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° Hier berichten wir: 1. aus dem „Personalordinariat Unserer Lieben Frau von Walsingham“, 2. aus dem am 01. Januar 2012 vom Papst errichteten 2. Ordinariat für Nordamerika. Ein Blick nach Canterbury führt uns auf der nächsten Seite zur anglikanischen Weltgemeinschaft und der Anglikanisch-Römisch-Katholischen Internationalen Kommission ARCIC > Anglikaner II

Frühere Anglikaner, die zur katholischen Kirche übergetreten sind, kommen auf Pilgerfahrt nach Rom. Die früheren Anglikaner gehören zu der neuen kirchlichen Struktur, die der Papst für Ex-Anglikaner innerhalb der katholischen Kirche in Großbritannien eingerichtet hat. Diese Struktur heißt „Personalordinariat“; ihr Ordinarius Prälat Keith Newton hat die Pilgerfahrt für die Zeit vom 19. bis 25. Februar angekündigt. Dort will seine Gruppe am 22. Februar an der Generalaudienz des Papstes teilnehmen. RV120112apic
Msgr. Keith Newton im Vatikan
Der Leiter des Personalordinariates Unserer Lieben Frau von Walsingham wurde von Papst Benedikt XVI. in Privataudienz empfangen. Msgr. Keith Newton Foto links wurde begleitet von Bischof Alan Hopes 3.v.l., dem Delegaten der Bischofskonferenz von England und Wales, und dem Leiter der Glaubenskongregation Kardinal William Levada Mitte. Msgr. Newton überreichte dem Papst ein Allbum mit den Fotos der neuen Gruppen.
Personalordinariat von Walsingham 
Frühere anglikanische Bischöfe zu katholischen Priestern geweiht Drei ehemalige anglikanische Bischöfe sind am 15. Januar 2010 in der Kathedrale von Westminster zu katholischen Priestern geweiht worden. Kurz zuvor hatte die Glaubenskongregation des Vatikan die Erich- tung eines Personal-Ordinariats für England und Wales bekannt gegeben, einer besonderen Kirchenstruktur für die Ex-Anglikaner. Keith Newton (59) Foto oben, ehemaliger Bischof von Richborough, übernahm deren Leitung. Die anderen beiden Neugeweihten sind John Broadhurst (68), der frühere Bischof von Fulham, und Andrew Burnham (62), ehemals Bischof von Ebbsfleet. Die Zeremonie nahm der katholische Primas von England und Wales, Kardinal Vincent Nichols, vor. In seiner Predigt bezeichnete er die Ordination als „histo- rischen Moment". Er dankte Rowan Williams, dem Primas der anglikanischen Kirche von England und Erz- bischof von Canterbury, für seine „charakteristische Einsicht und Großzügigkeit", mit der er die Ernsthaftigkeit und Integrität seiner früheren Amtsbrüder anerkannt habe. In einer Presseerklärung dankte Keith Newton der anglikanischen Kirche. „Ich sehe meinen Übertritt zur katholischen Kirche nicht als radikalen Bruch, sondern als weiteren Schritt auf meiner andauernden Pilger- schaft des Glaubens, die mit meiner Taufe begann", so der Leiter der neuen katholischen Kirchenstruktur für ehemalige Anglikaner. Nichols erwartet, dass weitere fünfzig anglikanische Geistliche zusammen mit ihren Gemeinden in den kommenden Monaten zur katholischen Kirche übertreten. Die Konversion der drei Bischöfe könnte die anglikanische Kirche nach BBC-Meinung fundamental verändern. Viele traditionelle Anglikaner sähen die Balance zwischen der katholischen und der protestantischen Tradition in ihrer Kirche gefährdet. DT110120KNA

Foto von links nach rechts: John Broadhurst, Andrew Burnnham, Keith Newton Kardinal Vincent Nichols weihte die ehemaligen anglikanischen Bischöfe am am 15. Januar 2011 zu Priestern. Katholische Bischöfe und Priester aus allen Diözesen Großbritanniens nahmen an der Feier teil.
In Übereinstimmung mit den Bestimmungen der Apostolischen Konstitution Anglicanorum coetibus von Papst Benedikt XVI. (4. November 2009) und nach sorgfältiger Konsultation der katholischen Bischofs- konferenz von England und Wales hat die Kongregation für die Glaubenslehre heute ein Personalordinariat innerhalb des Territoriums von England und Wales für jene Gruppen der anglikanischen Kleriker und Gläubigen errichtet, die ihren Wunsch geäußert hatten, in die volle sichtbare Gemeinschaft mit der Katholi- schen Kirche zu treten. Das Errichtungsdekret legt fest, dass das Ordinariat näherhin Personalordinariat Unserer Lieben Frau von Walsingham heißen und unter dem Patronat des seligen John Henry Newman stehen wird. Papst Benedikt XVI. hat den Priester Keith Newton zum ersten Ordinarius des Personalordinariates Unserer Lieben Frau von Walsingham ernannt. Gemeinsam mit den Priestern Burnham und Broadhurst wird er für die katechetische Vorbereitung der ersten Gruppen von Anglikanern in England und Wales sorgen, die zusammen mit ihren Hirten zu Ostern in die Katholische Kirche aufgenommen werden, aber auch für die Begleitung des Klerus, der sich auf die katholische Priesterweihe um Pfingsten vorbereitet. Die Errichtung dieser neuen Struktur steht in Übereinstimmung mit der Verpflichtung zum ökumenischen Dia- log, der eine Priorität für die katholische Kirche bleibt; Die Initiative, welche zur Publikation der Apostoli- schen Konstitution und zur Errichtung dieses Personalordinariates geführt hat, ging von einer Anzahl ver- schiedener anglikanischer Gruppen aus, die erklärt haben, denselben katholischen Glauben zu teilen, wie er im Katechismus der Katholischen Kirche enthalten ist, und das Petrusamt als etwas zu akzeptieren, was Christus für die Kirche wollte. Für sie ist nun die Zeit gekommen, ihre implizite Einheit in der sichtbaren Form der vollen Gemeinschaft auszudrücken. DT110118

Gruppenfoto vor dem Haus des Erzbischofs Vincent Nichols in London von links nach rechts: Neupriester John Bradhurst, Weihbischof Alan Hopes, Neupriester Keith Newton (Leiter des Personal-Ordinariates Unserer Lieben Frau von Walsingham), Neupriester Andrew Burnham und Erzbischof Bernard Longley. Der Erzbischof von Westminster hatte soeben drei ehemalige anglikanische Bischöfe in der Kathedrale von Westminster zu Priestern geweiht. CT110123PeterJennings
Drei anglikanische Ex-Bischöfe sind die ersten Priester des von Papst Benedikt XVI. errichteten Personal- Ordinariats für übertrittswillige Anglikaner. Der Präsident der Bischofskonferenz von England und Wales, Erzbischof von Westminster Vincent Nichols, erteilte die Priesterweihe in einer bewegenden Feier in der Westminster Cathederal dem ehemaligen anglikanischen Bischof von Ebbsfleet Andrew Burnham, dem ehe- maligen anglikanischen Bischof von Richborough Keith Newton und dem ehemaligen anglikanischen Bischof von Fulhamn John Broadhurst. Diese drei Neupriester sind die ersten Mitglieder des von Papst Benedikt XVI. gegründeten Personal-Ordina- riats für die anglikanischen Gruppen, die in die katholische Kirche eintreten wollen unter Bewahrung einiger Aspekte ihres anglikanischen Erbes. An dieser Priesterweihe nahmen in der überfüllten Kathedrale hunderte Priester von der Erzdiözese Westminster teil, zusammen mit ihrem Weihbischof Alan Hopes und dem Erz- bischof von Birmingham, Bernard Longley. Erzbischof Nichols sagte in der Feier: „Viele Priesterweihen haben in dieser Kathedrale während der 100 Jahre ihres Bestehens stattgefunden. Doch keine war wie diese. Dies ist ein einzigartiges Ereignis im Leben und in der Geschichte der katholischen Kirche. Heute ist damit die apostolische Konstitution Anglicanorum Coetibus in Kraft getreten und das erste Personal-Ordinariat er- richtet.“ Der anglikanische Erzbischof von Canterbury Dr. Rowan Williams, hatte sich zuvor besorgt gezeigt, dass nach der Errichtung des neuen Ordinariats einige Pfarrein demnächst ohne Priester gelassen werden, weil unzufriedene Anglikaner „nach Rom gehen“. Nach der Priesterweihe dankte Erzbischof Nichols Mitgliedern der Kirche von England für ihre Gebete und Glückwünsche für die Neupriester der katholischen Kirche. Namentlich dankte Erzbischof Nichols dem Erz- bischof von Canterbury, Rowan Williams, „für das ihn kennzeichnende Verständnis, für die Großzügigkeit seines Herzens und seines Geistes“. Drei ehemalige anglikanische Ordensschwestern Caroline Joseph, Jane Louise und Wendy Renata, die Anfang Januar in die katholische Kirche aufgenommen waren, nahmen an der Eucharistiefeier teil. Zur Gründung des Personal-Ordinariates führte der Wunsch einiger anglikanischer Bischöfe, vieler Priester und Laien, in der katholischen Kirche zusammenzubleiben und Aspekte ihres Erbes zu pflegen. Das neue Ordinariat besteht nicht aus Territorial-Gemeinden. Es werden Personalgemeinden errichtet, die – ähnlich wie Hochschul- und Militärgemeinden – den Territorialgemeinden rechtlich gleichgestellt sind. Die Errichtung wei- terer Personal-Ordinariate insbesondere in Australien, den USA, Kanada und Irland steht zu erwarten siehe Berichte unten auf dieser Seite. Ein Sprecher der Kirche von England lehnte einen Kommentar zur Priesterweihe ab, meinte aber: „Seine Kirche wünsche jedem das Beste auf dem Wege des Glaubens, auf dem wir uns alle befinden.“ Auf die Frage, ob er in Sorge sei, das neue Ordinariat könne viele anglikanische Priester und Laien auf den Weg nach Rom bringen, sagte der Sprecher: „Wahr ist, dass wir nicht wissen, wie groß oder wie klein die Gruppen sein werden. Das lässt sich nicht voraussagen. Aber wir werden das sehr genau beobachten.“ Zu Ostern erwartet das Ordinariat die den Übertritt von 900 Anglikanern in die katholische Kirche, unter ihnen 61 Priester. Newton sagt laut “Catholic Herald”, er sei “erfreut über die Schar der Laien, die den Weg zur vollen Gemeinschaft mit der katholischen Kirche in der Heiligen Woche angetreten haben.” Der frühere anglikanische Bischof David Silk ist einer von ihnen. Er denkt, dass der Widerstand gegen Bischöfinnen nicht der eigentliche Grund sei für die Errichtung des Ordinariates. Der BBC sagt Bischof Silk: „Ich halte die Weihe von Bischöfinnen für nicht akzeptabel, aber das ist nicht der Grund für den Übertritt. Es handelt sich hier um einen zwanzigjährigen Prozess, der mich die Bedeutung des päpstlichen Amtes er- kennen ließ.“ Gefragt, ob er die Weihe von Frauen zum Bischofsamt als unmöglich erachte, antwortet der anglikanische Bischof: „Einige halten den Dienst eines weiblichen Klerus für erforderlich. Ich persönlich denke auch so. Aber der Dienst der Frauen in der Kirche kann ebenso wirksam werden als Diakoninnen.” CT110123BelindaCrenstonDT110319+
Papst Benedikt XVI. hat drei ehemalige anglikanische Bischöfe, die jüngst zum Katholizismus übergetreten sind, zu päpstlichen Prälaten ernannt. Keith Newton und John Broadhurst erhielten den Rang eines Aposto- lischen Protonotars und damit den höchsten kirchlichen Ehrentitel für Nichtbischöfe. Andrew Burnham darf sich künftig Päpstlicher Ehrenprälat nennen. Das berichtete die britische Zeitung „Catholic Herald“ in ihrer Onlineausgabe. Die drei sind die ersten Geistlichen des Personalordinariats „Our Lady of Walsingham“. Benedikt XVI. hatte diese Kirchenstruktur eigens für Anglikaner geschaffen, die sich unter weitgehender Bei- behaltung ihrer Traditionen dem Papst unterstellen wollen. RV110318kipa

Erzbischof Bernard Longley hat in der Kathedrale von Birmingham acht weitere Priester für das Personal- Ordinariat geweiht. Auf dem Foto: neben Erzbischof Longley Msgr. Keith Newton (mit weißer Mitra)
Für das Ordinariat Unserer Lieben Frau von Walsingham sind 35 Priester im Jahr 2011 geweiht. In seiner Predigt wandte sich Msgr. Keith Newton, der Leiter des Ordinariates an die ehemaligen Anglikaner und sagte: „Ihr seid von Christus berufen, das ist die Wahrheit und ihr dürft das niemals vergessen, und diese Be- rufung hat die Kirche angenommen. Ihr alle erlebt beides: Kontinuität und Wechsel. Kontinuität, weil der Ruf zum christlichen Dienst euch schon vor einigen Jahren erreichte, bei manchen von euch liegt diese Berufung schon viele Jahre zurück. Viele Jahre an Erfahrung und im Dienst am Glauben bringt ihr mit. Es wird euch aber auch bewusst, dass euer Dienst in Zukunft in völlig neuem Zusammenhang als Priester der katholischen Kirche vollzogen wird. Eure Priesterweihe wird heute für euch zur Erfüllung und Vollendung für alles, was vorher gewesen ist. Es wird aber auch diesen radikalen Unterschied erleben, denn ihr werdet den Dienst am Wort und Sakrament vom Zentrum der Kirche aus verstehen – in Gemeinschaft mit dem Nachfolger des heiligen Petrus, der beauftragt wurde mit einer besonderen Sorge für die Einheit der Herde Christi – woran uns Papst Benedikt in seiner Predigt in Westminster Abbey erinnerte.“ Msgr. Keith Newton betonte dann: „Zuerst und vor allem werdet ihr geweiht als Priester der katholischen Kirche. Was heute an euch geschieht, wird euch eine neue glaubwürdige Handlungsvollmacht geben. Ihr werdet in den Worten von Lumen Gentium dieses entdecken: ‚Es wird keinen wahren priesterlichen Dienst geben außerhalb der Gemeinschaft mit dem Papst‘, und ihr werdet teilhaben am priesterlichen Dienst aller Priester der katholischen Kirche. Einer der bewegendsten Teile der Priesterweihe ist der Friedenskuss eurer mitbrüderlichen Priester. Das bezeichnet zutiefst die Einheit des Priestertums der katholischen Kirche.“ „Msgr. Newton sagte weiter: „Obgleich ihr geweht werdet für die ganze Kirche, werdet ihr auch Priester im Personal-Ordinariat Unserer Lieben Frau von Walsingham. Ihr habt eine spirituell Reise in den letzten Jahren angetreten, vielleicht auch schon vor vielen Jahren. Diese Reise war nicht ohne Schwierigkeiten. Erzbischof Bernard wird euch ermahnen: ‚Gestaltet euer Leben im Geheimnis des Kreuzes‘. Dies sind tiefe und erfüllende Worte. Wenn ihr zurückblickt auf die vergangenen Jahre, werdet ihr die Göttliche Vorsehung in eurem Leben erkennen, da bin ich ganz sicher, dass Gott euch bis zu diesem frohmachenden Moment geführt hat.“ CT110619PeterJennings
Die von den Konzelebranten bei der Seligsprechung von Kardinal Newmann getragenen Gewänder wurden dem Personalordinariat Unser Lieben Frau von Walsingham übergeben. Die Messgewänder werden bei besonderen Ereignissen getragen und erinnern an die starke Verbindung zwischen dem Ordinariat, dem Seligen Newman und Papst Benedikt XVI., der die Seligsprechung in Birmingham vollzog. >Heilige - ? CT110605

