nicht. Dafür ist die Situation in der weltweiten anglikanischen Gemeinschaft seit der Weihe des homosexuellen Bischofs Gene Robinson zu ernst. Wir brauchen eine Führung mit mehr Klarheit, Disziplin und Überzeugung.
Welche Konsequenzen kommen auf die Anglikaner zu?
   Manche werden zu den Anglokatholiken oder zu den Evangelikalen übertreten. Beide verzeichnen wachsende Mitgliederzahlen, weil sie einen orthodoxen Glauben haben und die Bibel ernst nehmen. Junge engagierte Gläubige um die 20 oder 30 werden sich sehr genau überlegen, ob sie einen geistlichen Beruf in der anglikanischen Kirche ergreifen. Ich habe Kinder in den Zwanzigern. Sie müssen sorgfältig abwägen, wenn sie Gottes Ruf zu einem geistlichen Beruf in der Kirche spüren.
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„Anglikaner müssen ihr Kirchenverständnis klären”

   Der katholische Erzbischof von Westminster, Kardinal Cormac Murphy-O'Connor, hat die Anglikaner zur Klärung ihres Kirchenverständnisses aufgerufen. Derzeit sei der ökumenische Prozess ins Stocken geraten, sagte er bei einer Ökumene-Sitzung der Lambeth-Konferenz der Anglikaner in Canterbury. Als Gründe nannte er zunehmende Fälle der Weihe von Frauen zu Bischöfen und Moralfragen. Wörtlich sagte Kardinal Murphy-O'Connor: „Unser künftiger Dialog wird nicht einfacher sein, bis die fundamen- talen Probleme mit größerer Klarheit gelöst sind.“ Als eigentliches Problem nannte er die Unklarheit der Anglikaner über die eigene Kirchenstruktur. Eine Klärung könne helfen, auch in moralischen Fragen eine Linie zu finden.  rvKNA080726mg
Der Präsident des Päpstlichen Rats zur Förderung der Einheit der Christen, Walter Kardinal Kasper,
Foto oben hat an der Lambeth-Konferenz teilgenommen. Vor dem Plenum hat der Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, Ivan Kardinal Dias, gesprochen Foto oben. Obwohl die Lambeth-Konferenz keine bindenden Beschlüsse für die anglikanische Weltgemeinschaft fassen kann, verfügten ihre Empfehlungen bislang immer über eine hohe Autorität. Die Kirchenprovinzen sind un- abhängig, und die weltweit rund 78 Millionen Anglikaner unterstehen ausschließlich ihren jeweiligen Bischofskonferenzen.

Anglikaner tief in der Krise

   Eine Spaltung innerhalb der weltweiten anglikanischen Gemeinschaft zeichnet sich immer deutlicher ab. Die Teilnehmer der Globalen Anglikanischen Zukunftskonferenz in Jerusalem haben einen Bischofsrat eingesetzt, der künftig als Beschlussgremium des konservativen Kirchenflügels dienen soll. Mitglieder des Rates sind derzeit ausschließlich afrikanische Bischöfe. Angesichts des Abweichens liberaler Kirchenführer von der „rechten Lehre” sei der Aufbau eigener Strukturen für traditionell eingestellte Anglikaner eine pastorale Notwendigkeit, heißt es in einem verabschiedeten Dokument.
   Mehr als 1.000 vor allem afrikanische Kirchenvertreter, darunter 291 Bischöfe, hatten eine Woche lang über den Umgang mit der „größten kirchlichen Krise seit der Reformation” diskutiert. Diese war 2003 durch die Weihe eines homosexuellen Bischofs eskaliert. Der konservative Kirchenflügel, der etwa die Hälfte der rund 78 Millionen Anglikaner weltweit vertritt, sieht darin ein eindeutiges Abweichen von der biblischen Lehre und der anglikanischen Tradition. Unter dem Einfluss von „militantem Säkularismus und Pluralismus” sei das Zeugnis der Kirche insgesamt gefährlich geschwächt worden.
  In Nordamerika wollen die Konservativen eine eigene Kirchenprovinz errichten, um Kritikern der dort vorherrschenden liberalen Linie eine Anlaufstelle zu bieten. Bisher hatten abtrünnige Pfarreien in den USA und Kanada sich traditionellen Bischöfen aus Afrika angeschlossen. Im dadurch entstandenen Streit um den Kirchenbesitz der betroffenen Pfarreien erkennt die Jerusalemer Erklärung zwar prin- zipiell die Eigentumsrechte einer Diözese auf ihrem Territorium an, macht jedoch eine Ausnahme für „solche Gegenden, in denen die kirchlichen Führer den rechten Glauben verneinen”. Dem anglikani- schen Ehrenprimas Rowan Williams warfen die Mitglieder des neuen Bischofsrates Führungsschwäche vor: Dieser habe es mit seiner Strategie „allen recht machen wollen und am Ende alle verprellt”, sagte der ugandische Erzbischof Orombi.
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 Russisch-Orthodoxe beklagen Votum der Anglikaner

   Die russisch-orthodoxe Kirche bezeichnet die beschlossene Öffnung der anglikanischen Kirche für Frauen im Bischofsamt als einen „schweren Schlag” für den ökumenischen Dialog. In der anglikanischen Gemeinschaft dominiere ein „radikaler Liberalismus”, sagte der Sprecher des Moskauer Patriarchen, Igor Wijanow, nach Angaben des italienischen kirchlichen Pressedienstes SIR. Die Anglikaner entfernten sich von der apostolischen Tradition, die tiefe Wurzeln habe und theologisch verankert sei. Zudem wisse niemand, ob künftige Generationen von Gläubigen weibliche Bischöfe akzeptieren würden. Der Vatikan hatte das Votum der Anglikaner bereits beklagt. Es werde eine Versöhnung zwischen den Kirchen erschweren. Die Generalsynode der Anglikaner hatte sich für eine Zulassung von Frauen zum Bischofsamt entschieden. Dt080713kna

       Erzbischof Rowan Williams    RowanWilliams2x              

Großbritannien: Strukturreform wegen Bischöfinnen?

   In der Debatte über die Zulassung von Bischöfinnen in der anglikanischen Kirche von England haben mehrere Kirchenführer eine Umstrukturierung der Diözesen nach ideologischen Grenzen vorgeschlagen. Demnach sollen einzelne Gemeinden, die keine Frau im Bischofsamt akzeptieren, ihre Diözese verlassen dürfen, um sich einer von einem Mann geleiteten Diözese zu unterstellen, berichtete die Tageszeitung „The Times”. Mit dem Vorschlag soll eine Spaltung zwischen Konservativen und Liberalen innerhalb der anglikanischen Kirche verhindert werden. Kritiker fürchten jedoch, dass die Wahloption für konservative Gemeinden große Löcher in die existierende geografische Diözesanstruktur reißen könnte, so die „Times”. Bei den zerstrittenen US-Anglikanern gibt es bereits mehrere sogenannte fliegende Bischöfe, die konservative Gemeinden in liberal geführten Diözesen betreuen.
  Im Prinzip hat die Generalsynode der Kirche von England schon 2005 die rechtlichen Hindernisse für die Bischofsweihe von Frauen abgeschafft. Bisher gibt es aber noch keine amtierenden Bischöfinnen. Obwohl inzwischen fast die Hälfte aller Priesteramtskandidaten in England weiblich sind, ist ihre Weihe noch immer heftig umstritten. Nach der offiziellen Zulassung von Frauen zum Priesteramt 1992 verließen 470 männliche Geistliche die anglikanische Kirche; viele traten zum Katholizismus über.
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Die anglikanische Kirche selbst befinde sich in einer bislang nicht da gewesenen Krise, bekennt Erzbischof Rowan Williams im Gespräch mit Radio Vatikan. „Das kann man nicht leugnen.”
   Ich hoffe, dass alle bereichert aus dem Erlebten hervorgehen. Doch in einigen Punkten muss ein Ruck durch unsere Gemeinschaft gehen. Wir brauchen neuen Schwung, um zu erkennen, ob wir diese internationalen Strukturen brauchen.”
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Großbritannien: Priesterinnen wehren sich
   Im Streit um die Zulassung von Frauen zum Bischofsamt haben mehr als 700 anglikanische Priesterinnen in England in einem offenen Brief an die Bischöfe sich über Diskriminierungen beklagt. Laut Presseberichten wenden sie sich gegen geplante Regelungen, wonach einzelne Gemeinden, die keine Frau im Bischofsamt akzeptieren, ihre Diözese verlassen dürfen, um sich einem männlich geleiteten Bistum zu unterstellen. „Wir können keinen Vorschlag gutheißen, der eine gesetzliche Diskriminierung von Frauen aufrechterhält und formalisiert”, heißt es in dem Brief. Die Frauen würden lieber länger auf ihre Gleichberechtigung warten, als eine solche Kompromisslösung in Kauf zu nehmen oder eine weitere Spaltung der anglikanischen Kirche herbeizuführen. Im Prinzip hat die Generalsynode der Kirche von England schon 2005 die rechtlichen Hindernisse für die Bischofsweihe von Frauen abgeschafft. Bisher gibt es aber noch keine amtierenden Bischöfinnen. Obwohl inzwischen fast die Hälfte aller Priester- amtskandidaten in England weiblich ist, ist ihre Weihe noch immer umstritten. Nach der offiziellen Zulassung von Frauen zum Priesteramt 1992 verließen 470 männliche Geistliche die anglikanische Kirche; viele traten zum Katholizismus über.
rvKNA080515gs

Für Anglikaner beten
   Die katholische Kirche sei bereit, der anglikanischen Weltgemeinschaft dabei zu helfen, ihre Einheit zu bewahren. Das sagte Kardinal Walter Kasper, Präsident des Päpstlichen Einheitsrates, in Rom. Für diese Einheit müsse man beten, ob sie gelinge, hinge weder von ihm noch vom Primas der Anglika- nischen Kirche ab. Kardinal Kasper und Erzbischof Rowan Williams hatten gemeinsam an der Einführung des neuen Anglikaner-Repräsentanten in Rom teilgenommen. Beide betonten, man müsse im ökumenischen Dialog über „wechselseitige Freundschaft” hinauskommen. Man könne sich stetig weiter annähern und voneinander lernen. - Die Leitung des Anglican Instituts of Rome übernimmt David Richardson, bislang Dekan der Anglikanischen Kathedrale von Melbourne in Australien. Die anglikanische Kirche befinde sich in einer bislang nicht da gewesenen Krise, hatte Primas Williams gegenüber Radio Vatikan bestätigt. Die derzeitigen Diskussionen um die Priester- und Bischofsweihe für Frauen sowie die Bischofsweihe für bekennend Homosexuelle belasten auch den ökumenischen Dialog.
rv080509bp

Tansania: Anglikaner ringen um die Einheit.

  Auf einem Gipfeltreffen wurde hart gerungen um die Einheit der anglikanischen Weltgemeinschaft. Beobachter halten einen Bruch zwischen dem konservativen und dem liberalen Flügel für nicht ausgeschlossen. Zentraler Streitpunkt ist der liberale Kurs der nordamerikanischen Anglikaner, die mit der Bischofsweihe eines bekennenden Homosexuellen 2003 für weltweite Proteste und eine anhaltende Krise zwischen den Nationalgemeinschaften sorgten. Scharfe Kritik gab es auch an der Wahl einer anglikanischen Bischöfin in Nordamerika. 78 Millionen Mitglieder gehören zu diesem christ- lichen Bekenntnis. Der Erzbischof von Canterbury Rowan Williams hat als Ehrenoberhaupt keine rechtlichen Befugnisse für die Entscheidungen der Nationalgemeinschaften. Dem Spitzentreffen der 38 Provinzen ging ein zweitägiges Treffen der konservativ geprägten Gruppe aus Asien und Afrika („Global South") voraus.  DTkna070215

„Homosexuelle Paare nicht segnen”
  Die Episkopalen Christen in den Vereinigten Staaten soll nach einem Beschluss der Anglikanischen Gemeinschaft nicht länger homosexuelle Priester zu Bischöfen weihen und nicht mehr homosexuelle Paare segnen. Auf ihrem Treffen in Tansania setzte die Versammlung von rund drei Dutzend anglika- nischen Bischöfen der amerikanischen Landeskirche eine kurze Frist. Sollte die Episkopalkirche ihre Praxis bis dahin nicht ändern, werde die Beziehung zur Anglikanischen Gemeinschaft „bestenfalls beschädigt”. Die Generalversammlung der Episkopalkirche in den Vereinigten Staaten forderte ihre Mitgliedskirchen daraufhin auf, „Zurückhaltung zu üben”. Der Konflikt über das Thema Homosexualität hat sowohl innerhalb der Episkopalen Christen in den Vereinigten Staaten als auch im Verhältnis von Episkopaler und Anglikanischer Gemeinschaft zu einer tiefen Krise mit Abspaltungstendenzen geführt.
gelFAZ070221

Anglikanischer Primas unter Druck - Staatskirche von England wegen liberaler Bischöfe gespalten

   Der konservative Flügel der Staatskirche von England erhöht den Druck auf den anglikanischen Primas Rowan Williams. Bei einem Treffen in dessen Amtssitz hätten hohe Kirchenvertreter dem Erz- bischof von Canterbury gedroht, die Einsetzung weiterer liberaler Bischöfe zu unterbinden, berichtete die Tageszeitung „Daily Telegraph”. Anderenfalls riskiere er eine Anarchie innerhalb der Kirche sowie eine Revolte gegen seine Autorität. Das Büro des Primas bestätigte dem Blatt, dass ein solches Treffen stattgefunden habe. Williams nehme die angesprochenen Fragen sehr ernst. Die Gruppe, die laut Bericht von Bischof Michael Nazir-Ali angeführt wurde, repräsentiere zweitausend Gemeinden, also rund ein Fünftel der Kirche von England. Nach Informationen des „Telegraph” drängten die evangelikalen Kirchenvertreter den Primas, rasch „Parallelstrukturen” einzurichten, die konservative Gemeinden und Gemeindemitglieder aus der Leitung liberaler Bischöfe entlässt und sie von ihnen akzeptierten auswärtigen Bischöfen unterstellt. Nazir-Ali, der Bischof von Rochester, galt 2002 als Williams größter Rivale bei der Wahl des neuen Primas.
   Repräsentanten des liberalen Flügels kritisierten den Vorstoß. Die konservativen Rebellen wollten die traditionelle Spannbreite und Toleranz der anglikanischen Kirche unterminieren und sie in eine „puritanische Sekte verwandeln”, sagte der Vorsitzende der Organisation „Inclusive Church”, Giles Fraser, dem „Telegraph”. 
DTkna061219

Spannungen bei Anglikanern - Amerikanische Bischöfe schließen sich Kirche in Kenia an

