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Basis-Rente

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Sie lesen auf dieser Seite:
1. Professor Bert Rürup, der geistige Vater der Rürup-Rente
2. Rürup-Rente: Die unterschätzte Alternative
3. Lohnt sich ein Abschluss? Auf Fallstricke beim Abschluss achten Bei Rürup-Renten machen Verbraucher schnell Fehler
4. Rürup-Renten brauchen jetzt Zertifikat. Staatliches Siegel sagt jedoch nichts über Qualität
5. Steuervorteil für Fondspolicen
6. Zuschuss vom Finanzamt
7. Drei Schichten gegen die Altersarmut
8. Nicht riestern, sondern rüruppen. Die Rürup-Rente ist für Selbständige der einzige Weg, mit staatlicher Hilfe
 fürs Alter vorzusorgen
9. Klassische Basisrenten bringen hohe Renditen
10. Enorme Leistungsunterschiede bei Versicherern
11.Selbständige und Freiberufler sollten die Steuervorteile der Rürup-Rente für ihre private Alters-
vorsorgeplanung nutzen
 12. Die runderneuerte Rürup-Rente
13. Verbesserter Steuervorteil. Förderung vom ersten Euro an
14. Mit der freiwilligen Basisrente Lücken schließen
15. Eine Basisrente bietet hohe Steuervorteile. Vertragsabschluss ist in fast jedem Alter möglich
16. Die private Leibrente à la Rürup
17. Geld bis zum Lebensende
18. Trotz der vollen Förderung bleiben die grundsätzlichen Mängel der Geldanlage bestehen
19. Basisrente - nicht vererbbar, aber krisensichern
20. Grundregeln für die private Vorsorge
21. Steuer sparen mit der Basisrente
22. Vor dem Finanzamt sind nicht alle Renten gleich

pol-BertRürup-     Professor Bert Rürup, der geistige Vater der Rürup-Rente

Steuerfrei einzahlen - versteuert kassieren
Die Basisrente oder „Rürup-Rente“! ist besonders für Selbstständige interessant

   Die Riester-Rente hat einen Nachteil: Von ihr können nur Arbeitnehmer oder Beamte Gebrauch machen. Selbst- ständige, Gewerbetreibende und Freiberufler kommen dagegen nicht in den Genuss der staatlichen Zulagen. Be- sonders an diese Gruppe richtet sich daher ein Angebot, das im Jahr 2005 durch das Alterseinkünftegesetz auf den Markt kam: die Basisrente, auch „Rürup-Rente" genannt nach ihrem Erfinder, dem Wirtschaftsprofessor und Regierungsberater Bert Rürup. Zwar können auch alle anderen einen solchen Vertrag abschließen, aber „Riestern" ist für Arbeitnehmer meist günstiger.
  Das Prinzip der Basisrente ist genau das Gleiche wie bei der gesetzlichen Rente, weshalb beide Vorsorgevarian- ten als die „erste Schicht", also das Fundament, der Altersvorsorge gelten. Die zweite Schicht besteht aus der geförderten Altersvorsorge in Form der Riester-Rente und der betrieblichen Altersvorsorge, die dritte Schicht enthält alle Varianten, für die es weder Zulagen noch Steuervorteile gibt, zum Beispiel Fondssparpläne oder Lebensversi- cherungen.
   Das Prinzip der Basisrente ist einfach zu verstehen: Die Beitragszahlungen sind steuerfrei, dafür sind die späte- ren Leistungen voll zu versteuern. Fachleute sprechen von der nachgelagerten Besteuerung. Wer einen solchen Basisrentenvertrag abschließt, kann die Prämien „von der Steuer absetzen" - also steuermindernd in der Einkom- mensteuererklärung geltend machen. Damit werden die Beiträge zu Basisrenten vom Finanzamt genauso behan- delt wie Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung.
   Das Prinzip ist einfach, aber leider gibt es auch hier Fußnoten. Da der Gesetzgeber die nachgelagerte Besteu- erung nicht auf einen Schlag einführen wollte, um Härten für Rentner zu vermeiden, gilt eine ziemlich langfristige Stufenregelung. Beitragszahlungen sind daher erst im Jahr 2025 vollständig steuerfrei. Dann können Vorsorge- sparer bis zu 20.000 Euro pro Jahr vollständig steuerbefreit in einen Basisrenten-Vertrag einzahlen, Ehepaare sogar das Doppelte davon. Diese 20.000 Euro oder 40.000 Euro mindern dann also komplett das jeweils zu ver- steuernde Einkommen, vom dem sich das Finanzamt seinen Teil abschneidet. Dies führt zum Beispiel bei einem persönlichen Einkommensteuersatz von 35 Prozent zu einem Steuervorteil von 7.000 Euro für einen Ledigen - er muss mithin netto nur 13.000 Euro aufbringen.
   Derzeit beträgt der steuerfreie Anteil der Prämien 72 Prozent, maximal schlagen also 14.400 bzw. 28.800 Euro steuermindernd zu Buche. Allerdings gelten diese Werte nur für nicht rentenversicherungspflichtige Beitragszahler. Arbeitnehmer haben einen Teil ihrer Altersvorsorgefreibeträge schließlich schon mit den Beiträgen zur gesetzlichen Rente belegt. Sie können deshalb nur den „Rest" für einen privaten Basisrenten-Vertrag nutzen. Dieser Rest ergibt sich, indem von den 20.000 Euro (bzw. 40.000 Euro) der gesamte gesetzliche Beitrag einschließlich der Arbeitgeberhälfte abgezogen werden. Nur was dann übrig bleibt, kann steuermindernd in eine zusätzliche Basisrente gesteckt werden.
   Die Kehrseite der Steuerspar-Medaille: Die Renten sind wie normales Einkommen zu versteuern - zur Gänze je- doch erst für Neurentner des Jahres 2040 und später. Bis dahin gilt ebenfalls eine Stufenregelung. Entscheidend ist dabei allein das Jahr des Rentenbeginns.
   Wer im Jahr 2011 erstmals Basisrente bezieht, muss davon 62 Prozent versteuern. Dieser Prozentsatz klettert für jeder späteren Rentenjahrgang. Wichtig ist dabei, dass jeder „seinen" Freibetrag aus dem jeweiligen Jahr des Rentenbeginns bis zum Schluss behält. Wer zB. im Jahr 2011 erstmals eine Basisrente in Höhe von 10.000 Euro kassiert, muss davon nur 6.200 Euro versteuern. Der entsprechende Freibetrag von 3.800 Euro bleibt dem Rent- ner bis zum Tod erhalten.
   Diese nachgelagerte Besteuerung ist vor allem dann vorteilhaft, wenn das zu versteuernde Einkommen - und damit der persönliche Steuersatz - im Alter deutlich niedriger ist als im Berufsleben. Weiterer Vorteil der Basisrente ist die große Flexibilität in der Ansparphase: Man kann immer je nach finanzieller Situation die Beitragshöhe jederzeit anpassen oder die Beitragszahlung unterbrechen - gerade für Selbstständige mit schwankendem Einkommen ein wichtiges Argument.
   Nachteile der Rürup-Rente: Die Leistung gibt es ausschließlich in Form einer lebenslangen monatlichen Leibrente. Die Ansprüche aus einer Basisrente sind nicht vererbbar, dürfen nicht übertragen, beliehen, veräußert oder kapitalisiert werden. Wer also nicht damit rechnet, alt zu werden, und vielleicht noch Ehegatten oder Nachkommen versorgen will, sollte sich einen Vertragsabschluss gut überlegen.  AZ110725AlbrechtScheuermann

Rürup-Rente: Die unterschätzte Alternative

   Die Rürup-Rente ist für viele Selbständige und Freiberufler die einzige staatlich geförderte Altersvorsorge. Sie ist aber auch für Angestellte und Beamte attraktiv. Während sich Riester-Verträge im öffentlichen Bewusstsein fest etabliert haben, steht dies für Rürup-Renten noch aus. Dabei punktet die Basisrente durch attraktive Renditen verbunden mit einem hohen Förderrahmen und Sicherheit.
   Sie gilt als die Altersvorsorgelösung für Selbständige und Freiberufler: die Rürup-Rente. Da Selbständige keine Riester-Förderung beanspruchen können und betriebliche Altersvorsorge nicht möglich ist, ist Rürup ihr einziger unmittelbarer Zugang zur staatlich geförderten Altersvorsorge. Die Auszahlung erfolgt monatlich in Form einer Rente. Eine einmalige Kapitalabfindung ist nicht möglich. Geld vom Staat gibt es im Gegensatz zur Riester-Rente zwar nicht, zumindest nicht in Form von Zulagen. Aber: Die Beiträge zur Basisrente sind steuerlich absetzbar. Die Besteuerung wird zeitlich auf das Rentenalter verschoben („nachgelagerte Besteuerung"), der persönliche Ein- kommensteuersatz liegt dann zumeist niedriger. Die steuerliche Absetzbarkeit ermöglicht einen Mehrbeitrag, der sich ebenso positiv auf den Kapitalaufbau auswirkt wie der laufzeitabhängige Zinseszinseffekt. Das macht den besonderen Charme der Basisrente aus.
   Ein Rürup-Vertrag bietet zweifache Sicherheit: Das in eine Basisrente eingezahlte Guthaben ist „Hartz-IV-sicher" und wird im Fall der Arbeitslosigkeit nicht auf das persönliche Vermögen angerechnet. Außerdem sind die Einzah- lungen nicht pfändbar. Für Selbständige ist dies ein entscheidender Vorteil gegenüber einer rein kapital- anlageorientierten Privatvorsorge.
  Neben den Selbständigen nutzen zunehmend auch Angestellte und Beamte Rürup-Verträge - zusätzlich zu einem Riester-Vertrag oder als Alternative. Die Steuervorteile kommen dabei insbesondere Besserverdienenden zugute.
   Für Personen ohne oder nur mit einem geringen steuerpflichtigen Einkommen lohnt sich Rürup hingegen nicht: Die Förderung ist einkommensabhängig, Pauschalleistungen oder Zulagen gibt es keine.
     Mit 20.000 Euro pro Jahr für Ledige und 40.000 Euro für Verheiratete hat der Gesetzgeber den steuerlichen Förderrahmen großzügig gesetzt. Selbst wenn ein Angestellter gemeinsam mit dem Arbeitgeber bereits 12.000 Euro in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlt, kann er immer noch 8.000 Euro zusätzlich pro Jahr steuer- begünstigt in einen Rürup-Vertrag investieren. Zurzeit können in der Sparphase 68 Prozent der Rürup-Beiträge steuerlich abgesetzt werden. Wer bereits Leistungen aus einer Basisrente bezieht, muss davon 58 Prozent versteuern. Beide Prozentsätze werden in den kommenden Jahren stufenweise bis auf 100 Prozent angehoben: Ab dem Jahr 2025 sind die Altersvorsorgeaufwendungen vollständig abzugsfähig, ab 2040 beginnende Renten sind dann aber auch zu 100 Prozent steuerpflichtig.
   Die aktuelle Ungleichheit der Steuersätze macht die Rürup-Rente besonders für rentennahe Jahrgänge attraktiv. Aktuell profitieren von diesem Sondereffekt Arbeitnehmer, die kurz vor der Rente stehen und jetzt noch mit einer größeren Summe in die private Altersvorsorge investieren möchten. 68 Prozent der Einzahlungen in einen Rürup- Vertrag können steuerlich geltend gemacht werden und senken damit das zu versteuernde Einkommen im lau- fenden Jahr. Rentenzahlungen, die noch in 2009 beginnen, sind jedoch nur zu 58 Prozent steuerpflichtig. So bleibt ein gewisser Teil des Privatvermögens beziehungsweise der Abfindung „unbesteuert", was sich positiv auf die Gesamtrendite der Rürup-Rente auswirkt. Entscheidend für die Besteuerung über die gesamte Rentendauer ist der Steuersatz im Jahr des Renteneintritts. Natürlich hängt die Gesamtrendite einer Rürup-Lösung nicht allein von der Besteuerung ab. Entscheidend ist ebenso, wie die Kundengelder bis zum Renteneintritt angelegt werden.
   Es gibt zwei Anbieter von Rürup-Verträgen: Versicherungen bieten entweder klassische oder fondsgebundene Verträge an. Seitdem der Anbieterkreis auf Kapitalanlagegesellschaften ausgeweitet wurde, gibt es ebenfalls Rü- rup-zertifizierte Fondssparpläne. Diese lassen den Kunden jedoch bis zum Renteneintritt im Unklaren, wie hoch die zu erwartende Rente sein wird. Deshalb werden in vielen Kundengesprächen Fondssparpläne weder von Kunden- seite angefragt noch vom Berater angeboten.
   Bei den Versicherungsprodukten muss sich ein Interessent also im Wesentlichen zwischen einer klassischen Anlage seines Kapitals und der Anlage in Fonds entscheiden. Je länger der Rürup-Vertrag laufen soll, desto attraktiver wird die fondsgebundene Lösung. Schwankungen an den Kapitalmärkten können in diesem Fall besser ausgeglichen werden. In einem Versicherungsprodukt kann der Kunde zudem eine gewisse Anzahl von Investmentfonds selbst bestimmen und während der Laufzeit mehrmals umschichten - ohne Abgeltungsteuer auf zwischenzeitliche Kursgewinne zahlen zu müssen. Das individuelle Risikoprofil sollte den Ausschlag geben.
   Stichwort Risiko: Fondsgebundene Rürup-Versicherungen enthalten - anders als bei Riester - nicht automatisch eine Beitragsgarantie. Daraus folgt, dass bei ungünstigen Kursverläufen das Kapital zum Zeitpunkt des Renten- eintritts geringer sein kann als die Summe der geleisteten Beiträge. Manche Kunden nehmen dieses Risiko bewusst in Kauf und sparen sich die „Renditebremse" einer Garantie. Andere entscheiden sich für ein fondsgebun- denes Produkt mit Beitragsgarantie und damit für mehr Planungssicherheit.
   Mehr persönliche Sicherheit gibt auch eine Berufsunfähigkeitszusatzversicherung (BUZ), die in eine Rürup- Lösung eingeschlossen werden kann. Solange nicht mehr als 49 Prozent des Gesamtbeitrags für die BUZ geleistet werden, können die Beiträge eines Jahres zu 100 Prozent steuerlich angesetzt werden - dies ist faktisch der einzige Weg, wie Beiträge zu einer BUZ steuerlich geltend gemacht werden können. Demgegenüber ist für manche Interessenten der eingeschränkte Hinterbliebenenschutz das größte Manko der Rürup-Rente: Die Rentenzahlun- gen können im Todesfall lediglich auf Eheleute oder kindergeldberechtigte Kinder übertragen werden. Ergänzend bietet sich eine Risiko-Lebensversicherung an.
   Unter dem Strich überwiegen die Vorteile - gerade für Selbständige. Sie können mehrmals im Jahr Sonderzah- lungen leisten, oder aber eine Rürup-Versicherüng auch beitragsfrei stellen, wenn die Geschäfte einmal nicht so gut laufen. Wie die Beitragsrückstände dann wieder aufgeholt oder die Rentenhöhe angepasst werden können, klärt sich dann am besten im persönlichen Gespräch mit dem Bankberater.
FrankWeisskeVorsorgeSegmentPrivatkundenCommerzbank