Prälat Keith Newton errichtet 20 Anlaufstellen für das Personal-Ordinariat
Der ehemalige anglikanische Bischof von Richborough Keith Newton war immer ein leidenschaftlicher Anwalt für die Einheit der Kirche. Schon in den 70er und 80er Jahren hielt er die Einheit für möglich, aber in den letz- ten Jahren legte die anglikanische Weltgemeinschaft einige Hindernisse auf den Weg, darunter insbesondere die Weihe von Priesterinnen und die Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften. Der neue Ordinarius spricht sich gegen Bischöfinnen aus, wünscht sich aber den Dienst der Frauen in der Kirche. Die anglikanische Gemeinschaft rühmte sich einst ihrer umfassenden Nähe zur Kirche; nun sind wir Zeuge ihres Niedergangs. Für Keith Newton steht die Lehrer der Anglikaner in Frage: „Der ökumenische Dialog hat als Ziel nicht mehr die volle Gemeinschaft, sondern gegenseitiges Verständnis und Respekt.“ Prälat Keith Newton gehörte zur Gruppe der Anglikaner, die sich an die römische Glaubenskongregation wandten. 18 Monate später führte die Bitte zur Errichtung des Personal-Ordinariats, das anglikanischen Klerikern und Laien den Eintritt in die katholische Kirche unter Wahrung von Teilen ihrer Identität ermöglicht. In seine Rolle als Bischof von Richborough übernahm Father Keith Newton in der anglikanischen Gemeinschaft die Aufgabe eines „fliegenden Bischofs“. Das umfasste seine Zuständigkeit für jene Anglikaner im Osten Eng- lands, die der Weihe von Priesterinnen widersprachen. Dazu gehörten 80 Gemeinden von Lincoln im Norden über Folkestone im Osten und Bournemouth im Westen. Keith Newton wurde in Liverpool geboren, wo er auch seine Frau Gill heiratete. Er erhielt im Kings College in London den Titel eine Magister der Theologie, bevor er die Qualifikation zum Lehrer erlangte. In der Chelms- ford Cathedral empfing er 1975 die Diakonatsweihe und im Jahr darauf die Priesterweihe. Zwischen 1975 und 1978 war er Kaplan an der Marienkirche in Great Ilford. In den folgenden acht Jahren war er Pfarrer im Wim- bledon. 1985 ging er in die Mission nach Malawi, wo er sechs Jahre blieb. 1991 kam er zurück aus Afrika und wurde Priester und Pfarrer der Holy Nativity Gemeinde Knowle in Bristol. 1997 bis 2002 war er Priester an der Allerheiligenkirche in Easton, Bristol. 2002 wurde er Bischof in Southwark und anschließend Weihbischof in Rochborough und zugleich Bischöflicher Visitator der Provinz Canterbury. In die volle Gemeinschaft der Katholischen Kirche wurde Keith Newton am 01. Januar 2011 aufgenommen, am 13. Januar erhielt er die Dianonatsweihe und zwei Tage später die Priesterweihe. Am 15. Januar 2011 wurde er von Papst Benedikt XVI. zum Leiter des Personal-Ordinariats unserer Lieben Frau von Walsingham ernannt. Key Newton hat mit seiner Frau Gill drei Kinder. Die älteste Tochter Lucy heiratete einen katholischen Mann und wurde selbst katholisch. Father Newton feierte seine Primizmesse in der Marienkirche in Wanstead, East London, und taufte zugleich seine Enkeltochter Katie. Lucy hat noch zwei Brüder: Tom und James. Noch wohnt die Familie Newton in Woodford Green an der Grenze von Essex/East London. Ihr Haus gehört der anglikanischen Gemeinschaft. Darum müssen sie es bald verlassen, hoffen aber in der Nähe zu bleiben, weil Gill Newton an der örtlichen Wanstead High School lehrt. Father Newton ist voll des Lobes über die Aufnahme, die er in der Katholischen Kirche fand. „Pfarrer Pat Sammon von der Marienkirche war außerordentlich freundlich und hat mich in der Übergangszeit sehr ge- fördert; auch Bischof Thomas hat mich unterstützt.“ Die Zahl derer, die dem Ordinariat beitraten war klein am Anfang, aber wächst stetig auf inzwischen sieben Priester [darunter drei anglikanische Pfarrer aus Chelmsford, Hockley und Benfleet, sowie 300 Laien aus sechs Pfarreien in Essex und East London]. „Alle, die zu uns kommen stehen unter meiner Jurisdiktion in derselben Weise wie die Mitglieder einer Diözese unter der Jurisdiktion eines Bischofs“, sagt Prälat Newton. Als Priester und Ordinarius nimmt er teil als ordentliches Mitglied der Bischofskonferenz von England und Wales. Vieles muss praktisch vorbereitet werden beim Übertritt von Priestern, insbesondere die Bereit- stellung von Wohnungen für die Familien. Father Newton schätzt, dass sich etwa 50 bis 60 Priester und einige hundert Laien in etwa 24 Gruppen aus dem südlichen England, dem Personal-Ordinariat anschließen werden. In Absprache mit den Ortsbischöfen werden die Priester des Ordinariates in den Pfarreien die heilige Messe feiern, als Gefängnispfarrer und in weiteren pastoralen Aufgaben tätig werden.
Diese Gruppen wurden vom Personal-Ordinariat zunächst errichtet: Birmingham Ordinariate Group Black Country Ordinariate Group Bournemouth Area Ordinariate Group Bristol Ordinariate Group Eastbourne Ordinariate Group (Eastbourne & East Sussex) East Kent Ordinariate Group London (North) Ordinariate Group London (South/Central) Ordinariate Group Manchester Ordinariate Group Oxford Ordinariate Group Peterborough Ordinariate Group Reading Ordinariate Group Redbridge & Havering Ordinariate Group Sarum Ordinariate Group (Salisbury, W. Hants, N. Dorset) Sevenoaks Ordinariate Group Southend Ordinariate Group Southwest Ordinariate Group Tunbridge Wells Ordinariate Group Welsh Ordinariate Group und am 16. Februar 2011 die erste Ordinariats-Gruppe in Schottland: Scottish Ordinariate Group (based in Inverness)
Im laufenden Jahr ist die Zahl der Ortsgruppen erheblich angestiegen: Beckenham and Bromley, Birmingham, Black Country, Bournemouth, Bristol, Buckfast, Cambridge, Chelmsford, Colchester, Cornwall, Coventry, Croydon, Darlington, Deal, Derby, Eastbourne, Folkestone, Harlow, Hemel, Hempstead, Hereford, Highland, Hockley, Huntingdon, Ipswich, Isle of Wight and Portsmouth, Lancashire, Leicestershire, Lewisham, London (Balham), London (Central), London (East) -, Leytonstone, London (East) -, Walthamstow North, London (East) -, Walthamstow South, London (North), London (South), Manchester, Marylebone, Northampton, Nottinghamshire, Oxford, Reading, Redbridge and Havering, Salisbury, Scotland Central, Sevenoaks, Sheffield, Shrewsbury, South Benfleet, Torbay, Tunbridge Wells, Wales, Worcester.
Prälat Newton ist überzeugt von der Bedeutung der Arbeit für soziale Gerechtigkeit. „Man kann nicht Christ sein, ohne hier auf Erden für das Reich Gottes zu wirken. In Malawi erlebte er harte Zeiten unter der Diktatur von Hastings Banda. Kritiker der Regierung kamen schnell in Schwierigkeiten. Er berichtet von einem Hirten- brief der katholischen Bischofskonferenz in Malawi, in dem mehr Demokratie gefordert wurde. „Alle wurden verhaftet. Aber der Brief führte letztlich zur Demokratie. Malawi ist eines der ärmsten Länder der Welt, aber die Menschen sind offen und warmherzig.“ Father Newton nimmt aktiv teil an der Kampagne für Schulden- tilgung, das verbindet ihn noch mit Afrika. „Afrika ist noch ein Teil von mir, es steckt mir im Blut!. Prälat Newton sieht zwischen Anglikanern und Katholiken gemeinsame Grundwerte, wenn es um Themen wie Abtreibung geht. Von daher steht er in der Bewegung „für das Leben“ im weitesten Sinn: von der Wiege bis zur Bahre. „Die Schulden der Dritten Welt sind vergleichbar mit der Abtreibung“, sagt der Ordinarius, und sieht im Kampf gegen die Armut eine Kernaufgabe der Christen. Fr. Newton sieht in großen Teilen der Gesell- schaft eine anti-christliche Haltung. Er möchte das noch nicht eine Verfolgung nennen, meint aber: „ich bin nicht sicher ob man England noch ein christliches Land nennen kann. Die Botschaft aber, die Papst Benedikt im September nach England brachte, hat tief auf die Gesellschaft eingewirkt.“ Kirchliche Schulen werden nach seiner Meinung eine Schlüsselrolle für die Bildung der Gläubigen leisten: „Wir müssen die Kinder für den Glau- ben erziehen, denn in den staatlichen Schulen ist die religiöse Erziehung auf einem Tiefpunkt. Fr. Newton ak- zeptiert jene Eltern, die zur Kirche kommen, damit ihre Kinder einen Platz in der kirchlichen Schule erhalten, und später sich wieder abwenden von der Kirche. „Es liegt an uns, die Saat auszubringen – andere mögen die Ernte einbringen.“ CT110206PaulDonovan
Großbritannien: Kirchliche Struktur und Weihe für Ex-Anglikaner
Der Vatikan hat sein Versprechen wahrgemacht, für frühere Anglikaner eigene kirchliche Strukturen inner- halb der katholischen Kirche zu errichten. Am 15. Januar 2011 hat die vatikanische Glaubenskongregation auf dem Gebiet der Bischofskonferenz von England und Wales ein so genanntes „Personalordinariat“ errichtet. Es soll Anglikanern, die zur katholischen Kirche übertreten, dabei helfen, weiter vertraute kirchliche Tradi- tionen zu bewahren. Den Weg dazu hatte Papst Benedikt vor über einem Jahr mit einer so genannten „Apostolischen Konstitution" freigemacht. Das „Personalordinariat Unserer Lieben Frau von Walsingham“ (benannt nach einem traditionellen Wall- fahrtsort in Südengland) bekommt als ersten Leiter Keith Newton: Das ist einer von drei früheren anglika- nischen Bischöfen, die zum ersten Januar 2011 in die katholische Kirche aufgenommen worden sind. Newton und die zwei anderen Übergetretenen haben am 15. Januar 2011 in London die katholische Priesterweihe empfangen. Der Feier in der Westminster Cathedral stand der Londoner Erzbischof Vincent Nichols vor, der auch die Bischofskonferenz von England und Wales leitet. Alle drei früheren anglikanischen Bischöfe sind verheiratet und haben Kinder. Die Webseite der Kathedrale spricht von einem „historischen Moment“ und einem „bemerkenswerten Start in die Weltgebetswoche für die Einheit der Christen“. Die BBC geht davon aus, dass die katholische Priester- weihe für frühere anglikanische Bischöfe „die Kirche, die sie zurücklassen, tiefgreifend verändern könnte“. RV110115 Auch drei Ordensschwestern empfingen die 1. Heilige Kommunion. Sr. Wendy Renata sagte, sie fühle sich “fantastic”, nachdem sie in die katholische Kirche aufgenommen worden ist. „Ich hatte diesen Wunsch schon jahrelang. Jetzt habe ich den Schritt getan“, sagt sie. CT110109BelindaCranston
St.Lukas, Bladensburg DC
Zweite Anglikanische (episkopale) Gemeinde wird katholisch In den USA wird nach dem Übertritt der Calvarien-Berg-Kirche in Baltimore nun auch die gesamte anglikanische (episkopale) Gemeinde St. Luke in Bladensburg/Washington DC der katholischen Kirche bei- treten. Das berichtet die Tageszeitung „Washington Post“. Die Priester und die Gläubigen von St. Luke in Bladensburg sähen sich ab sofort als römisch-katholisch an, heißt es in einer Entschließung der Gemeinde. Bladensburg ist eine vorwiegend afro-amerikanisch geprägte Gemeinde im Bundesstaat Maryland und praktisch ein Vorort von Washington DC. Die Gemeinde, deren Gläubige überwiegend Einwanderer aus Afrika und der Karibik sind, will laut Bericht ihre anglikanische Liturgie und auch ihren Pastor, den verheirateten Reverend Mark Lewis, behalten. Als Begründung für den Übertritt zur katholischen Kirche gaben Gemeinde- mitglieder an, man suche klare geistliche Leitlinien und eine „fürsorgliche Autorität“, wie sie Papst Benedikt XVI. verkörpere. In der anglikanischen Kirche sage ein Bischof das eine, ein anderer etwas Gegenteiliges. DT110611kna
Rowan Williams Benedikt XVI.
Das Personal-Ordinariat Unserer Lieben Frau von Walsingham
Das erste Personal-Ordinariat für ehemalige Anglikaner ist in England Anfang Januar 2011 errichtet. Zu diesem Ordinariat werden fünf ehemalige anglikanische Bischöfe, so wie eine noch nicht näher bestimmbare Zahl von Geistlichen und Laien gehören. Dieses neue Ordinariat wird etwa 30 Gruppen umfassen, erklärte die Bischofskonferenz von England und Wales auf einer Konferenz in London. Das Personal-Ordinariat wird ermöglicht durch ein Dekret von Papst Benedict XVI. Die Einsetzung durch den Papst ist vergleichbar mit Militär- oder Hochschulgemeinden, die nicht territorial, sondern als Personalordina- riate verfasst sind. Nach der Apostolischen Konstitution Anglicanorum coetibus von 2009 ist dies die erste zu errichtende Diözese. Das Ordinariat wird Gruppen von Anglikanern ermöglichen, in die katholische Kirche einzutreten unter Beibehaltung ihres unverwechselbaren Erbes – einschließlich verheirateter Priester – wie auch ihrer liturgischen Besonderheiten. Der Weihbischof Alan Hopes in Westminster ist von den Bischöfen als Verbindungsbeauftragter für das Ordinariat ernannt. Er ist der Höchstrangige frühere anglikanische Priester in der katholischen Kirche von England und Wales. Der Weihbischof sagt, dass kleine Gruppen anglikanischer Laien und ihre Pfarrer sich schon seit Ende September auf den Übertritt in die katholische Kirche und das neue Ordinariat vorbereiten. Die katholischen Bischöfe begrüßen die Initiative des Papstes und entbieten ein freundliches und herzliches Willkommen den Anglikanern, die die volle und kirchliche Gemeinschaft mit der katholischen Kirche suchen. Die Bischofskonferenz erklärt: „Wir sehen diesen Schritt im Zusammenhang mit der großen ökumenischen Reise, ebenso wie der Heilige Vater es nennt, auf der Suche nach der vollen Gemeinschaft im Glauben und in der Fülle der Einheit, für die Jesus Christes selbst gebetet hat.“ Bischof Hopes ergänzt: „Es ist ganz klar gewor- den, dass es Gruppen anglikanischer Geistliche und Laien gibt, die Gebrauch zu machen wünschen von dieser Reise in die katholische Kirche durch die Struktur des Ordinariates.“ Weihbischof Hopes wurde 1994 in die katholische Kirche aufgenommen. Drei anglikanische Bischöfe, die noch bis zum 31. Dezember 2010 ihr Amt ausgeübt haben, haben die Priesterweihe empfangen und zwei emeritierte anglikanische Bischöfe werden noch vor der Fastenzeit zu Priestern geweiht. Priester und Laien werden an Informationskursen teilnehmen und können dann in der Karwoche in die katholische Kirche aufgenommen werden. Jene anglikanischen Geistlichen, die wünschen katholische Priester zu werden, empfangen die Priesterweihe zu Pfingsten und werden in das neue Ordinariat incardiniert.“ Bischof Hopes erklärte weiter: „Diese Priesterkandidaten erhalten einen 12-Wochen-Kompakt-Kurs von der vatikanischen Glaubenskongregation. Nach der Priesterweihe erwarten wir von den neugeweihten Priestern, dass sie ihre Studien noch eine Zeit fortsetzen, um sicher ihre Füße unter den katholischen Tisch setzen können.“ Bischof Hopes nannte keine Zahlen, aber aus informierten Kreisen werden 50 Geistliche und einige hundert Laien erwartet. Erzbischof Vincent Nichols von Westminster sagte auf einer Pressekonferenz, außer diesen fünf anglikani- schen Bischöfen hätten keine weiteren öffentlich ihren Wunsch erklärt, in das Ordinariat einzutreten. Er fühle sich „nicht schuldig“ daran, dass einige anglikanische Gemeinden von ihren Pfarrern verlassen werden. Das berichtete auch der Erzbischof von Canterbury Rowan Williams in Radio Vatikan. Der katholische Erzbischof erinnerte in London auf der Pressekonferenz dass Papst Benedikt das neue Ordinariat auf Bitten von Angli- kanern errichtet habe, die korporativ übertreten wollten. „Aus Respekt vor dem imperativen Gewissen“ sei das geschehen. „Dies ist kein Konkurrenzdenken oder Wettkampf zwischen unseren Kirchen. Die gemein- same Stärke ist sehr wichtig. Wir haben teil an derselben Sendung und auch am gleichen Ziel. Wir stehen nicht im Wettkampf, um die Bibel unserer Gesellschaft zu bringen.“ Insgesamt hat eine Gruppe von 50 anglikanischen Geistlichen, unter ihnen die fünf Bischöfe, angekündigt, die Church of England verlassen und in die Einheit mit Rom eintreten zu wollen. Ein erheblicher Teil über- trittswilliger Anglo-Katholiken beabsichtigt jedoch, bis 2012 abzuwarten, um zu sehen, ob die Kirche von England tatsächlich die bei ihrer Generalsynode im Sommer beschlossene, umstrittene Wahl von Bischöfinnen erlauben wird. Viele Anglikaner hoffen weiterhin, dass es dazu nicht kommen wird. Ein Hilfsfonds wurde wurde zur Errichtung des neuen Ordinariats geschaffen, insbesondere um die Bezüge der Pfarrer zu ermöglichen. Die Bischofskonferenz beteiligt sich daran mit rund 300.000 Euro. “Unsere guten Beziehungen zueinander bleiben unverändert.” CT101127SimonCaldwell DT101120AnjaKordik