  Inzwischen hat sich der Riss in der anglikanischen Kirche, der über die Frage der Weihe homo- sexueller Priester entstanden ist, vertieft. Zwei amerikanische Bischöfe verließen jetzt ihren anglikanischen Kirchenzweig, die Episkopalkirche, und traten der anglikanischen Kirche in Kenia bei. Die Bischöfe Murdoch von Massachusetts und Atwood von Texas wenden sich gegen die Weihe von Homosexuellen zu Priestern oder Bischöfen. Die Streitigkeiten entzündeten sich an der Weihe des homosexuellen Priesters Gene Robinson zum Bischof von New Hampshire vor vier Jahren. Der Erz- bischof der kenianischen Anglikaner, Nzimbi, sagte, die Aufnahme der beiden amerikanischen Bischöfe in seine Kirche habe nicht die Absicht, die Kluft zu verbreitern. Sie sei nur eine christliche Antwort auf eine Bitte um Hilfe und Seelsorge von Anglikanern aus Amerika gewesen.
   Im vergangenen Jahr hatten sich zwei amerikanische Episkopal-Kirchengemeinden, die unzufrieden mit der Haltung ihrer Kirchenoberen in der Frage der Weihe von Homosexuellen waren, der Zu- ständigkeit des anglikanischen Erzbischofs von Nigeria unterstellt. Die anglikanischen Kirchen Afrikas sind überwiegend konservativ und traditionell eingestellt und lehnen die Ordinierung homosexueller Priester ab. Im Februar hatten anglikanische Bischöfe bei einem Treffen in Tansania ein Ultimatum an die amerikanische Gliedkirche gestellt und ein Ende homosexueller Priesterweihen und des kirchlichen Segens für gleichgeschlechtliche Partnerschaften verlangt. Die amerikanischen Bischöfe sollen auf diese Forderung kurzfristig antworten. Die Generalsynode der englischen anglikanischen Kirche hatte im Sommer versucht, die Spaltungsgefahr abzuwenden, indem sie ein Regelwerk empfahl, in dem die gemeinsamen Inhalte bestimmt und Abläufe zur Schlichtung von Streitigkeiten empfohlen wurden.
FAZ070901
USA: Zurück zur Mutterkirche
   Das anglikanische Bistum Pittsburgh will liberale Tendenzen anderer US-Bistümer nicht mitmachen, sondern sich eng an den Mainstream der anglikanischen Weltgemeinschaft anschließen. Darum be- schloss das Bistum jetzt seinen Austritt aus der „Episkopalkirche”, wie sich der Verbund angli- kanischer Bistümer in den USA nennt. Von jetzt an will Pittsburgh vor allem auf Canterbury hören, wo das Ehrenoberhaupt der Anglikaner, Erzbischof Rowan Williams, residiert. Die Entscheidung im Bistum Pittsburgh fiel mit deutlicher Mehrheit der Abstimmenden. Die „Episkopalkirche” in den USA, die 2,2 Millionen Mitglieder zählt, sorgt mit ihrer offenen Haltung zu Homosexuellen für große Unruhe in der anglikanischen Weltgemeinschaft.
RV081005sk

Anglikaner erleichtern Wiederheirat Geschiedener

   Die anglikanische Kirche von England will Geschiedenen die Möglichkeit zu einer erneuten Heirat geben. Eine neue Richtlinie erlaubt solchen Heiratswilligen laut „Sunday Telegraph”, sich einen liberalen Priester zu suchen, der eine erneute Heirat durchführt. Das neue Regelwerk soll bei der Generalsynode in kirchliches Recht umgesetzt werden. Bislang haben anglikanische Geistliche das Recht, eine Wiederverheiratung Geschiedener abzulehnen. Das gilt vor allem, wenn die neue Be- ziehung zum Bruch der ersten Ehe beigetragen hat und wenn nach Auffassung des Priesters noch nicht genügend Zeit seit einer Scheidung vergangen ist. DTkna070301

Anglikaner: Gottesdienst für schwule Priester geplant

   Der Erzbischof von Canterbury, Rowan Williams, plant laut Medienberichten eine Eucharistiefeier für homosexuelle Priester der anglikanischen Gemeinschaft und deren Lebenspartner. Wie die „The Times” jetzt berichtete, sollte das Ereignis am 29. November 2007 geheim bleiben. Details seien aber von der konservativ-anglikanischen Organisation Church Society im Internet veröffentlicht worden. Demnach will Williams, Ehrenoberhaupt der anglikanischen Weltgemeinschaft, während des Gottes- dienstes zum Thema „Gegenwärtige Realitäten und künftige Möglichkeiten für Lesben und Schwule in der Kirche” sprechen. Ein Sprecher des Erzbischofs sagte nach Angaben der Zeitung, es sei keine Überraschung, dass Williams sich wegen des anhaltenden heftigen Streits um schwule anglikanische Kleriker mit allen Seiten treffe, um Meinungen zu erfahren. Kritik an dem Vorhaben kam vom Generalsekretär der Church Society, Reverend David Phillips. „Die geheimnistuerischen Umstände legen den Schluss nahe, dass man etwas zu verstecken hat.” Indem Williams selbst die Eucharistie zelebriere, engagiere er sich klar über das Maß eines bloßen Zuhörers hinaus, so der Geistliche. Die Auseinandersetzung um homosexuelle Geistliche war in der anglikanischen Kirche eskaliert, nachdem 2003 der offen homosexuelle nordamerikanische Geistliche Gene Robinson zum Bischof ernannt worden war. In der Folge vertiefte sich der Graben zwischen konservativem und liberalem Flügel weltweit. Es gibt Entwicklungen, die auf eine Separierung anglikanischer Gemeinschaften in den USA und in Afrika von der Kirche von England hinauslaufen könnten. Williams bemüht sich seit Jahren, die auseinanderdriftenden Flügel zusammenzuhalten. DTkna070922

Anglikaner stehen vor der Spaltung

  Die anglikanische Weltkirche steht offenbar unmittelbar vor der Spaltung. Einem Bericht der Tages- zeitung „Daily Telegraph” zufolge ist der förmliche Beschluss zur Aufkündigung der Gemeinschaft mit dem liberalen Kirchenflügel in einem Dokument konservativer Kirchenvertreter enthalten, die etwa die Hälfte der gut 78 Millionen Anglikaner weltweit vertreten. Die Kirche befinde sich in der tiefsten Krise seit der Reformation, heißt es dort. Es gebe „keine Hoffnung mehr” auf eine Einheit mit dem liberalen Flügel der Gemeinschaft, der homosexuelle Priester in der Kirche akzeptiert, schreibt der Erzbischof von Nigeria und Wortführer der anglikanischen Traditionalisten, Peter Akinola: „Wir stehen jetzt vor einem Moment der Entscheidung.” Aus Protest gegen eine zunehmende Liberalisierung der Kirche versammeln sich mehr als 280 konservative Bischöfe in Jerusalem, um auf einer Konferenz zur Zukunft der anglikanischen Weltgemeinschaft (GAFCON) einen neuen „authentischen Anglikanismus” zu definieren. Die „Hochzeit” zweier homosexueller anglikanischer Priester in einer Londoner Kirche hatte jetzt für Aufsehen gesorgt. Konservative Kirchenverteter bezeichneten die Zeremonie als Blasphemie. Der Bischof von London, Richard Chartres, ordnete sofort eine Untersuchung des Falls an. Die beiden höchsten Vertreter der Kirche von England kritisierten den Alleingang des zele- brierenden Priesters. Der Klerus habe kein Recht, die Lehren der Kirche „einfach zu ignorieren,” hieß es in einer Stellungnahme der Erzbischöfe Rowan Williams und John Sentamu. Die Position der anglikanischen Kirche zur Sexualität sei „wohl bekannt” und „noch immer relevant".  DTKNA080621gm

aepPeterAkinolaNIGx          Foto:  Erzbischof Peter Akinola, Nigeria

Konservative rufen Liberale zu Umkehr auf. Streit um Homosexuelle:
Anglikaner unterstreichen in Jerusalem die Autorität der Heiligen Schrift

   Mit einem Aufruf an liberale Anglikaner zur Rückkehr zur „wahren Lehre” ist in Jerusalem die Globale Anglikanische Zukunfts-Konferenz GAFCON eröffnet worden. In seiner von mehr als tausend Teil- nehmern bejubelten Eröffnungsrede forderte der nigerianische Primas, Erzbischof Peter Akinola, die Befürworter der Priesterweihe bekennender Homosexueller auf, die „Autorität der Heiligen Schrift” anzuerkennen. Diese bezeichne gleichgeschlechtliche Beziehungen klar als Sünde. Die anglikanische Weltgemeinschaft mit ihren gut 78 Millionen Mitgliedern ist von Spaltung bedroht. Die Spannungen zwischen eher liberalen Kirchenprovinzen in den Vereinigten Staaten und Europa und den eher traditionell eingestellten Provinzen auf der Südhalbkugel sind immer mehr gewachsen, seit 2003 der bekennende Homosexuelle Gene Robinson zum Bischof von New Hampshire ernannt wurde. Auch in den Vereinigten Staaten, Kanada und Australien sagten sich einzelne Bischöfe und Priester von den liberalen Strömungen in ihrem Umfeld los und schlossen sich dem afrikanisch geführten kon- servativen Flügel an.
   Die in Jerusalem zusammengekommenen konservativen Anglikaner seien nicht schuld an der offen- sichtlichen Spaltung der anglikanischen Gemeinschaft, sagte Akinola, der in seiner Rede immer wieder von Applaus und „Amen”-Rufen unterbrochen wurde. Vielmehr habe der liberale Flügel durch seine modernistische Linie die Einheit aufgekündigt und zerstöre die anglikanische Identität und Zukunft: „Wir können nicht erlauben, dass Millionen Gläubige, die wir repräsentieren, in einen religiösen und spirituellen Kerker geführt werden.” Modernen „Plagen wie  Homosexualität,  Vergewaltigung und Kindesmissbrauch” müsse durch pastorale Strategien begegnet werden, forderte der Nigerianer.
   An dem Treffen in Jerusalem nehmen nach Angaben der Organisatoren mehr als dreihundert Bischöfe teil, vor allem aus Afrika und Nordamerika. Es ist eine inoffizielle Konkurrenz-Veranstaltung zur Lam- beth-Konferenz, dem höchsten Beschlussgremium der anglikanischen Weltgemeinschaft, das alle zehn Jahre tagt. Viele der bei GAFCON vertretenen Bischöfe haben angekündigt, die Lambeth-Konferenz „aus Gewissensgründen” zu boykottieren. Dennoch wird damit gerechnet, dass das Jerusalemer Treffen die Weichen für die Entscheidungen konservativer Mitglieder des Bischofsgremiums stellen wird. Ver- gangene Woche hatten konservative anglikanische Kirchenführer in einem Dokument namens „Der Weg, die Wahrheit und das Leben” de facto eine Abspaltung von dem liberalen Flügel angekündigt. Die Kirche befinde sich in der tiefsten Krise seit der Reformation, hieß es dort. Akinola warf dem Ehrenprimas der Weltgemeinschaft, Erzbischof Rowan Williams von Canterbury, fehlende Führungsqualitäten vor. Er habe es versäumt, die Episkopalkirche der Vereinigten Staaten für die Ernennung eines Homosexuellen zu disziplinieren und der anglikanischen Gemeinschaft damit eine „verheerende Wunde” zugefügt.
   Die GAFCON wird sich laut Akinola mit der Frage befassen, ob die Einheit der Kirche noch zu retten sei, da sich ein „beträchtlicher Teil” der anglikanischen Weltgemeinschaft im „Irrtum” befinde und nicht wenige „abtrünnig” seien. Zu den Bischöfen, die die Lambeth-Konferenz boykottieren wollen, gehört auch der britische Bischof von Rochester, Michael Nazir-Ali. Der Vertreter des konservativen Lagers war 2002 dem Liberalen Williams bei der Ernennung zum Erzbischof von Canterbury unterlegen. „Ich hätte ihn gerne als Erzbischof von Canterbury gesehen”, wird der Erzbischof von Uganda, Henry Orombi, im britischen „Daily Telegraph” zitiert.
   Beobachtern zufolge könnten die Ergebnisse der GAFCON zu einer Spaltung der anglikanischen Weltgemeinschaft führen. Die Organisatoren der Konferenz weisen dies bislang zurück. „Wir können nirgendwo anders hingehen, und wir haben nicht die Absicht, eine neue Kirche zu gründen”, so Akinola. 
DT080626KNA

Ök-anglLambCf-xx  KatherineJeffertsSchori

Ultimatum in letzter Minute - Die Anglikaner kommen in Tansania noch einmal ohne Spaltung davon. Foto rechts: anglikanische Bischöfin Katharine Jefferts
Foto links: anglikanische Bischöfe auf der Lambeth-Konfereznz 2008

   Nach der Konferenz der anglikanischen Weltgemeinschaft in Daressalam berichteten Sprecher im Strandhotel vor die Presse von einem neuen Ultimatum zur Vermeidung der endgültigen Spaltung der Anglikaner. Von Beginn an ging es an Jangwani Beach wenig geschwisterlich zu. Die Konservativen vor allem aus afrikanischen Nationalkirchen weigerten sich, mit der Leitenden Bischöfin der liberalen nord- amerikanischen Kirche, Katharine Jefferts Schori, das Abendmahl zu feiern und ebenso mit ihrem Ehrenprimas, Erzbischof Rowan Williams von Canterbury, der die umstrittene Kirchenführerin nach Tansania eingeladen hatte: Schon die Existenz von Bischöfinnen, erst recht einer Leitenden, ist für die Gruppierung des „Global South”, der für sich reklamiert, die Hälfte der gut 78 Millionen Anglikaner weltweit zu repräsentieren, ein Verstoß gegen biblische Lehre.
  Die gemeinsame Abschlusserklärung enthält ein scharfes Ultimatum an die nordamerikanischen Liberalen, die endgültige Abkehr von ihrem Kurs zum Thema Homosexualität unter Beweis zu stellen: keine Bischofsweihen mehr für Homosexuelle und keine Segnungsriten für gleichgeschlechtliche Paare. Ansonsten droht eine Nicht-Einladung zur Lambeth-Konferenz. Wie nun die nordamerikanischen Bischöfe mit diesem Ultimatum umgehen, konnte auch Williams nicht sagen. „Es ist ein Experiment”, sagte er: „Betet dafür.” Bislang freilich hat die nordamerikanischen Kirchenführung nur halbherzig auf die tumultartigen Proteste aus Übersee reagiert.
   Der Drahtseilakt wird noch dadurch erschwert, dass der Wortführer der Konservativen, Primas Peter Akinola aus Nigeria, nun eine Art Aufseher in den Vereinigten Staaten eingesetzt hat. Martyn Minns, ein konservativer nordamerikanischer Geistlicher aus Virginia, soll als Bischof der nigerianischen Anglikaner jene Pfarreien in den Vereinigten Staaten betreuen, die nicht unter liberaler Leitung stehen wollen. Ein klarer Verstoß gegen das Territorialprinzip der Nationalkirchen.
Die „Times” sorgt mit Spekulationen für Furore
   Die Londoner „Times” platzierte jetzt Spekulationen über eine mögliche Wiedervereinigung von katholischer und anglikanischer Kirche - unter Leitung des Papstes. Schließlich kam es nach inner- anglikanischen Querelen schon mehrfach zu Übertrittswellen konservativer Geistlicher in die katholische Kirche. Doch die Spitzen der zuständigen Dialogkommission beider Kirchen erklärten, dass die ver- meintlich „radikalen Vorschläge” beider Seiten in 35 Jahren gemeinsamer Diskussionen erarbeitet worden seien...
   Die theologische Positionsbestimmung sei weder spektakulär noch neu, noch kehre sie bestehende Differenzen unter den Teppich. Einstweilen hat Williams in Tansania das Bestmögliche erreicht und einen endgültigen Bruch verhindert. Doch in der Heimat muss sich der Primas der Kirche von England seiner nationalen Generalsynode stellen. Die Streitfragen sind dieselben, und der Graben zwischen Liberalen und Konservativen geht auch durch die anglikanische Mutterkirche.
AlexanderBrüggemannDTkna070222