Rürup-Rente:

   Selbstständige, die nicht in die gesetzliche Rentenkasse oder ein berufsständisches Versorgungswerk einzahlen, können mittels einer Rürup- bzw. Basisrente hohe Steuervorteile erzielen. Ab 2011 sind ähnlich wie bei gesetzlich Rentenversicherten 72 Prozent der Beitragszahlungen bis maximal 20.000 Euro steuerlich absetzbar. Das be- deutet, dass Rürup-Sparer im kommenden Jahr bis zu 14.400 Euro an Beitragszahlungen als Sonderausgabe beim Finanzamt geltend machen können. Verheiratete genießen den doppelten Betrag. Beispiel: Ein freiberuflich tätiges Ehepaar, das nächstes Jahr insgesamt 24.000 Euro in Rürup-Verträge einzahlt, kann demnach 17.280 Euro beim Fiskus abrechnen. Bei einem Grenzsteuersatz von beispielsweise 40 Prozent erzielt das Paar einen Steuerrabatt von 6.912 Euro, zusätzlich entstehen Vorteile beim Solidaritätsbeitrag. Der absetzbare Beitragsanteil steigt bis zum Jahr 2025 auf volle 100 Prozent des Höchstbetrages von 20.000 Euro je Rentensparer an. HAZ101227vb

Rentenbeginn:

   Für öffentlich geförderte Altersvorsorgeverträge ist das Datum 31.12.2011 wichtig: Wer bis dahin eine Riester-, oder  Rürup-Rente abgeschlossen hat, kann noch mit einem möglichen Auszahlungsbeginn ab dem 60. Lebensjahr kalkulieren. Bei Neuverträgen ab 2012 ist dies erst ab dem 62. Lebensjahr möglich. Ähnliches gilt künftig für private Lebensversicherungen: Nur wenn der Vertrag künftig erst ab dem 62. Lebensjahr zur Auszahlung kommt, bleibt die Kapitalauszahlung zu 50 Prozent steuerbefreit. HAZ101227vb

Lohnt sich ein Abschluss? Auf Fallstricke beim Abschluss achten Bei Rürup-Renten machen Verbraucher schnell Fehler - Verbraucherschützer verklagen Talanx-Tochter.

   Sparer müssen beim Abschluss einer Rürup-Rente vorsichtig sein: Für viele ist sie nicht geeignet, andere wählen den falschen Tarif. Darauf wies jetzt die Zeitschrift „Finanztest" hin.
   Viele Selbstständige, für die die Rürup-Rente erfunden wurde, überschätzen ihre finanziellen Möglichkeiten und können die Beiträge nicht über viele Jahre bis zum Rentenalter aufbringen. Oder sie sind sich nicht darüber im Klaren, dass der Abschluss eines Rürup-Vertrags auch Risiken birgt. Oder sie wählen das falsche Rürup-Angebot aus. All dies kann teuer werden.
   So heißt es in den Bedingungen eines fondsgebundenen Rürup-Tarifs des Versicherers Aspecta, einer Tochter des hannoverschen Talanx-Konzerns, lapidar: „Bei Beitragsfreistellung im ersten Versicherungsjahr erlischt die Versicherung." Für Kunden, die in dieser Zeit die Einzahlung in ihren Vertrag stoppen, bedeutet dies: Ihre bis dahin gezahlten Beiträge sind verloren. Doch auch noch nach mehr als einem Jahr droht bei Beitragsfreistellung ein Totalverlust der Beiträge - wenn die Fonds schlecht laufen und das Fondsvermögen laut Versicherungsbedin- gungen noch nicht für eine Rente reicht.
  Üblicherweise läuft der Vertrag weiter, wenn der Kunde keine Beiträge mehr zahlt; die Rente ist jedoch viel gerin- ger. Die Verbraucherzentrale Hamburg hat die Talanx-Tochter deshalb verklagt. Der Deutsche Ring, der eine ähn- liche Klausel in seinen Verträgen verwendete, entging einer Klage, weil er eine Unterlassungserklärung, abgab. Dagegen lässt es Aspecta auf einen Prozess ankommen. Doch überzeugt davon scheint der Versicherer selbst nicht: In Neuverträgen verzichtet er auf die Klausel.
   Auch viele andere Versicherer halten sich beim Kunden schadlos, wenn er seinen Vertrag beitragsfrei stellt. Nach Untersuchungen von „Finanztest" kann eine Beitragsfreistellung mehrere Tausend Euro kosten. Die LVM beispiels- weise verlangt in einem Tarif, dass der Kunde einen Rentenanspruch von 50 Euro im Monat erwerben muss. Schafft er dies nicht bis zu dem Tag, an dem er seinen Vertrag beitragsfrei stellt, sind seine gesamten Beiträge futsch. Ein Kunde, der 25 Jahre lang jährlich 1.200 Euro zahlen will, braucht bei der LVM acht Jahre, um auf diese jährliche garantierte Mindestrente zu kommen. Stellt er seinen Vertrag vorher beitragsfrei, ist das Geld weg.
  Rürup-Rentenversicherungen gibt es als klassische oder fondsgebundene Variante. Außerdem sind Rürup- Fondssparpläne auf dem Markt. Sie werden bisher allerdings nur von den Fondsgesellschaften Deka und DWS angeboten. Bei einer klassischen Rentenversicherung erfährt der Kunde vor Vertragsschluss die Höhe seiner garantierten Rente, die durch Überschüsse noch steigen kann. Bei Produkten mit Fonds trägt er das Anlagerisiko. Bei diesen Verträgen muss der Versicherer keine Rentengarantie geben. Die Tester weisen darauf hin, dass Angebote von Versicherungs- und Fondsgesellschaften für eine Rürup-Rente erst ab 2009 vom Bundeszentralamt für Steuern zertifiziert werden. Im Gegensatz zur Riester-Rente werden Rürup-Produkte bisher nicht zertifiziert. Vielmehr klärt das Finanzamt in jedem einzelnen Fall, ob der jeweilige Rürup-Vertrag die Kriterien für die staatliche Förderung erfüllt. So wird beispielsweise für jeden Tarif geprüft, dass Rentenansprüche nicht vererblich und nicht übertragbar sind. Denn nur dann können Rürup-Sparer ihren Beitrag von der Steuer absetzen. Auch eine Kapital- zahlung ist ausgeschlossen. Es gibt nur eine monatliche, Lebenslange Rente.
   Nicht vorgesehen ist bisher allerdings, Kunden im Rahmen der Zertifizierung besserzustellen und ihnen grund- sätzlich ein Recht einzuräumen, den Anbieter zu wechseln oder ihnen eine Garantie in allen Rürup-Verträgen für die eingezahlten Beiträge zu geben. Bei Riester-Verträgen ist das gewährleistet. Für Rürup-Sparer gilt, also eine schlechtere Regelung als für Riester-Sparer, kritisiert die Stiftung Warentest.
   Im Gegensatz zur Riester-Rente ist bei der Rürup-Rente auch nicht immer garantiert, dass zu Beginn der Ren- tenphase mindestens das eingezahlte Geld vorhanden ist. Wenn die Fonds schlecht laufen, sind auch Verluste möglich. Ein Kapitalerhalt ist nicht gesetzlich vorgeschrieben.
   Zudem hapert es oft mit der Flexibilität bei der Beitragszahlung. Gerade Selbstständige brauchen möglichst viel Freiraum beim Vorsorgesparen. Denn oft verfügen sie nicht über ein sicheres Einkommen und können nur schwer abschätzen, wie viel Geld sie regelmäßig über Jahre hinweg für ihre Altersvorsorge zurücklegen können. Flexibel - das bedeutet zum Beispiel die Möglichkeit, zu den bisherigen Konditionen neben den vereinbarten laufenden Beit- rägen weiteres Geld in den Vertrag zu investieren; also beispielsweise wenn die Auftragslage eines Freiberuflers gut und zusätzliches Geld für die Altersvorsorge übrig ist. Dies erlauben viele Versicherer nicht.  HAZ090126Ftd

Einige Tipps:
Entscheidung:
Wenn Sie selbstständig sind, auf eine lebenslange Rente Wert legen (also nicht zwischen einer Rente oder einer Kapitalauszahlung wählen möchten) und sicher sind, die einmal vereinbarten Beiträge bis zum Rentenalter zahlen zu können, fahren Sie gut mit der Rürup-Rente. Sie erzielen eine höhere Rendite als mit einer vergleichbaren, nicht geförderten privaten Altersvorsorge.
Auswahl: Eine Rürup-Rentenversicherung wird klassisch verzinst oder fondsgebunden angeboten. Außerdem gibt es Rürup-Fondssparpläne. Bei Fonds tragen Sie das Risiko. Wenn sie schlecht laufen, können auch Verluste ent- stehen. Wenn Sie ein Rürup-Produkt mit Fonds wählen, nehmen Sie einen Vertrag mit Beitragsgarantie. Dann bleiben wenigstens die Beiträge zu Rentenbeginn erhalten.
Beitragsfreistellung: Sie können den Vertrag beitragsfrei stellen. Doch dann sind im ungünstigsten Fall alle Einzahlungen verloren. Verlangen Sie deshalb vor Vertragsunterzeichnung vom Versicherer eine Verlaufstabelle, aus der hervorgeht, wie viel Beiträge Sie bis zu einer möglichen Beitragsfreistellung zahlen müssen, um überhaupt einen Anspruch auf Rente zu haben. Eine Rückzahlung des Guthabens ist ausgeschlossen. Sie bekommen nur eine Rente, die frühestens dann beginnt, wenn Sie 60 Jahre alt sind.
Wechsel: Ein Wechsel des Anbieters ist zwar prinzipiell möglich. Dies muss aber ausdrücklich im Vertrag erwähnt werden. Die meisten Versicherer tun dies nicht von sich aus. Verlangen Sie, dass eine Wechselmöglichkeit vermerkt wird. HAZ090126Ftd

Rürup-Renten brauchen jetzt Zertifikat. Staatliches Siegel sagt jedoch nichts über Qualität

   Seit 2010 müssen sogenannte Rürup-Verträge zur Altersvorsorge ein Zertifikat haben. Dies ist keine Garantie dafür, dass der Vertrag etwas taugt. Das Zertifikat zeigt nur, dass er gefördert wird. Darauf weist das Verbrau- chermagazin „Finanztest" hin.
   Bevor im Jahr 2005 die Rürup-Rente auf den Markt kam, hatten die Versicherungsunternehmen erreicht, dass die Verträge kein Zertifikat der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) benötigen.
   „Zu viel Bürokratie", lautete das Lamento der Lobby. Im Gegensatz zur „Riester-Rente" muss die Aufsichtsbe- hörde bei Rürup-Verträgen bisher nicht bestätigen, dass sie die Voraussetzungen für die staatliche Förderung er- füllen. Das ändert sich jetzt: Einzahlungen in einen Rürup-Vertrag werden ab 2010 nur noch dann steuerlich gefördert, wenn er ein Zertifikat hat.
   Bisher prüft der Finanzbeamte jeden Vertrag einzeln mit der Steuererklärung. Auch bei der im kommenden Jahr fälligen Abrechnung für 2009 wird das noch so sein. In der Jahresabrechnung für 2010 gibt es den Steuervorteil dann nur noch für Verträge mit Zertifikat, auch wenn sie schon vor langer Zeit abgeschlossen wurden. Bis Ende 2010 muss der Nachweis vorliegen.
  An großen Nachteilen der Rürup-Rente ändert das Zertifikat nichts, erklärt die Stiftung Warentest. Die Bundes- regierung achtete bei der Rürup-Rente viel weniger auf Kundenfreundlichkeit der Verträge und Sicherheit der Bei- träge als bei der Riester-Rente.
  So müssen die Anbieter einer Rürup-Rente keine Garantie für die eingezahlten Beiträge übernehmen, bei Produk- ten mit Fondsinvestment sind also auch Verluste möglich. Sie müssen ihre Kunden auch nicht über die jährlich ein- behaltenen Abschluss- und Verwaltungskosten informieren, nur Riesterkunden haben Anspruch auf solche Aus- künfte.
  Die Rürup-Rente ist schon seit 2005 auf dem Markt. Benannt ist sie nach ihrem „Erfinder", dem Wirtschafts- wissenschaftler und früheren Regierungsberater Bert Rürup. Die Versicherungsunternehmen nennen sie auch „Basisrente".
  Im Gegensatz zur Riester-Rente wird die Rürup-Rente nicht direkt vom Staat mit Zulagen bezuschusst. Sie wird vielmehr nur über Steuervorteile gefördert: Jeder Kunde kann einen Teil seiner Aufwendungen in der Steuer- erklärung geltend machen. HAZ100125ftd