„Kleine Brücke auf langem Weg“ Vatikansprecher Federico Lombardi würdigt den mutigen Schritt der anglikanischen Gemeinschaften, die zur katholischen Kirche konvertieren wollten. In seinem wöchentlichen Editorial für Radio Vatikan erinnerte der Jesuitenpater an die großzügige Geste des Papstes, die anglikanischen Gemeinschaften aufzunehmen und dazu eigens Personalordinariate zu schaffen. „Der erste der drei Ordinariatsleiter hat sich in einem Interview vor Kurzem dafür bedankt. Er nannte hier- bei namentlich den Papst, seine Ehefrau und die Familie sowie die Kirche von England mit dem anglikanischen Primas Rowan Williams. In diesem Interview sprach der neue Ordinariatsführer sehr spontan. Er erzählte bei- spielsweise, dass er glücklich ist, sein Enkelkind persönlich getauft haben zu können. Dies war seine erste Geste nach seiner Weihe zum katholischen Priester. All das ist kein Zeichen der Trennung, sondern eine kleine Brücke auf dem langen Weg der Einheit.“ RV110122mg
Anglikaner auf dem Weg nach Rom 
Die Ankündigung der anglikanischen Pfarrei Saint Peter’s in Folkstone in Großbritannien, zur katholischen Kirche überzutreten, hat einmal mehr die Risse innerhalb der Church of England offensichtlich werden lassen. Gemeinschaften, die sich anglo-katholisch nennen und eher zu dem konservativen Flügel innerhalb der Kirche gehören, wehren sich gegen einzelne Entscheidungen ihrer Kirche. Pfarrer Stephen Bould Foto oben vor der Statue des heiligen Petrus erläuterte seine Absicht und die der Mehrheit seiner Pfarrei gegenüber der BBC: „Sobald die Regelung in Kraft tritt, die erlaubt, dass Frauen zu Bischöfen geweiht werden können, dann hat die anglikanische Kirche keinerlei Recht mehr, sich selber irgendwie katholisch zu nennen. Dann gibt es durch Argumente nichts mehr zu gewinnen.“ rv101018bbc In Großbritannien hat sich die erste anglikanische Kirchengemeinde formell dazu entschlossen, dem Ange- bot des Vatikans zu folgen und fortan in einem eigenen Ordinariat der römisch-katholischen Kirche anzuge- hören. Der Rat der Gemeinde St. Peter in Folkestone/Kent beschloss den Schritt einmütig.
Für Jesus in Einheit mit Rom leben 
Der jetzt zum katholischen Priester geweihte John C. Broadhurst (68) Foto oben war anglikanischer Bischof der Londoner Diözese (Bezirk Fulham) und Präsident von „Forward in Faith", einer internationalen anglo- katholischen Gemeinschaft mit mehreren hunderttausend Mitgliedern. Mit ihm sprach Hinrich E. Bues in der “Tagespost”. Exzellenz, Sie sind einer der fünf englischen Bischöfe, die zum Personal-Ordinariat Unserer Lieben Frau von Walsingham übergetreten sind. Die Zeitung „The Telegraph" spricht von einem „Erdbeben für die Anglo-Katholiken". Ist das wahr? Nur ein kleines Erdbeben. Allerdings ist dieser Schritt schon von größerer Bedeutung, denke ich. Niemals zuvor ist ein aktiver anglikanischer Bischof zurückgetreten und römisch-katholisch geworden. Von den fünf Bischöfen, die übergetreten sind, waren drei noch im aktiven Dienst. Das ist schon von großer Bedeutung, ein Signal, weil so viele anglikanische Christen auf diesen Schritt gewartet haben. Ihr Übertritt zur katholischen Kirche wird auch die „erste Welle" genannt. Hoffen Sie also auf eine zweite und dritte Welle der Übertritte? Und eine vierte und fünfte Welle der Übertritte. Ich habe ungefähr hundert Priester in meiner Diözese. Ich fragte sie: Was denkt ihr über das Römische Ordinariat? Einer sagte: Das kommt für mich absolut nicht in Fra- ge. Ich werde nicht römisch-katholisch werden. 99 Prozent waren aber interessiert. Aber nur sechs sagten, wir werden es jetzt tun. Die anderen überlegen noch und wollen den Schritt vielleicht später gehen. Sie sind ebenfalls der Präsident der internationalen anglikanischen Organisation „Forward in Faith"(FiF). Wie sieht die Situation in Australien oder den USA aus? Bereiten sich dort Gruppen von Gläubigen, Priestern und Bischöfen auf den Übertritt und die Errichtung der Römischen Ordinariate vor? Der australische Zweig von FiF ist sehr engagiert und verbunden mit der Idee des Römischen Ordinariates. Dort werden sehr viele Übertritte erwartet. In den Vereinigten Staaten ist die Situation gemischter und die Offenheit für die neuen Ordinariate unterschiedlich. In beiden Ländern wird aber jeweils ein Ordinariat er- richtet werden - und dies auch sehr schnell. Vor einiger Zeit trafen Sie mit Papst Benedikt zusammen. Es wird gesagt, die Ordinariate lägen dem Papst „sehr am Herzen". Würden Sie das auch so sehen? Ja, auf jeden Fall. Der Heilige Vater sieht die Einheit der Kirche als einen Imperativ des Evangeliums. Ich glaube, dass der Papst über die fehlende Kircheneinheit seit langer Zeit sehr beunruhigt ist. Seit über 20 Jahren organisiere ich auf anglikanischer Seite unterstützende Initiativen für die Einheit mit dem Heiligen Stuhl. Mehr als tausend Priester sind hier beteiligt gewesen. Wenn jetzt der Heilige Vater durch die Konsti- tution Coetibus Anglicanorum die Chance zur Einheit schafft, haben wir eigentlich keine Wahl. Erhalten Sie von katholischen Bischöfen in England positive Zeichen angesichts Ihres Übertritts? Ja, aber auch hier sind die Reaktionen gemischt. Einige Stimmen sind konstruktiv, andere ablehnend und wie- der andere enthusiastisch. Das ist ziemlich natürlich, wenn es um eine sehr grundsätzliche Änderung geht. Wir haben aber bisher keinerlei Feindseligkeit erlebt. Papst Benedikt hat England und Schottland im September 2010 besucht. Hatte dieser Besuch einen positiven Effekt auf Entscheidung zum Übertritt? Ja sehr. Einer meiner Priester, der sich die Entscheidung zum Übertritt noch einige Jahre überlegen wollte, sagte zu mir nach dem Papst-Besuch: Jetzt komme ich sofort. Das ist wirklich sehr interessant. Die Frage in unserer Gesellschaft ist: Wer spricht eigentlich für Jesus? Und da gibt es keinen Zweifel. Als der Heilige Vater in England war, da sprach er für Jesus. Und das ist zentral. Nichts ist wichtiger, als wirklich für Jesus Christus zu sprechen. Welche Schwierigkeiten beobachten Sie, wenn jetzt durch Coetibus Anglicanorum zum ersten Mal in der Geschichte große Gruppen oder Gemeinschaften von Anglikanern in die katholische Kirche aufgenommen werden können? Die Schwierigkeiten für die Priester sind: Wo werden sie leben, wie werden sie bezahlt werden? Für die Gläubigen vor allen Dingen die Frage: Wo werden sie zum Gottesdienst gehen können? Anglikanische Ge- meinden sind keine großen Gruppen. Wir sprechen hier von vielleicht fünfhundert Christen in einer Gemeinde, die auch die Finanzen aufbringen müssen. Wie finanzieren sich die Gemeinden in England? Anders als in Deutschland gibt es in England keine Kirchensteuer. Der Priester wird eigentlich von der Pfarr- gemeinde bezahlt. Denn die Gemeinde überweist das gesammelte Geld an die Diözese und diese bezahlt davon die Priester und die Gebäudekosten. Wir rechnen ungefähr so, dass 100 Gläubige mit ihren monat- lichen Beiträgen einen Priester bezahlen können. Die Gehälter liegen dabei aber wesentlich niedriger als in Deutschland. Im Hinblick auf die neuen Ordinariate haben wir gegenwärtig eigentlich überhaupt kein Geld. Wie denken die jüngeren anglikanischen Kleriker über einen möglichen Übertritt in das Römische Ordi- nariat? Das ist schon etwas Besonderes. Meine jungen Priester sagen: Ja, lass es uns jetzt tun. Und sie haben wirk- lich viel zu verlieren. Und die älteren Priester, die immerhin ihre Pension behalten können, sagen: Lass es uns morgen tun. Lass uns abwarten und sehen, wie die Dinge so laufen werden. Sehr interessant, nicht? Außer Ihnen haben noch vier andere Bischöfe die Einheit mit der katholischen Kirche wieder hergestellt. Wie viele Priester und Gläubige werden diesen Schritt mitgehen? Können Sie Zahlen nennen? Zu Anfang werden es etwa fünfzig Priester in England sein. Wie viele Gläubige mitgehen werden, weiß ich nicht. Ein Priester sagte neulich zu mir: Ich bin sehr besorgt, weil manche Christen plötzlich verschwinden. Und ein anderer Priester berichtetete: Plötzlich kommen Gläubige aus anderen Gemeinden und wollen sich anschließen (lacht). Da geschehen wirklich sehr unerwartete Dinge, die man nicht erklären kann. Ich denke, wir werden das einfach sehen. Der Anfang wird also klein sein? Ja, bei der ersten Welle werden wir noch nicht viele sein. Darin liegt aber auch eine Chance. Wenn der kleine Anfang gelingt, dann können wir wachsen. Das kommt auch der römischen Intention entgegen. Im Vatikan ist man an guten Beziehungen zu den anderen kirchlichen Gemeinschaften interessiert und möchte diese nicht zu sehr gestört sehen. Da hilft so ein relativ kleiner Anfang. Wird die Errichtung der Ordinariate, trotz ihres kleinen Anfangs, auf eine Änderung der kirchlichen Land- karte hinauslaufen? Ja, sicherlich, das wird es. Da gibt es etwas sehr Spezielles in England, das man zuerst verstehen muss. Nach der Reformation war die katholische Kirche in England hauptsächlich von der Aristokratie und der Mittel- klasse geprägt. Erst durch die Einwanderung aus dem katholischen Irland kamen andere Schichten in die Kirche hinein. Die Anglikanische Kirchengemeinschaft hatte immer ein gewisses Gefühl der Überlegenheit gegenüber der katholischen Kirche. Wenn wir jetzt anglikanisch-katholische Ordinariate haben werden, wird das, psychologisch gesehen, die Einschätzung ändern. Werden die neuen Ordinariate vielleicht auch die katholische Kirche in England selbst verändern? Werden zum Beispiel Katholiken aus liberalen Gemeinden in die Ordinariate kommen wollen? In Amerika gibt es bereits einen anglikanischen Ritus in der katholischen Kirche, der seit fünfzehn Jahren vom Vatikan genehmigt ist. In nur sechs oder sieben Pfarrgemeinden wird dieser Ritus praktiziert, mit einigen tausend Mitgliedern. Ich kenne einen der Gemeindepriester persönlich und er berichtete von folgendem Prob- lem: Aus den katholischen Nachbargemeinden kommen viele Gläubige, weil sie den mehr traditionellen Ritus schätzen. Seit den Protesten gegen die Frauenordination in den 80er Jahren sind bereits viele anglikanische Priester konvertiert und katholisch geweiht worden. Wie viele sind es und wie arbeiten sie? Ich habe nicht die genauen Zahlen vorliegen, aber es sind etwa 300 bis 400 Priester. Ungefähr 50 von ihnen sind verheiratet. Ich selber habe als Pfarrer verschiedene, meist sehr große Gemeinden geleitet und etwa 20 Kapläne arbeiteten dabei mit mir zusammen. Von diesen 20 sind heute drei römisch-katholisch, zwei leben zölibatär und einer ist verheiratet. Der verheiratete Priester ist heute Gemeindepfarrer in Nord-London. Was ist eigentlich der springende Punkt: Warum wollen Sie katholisch werden? Haben Sie sich über die Anglikanische Kirchengemeinschaft geärgert, sind Sie enttäuscht? Nein, ich war eigentlich immer katholisch. Ich denke auch, dass die Anglikanische Kirche im Grunde immer katholisch, wenn auch nicht in Einheit mit Rom war. Aber in den letzten 15 bis 20 Jahren ist viel passiert. Über fast 40 Jahre arbeitete die anglikanisch-katholische ARCIC-Kommission *, ohne das erhoffte Ziel einer Einheit der Kirche zu erreichen. So stellte sich für mich die Frage: Wo will ich eigentlich sein? Und ich wollte kein alter Mann sein, der sozusagen weinend in der Ecke liegt. Das ist vielleicht etwas pathetisch. Aber ich fühlte, dass ich eine Entscheidung treffen muss - hinsichtlich der Einheit der Kirche. Egal wie alt man ist, man muss heute eine Entscheidung fällen. War der entscheidende Punkt also die Einheit mit dem Heiligen Stuhl? Ja. Ich fragte mich, was will ich eigentlich mit dem Rest meines Lebens tun? Meine Motivation war immer, für Jesus Christus zu leben. Und für Jesus kann ich nur leben in der Einheit mit dem Heiligen Stuhl. Das ist der Punkt. Obwohl der Ruf zur Einheit der Kirche ungebrochen ist, haben sich die Erwartungen geändert. Ur- sprünglich war die Erwartung, dass es eine anglikanisch-katholische Einheit geben würde. Das ist nicht ein- getreten. Sollte ich also als Einzelperson konvertieren? Das ergab für mich keinen Sinn. Die neue päpstliche Konstitution Coetibus Anglicanorum hat also die Lage entscheidend verändert? Ja, plötzlich gibt es für uns eine sinnvolle Perspektive. Eine Einzelkonversion hätte im Sinne der Kirche keinen Sinn ergeben, aber jetzt können wir mit großen Gruppen von Gläubigen, für die wir ja als Bischöfe Verantwortung tragen, die Einheit mit der katholischen Kirche und dem Heiligen Stuhl wieder herstellen. Es ist vielleicht nicht alles perfekt, aber ich kann keinen Grund mehr sehen, um jetzt noch Nein zu sagen. Wenn ich an die nächsten Monate denke, bin ich nicht ängstlich, sondern eher erwartungsvoll. Ich freue mich, dass ich ein Teil dieses wichtigen Prozesses auf dem Weg der Einheit sein kann. DT101211 * Mehr zur Arbeit der ARCIC-Kommission finden Sie auf der nächsten Seite > Anglikaner II