KatherineJefferts-xx

Nordamerika: Streit bei Anglikanern spitzt sich zu

   Der Streit bei den nordamerikanischen Anglikanern geht weiter. Die Leitende Bischöfin der Episkopalkirche, Katharine Jefferts Schori Foto oben Mitte, erklärte die Bischofswahl eines konser- vativen Amtsbruders für „null und nichtig”, wie die amerikanische Presse jetzt berichtete. Reverend Mark Lawrence war im September zum 14. Bischof der Diözese von South Carolina gewählt worden. Er erkennt wie das gesamte Bistum die Autorität Jefferts Schoris wegen ihrer liberalen theologischen Haltung nicht an. Im Dezember leitete die Diözese erste Schritte zu einer formalen Abspaltung von der Episkopalkirche ein. Jefferts Schori teilte Lawrence nun mit, dass einige Gemeinden South Carolinas nur mit formalen und „kanonischen Mängeln” an der Wahl von Lawrence teilgenommen hätten. Damit sei kein formaler Konsens erreicht worden. Zugleich ordnete sie eine Neuwahl an. Der liberale Kurs der nordamerikanischen Kirche hat auch die anglikanische Weltgemeinschaft mit ihren gut 78 Millionen Mitgliedern an den Rand einer Spaltung gebracht. DTkna070320CT070304

RwoanWilliams-x  B-RowanWilliams-Kasper-x

Kein leichter Weg zur Einheit - Katholisch-anglikanischer Dialog:
Benedikt XVI. spricht von ernsten Hindernissen.
Foto oben:  Erzbischof Rowan Williams mit Papst Benedikt XVI. und mit Kardinal Kasper

Vereinigung mit Katholiken?
   Vertreter der anglikanischen Gemeinschaft haben einen Bericht der „Times” über eine Vereinigung mit der katholischen Kirche unter Leitung von Papst Benedikt XVI. dementiert. Der Bericht mache aus Bemühungen um Verständigung eine vermeintliche Sensation.
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Bei einem Besuch des Erzbischofs Rowan Williams von Canterbury bei Papst Benedikt
   betonten beide die Notwendigkeit eines Engagements für den Frieden in der Welt, vor allem im Heiligen Land, gegen Terrorismus, für Lebensschutz und zum Dialog mit dem Islam. Beide Kirchen- führer würdigten die ökumenischen Fortschritte in den vergangenen vierzig Jahren. Gleichzeitig aber sprach insbesondere der Papst mit Blick auf anglikanische Bischofsweihen für Frauen sowie für Homosexuelle von ernsten Hindernissen in den Kirchenbeziehungen. „Jüngste Entwicklungen insbeson- dere im Zusammenhang mit dem Weiheamt und bestimmten Moralauffassungen” hätten ernste Aus- wirkungen nicht nur innerhalb der anglikanischen Gemeinschaft, sondern auch für deren Beziehung zur katholischen Kirche. Diese Fragen seien „von vitaler Bedeutung” für die christliche Botschaft und ihre Integrität, betonte der Papst in seiner Rede und fuhr fort: „Es ist unsere große Hoffnung, dass die anglikanische Gemeinschaft auf dem Fundament des Evangeliums und der Apostolischen Tradition bleibt, die unser gemeinsames Erbe formt, und die die Grundlage unserer gemeinsamen Erwartung für die Arbeit an der vollen sichtbaren Einheit bildet.” Erzbischof Williams sprach in seiner Rede von einem offenen und ehrenhaften Meinungsaustausch über bestehende Schwierigkeiten. Diese dürften das gemeinsame Bekenntnis nicht zunichte machen.
   Seit dem Treffen im Jahr 1966, dem ersten seit der Trennung vor 400 Jahren, habe es einen „Prozess fruchtbarer Dialoge” gegeben, betonten Benedikt XVI. und Williams in einer gemeinsamen Erklärung.
DTkna061125

 Canterbury in Rom        B-RowanWilliams-xx   

  Einheit? Das ist eine Frage von “abwarten und Tee trinken”

   Vierzig Jahre nach dem 2. Vatikanischen Konzil und nach der Gründung eines anglikanischen Zen- trums in Rom, traf Erzbischof Rowan Williams Papst Benedikt XVI. und sprach mit ihm über den Stand der anglikanisch-katholischen Beziehungen, die von Experten als eine Phase von “abwarten und Tee trinken” bezeichnen.
   Erzbischof Williams erinnerte an den Besuch seines Vorgängers Erzbischof Michael Ramsey im Jahre 1966. Das war der erste Besuch eines Erzbischofs von Canterbury nach der Reformation. Beide Seiten erklärten damals als Ziel ihrer Beziehungen die volle Kirchengemeinschaft, die gegenseitige Aner- kennung der Sakramente und der Bischofs- und Priesterweihen.
   Inzwischen hat es bemerkenswerte Fortschritte auf dieses Ziel hingegeben, das zeigen die Erklärungen über die Natur der Eucharistie und über die Natur der Weihen. Jetzt aber haben sich zwei Themen wie ein Schatten über die volle Kirchengemeinschaft gelegt.
   Im Juni 2006 besuchte Kardinal Walter Kasper, der Präsident des päpstlichen Einheitssekretariats, das Haus der Bischöfe der Kirche von England. Damals sagte der Kardinal, die Kirche von England bewege sich in Richtung auf die Priesterinnenweihe. Das Ziel der vollen Kirchengemeinschaft sei dann nicht mehr erreichbar und das Verhältnis der katholischen Kirche zur anglikanischen Gemeinschaft würde deutlich kühler. Der Leiter des angikanischen Zentrums in Rom, Pastor Bill Franklin, ist seit 25 Jahren mit dem anglikanisch-katholischen Dialog befasst und ist sich sicher: “Das ‘abwarten und Tee trinken’ meint letztlich, ob sich die Anglikaner in der von Kardinal Kasper erwarteten Richtung bewe- gen.”
   Obwohl es in der Generalsynode des Vereinigten Königsreiches offenbar noch keine Mehrheit für die Weihe von Bischöfinnen gab, wurde dann am 4. November 2006 Kathryn Jeffers in der Episkopalkirche der USA als Bischöfin eingesetzt. In diesem amerikanischen Bistum der anglikanischen Gemeinschaft gab es Priesterinnen seit 1988. Das wird Folgen haben für die Anglikaner.
   Ein zweites ernstes Thema wird die anglikanische Gemeinschaft noch mehr belasten: Im Jahre 2003 wählte die Episkopalkirche in den USA einen homosexuellen Mann zu ihrem Bischof, der in Lebens- partnerschaft mit einem Mann stand. Dieser Bruch mit der Geschichte und dem Neuen Testament führte zur Entfremdung und schließlich zur Aufgabe der Kommunion mit der anglikanischen Welt- gemeinschaft.      
   Im Jahre 2004 bat Erzbischof Williams die anglikanische Gemeinschaft die Lambeth-Kommission einzuberufen, um die Folgen für die Zukunft zu studieren. Als Ergebnis erschien Oktober 2004 der Windsor-Report. Dieser Entwurf empfiehlt der anglikanischen Gemeinschaft in Zukunft eher gegen- seitig abhängig als unabhängig zu handeln.
   “Die römisch-katholische Kirche und der Vatikan haben die im Windsor-Report aufgezeigte Zukunft der anglikanischen Gemeinschaft positiv aufgenommen”, sagt Franklin. “Es wird sich zeigen, ob alle Mitglieder der anglikanischen Gemeinschaft diesen Windsor-Report als Vorlage für die Zukunft ak- zeptieren”, und fährt dann fort: “Die ökumenische Unternehmung muss weitergehen und wir müssen neue Wege öffnen für unsere gegenseitigen Beziehungen.”
   Interessant ist in diesem Zusammenhang das neue Buch “Anglikaner in Rom” von dem Ökumene- Professor der Universität Angelikum in Rom, Pater Fred Blitz. Er denkt, dass es nun an der Zeit sei, den Fortschritt der letzten 40 Jahre festzuschreiben. Seit nunmehr 35 Jahren hat die ARCIC (Angli- can/Roman Catholic International Commission) eine Reihe von Dokumenten hervorgebracht, die unse- ren gemeinsamen Glauben zum Ausdruck bringen. Vor zehn Jahren wurde eine gemeinsame Deklaration vom Papst wie auch vom Erzbischof von Canterbury unterschrieben. Die zweite Amtszeit von ARCIC hat ihren Auftrag mit der Veröffentlichung der Erklärung “Geschenk der Autorität” (1999) und “Maria: Gnade und Hoffnung in Christus” (2005) erledigt siehe im Wortlaut unten auf dieser Seite!. Prof. Blitz schreibt: “Der Dialog begann 1960, ARCIC II schloss 2005 ab, und es gibt Hoffnung auf ARCIC III. Die Hoffnung bleibt. Es ist notwendig zu vertiefen, was die Verbindung durch die Taufe bedeutet, auch das Verständnis der Eucharistie, aber auch über die Kirche. Beide Seiten sind auf dem Weg zum Ver- ständnis dieser bedeutenden Gebiete des kirchlichen Lebens.”
   Nach wie gibt es seit dem Besuch von Papst Johannes Paul II. vor 25 Jahren in England ein an- haltendes Suchen nach Einheit. Aber diese Bemühungen um die Ökumene sind heute weniger enthusiastisch. Die Aufgabe der gemeinsamen Haltung der Kirche in Bezug auf die Weihe von Frauen und homosexuellen Männern seitens der anglikanischen Gemeinschaft hat die Stimmung abgekühlt. Trotz aller unüberwindlichen Schwierigkeiten gibt es auch Hoffnung. Die gemeinsame Erklärung von Papst Benedikt und Erzbischof von Canterbury verkennt nicht die Probleme, aber zeigt auch Wege zu einer positiven Entwicklung: “Es gibt viele Bereiche, in denen wir zusammenstehen, Zeugnis ab- zulegen und zu dienen, und das ruft zu einer tieferen Zusammenarbeit unter uns. Der Einsatz für den Frieden im Heiligen Land und in anderen Teilen der Welt, bedrängt durch Konflikte und Drohungen des Terrorismus; die Stärkung der Achtung vor dem Leben von der Empfängnis bis zum Tod; den Schutz der Heiligkeit der Ehe und das Wohlergehen der Kinder im Zusammenhang mit einem gesunden Familienleben; die Nähe zu den Armen, Unterdrückten und den tief Verletzten, besonders der wegen ihres Glaubens Verfolgten, das Ansprechen der negativen Folgen des Materialismus; die Sorge für Schöpfung und Umwelt. Auch öffnen wir uns dem interreligiösen Dialog, um unseren nichtchristlichen Brüdern und Schwestern nahe zu sein.” 
TimConroyCT061203 

Ist Einheit der anglikanischen Gemeinschaft mit der katholischen Kirche noch möglich? Freundschaftsbesuch des Erzbischofs von Canterbury Dr. Rowan Williams im Vatikan