Steuervorteil für Fondspolicen

   Fondspolice können aus steuerlichen Gründen künftig interessanter werden. Wer eine Fondspolice abschließt, ist von der 25-prozentigen Abgeltungsteuer ab 2009 nicht betroffen. Kursgewinne und Dividenden bleiben in der Ansparphase steuerfrei.
   Steuerlich fast immer deutlich günstiger als mit einem Fondssparplan fahren Policensparer, die eine lebens- lange Rentenzahlung wählen. Denn wie bei der Rente aus einer klassischen Rentenversicherung ist dann nur der vom Alter bei Rentenbeginn abhängige, niedrige Ertragsanteil der Rente steuerpflichtig. Bei Rentenbeginn mit 65 Jahren beläuft er sich auf 18 Prozent. Fließt die erste Rente mit 67 Jahren, beträgt der Anteil 17 Prozent der Rente.
   Will ein Kunde statt dessen vom per Fondssparplan Ersparten im Alter monatlich eine Zusatzrente entnehmen, indem er regelmäßig Anteile verkauft, muss er auf Kursgewinne 25 Prozent Abgeltungssteuer zahlen.  eHAZ070827

Zuschuss vom Finanzamt

   Während sich die Vorteile der Riester-Rente für Arbeitnehmer nach anfänglichen Startschwierigkeiten mittler- weile immer mehr herumsprechen, tut sich die Alternative für Selbstständige und Freiberufler sowie gutverdienen- de Arbeitnehmer und Beamte noch schwer: Die Rürup-Rente führt bei den meisten Anbietern ein Schattendasein.
   Dies könnte daran liegen, dass die hier angesprochene Klientel eher freiheitsliebend ist und sich somit mit den zahlreichen gesetzlichen Einschränkungen schwer tut. Dennoch: Die steuerlichen Vorteile sind groß, besonders wenn ein renditestarker Anbieter gewählt wird.
   Im Unterschied zur Riester-Rente wird die Rürup-Rente allein steuerlich gefördert. Das angesprochene einkom- mensstarke Klientel mit entsprechend großen Versorgungslücken im Alter profitiert in der Einzahlungsphase von beträchtlichen Steuerersparnissen. Die Crux: Hinterher muss ein hoher Anteil der Rürup-Rente dessen Höhe sich nach dem Rentenbeginn richtet - versteuert werden. Der Vorteil der Steuerbefreiung vorab ist jedoch in fast allen Fällen größer als der folgende Steuernachteil.
  Wie aber findet der Rürup-Interessierte den besten Anbieter? Der einfachste Weg führt über die Höhe der garan- tierten monatlichen Rente. Denn sie allein ist sicher. Schon hier liegen die Anbieter nach einer Untersuchung von „Finanztest” (Ausgabe 5/2008) weit auseinander. Noch wichtiger ist aber die tatsächliche spätere Rente. Sie hängt von den Überschüssen ab, die der Versicherer mit den Beiträgen der Kunden am Kapitalmarkt erzielt. Je ren- tierlicher er dies tun, desto höher ist die Rente.
   Mit „sehr gut” hat „Finanztest” die Versicherer Cosmos, Europa und Debeka bewertet. „Gut” schneidet unter anderem die Hannoversche Leben ab. Wer sich für die Rürup-Rente entscheidet, sollte aber wissen, dass er eine langfristige Bindung eingeht. Eine vorzeitige Auszahlung des Geldes ist nicht möglich, die Leistungen werden aus- schließlich als Rente bezahlt, die frühestens mit 60. Geburtstag beginnt. HAZ080630JürgenGaulke

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Drei Schichten gegen die Altersarmut

 Bereits am 1. Januar 2005 ist das Alterseinkünftegesetz in Kraft getreten. Es senkt die Steuerlast auf Einkommen, das in die Altersvorsorge investiert wird. Dafür erhöht es den steuerpflichtigen Anteil der späteren Rentenzahlung. Die Entlastung baut sich allmählich auf. Beispiel: Bei einem allein stehenden Arbeitnehmer mit einem Brutto- verdienst von 30.000 Euro belief sich die Steuerentlastung nach Berechnungen des Deutschen Instituts für Alters- vorsorge - inflationsbereinigt - im Jahr 2005 auf 27 Euro, im Jahr 2010 sind es dann schon 227 Euro und 2020 bereits 775 Euro.
   Außerdem wurden die steuerlichen Regelungen zur betrieblichen Altersversorgung, bei der Riester-Rente und bei privaten Lebensversicherungen geändert.
Es gibt jetzt drei Schichten der Altersvorsorge.
   Erste Schicht: Basisvorsorge. Hierzu gehören die Basis-(Rürup)-Rente, die gesetzliche Rentenversicherung und die berufsständischen Versorgungswerke.
 Zweite Schicht: kapitalgedeckte Zusatzvorsorge. Hierbei handelt es sich um die Riester-Rente und die betrieb- liche Altersversorgung, zum Beispiel die Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds.
   Dritte Schicht: Kapitalanlageprodukte. Dazu gehören unter anderem Rentenversicherungen, die nicht Rürup- tauglich sind, Aktien, Fonds, Kapitallebensversicherungen, Sparanlagen oder Immobilien. IIaHAZ060228

 Nicht riestern, sondern rüruppen. Die Rürup-Rente ist für Selbständige der einzige Weg,
mit staatlicher Hilfe fürs Alter vorzusorgen.  Die Stiftung Warentest hat Angebote der Versicherer geprüft

    Es ist mühsam mit der staatlich geförderten Zusatzrente: Erst nach einem schleppenden Beginn entwickelte sich die Riester-Rente mit mittlerweile mehr als zehn Millionen Sparern zum Renner. Ähnlich ist es bei der Rürup-Rente, benannt nach Professor Bert Rürup. Seit 2005 im Angebot, haben nur 600.000 Menschen einen Rürup-Vertrag abgeschlossen. Das könnte sich nun ändern: Die Stiftung Warentest hat Rürup-Versicherungen getestet - und rät zum Abschluss.
Wie funktioniert die Rürup-Rente?
   Während bei der Riester-Rente der Staat mit Zulagen und Steuervorteilen das Sparen fördert, gibt es bei Rürup nur Vorteile bei der Steuer: Derzeit können Rürup-Sparer 66 Prozent ihrer Beiträge von der Steuer absetzen. Maximal kann man 13.200 Euro jährlich (Verheiratete: 26.400 Euro) absetzen. Bis zum Jahr 2025 steigt der Betrag auf 100 Prozent (höchstens 20.000 Euro, Verheiratete: 40.000 Euro). Im Alter muss die Rente versteuert werden.
Für wen eignen sich die Angebote?
   In erster Linie für Selbständige - denn sie sind meist nicht verpflichtet, in die gesetzliche Rentenversicherung einzuzahlen. Das hat Vor- und Nachteile. Der Nachteil ist, dass der Gesetzgeber nur demjenigen die Riester-För- derung gewährt, der auch in die gesetzliche Rente Beiträge zahlt. Zugleich ist das aber auch ein Vorteil für den Selbständigen: Da keine gesetzlichen Rentenbeiträge anfallen, können sie ihre Rürup-Ausgaben meist voll von der Steuer absetzen. Arbeitnehmer dagegen schöpfen oft bereits mit den Beiträgen zur gesetzlichen Rente und einer eventuell noch besparten betrieblichen Altersvorsorge den Steuerabzug von heute 13.200 Euro aus. Für gut- verdienende Angestellte und Beamte sei Rürup zusätzlich zu Riester oder anderem geeignet, rät die Stiftung Warentest.
Welche Produkte sind gut?
   Die Tester haben 38 Versicherungsangebote untersucht und dabei große Leistungsunterschiede festgestellt. So erhält der Warentest-Musterkunde (40 Jahre alt, jährlicher Beitrag: 6.000 Euro) bei Renteneintritt mit 65 Jahren beim besten Anbieter Cosmos Direkt eine monatliche, garantierte Auszahlung von 821 Euro. Bei der Barmenia, dem Anbieter mit der geringsten Rente, beträgt die monatliche Zahlung 100 Euro weniger. Die tatsächliche Aus- zahlung wird aber bei allen Anbietern voraussichtlich höher liegen: Denn auf die Garantierente kommen noch Überschussbeteiligungen drauf, die davon abhängen, wie gut die Versicherung mit dem Geld wirtschaftet. Ein Beispiel: Fährt die Debeka künftig so gute Erträge ein wie in den vergangenen Jahren, erhöht sich die monatliche Rente von 799 auf 1.237 Euro. Da aber die Zusatzerträge nicht vorherzusagen sind, floss in den Vergleich der Stiftung nur die garantierte Rente ein.
Warum erhalten Frauen weniger Rente als Männer?
   Das hängt mit der höheren Lebenserwartung von Frauen zusammen. Die Versicherer müssen von vorneherein damit kalkulieren, dass sie Frauen länger die Rente zahlen müssen als Männern. Aber auch bei den Frauen gibt es je nach Anbieter deutliche Unterschiede bei den garantierten monatlichen Renten.
Gibt es auch andere Produkte?
  Ja, die Sparkassen-Fondsgesellschaft Deka verkauft seit Januar die ersten Rürup-Fonds. Zur Wahl stehen dabei zwei Dachfonds, die das Geld in andere Fonds investieren. Weitere Anbieter werden wohl im Laufe des Jahres nachziehen.
Was sollten Sparer wissen?
   Auch weil noch kaum Rürup-Fonds, sondern nur -Versicherungen auf dem Markt sind, gilt: Nichts überstürzen! „Ein Rürup-Vertrag ist eine Lebensentscheidung”, sagt Thomas Bieler von der Verbraucherzentrale Nordrhein- Westfalen. „Die sollte man genau durchrechnen - zum Beispiel mit seinem Steuerberater.” So kann ein Rürup- Sparer bei einem finanziellen Engpass nicht einfach den Vertrag kündigen, das Geld entnehmen und die Förderung zurückzahlen wie bei einer Riester-Rente. „Das Geld liegt endgültig fest und steht nur noch für die Altersvorsorge zur Verfügung”, sagt Hermann-Josef Tenhagen von der Stiftung Warentest. Auch eine Beitragsfreistellung bieten viele Versicherer erst nach mehreren Jahren Laufzeit an. Beim Rürup-Fonds der Deka ist dies nach Firmenangaben dagegen jederzeit möglich.
Hilft Rürup auch im Todesfall?
   Rürup-Verträge sind nicht vererbbar. Stirbt der Sparer, ist das Geld weg. Viele Versicherer bieten daher eine Zusatzabsicherung für den Todesfall. Das schmälert aber die Rendite deutlich. „Besser ist es, über eine Risiko- lebensversicherung für diesen Fall vorzusorgen”, rät Bieler. SZMarcoVölklein080416

Klassische Basisrenten bringen hohe Renditen. Anleger mit einem Hang zur finanziellen Unabhängigkeit
sollten um die Rürup-Rente rotz der Steuervorteile einen Bogen machen. Die Vermögensfrage.