Ehemalige anglikanische Bischöfe jetzt in voller Gemeinschaft mit dem Bischof von Rom: Foto oben links: Bischof Keith Newton - jetzt Leiter des Personal-Ordinriats U.L.F. von Walsingham Foto oben rechts: Bischof John C. Broadhurst von Fulham, Bischof em. David Silk Foto unten links: Bischof Andrew Burnham von Ebbsfleet, Foto unten rechts: Bischof em. Edwin Barnes

Der anglikanische Bischof John Broadhurst, der zur katholischen Kirche mit seiner Frau Judy und mit drei von vier erwachsenen Kindern konvertiert ist, sagt in der „Times“, dass ihn nicht Hunderte, sondern Tausende Laien ihm folgen werden. Weil die katholische Kirche keine Stipendien oder eigene Wohnungen anbieten kann, steht zu erwarten, dass nur wenige Kleriker konvertieren; viele werden abwarten, wie sich die Dinge entwickeln. Etwa 1.000 von 13.000 Gemeinden der anglikanischen Gemeinschaft haben gegen die Ordination von Frauen votiert. Gut 360 Gemeinden wünschten sich „fliegende männliche Bischöfe“, die ihnen im Falle der Frauenordination zur Seite stehen würden. Die anglikanische Gemeinschaft möchte nicht auf Hunderte Kirchen verzichten. Anglikanische Beamte würden es akzeptieren, wenn sie die Kirchengebäude gemeinsam mit den neu errichteten Personal-Ordinariaten nutzen würden. Das Eigentum dieser Kirchen bliebe der anglikanischen Gemeinschaft, alle Nutzungsrechte würden den auf die anglo-katholischen Personal-Ordinariate übertragen. Bischof Broadurst sagt: „Viele Menschen sind interessiert, diesen Ordinariaten beizutreten. Einige betreiben den Übertritt aktiv. Viele aber werden die weitere Entwicklung abwarten. Ich kann das gut verstehen. Priester in einer Gemeinde mit Frau und Kindern machen sich da Sorgen. Ich erwarte aber, dass nicht Hunderte, sondern Tausende den Übertritt vollziehen.“ Die anglikanischen Bischöfe erklärten, dass moderne Entwicklungen, besonders auch die Ordinierung von Bischöfinnen, mit dem geschichtlichen Anglikanismus unvereinbar seien. couriermail101108
Die Bischöfe Andrew Burnham (Ebbsfleet), Keith Newton (Richborough), John Broadhurst (Fulham), Edwin Barnes (Winchester) und David Silk (Exeter) geben folgende gemeinsame Erklärung ab:
Wie viele in der katholischen Tradition des Anglikanismus, haben wir den Dialog zwischen Anglikanern und Katholiken in den „ARCIC“-Gesprächen ARCIC=Anglican Roman Catholic International Commission mit Gebet und Sehnsucht begleitet. Wir erschrecken darüber, wenn wir sehen, wie sich in den letzten 30 Jahren Anglikaner und Katholiken in manchen Themen voneinander wegbewegen und besonders machen wir uns Sorgen über die Entwicklung von Glaube und Ordnung Faith and Order im Anglikanismus, von der wir glauben, dass sie nicht vereinbar mit der geschichtlichen Berufung des Anglikanismus und der Tradition der Kirche seit fast zweitausend Jahren. Die Apostolische Konstitution Anglicanorum coetibus, gegeben zu Rom am 04. November 2009, war eine Antwort auf die Suche von Anglikanern auf der Suche nach Einheit mit dem Heiligen Stuhl. Mit der Errichtung der Rechtsstruktur eines Personal-Ordinariats, in der wir unsere eigene Erfahrung christlicher Jüngerschaft einbringen, wollen wir in die volle Gemeinschaft mit der katholischen Kirche – weltweit und über alle Jahrhunderte - eintreten. Dies ist sowohl eine großherzige Antwort auf mehrfache Ersuchen um Hilfe an den Heiligen Stuhl, wie auch ein mutiger neuer ökumenischer Weg auf der Suche zur Einheit der Christen, eine Einheit, für die Christus selbst vor seinem Leiden und Tod betete. Diese Einheit, so glauben wir, ist nur möglich in der eucharistischen Gemeinschaft mit dem Nachfolger des Heiligen Petrus. Als Bischöfe haben wir unparteiisch für jene Sorge getragen, die unser Verständnis teilen, aber auch für jene, die anderer Auffassung sind. Jetzt aber haben wir den Punkt erreicht, wo wir eindeutig unsere Position erklären und andere einladen, sich mit uns auf unserer Reise zu verbinden. Wir treten daher von unserem bischöflichen Amt unverzüglich zurück, demissionieren von unserer pastoralen Verantwortung in der Church of England mit Wirkung vom 31. Dezember 2010, und suchen in das anglilkanisch- katholische Personal-Ordinariat einzutreten, sobald es errichtet ist. Wir verbleiben sehr dankbar für alles, was die Church of England für uns bedeutete und uns in all den Jahren gegeben hat. Wir hoffen enge und herzliche Verbundenheit zu bewahren, indem wir zusammen für das Kommen des Königreiches Gottes arbeiten werden. Wir sind zutiefst dankbar für die Unterstützung, die wir in dieser schwierigen Zeit von verschiedenen Seiten erhalten haben: von Erzbischöfen und Bischöfen, von Priestern und Laien, von Anglikanern und Katholiken, von denen, die mit unserer Sicht übereinstimmen, und auch von denen, die leidenschaftlich anderer Meinung sind, von solchen, die uns zu diesem Schritt ermutigt haben und auch von denen, die uns bedrängt haben, diesen Schritt nicht zu gehen. The Right Revd Andrew Burnham The Right Revd Keith Newton The Right Revd John Broadhurst The Right Revd Edwin Barnes The Right Revd David Silk DamianThompson101108Arbeitsübersetzung-kbwn
Vatikan veröffentlicht Dokument zu Anglikanern
Am 4. November 2009 hat Papst Benedikt XVI. die angekündigte Apostolische Konstitution unterschrieben, die es Anglikanern unter Beibehaltung ihrer Tradition ermöglicht, katholisch zu werden. Am 9. November wurde diese Konstitution mit dem Titel Anglicanorum Coetibus der Öffentlichkeit vorgestellt. Gemeinsam mit der Apostolischen Konstitution hat Papst Benedikt die ergänzenden Normen in Kraft gesetzt, die die Umsetzung des Dokuments festlegen. Damit ergibt sich ein rechtlicher Rahmen für die Entstehung der geplanten Personalordinariate für ehemalige Anglikaner. Die Regeln legen fest, dass die (noch zu gründen- den) Ordinariate zwar direkt der Glaubenskongregation unterstehen. Doch in ihren Aktivitäten und Zulas- sungen zu den Weihen sollten und müssen sie eng mit den Ortsbistümern zusammenarbeiten. Die ehema- ligen Anglikaner sind auch in ihrer pastoralen Arbeit den katholischen Ortsbischöfen unterstellt. Ebenso können katholische Geistliche oder Ordenschristen in den Ordinariaten pastoral arbeiten, aber ebenfalls unter der Leitung des Ortsbischofs. Mit allen diesen Regelungen wird gewährleistet, dass keine Sonder- bistümer neben den katholischen Bistümern entstehen. „Keine parallelen Bistümer“ Ähnliche Absichten haben die Regelungen über die Kleriker, die in den Ordinariaten geweiht werden. Die Normen schließen aus, dass in der katholischen Kirche geweihte Priester das Priesteramt in den neuen Ordi- nariaten ausüben. Diese Regelung betrifft unter anderem den Primas der so genannten Traditional Anglican Communion, Erzbischof John Hepworth. Er war 1968 in der katholischen Kirche zum Priester geweiht worden, bevor er 1976 in die anglikanische Kirche aufgenommen wurde. Hepworth hatte die Ankündigung der Konstitution begrüßt und seinen Willen bekundet, katholisch zu werden. Doch er wird in den zu gründenden Ordinariaten nicht Priester werden können. Ebenso wird katholisch getauften Christen, wenn sie nicht in eine anglikanische Familie eingeheiratet haben, die Mitgliedschaft in den Ordinariaten verwehrt. Auch hier soll so vermieden werden, dass eine Parallelkirche zur katholischen Kirche entsteht. Die anglikanischen Traditionen sollen erhalten bleiben. Auch wenn die Priesterkandidaten im Ordinariat ge- meinsam mit den katholischen Seminaristen ausgebildet werden, so sollen sie eine eigene Zusatzaus- bildung bekommen. Ziel der Initiative des Papstes ist es, den geistlichen, liturgischen und pastoralen Reich- tum der anglikanischen Tradition zu erhalten und gleichzeitig eine sichtbare Einheit mit der katholischen Kirche zu schaffen. So werden weiterhin Eucharistie, Stundengebet und andere liturgische Feiern nach angli- kanischen Ritus möglich sein. Zölibatsregel bleibt bestehen Komplizierter werden die Regelungen, wenn es um verheiratete anglikanische Bischöfe und Priester geht. Alle anglikanischen Priester müssen sich weihen lassen, wenn sie das Amt auch in den Ordinariaten ausüben wollen. Verheiratete Priester dürfen grundsätzlich Mitglied der Ordinariate werden. Auch verheiratete anglika- nische Bischöfe dürfen katholisch werden; aber wollen sie innerhalb des anglikanischen Ordinariats ein Leitungsamt ausüben, so ist ihnen das nur als Priester und nicht als Bischof gestattet. Ihre Weihe wird nicht anerkannt. Trotzdem dürfen ehemalige Bischöfe vom Papst die Erlaubnis erbitten, weiterhin die Zeichen der Bischofswürde tragen zu dürfen, also Kreuz, Mitra, Ring und Krummstab. Grundsätzlich solle es möglich sein, im Einzelfall auch als verheirateter Mann in den Ordinariaten Priester werden zu können, auch wenn die Zölibatsbestimmungen in Zukunft auch für die ehemaligen Anglikaner die Regel sein sollen. Rv091109
Kardinal Kasper: „Kein Hindernis für die Ökumene“
Der Ökumene-Verantwortliche des Vatikans hat die Veröffentlichung des Vatikan-Dokuments zu Anglikanern nicht in Rom erlebt: Kardinal Walter Kasper ist zur Zeit in Minsk. Doch der deutsche Kurienkardinal hat kurz vor seinem Abflug mit dem Papst u.a. über die „Apostolische Konstitution“ gesprochen – und am Wochenende uns gegenüber klargestellt, dass das Zugehen Roms auf traditionelle Anglikaner kein Stolperstein für die Ökumene ist. „Es ist kein Hindernis für die Ökumene, denn wir haben von Anfang an gesagt: Wenn Einzelne aus Gewis- sensgründen übertreten wollen zur katholischen Kirche, dann ist das kein Schritt gegen die Ökumene – und wenn das jetzt eine ganze Gruppe tun will, dann hat man das einfach als Religions- und Gewissensfreiheit zu akzeptieren. Es gibt ja auch in den Vereinigten Staaten viele, die anglikanisch geworden sind – das hatten wir auch akzeptiert! Das freut keine Kirche, aber man muss das anerkennen. Der Papst reagiert mit dieser Entscheidung auf Anfragen und Bitten von anglikanischer Seite; es ist keine Initiative von vatikanischer Seite. Aber die Tatsache, dass bestimmte Bischöfe, Priester und auch Laien offensichtlich katholisch werden wollen, verdankt sich dem ökumenischen Gespräch – das ist bereits eine gewisse Frucht. Denn durch die ökumenischen Gespräche haben die Anglikaner gemerkt: Das gibt uns ja Brücken, das ist viel näher beieinander! Und zum Zweiten: Die ökumenischen Gespräche mit der anglikanischen Kirche gehen weiter. Wir werden erst in zwei Wochen wieder Begegnungen haben mit ihnen und wollen da beschließen, eine neue Runde der ökumenischen Gespräche aufzunehmen. Im übrigen wird auch der Erzbischof von Canterbury, also das Haupt der anglikanischen Gemeinschaft, in Rom sein, wird eine Audienz beim Papst haben... Auch das zeigt: Es ist da kein so grundsätzlicher Wandel und vor allem kein Bruch der Ökumene im Blick. Im Gegenteil: Das ist jetzt eine Entwicklung - die wir nicht gewollt haben – aufgrund der inneren Schwierigkeiten und Spannungen in der anglikanischen Kirche, die man akzeptieren muss. Der Papst hat die Tür geöffnet für diejenigen, die wollen – mehr nicht!“ rv091109