   “Die Reise der Freundschaft zwischen Anglikanern und Katholiken wird weitergehen, auch wenn der Weg zur vollen Einheit im Glauben blockiert zu sein scheint”, sagten Papst Benedikt XVI. und Rowan Williams, Erzbischof von Canterbury in einer gemeinsamen Erklärung.
  Themen der 25-Minuten-Privataudienz im Vatikan waren die Spaltung der anglikanischen Gemein- schaft, die bestehende Trennung zwischen Anglikanern und Katholiken, die Zulassung von Frauen zum Priester- und Bischofsamt und Homosexualität. Vor dem gemeinsamen Mittagessen beteten beide im Vatikan in der Marienkapelle “Mutter des Erlösers”. 
   Anlass für den Besuch von Erzbischof Williams war der 40. Jahrestag der historischen Begegnung zwischen Erzbischof Michael Ramsey und Papst Paul VI. Damit begann der offizielle anglikanisch- katholische Dialog über theologische Fragen. “Die Jahrhunderte der Entfremdung zwischen Anglika- nern und Katholiken wurden abgelöst durch ein neues Verlangen nach Partnerschaft und Zusammen- arbeit”, stellten nun der Papst und Erzbischof Williams gemeinsam fest, und sie fuhren fort: “Wir feiern das Gute, das in den vierzig Jahren des Dialogs erreicht worden ist. Aber ebenso macht es unser gemeinsamer, langer Weg erforderlich, die Herausforderungen öffentlich zu benennen, die durch neue Entwicklungen eine Spaltung der anglikanischen Gemeinschaft verursachen können, aber sich auch als ernstes Hindernis auf dem Weg der Ökumene erweisen.”
   Die anglikanische Gemeinschaft riskiert ernste und dauernde Spaltungen durch einige anglikanische Sprengel, die Frauen und bekennende Homosexuelle zur Priester- und Bischofsweihe zulassen und gleichgeschlechtliche Partnerschaften segnen. In einer anschließenden Pressekonferenz erklärte Erz- bischof Williams, eine Entscheidung der Kirche von England, der Mutterkirche der anglikanischen Gemeinschaft, über die Bischofsweihe von Frauen sei “noch nicht letztlich entschieden”.
   Im Juli 2006 sah die Synode der anglikanischen Gemeinschaft keinen theologischen Grund, warum Frauen nicht zu Bischöfen geweiht werden sollten, und eine Kommission wurde eingesetzt, die prak- tischen Vorbereitungen zu erarbeiten.
   Erzbischof Williams berichtete von der Privataudienz, der Papst habe gewünscht, “etwas über die Erfahrung und die Auswirkung der Frauenordination in der anglikanischen Gemeinschaft zu hören, und ich habe gern über die Vorteile berichtet, die nach meiner Meinung  dadurch bewirkt wurden und auch über den theologischen Hintergrund.” - Die christliche Gemeinschaft sei verpflichtet, Änderungen wahrzunehmen “auf der Basis gemeinsamer theologischer Prinzipien und gemeinsamen biblischen Verständnisses, nicht aber als Antwort auf innerweltlichen Druck”, sagte Erzbischof Williams und Benedikt stimmte ihm zu. Dann ergänzte er in seine Erwägungen über die Ordination von Bischöfinnen: Die Kirche von England müsse sich ihrer “einwandfreien theologischen Fundamente” für ihre Ent- scheidung sicher sein. Es dürfe nicht einfach eine Reaktion auf das verbreitete Denken sein, Frauen müssten gleichen Zugang zu leitenden Positionen in allen Lebensbereichen haben.
Ist die Ökumene in England damit am Ende?          
   Als sich der Erzbischof von Canterbury, Dr. Rowan Williams, mit Papst Benedikt XVI. im Vatikan traf, bestand über das Ergebnis dieser Gespräche keine großen Erwartungen. Die Begrüßung war herzlich, sie sprachen über die engen Bande der Freundschaft und des Glaubens, aber es ging auch um “ernstliche Hindernisse”, die einer vollen Wiedervereinigung im Wege stehen und ebenso über die Probleme, die durch “Meinungsverschiedenheiten” innerhalb der anglikanischen Gemeinschaft ver- ursacht waren. Unter dem Eindruck dieser Probleme war die Fortführung dieses “Dialogs” sehr be- lastet.  So ist das nun mal. Der Dialog wird nun nicht länger als Mittel zum Ziel angesehen, sondern der Dialog selbst ist das Ziel.
  Aber wird sich nun irgend etwas  ändern als Ergebnis dieses Gesprächs? Kommen beide Gemein- schaften der Einheit näher? Werden Anglikaner und Katholiken in den Kirchenbänken etwas mehr Wärme für einander empfinden als sie jetzt schon haben? Die Antwort lautet klar: Nein. Kardinal Murphy-O'Connor, Erzbischof von Westminster, beschrieb den Weg der Ökumene als eine “Autobahn ohne Ausfahrt”, jetzt aber scheint Ökumene eine Straße nach “Nirgendwohin” zu sein. 
   Vor vierzig Jahren war das noch alles anders. Nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil erstarkte die ökumenische Bewegung; alles schien möglich. Als 1966 der damalige Erzbischof von Canterbury, Michael Ramsay, Papst Paul VI. besuchte, sahen das viele als Wendepunkt an. Im idealistischen Geist der 1960er Jahre fragten einige Kommentatoren wann und nicht ob die volle Wiedervereinigung zwischen Canterbury und Rom vollzogen würde. Als dann die anglikanisch-katholische internationale Kommission (ARCIC) 1970 mit ihrer Beratung begann, erhofften und erwarteten die Teilnehmer die volle Einheit noch vor dem Ende des Jahrhunderts. Das war ein gewagtes und ehrgeiziges Ziel, das aus heutiger Sicht unverständlich erscheint.
    Ein Problem besteht darin, dass die katholische Kirche und die aus der Reformation hervor- gegangenen Gemeinschaften sehr unterschiedliche Vorstellungen vom Ziel der Ökumene haben. Kardinal Cormac Murphy-O'Connor, Erzbischof von Westminster, der in der Zweiten Sitzungsperiode von ARCIC Mit-Vorsitzender war, wie auch andere ökumenisch Begeisterte in der katholischen Kirche haben unter Kircheneinheit immer die sichtbare Institution gesehen. Nach diesem Modell bedeutet die volle Einheit zugleich einen Zusammenschluss unter Anerkennung der Jurisdiktion des Papstes und unter Bewahrung eigener Traditionen, ähnlich wie bei den mit Rom unierten Kirchen des Ostens.
   Andererseits erwarten Anglikaner und Reformierte die Einheit fast gänzlich auf Ortsebene. Nach diesem Modell bedeutet die Union die gegenseitige Teilhabe an der Eucharistie, gemeinsame Gebete und das Zusammenlegen der kirchlichen Resourcen – aber gewiss nicht die Übernahme “schwieriger” katholischer Dogmen wie die Unfehlbarkeit des Papstes. Annehmbar für Anglikaner wäre höchstens eine eher unbestimmte Anerkennung des Papstes als Erster unter Gleichen, aber nicht die Jurisdiktion. Überhaupt scheint es bei den Anglikanern ein größeres Sehnen nach Einheit mit den Methodisten und anderen Gemeinschaften zu geben, als in den Schoß der römischen Kirche zurückzukehren. Nach allen Dialogen und gefühlsbetonten ökumenischen Zusammenkünften sind die anglikanische Gemeinschaft und die katholische Kirche gegenüber dem Beginn der ökumenischen Bewegung heute weiter aus- einander denn je zuvor. Trotz aller Lippenbekenntnisse und dem Wunsch nach engeren Beziehungen, haben sich die Anglikaner einseitig vom Katholizismus wegbewegt und Hindernisse zur realen Einheit errichtet, die sich nun wohl als unüberwindbar erweisen werden.
   Ein klassisches Beispiel dafür ist der Beschluss der General-Synode der Kirche von England im Jahr 1992 Priesterinnen zu ordinieren. Bei dieser einseitigen Entscheidung die Natur des Priestertums zu verändern bestand die Kirche von England darauf, dass sie das Recht habe innerhalb ihrer eigenen Strukturen zu tun, was ihr gut scheint - auch in Bezug auf das Priestertum. Sie sieht das Priestertum fundamental anders als die orthodoxe oder katholische Kirche. Jetzt unterstützt die Generalsynode auch die Ordination von Bischöfinnen. Dieser Schritt zerstört jegliche Hoffnung auf eine institutionelle Vereinigung  zwischen Canterbury und Rom. Weitere Probleme werden verursacht durch die schlei- chende Zustimmung zu homosexuellen Partnerschaften.
   Das Hauptproblem im anglikanisch-katholischen Dialog - wovon immer noch einige Anglikaner und Katholiken die Einheit erwarten - ist die grundverschiedene Auffassung über das, was “katholisch” be- deutet. Der anglikanische Klerus mag ähnliche Gewänder tragen, ihre Liturgie mag der katholischen vergleichbar erscheinen, aber das sieht oberflächlich nur so aus. Papst Leo XIII. erklärte 1896 die anglikanischen Weihen für “null und nichtig”, weil sich das anglikanische Verständnis der Ordination  schon seit Beginn der Trennung von Rom fundamental unterscheidet vom sakramentalen Priestertum nach katholischem Glaubensverständnis.
   Vor 40 Jahren begann die ökumenischen Bewegung mit Enthusiasmus und großer Hoffnung – jetzt müssen wir neu nachdenken und uns fragen: Was ist das Ziel der Ökumene? Etwa die institutionelle Einheit aller Christen in einer einzigen Kirche?  Aber was für eine Kirche würde das sein?  Würde das bedeuten, dass wir auf alles unterscheidend Katholische verzichten müssen, damit eine “Kirche des kleinsten gemeinsamen Nenners” errichtet würde? Dann wird es Zeit, diese Illusion aufzugeben. Wir müssen lernen zu unterscheiden zwischen einer “echten Ökumene” und einer “falschen”.  
   Die echte Ökumene hat viel erreicht. Vorüber sind die Tage, wo Katholiken nicht mit anderen Christen gemeinsam beten konnten, weil man sie als Häretiker ablehnte. Heute kennt und respektiert eine echte Ökumene die Unterschiede zwischen den christlichen Gemeinschaften und sucht gemein- sam Ziele zu erreichen, wie das Streben nach Gerechtigkeit und die Durchsetzung christlicher Grundwerte in Politik und Gesellschaft. Christen können zusammenarbeiten und ihre Kräfte ange- messen bündeln, zum Aufbau einer besseren und gerechteren Gesellschaft. 
   Der Problem einer falschen, unehrlichen Ökumene ist - vielleicht in bester Absicht, aber letztlich doch in einem abgehobenen Versuch der Wiedervereinigung mit den Anglikanern - dass Unterschiede einfach überspielt werden, um so eine Illusion einer nicht existierenden Einheit zu schaffen. Solche unehrliche Ökumene dient nicht der wirklichen Einheit, sondern führt zu Missbräuchen eines “ge- meinsamen Abendmahls” oder auch der Geringschätzung von wesentlich katholischen Elementen bei ökumenischen Treffen. Diese Missbräuche verwirren Gläubige aller christlichen Gemeinschaften und vermitteln den Eindruck, dass Trennendes zwischen den Konfessionen, wie die heilige Messe, die Verehrung der Gottesmutter Maria und das Amt des Papstes nur nebensächliche Hindernisse auf dem Weg zur Einheit sind – und nicht unaufgebbare Pfeiler unseres Glaubens. 
   Wenn katholische Christen sich bezeichnen als “Christen katholischer Tradition”, unterstellen sie, dass alle Christen grundsätzlich identisch sind, nur getrennt durch zufällige äußerliche Merkmale oder “Traditionen”. Die katholische Kirche ist einzig, und wer das leugnet, dient damit nicht der Ökumene. Wenn die Wahrheit aufs Spiel gesetzt wird, ist Ökumene bereits gescheitert.
   Anstrengungen zu einer wirklich institutionellen Einheit sollten mit den Orthodoxen Schwesterkirchen unternommen werden. Eine solche Einheit ist nicht nur möglich, sondern mit Gottes Hilfe auch gebo- ten. Der Besuch des Papstes in Istanbul beim Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I., dem geistlichen Führer der orthodoxen Christen war sicher von weitaus größerer Bedeutung als das Treffen mit dem anglikanischen Erzbischof Williams von Canterbury. Anders als die Kirche von England bewahrt die orthodoxe Kirche das gültige Priestertum und alle Sakramente. Es hat in der fast 1000-jährigen Trennung viele Verletzungen und Kränkungen zwischen Rom und Konstantinopel gegeben, aber die Fundamente zur Wiederherstellung der vollen Einheit sind geblieben. Wenn - wie Papst Johannes Paul II. sagt: “die Kirche wieder mit beiden Lungenflügeln  atmen wird” – Ost und West wieder vereint sind, erst dann kann wohl die eigentliche Einheit mit den aus der Reformation hervorgegangenen Gemeinschaften gefunden werden.
   Gleichwohl kann und darf die ökumenische Bewegung im Westen nicht zu Ende sein. Durch Dialog, Respekt und das Wissen, dass Christen eine gemeinsame Taufe bekennen, müssen wir neue Wege und Formen der Zusammenarbeit finden, damit wir ein starkes, gemeinsames Zeugnis vom Evangelium in der modernen Welt geben können. Aber das Bild von einer ökumenischen Autobahn ohne Ausfahrt trägt nicht mehr. Das halsstarrig zu leugnen, hilft keinem weiter.  
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 Anglikanischer Erzbischof von Canterbury Foto oben fordert Einführung der Scharia
„Soziale Spannungen vermeiden”

  Der Erzbischof von Canterbury, das geistliche Oberhaupt der Anglikanischen Gemeinschaft, hält die Einführung einiger Teile des islamischen Rechtssystems in Großbritannien für „unvermeidlich”.
   Das Vereinte Königreich müsse „der Tatsache ins Auge blicken”, dass sich einige der Bürger nicht mit britischem Recht identifizierten, sagte Rowan Williams dem BBC-Radio. Einige Aspekte der Scharia zu übernehmen könne helfen, soziale Spannungen zu vermeiden. Muslime sollten so beispielsweise bei Ehe- oder Finanzstreitfällen zwischen den Rechtssystemen wählen können.
   Die Aussage des christlichen Erzbischofs befeuerte die Debatte über die Integration der rund 1,7 Millionen Muslime in Großbritannien. Die Regierung wies die Bemerkung zurück: Premier Gordon Brown glaube, dass „in diesem Land britisches Recht gelten sollte”. 
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Empörung in Britannien: Erzbischof will die Scharia

  „Aufruhr über britisch-islamisches Recht” lautete die Schlagzeile der Londoner „Times”. Selten hat die Rede eines englischen Kirchenmannes eine derart vehemente Reaktion gezeitigt. Rowan Williams, als Erzbischof von Canterbury der bedeutendste Geistliche in Großbritannien und Führer der Angli- kanischen Gemeinschaft, hat in einer Rede vor dem Königlichen Gerichtshof die Einführung von Ele- menten der islamischen Scharia in das britische Rechtssystem als „unvermeidlich” gefordert.
   Williams argumentierte, eine „pluralistische Rechtsprechung” würde es den Muslimen im Vereinigten Königreich gestatten, ihre juristischen Probleme entweder nach herkömmlichem Recht oder nach der Scharia zu regeln. Großbritannien solle sich der Tatsache stellen, dass einige seiner Bürger ohnehin nicht das   Rechtssystem des Landes akzeptierten. In dem Prinzip „ein Recht für alle" liege sogar eine Gefahr.
   Die Scharia ist das strenge, religiös legitimierte Gesetz des Islam. In mehreren Staaten wie Saudi- Arabien oder dem Iran wird es brutal ausgelegt, dort finden Auspeitschungen, Amputationen von Gliedmaßen und Hinrichtungen wie Steinigungen statt. Auch sind die Rechte der Frau in der Scharia stark eingeschränkt.
   Erzbischof Williams betonte, er denke nicht an Körperstrafen oder die Beschneidung der Frauen- rechte, aber die Empörung ist groß. Premier Gordon Brown ließ erklären, in Großbritannien solle briti- sches Recht Anwendung finden, „basierend auf britischen Werten”. Innenministerin Jacqui Smith sagte. „Es gibt nur ein Recht in diesem Land - und das ist das demokratisch legitimierte Recht.”
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Canterbury sorgt für Wirbel:
Erzbischof Rowan Williams will islamisches Recht in britische Gesetze integrieren.

   Selbst für das traditionell raue Klima im britischen Blätterwald mag die Zuspitzung gewagt sein, doch sie reflektiert einen realen Sturm der Entrüstung. Ausgelöst hat ihn der Erzbischof Rowan Williams mit einem Interview für das Radioprogramm BBC 4. Dabei schlug er vor, Teile der islamischen Scharia- Gesetzgebung speziell für Muslime in die britische Zivilrechtsprechung aufzunehmen.
   Zur Begründung verwies Williams darauf, dass „gewisse Regelungen der Scharia in unserer Gesel- schaft doch praktisch sowieso schon akzeptiert sind”. Das war ein Stich ins politische Wespennest. Dabei hat Williams mit seiner Beschreibung des Status quo gar nicht Unrecht: Viele muslimische Gemeinden im Vereinigten Königreich haben längst kleine Scharia-Gerichtshöfe. Ähnlich wie Amateur- gerichte orthodoxer Juden werden sie geduldet - solange niemand verlangt, dass ein weltliches Gericht ihre Entscheidungen anerkennt.
   Anders als Teile der Boulevardpresse nun suggerieren, wird von den inoffiziellen Scharia-Gerichten niemand mit Auspeitschung oder dem Abhacken der Hände bestraft. Es geht vielmehr meist um Besitz- und andere zivilrechtliche Streitigkeiten - wenngleich auch Scheidungsbegehren behandelt und dabei Frauen offenkundig benachteiligt werden.
   Solange dies unter dem Deckel gehalten wurde, konnten die Briten als Verfechter des gesunden Menschenverstandes gut damit leben. Schließlich machen die rund 1,7 Millionen Muslime des Insel- staates weniger als drei Prozent der Bevölkerung aus. Und die meisten von ihnen - darauf machte der Rat britischer Muslime aufmerksam - „respektieren Recht und Gesetz Großbritanniens ohne Ein- schränkungen”.
   Nun trifft die Wucht der öffentlichen Kritik ausgerechnet einen christlichen Kirchenführer, der sich schon lange für einen konstruktiven Dialog zwischen Muslimen und Christen einsetzt. Immer wieder hat Williams zu einer intensiveren Beschäftigung mit dem Islam aufgerufen. Seine respektvollen Äußerungen über Muslime stehen im Gegensatz etwa zur Aufgeregtheit des aus Pakistan stammenden Anglika- nerbischofs von Rochester, Michael Nazir-Ali. Dieser hatte kürzlich mit der Warnung für Aufsehen gesorgt, in Großbritannien entwickelten sich Wohngebiete von Muslimen zu „gefährlichen No-Go- Zonen” für Andersgläubige.
    Dennoch scheint der Erzbischof den Bogen überspannt zu haben. Von Premierminister Gordon Brown bis zu Oppositionshinterbänklem reichte die Front der Empörung. Brown betonte, dass „britische Gesetzgebung stets auf britischen Werten” zu beruhen habe. Als „spalterisch und gefährlich” bezeichnete Trevor Philips, der Leiter der staatlichen Kommission für Menschenrechte, den Vorstoß des Erzbischofs.
   Die Sprecherin der Konservativen Partei für kommunalen Zusammenhalt und Soziales, Baronin Sayeeda Warsi, hielt Williams Idee für „nicht sehr hilfreich”. Was der Erzbischöf hier vorschlage, sei doch, „dass zwei verschiedene Rechtssysteme nebeneinander her laufen sollen, fast parallel, und den Leuten die Chance gegeben werden soll, sich des einen oder des anderen zu bedienen - das ist vollkommen unakzeptabel”, fand Baronin Warsi. Der Vorsitzende der Liberaldemokraten, Nick Clegg, versicherte Rowan Williams seines Respekts, konnte aber „in dieser Frage absolut nicht mit ihm übereinstimmen”.
   Auch die britischen Medien waren sich - ausnahmsweise - einig. Die konservative „Times” warf dem Bischof vor, mit seiner „Beschwichtigungspolitik” gegenüber den Moslems „einen schweren Fehler” be- gangen zu haben. Der liberale Guardian meinte, Williams habe „ein Talent dafür, Probleme zu schaffen, wo keine existieren”.
   Und das auflagenstarke Boulevardblatt „The Sun" rückte Williams gar in die Nähe islamischer Ter- roristen: „Der Erzbischöf von Canterbury hat Al Qaida einen Sieg beschert, indem er die Einführung der Scharia in Großbritannien als unvermeidlich bezeichnete.” Daneben stellte das Blatt Bilder von den Terroranschlägen im Londoner Nahverkehrsnetz im Sommer 2005, bei denen mehr als 50 Menschen von islamischen Selbstmordattentätern umgebracht worden waren.
   Wiewohl er sieben Sprachen spricht, scheint Williams immer mehr Schwierigkeiten zu haben, sich den Seinen verständlich zu machen. Schon nach den Ereignissen des 11. September 2001 erklärte er, dass auch Terroristen „ernste moralische Ziele” haben könnten und es wenig Sinn mache, die Urheber der Vernichtungsaktion „böse” zu nennen. Seine wiederholten Attacken gegen den Irak-Krieg und seine Bemerkung, dass sich die USA schlimmer verhielten „als Großbritannien auf der Höhe seiner Kolonial- zeit”, wurde indes von Millionen Kriegsgegnern durchaus dankbar aufgenommen.
HAThomasBurmeisterPeterNonnenmacher080209