   Die Basis- oder Rürup-Rente ist in den vergangenen Monaten in steuerlicher Hinsicht verbessert worden. Trotz- dem bleiben die Spar- und Rentenverträge eine durchwachsene Sache. Sie bieten auf der einen Seite sowohl Angestellten als auch Selbständigen die Möglichkeit, einen Teil der Altersversorgung mit Hilfe hoher Steuervorteile aufzubauen. Doch auf der anderen Seite ist die Rürup-Rente ein Knebelvertrag. Das angesparte Geld wird lediglich nur als Rente ausbezahlt, und der Vertrag ist nur in Maßen vererbbar. Die beiden Nachteile sind für viele Anleger so wunde Punkte, dass die Steuervorteile in den Hintergrund treten und die Rente ein Schattendasein fristet. Im Vergleich zur Riester-Rente sind die Verkaufszahlen der Basisrente kaum der Rede wert, und ob sich daran in Zukunft viel ändern wird, steht in den Sternen. Die Chancen und Risiken der Verträge sind in folgendem Beispiel erkennbar.
   Ein 50 Jahre alter Freiberufler will in den nächsten 15 Jahren monatlich 2.000 Euro fürs Alter auf die hohe Kante legen. Hierfür bietet sich nach Angaben der Stiftung Warentest die Basisrente der Cosmos Lebensversicherung AG in Saarbrücken an. Das Unternehmen steht in den Analysen neutraler Beobachter seit Jahren an der Spitze, und auch in der jüngsten Untersuchung der Stiftung ist die Gesellschaft wieder auf dem ersten Platz gelandet. Wer auf die Internetseite des Direktversicherers geht und die passenden Daten eingibt, bekommt zur Antwort, dass dieser Anleger vom 65. Geburtstag an mit einer lebenslangen Rente von 2.703 Euro im Monat rechnen kann. Außerdem gibt das Unternehmen eine Rendite von 4,44 Prozent an. Das sieht auf den ersten Blick verlockend aus, doch wer sich ein bischen in der Finanzmathematik auskennt und den Rechner aus der Tasche holt, wird bald merken, dass die Verzinsung nicht den Tatsachen entspricht.
   Das Geschäft ist ein schlichter Spar- und Rentenvertrag. Erst überweist der Anleger monatlich Geld nach Saar- brücken, dann fließt monatlich Geld zurück. Bei den Einzahlungen stehen die Zahlungsdauer und die Prämien fest; im vorliegenden Fall sind es 180 Raten von jeweils 2.000 Euro. Die Höhe und die Dauer der Renten stehen aber nur auf dem Papier. Erstens werden die monatlichen 2.703 Euro nicht garantiert, und zweitens ist lebenslang ein relativer Begriff. Wer früh stirbt, wird nicht viel bekommen haben, und wer lange lebt, wird der Gesellschaft kräftig auf der Tasche gelegen haben.
   Im Mittel werden die Menschen, die heute schon 50 Jahre auf dem Buckel haben, etwa 85 bis 90 Jahre alt, so dass die monatliche Rente voraussichtlich 20 bis 25 Jahre fließen wird. Bei einer Dauer von 240 Monaten beträgt die Rendite jährlich 3,47 Prozent, und bei einer Leistung von 300 Monaten sind 4,30 Prozent erzielbar. Die stolzen 4,44 Prozent der Cosmos beruhen auf dem Trick, lediglich die Verzinsung der Einzahlungen zu berechnen. Das Unternehmen erläutert im Internet, dass nach 180 Sparraten von jeweils 2.000 Euro voraussichtlich 508.000 Euro für die Verrentung zur Verfügung stehen werden. Wenn diese Werte in Beziehung zueinandergesetzt werden, ergibt sich eine jährliche Verzinsung von 4,44 Prozent.
    Mit dieser Zahl kann der Anleger in der Praxis freilich nichts anfangen, weil er nicht an das Geld herankommt. Das Kapital fließt, das ist der Pferdefuß der Basisrente, nur in Form einer Rente zurück. Daher können die 4,44 Prozent manchen Anleger in die Irre führen. Die Stiftung Warentest ist bei ihrer Analyse ziemlich radikal. Sie fragt weder nach dem Kapital am Ende der Sparzeit, noch will sie wissen, wie hoch die Rente eines Tages sein könnte. Sie stellt allein die Garantierente in den Mittelpunkt ihrer Betrachtung.  Bei der Cosmos gibt es eine Festrente von 1.620 Euro im Monat. Wenn das wirklich alles ist, hätte der Anleger mit Sicherheit ein miserables Geschäft ge- macht,  weil eine Rendite von 0,44 Prozent im Jahr wahrlich kein Anlass zum Jubeln ist.
   Bei anderen Gesellschaften kann freilich noch weniger Geld fließen, so dass Basisrenten im schlimmsten Fall frag- würdige Wechselgeschäfte sind. Es kommt hinten heraus, wie der gemeine Landarzt sagt, was vorne hinein- gesteckt worden ist. Die Diagnose führt zu klaren Therapien. Pessimisten schauen auf die Garantierente und sollten die Finger von der Basisrente lassen, Optimisten sehen auf die Überschussrente und sollten die Frage stellen, wie hoch die Verzinsung nach Steuern ist. Die jährlichen Aufwendungen für die Basisrente können bei Ehe- paaren bis zu einer Höhe von 40.000 Euro als steuerliche Sonderausgaben geltend gemacht werden. Von diesem Betrag werden 2008 genau 66 Prozent angesetzt, und dieser Satz steigt bis 2025 jedes Jahr um 20 Basispunkte. Im Gegenzug ist die Basisrente erst 2026 in voller Höhe steuerpflichtig. Bis dahin gelten niedrigere Sätze, und wer zum Beispiel in 15 Jahren in den Ruhestand gehen wird, muss von der Basisrente nur 83 Prozent versteuern.
   Der Abzug der Prämien als Sonderausgaben und die Belastung der Renten als Einkünfte führen im vorlie- genden Fall zu 15 Steuervorteilen und 20 Steuernachteilen. Die Höhe der einzelnen Zahlungen richtet sich nach dem Einkommen des Anlegers. Wenn der Investor bis zur Pensionierung zum Beispiel jährlich 100.000 Euro ver- steuert,  winken  Steuervorteile  von  6.000  bis  9.000 Euro im Jahr, und bei einem Einkommen von 30.000 Euro im Ruhestand stehen dem Anleger jährliche Abgaben von 8.000 Euro ins Haus. Das führt zu einer Rendite von 4,11 Prozent im Jahr. Dies ist für eine Geldanlage, die auf festverzinslichen Anleihen aufbaut, ein hervorragendes Er- gebnis. Trotzdem zeigen die meisten Privatleute, vor allem die mit hohem Einkommen, der Basisrente die kalte Schulter, weil sie keine Lust haben, sich vom Staat die Gestaltung der Altersversorgung vorschreiben zu lassen. Das ist verständlich, doch es ist bemerkenswert, dass gerade, die Anleger, die kein Steuersparmodell auslassen und auf hohe Renditen versessen sind, solchen Wert auf finanzielle Freiheit legen.
   Die Alternativen sind in der Regel bescheiden. Der Spar- und Rentenvertrag ist zum Beispiel über reine Anleihen darstellbar. Hierfür winken im Augenblick rund 4 Prozent im Jahr, und wenn die Zinsen der Abgeltungsteuer unter- worfen werden, bleiben davon 3 Prozent übrig. Das ist im Vergleich zur Basisrente ein Minus von 40.000 Euro, so dass klar wird, wie viel die Freiheit kostet. Umgekehrt stellt sich die Frage, welche freien Anlagen notwendig sind, um im Verlauf von 35 Jahren auf eine jährliche Rendite von 4,12 Prozent zu kommen. Die Antwort liegt auf der Hand. Renditen von mehr als 4 Prozent nach Steuern für Spar- und Rentenverträge sind nur mit einer Mischung aus Anleihen und Aktien erzielbar Doch das treibt zahlreichen Anlegern den Schweiß auf die Stirn. Rendite plus Flexibilität zuzüglich Sicherheit und Steuervorteilen sind aber ein bisschen zu viel auf einmal. Weniger freundlich ausgedrückt, heißt die Feststellung, dass der Wunsch nicht erfüllbar ist. Das ist ähnlich wie in der Ehe. Wer im Leben die totale Freiheit sucht, muss dafür einen Preis bezahlen, und wer zur Bindung bereit ist, wird mit entsprechenden Vorteilen belohnt. Der Autor ist Finanzanalytiker in Reutlingen. 
FAZVolkerLooman080419Mehr zum Thema im Internet unter: www.faz.net/vermoegensfrage

Enorme Leistungsunterschiede bei Versicherern. Die besten Rürup-Renten bringen 70.000 Euro mehr
als die schlechtesten Angebote. Die Stiftung Warentest hat große Leistungsunterschiede ermittelt.

 Erstmals hat das Stiftungsblatt „Finanztest” in seiner neuen Ausgabe die steuerlich stark geförderte Altersvorsor- ge für Selbstständige sowie gut verdienende Beamte und Angestellte geprüft. Mit Einschränkungen empfiehlt Stiftungsexperte Hermann-Josef Tenhagen die Angebote: „Insbesondere bei kurzen Laufzeiten schlägt die Rürup- Rente die klassische Rentenversicherung um Längen.” Allerdings seien die Produkte der Versicherer bisher nicht flexibel genug.
   Nur drei Anbieter schafften im Test die Bestnote, darunter Europa und Debeka. Beim Testsieger Cosmos Direkt erhält ein 40 Jahre alter Modellkunde, der jährlich 6.000 Euro einzahlt, mit 65 eine garantierte Monatsrente von 821 Euro. Beim renditeschwächsten Anbieter Barmenia sind es 722 Euro. Bei 25 Jahren Rentenbezug summiert sich diese Differenz auf rund 30.000 Euro. Noch größer wird der Unterschied, wenn man die kalkulierten Über- schüsse der Versicherer hinzurechnet, von denen der Kunde anteilig profitiert. Auf Basis derzeit erzielter Renditen ergäbe sich bei Cosmos Direkt eine Monatsrente von 1.284 Euro, bei Barmenia von 1.038 Euro. Unterm Strich beträgt der Vorteil beim Testsieger damit 70.000 Euro.
   Die Stiftung Warentest nahm 76 Rürup-Rentenverträge für Frauen und Männer unter die Lupe. WGV, Hanse Merkur, Fortis, Hannoversche Leben und der Volkswohl Bund konnten sich hinter den Siegern bei beiden Ge- schlechtern im vorderen Drittel platzieren. Hinten landeten Volksfürsorge, Hamburg-Mannheimer, Universa und Münchener Verein.
   Die Bundesregierung hat die Rürup-Rente beschlossen, um vor allem den 4 Millionen Selbstständigen eine geförderte Altersvorsorge zu ermöglichen. Benannt wurde sie nach ihrem Erfinder Bert Rürup, dem Vorsitzenden des Sachverständigenrates. Rund 600.000 Verträge wurden bisher ab. geschlossen. Die Rürup-Rente wird massiv bezuschusst. Die steuerliche Förderung ist um so höher, je höher das Einkommen und damit der persönliche Steuersatz der Versicherten sind. 2008 können Einzahlungen von bis zu 20.000 Euro beim Fiskus geltend gemacht werden.  Anerkannt  wird  davon  ein  Anteil  von 66 Prozent. „Das bringt bis zu 6.000 Euro Steuerersparnis in diesem Jahr”, so Tenhagen. Ehepaare dürfen das Doppelte absetzen.
   Im Alter muss die Rürup-Rente allerdings anteilig versteuert werden. Unterm Strich ergebe sich trotzdem ein deutlicher Steuervorteil, so Finanztest. Die hohe Förderung solle Verbraucher nicht verleiten, spontan zu unter- schreiben, warnte Tenhagen. Anders als bei Riester-Verträgen ist im Falle einer finanziellen Krise keine Kündigung möglich. Das Kapital ist laut Tenhagen weder übertragbar, beleihbar, kapitalisierbar noch vererbbar. Der spätere Wechsel zu einem besseren Anbieter sei nicht vorgesehen und bisher nur beim Testsieger Cosmos Direkt möglich.
   „Finanztest” kritisiert, dass nicht einmal die Hälfte der Versicherer Kunden ermöglicht, auf Wunsch mehr Geld zu gleichen Bedingungen einzuzahlen. Nachteile bis hin zum Kapitalverlust drohen bei einigen Versicherern gar, wenn der Kunde seine Beiträge nicht mehr zahlen kann. LVM verlange etwa einen angesparten Rentenanspruch von 50 Euro pro Monat, falls der Kunde in Geldnot steckt und den Vertrag vorerst beitragsfrei stellen will. Diese Mindest- rente sei bei Verträgen mit 25 Jahren Dauer und 1.200 Euro Jahresbeitrag aber erst nach acht Jahren Einzahlung erreicht. Könne er zuvor die Beiträge nicht mehr zahlen, sei das eingezahlte Geld weg. HAThomasWüpper080416

Eine Basis für das Alter. Selbständige und Freiberufler sollten die Steuervorteile der Rürup-Rente
für ihre private Altersvorsorgeplanung nutzen.

   Ein großer Teil der Bevölkerung wählt für seine Altersvorsorge eine Kombination aus gesetzlicher, betrieblicher und privater Rente. Selbständige und Freiberufler nehmen in diesem System eine Sonderstellung ein: Sie müssen sich nicht pflichtversichern, zahlen deshalb meist nicht in die gesetzliche Rentenversicherung ein und haben außer- dem keine Möglichkeit, eine betriebliche Altersvorsorge oder Riester-Rente abzuschließen. Sie müssen ihre ge- samte Altersvorsorge privat aufbauen.
   Um diese Lücke zu schließen, hat der Gesetzgeber ein Rentenmodell entworfen, das der gesetzlichen Rente nachempfunden ist. Die unter dem Namen „Rürup-Rente” oder auch „Basisrente” bekannte Rentenversicherung soll insbesondere die private Vorsorge für Selbständige und Freiberufler steuerlich attraktiv machen. Zugleich ist sie für diese Bevölkerungsgruppe praktisch der einzig steuerlich geförderte Vorsorgeweg.
   Die Rürup-Rente ist als sogenannte Leibrente konzipiert. Dies bedeutet, dass die angesparten Beiträge ab einem Alter von 60 Jahren ausschließlich zur Altersvorsorge und nicht für andere Zwecke verwendet werden kön- nen. Das angesparte Kapital ist dabei sicher investiert, denn es kann weder bei Konkurs,  Pfändung oder im „Hartz IV”-Fall eingezogen werden. Außerdem bietet die Rürup-Rente Flexibilität bei der Einzahlung. Der Gesetzgeber sieht keine Mindestsumme für die Ansparung vor. Das heißt, der Versicherte kann frei entscheiden, ob er den Betrag einmalig, monatlich, halbjährlich oder jährlich einzahlt oder ob er Extrazahlungen vornimmt. Diese Fakten sind gerade für Selbständige mit unregelmäßigem Einkommen sehr wichtig.
Nachgelagerte Besteuerung
   Liegt der Steuersatz - wie bei einem Großteil der Bevölkerung - im Rentenalter unter dem der Einzahlphase, sind die steuerlichen Vorteile beachtlich. Mit der Rürup-Rente verfolgt der Gesetzgeber das Prinzip der nachgelagerten Besteuerung. Dies bedeutet, dass die Beiträge in der Ansparphase steuerlich geltend gemacht werden können, in der Rentenphase sind die Auszahlungen dann steuerpflichtig. In diesem Jahr sind jährlich  64  Prozent der Bei- träge  für  die  Basisrente als Sonderausgabe abzugsfähig - maximal allerdings 12.800 Euro pro Person. Diese Abzugsfähigkeit steigt bis 2025 jährlich um zwei Prozent an.  Dann sind pro Person 100 Prozent bei einem Höchstbetrag von 20.000 Euro beziehungsweise 40.000 Euro für Verheiratete absetzbar. Zusätzlich werden die erwirtschafteten Kapitalerträge abgeltungssteuerfrei sein.
   Doch die Rürup-Rente besitzt auch ihre Restriktionen. Sie bietet dem Sparer kein Kapitalwahlrecht - er kann sich also das angesparte Kapital nicht als Einmalbetrag auszahlen lassen. Auch lässt sich der Rentenvertrag nicht vor- zeitig auflösen oder an Hinterbliebene vererben.
   Durch die Kombination einer Rürup-Rente mit einer Hinterbliebenenabsicherung oder einer Zusatzversicherung für Berufsunfähigkeit können diese Nachteile allerdings ausgeglichen werden - denn anders als bei einer separa- ten Absicherung wirkt sich hier die gesamte Prämie steuermindernd aus. Allerdings ist hierbei darauf zu achten, dass der Beitrag für die BU-Zusatzabsicherung nicht mehr als 50 Prozent der Gesamtprämie ausmacht.
   Möchte beispielsweise ein heute 58-jähriger verheirateter Selbständiger mit 63 Jahren in Rente gehen, bietet ihm die Basisrente folgende Möglichkeiten: Jährlich kann er maximal 40.000 Euro in eine Rürup-Rente einzahlen. Während der Einzahlphase kann er sich den Steuervorteil sichern und muss anschließend in der Auszahlphase seine Rente zu einem in der Regel niedrigeren Steuersatz versteuern. Dies bedeutet, dass er von seinen insge- samt eingezahlten Beiträgen in Höhe von 200.000 Euro durch die Steuererstattung im Rahmen der individuellen Steuererklärung lediglich etwa 137.000 Euro eigene Beiträge zahlt. Dies sind nur 63 Prozent des bis Rentenbe- ginns angesparten Kapitals - 29 Prozent sind ersparte Steuern und 8 Prozent Ertrag aus der Anlage.
   Hat ein etwa 40-jähriger verheirateter Freiberufler ebenfalls das Ziel, mit 63 Jahren in Rente zu gehen, kann er bei einer monatlichen Einzahlung von 1.000 Euro mit einer Rentenzahlung von 2.500 Euro im Monat rechnen. Bei einer durchschnittlichen Entwicklung von etwa 6,5 Prozent Zinsen pro Jahr für zum Beispiel eine Fondsrente ent- spricht dies einer Ansparung von etwa 600.000 Euro. Berücksichtigt man Steuern und Zinsen, muss er weniger als 28 Prozent zu dieser Summe selber beitragen.
   Je nach Alter und persönlicher Risikoeinstellung gibt es für die Anleger eine breite Palette an Anlageprodukten. Eine besonders interessante Variante sind Investmentprodukte, die auf Fonds basieren. Hier bieten unterschied- liche Dachfonds sowohl sicherheits- als auch chancenorientierten Anlegern attraktive Möglichkeiten zur Investition in eine Basisrente. RichardSeidlerCommerzbankNOZ071017