Papst schafft Personal-Ordinariat für übertrittswillige Anglikaner Die katholische Kirche ist bereit, Anglikaner aufzunehmen, die zum Katholizismus übertreten wollen Fotos von links: Kardinal William Levada, Erzbischof Rowan Williams, Papst Benedikt XVI.
In letzter Zeit sei die Zahl anglikanischer Priester und Gläubiger gestiegen, „die mit Rom in sichtbarer und voller Kommunion stehen wollen“. Das erklärte der Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal William Levada, bei einer Pressekonferenz im Vatikan. Der Heilige Stuhl reagiere damit auf zahlreiche Gesuche von Gruppen anglikanischer Priester und Laien aus verschiedenen Teilen der Welt. Premiere seit Reformation Es handelt sich um das erste Mal, dass die Kirche eine solche Regelung für eine aus der Reformation entstandene Kirche einführt. Dazu hat der Vatikan eine neue kanonische Struktur aufgestellt, indem diese Gemeinschaft einem so genannten Personal-Ordinariat unterstellt wird. Das bedeutet, dass diese Gläubigen einen eigens für sie vorgesehenen Ordinarius haben. An der Spitze der neuen Struktur soll demnach ein „Personal-Ordinarius“ im Rang eines unverheirateten Priesters oder Bischofs stehen. Die neue Rechtsform des Personal-Ordinariats – einer Art Diözese, vergleichbar dem Militär-Ordinariat - sieht die katholische Priesterweihe auch für verheiratete, früher anglikanische Geistliche vor. Zu Bischöfen könnten jedoch auf- grund der christlichen Tradition nur unverheiratete Geistliche bestimmt werden. Deren Seminaristen sollen zudem zusammen mit den übrigen katholischen Priesteramtsanwärtern ausgebildet werden; jedoch sollen sie eine besondere Ausbildung in anglikanischer Tradition erhalten. Streitpunkte Uneinigkeit über die Zulassung von Frauen zu den Weihen führte in den letzten Jahrzehnten zu Kontro- versen innerhalb der anglikanischen Kirche. Mittlerweile erlaubt ein Teil von ihr die Weihe von Frauen zu Bischöfinnen. Dies ist offenbar einer der Hauptgründe für einige anglikanische Gemeinschaften, zum Katho- lizismus überzutreten. Die anglikanische Kirche und die katholische englische Bischofskonferenz begrüßen den neuen Papst-Erlass. Damit werde den Gläubigen geholfen, die sich in jüngster Zeit „unsicher fühlten“, ob und wie sie der katholischen Kirche beitreten können. Kardinal Levada: „Mit dem Erzbischof von Canterbury abgesprochen“ Die neue Regelung für übertrittswillige Anglikaner ist mit dem Primas der anglikanischen Kirche, Erzbischof Rowan Williams von Canterbury, abgesprochen worden. Das bestätigte der Präfekt der Glaubenskongrega- tion, Kardinal William Levada. Die neue Maßnahme stehe in Einklang mit dem ökumenischen Dialog, der weiterhin eine Priorität für die katholische Kirche bleibe, so Levada. „Denn mit dieser Regelung sind wir nicht zum Abschluss des ökumenischen Dialogs gekommen. Die Ge- spräche mit der anglikanischen Kirche – so wie mit anderen Gemeinschaften – gehen natürlich weiter. Die ökumenische Bewegung hat ein Ziel, und zwar die sichtbare Gemeinschaft aller Gläubigen. Die Einheit ist aber ein Geschenk Gottes, und wir alle hoffen, dass wir so bald wie möglich dieses Geschenk erhalten werden.“ Kardinal Levada ließ sich auch auf die Frage von Frauenpriestertum und Weihe von Frauen zu Bischöfinnen ein. Bei beiden Themen gehe es um die christliche Tradition. Deshalb sei dies in der katholischen Kirche nicht möglich. Das habe er auch gegenüber dem Primas der anglikanischen Kirche wiederholt. Levada: „Ich habe zuerst mit dem vatikanischen Ökumene-Verantwortlichen, Kardinal Walter Kasper, dar- über gesprochen. Dann sprach ich auch mit dem anglikanischen Erzbischof Rowan Williams. Ich habe ihm mein Gebet versichert, und ich hoffe, dass die Auseinandersetzungen innerhalb der anglikanischen Kirche rasch gelöst werden. Ich habe ihm auch klar gesagt, dass die Aufnahme der anglikanischen Gemeinschaften keinen Angriff auf die anglikanische Kirche darstellt.“ rv091020

Der katholische Weihbischof von Westminster Alan Hopes Foto oben links schreibt: Wir begrüßen die Entscheidung der fünf anglikanischen Bischöfe, die nun in die volle Gemeinschaft mit der katholischen Kirche durch das Personal-Ordinariat der anglo-katholischen Kirche für England und Wales, eintreten. In unserer Vollversammlung werden die Bischöfe von England und Wales alle, die der katholischen Kirche beitreten, herzlich willkommen heißen. Weihbischof Alan Hopes, ein enger Mitarbeiter des Erzbischofs von Westminster, Kardinal Vincent Nichols, Foto oben Mitte war 26 Jahre Priester in der anglikanischen Weltgemeinschaft und wurde 1996 zum Priester der Diözese Westminster geweiht. 2001 empfing er die Bischofsweihe. Die Antwort des Vatikan auf das Nachsuchen Einzelner und Gruppen lenkt die anglikanische Gemeinschaft selbst nicht von ihrem Leben in ihren Diözesen und Pfarreien ab. Dies sagte der Vorsitzende des anglikani- schen Rates für die Einheit der Christen und Bischof von Guildford, Christopher Hill Foto oben rechts. Die Anglikaner nehmen die Veröffentlichung der Konstitution zur Kenntnis, so der Bischof weiter. Jetzt sei es an denjenigen, die diese Entscheidung haben wollten und nun die volle Einheit mit der römisch katholischen Kirche wünschten, das Dokument zu studieren und ihre Optionen zu wägen. Der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz von England und Wales, Erzbischof Vincent Nichols begrüßt in einer ersten Reaktion die Veröffentlichung der Konstitution und der ergänzenden Normen. Jetzt könne man ins Detail gehen. Es sei aber auch wichtig, sich daran zu erinnern, dass es hierbei nicht nur um England und Wales gehe, so der Bischof weiter. Es gehe um Anglikaner und ehemalige Anglikaner auf der ganzen Welt. Jetzt brauche es viel Nachdenken auf allen Seiten. Kardinal Christoph Schönborn von Wien spricht von einem „Versuch, in angemessener Weise der Sehnsucht nach Einheit zu entsprechen, ohne neue Trennungen zu schaffen“. Es gehe im Fall der Anglikaner, die katholisch werden wollen, weder um 'Proselytismus' noch um eine Abkehr vom ökumenischen Dialog. Papst Benedikt XVI. habe „einen großherzigen Schritt gesetzt“. Der Vatikan hatte die Regelungen veröffentlicht, die den Übertritt von Anglikanern zur katholischen Kirche betreffen. Rv091109pm
“Nehmt die Anglikaner und alle ihre Gaben bereitwillig an!” Kardinal Levada
Die Gruppen der Anglikaner, die in die Gemeinschaft der Katholischen Kirche eintreten gehen nicht in ihr auf, wie „ein Löffel Zucker in einer großen Kanne Kaffee“, sagt der Präfekt der Glaubenskongregation Kardinal William Levada. „Im Gegenteil: die Anglikaner werden einen deutlichen Klang in die Kirche bringen, ähnlich wie etwa verschiedene Instrumente zu einer abgestimmten Symphonie führen. Die Menschen wünschen sich, dass Misstöne in der Vereinigung harmonisiert werden”, sagte der Kardinal auf seiner Reise durch Kanada. „Wenn ein einzelner Mensch oder auch eine Gemeinschaft bereit ist zur Einheit mit der Kirche Jesu Christi, die in der katholischen Kirche existent ist, würde es ein Verrat an den katholischen ökumenischen Prinzipien und Zielen sein, diese nicht bereitwillig aufzunehmen und sie willkommen zu heißen mit allen ihren Begabungen, die eine Bereicherung für die Kirche sind: das wird ihr helfen, sich dem symphonischen Klang – zusammen oder vereint – anzunähern.“ „Papst Benedikt XVI. hat den anglikanischen Gruppen, die in die volle Gemeinschaft mit der katholischen Kirche eintreten wollen, ein historisches Angebot gemacht. Kardinal Levada sieht darin „die logische Folge“ des 45 Jahre währenden ökumenischen Dialogs. Das vatikanische Angebot Anglicanorum Coetibus (anglika- nische Gruppen) hat der Papst in einer apostolischen Konstitution im November 2009 veröffentlicht. Darin wird festgelegt, dass unter bestimmten Konditionen Personal-Ordinariate für die in die Kirche eintretenden Anglikaner errichtet werden, ähnlich wie sie in den Militärgemeinden seit langem bestehen. Kardinal Levada sieht in der Apostolischen Konstitution „eine der Früchte“, die aus den gemeinsamen Erklärungen über Eucharistie, Dienst, Weihe und Amt der Anglikanisch Römisch Katholisch Internationalen Kommission ARCIC gewachsen sind. Der Kardinal erinnert an die bedeutenden interkonfessionellen Gespräche zwischen Anglikanern und Katholiken, die nach dem historischen Treffen zwischen Papst Paul VI. und dem anglikanischen Erzbischof Michael Ramsay von Canterbury in Rom möglich wurden. Im Ergebnis sprach die gemeinsamen Erklärung von einer Verpflichtung zur vollen sichtbaren Einheit („vereint, aber nicht absorbiert“) der “Schwester“-Kirchen. „Es wäre Verrat an der Lehre der katholischen Kirche, wenn wir nicht die Anglikaner mit allen ihren Gaben herzlich begrüßen würden“ sagt Kardinal Levada, und nennt ausdrücklich ihre besondere Spiritualität, Liturgie und geistliche Disziplin, unterstreicht aber die weitergehende Hoffnung auf die „volle korporative Einheit“ mit der anglikanischen Gemeinschaft und erinnert an die Ankündigung der dritten Gesprächsrunde der ARCIC nach dem gemeinsamen Treffen des Papstes mit dem gegenwärtigen Erzbischof von Canterbury Dr. Rowan Williams in Rom. ARCIC III wird sich besonders befassen mit den Beziehungen zwischen der Ortskirche und der universalen Kirche, auch um die Ordination von Priesterinnen, gleichgeschlechtliche Verbindungen und homosexuelle Geistliche. Kardinal Levada sprach über die Unruhe in der anglikanischen Gemeinschaft, her- vorgerufen durch die Frauenordination, erinnerte aber auch die die wiederholten Warnungen der katholi- schen Kirche in dieser Frage hinsichtlich der Einheit der Kirche. Die Priesterweihe von Männern sei nicht nur gewohnheitsmäßige Praxis, sondern in der Glaubenslehre verankert: „Die den Männern vorbehaltene Priesterweihe ist ein Herzstück der Eucharistie und kann nicht an die Peripherie verschoben werden.“ Der Kardinal sieht auch den Streit um die Homosexualität als ein kirchentrennendes Thema an. Anglikanische Gemeinschaften im Vereinigten Königreich, in Australien, in den Vereinigten Staaten und weite- ren Ländern haben in der römischen Glaubenskongregation um die Errichtung von Personal-Ordinariaten innerhalb der katholischen Kirche nachgesucht. Erzbischof John Hepworth, der Primas der Traditional Anglican Communion (TAC) und somit in Verbindung mit weiteren Bischöfen der TAC erwartet nach einer Visitations- reise in Kanada Nova Scotia, Ontario, Alberta und British Columbia den Übertritt dieser Diözesen in die katholische Kirche in den nächsten Wochen. CT100321DeborahGyapong
Bischof David Robarts, Melbourne 
Der anglikanische Bischof David Robarts will zusammen mit 200 weiteren Personen zur katholischen Kirche übertreten. Das berichtet die Vatikanzeitung „Osservatore Romano“. Die Gläubigen fühlten sich nicht mehr als Teil der anglikanischen Gemeinschaft, weil sie sich dort in Fragen der Sexualmoral und der Ordination von Frauen nicht mehr repräsentiert sähen, zitiert der „Osservatore“ den Bischof. Die Konstitution des Papstes zu den Anglikanern sei von diesen „Anglo-Katholiken“, wie sie die Vatikanzeitung nennt, mit großer Freude aufgenommen worden. RVor100219apic Die Gemeinschaft der Anglikaner mit Namen Foward in Faith, die ihren Hauptsitz in Australien hat, bat jetzt um die Aufnahme in die katholische Kirche. Nach der Veröffentlichung der Apostolischen Konstitution Anglicanorum Coetibus vom 4. November 2009 könnte es die erste Gruppe sein, die als Kollektiv in die volle Gemeinschaft mit der katholischen Kirche aufgenommen wird. Dies gab der anglikanische Bischof David Robarts OAM in der australischen Zeitung „The Daily Telegraph" bekannt. „Ich liebe mein anglikanisches Erbe und werde es durch diesen Schritt nicht verlieren", versicherte der Bischof. Die Gemeinschaft „Foward in Faith", die ebenfalls in Großbritannien und den Vereinigten Staaten vertreten ist, hatte sich in den letzten Jahren darum bemüht, der anglikanischen Tradition treu zu bleiben. Die Mit- glieder konnten aber nicht umhin, mehrere Änderungen in der anglikanischen Kirchenpraxis abzulehnen, dar- unter die Ausübung des priesterlichen und bischöflichen Amtes durch Frauen und die Anerkennung von eini- gen anglikanischen Priestern, Bischöfen und Führungskräften, die sich offen zu ihrer aktiven homosexuellen Orientierung bekennen. Man habe das Gefühl "nicht mehr erwünscht zu sein", so ein Sprecher von Foward in Faith, unsere Gewissensentscheidung wurde nicht respektiert", erklärte der Bischof. Deshalb würden er und seine Gläubigen nun diesen anderen Weg fortsetzen, „weil uns die Türen in der anglikanischen Kirche von Australien für längere Zeit geschlossen wurden". Bei einem Treffen stimmten knapp 200 Mitglieder einstimmig für die volle und sichtbare Rückkehr zur Gemeinschaft mit der katholischen Kirche. Mit der Veröffentlichung der Apostolischen Konstitution „Anglicanorum Coetibus" hatte Papst Benedikt XVI. eine neue kanonische Struktur eingeführt, die ehemaligen anglikanischen Gläubigen die volle Gemeinschaft mit der katholischen Kirche ermöglicht bei gleichzeitiger Bewahrung von Grundbestandteilen des anglikani- schen liturgischen und geistlichen Erbes. Die Form der Personalodinariate, kanonische Form der Amtsausübung, die nicht auf ein Gebiet begrenzt ist, erinnert an die Form der Personalprälatur (zur Zeit ist das Opus Dei die einzige Einrichtung der katholischen Kirche, die den Status einer Personalprälatur besitzt) oder an die Militärordinariate (besondere Kirchen- bezirke, die nach eigenen, vom Apostolischen Stuhl erlassenen Statuten geleitet werden, in dem der Bischof die kirchliche Autorität für die katholischen Soldaten oder Militärangehörigen und ihre Familien darstellt, unab- hängig davon ihrem Aufenthaltsort). Laut Bischof Robarts hätten die Mitglieder dieser Gemeinde unter der Leitung von Monsignore Peter Elliott, Weihbischof von Melbourne, und der Anleitung des Heiligen Stuhls bereits mit den Arbeitsgruppen begonnen, um das erste anglikanische Ordinariat einzurichten, das als Vorbild für die anglikanischen Ordinariate dienen könnte, die zu einem späteren Zeitpunkt in anderen Teilen der Welt sich bilden könnten. Im Interview mit „The Daily Telegraph" sagte Bischof David Robarts, dass der Schritt, den die Gemeinschaft Foward in Faith anstrebe, nicht einer „Veränderungen der Möbel" gleichkomme. "Wir sagen nur, dass wir treu zu dem gewesen sind, was die Anglikaner immer geglaubt haben, und wir wollen nichts von dem ändern. Jedoch sind wir als Außenseiter behandelt worden durch diejenigen, die einige ‚Erneuerungen' einführen wollen". Robarts schloss mit den Worten „Wir brauchen Bischöfe, die das glauben, was wir glauben". net100219 Die anglikanische Gruppe TAC in den Vereinigten Staaten will die Einheit mit Rom. Das bekräftigte die Gruppe nun offiziell. Die Traditional Anglican Communion bittet darum, auf ihre Gemeinschaft die Normen der Apostolischen Konstitution Anglicanorum coetibus anzuwenden. Damit wolle sie in die volle Gemeinschaft mit der katholischen Kirche zurückkehren. Die TAC entstand 1991 in den USA und hat heute Mitgliedskirchen in zwölf Ländern. Die Gruppe zählt nach eigenen Angaben insgesamt 400.000 Mitglieder. rv100305zenit Kardinal William Joseph Levada begrüßt den möglichen Eintritt von Anglikanern in die katholische Kirche. „Die Klänge harmonieren wie in einer Sinfonie“, sagte der Präfekt der Glaubenskongregation bei einem Besuch im Newman Center der Queens Universität in Kingston (Kanada). Die Anglican Church in America ACA mit ihren 100 Pfarreien und 5.200 Gläubigen sucht die Gemeinschaft mit der katholischen Kirche. Die Bischöfe der ACA hätten sich bei ihrer jüngsten Versammlung in Orlando für einen kollektiven Übertritt nach Maßgabe des päpstlichen Dekrets Anglicanorum coetibus ausgesprochen, meldet die Vatikanzeitung „L´Os- servatore Romano“. rv100311OR Die ACA mit ihren - nach eigenen Angaben - gut 5.200 Mitgliedern ist eine von der US-Episkopalkirche unab- hängige anglikanische Gemeinschaft in den Vereinigten Staaten. Sie hatte sich 1991 von der Episkopalkirche gelöst, weil sie die Priesterweihe für Frauen, die Bischofsweihe von Homosexuellen und bestimmte ökume- nische Initiativen ablehnt. Die ACA ist kein Mitglied der Anglikanischen Weltgemeinschaft; stattdessen gehört sie einer Gruppierung namens Traditionelle Anglikanische Gemeinschaft TAC an. RVor100316kna Die Anglican Catholic Church of Canada sucht mit insgesamt rund 40 Pfarreien die Gemeinschaft mit der katholischen Kirche. Die drei Bischöfe der zur Traditionellen Anglikanischen Gemeinschaft TAC gehörenden Kirche hätten sich für einen kollektiven Übertritt nach Maßgabe des päpstlichen Dekrets Anglicanorum coetibus ausgesprochen. So heißt es in einem in Ottawa veröffentlichten Schreiben an den Präfekten der Glaubenskongregation, Kardinal William Joseph Levada. Bereits vorher war bekannt geworden, dass die ebenfalls zur TAC gehörende Anglican Church in America (ACA) mit ihren 100 Pfarreien und 5.200 Gläubigen den gleichen Schritt vollziehen will. – Die Mitgliedskirchen der TAC gehören zum konservativen Flügel der anglikanischen Geemeinschaft. Sie lehnen beispielsweise die Frauenordination ab. rv100320kipa