Vatikan: Tauran skeptisch zu Scharia
   Kurienkardinal Jean-Louis Tauran ist gegen die Übernahme von Teilen des islamischen Rechts in Eu- ropa. Das sagte er in Rom. Die Scharia sei „nicht wirklich mit dem bürgerlichen Recht zu vereinbaren”, so der Leiter des vatikanischen Dialogrates. Er ging damit auf Distanz zu einem Vorschlag des angli- kanischen Primas Rowan Williams. Dieser kann sich vorstellen, dass zumindest Teile des islamischen Rechts auch in Großbritannien gelten könnten, um die Integration islamischer Einwanderer zu er- leichtern. Williams Vorschlag hatte im Februar zu einer heftigen Debatte in Großbritannien geführt. Kardinal Tauran meinte jetzt, es stelle sich ja schon von Anfang an das Problem, welchen Teil der Scharia genau man denn anwenden solle. Im Übrigen müssten auch die Christen in arabischen Staaten ihren Glauben frei ausüben dürfen, wenn das den Moslems im Westen zugestanden werde.
rv-ansa080311sk

Father Michael Edwards  FrPeterEdwardsJoannaBogle-x   Joanna Bogle

Wege des Glaubens führen nach Rom
Joanna Bogle - “Catholic Times” -  trifft Father Peter Edwards in New Maiden

   Als Papst Johannes Paul II. im Jahre 1989 Zambia besuchte, nahm er an einem ökumenischen Gottesdienst in der anglikanischen Heilig-Kreuz-Kathedrale in der Hauptstadt Lusaka teil. Beim Eintritt in die Kathedrale wurde ihm vom Dekan traditionsgemäß ein Kreuz gereicht, das er ehrfürchtig küsste. Das aus zambischen Kupfer geschlagene Kreuz gehörte dem Dekan persönlich, für den es jetzt eine besondere Bedeutung erhielt. Nun hängt dieses Kruzifix in einem katholischen Pfarrhaus in einem Vorort von London. Der Dekan der Kathedrale von Lusaka wurde katholischer Priester und ist jetzt Pfarrer von Sankt Joseph in New Maiden, Surrey.
   Peter Edwards wuchs auf in Kingston-on-Thames. Dort gehörte er zur (anglikanischen) St.-Lukas- Gemeinde. Er übernahm dort Küsterdienste und wurde Leiter einer Jugendgruppe. Schon seit dem siebten Lebensjahr hatte er den Wunsch, Priester zu werden – und hat diese Berufung bis heute nicht in Frage gestellt. “Dass ich damals zur anglikanischen Kirche ging, war eher Zufall”, sagt er heute. “Meine Mutter hatte dafür gesorgt, dass ich getauft wurde und wollte mich zur Sonntagskatechese schicken. Wir machten uns auf den Weg und gingen nacht rechts – aber wir hätten ebenso gut links abbiegen können, dann wäre ich ein kleiner Baptist geworden!”
   Nach Beendigung seiner Schulzeit ging er nach Alton Abbey und meldete sich bei den (anglika- nischen) Benediktinern an. Zwei Jahre blieb er dort als Postulant und Novize. Dann entschied er sich doch lieber für den Dienst in der Pfarrseelsorge, bewahrte aber seine strenge benediktinische Spiritu- alität. Er ging nach Oxford und studierte im St.Stephen's House anglikanische Theologie. Als Vicar wirkte er seit 1975 in der Gemeinde St.Peter und Paul, Teddington, Middlesex, wo er mit der gründ- lichen Renovierung der Kirche betraut wurde. Dort wurde er auch Studentenseelsorger an der Hoch- schule St. Mary, Strawberry Hill. Eines Tages bat ihn sein Bischof, ob er nicht als Geistlicher an die Heilig-Kreuz-Kathedrale nach Lusaka gehen wolle. Dabei unterstütze ihn Dr. Graham Leonard von der Londoner Diözese, der heute ebenfalls katholischer Priester und Monsignore ist. “Eigentlich wollte ich nicht gehen”, sagt er heute, “ich vertrage heißes Wetter nicht gut und ich mag auch nicht kribbelnde eklige Insekten! Ich hatte viele Gründe, nicht zu gehen. Aber als die Frage ‘wollen Sie gehen’ sich änderte in ‘warum wollen Sie nicht gehen?’, fühlte ich mich im Gewissen zur Zustimmung verpflichtet”
   So stimmte er zu, “ein paar Jahre” nach Afrika zu gehen. Acht Jahre brachte er sich dann in Lusaka ein. Die anglikanische Kirche in Zambia - und in Afrika überhaupt - ist eher konservativ ausgerichtet und “dort war man erschüttert über Trends, die sich in England abzeichneten”. Die Christen in Lusaka pflegen das besondere Erbe der kirchlichen Hymnen und der Liturgie. Nach vier Jahren wurde er gebeten vier weitere Jahre als Dekan zu bleiben mit dem Ziel, die Kirche zu “afrikanisieren”, das heißt, den englischen Klerus durch zambischen zu ersetzen.
   “Als ich nach England zurückkam, erlebte ich einen Kultur-Schock”, sagt Pfarrer Edwards, “sehr viel hatte sich verändert, und ich musste in meinem eigenen Land viele Dinge neu lernen.” Es gab wachsende Spannungen in der anglikanischen Kirche, die schließlich erfolgreich in die Kampagne mündeten, Priesterinnen zu ordinieren. Viele Mitglieder der anglikanischen Kirche sahen darin eine endgültige Grenzüberschreitung, die uns real von den historischen katholischen Wurzeln trennt. An diesem Punkt wusste der Domkapitular und Pfarrer der anglikanischen Marienkirche in Swanley, Kent, dass er sich der römisch-katholischen Kirche anschließen müsste.
   “Man wird nicht katholisch, weil einem einige Dinge in der anglikanischen Kirche nicht gefallen”, sagt er nachdrücklich, “man wird katholisch, weil man in der katholischen Kirche die Wahrheit und Vollmacht erkennt.” Und mehr als das: “Wenn die Schuppen von den Augen gefallen sind, sieht man deutlich, dass es eine Illusion ist, anzunehmen, es gäbe katholische Priester in der anglikanischen Gemeinschaft – und dann muss man gehen – das ist eine Sache der Ehrlichkeit.” 
   Es war eine Zeit von großen Diskussionen, aber auch von Unverständnis der Freunde und Kollegen – Menschen, mit denen man Seite an Seite jahrelang zusammen gearbeitet haben, die einander gern hatten und einander vertrauten. “Besonders gab es Spannungen mit dem älteren Klerus, der sich gegen diesen Trend, gegen die liberale Theologie viele Jahre gestemmt hatte. Sie waren oft anderer Meinung als wir jüngeren, die nun weggingen: ihr Standpunkt war: wir sollten bleiben und kämpfen.” Aber Peter Edwards war mit seinen beiden Kaplänen überzeugt, dass sie den nun gehen müssten und zwar in die katholische Kirche. Etwa dreißig Gemeindemitglieder dachten das auch.
  Sie wurden herzlich aufgenommen. Papst Johannes Paul II. hatte den englischen Bischöfen em- pfohlen, “großzügig zu sein” gegenüber diesen anglikanischen Konvertiten, die den Weg nach Rom in integrer Gewissensentscheidung gegangen sind. Sie wurden als Laien angenommen. Besondere Hilfe wurde denen zuteil, die sich auf die Priesterweihe vorbereiten wollten. Sie studierten zwei Tage in der Woche im Priesterseminar in Wornersh und arbeiteten die übrigen Tage als Pastoralassistenten in verschiedenen katholischen Gemeinden. Bischof John Jukes weihte sie dann zu Diakonen in St. Teresa in Ashford, Kent. Die Priesterweihe empfingen sie durch Erzbischof Michael Bowen 1996 in der St. Georgs-Kathedrale zu Southwark.
   “Für einige von uns war es härter als für andere. So war es z.B. für verheiratete Männer ein Großes Opfer und auch mit Risiken verbunden – der Verlust der Dienstwohnung, das Verlassen eines klaren beruflichen Lebensweges usw. Aber man darf nicht zurückblicken: wir müssen auf Gott vertrauen. Der einzige Augenblick, in dem man wirklich lebt, ist die Gegenwart. Das ist die einzig existierende Wirklichkeit, dafür kann man Verantwortung übernehmen, das Rechte zu tun und sich darauf zu verlassen, dass Gott dir helfen wird, dieses zu tun.”
   Nach einer Zeit der Einarbeitung als Priester in der Thomaskirche zu Canterbury, als Krankenhaus- und Gefängnisseelsorger wurde der Neupriester Peter Edwards zum Pfarrer der Josefskirche in New Maiden ernannt. Als er dort 1998 ankam, stürmten viele Aufgaben auf ihn ein. Die Gemeinderäume bedurften dringend der Renovierung. An mehreren strategischen Stellen waren Eimer und Gefäße aufgestellt, um den Regen aus dem undichten Dach aufzufangen. Pfarrer Edwards unternahm große Anstrengungen, Spenden zu sammeln für das neue Gemeindezentrum, das siebzig Gruppen Raum bieten sollte. Innerhalb eines großen Gemeindejubiläums konnte das Gemeindezentrum eröffnet werden. Eine umfangreiche Buchausstellung wurde eingerichtet – Pfarrer Edwards ist Kurator des CTS- Buch- versands und Präsident des Verleger-Gremiums – außerdem umfasst das Zentrum Versammlungsräume, einen großen Saal und eine gut eingerichtete Pantryküche. An der Außenwand  zur Hauptstraße hängt ein großes Kreuz. Das Gemeindezentrum dieser blühenden Gemeinde ist jeden Tag geöffnet, 40 junge Leute werden in diesem Jahr auf die Firmung vorbereitet und große Gruppen von Kindern haben sich für die Erstkommunion 2008 angemeldet.
   Aber das Zentrum der Gemeinde ist die Kirche, die von früh morgens bis spät abends dem Gebet offensteht. Jeden Donnerstag wird ganztägig zur Anbetung des Heiligsten Sakraments eingeladen, Listen liegen aus, in die sich die Beter eintragen können.  
   Vor zwei Jahren unternahm eine Gruppe aus der Gemeinde eine Pilgerreise nach Rom, wo sie ein unerwartetes großes Drama miterleben konnte. Papst Johannes Paul II. war gerade gestorben. Unübersehbare Menschenmengen drängten sich durch die ewige Stadt. Das von uns belegte Hotel wurden von Fernsehteams übernommen und unsere Gruppe fand näher zur Küste Quartier. Dank der guten Ortskenntnisse unseres Fahrers konnten wir über Nebenstraßen und Umgehungen Staus vermeiden und den Petersdom erreichen. Mit Millionen Pilgern gaben wir dem aufgebahrten Heiligen Vater die letzte Ehre. Derselbe Papst, der vom anglikanische Dekan Peter Edwards in seiner Kathe- drale in Zambia begrüßt wurde, lag nun vor ihnen und schien Pfarrer Edwards in seiner eigenen Basilika zu Rom willkommen zu heißen – nach einer langen Pilgerfahrt endlich zuhause.   
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Anita Henderson, Ehefrau eines anglikanischen Bischofs wurde katholisch
Foto Mitte: anglikanische Kathedrale von Tuam, Foto rechts: Bischof Richard Henderson,
Foto links: Bischof Henderson mit dem katholischen Bischof von Kilala John Fleming

   Bischof Richard Henderson von Tuam, Killala und Achonry unterstütze den Schritt seiner Frau, teilte die anglikanische Diözese auf ihrer Website mit. Er habe auch mit der ganzen Familie dem Gottesdienst beigewohnt, bei dem die Konversion vollzogen wurde. Anita Henderson wurde als Tochter eines Pries- ters der Kirche von Irland in Cork geboren. Familie Henderson hat zwei Töchter und einen Sohn.
   Im Anschluss veröffentlichte Bischof Henderson gemeinsam mit dem katholischen Bischof von Killala, John Fleming, eine Erklärung, in der sie auf die Religionsfreiheit verweisen. Darin heißt es, die Gewis- sensentscheidung der Frau verdiene Respekt. Gute Wünsche, Gebet und Segen beider Bischöfe würden sie künftig begleiten. Die Bischöfe betonen, die Zeit, in der die Entscheidung Anita Hendersons reifte, sei eine Zeit “beispielloser Freundschaft und Zusammenarbeit” gewesen. Die Gemeinden seien sich be- wusst geworden, “wie viel wir gemeinsam haben und wie unverwechselbar die unterschiedlichen Traditionen gleichzeitig bleiben”. In diesen Zeiten sei es ein positives Zeichen, wenn sich jemand so intensiv auf die Suche nach seiner spirituellen Heimat mache. kap0710 
  
Anita Henderson kommentiert ihre Entscheidung: “Dies ist der Höhepunkt einer langen Reise des geistlichen Suchens. Ich bin sicher, dass Gott mich auf diesen Weg gerufen hat”. Frau Henderson setzte sich mit ihrem Mann  stark für die ökumenischen Beziehungen zur irischen katholischen Kirche ein. Ihre Freunde berichten, dass sie öfter an geistlichen Besinnungstagen amerikanischer Mönche in Holy Hill Heritage in Skreen, Co. Sligo; teilgenommen hat. Anita Henderson unterstütze den Gottes- dienst in der anglikanischen St. Patrick-Kathedrale in Killala, wo sie das Amt einer Lektorin über- nommen hatte. Bischof Hendersen ist ein hochgebildeter Mann der Kirche von Irland, ein exzellenter Prediger und geistlicher Führer. 