Die runderneuerte Rürup-Rente. Versicherer steigern Absatz der Basisrente
nach der Abschaffung der „Verpuffung” -  Fondsgesellschaften in den Startlöchern

   Der Volksmund nennt die geförderten Leibrenten „Rürup-Rente”, nach dem Ökonomen und Regierungsberater Bert Rürup. Diese Form der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge gibt es seit dem Inkrafttreten des Alters- einkünftegesetzes im Jahr 2005. Sie wurde parallel zum Einstieg in die nachgelagerte Besteuerung der Renten ins Leben gerufen. Die Rürup-Rente ist der gesetzlichen Rente nachempfunden. Die Beiträge dürfen zu einem wach- seden Teil von der Bemessungsgrundlage der Steuer abgezogen werden, die Rentenzahlungen sind im Gegenzug im wachsenden Ausmaß steuerpflichtig. Das angesparte Kapital ist auch nicht vererbbar, nicht beleihbar und nicht veräußerbar. Trotz dieser Restriktionen sind die Rürup-Verträge insbesondere für Selbständige mit hohen Einkom- men attraktiv. Sie können bis zu 20.000 Euro im Jahr ansparen. Davon werden derzeit 64 Prozent steuermindernd anerkannt - die Bemessungsgrundlage der Einkommensteuer kann also auf diesem Weg um bis zu 12.800 Euro reduziert werden. Der steuermindernde Anteil steigt von derzeit 64 Prozent bis zum Jahr 2025 auf 100 Prozent. Für Angestellte ergibt sich der maximal förderfähige Sparbeitrag, wenn man von 20.000 Euro die Beiträge zur ge- setzlichen Rentenversicherung subtrahiert. Der Steuerspareffekt wurde bis vor kurzem allerdings gemindert, weil die abzugsfähigen Summen bei vielen Selbständigen durch hohe Beiträge für Haftpflicht- oder Lebensversi- cherungs-Verträge, die sich ebenfalls steuermindernd auswirken können, häufig schon ausgeschöpft waren. In solchen Fällen war nur ein kleiner Anteil der Rürup-Raten steuermindernd wirksam. Der Rest „verpuffte” aus steu- erlicher Sicht.
   Mit der jüngsten Änderung des Alterseinkünftegesetzes ist dieses Hemmnis nun ausgeräumt. Die Günstiger- prüfung der Finanzämter wird zugunsten der Steuerpflichtigen ausgeweitet. Nun zählen die Beiträge zur Rürup- Rente vom ersten Euro an. „Die Bedeutung der Basisrente wird insgesamt weiter zunehmen. Nach den Änderun- gen durch das Jahressteuergesetz kommen Selbständige als neue Zielgruppe hinzu”, sagt Gerhard Frieg, Vor- stand des Finanzvermittlers MLP AG. Belebend wirkt sich auf das Geschäft außerdem die Möglichkeit aus, die Rü- rup-Rente mit einer Versicherung gegen Berufsunfähigkeit zu kombinieren. Dann wirken die Aufwendungen für die Absicherung gegen Invalidität steuermindernd, was bei einer normalen Versicherung gegen Berufsunfähigkeit nicht der Fall ist.
  Mit der Änderung des Alterseinkünftegesetzes können nun auch Fondsgesellschaften als Anbieter von Rürup- Renten zugelassen werden. Die entsprechenden Produkte würden derzeit gestaltet, heißt es bei Union Invest- ment und DWS. Sie sollen möglichst noch in diesem Jahr auf den Markt kommen. Dabei läuft es auf eine Kon- struktion analog zur Riester-Rente hinaus. Das angesparte Kapital würde dann zu einem kleineren Teil für eine aufgeschobene Rentenversicherung genutzt, die zum 85. Lebensjahr beginnt. Der Rest stünde für einen Aus- zahlungsplan zur Verfügung, der je nach Rentenbeginn auf 20 bis 25 Jahre angelegt wird.    ruhFAZ070227

Die Rürup-Rente

   Die 2005 eingeführte Rürup-Rente darf frühestens im Alter von 60 Jahren als lebenslange Rente ausgezahlt werden. Es gibt dabei kein Kapitalwahlrecht. Die Basisrente ist nicht vererbbar, verleihbar oder veräußerbar. Eine Kündigung oder ein Rückkauf der Versicherung ist damit nicht möglich. Ein Hinterbliebenenschutz für Ehefrau und Kinder (bis 27 Jahre) kann aber integriert werden. Im Gegensatz zur Riester-Rente gibt es auch keine Garantie für die eingezahlten Beiträge. Bei Produkten auf Fondsbasis kann es deshalb zu Verlusten kommen. Komfortabel ist allerdings, dass die Beiträge nicht laufend geleistet werden müssen, es sind also Einmalzahlungen möglich. Die Rürup-Rente steht allen offen: Selbstständigen, Angestellten, Beamten und Rentnern.  SteffenPreißler061118

Basisrente:
   Bei der Basisrente, auch Rürup-Rente genannt, sind die Beiträge in höherem Maß als Sonderausgaben steuerlich absetzbar. Der Anteil steigt von 64 Prozent der Einzahlungen im Jahr 2007 auf 66 Prozent im Jahr 2008. Rürup- Sparer können dann bis zu 13.200 Euro Beitragszahlungen beim Finanzamt geltend machen (Verheiratete das Doppelte). Der steuerlich absetzbare Anteil steigt bis zum Jahr 2025 auf volle 100 Prozent.

Rürup-Rente: Verbesserter Steuervorteil.
Förderung vom ersten Euro an. Gesetzentwurf sieht Fonds und Banken als Anbieter vor

  Das Bundesfinanzministerium will die Rürup-Rente nachbessern. Eine Ausweitung des Steuervorteils soll die För- derung vom ersten Euro an auch für Selbständige zum Normalfall machen. Bisher lohnt sich für sie die steuerlich geförderte Leibrente in vielen Fällen nicht. Außerdem sieht der dieser Zeitung vorliegende Gesetzentwurf auch die Zulassung von Fondsgesellschaften und Banken als Anbieter vor. Bisher dürfen die Rürup-Renten nur von Versi- cherern verkauft werden.
   Die Frage, ob sich die Rürup-Rente für Selbständige lohnt, ist bislang ein kompliziertes Rechenexempel. Der Gesetzgeber wollte mit der neuen privaten Leibrente die Eigeninitiative in der Altersvorsorge belohnen, weshalb die Beiträge von der Bemessungsgrundlage der Einkommenssteuer abgezogen werden können. Doch dieser Grundsatz gilt bisher für Selbständige, die eigentliche Zielgruppe der Förderung, nur eingeschränkt.
   Das Finanzamt prüft bisher, ob der Abzug der Aufwendungen für Versicherungen und Vorsorge nach altem oder neuem Recht für den Versicherten günstiger ist. Nach altem Recht können ledige Selbstständige jährlich bis zu 5069 Euro für sämtliche Versicherungsaufwendungen geltend machen. Nach dem seit vergangenem Jahr gelten- den Recht sind es 2.400 Euro zum Beispiel für Krankenkasse, Haftpflicht und herkömmliche Lebensversicherun- gen plus die Einzahlungen in die nach dem Regierungserater Bert Rürup benannte Basisrente. Das führt bisher dazu, dass aus der Sicht von Selbständigen, die bereits größere Beträge für Haftpflicht- oder Lebensversicher- ungen ausgeben, die Beiträge zur Rürup-Rente nur zum Teil abzugsfähig sind.  In ungünstigen Fällen sind deshalb bis zu 2.669 Euro nicht gefördert. Erst bei höheren jährlichen Beiträgen zur Rürup-Rente beginnt der Steuervorteil in diesen Fällen zu wirken.
   Dieser „Verpuffungseffekt” soll nun behoben werden. Laut Referentenentwurf sollen Selbständige künftig ihre Rürup-Beiträge vom ersten Euro an steuerlich geltend machen können, zusätzlich zum alten pauschalen Freibetrag von 5.069 Euro.
  Die Finanzdienstleister stehen schon bereit. „Falls der Referentenentwurf in seiner jetzigen Form umgesetzt wird, wird die Basisrente der wichtigste Baustein in der Altersvorsorge bei allen Selbständigen sein”,sagt Gerhard Frieg, Vorstand des Finanzvertriebs MLP. „Denn wegen der steigenden steuerlichen Förderung handelt es sich um ein attraktives Produkt.” Besonders interessant sei die Basisrente in Kombination mit einer Versicherung gegen Berufsunfähigkeit. Denn genauso wie bei der Hauptversicherung können die Versicherten auch die Beiträge für den Zusatzbaustein bis zu einer festgelegten jährlichen Grenze steuerlich absetzen.
  Bisher allerdings hat sich die Rürup-Rente nur mäßig verkauft. Ende 2005 lag der Bestand bei 148.000 Verträgen, berichtet der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft. Im ersten Quartal dieses Jahres sind rund 32.000 Verträge hinzu gekommen. Das ist gemessen an den insgesamt rund 90 Millionen Lebensversicherungs- verträgen in Deutschland nicht viel. Doch von den geplanten Nachbesserungen der Rürup-Rente könnte ein ähn- licher Wachstumsschub ausgehen, wie ihn die ebenfalls staatlich gefördert Riester-Rente nach ihrer Überarbeitung erlebt hat. Inzwischen haben schon mehr als 6 Millionen Angestellte und Beamte einen Riester-Vertrag abge- schlossen.
   Von den modifizierten Rürup-Renten dürften künftig auch Fondsgesellschaften und Banken profitieren. Das Finanzministerium will sie als Anbieter zulassen, was bei den Versicherern Unwillen auslöst. Sie fordern, dass die Konkurrenz erst nachweisen müsse, dass sie mit dem Risiko der Langlebigkeit umgehen kann. Das sei kein Problem, heißt es beim Bundesverband Investment und Asset Management (BVI). Die Anforderungen seien erfüllbar. Vorschläge seien dem Bundesfinanzministerium unterbreitet worden. Zudem böten die Versicherer schon heute Rürup-Renten in Gestalt von fondsgebundenen Leibrenten-Versicherungen an. ruhFAZ060824

Mit der freiwilligen Basisrente Lücken schließen. Versicherung ist vor allem für Selbstständige und Freiberufler interessant. Abschluss ist fast in jedem Alter möglich