Der Erzbischof von Washington, Kardinal Donald Wuerl Foto, soll sich um die Integration von Anglikanern in die katholische Kirche der USA kümmern. Das hat die vatikanische Glaubenskongregation beschlossen. Eine solche Aufnahme übertrittswilliger Anglikaner hat Papst Benedikt mit der Apostolischen Konstitution Anglica- norum coetibus im letzten Herbst möglich gemacht. Übertrittswillige in den USA sollen sich an das Erzbistum Washington wenden. rv100925 Weitere Mitglieder dieser Kommission zur Errichtung Personal-Diözesen, für Anglikaner, die sich unter Bei- behaltung von Teilen des anglikanischen Erbes und ihrer Liturgie der katholischen Kirche anschließen wollen, sind: Bischof Kevin Vann von Fort Worth/Texas und Bischof Robert McManus von Worcester/ Massachusetts. Hinzu kommt Pfarrer Scott Hurd, der 1993 zum episcopalen Priester geweiht, 1996 in die katholische Kirche aufgenommen wurde und 2000 die Priesterweihe in der Erzdiözese Washington empfing. 100926USBishConf
Papst Benedikt XVI. hat den Bischof von Washington, Kardinal Donald William Wuerl, zum Generalrelator der Bischofssynode im Jahr 2012 ernannt. Das teilte der Vatikan mit. Die Synode wird zum Thema „Neuevangelisierung“ tagen. Gleichzeitig ernannte der Papst den Erzbischof von Montpellier, Pierre-Marie Carre, zum Sekretär der Synode. rv111022
Eine anglikanische Gruppe in Kanada plädiert für die Einheit mit der katholischen Kirche Die „Anglican Catholic Church of Canada“ hat bei ihrer jüngsten Synode mit großer Mehrheit für den An- schluss gemäß der neuen Vatikan-Konstitution Anglicanorum coetibus gestimmt. Das meldet die Vatikan- zeitung „L´Osservatore Romano“. Zur Umsetzung des Plans müsse sich die Gruppe, deren Mitgliederzahl mit 5.000 angegeben wird, mit der Glaubenskongregation in Verbindung setzen, hieß es in Rom. Grund für die Orientierung der kanadisch-anglikanischen Kirche auf Rom hin sind Diskussionen der Anglikanischen Gemein- schaften über eine Frauen-Bischofsweihe sowie manche ihrer moraltheologischen Positionen. – Mit der Apo- stolischen Konstitution Anglicanorum coetibus hatte der Papst im Oktober 2009 eine neue Kirchenstruktur für Ex-Anglikaner geschaffen, die eine volle Einheit mit der katholischen Kirche suchten, zugleich aber ihr litur- gisch-spirituelles Erbe bewahren wollten. RVkipa100730or
Die anglikanische Tradition auch nach dem Übertritt zur katholischen Kirche nicht zu vergessen, ist Anliegen der Anglikaner, die in den USA zur katholischen Kirche übertreten wollen. „Wir beten um das Bemühen, mit Demut und Enthusiasmus den Glauben, die Gesetze und die Kultur der katholischen Kirche zu lernen. Doch wir beten auch darum, dass wir nicht vergessen, wer wir sind und woher wir kamen, denn wir wurden in der schönen und edlen anglikanischen Tradition ausgebildet“, erklärte der Kirchenhistoriker Jeffrey Neil Steenson am Montag. Der ehemalige anglikanische Bischof war von Papst Benedikt am vergangenen Wochenende zum Verantwortlichen für die Betreuung übertrittswilliger Anglikaner in den USA ernannt worden. RV120103reuters Eigene Struktur für Übertrittswillige in USA Jetzt gibt es auch in den Vereinigten Staaten eine eigene kirchliche Struktur für Anglikaner, die von der anglikanischen zur katholischen Kirche übertreten wollen. Das wurde im Vatikan bekannt. Die Glaubens- kongregation hat – genauso wie bereits im Januar 2011 für England und Wales – nun auch für das Gebiet der USA ein so genanntes „Personalordinariat“ eingerichtet. Ihr Leiter wird der Kirchenhistoriker Jeffrey Neil Steenson aus Houston; der 59-Jährige war 2007 Katholik geworden. Die neue Struktur hat den Namen „Stuhl des heiligen Petrus“. RV120101
Schon bald neues Ordinariat für übertrittswillige Anglikaner Ab dem ersten Januar 2012 soll es in den USA eine offizielle Anlaufstelle für übertrittwillige Anglikaner geben. Das Personalordinariat ist für Anglikaner gedacht, die in die volle Gemeinschaft mit der katholischen Kirche eintreten wollen. Die Einrichtung einer solchen Struktur kündigte jetzt Kardinal Donald Wuerl an. Der Erz- bischof von Washington DC äußerte sich auf der diesjährigen Sitzung der US-amerikanischen Bischöfe, die an diesem Mittwoch in Baltimore zu Ende geht. Um die 100 Priester und 2.000 Laien hatten in den USA zuletzt um Eintritt in die katholische Kirche gebeten. Diese Zahl könnte inzwischen noch einmal angestiegen sein. Rv111115zenit Ab dem ersten Januar 2012 soll es in den USA eine offizielle Anlaufstelle für übertrittswillige Anglikaner ge- ben. Das Personalordinariat ist für Anglikaner gedacht, die in die volle Gemeinschaft mit der katholischen Kirche eintreten wollen. Die Einrichtung einer solchen Struktur kündigte jetzt Kardinal Donald Wuerl an. Der Erzbischof von Washington DC äußerte sich auf der diesjährigen Sitzung der US-amerikanischen Bischöfe in Baltimore. Eigentlich hatte sich der Vatikan die Einrichtung eines solchen Personalordinariates schon für den Herbst 2011 gewünscht. Auf der Sitzung der US-Bischöfe wurde jetzt zum ersten Mal ein konkretes Datum benannt. Um die 100 Priester und 2.000 Laien hatten in den USA zuletzt um Eintritt in die katholische Kirche gebeten. Das berichtete die Nachrichtenagentur Zenit im Juni dieses Jahres. Diese Zahl könnte inzwischen noch einmal angestiegen sein. Der Übertritt von Anglikanern in die katholische Kirche wird vor allem in den USA mit Aufmerksamkeit verfolgt: Von ihnen gehen im Land viele Reformen aus, die die anglikanische Weltgemeinschaft in die Krise stürzen könnten. Das könne umso mehr zu einem Wechsel hin zur katholischen Kirche bewegen, so der Eindruck einiger Beobachter. RVzenit111116pr

Fotos links und rechts: Rev. Dr. Jeffrey Steenson Leiter des Personal-Ordinariats der zur katholischen Kirche übergetretenen Anglikaner in den USA. Foto Mitte: Wappen - Die Schlüssel des heiligen Petrus, die drei anglikanischen Lilien und die Mitra der kanonischen Anerkennung durch Papst Benedikt XVI.
Am 01. Januar 2012 hat Papst Benedikt eine eigene kirchliche Struktur innerhalb der katholischen Kirche ge- schaffen – für Anglikaner in den USA, die zur katholischen Kirche übertreten wollen. Nach dem Personal- ordinariat für „übertrittswillige“ Anglikaner in England und Wales ist diese neue Stelle in den USA die zweite ihrer Art. In der anglikanischen Gemeinschaft habe es immer eine „tief sitzende Sehnsucht nach katholischer Einheit“ gegeben, sagt der Ordinariats-Leiter in den USA, Jeffrey Neil Steenson Foto, im Interview mit Radio Vatikan. Der 59-Jährige, der bisher Professor für Alte Kirchengeschichte in Houston war, trat 2007 selbst von der anglikanischen zur katholischen Kirche über. Rv120104 Am 1. Januar hat Papst Benedikt eine eigene kirchliche Struktur innerhalb der katholischen Kirche geschaffen, und zwar für Anglikaner in den USA, die zur katholischen Kirche übertreten. Die Glaubens- kongregation des Vatikans hat für diese Neu-Katholiken ein so genanntes Personalordinariat geschaffen. Was dieses Wort bedeutet, erklärt sein neuer Leiter Jeffrey Neil Steenson im Interview mit Radio Vatikan: „Wir versuchen noch, mit der technischen kanonischen Sprache klarzukommen – das ist etwas, mit dem viele von uns nicht vertraut sind. Aber die Grundidee des Ordinariats folgt jedenfalls der der Militärordinariate, bei denen ja ebenfalls ein Militärbischof oder ein Militärseelsorger über diözesane Grenzen hinweg verant- wortlich ist. Ich glaube, das war das Modell, dem der Heilige Stuhl für unser Ordinariat folgte. Und warum „Personal“-Ordinariat? Personal heißt es, weil es sich auf eine Sondergruppe von Menschen bezieht: die nämlich, die von der anglikanischen Tradition herkommen.“ Das ist auch bei Steenson selbst der Fall: Der 59-Jährige, bisher Professor für Alte Kirchengeschichte in Houston, trat 2007 von der anglikanischen zur katholischen Kirche über. Bischof kann er nicht werden: „Denn ich bin ein verheirateter Priester – darum bin ich nicht imstande, die Bischofsweihe zu empfangen. Die Kirche hat in dieser Hinsicht sehr altehrwürdige Traditionen. Allerdings werde ich alle Kopfschmerzen eines Bischofs haben, nur ohne seine Ehren!“ Es ist schon das zweite Mal, dass der Vatikan für frühere Anglikaner ein eigenes Personalordinariat ein- richtet. Das erste Mal hat er dies vor einem Jahr in England und Wales getan. Die Vorarbeit zu diesen Strukturen leistete Papst Benedikt mit einem Motu Proprio im November 2009. Das neue US-Perso- nalordinariat trägt den Namen „The Chair of Saint Peter“ – „Der Stuhl des heiligen Petrus“. Sein Leiter Jeffrey Neil Steenson urteilt: „In der anglikanischen Gemeinschaft gab es immer diese tiefsitzende Sehnsucht nach katholischer Einheit. Das ist in unserer DNA, denn wir kommen von der katholischen Kirche her... Wir schweifen immer schon herum, so sehe ich das, und wollen nach Hause kommen. Das ist Herz und Seele dessen, worum es bei dem neuen Ordinariat geht – die innere Dynamik nach katholischer Einheit, von der die Konzils-Konstitution ,Lumen Gentium‘ sagt, dass es sie in anderen kirchlichen Traditionen gibt. Und diese innere Dynamik führt uns tatsächlich nach Hause, nach Rom.“ rv120104sk
Dies sind die Anlaufstellen ab 01. Januar 2012 in Nordamerika:

Personal Ordinariat von der Kathedra des heiligen Petrus
Am 01. Januar 2012 hat Papst Benedikt XVI. das Personal-Ordinariat der Kathedra von Sankt Peter für jene anglikanische Gruppen in den Vereinigten Staaten gegründet, die in die volle Gemeinschaft mit der katho- lischen Kirche eintreten wollen. Im Licht der Apostolischen Konstitution Anglorum Coetibus wird hiermit das Zweite Ordinariat errichtet, nach der Gründung des Ersten Ordinariats für England und Wales am 15. Januar 2011. Das ist die großzügige Antwort des Papstes: ein begeisternder Schritt auf dem schwierigen Weg zur Einheit der Christen.
Lebenslauf von Rev. Dr. Jeffrey Steenson Foto oben: Geboren am 1. April 1952. 24 Jahre war er im Dienst der Episkopalen Gemeinden in Pennsylvanien und Texas. Nach Graduierung in der Theologie in der Havard Divinity School und der Trinity Evangelical Divinity School, und wurde promoviert in der Oxford-Universität 1983 zum Thema Basilius von Ancyra. 2005 wurde er Bischof von der epicopalen Diözese Rio Grande in Neu Mexico, wo er schon zuvor tätig war als Weihbischof und Domkapitular. Am 01. Dezember 2007 legte er sein Amt nieder und wurde am selben Tag in die volle Ge- meinschaft mit der katholischen Kirche aufgenommen. Nach den Regeln von Papst Johannes Paul II. nahm er theologische Studien im Päpstlichen Irischen Colleg in Rom auf. Die Priesterweihe erhielt er 2009 durch Erzbischof Michael J. Sheehan von Santa Fe. In Housten (Texas) übernahm er Vorlesungen an der St. Thomas Univerität und im St.Mary’s Seminary. Prof. Steeson hat mit seiner Ehefrau Debra drei erwachsene Kinder.
Das Personal-Ordinariat Our Lady of Walsingham begrüßt die Gründung des Zweiten Ordinariates in den USA.
Prälat Keth Newton begrüßte mit außerordentlicher Freude die Ernennung von Reverend Dr. Jeffrey Steenson zum ersten Leiter des Personal-Ordinariats von der Kathedra des heiligen Petrus für die Vereinigten Staaten von Amerika. Als er die Nachricht von der Ernennung durch Papst Benedikt XVI hörte, sagt Prälat Newton: „Reverend Steenson ist ein freundlicher und begeisternder Priester mit einem Reichtum an Erfahrung. Ich bin hocherfreut über seine Berufung.” Damit ist nun das zweite Ordinariat für jene anglikanische Christen, die in die volle Gemeinschaft mit der katholischen Kirche eintreten wollen, unter Beibehaltung solcher Elemente des liturgi- schen und spirituellen anglikanischen Erbes, die mit dem Glauben und der Praxis der katholischen Kirche übereinstimmen. Dr. Steenson war vorher Bischof der Episcopal Church, bevor er in die katholische Kirche aufgenommen wurde und die Priesterweihe empfing. Im Hinblick auf die Gründung des nordamerikanischen Ordinariates sagte Prälat Newton: „Die Vision des Heiligen Vaters von der realen Wiedervereinigung der Anglikaner mit dem Heiligen Stuhl geht schnell voran. Am Beginn des Jahres 2012 beten wir, dass noch viel mehr Christen den Ruf Christi annehmen: ut unum sint (dass alle eins seien) – und das Gebet von Generationen erhört wird: dass der Anglikanismus wiedervereint und nicht absorbiert werde.“
Das dritte Personal-Ordinariat für übertrittswillige Anglikaner wird im Frühjahr 2012 in Australien erwartet. Das vierte Ordinariat für Canada ist in Planung.

Erzbischof John Hepworth Foto, Primas der traditionsbewahrenden anglikanischen Gemeinschaft sagte auf der Queensland-Synode (Australien): „Wir TAC sind zu schnell gewachsen. Was wir getan haben, war von Gott geplant. Unser großes Problem besteht darin, dass wir nicht die Infrastruktur und die finanziellen Re- sourcen haben, um den Bitten nach neuen Kirchen und Missionen weltweit gerecht zu werden. Wir machen die Erfahrung, dass Gott wächst in seinem gläubigen Volk in einem anglikanisch-katholischen Weg. Wenn wir dies entworfen hätten, wäre unser Unternehmen sehr viel leichter zu meistern gewesen, was wir aber getan haben, war von Gott geplant. Jetzt ist die Stunde da, inniger zu beten. Es gibt ernstliche Gespräche. Wir suchen nicht die Einheit mit dem Heiligen Stuhls, weil die Kirche so schön ist, noch durch unser eigenes Erleben, sondern weil es richtig ist. Wir sind eine Kirche, die die Einheit der allgemeinen Kirche sucht; in diesem Prozess der Wandlung lernen wir, was es heißt, katholisch zu sein. Natürlich gibt es Zerrbilder und Unfolgsamkeit, daher ist es notwendig, auf dem Weg intensiv zuzuhören und zu erfragen, was die Kirche lehrt. Wir haben etwas Besonderes getan – und das hat uns verändert.“ Erzbischof Hepworth sagte weiter: „Die Heftigkeit der Verfolgung, die unrechtmäßige Anwendung des Kir- chenrechts bestehen weiter in der anglikanischen Gemeinschaft. Vieles von dem, was wir in Australien tun, hat sich verändert seit der Einführung von Bischöfinnen; Katholiken können das nicht nachvollziehen. “Die Queensland Synode traf sich in der anglikanisch-katholischen Hochschule St. Stephen, Coomera, Queensland
Der anglikanische Erzbischof Hepworth schreibt in The Messenger Journal: “Da wir uns den Status einer Gemeinschaft gegeben haben, die in aller Form die ‘volle eucharistische Gemeinschaft’ mit dem Bischof von Rom erbeten haben, geziemt es sich, dass wir mit vollem Herzen die Einladung von Papst Benedikt XVI. annehmen, dieses Jahr zum „Jahr für die Priester zu erklären. Besondere Festgottesdienste werde ich für unsere Priester – sowohl auf nationaler Ebene (zusammen mit der National-Synode) wie auch für unsere Priester in den Regionen unserer Diözesen feiern. Dies ist die Zeit für unsere Laien, ihr Verständnis und ihre Wertschätzung des Priestertums zu vertiefen. Ich muss ihnen nicht sagen, dass zur Zeit das Priestertum eine der am meisten missverstandenen Sachen im globalen Anglikanismus sind.”
Die TAC war eine jener Gemeinschaften, von denen das Ersuchen um "korporative" Vereinigung an den Heiligen Stuhl herangetragen wurde (andere Ansuchen kamen von episkopalen-anglikanischen Diözesen aus den USA). Die Synode des britischen Zweigs der TAC hat bereits Bischof Robert Mercer als Ordinarius für ein anglikanisch-katholisches "Personalordinariat" in Großbritannien vorgeschlagen. Aber auch "echte" Anglikaner haben bereits zu erkennen gegeben, dass sie katholisch werden wollen. So sagte der anglikanische Priester und Kinderbuchautor Graham P. Taylor im "Observer", dass er zur katholischen Kirche übertreten wolle. Wie viele andere Anglikaner habe er das Gefühl, das "sinkende Schiff" verlassen zu müssen, wurde der bekannte Autor in der Sonntagszeitung zitiert. Die Kirche, die er einst geliebt habe, sei zum "spirituellen Arm der Labour Party" geworden. Basis und Kirchenführung hätten sich auseinandergelebt, hatte Taylor zuvor in einem Gast- beitrag für die nordenglische Regionalzeitung "Yorkshire Post" erklärt. Darin kritisierte er den anglikanischen Primas, Erzbischof Rowan Williams von Canterbury. Bei seinem Versuch, die Kirche zusammenzuhalten, habe Williams die Probleme überspielt, statt eine Trennung von Staat und Kirche in England und eine klare Spaltung innerhalb der anglikanischen Weltgemeinschaft zuzulassen. Er selbst bekenne sich zur katholischen Kirche, weil diese "eine klare Identität und eine Richtung" habe,so Taylor. RV091108kap
Fellowship of Confessing Anglicans, FCA Die „Gemeinschaft bekennender Anglikaner“ hat die neuen vatikanischen Normen für übertrittswillige Angli- kaner begrüßt. Das Angebot sei großzügig und speise sich aus jenen „Verpflichtungen auf den historischen apostolischen Glauben, die Morallehre und globale Mission“, wie sie die FCA bei ihrer Gründung 2008 formuliert habe. Man sei dem Papst sehr dankbar; allerdings sei es für die Mitglieder der FCA „jetzt nicht die Zeit, die anglikanische Weltgemeinschaft zu verlassen“. Die Organisation bedauerte, dass die inneranglika- nische Krise eine solche Geste des Papstes notwendig gemacht habe. Das Versagen der Anglikaner in den USA und Kanada bei der Erfüllung der göttlichen Weisungen bringe „Schande“ über den Namen Christi. Die FCA entstand nach dem Streit innerhalb der anglikanischen Weltgemeinschaft um homosexuelle Geistliche und Frauen im Bischofsamt. Rv091112kap

Eine anglikanische Schwesterngemeinschaft aus dem Nordosten der USA hat sich entschieden, der katho- lischen Kirche beizutreten. Der Erzbischof von Baltimore, Edwin F. O’Brien, spendete zehn Schwestern der „Society of All Saints’ Sisters of the Poor“ das Sakrament der Firmung. Im Rahmen der Feier erneuerten die Schwestern auch ihre Ordensgelübde. Zwei Angehörige der Gemeinschaft wollten nicht konvertieren, wohnen jedoch weiterhin mit ihren Mitschwestern zusammen. Die Mitglieder der Gemeinschaft sind zwischen 59 und 94 Jahre alt. Nach Zeitungsangaben hatten die Schwestern während Jahren die Dokumente des Zweiten Vatikanischen Konzils studiert. Einem Beitritt zur katholischen Kirche stehen wenig Hindernisse theologischer Art entgegen, finden sie; allerdings hätten einige von ihnen anfänglich Mühe mit dem Konzept der päpstlichen Unfehlbarkeit gehabt. Auch der Geistliche der Gemeinschaft konvertierte. Rv090904kipa