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   Dies ist nun bereits der zweite prominente Übertritt von der anglikanischen Gemeinschaft zur katholischen Kirche in einem Monat. Auch der Bischof Jeffrey Steenson Foto oben links von der protestantischen Episcopal-Krche ging diesen Weg. Sie stehen in der geschichtlichen Tradition von englischen bekannten Persönlichkeiten wie den Seligen John Henry Kardinal Newman, die Heilige Elizabeth Seton, Msgr. R. R. Benson, Msgr. Ronald Know, Pfarrer Gerard Manley Hopkins, Pfarrer Motague Summers, G. K. Chesterton und Evelyn Waugh.
   Der Grund für den Schritt: „Ich merke, dass mich die Verpflichtungen meines Amtes in der Episko- palkirche an einen Platz abseits von Schrift und Tradition führen.” Der US-anglikanische Bischof Jeffrey N. Steenson hat jetzt seine Heimkehr zur katholischen Kirche bekannt gemacht. Das berichtete die konservative anglikanische Vereinigung ‘Living Church Foundation’. Steenson gehört zum konservativen Richtung der Episkopalkirche – wie sich die US-Anglikaner offiziell nennen. Er ist seit 2005 Bischof der anglikanischen Diözese Rio Grande im südlichen US-Bundesstaat New Mexiko.
   Seine Konversion kündigte Steenson in einem Schreiben an die Pfarrer an. Darin lud er diese auch zusammen mit der Vorsitzenden der US-anglikanischen Bischofskonferenz, Frau Katharine Jefferts Schori Foto oben rechts, zu einer Konferenz ein. Danach werden die Gläubigen seiner Diözese brieflich informiert.
  Manchen erscheine seine Konversion als unverständlich, anderen als unloyal – erklärte Steenson im Gespräch mit der  ‘Living Church Foundation’: „Ich glaube, dass der Herr mich nun in diese Richtung ruft.” Für Steenson ist es wichtig, die anglikanische Gemeinschaft in Übereinstimmung mit den gel- tenden Regulierungen zu verlassen. Darum hat er seine Vorgesetzte, Frau Schori, um Rat und Gebet angefragt. Ende des Jahres wird er beim ‘House of Bishops’ den Rücktritt einreichen. Bis dahin möchte er von seinen Gelübden als Bischof der Episkopalkirche entpflichtet sein. Die Entscheidung zur Konver- sion begründet Steenson mit dem Treffen der US-anglikanischen Bischöfe – dem ‘House of Bishops’ – im März.
   Dieses Treffen war für ihn eine „zutiefst beunruhigende Erfahrung”. Dabei ging es um das Kirchen- Verständnis der Episkopalkirche. Die Mehrheit der US-anglikanischen Bischöfe betrachte die Episko- palkirche als unabhängige Ortskirche, die nur über eine freiwillige Bindung in Kontakt mit der welt- weiten anglikanischen Gemeinschaft stehe, bedauert Steenson: „Das ist nicht die katholische Lehre der Kirche und wird zu vielen bedauerlichen Konsequenzen führen.” Er habe die Kirche, wie sie diese Bischofsversammlung beschrieben hat, nicht wiedererkannt. In einer Stellungnahme für das ‘House of Bishops’ erklärt Steenson sein bedrücktes Gewissen: „Ich merke, dass mich die Verpflichtungen meines Amtes in der Episkopalkirche an einen Platz abseits von Schrift und Tradition führen.”
   Im Januar konvertierte der anglikanische Bischof der Diözese Albany im US-Bundesstaat New York, Dan Herzog Foto oben Mitte gemeinsam mit seiner Frau. Der Weg nach Rom von Bischof Herzog bedeutet, dass er sein Amt als Bischof, Priester und Diakon niederlegen muss. In seinem Brief drückt er seine Gefühle zu dieser Entscheidung aus: “Mich erfüllte ein freudiges Gefühl der Zufriedenheit, in Einheit mit dem Amt des heiligen Petrus und der universalen Kirche zu stehen. Aber ich spüre auch ein Gefühl der Trauer darüber, die besondere Beziehung zu verlieren zum Klerus und den führenden Laien die Christus dienen in der Episkopalkirche von Albany und der anglikanischen Gemeinschaft.
   Der anglikanische Bischof von Fort Worth im südlichen US-Bundesstaat Texas trat im August 2007 zur katholischen Kirche über.

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Erzbischof Vincent Nichols von Birmingham spendete Vater und Sohn nach der Konversion zur katholischen Kirche die Priesterweihe: Ron Cosslett rechts im Bild  und Dominic Cosslett links.

   Father Dominic Cosslett, 36, wird eine Aufgabe in derselben Diözese wie sein Vater, Father Ron Coslett, 70, übernehmen. Die Priesterweihe fand statt in der Christkönigskirche in Coventry. Der Vater erhielt die Weihe schon im Jahre 2005. Jetzt ist er Priester an der St.Josephs-Kirche in Darlaston, West Midlands.
   Erzbischof Nichols eröffnete mit bewegten Worten die Weihehandlung: „Dies ist eine einzigartiger großer Tag im Leben unserer Diözese. Beide, Vater und Sohn, werden nach der Weihe der Kirche als katholische Priester dienen.“  Mehr als 60 Priester waren bei der feierlichen Konzelebration mit dem Erzbischof anwesend. Beim Friedensgruß umarmte der Sohn den Vater sehr herzlich. In die Text- broschüren für die Gläubigen schrieb Fr. Dominic diese Botschaft: „Besonders möchte ich meinen Eltern und meiner Familie danken für die liebende Unterstützung, die sie mir in diesen Jahren gegeben haben. Ihr starker Glaube war für mich beispielhaft. Auch möchte ich meinen Freunden danken für ihre offene und freundliche Ermutigung.“
  Nach der Liturgie ergriff seine älter Schwester Vaness Jones das Wort – sie arbeitet als Kranken- schwester auf der Intensivstation des Allgemeinkrankenhauses in Southampton: „Ich fühle mich geehrt und beschenkt dass mein Vater und mein Bruder Priester der katholischen Kirche sind und danke Gott, dass er unsere Familie begnadet hat, katholisch zu werden.“
   Der Regens des Priesterseminars in Oscott sagte: „Dominic war nur 18 Monate bei uns. Wir werden ihn vermissen und wünschen ihm Gottes Segen für die Zukunft. Dies ist die zehnte Priesterweihe in diesem Jahr – es war ein gutes Jahr für unser Seminar.“
   Father Dominic übernimmt die Stelle als Kaplan an der St.Georgs-Gemeinde in Worcester. Er ist nicht verheiratet. Er fühlt sich von jungen Jahren an zum Zölibat berufen. Seine Mutter konvertierte schon fünf Jahre zuvor – zugleich mit seinem Vater. Ein Jahr später folgten auf diesen Weg auch seine Schwester mit ihren Kindern. Die Primizmesse feierte der Neupriester zusammen mit seinem Vater. „Wir beide gehörten zur katholischen Traditon der anglikanischen Gemeinschaft“, meint Fr. Dominic.  Ähnlich wie viele in dieser anglikanischen Tradition haben wir immer gefühlt, dass wie katholische Kirche der Fels ist, von dem wir abgeschlagen waren. Es war immer ein Teil unserer Reise und unseres Glaubens: die Einheit mit Rom zu suchen. Schließlich kamen wir zu dem Punkt, wo wir fühlten, dass wir unser Verständnis der katholischen Tradition nicht in der anglikanischen Gemeinschaft leben konnten. Es wurde Zeit für uns, nach Hause zu gehen.“
  Auf die Frage, ob er meint, dass katholische Priester heiraten sollten, meint Fr. Dominic: „Das ist nicht meine Entscheidung. Die Lehre der Kirche ist klar. Der heilige Vater hat großzügig erlaubt, dass ehemals anglikanische Priester, die verheiratet sind, die Priesterweihe empfangen dürfen. Die Lehre ist bekannt – und es steht mir nicht zu, diese zu kommentieren. Katholisch zu werden ist nicht in der Unzufriedenheit mit der anglikanischen Gemeinschaft zu begründen – entscheidend ist der Einsatz für die kathlische Kirche. Ich bin außerordentlich dankbar in diesen Tagen. Und ich erkenne, dass es noch etwas anderes in der katholischen Kirche gibt. Das hat sehr stark meine Entscheidung beeinflusst.“
CT090111JamesHastings

Anglikanische Gemeinden auf dem Wege nach Rom

   Gemeindemitglieder von drei anglikanischen Gemeinden in Irland (Church of Ireland) haben sich mit konservativen Anglikanern von 12 Ländern verbunden und im Vatikan gemeinsam die volle Aufnahme in die katholische Kirche erbeten. Wenn der Vatikan dieser Bitte nachkommt, würde diese Bewegung weltweit 400.000 konservative Anglikaner in die Gemeinschaft mit der katholischen Kirche führen. Die Beschluss für diese Bitte, die “volle, korporative, sakramentale Union” mit der römisch-katholischen Kirche zu suchen, wurde im Oktober 2007 auf einem Treffen der “Traditional Anglican Communion” – der Dachorganisation für traditionsgebundene Anglikaner – in Portsmouth getroffen. In diesem Brief an Papst Benedikt XVI. sucht diese Bewegung die geschlossene Aufnahme der anglikanischen Gemeinden in die katholische Kirche. Es kommt äußerst selten vor, dass ganze anglikanische Pfarrgemeinden die geschlossene Aufnahme in die katholische Kirche suchen, wobei jedes einzelne Mitglied dieser Gemeinde katholisch wird und die bisher anglikanische Pfarrgemeinde Teil der römisch-katholischen Kirche wird.
   Im Vatikan will man dieses Gesuch nicht kommentieren, obgleich die Glaubenskongregation bestätigt, diesen Brief erhalten zu haben. Während der Päpstliche Rat für die Einheit der Christen unter der Leitung von Kardinal Kasper zuständig für die offiziellen Gespräche mit der anglikanischen Gemeinschaft ist, befasst sich die Glaubenskongregation unter Führung von Kardinal Levada, mit ehemals anglikani- schen Geistlichen, die den Wunsch haben, die Priesterweihe zu empfangen und mit anglikanischen Gruppen, die geschlossen zur katholischen Kirche übertreten wollen. Die Konversion einzelner Anglikaner wird als persönliche Gewissensentscheidung betrachtet und nicht so sehr als ein Thema des ökumenischen Dialogs. Papst Benedikt XVI. und hohe vatikanische Beamte haben stets der Hoffnung Ausdruck gegeben, dass die anglikanische Gemeinschaft das Bekenntnis und das Erbe des Glaubens, das sie mit der katholischen Kirche verbindet, vertiefen möge auf dem Wege zur vollen Einheit der römischen Kirche mit der anglikanischen Gemeinschaft.
   Die “Traditional Anglican Comuunion” sieht sich als weltweiten Bund der orthodoxen anglikanischen Kirchen (“High Church”), der mit aller Kraft einer Säkularisierung der Kirche widerstehen und den Glauben bewahren will. Diese Bewegung der anglikanischen irischen Kirche entstand 1991 nachdem das “Haus der Bischöfe der Church of Ireland” beschlossen hatte damit zu beginnen, Frauen zu ordinieren. Traditionsgebundene Anglikaner beklagten diesen Entschluss als eine “Missachtung der Heiligen Schrift und auch der Tradtion”. 
   Ein Sprecher dieser Gemeinschaft lehnte jeden weiteren Kommentar dazu ab unter Berufung auf einen Beschluss dieser Bewegung “keine Interviews zu diesem Zeitpunkt” zu geben. Neben Irland unterstützen diesen Weg anglikanische Gemeinden in Afrika, Nordamerika, Asien und Australien. Nachdem die anglikanische Kirche der USA (Episcopal Church) schon 1976 beschlossen hatte, Frauen zu Priesterinnen zu ordinieren, haben dort einzelne Gruppen von Priestern und Laien die volle Gemeinschaft mit der römisch-katholischen Kirche gefunden. Der Vatikan hat eine besondere pastorale Einrichtung zur Begleitung dieser Bewegung in den USA geschaffen, insbesondere für anglikanische Geistliche, die die Priesterweihe der katholischen Kirche anstreben. Diese pastorale Einrichtung hat auch Richtlinien für katholische Gemeinden erstellt, die es ehemals anglikanischen Gemeinden ermöglichen, einige liturgische und geistliche Traditionen weiterzuführen. 
CTConorO'Reilly071104

Eine Antwort auf den Brief der anglikanischen Gemeinschaft, wie auch auf den Vorwurf der Missionstätigkeit der katholischen Kirche auf dem Gebiet Russlands findet sich in  der
Note der vatikanischen Glaubenskongregation -
Mission trotz Religionsfreiheit 

  Die vatikanische Kongregation für die Glaubenslehre hat eine „lehrmäßige Note” zur Haltung der ka- tholischen Kirche im Spannungsfeld zwischen Glaubensverkündigung und Gewissens- und Religions- freiheit veröffentlicht. Als Anlass des Schreibens, das Papst Benedikt XVI. guthieß, nennt die Kon- gregation eine „wachsende Verwirrung” unter den Katholiken über Recht und Pflicht zur sogenannten Evangelisierung. Gegen einen „indifferenten Pluralismus” in Fragen der richtigen Religion setzt die vatikanische Behörde die Ansicht, dass jeder Mensch das Recht und die Pflicht habe, die „Wahrheit im Bereich der Religion” zu suchen.
   Dem Recht jedes Menschen auf Kenntnis der Offenbarung Gottes in Jesus Christus entspricht nach Überzeugung der Glaubenskongregation die Pflicht der Kirche, das Evangelium zu verkünden: „Für jeden Menschen ist die Offenbarung der grundlegenden Wahrheiten über Gott, über sich selbst und über die Welt ein hohes Gut.” Dieses Gut fehle jedem Menschen, der nicht Christ sei. Die Möglichkeit des ewigen Heils außerhalb der Kirche wird damit nicht bestritten: Nichtchristen könnten durch die Gnade Gottes „auf Wegen, die er weiß”, gerettet werden. Für hier und jetzt aber gilt, dass man nicht behaupten solle, dass die Kirchen nicht missionieren müssten.
   Mit dieser Ansicht sieht sich die Glaubenskongregation nicht im Widerspruch zu der Achtung der Religionsfreiheit als eines unveräußerlichen Menschenrechts. Religionsfreiheit ist nach den Worten Papst Benedikts XVI. eine Folge des Umstands, „dass die Wahrheit nicht von außen aufgezwungen werden kann, sondern dass der Mensch sie sich nur durch einen Prozess innerer Überzeugung zu eigen machen kann”. Die Kirche respektiert also einerseits die Religionsfreiheit, erhält aber andererseits auch das Recht und die Pflicht, die wahre Religion ohne Ausübung von Zwang, aber ohne Einschränkungen zu verkünden und zu leben. „Dieses Recht”, so schreibt die Glaubenskongregation unter Hinweis auf die Erklärung des Zweiten Vatikanischen Konzils über die Menschenwürde (1965), „wird leider in einigen Teilen der Welt noch nicht gesetzlich anerkannt und in anderen nicht wirklich respektiert”.
   Im Blick der Glaubensverkündigung der katholischen Kirche stehen nach Auskunft der Glaubens- kongregation indes nicht nur Menschen, die noch nicht Christen sind. Evangelisierung gebe es auch in Ländern, wo nichtkatholische Christen lebten, vor allem in Ländern mit alter christlicher Tradition. Hier sei „sowohl echter Respekt für ihre Traditionen und ihre geistlichen Reichtümer als auch aufrichtiger Wille zur Zusammenarbeit” gefordert. Diese Form der Ökumene stehe aber nicht im Widerspruch zu dem Recht und der Pflicht jedes katholischen Gläubigen, den eigenen Glauben zu bezeugen. Mit den nichtkatholischen Christen müsse der Katholik in einen Dialog treten. Sollte ein nichtkatholischer Christ daraufhin in die katholische Kirche eintreten, handele es sich um einen Akt der Glaubens- und Gewis- sensfreiheit und nicht um die Vergrößerung einer Machtgruppe auf Kosten einer anderen.
FAZdd071215

Hier bringen wir ein Interview mit dem Erzbischof von London
Fotot unten: Kardinal Cormac Murphy-O’Connor, Westminster

Card.O'Connor

Katholiken und Anglikaner. Die Muttergottes und der Weg der Einheit

In Sachen Dialog mit der anglikanischen Gemeinschaft wurde ein neues Kapitel aufgeschlagen.
Der gemeinsame Text über die Mutter Jesu,
Maria: Gnade und Hoffnung in Christus, Frucht der Arbeit der Anglikanisch-Römisch-Katholischen Internationalen Kommission, kann nicht nur der theologischen und kirchlichen Debatte hilfreich  sein, sondern auch einer praktischen, gemeinsamen Sicht der Volksfrömmigkeit.       
GiovanniCubeddu 30Giorni0506/7

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Foto oben links: Maria mit Jesuskind, 14.Jh., British Library
Foto oben rechts: Treffen der anglikanischen und katholischen Bischöfe Englands in Leeds

   Das jüngste Werk der Anglikanisch-Römisch-Katholischen Internationalen Kommission (ARCIC) wurde vorgestellt: Maria: Gnade und Hoffnung in Christus. Das Dokument ist ein bedeutender Schritt im ökumenischen Dialog zwischen Anglikanern und Katholiken. Wir haben uns mit Kardinal Cormac Murphy- O'Connor, Erzbischof von Westminster, darüber unterhalten.
Herr Bischof, warum gerade jetzt ein Text über Maria?
Welche Bedeutung kommt ihr im Dialog zwischen Anglikanern und Katholiken zu?