   Bei der Basisrente handelt es sich um eine freiwillige, private Rentenversicherung. Sie wird nach ihrem Er-inder, dem Sozialexperten Bert Rürup, auch als Rürup-Rente bezeichnet und ist vor allem für Selbstständige, Freiberufler und Gewerbetreibende gedacht, denen bisher keine staatlich geförderte Vorsorgemöglichkeit für das Alter zur Ver- fügung stand. Sie alle haben jetzt die Möglichkeit, die großzügigen Steuervorteile zu nutzen. Aber auch Angestellte und Beamte können einen Basisrenten-Vertrag abschließen.
   Alleinstehende können bis zu 20.000 Euro, Verheiratet bis zu 40.000 Euro pro Jahr von der Steuer absetzen, wenn in die Basisrente investiert wird. Davon werden für 2007 allerdings nur 64 Prozent als Sonderausgaben berücksichtigt - also 12.800 Euro beziehungsweise 25.600 Euro. Die steuerliche Förderung steigt jährlich um zwei Prozentpunkte, so  dass  im Jahr  2008  bereits  66  Prozent der Beiträge 13.200 Euro beziehungsweise 26.400 Euro steuermindernd angerechnet werden können. Im Jahr 2025 endet dieser Übergang. Ab dann ist der gesamte Beitrag bis zur Höchstgrenze steuerlich absetzbar.
   Die maximale Förderung bekommen nur jene Vorsorgesparer, die keine Beiträge in die gesetzliche Rentenver- sicherung oder in ein berufsständisches Versorgungswerk zahlen - weil diese den noch verfügbaren Freibetrag entsprechend schmälern.
   Im Vergleich zu einem Riester-Vertrag lohnt sich die Basisrente vor allem für jene, die größere Summen für das Alter ansparen wollen. Der Staat unterstützt Einzahlungen in Basisrenten-Verträge wesentlich stärker.
   Der Basisrenten-Vertrag dient in erster Linie der Altersvorsorge. Als Ergänzung dazu können steuerbegünstigt Zusatzversicherungen abgeschlossen werden. Auch ein Hinterbliebenenschutz lässt sich vereinbaren. Stirbt der Versicherungsnehmer, wird das angesammelte Altersvorsorgevermögen bei entsprechender Vereinbarung in Form von Witwen- oder Waisenrenten ausgezahlt. Wer sich für Zusatzbausteine entschließt, sollte bedenken, dass er dafür Abstriche bei seiner Altersrente in Kauf nehmen muss.
   Basisrenten-Verträge werden als klassische Basisrente, als fondsgebundene Basisrente oder als Sofortrente angeboten. Letztere eignet sich für rentennahe Jahrgänge, die steuerbegünstigt ein lebenslanges Einkommen aus vorhandenem Kapital erzielen wollen. Der Kunde zahlt hierbei einen größeren Einmalbeitrag, aus dem sofort eine lebenslange Rente fließt. Durch die steuerliche Förderung wird die aktuelle Steuerbelastung gesenkt. Weil der Be- steuerungsanteil der Sofortrente dauerhaft niedriger ist als der abzugsfähige Prozentsatz der eingezahlten Bei- träge, ist die Sofortrente doppelt lukrativ.
   Alle Einzahlungen in die Basisrente sind vor staatlichen Zugriffen geschützt. Die Basisrente läuft vom Beginn des Ruhestandes an (frühestens ab dem 60. Geburtstag) und wird so lange gezahlt, wie der Rentner lebt. Eine Auszahlung des Kapitals auf einen Schlag bei Eintritt in den Ruhestand ist nicht möglich. HAZ071011

Alternde Gesellschaft. Im Jahre 2050 werden 50 % der Deutschen über 50 Jahre alt sein
Quelle: Statistische Bundesamt FAZ060830
Verbesserungen der Rürup-Rente halten sich in Grenzen.
Trotz der vollen Förderung bleiben die grundsätzlichen Mangel der Geldanlage bestehen.

   Die Rürup-Rente gilt in der Finanzwelt als Rohrkrepierer. Trotz interessanter Steuervorteile sind nach Angaben des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) bisher nur 148.000 Verträge verkauft wer- den. Das ist im Vergleich zu den 6 Millionen Riester-Renten, die im selben Zeitraum über die Ladentische der Versicherer gegangen sind, nicht besonders viel. Jetzt will die Bundesregierung die Rürup-Rente in zwei Punkten nachbessern. Erstens soll die Förderung ausgedehnt werden, und zweitens sollen in Zukunft auch Banken und Fondsgesellschaften hauseigene Verträge anbieten können. Das sieht auf den ersten Blick verlockend aus, doch bei genauem Hinsehen sind die Verbesserungen so dürftig, dass sich vor allem Selbständige, die auf der Suche nach Steuersparmodellen sind und für ihren Ruhestand Vorsorgen wollen, weiterhin genau überlegen sollten, ob sie in diese Basisrente einsteigen. Folgendes Beispiel verdeutlicht dies.
   Ein Anleger ist 40 Jahre alt und reist als Unternehmensberater durch die Lande. Der Mann will in den nächsten 25 Jahren monatlich 500 Euro auf die hohe Kante legen, um seine Altersrente aufzubessern. Der Vertreter einer Versicherung rechnet dem Interessenten vor, dass die Basisrente die richtige Lösung sei. Er erklärt dem Berater, dass die 500 Euro von 2006 an zu 62 Prozent von der Steuer absetzbar seien und der Abzugsbetrag jedes Jahr um 20 Basispunkte steige. Im Gegenzug sei die Rente, die von 2031 an ins Haus steht, zu 91 Prozent steuer- pflichtig. Die hohe Steuerpflicht falle jedoch nicht weiter ins Gewicht, weil der Steuersatz im Alter niedriger sein werde als heute.
    Der Vorschlag stößt bei dem Unternehmensberater aus mehreren Gründen auf reges Interesse. Die 500 Euro sind bei der Versicherung sicher angelegt. Genauso gibt es an der voraussichtlichen Rente von 1.370 Euro je Monat nicht viel auszusetzen. Das  Ganze  verzinst sich vor Steuern zwar “nur” mit 3,5 Prozent im Jahr, doch der Investor weiß, dass Anleihen und Wertpapiere zur Zeit nicht mehr erbringen.  Genausowenig ärgert ihn, dass die Rente nach dem Tod wegfällt. Der Mann ist zwar in festen Händen, doch Heiraten kommt für ihn derzeit nicht in Frage, so dass Hinterbliebene nicht zu versorgen sind.
   Statt dessen freut sich der Sparer über die Steuervorteile. Das ist freilich der entscheidende Fehler, da die Aus- sage des Vertreters, dass 62 Prozent der Prämien als Vorsorgeaufwendungen abziehbar seien, nicht richtig ist. Es sind zunächst nur 18 Prozent. Die Absetzbarkeit steigt in den nächsten Jahren auch auf 100 Prozent an, doch der anfängliche Verlust ist nicht wettzumachen. Ursache sind die Paragraphen 10 Absatz 3 und 10 Absatz 4a des Einkommensteuergesetzes (EStG). Der Unternehmensberater zahlt seit langem Prämien für Haftpflicht-, Kranken- und Unfallversicherungen. Im vergangenen Jahr sind 5.500 Euro angefallen, und die Ausgaben waren zum größten Teil als Vorsorgeaufwendungen absetzbar.  Der  Grundhöchstbetrag betrug 1.334 Euro, der Vorwegabzug lag bei 3.068 Euro, und für Vorsorgeaufwendungen kamen 667 Euro hinzu, so dass insgesamt 5.069 Euro abzugsfähig waren.
   Das hat sich geändert. Jetzt sind von den Versicherungsprämien nur noch 2.400 Euro absetzbar. Allerdings hat der Gesetzgeber festgelegt, dass die alte Regelung weiterhin gilt, falls die bestehende Vorschrift für den Steuer- zahler günstiger ist. Im vorliegenden Fall bedeutet das, dass der Handelsvertreter von seinem Einkommen weiter 5.069 Euro abziehen darf. Das Finanzamt rechnet die 2.669 Euro - die Differenz zwischen den alten 5.069 Euro und den neuen 2.400 Euro - auf die Rürup-Rente an. Der steuerliche Abzug für Altersrenten wird 2006 genau 62 Prozent betragen. Das führt im Umkehrschluss zu abzugsfähigen Aufwendungen von 4.305 Euro, so dass in der Folge von den 6.000 Euro, welche  für  die  Rürup-Rente  vorgesehen  sind, nur 1.051 Euro oder 18 Prozent echt angerechnet werden.
  Die steuerliche Verpuffung der 4.305 Euro soll beseitigt werden. Die Bundesregierung will die Rürup-Rente künftig vom ersten Euro an fördern. Dadurch würde sich die Geldanlage - Sparvertrag und Rente - mit 3,83 Prozent je Jahr verzinsen. Grundlage dieser Prognose sind ein Guthabenzins von 3,5 Prozent im Jahr, Steuersätze von 40 Prozent in der Sparphase und 30 Prozent im Ruhestand und die Vermutung, dass die Rente insgesamt 20 Jahre lang bezahlt werden wird.
   Im Augenblick bringt die Rürup-Rente durch die Verpuffung aber nur 3,36 Prozent auf die Waage, so dass 47 Basispunkte verschwinden. Das sind knapp 8.000 Euro, so dass sich trotz der geplanten Verbesserungen weiter die Grundsatzfrage stellt, wie sinnvoll die Rürup-Rente ist und ob es nicht vorteilhafter ist, auf andere Geldanlagen auszuweichen. Hier kann die klassische Leibrente eine Überlegung wert sein. Sie besteht wie die Rürup-Rente aus zwei Halbzeiten. Zunächst wird 25 Jahre lang gespart, danach soll die Rente 20 Jahre lang fließen. Bei einem Zinssatz von 3,5 Prozent sind die Ergebnisse vor Steuern identisch. Der Handelsvertreter zahlt 300 Prämien von je 500 Euro und bekommt 240 Renten von je 1.370 Euro.
   Steuerlich sieht die Rechnung aber anders aus. Die Prämien sind weder Sonderausgaben noch Werbungs- kosten, so dass die Zahlungen aus dem versteuerten Einkommen zu bestreiten sind. Dafür werden die Renten vom 66. Lebensjahr an mit einem Ertragsanteil von lediglich 18 Prozent belastet. Die Zahlungsreihe nach Steuern führt unter dem Strich zu einer Verzinsung von 3,26 Prozent. Das sind 10 Basispunkte oder 4.000 Euro weniger als bei der alten Rürup-Rente beziehungsweise 57 Basispunkte oder 12.000 Euro weniger als bei der neuen Rürup- Rente.
   Die finanziellen Nachteile werden durch technische Vorteile wettgemacht. Der Anleger hat die Möglichkeit, am Ende der Sparzeit beliebig viel Kapital aus dem Spartopf zu entnehmen. Genauso ist die Verrentung steuerbar. Der Mann kann sich für eine kurze Garantiezeit der Rente entscheiden, so dass die Bezüge hoch sind, und er kann sich für geringere Renten entscheiden, falls er Hinterbliebene doch eine Zeitlang versorgen will. Diese Möglich- keiten sind bei der Basisrente von Anfang an ausgeschlossen, so dass der Abschluss gut überlegt sein will.
   Der heikle Punkt bleiben die alten Vorsorgeaufwendungen von 5.069 Euro im Jahr. Je mehr sich die jährlichen Prämien der Basisrente diesem Betrag nähern, desto stärker ist die Verpuffung, desto geringer ist die Rendite, desto höher ist der Nutzen der geplanten Reform. Umgekehrt gilt die Regel, dass die Rürup-Rente um so attraktiver wird, je höher die Prämien werden. Wer im Jahr beispielsweise 12.000 Euro in die Rürup-Rente stecken will, wird von der geplanten Beseitigung der Verpuffung kaum profitieren.
    Er sollte sich vielmehr mit der Frage beschäftigen, wie wertvoll ihm die Steuervorteile sind. Die neue Rürup- Rente bringt im Vergleich zur klassischen Leibrente rund 23.000 Euro mehr, doch sind die Auflagen den Vorteil wert? Erstens muss der Berater während des Berufslebens mindestens 40 Prozent im Jahr versteuern, und zwei- tens kommt der Consultant an das eingezahlte Kapital nur in Form der Rente heran, die den Berater bis ins Grab verfolgt. Sie stirbt mit dem Anleger. Das sind die Hauptgründe, warum die Rürup-Rente bei vielen Selbständigen auf Zurückhaltung stößt. Freiberufler und Unternehmer lieben ihre Freiheit und machen um Renten, die nach Bun- desversicherungsanstalt und Versorgungswerk riechen, einen großen Bogen. Daran wird sich mit hoher Wahr- scheinlichkeit auch in Zukunft nicht viel ändern.
Der Autor ist Finanzanalytiker in Reutlingen-VolkerLoomannFAZ060902

Eine Basisrente bietet hohe Steuervorteile. Versorgungslücke für Selbstständige und Freiberufler geschlossen. Vertragsabschluss ist in fast jedem Alter möglich