Fotos: Erzbischof Edwing F. O’Brien nahm am 03. September 2009 zehn Ordensschwestern und einen Priester der episkopalen Gemeinschaft in die katholische Kirche auf
Die geistliche Reise begann vor sieben Jahren und endete im Ordenskonvent von Catonsville am 03. Sep- tember 2009, als 10 Ordensschwestern der US-amerikanischen episkopalen Gemeinschaft in die volle Ge- meinschaft der katholischen Kirche aufgenommen wurden. Bei der Spendung des Sakraments der Firmung zeichnete Erzbischof Edwing F. O’Brien ein Kreuz auf die Stirn aller Kandidaten mit dem heiligen Chrisam. Die Schwestern erneuerten dann die Gelübde der Armut, der Keuschheit und des Gehorsams. 120 Gäste wohnten dieser Handlung bei. Zehn der 12 Mitglieder der Ordens- gemeinschaft der All Saints‘ Sisters of the Poor wurden in dieser Feier in die katholische Kirche aufgenommen. Zwei der Schwestern hatten sich entschieden,in der episkopalen Gemeinschaft zu bleiben, wollen aber wei- terhin mit ihren jetzt katholischen Schwestern leben, beten und arbeiten. Father Warren Tanghe, der bisherige Rektor der Ordensgemeinschaft, empfing ebenfalls das Sakrament der Firmung; er bereitet sich darauf vor, Priester der Erzdiözese Baltimore zu werden. In seiner Predigt begrüßte der Erzbischof die neuen Mitglieder seiner Diözese sehr herzlich und freute sich sehr über die Hingabe der Schwestern zum geweihten Leben. „Im Nachfolger des heiligen Petrus, und dem Stellvertreter Christi finden Sie Ihren Wunsch erfüllt: die sichtbare und geistliche Einheit mit und in der universalen Kirche – ein Herr, ein Glaube, eine Taufe“, sagte Erzbischof O’Brien. Zugleich aber ermahnte er die Schwestern und den ehema- ligen Rektor der Gemeinschaft, die starken Gefühle und den Respekt vor ihren anglikanischen Wurzeln zu be- wahren. „Ich spreche für alle Gläubigen unserer Erzdiözese, wenn ich Gott Dank sage, dass Sie, ehrwürdige Schwestern, unsere katholische Gemeinschaft adeln mit Ihrem bewährten und standfesten Zeugnis des geweihten Lebens, mit Ihrem reichen Erbe des liturgischen und privaten Gebetes und mit Ihrer 137-jährigen Tradition das kontemplative Leben mit der Sorge für die Armen, für Kinder in besonderen Notlangen und für die Sterbenden zu verbinden“, so der Erzbischof von Baltimore. Die Schwestern trugen das Gewand Ihres Ordens als sie vor dem Erzbischof zur Firmung niederknieten – und waren sichtlich bewegt. Einige schlossen ihre Augen zum Gebet. Die Firmpaten standen dabei hinter ihnen. Mutter Christina Christie – die Ordensoberin – empfand die Liturgie „intensiv“. Als sie die Glück- wünsche und Umarmungen in der folgenden Liturgie erlebte, fand Mutter Christina zunächst keine Worte, Ihre Gefühle auszudrücken. „Da kam der Punkt, an dem ich einfach vor Freude weinen musste“, sagt die Oberin von der Liturgie, „so große Freude war in mir, die Gefühle waren so stark, ich war so reich im Heiligen Geist.“ Mutter Christina bemerkte, dass am Morgen, als sie aufwachte, dieses Gebet über ihre Lippen kam: „Das ist der Tag, den der Herr gemacht hat! Lasst uns fröhlich sein!“ Die Schwestern erklärten, der Wunsch zum katholischen Glauben kam aus der starken Sehnsucht nach der Einheit der Kirche, von der Jesus in den Evangelien spricht. Die Frauenordination in der anglikanischen Ge- meinschaft, die Ordinierung eines homosexuellen Bischofs und auch die laxe Auffassung in der Moral haben sie beunruhigt. Ihr vergeblicher Einsatz für die Orthodoxie in ihrer früheren episkopalen Gemeinschaft hat bei den Schwestern Gefühle der Frustration hinterlassen. Ihr „Zeugnis der Orthodoxie“ sei nicht angenommen worden. Unmittelbar vor der Liturgie sagt Schwester Emily Ann Lindsey, dass ihre Mitschwestern zahlreiche Gruß- worte zur Unterstützung aus dem ganzen Land erhalten haben, nachdem die „Catholic Review“ über ihre bevorstehende Aufnahme in die katholische Kirche berichtet hatte. „Jetzt fühle ich, dass wir erwartet wur- den“, sagt Sr. Emily Ann. „All diese Unterstützung lässt mich erfahren, was der Herr vorhat, für uns zu tun“. Mehrere Vertreter verschiedener Konfessionen feierten die Liturgie mit, auch Bischof Donald Parson von der episkopalen Gemeinschaft. In einem schriftlichen Grußwort sagte anglikanische Bischof Eugene T. Sutton von Maryland, er sei „beeindruckt“ von dem tiefen Gebet der Schwestern und von ihrer klaren Entscheidung. „Ich wünsche ihnen Gottes Segen, wenn ihre Reise sie in die katholische Kirche führt. Trotz meiner Traurigkeit, Abschied nehmen zu müssen, haben wir die gemeinsame Freude, dass wir in der einen geistlichen Familie des Glaubens bleiben – in dem einen Leib Christi“. Schwester Margaret Muraki war durch die feierliche Liturgie sehr bewegt, fühlte aber auch den Schmerz, dass sie ihre bisherige episkopale Gemeinschaft ver- lassen hatte. Doch sie fügt hinzu: „Ich bin froh, dass ich es getan habe – aber einigen muss ich noch Good- bye sagen.“ Der Priester und ehemalige Rektor der Ordensgemeinschaft erklärte, er wäre in der anglika- nischen Gemeinschaft verblieben wegen der starken Hoffnung, sie würde eines Tages die volle Gemeinschaft mit Rom erwirken. Aber in den letzten Jahren erschien dieser Wunsch nicht mehr real möglich zu sein. Nun brachte er seine „tiefe Freude“ zum Ausdruck, in die katholische Kirche aufgenommen zu sein. „Ich wäre nicht hier, wenn mich nicht Gott durch die Macht des Heiligen Geistes geführt hätte. Ich glaube fest daran: Das hat Gott gemacht!” Mitarbeiter der Erzdiözese Baltimore arbeiten jetzt mit Beamten des Vatikans an einer neuen Satzung für den Orden. In Planung ist ein „Institut der Erzdiözese Baltimore“, das dem Bischof direkt unterstellt ist. Die Schwestern übernehmen die liturgische Form der heiligen Messe im lateinischen Ritus – haben aber die Mög- lichkeit eines Ritus in der anglikanischen Tradition. Mother Christina sagt, dass zehn Priester der Erzdiözese und auch der Weihbischof Denis J.Madden bereits Erfahrung in der anglikanisch-hochkirchlichen Liturgie haben. Die Schwestern berichten von ihrer tiefen Verehrung für Papst Benedikt XVI. Der Papst übe eine Autorität aus, die sie in ihrer Gemeinschaft nicht gefunden hätten. „Die von Jesus Christus gewollte Einheit der Kirche kann man finden in der katholischen Kirche unter der Leitung des Papstes“, davon sind die Schwestern überzeugt. Die Ordensmeinschaft der “All Saints’s Sisters oft the Poor (ASSP) wurde 1851 in London gegründet. Nach Baltimore kamen sie 1872. In all den Jahren sahen sie ihre Aufgabe in Hilfe und Beratung für Kranke und Sterbende, sie eröffneten ein Hospiz und pflegen Aidskranke. In ihrem Ordenshaus in Baltimore bieten sie religiöse Einkehrtage an und unterhalten ein Design-Studio für religiöse Kunstkarten. CatholicReview090922GeorgePMatysekJr.
Father Peter Edwards Joanna Bogle 
Wege des Glaubens führen nach Rom Joanna Bogle - “Catholic Times” - trifft Father Peter Edwards in New Maiden
Als Papst Johannes Paul II. im Jahre 1989 Zambia besuchte, nahm er an einem ökumenischen Gottesdienst in der anglikanischen Heilig-Kreuz-Kathedrale in der Hauptstadt Lusaka teil. Beim Eintritt in die Kathedrale wurde ihm vom Dekan traditionsgemäß ein Kreuz gereicht, das er ehrfürchtig küsste. Das aus zambischen Kupfer geschlagene Kreuz gehörte dem Dekan persönlich, für den es jetzt eine besondere Bedeutung erhielt. Nun hängt dieses Kruzifix in einem katholischen Pfarrhaus in einem Vorort von London. Der Dekan der Kathe- drale von Lusaka wurde katholischer Priester und ist jetzt Pfarrer von Sankt Joseph in New Maiden, Surrey. Peter Edwards wuchs auf in Kingston-on-Thames. Dort gehörte er zur (anglikanischen) St.-Lukas-Gemeinde. Er übernahm dort Küsterdienste und wurde Leiter einer Jugendgruppe. Schon seit dem siebten Lebensjahr hatte er den Wunsch, Priester zu werden – und hat diese Berufung bis heute nicht in Frage gestellt. “Dass ich damals zur anglikanischen Kirche ging, war eher Zufall”, sagt er heute. “Meine Mutter hatte dafür gesorgt, dass ich getauft wurde und wollte mich zur Sonntagskatechese schicken. Wir machten uns auf den Weg und gingen nacht rechts – aber wir hätten ebenso gut links abbiegen können, dann wäre ich ein kleiner Baptist geworden!” Nach Beendigung seiner Schulzeit ging er nach Alton Abbey und meldete sich bei den (anglikanischen) Benediktinern an. Zwei Jahre blieb er dort als Postulant und Novize. Dann entschied er sich doch lieber für den Dienst in der Pfarrseelsorge, bewahrte aber seine strenge benediktinische Spiritualität. Er ging nach Oxford und studierte im St. Stephen's House anglikanische Theologie. Als Vicar wirkte er seit 1975 in der Gemeinde St. Peter und Paul, Teddington, Middlesex, wo er mit der gründlichen Renovierung der Kirche be- traut wurde. Dort wurde er auch Studentenseelsorger an der Hochschule St. Mary, Strawberry Hill. Eines Ta- ges bat ihn sein Bischof, ob er nicht als Geistlicher an die Heilig-Kreuz-Kathedrale nach Lusaka gehen wolle. Dabei unterstütze ihn Dr. Graham Leonard von der Londoner Diözese, der heute ebenfalls katholischer Priester und Monsignore ist. “Eigentlich wollte ich nicht gehen”, sagt er heute, “ich vertrage heißes Wetter nicht gut und ich mag auch nicht kribbelnde eklige Insekten! Ich hatte viele Gründe, nicht zu gehen. Aber als die Frage ‘wollen Sie gehen’ sich änderte in ‘warum wollen Sie nicht gehen?’, fühlte ich mich im Gewissen zur Zustimmung verpflichtet” So stimmte er zu, “ein paar Jahre” nach Afrika zu gehen. Acht Jahre brachte er sich dann in Lusaka ein. Die anglikanische Kirche in Zambia - und in Afrika überhaupt - ist eher konservativ ausgerichtet und “dort war man erschüttert über Trends, die sich in England abzeichneten”. Die Christen in Lusaka pflegen das beson- dere Erbe der kirchlichen Hymnen und der Liturgie. Nach vier Jahren wurde er gebeten vier weitere Jahre als Dekan zu bleiben mit dem Ziel, die Kirche zu “afrikanisieren”, das heißt, den englischen Klerus durch zambi- schen zu ersetzen. “Als ich nach England zurückkam, erlebte ich einen Kultur-Schock”, sagt Pfarrer Edwards, “sehr viel hatte sich verändert, und ich musste in meinem eigenen Land viele Dinge neu lernen.” Es gab wachsende Span- nungen in der anglikanischen Kirche, die schließlich erfolgreich in die Kampagne mündeten, Priesterinnen zu ordinieren. Viele Mitglieder der anglikanischen Kirche sahen darin eine endgültige Grenzüberschreitung, die uns real von den historischen katholischen Wurzeln trennt. An diesem Punkt wusste der Domkapitular und Pfarrer der anglikanischen Marienkirche in Swanley, Kent, dass er sich der römisch-katholischen Kirche anschließen müsste. “Man wird nicht katholisch, weil einem einige Dinge in der anglikanischen Kirche nicht gefallen”, sagt er nachdrücklich, “man wird katholisch, weil man in der katholischen Kirche die Wahrheit und Vollmacht erkennt.” Und mehr als das: “Wenn die Schuppen von den Augen gefallen sind, sieht man deutlich, dass es eine Illu- sion ist, anzunehmen, es gäbe katholische Priester in der anglikanischen Gemeinschaft – und dann muss man gehen – das ist eine Sache der Ehrlichkeit.” Es war eine Zeit von großen Diskussionen, aber auch von Unverständnis der Freunde und Kollegen – Men- schen, mit denen man Seite an Seite jahrelang zusammen gearbeitet haben, die einander gern hatten und einander vertrauten. “Besonders gab es Spannungen mit dem älteren Klerus, der sich gegen diesen Trend, gegen die liberale Theologie viele Jahre gestemmt hatte. Sie waren oft anderer Meinung als wir jüngeren, die nun weggingen: ihr Standpunkt war: wir sollten bleiben und kämpfen.” Aber Peter Edwards war mit seinen beiden Kaplänen überzeugt, dass sie den nun gehen müssten und zwar in die katholische Kirche. Etwa dreißig Gemeindemitglieder dachten das auch. Sie wurden herzlich aufgenommen. Papst Johannes Paul II. Foto oben rechts hatte den englischen Bischöfen empfohlen, “großzügig zu sein” gegenüber diesen anglikanischen Konvertiten, die den Weg nach Rom in integrer Gewissensentscheidung gegangen sind. Sie wurden als Laien angenommen. Besondere Hilfe wurde denen zuteil, die sich auf die Priesterweihe vorbereiten wollten. Sie studierten zwei Tage in der Woche im Priesterseminar in Wornersh und arbeiteten die übrigen Tage als Pastoralassistenten in verschiedenen katholischen Gemeinden. Bischof John Jukes weihte sie dann zu Diakonen in St. Teresa in Ashford, Kent. Die Priesterweihe empfingen sie durch Erzbischof Michael Bowen 1996 in der St. Georgs-Kathedrale zu South- wark. “Für einige von uns war es härter als für andere. So war es z.B. für verheiratete Männer ein Großes Opfer und auch mit Risiken verbunden – der Verlust der Dienstwohnung, das Verlassen eines klaren beruflichen Lebensweges usw. Aber man darf nicht zurückblicken: wir müssen auf Gott vertrauen. Der einzige Augenblick, in dem man wirklich lebt, ist die Gegenwart. Das ist die einzig existierende Wirklichkeit, dafür kann man Verantwortung übernehmen, das Rechte zu tun und sich darauf zu verlassen, dass Gott dir helfen wird, dieses zu tun.” Nach einer Zeit der Einarbeitung als Priester in der Thomaskirche zu Canterbury, als Krankenhaus- und Ge- fängnisseelsorger wurde der Neupriester Peter Edwards zum Pfarrer der Josefskirche in New Maiden ernannt. Als er dort 1998 ankam, stürmten viele Aufgaben auf ihn ein. Die Gemeinderäume bedurften dringend der Renovierung. An mehreren strategischen Stellen waren Eimer und Gefäße aufgestellt, um den Regen aus dem undichten Dach aufzufangen. Pfarrer Edwards unternahm große Anstrengungen, Spenden zu sammeln für das neue Gemeindezentrum, das siebzig Gruppen Raum bieten sollte. Innerhalb eines großen Gemeinde- jubiläums konnte das Gemeindezentrum eröffnet werden. Eine umfangreiche Buchausstellung wurde ein- gerichtet – Pfarrer Edwards ist Kurator des CTS-Buchversands und Präsident des Verleger-Gremiums – außerdem umfasst das Zentrum Versammlungsräume, einen großen Saal und eine gut eingerichtete Pantry- küche. An der Außenwand zur Hauptstraße hängt ein großes Kreuz. Das Gemeindezentrum dieser blühenden Gemeinde ist jeden Tag geöffnet, 40 junge Leute werden in diesem Jahr auf die Firmung vorbereitet und große Gruppen von Kindern haben sich für die Erstkommunion 2008 angemeldet. Aber das Zentrum der Gemeinde ist die Kirche, die von früh morgens bis spät abends dem Gebet offensteht. Jeden Donnerstag wird ganztägig zur Anbetung des Heiligsten Sakraments eingeladen, Listen liegen aus, in die sich die Beter eintragen können. 2005 unternahm eine Gruppe aus der Gemeinde eine Pilgerreise nach Rom, wo sie ein unerwartetes großes Drama miterleben konnte. Papst Johannes Paul II. war gerade gestorben. Unübersehbare Menschenmengen drängten sich durch die ewige Stadt. Das von uns belegte Hotel wurden von Fernsehteams übernommen und unsere Gruppe fand näher zur Küste Quartier. Dank der guten Ortskenntnisse unseres Fahrers konnten wir über Nebenstraßen und Umgehungen Staus vermeiden und den Petersdom erreichen. Mit Millionen Pilgern gaben wir dem aufgebahrten Heiligen Vater die letzte Ehre. Derselbe Papst, der vom anglikanische Dekan Peter Edwards in seiner Kathedrale in Zambia begrüßt wurde, lag nun vor ihnen und schien Pfarrer Edwards in seiner eigenen Basilika zu Rom willkommen zu heißen – nach einer langen Pilgerfahrt endlich zuhause. CT071014
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