  CORMAC MURPHY-O'CONNOR: Maria kam im Leben und in der Liturgie der Anglikaner und der Katho- liken schon immer eine große Bedeutung. Wegen der beiden marianischen Dogmen der Unbefleckten Empfängnis und der Aufnahme Mariens in den Himmel, wie auch wegen einigen früher üblichen For- men der katholischen Marienverehrung kam es zwischen Anglikanern und Katholiken zu massiven Un- stimmigkeiten. Und damit war klar, dass wir diese Frage im Namen eines ehrlichen Dialogs früher oder später hätten klären müssen. Der andere Grund, über Maria zu sprechen, war der Umstand, dass - unterschiedliche Auffassungen über die Autorität in der Kirche bestehen. Unser Dokument will das Problem also direkt angehen, beleuchtet die Gestalt Mariens anhand der Bibel und der frühchristlichen Tradition.
Welche Antwort wird in dem Text gegeben?
   MURPHY-O'CONNOR: Der Teil des Textes, der Maria in der Schrift gewidmet ist, ist wirklich gut gemacht und könnte für den Unterricht gebraucht werden. Was daraus hervorgeht, ist eine Art „Neu- annahme” Mariens sowohl von katholischer als auch anglikanischer Seite, eine erneuerte Sicht der verschiedenen Aspekte der Tradition, die man vielleicht aus den Augen verloren hatte. Das Dokument wird vielen Anglikanern dabei helfen, Aspekte einer gemeinsamen Tradition zu entdecken, die sie verloren hatten, und zu sehen, dass die - richtig verstandene - katholische Marienverehrung wahrlich der biblischen und kirchlichen Tradition entspricht. Und ich denke, dass das den Katholiken dabei helfen wird, einige der biblischen Grundlagen wie auch den theologischen Horizont über Maria wieder zu entdecken, was in einigen Formen der Verehrung nicht mehr deutlich war. Es ist ein Dokument, das unseren beiden Traditionen neue Impulse gibt und unsere jeweiligen Auffassungen einander näher bringt.
Die ARCIC hat die marianische Tradition des Ostens (Maria die „Allerheiligste”
sowie die „Entschlafung” Mariens) analysiert, um die Probleme zu ergründen,
die den Westen gespalten haben. Auffallend sind die häufigen Paulus-Zitate.

   MURPHY-O'CONNOR: Es ist überraschend, was alles passieren kann, wenn Männer des Glaubens gemeinsam die Heilige Schrift studieren!  Die Kommission hat sich besonders intensiv auf Kapitel 8, 28- 30 des Briefes an die Römer konzentriert, der eigentlich kein spezifischer Marientext ist.

Brief an die Römer:
8,28
Wir wissen, dass Gott bei denen, die ihn lieben, alles zum Guten führt, bei denen, die nach seinem ewigen Plan berufen sind; 29 denn alle, die er im voraus erkannt hat, hat er auch im voraus dazu bestimmt, an Wesen und Gestalt seines Sohnes teilzuhaben, damit dieser der Erstgeborene von vielen Brüdern sei. 30 Die aber, die er vorausbestimmt hat, hat er auch berufen, und die er berufen hat, hat er auch gerecht gemacht; die er aber gerecht gemacht hat, die hat er auch verherrlicht.

  Für die Kommission ist er jedoch zu einer Art Interpretationswerkzeug geworden, das es ihr erlaubt hat, Maria als Urbild der Gnade und der Hoffnung zu sehen, als diejenige, die uns die Art und Weise enthüllt, in der Gott an den Menschen handelt. Sowohl die Unbefleckte Empfängnis als auch die Auf- nahme Mariens in den Himmel zeigen etwas davon, wie Gott in der Vorwegnahme an uns handelt, um uns im Laufe unseres Lebens zu rufen, wie auch von dem Ziel, zu dem uns Gott anspornt. Somit ist Maria Urbild im Ruf und in der Antwort, und die Marienverehrung kann uns durch Jesus Christus Gott näher bringen.
Ist dieses gemeinsame Dokument ein Schritt in Richtung gemeinsamer Eucharistie mit den Anglikanern?
   MURPHY-O'CONNOR: Es hat unglaublich dabei geholfen, diesen weiteren Zankapfel zwischen Katho- liken und Anglikanern zu beseitigen. Ob es uns einer gemeinsamen Eucharistie näher bringt? Jein, würde ich sagen. Nein, weil die Vorgangsweise der ARCIC darauf abzielt, die Unterschiede zu klären, und nicht, sie zu beseitigen. Man will sozusagen den Weg bereiten, damit die beiden Konfessionen besser nebeneinander einherschreiten können. Und das, weil wir - und hier würde ich Ihre Frage mit Ja beantworten - je besser wir miteinander gehen können, um so mehr jene Einheit bauen, aus der die gemeinsame Eucharistie erwächst.
Wie sieht im Hinblick auf diesen gemeinsamen Weg die heutige Realität der katholischen Kirche
in einem Land mit anglikanischer Mehrheit wie Großbritannien aus?

   MURPHY-O'CONNOR: Ich finde das Leben eines katholischen Bischofs oder Kardinals im heutigen Alltagsleben in Großbritannien ehrlich gesagt recht faszinierend. Auf der einen Seite ist in unserem Land  ein schnell voranschreitender Entchristlichungsprozess im Gange, der mir wirklich Sorge macht: die Krise der Familie ist offensichtlich, der fehlende Respekt vor dem menschlichen Leben - Abtreibung, Euthanasie, Experimente mit menschlichen Embryos - wie auch die fehlende Großzügigkeit den Immigranten gegenüber, ein allgemeiner Egoismus. Auf der anderen Seite dagegen kann ich für die katholische Kirche und ihren Kardinal die noch bis vor kurzem ungeahnte Möglichkeit erkennen, sich Gehör zu verschaffen.
Inwiefern?
   MURPHY-O'CONNOR: Aus vielerlei Gründen können ich und die anderen katholischen Bischöfe uns heute zu Themen des Lebens, der Abtreibung, der Euthanasie, der Familie, der Reform der Gefäng- nisse, des Beistands für die Armen äußern, was in dieser Form noch vor einigen Jahren nicht möglich gewesen wäre. Als ich noch jung war, bewegte sich die katholische Kirche am Rand der britischen Gesellschaft, wurde mit Misstrauen betrachtet. Heute stehen wir im Zentrum der brennenden Fragen unserer Zeit, und was wir sagen, hat Gewicht. Das liegt zum Teil daran, dass die Katholiken nicht länger nur aus Irland gekommene Immigranten sind, sondern britische Bürger, die sich Gehör ver- schaffen wollen. In vielen gesellschaftlichen Alltagsbereichen kann man daher Katholiken finden, auch in der Regierung.
Ein neues Pontifikat hat begonnen. Welche Unterstützung kann die Kirche Englands
Papst Benedikt XVI. anbieten?

   MURPHY-O'CONNOR: Das große Geschenk der Kirche Englands ist ihre unbeugsame Treue in Zeiten der Prüfung. Ich war jahrelang Rektor des Englischen Kollegs und weiß beispielsweise, dass während der Reformation 44 Studenten des Kollegs den Märtyrertod erlitten. Die katholische Kirche und die Katholiken wurden jahrhundertelang verfolgt und unterdrückt. Aus dieser Erfahrung ist die Kirche im 19. Jahrhundert neu geboren worden und kann seither voranschreiten. Die englische Kirche besitzt also ein Erbe der Treue, der großen Treue zum Papst und zur universalen Kirche. Und die Erfahrung der britischen Kirche hat der universalen Kirche mit ihrer Art und Weise, im modernen Europa präsent zu sein, viel zu bieten. Konkret bedeutet das, dass wir dem Papst mit dem Rat zur Seite stehen, den wir ihm geben können, mit der Einheit unserer Kirche, unserer Bischöfe, vereint in der Kollegialität.
   So geben wir dem Papst das Beispiel einer Hierarchie, die Einheit ist, die alles daran setzt, die Kirche stärker zu machen, im Inneren unserer heutigen Kultur größere Evangelisierungskraft zu erlangen.
In der letzten Zeit mußte sich der anglikanische Primas vielen Krisen
innerhalb der anglikanischen Gemeinschaft stellen. Konnten Sie ihm irgendwie dabei hilfreich sein?

   MURPHY-O'CONNOR: Erzbischof Williams weiß, dass er nicht nur auf meine Freundschaft zählen kann, sondern auch auf die von Kardinal Kasper  und des Päpstlichen Rates für die Einheit der Christen in Rom. Er weiß, dass er bei uns immer auf Verständnis stoßen wird, was in einer Freundschaft schließlich auch selbstverständlich ist. Wir sprechen regelmäßig über die Themen, die innerhalb der anglikanischen Gemeinschaft für Aufruhr sorgen, auch, weil diese die Einheit der Christen betreffen. Wir versuchen, ihm in jeder nur möglichen Weise behilflich zu sein.

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Fotos oben: Der anglikanische Erzbischof von Canterbury Rowan Williams
mit Papst Benedikt XVI. (links) und Papst Johannes Paul II.

Wie kann die Einheit der Christen Ihrer Meinung nach auf anglikanischem „Terrain" umgesetzt werden?
   MURPHY-O'CONNOR: Augustinus wollte Einheit in den wesentlichen Dingen; Freiheit in denen, die nicht wesentlich sind und Liebe in allen. Eine optimale Maxime. Wir sind immer noch auf der Suche nach der Art und Weise, wie man in den wesentlichen Glaubensdingen auf einen Nenner kommen kann.
   Die Trinität, die Fleischwerdung, die Auferstehung sind drei große Mysterien, die wir im Glaubens- bekenntnis teilen. Dann haben wir noch die grundlegenden Lehren der Kirche, mit denen die Mehrheit der Anglikaner einverstanden sein kann. Sagen wir es einmal so: was wir der anglikanischen Ge- meinschaft zu bieten haben, ist das Geschenk, das wir erhalten haben, unser Verständnis von dem, was Kirche-Sein bedeutet und die damit gemachte Erfahrung. Die letzten Monate haben uns in einer einzigartigen Weise die Ekklesiologie des Katholizismus gezeigt: den Papst, die Bischöfe, das Gottes- volk und die unglaubliche Einheit, die all das trägt. Ich glaube, dass das auch andere christliche Gemeinschaften - wie sie auch die Vertiefung der Kollegialität brauchen; es nötig ist, zu sehen, wie die Einheit wirkt, in Liebe, Freiheit und der gemeinsamen Teilhabe am Glauben.
Und was kann uns die anglikanische Gemeinschaft lehren?
   MURPHY-O'CONNOR: Beispielsweise eine größere Miteinbeziehung der Laien in den Diözesen. Der Bischof kümmert sich um seine Diözese, muss seinen Priestern Gehör schenken, den Ordensleuten und den Laien, was bedeutet, dass er von einer Art  der Kirchenleitung abhängt, die mehrheitlich synodal ist. Das ist wahrscheinlich etwas, das wir von den Anglikanern lernen können, was wir aber ins Innere der gesamten Ekklesiologie der Kirche übertragen müssen. Und da haben wir dann das Papsttum, in seiner Rolle, die darin besteht, in der ganzen Welt der Gemeinschaft der Christen zu dienen. Johannes Paul II. hat in seiner Enzyklika Ut unum sint von den christlichen Gemeinschaften Antworten erbeten, wie das Petrus-Amt am besten der Sache der Gemeinschaft dienen kann, und ich denke, dass wir diesen Dialog noch weiter verfolgen müssen.

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Fotos oben links: Pontifikalamt in der Westminster Cathedral, London
Foto oben rechts:
Am Portal der Kathedrale verabschiedet Kardinal Cornac Murphy-O’Connor Familie Blair nach der Sonntagsmesse.  CT061029  Foto unten: Tony Blair bei seinem Vortrag
in der Westminster Cathedral  - im Hintergrund: Kardinal Cormac Murphy O’Connor

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Tony Blair: “Glaube ist eine Macht für das Gute”.  Der frühere britische Premierminister sprach in der Westminster-Kathedrale über Glaube und Leben. Tony Blair ist der “leidenschaftlichen” Überzeugung,
dass religiöser Glaube Mitmenschlichkeit besser rüberbringen kann.