   Während sich die Riester-Rente zum Erfolgsmodell entwickelt hat, ist die Basisrente bei den Kunden noch nicht so recht angekommen. 2006 wurden allein bei den Lebensversicherern mehr als zwei Millionen neue Riester- Renten abgeschlossen - im Vergleich zu 174.000 neuen Basisrenten-Verträgen. Das ist unverständlich, bietet sie doch im Vergleich zu anderen Altersvorsorgemöglichkeiten eine Vielzahl von Vorteilen.
   Doch die höhere Förderung und der verbesserte Schutz vor Pfändungen wird der Basisrente neuen Auftrieb bringen, davon ist die Branche überzeugt. Worum geht es? Bei der Basisrente handelt es sich um eine freiwillige, private Rentenversicherung. Sie wird nach ihrem Erfinder, dem Sozialexperten Bert Rürupauch als Rürup-Rente bezeichnet und ist vor allem für Selbstständige, Freiberufler und Gewerbetreibende gedacht, denen bisher keine staatlich geförderte Vorsorgemöglichkeit für das Alter zur Verfügung stand. Sie alle haben jetzt die Möglichkeit, die großzügigen Steuervorteile zu nutzen. Aber auch Angestellte und Beamte können einen Basisrenten-Vertrag abschließen.
   Die maximale Förderung bekommen nur jene Vorsorgesparer, die keine Beiträge in die gesetzliche Rentenversi- cherung oder in ein berufsständisches Versorgungswerk zahlen. Ansonsten müssen sie von den 20.000 Euro die Beträge (ohne Arbeitgeberanteil) für die gesetzliche Rentenversicherung oder das berufsständische Versorgungs- werk abziehen.
   Im Vergleich zu einem Riester-Vertrag lohnt sich die Basisrente vor allem für jene, die größere Summen für das Alter ansparen wollen. Während über einen Riester-Vertrag höchstens 2.100 Euro gefördert werden, unterstützt der Staat Einzahlungen in Basisrenten-Verträge mit bis zu maximal 20.000 Euro (Alleinstehende) / 40.000 Euro (Verheiratete) im Jahr wesentlich stärker.
   Der Basisrenten-Vertrag dient in erster Linie der Altersvorsorge. Als Ergänzung dazu können steuerbegünstigt Zusatzversicherungen abgeschlossen werden, zum Beispiel eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Auch ein Hin- terbliebenenschutz lässt sich vereinbaren. Stirbt der Versicherungsnehmer, wird das angesammelte Altersvorsor- gevermögen bei entsprechender Vereinbarung in Form von Witwen- oder Waisenrenten ausgezahlt.
   Damit jedoch der Versicherungsbeitrag steuerlich abzugsfähig bleibt, muss der Beitrag für die in den Vertrag ein- geschlossenen Zusatzbausteine wie Berufsunfähigkeitsrente und Hinterbliebenenrente zusammen weniger als 50 Prozent des jährlichen Gesamtbeitrags ausmachen. Die Leistungen aus den Zusatzversicherungen sind steuer- pflichtig - vom Jahr 2040 an in voller Höhe und bis dahin anteilig entsprechend einer Übergangsregelung.
   Wer sich für Zusatzbausteine entschließt, sollte bedenken, dass er dafür Abstriche bei seiner Altersrente in Kauf nehmen muss. Zu beachten ist auch, dass der Hinterbliebenenschutz nur für Ehepaare und Kinder gilt, nicht aber für unverheiratete Paare. Vereinbart der Kunde keinen Hinterbliebenenschutz, wird bei Tod keine Leistung ausge- zahlt. Das angesparte Kapital kommt der Versichertengemeinschaft zugute.
   Basisrenten-Verträge werden bisher nur von Lebensversicherungsunternehmen angeboten und zwar in unter- schiedlichen Varianten: als klassische Basisrente, als fondsgebundene Basisrente oder als Sofortrente. Letztere eignet sich für rentennahe Jahrgänge, die steuerbegünstigt ein lebenslanges Einkommen aus vorhandenem Kapital erzielen wollen.
   Der Kunde zahlt hierbei einen größeren Einmalbeitrag, aus dem sofort eine lebenslange Rente fließt. Durch die steuerliche Förderung wird die aktuelle Steuerbelastung gesenkt. Weil der Besteuerungsanteil der Sofortrente dauerhaft niedriger ist als der abzugsfähige Prozentsatz der eingezahlten Beiträge, ist die Sofortrente doppelt lukrativ.
   Wer bei der Kapitalanlage ein höheres Risiko eingehen will und kann, für den ist die fondsgebundene Basisrente gedacht. Das Geld wird dort in der Regel vollständig in Investmentfonds entsprechend der vom Kunden gewählten Anlagestrategie investiert. Während der Kunde bei den klassischen Basisrenten-Angeboten eine garantierte Verzinsung erhält, gibt es diese bei der fondsgebundenen nicht. Die Rentenhöhe kann dort erst ab Rentenbeginn garantiert werden.
   Zu beachten ist, dass die Höhe der späteren Rente von der Wertentwicklung der Fonds abhängt. Stephan Gelhausen vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft weist darauf hin, dass sich Verlustrisiken vermeiden lassen, wenn eine Garantieleistung, wie sie bei der Riester-Rente zwingend vorgeschrieben ist, verein- bart wird. Dabei wird ein Teil des Beitrags dafür verwendet, dass bei Rentenbeginn in jedem Fall die bis dahin ein- gezahlten Beiträge zur Verfügung stehen.
   Wie die klassische Basisrente können auch die Sofortrente und die fondsgebundenen Basisrente um Zusatz- bausteine ergänzt werden. Basisrenten-Verträge lassen sich fast in jedem Alter abschließen. Das Höchstalter bei Rentenbeginn liegt in der Regel bei 85 Jahren. IngridLaueHAZ070521

Wichtige Voraussetzungen

* Der Vertrag muss eine lebenslange monatliche Leibrente zusagen. Die Rente darf als nicht in einer Summe (auch nicht in Teilsummen) ausgezahlt werden. Die Auszahlungen dürfen nicht vor Vollendung des 62. Lebensjahrs beginnen.
* Ansprüche aus einer Basisrente sind grundsätzlich nicht vererbbar. Die Leistungen werden immer nur an den Versicherten zu Lebzeiten ausgezahlt.
* Im Bedarfsfall kann eine zusätzliche Hinterbliebenenrente für den Ehepartner oder die Kinder vereinbart werden.
* Wie gesetzliche Rentenansprüche dürfen auch die Ansprüche aus der Basisrente weder übertragen noch be- liehen, veräußert oder kapitalisiert werden.
* Das Vorsorgekapital der Basisrente ist vor einer vorzeitigen Verwertung im Falle von Arbeitslosigkeit geschützt. Es darf auch nicht gepfändet werden. eHAZ070521

Die private Leibrente à la Rürup

   Die nach dem Regierungsberater Bert Rürup benannte private Leibrente ist mit der jüngsten Rentenreform und dem Alterseinkünftegesetz 2005 entstanden. Das Gesetz ist der Einstieg in die nachgelagerte Besteuerung von Renten. Angestellte können einen mit den Jahren wachsenden Anteil ihrer Beiträge zur gesetzlichen Rentenversi- cherung von der Bemessungsgrundlage der Einkommensteuer abziehen. Diese steuerliche Entlastung in der akti- ven Lebensphase gilt parallel auch für Beiträge zu bestimmten privaten Rentenversicherungen. Sie werden von der Branche Basis- oder Leibrenten und im Volksmund Rürup-Renten genannt.Voraussetzung für die Förderung ist, dass das angesparte Kapital - in Anlehnung zur gesetzlichen Rentenversicherung - nicht vererbbar, nicht beleihbar und nicht veräußerbar ist. Außerdem darf es nicht auf einen Schlag ausgezahlt werden, sondern muss im Alter für eine monatliche Rente verwendet werden. Jedermann kann auf diese Weise vorsorgen, auch Beamte und Ange- stellte. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, können bis zu 20.000 Euro pro Jahr steuermindernd angelegt werden. Bei Angestellten wird ein Teil dieser Summe von den Beiträgen zur gesetzlichen Rentenversicherung aufgebraucht. Selbständige, denen die steuerlich ebenfalls geförderten Riester- und Betriebsrenten nicht zugänglich sind, kön- nen den vollen Betrag ausschöpfen. Zahlen  sie  den  Höchstbetrag  von  20.000  Euro  ein, können sie in diesem Jahr 62 Prozent oder 12.400 Euro steuermindernd geltend machen. Dieser Anteil wächst bis zum Jahr 2040 in kleinen Schritten auf 100 Prozent an. Im Gegenzug müssen die Rürup-Rentner für die Auszahlungen Einkommen- steuer zahlen. ruhFAZ060824

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Bund verbessert die Rürup-Rente: Vor allem Selbstständige profitieren von den neuen Regeln.
Einzahlungen sind schon ab dem ersten Euro steuerlich absetzbar.

   Vor allem Selbstständige profitieren von den neuen Regeln. Einzahlungen sind schon ab dem ersten Euro steu- erlich absetzbar.
  Die Riester-Rente ist inzwischen in aller Munde. Die nach dem ehemaligen Arbeitsminister Walter Riester benann- te staatlich geförderte Altersvorsorge entwickelt sich zum Renner: Fast acht Millionen Verträge wurden inzwischen abgeschlossen. In Vergessenheit geraten ist dagegen die Rürup-Rente.
   Benannt nach dem Vorsitzenden des Sachverständigenrates Bert Rürup ist auch das eine steuerlich geförderte Altersvorsorge. Doch gerade erst 215.000 Verträge wurden abgeschlossen. Ein Ladenhüter.
   Wer sich überhaupt noch an diese Form der Altersvorsorge erinnert, hat vor allem drei Dinge im Hinterkopf: steu- erlich kompliziert, nicht lukrativ und unflexibel. Dabei sollten für diese Form der Altersvorsorge vor allem Selbst- ständige und Freiberufler gewonnen werden, die weder eine Riester-Rente abschließen können noch einen Zu- gang zur betrieblichen Altersvorsorge haben. Das sind 4,5 Millionen Bürger. Nun soll die Rürup-Rente attraktiver werden. Das bereits vom Bundestag verabschiedete Jahressteuergesetz 2007 sieht vor, die Basisrente zu verbes- sern. „Dabei sollen die neuen Regelungen zur steuerlichen Absetzbarkeit bereits rückwirkend zum 1. Januar 2006 in Kraft treten“, sagt Peter Kauth vom Internetportal Steuerrat24.de. Wer also noch in diesem Jahr einen Vertrag abschließt, kann bereits von den neuen Regelungen profitieren. Außerdem sichert er sich noch den Garantiezins in Höhe von 2,75 Prozent, der ab Januar 2007 auf 2,25 Prozent fallen wird. Die Folge: Die garantierte Rente sinkt oder um die Rente in unveränderter Höhe zu erreichen, muss ein höherer Beitrag gezahlt werden.
   Vor allem Selbstständige profitieren von den neuen Regeln. Denn bisher verpuffte die Steuerersparnis durch die Altersvorsorge häufig. Insgesamt können Alleinstehende bis zu 20.000 Euro, Ehepaare bis zu 40.000 Euro jährlich in die Basisrente anlegen. Von diesem Betrag können sie in diesem Jahr  62 Prozent beim Finanzamt geltend ma- chen. Wer also 1.000 Euro einzahlt, kann sein zu versteuerndes Einkommen um 620 Euro reduzieren. Der Steuer- spareffekt ist um so größer, je höher der persönliche Steuersatz ausfällt. 2007 sind es 64 Prozent - bis durch jährliche Steigerungen von zwei Prozentpunkten die volle Abzugsfähigkeit erreicht ist.
   Doch in der Praxis ist die Rechnung nicht so einfach. Ursache ist die sogenannte Günstigerprüfung durch das Finanzamt. Es prüft bei der Steuererklärung, ob der Versicherte nach alter oder neuer Rechtslage besser gestellt ist. Selbstständige können nach altem Recht 5.069 Euro im Jahr für sämtliche Versicherungsaufwendungen geltend machen. Dazu gehören auch Beiträge zur Kranken-, Lebens- oder Haftpflichtversicherung. Nach neuem Recht sind es nur 2.400 Euro, allerdings zuzüglich der Aufwendungen für die Rürup-Rente. Wer also schon hohe Aufwen- dungen für andere Versicherungen hatte und der 5.069-Euro-Regel unterlag, dem konnte es passieren, dass er seine Beiträge zur Rürup-Rente nicht vollständig oder überhaupt nicht geltend machen konnte.„So konnten Rürup- Beiträge bis zu 4.303 Euro wirkungslos verpuffen”, erläutert Kauth die Konsequenz, wenn andere Versicher- ungsbeiträge bereits die Obergrenze der Absetzbarkeit überschritten hatten. „Das Verfahren war für den Ver- sicherten sehr schwer zu durchschauen und machte damit auch das Produkt unattraktiv”, sagt Jan Berg vom Finanzdienstleister MLP. „Die neue Regelung sieht dagegen vor, dass nun auch Selbstständige ihre Einzahlungen ab dem ersten Euro steuerlich absetzen können - unabhängig von ihren übrigen Versicherungsbeiträgen.”
    Allerdings ist zu berücksichtigen,  dass der Altersvorsorgehöchstbetrag für 2006 von 12.400 Euro (Verheiratete 24.800 Euro) auch schon durch andere Beiträge, etwa zur gesetzlichen Rentenversicherung oder Versorgungs- werke zum Teil ausgeschöpft sein kann. Das reduziert dann die steuerlich wirksamen Einzahlungen in die Rürup- Rente. Der Altersvorsorgehöchstbetrag ergibt sich aus dem für 2006 gültigen Abzugsatz von 62 Prozent auf Basis der Altersvorsorgebeiträge von 20.000 Euro bzw. 40.000 Euro (Verheiratete). Noch schwieriger wird es, wenn der Selbstständige mit einem Beamten oder Angestellten zusammen veranlagt wird. Die steuerlich optimale Höhe der Beiträge zu einer   Rürup-Rente   lässt sich also nur mit Hilfe eines Steuer- beraters ermitteln.
   Auch bei den Produkten hat sich einiges getan. „Inzwischen gibt es bei vielen Produkten einen integrierten Todesfallschutz”, sagt Berg. So lassen sich auch Ehepartner und Kinder bis zum 27. Lebensjahr absichern. Aller- dings gibt es auch für die Erben nur eine Rentenzahlung, niemals eine Kapitalauszahlung. Außerdem können weitere Zusatzbausteine integriert werden wie zusätzlicher Hinterbliebenenschutz für nächste Angehörige und eine Berufsunfähigkeitspolice (BU). Bis zu 50 Prozent des Beitrages können in den Zusatzschutz fließen, der dann auch gefördert wird. „Vor allem für einen Berufsunfähigkeitsschutz kann das attraktiv sein, hängt aber auch von der individuellen Situation ab”, sagt Berg. Allerdings minimiert der Zusatzschutz die garantierte Rente beträchtlich, wie die Stiftung Warentest ermittelte. Zahlt ein 40-Jähriger 150 Euro monatlich in eine Rürup-Police ein, wird ihm eine monatliche Rente von 238 Euro garantiert. Der Zusatzschutz für Hinterbliebene und BU würde die Auszahlung um fast 90 Euro minimieren.
  Interessant wird die Rürup-Rente durch flexible Einzahlungen. Fast alle Gesellschaften ermöglichen das. Zu fes- ten monatlichen Beiträgen können Einmalzahlungen geleistet werden. Bei gutem Geschäftsverlauf kann dann mehr steuersparend in die Altersvorsorge investiert werden als in konjunkturell schwachen Zeiten. Auch Ange- stellte, die mit Bonuszahlungen rechnen, können sich so eine zusätzliche Altersvorsorge aufbauen. Denn prinzipiell steht auch Arbeitnehmern die Rürup-Rente offen. Doch ist für sie in der Regel die Riester-Rente wegen der direkten Förderung erste Wahl. „Sowohl für Geringverdiener wie für Besserverdiener bleibt im Rahmen des Altersvorsorgehöchstbetrages Spielraum für Einzahlungen in eine Rürup-Rente”, sagt Berg. Neben der steuer- lichen Verbesserung wird auch der Anbieterkreis von Rürup-Renten erweitert. Bisher bieten Versicherungen klassische Rentenversicherungen und Versicherungen auf Fondsbasis an. Jetzt können auch Fondsgesellschaften in das Geschäft einsteigen. „Wir arbeiten an Produkten, aber einige Detailfragen sind noch offen”, sagt Baki Irmak von der DWS. Etwa was mit dem Guthaben des Rürup-Kunden bei dessen Tod geschieht.
   Nicht vergessen werden darf bei allen Steuervorteilen, dass die Rürup-Rente in der Auszahlungsphase voll steuerpflichtig ist. Der Steueranteil ist um so höher, je später der Renteneintritt erfolgt. Wer 2010 in Rente geht, versteuert 60 Prozent, wer erst 2040 das Rentenalter erreicht 100 Prozent. Deshalb ist die Rürup-Rente auch eine Überlegung für Leute,  die kurz vor dem Ruhestand stehen. Denn sie können 2006 und in den Folgejahren einen höheren Prozentsatz steuerlich absetzen, als sie später versteuern werden. SteffenPreißler061118 