   Tony Blair, der kurz vor Weihnachten 2007 von der anglikanischen Gemeinschaft zur katholischen Kirche konvertierte, sagte, er wolle die Idee fördern, “dass der Glaube in unserer Zeit in sich kraftvoll, modern und absolut von Bedeutung ist”. Vor 1.600 Zuhörern erklärte Blair in der Westminster Kathedrale: “Der Glaube muss einen größeren Part spielen in der Verdeutlichung der Werte, die unsere moderne Welt lenken und er kann und er sollte die treibende Kraft für den Fortschritt sein.
   Einerseits muss der Glaube vor extremistischen und exklusiven Tendenzen innerhalb der Religion heute geschützt werden, und andererseits vor der Gefahr, dass der religiöse Glaube als ein inter- essanter Teil unserer Geschichte und Überlieferung gesehen wird, uns aber nichts zu sagen hat für die zeitgemäße menschliche Entwicklung. Ich sehe Glaube und Vernunft, Glaube und Fortschritt als Bündnis und nicht als Konkurrenz”.
   Diese Bemerkungen fielen in seinem Vortrag über Glaube und Globalisierung – dem ersten in der Vortragsreihe über Glaube und Leben in Großbritannien, zu der die Erzdiözese Westminster einlädt. “Der Glaube kann die unpersönlichen Kräfte der Globalisierung wandeln und menschlich gestalten”, verkündet Blair. “Ich denke, in dieser Zeit der schnellen Globalisierung, wo das Zentrum der Macht auswandert, das bisher im Westen liegt, wird die Welt unermesslich ärmer, gefährlicher und zer- brechlicher und vor allem zielloser, ohne die notwendige Absicht, dieser Reise in die Zukunft Ziele zu geben, wenn eine starke, geistliche Dimension fehlt.”
   Fünf bekannte Redner sind eingeladen, über die entscheidende Rolle des Glaubens in England in dieser Vortragsreihe zu sprechen. Tony Blair wurde von Kardinal Cormac Murphy-O'Connor um den ersten Vortrag gebeten. Damit wird der bedeutende und schöpferische Einsatz der katholischen Kirche für eine Debatte im öffentlichen Raum über die Religion unterstrichen. Mr. Blair erklärte die kritische Rolle der Glaubensgemeinschaften in der Förderung der international anerkannten Entwicklungsziele und ermutigte seine Zuhörer durch die deutliche Würdigung der Mitwirkung der Gläubigen in Fragen von globaler Bedeutung. “Der Glaube korrigiert in notwendiger und lebensnaher Weise die Neigung der Menschheit zum Relativismus. Er vermittelt uns Grundwerte wie den unveräußerlichen Wert und die Würde eines jeden menschlichen Wesens, die niemals aufgegeben werden dürfen.”
   Einige katholische Christen jedoch waren enttäuscht, dass Mr. Blair bei diesem öffentlichen und deutlichen Bekenntnis seines Glaubens nicht abrückte von seinen eigenen Abstimmungen im Par- lament, die ein Abtreibungsgesetz ermöglichten, das die Spätabtreibung von behinderten Kindern bis zur Geburt erlaubt. Auf die Frage, ob er seinen früheren Handlungen und Entscheidungen im Licht seiner Aufnahme in die katholische Kirche noch zustimmen könne, antwortet der ehemalige Premier- minister: “Es gibt nichts, worauf ich jetzt zurückblicke und sage, dass ich als Ergebnis meiner religiösen Wende diese Dinge sehr viel anders tun würde, aber das heißt ausdrücklich nicht, dass ich behaupte, ich habe alles richtig gemacht.”
   Im Laufe der Diskussion, die sich seiner Vorlesung anschloss, lehnte es Mr. Blair wiederholt ab, Einzelheiten über seinen Weg zur katholischen Kirche mitzuteilen. Auf die Frage, ob er die Meinungs- führerschaft zu Themen des Lebens übernehmen wolle, machte Tony Blair geltend, dass er sich im Parlament lange genug mit diesen Themen beschäftigt habe. Direkt nach seinem Vortrag bestand die Gelegenheit für die Zuhörer, Fragen an den ehemaligen Premierminister zu stellen. Der katholische Rundfunkreporter Ed Stourten stellte die Frage, ob das bedeute dass Blair zukünftig nicht über das Gesetz über menschliche Fortpflanzung und die Embryonen-Forschung sprechen wolle, entgegnete er: “Ich ziehe es vor, mich in der Öffentlichkeit darauf zu konzentrieren, wie eine Zusammenarbeit auf Grundlage des Glaubens möglich ist, wie die globale Armut zu überwinden ist. Wenn ich alle die anderen Themen aufgreife, wird niemand meinen Einsatz für den interreligiösen Dialog verstehen.”
   Während Tony Blair seinen Vortrag hielt, protestierten hunderte Mitglieder der Aktion “Stopp der Kriegskoalition!”, gegen seine Rede. Sie hielten Blair für verantwortlich, England in den Irak-Krieg hineingezogen zu haben. Lautstark versuchten sie, seine Rede zu übertönen und benutzten dabei Musikinstrumente, Trillerpfeifen, Kochtöpfe und Alarmsirenen, um möglichst viel Lärm zu machen. Einige standen neben den Fenstern der Kathedrale und schrieen in den höchsten Tönen. Vor dem Vortrag hielten Mitglieder der britischen Friedensgruppe “Pax Christi” ein Schweigegebet vor dem Domplatz in Westminster. Einige von ihnen protestierten “in Sack und Asche”, und trugen dabei Plakate mit den Worten von Papst Benedikt XVI. und Papst Johannes Paul II. gegen den Krieg.
CT080413 EmiliaKlepackaSimonCaldwell

Tony Blair gründet „Glaubensstiftung“
   Der frühere britische Premierminister Tony Blair hat jetzt seine „Stiftung des Glaubens” in New York aus der Taufe gehoben. Die Organisation, die sich für eine bessere Verständigung und humanitäre Zusammenarbeit der Religionen einsetzt, wird ihre Zentrale jedoch in London haben. Die Religionen würden für das 21. Jahrhundert eine ebenso große Rolle spielen wie politische Ideologien für das 20. Jahrhundert, sagte Blair der Londoner Zeitung „The Times”. Im Zeitalter der Globalisierung sei nichts wichtiger, als Menschen unterschiedlichen Glaubens und Kultur dazu zu bringen, einander besser zu verstehen, in Frieden und gegenseitigem Respekt zu leben und dem Glauben seinen angemessenen Platz für die Zukunft zu geben. – Der 55-jährige Labour-Politiker hatte im vorigen Jahr sein Amt als Premierminister niedergelegt. Kurz vor Weihnachten war er von der anglikanischen Kirche zum Katholizismus übergetreten. Seine Stiftung, für die er laut „Times” Hunderte Millionen Pfund Sterling in aller Welt sammeln will, soll dafür sorgen, die Religionen als „Kräfte zum Guten” zu nutzen.
rv080531

epMichaelEvansEastAnglia     Bischof Michael Evans, East Anglia

Einwanderer beleben das katholische Leben in Großbritannien

   Bald könne es in Großbritannien mehr praktizierende Katholiken als Anglikaner geben. Grund dafür sind die zahlreichen Einwanderer aus katholischen Ländern, besonders aus Osteuropa, die seit neu- estem die Zahlen der Kirchenbesucher auf der Insel in die Höhe treiben. Diese Einwanderer seien eine „große Chance”, aber auch eine „große Bedrohung” für die katholische Kirche, heißt es in einer Studie des Von-Hügel-Instituts in Cambridge. Die Chance ist leicht zu erkennen. Sonntag für Sonntag strömen zahlreiche junge Leute aus Osteuropa, Afrika, Asien und Lateinamerika in britische Kirchen. Die meisten Einwanderer leben in London, wo manche Gemeinden Sonntags von acht Uhr morgens bis um acht Uhr abends Messen anbieten müssen, um alle Gläubigen unterzubringen.
   Das sind gute Nachrichten für eine katholische Kirche, die seit der Reformation in Großbritannien eine Minderheit vertreten hat. Die britische Tageszeitung The Times zitierte Statistiken, nach denen jeden Sonntag rund eine Million Katholiken in England und Wales in die Kirche gehen, genauso viele wie Anglikaner. Allerdings gebe es dort rund 25 Millionen Anglikaner, aber nur 4,2 Millionen Katholiken. Das heißt, relativ gesehen sind die Katholiken heute schon aktiver. Und ihre Zahl steigt beständig.
   Die größte katholische Einwanderergruppe bilden zurzeit die Osteuropäer, die nach der ersten EU- Osterweiterung 2004 zum Arbeiten nach Großbritannien gekommen sind, vor allem Polen. Die zweite Osterweiterung könnte mehr Einwanderer aus Süd- und Osteuropa bringen. Dazu kommen Kranken- schwestern von den Philippinen, Computer-Fachleute aus Indien, Taxi-Fahrer aus Ghana, Küchen- hilfen aus Brasilien und viele andere Katholiken aus aller Herren Länder.
   „Es ist gut, die Kirche wachsen zu sehen”, meint Michael Evans, katholischer Bischof der ost- englischen  Diözese East Anglia. „Aber das ist kein Konkurrenzkampf.  Das wäre albern.” Bei der Studie gehe es in erster Linie um ein Migrationsproblem, und zwar um die Integration der Zuwanderer in die katholische Kirche. Und da lägen auch die größten Herausforderungen.
   „Es geht hier nicht nur um den Glauben, sondern darum, die Einwanderer willkommen zu heißen und ihnen ein zuhause zu geben,” erklärt Evans. Nach der Studie aus Cambridge ist die katholische Kirche für viele Migranten der erste Kontakt und Zufluchtsort in der neuen Umgebung. Eine Italienerin, die in der Studie zitiert wird, sagt beispielsweise: „In eine katholische Kirche zu gehen ist so, als ob man einer Familie angehört. Man hat seine eigene Gemeinschaft in einem fremden Land, einen Ort, wo man hingehört.”
   Um dieses Gefühl der Zugehörigkeit zu stärken, müsse sich die Kirche an den Bedürfnissen der Migranten orientieren, meint Bischof Evans. Dazu gehöre es beispielsweise auch, Messen in der Mut- tersprache der Einwanderer anzubieten. Einige Gemeinden in seiner Diözese hätten etwa Messen auf Polnisch oder Portugiesisch. Die Gefahr sei allerdings, dass sich einzelne Ausländergruppen isolierten und keinen Kontakt zu anderen Gemeindemitgliedern hätten.
   Das Oberhaupt der katholischen Kirche in England und Wales, Kardinal Cormac Murphy-O'Connor, und einige seiner Bischöfe im Großraum von London haben sich der Sache angenommen. „Migranten ... sind eine von vielen Quellen der Hoffnung für die katholische Kirche der Zukunft”, schreiben die Bischöfe in einer Stellungnahme zu der Studie des Von Hügel-Instituts. 
GabyMahlbergDT070222

Ökumene in Grossbritannien

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Zeichen der Solidarität:
Westminster’s Kardinal Cormac Murphy-O’Connor und der Erzbischof Rowan Williams, Primus der anglikanischen Gemeinschaft
links im Foto im Gebet in der Geburtskirche zu Betlehem.

Kardinal: "Die englische Nation verleugnet Gott”
   “Britannien fällt zurück auf ein zutiefst notleidendes Land”, meint Kardinal Cormac Murphy- O'Connor, “wenn es versucht, die Religion aus dem öffentlichen Leben zu entfernen”. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz von England und Wales sieht in der Säkularisation die Ursache für den Verlust gemeinsamer moralischer Werte, der letztlich zu einem Gefühl der Verzweiflung führt. “Unsere Nation ist in großer Not, weil sie beraubt wird vom großen  Wert des unseres Lebens und unserer Hoffnung” predigte der Kardinal in der Londoner Westminster Kathedrale. Der Grund für diesen Kultur-Notstand sei die Leugnung der Existenz Gottes, an dessen Stelle die individuelle Freiheit gesetzt werde. “In unserer Kultur zeigt sich ein radikaler Bruch mit dem Christentum und auch mit den moralischen und religiösen Traditionen der Menschlichkeit. Damit wird unsere Gesellschaft unfähig zu einem fairen Dialog mit anderen. Wir sind dann nicht mehr im Stande, grundsätzliche Fragen über Sinn und Ziel unseres Lebens zu beantworten.”  
   Der Kardinal verurteilte Tendenzen, die Rolle des Christentums aus dem Leben der Nation hinaus- zudrängen und ermutigte die Christen, ihren Glauben frei von Furcht zu bekennen. “In unserem Land wird Gott zunehmend aus dem öffentlichen Leben entfernt. Der Glaube an ihn wird schwieriger, weil Gott nicht mehr in Erscheinung tritt. Gott scheint überflüssig und fehl am Platze zu sein”, sagte der Kardinal. In seiner Predigt fordert der Erzbischof die Gemeinde auf: “Zeigt Freude in eurem Glauben, und erweist euch glücklich darüber, dass Gott euch dieses große Geschenk gegeben hat, dass ihr glauben, hoffen und ihn lieben könnt.”
   Der Kardinal war gerade erst von Betlehem zurückgekehrt, wohin ihn eine Pilgerreise zusammen mit dem anglikanischen Erzbischof von Canterbury, Rowan Williams, und weiteren Religionsführern geführt hatte. Er sei traurig darüber, dass Christen wegen des Konflikts zwischen Israelis und Palästinensern das Heilige Land verließen. “Aber auch in unserem Land steht nicht alles zum Besten. Wir haben hier weder Krieg noch Hunger, aber England zeigt sich heute als ein zutiefst notleidendes Land.”
SimonCaldwellCT070107

cdKeithO'Brian-McDonald-x        Ökumene in Schottland

Kardinal Keith O'Brian links und der Moderator der schottischen Anglikaner Alan MacDonald
gaben erstmals eine gemeinsame Erklärung ab.

Historisches ökumenisches Gebet für Gerechtigkeit und Frieden.
   Gemeinsam erklärten beide Religionsführer: "Nie gab es eine Zeit, wo Frieden dringender notwendig war als heute”.Sie forderten die Parlamentarier in Westminster auf, jetzt die Schritte zu tun, zu denen sich das Land sich vor Jahren verpflichtet hätte, die Atomwaffen zu beseitigen. “Friede kann nicht durch Masenvernichtungswaffen erreicht werden!”
   “Weil wir unser kleines Land lieben, wind wir beschämt über das Erbe von Trennung und Gewalt. Wir rufen alle auf, der Versuchung zu widerstehen, Menschen aus religiösen oder anderen Gründen zu trennen. Friede gilt allen Menschen, über Konfession und Glauben hinweg.” Dann segneten beide besonders jene Menschen am Rande unserer Gesellschaft: die Wohnungslosen, die Armen, die Gefangenen, jene, die unter uns ein neues Leben suchen. “Möge unser Friedensaufruf für sie eine Quelle der Hoffnung sein!”
JamesHastingsCT070107

cdKasper02x   Kardinal Kasper rechts in Durham

Kardinal Kasper: Ökumene hat oberste Priorität für die Kirche

 â€žWährend viele der Glaubensunterschiede, die seit Jahrhunderten die Christenheit getrennt hatten, fast überwunden sind, haben moderne ethische Fragen die Einheit wieder in weite Ferne gerückt”, sagt  Walter Kardinal Kasper, der Präsident des päpstlichen Rates für die Einheit der Christen. „Es macht mich sehr traurig, dass wir nicht mit einer Stimme sprechen können, damit die Welt uns hört”, sagte der Kardinal auf einer internationalen ökumenischen Konferenz im Ushaw College, Durham. 
   Aus Anlass der Verleihung der Doktorwürde hielt der Kardinal das Grundsatzreferat zur Eröffnung einer ökumenischen Konferenz der Universität in  Durham  und erklärte, welche Schritte die katholi- sche Kirche und ihre Dialogpartner heute zur Einheit gehen sollten.
   Kardinal Kasper sagte den Konferenzteilnehmern, dass Christen die Hoffnung auf Einheit nicht auf- geben dürfen, weil die Spaltung der Kirche „eine Sünde vor Gott und ein Skandal vor der Welt” ist.
   Mit den Worten von Papst Benedikt XVI. sagte der Kardinal: der Einsatz für die Ökumene hätte künftig Priorität für die katholische Kirche: „Das gehört zu meinen pastoralen Prioritäten und ist Funda- ment für die Zukunft.” Was heute notwendig ist, sei ein Ökumenismus, der in die Zukunft schaut, nicht eine Rückkehr, sondern ein gemeinsames Vorwärtsgehen. Er gab jedoch zu, dass sich dem ökume- nischen Dialog nach 40 Jahren gewaltiger Fortschritte nun ernste, unvorhergesehene Hindernisse entgegenstellen.
   Differenzen unter Katholiken, Orthodoxen, Anglikanern und Protestanten über Themen wie Homo- sexualität, Schwangerschaftsabbruch, Euthanasie und andere Grundwerte „stehen nicht oben in der Hierarchie der Wahrheiten” wie es der Glaube an Jesus als Erlöser ist, „aber sie sind sehr emotional und deshalb sehr trennend,” sagte er.
   Vor nur fünf oder sechs Jahren hätten  katholische Bischöfe und andere christliche Gemein- schaften konkrete Schritte zur vollen Einheit der Kirche gesucht. Seitdem jedoch ist klar geworden dass sich weltweit die ökumenische  Stimmung wie auch die ökumenische Gesamtlage radikal ver- ändert haben und wir von einer Gegenströmung zur ökumenischen Bewegung sprechen müssen.
   Das katholische Engagement für die Ökumene, sagt Kardinal Kasper, ziele nicht darauf ab, alle Christen in die katholische Kirche zurückzuführen, noch versuche es, eine neue Kirche zu schaffen, die aus dem besten aller christlichen Partner neu konstruiert würde. Das Ziel ist „eine spirituell erneuerte Kirche, in welcher die konkret existierende Kirche zum vollsten Grad ihrer entwicklungsfähigen Natur gelangt, zu einer Kirche, die sie immer war und bleibt: die eine, heilige Kirche, die alle Christen zusammen im apostolischen Glaubensbekenntnis bekennen”.
GedNaughtonCindyWoodenCT.

 

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