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Betriebsrente lohnt sich noch: Trotz neuer Fördermodelle
bringt diese Form der Altersvorsorge manchem eine sichere Rendite

   Die besten Zeiten für Betriebsrenten sind vorbei. Bald will zum Beispiel der Staat die betriebliche Altersvorsorge schlechter stellen. Auf den Sparbeitrag fällige Sozialabgaben machen diese Art der Vorsorge dann weniger attrak- tiv als bisher. Außerdem müssen Sparer zum Arbeitgeberbeitrag heute immer häufiger selbst etwas zuschießen. Daher zahlt es sich künftig für immer weniger Arbeitnehmer aus, einen neuen Vertrag abzuschließen. „Vor ein paar Jahren hat sich die Betriebsrente praktisch für jeden gelohnt”, sagt Peter Grieble, Anlageexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg. Heute sei so eine allgemeine Empfehlung angesichts der Vielzahl von Produkten und Formen aber nicht mehr möglich. „Arbeitnehmer sollten ein Angebot sehr genau prüfen, bevor sie einen neuen Vertrag abschließen.” Ein Grund für die sinkende Attraktivität von Betriebsrenten ist der, dass Arbeit- nehmer nur noch bis Ende 2008 ihren Sparbeitrag bis zu einer bestimmten Obergrenze sozialabgabenfrei ein- zahlen können.
   Ab 2009 kassiert der Staat dann gleich doppelt, erläutert Erk Schaarschmidt von der Verbraucherzentrale Bran- denburg. Nicht nur werden von den Beiträgen dann Sozialabgaben abgezogen. „Für die ausgezahlten Renten werden später noch einmal Beiträge zur Krankenversicherung fällig.”
   Davon ausgeschlossen sind lediglich Privatpatienten: Sie müssen derzeit aus der Betriebsrente keine weiteren Beiträge zur Krankenversicherung zahlen. Endgültig sei aber noch nichts entschieden, erklärt Klaus Stiefermann von der Arbeitsgemeinschaft für betriebliche Altersvorsorge: „Die Bundesregierung hat zugesagt, nochmals zu prüfen, ob die gesetzliche Regelung nicht aufgehoben werden kann.”
  Positiv ist, dass die steuerliche Förderung  der Betriebsrente erhalten bleibt: „Die eingezahlten Beiträge sind in der Ansparphase steuerfrei”, sagt Erich Nöll vom Bundesverband der Lohnsteuerhilfevereine. Dafür schlägt das Finanzamt aber im Rentenalter zu: „Bei allen Modellen sind die Auszahlungen zu versteuern.”
   Das könne sich jedoch auch als Vorteil erweisen, ergänzt Stiefermann: Da im Alter mit einem geringeren Ein- kommen zu rechnen ist, würden ebenfalls weniger Steuern fällig.  Auch die Stiftung Warentest ist der Ansicht, dass sich die Betriebsrente trotz der Einschränkungen weiter lohnen kann: Durch Steuer- und Kostenvorteile bringe der Vertrag „immer noch mehr sichere Rendite als eine nicht geförderte private Vorsorge”, heißt es. Das gelte allerdings nur, solange der Chef dazuzahle.
   Tatsächlich aber gebe es einen Trend „weg von der reinen Finanzierung durch den Arbeitgeber“, berichtet Stiefermann. 29 Prozent der Betriebsrenten werden laut Stiefermann überhaupt nicht bezuschusst. „In solchen Fällen raten wir gesetzlich krankenversicherten Arbeitnehmern von der Betriebsrente ab”, betont Verbraucher- schützer Schaarschmidt.
   Ein weiteres K.-o.-Kriterium könnte die Jobsituation sein. „Wer einen befristeten Vertrag oder einen unsicheren Arbeitsplatz hat, dem ist die Betriebsrente ebenfalls nicht zu empfehlen”, sagt Schaarschmidt. Zwar hat der Ge- setzgeber die Übertragung der Betriebsrente beim Jobwechsel vor einiger Zeit erleichtert. Dennoch bestehe das Risiko, dass Leistungen verloren gingen oder höhere Kosten entstünden. Und die Kosten sollten Interessenten ohnehin prüfen, rät Schaarschmidt: „Wenn sie insgesamt mehr als zwölf Prozent der Beiträge ausmachen,  ist die Geschichte zu teuer.” Abraten würde er zudem, wenn die Verträge „gezillmert” sind, die Beiträge also am Anfang voll für die Begleichung der Abschlusskosten dienen.
   „Dann bleibt bei einem Wechsel zu einem anderen Arbeitgeber möglicherweise kein Kapital über, das man mitnehmen könnte.” Auch über die Lebensplanung sollten sich Arbeitnehmer Gedanken machen, ergänzt Grieble: „Wer in ein paar Jahren Kinder bekommt, dürfte dann mit einer privaten Riester-Rente besser fahren. Denn bei der wird jedes Kind gefördert.” Ebenso spielt das Alter des Arbeitnehmers eine Rolle. Die meisten Angebote seien Versicherungsprodukte. Sie werden um so teurer, je später sie abgeschlossen werden, sagt Schaarschmidt: „Auch für den, der nur noch zehn Jahre zu arbeiten hat, wäre ein privater Riester-Banksparplan sinnvoller.”
   Nicht zuletzt sollten Arbeitnehmer die Qualität der Betriebsrente prüfen, empfiehlt Grieble: „Wenn das zum Bei- spiel ein maues Angebot eines schwachen Versicherers ist,  dann kann das mächtig auf die Rendite drücken.” Wie bei jeder anderen Geldanlage rät Grieble zum genauen Vergleich: Wie sind die Renditeaussichten? Welche Risiken drohen? Wie flexibel soll das Produkt sein?
   „Es dürfte viele Fälle geben, in denen es wesentlich günstiger ist, direkt bei einem Topanbieter einen privaten Riester-Vertrag abzuschließen” - es sei denn, der Arbeitgeber ist flexibel.
   Allemal lohnt sich der Versuch, dem Chef einen Vorschlag für eine andere Betriebsrente, für ein anderes Produkt zu machen. Die Firma sei nicht an ein Produkt gebunden.  NOZ060819

So funktionieren Riester- und Rürup-Rente  tn_sen301_jpg

   Bei der Riester- und der Rürup-Rente fördert der Staat die private Altersvorsorge, indem der Sparer Zulagen kas- siert beziehungsweise die Beitragszahlungen in seiner Einkommenssteuererklärung anrechnen lassen kann. Die Riester-Rente kann in Form einer Versicherung, eines Bank- oder eines Fondssparplans abgeschlossen werden. Allen drei Formen ist gemein, dass der Anbieter zumindest die einbezahlten Beiträge für die spätere Rückzahlung garantiert. Die jeweilige Verzinsung hängt dagegen vom Produkt und den Fähigkeiten des einzelnen Finanz- instituts ab. Jeder förderfähige Sparer (Pflichtversicherte, Beamte, Ehegatten) erhält eine Grundzulage von höchstens 76 Euro in diesem Jahr und pro Kind eine Zulage von weiteren maximal 92 Euro. Um die volle steuer- liche Förderung zu erhalten, muss der Sparer in diesem Jahr 2 Prozent des Jaresbruttoeinkommens in seine Riester-Rente einzahlen. Diese Werte steigen bis 2008 an. Ausgezahlt wird die Riester-Rente frühestens vom 60. Lebensjahr an - in Form einer monatlichen Rente, die der Steuerpflicht unterliegt. Bis zu 30 Prozent der Gesamt- summe können zu Beginn der Auszahlungsphase auf einen Schlag entnommen werden.
   Die Rürup-Rente gibt es nur als steuerlich geförderte Rentenversicherung, deren Auszahlung auch erst ab 60 beginnt. Die  Beitragszahlungen  können  steuerlich geltend gemacht werden, wobei der Höchstsatz von 20.000 Euro für Alleinstehende erst 2025 gilt. In diesem Jahr sind maximal 12.000 Euro absetzbar. Die Leistungen aus der Rürup-Rente können nicht beliehen oder vererbt werden, es gibt auch keine Einmalauszahlung. Die Rürup-Rente könne für ältere Arbeitnehmer, die keine Riester-Rente mehr abschließen können, die einzige Möglichkeit für eine steuerlich geförderte zusätzliche Altersversorgung sein, sagen Experten. 
HAZhom050728          

Riester oder Rürup

   Private Altersvorsorge und damit steuerlich absetzbar sind in den Augen des Finanzamtes nur noch zwei Formen der Absicherung: die „Riester-Rente” und die „Basisrente”, auch „Rürup-Rente” genannt.
   Der Abschluss eines „Riester-Vertrags” ist Arbeitnehmern mit niedrigem oder durchschnittlichem Einkommen als Basis der Privatvorsorge zu empfehlen. Darin sind sich die meisten Experten einig. Vor allem für Familien mit Kin- dern ist die Nettobelastung durch die staatlichen Zulagen relativ gering, die Rendite auf die eingezahlten Beiträge erreicht nach Berechnungen bis zu 10 Prozent.
   Die „Basisrente” ist unter Umständen für Selbstständige geeignet. Jährliche Beiträge bis zu 20.000 Euro sind derzeit zu 60 Prozent absetzbar. Dieser Anteil steigt um jährlich zwei Prozentpunkte, so dass die volle Absetz- barkeit im Jahr 2025 erreicht wird.  HAZash050620

Geld bis zum Lebensende

  Bei der Entscheidung für eine bestimmte Form der Altersvorsorge ist nicht nur der steuerliche Aspekt zu berück- sichtigen. Mindestens ebenso wichtig sind die Unterschiede in der Rendite und im Risiko. Es gibt nicht den richtigen Weg für alle. Was im Einzelfall passt, hängt von Lebensalter, finanzieller, beruflicher und familiärer Situation ab.
   Grundsätzlich sind zwei Möglichkeiten zu unterscheiden: Während Sparpläne aller Art und auch Lebensver- sicherungen nur dem Aufbau eines Kapitals dienen, decken Rentenversicherungen auch das so genannte Lang- lebigkeitsrisiko ab.
   Versicherungsmathematiker nennen so die an sich erfreuliche Chance auf ein langes Leben. Die Lebenserwar- tung der Deutschen ist in den vergangenen Jahrzehnten deutlich gestiegen, dieser Trend dürfte sich fortsetzen. Folglich steigt für den Einzelnen die Wahrscheinlichkeit, ein hohes Alter zu erreichen. Das Problem: Da niemand weiß, wie alt er tatsächlich wird, lässt sich auch nicht ausrechnen, wie viel Geld man ansparen muss, um im Alter unbesorgt leben zu können. 50.000 Euro sind viel Geld, wenn der Ruhestand nur fünf Jahre dauert, wenig da- gegen, wenn man noch 25 Jahre zu leben hat.
     Gegen dieses Risiko hilft allein der Abschluss einer privaten Rentenversicherung, weil nur sie lebenslange Zahlungen in einer bestimmten Mindesthöhe garantieren kann. Wer einen solchen Vertrag unterschreibt, weiß also jetzt schon, was er zum Beispiel in 30 Jahren monatlich als Zusatzrente mindestens zu erwarten hat. Sicherheit gibt es aber nicht umsonst: Die Garantien schmälern erheblich die Rendite. HAZash050620

Verbesserungen der Rürup-Rente halten sich in Grenzen. Trotz der vollen Förderung
bleiben die grundsätzlichen Mängel der Geldanlage bestehen.

   Die Rürup-Rente gilt in der Finanzwelt als Rohrkrepierer. Trotz interessanter Steuervorteile sind nach Angaben des Gesamtverbandes der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) bisher nur 148.000 Verträge verkauft wer- den. Das ist im Vergleich zu den 6 Millionen Riester-Renten, die im selben Zeitraum über die Ladentische der Versi- cherer gegangen sind, nicht besonders viel. Jetzt will die Bundesregierung die Rürup-Rente in zwei Punkten nachbessern.  Erstens soll die Förderung ausgedehnt werden, und zweitens sollen in Zukunft auch Banken und Fondsgesellschaften hauseigene Verträge anbieten können. Das sieht auf den ersten Blick verlockend aus, doch bei genauem Hinsehen sind die Verbesserungen so dürftig, dass sich vor allem Selbständige, die in den nächsten Monaten auf der Suche nach Steuersparmodellen sind und für ihren Ruhestand Vorsorgen wollen, weiterhin genau überlegen sollten, ob sie in diese Basisrente einsteigen.
Folgendes Beispiel verdeutlicht dies.
   Ein Anleger ist 40 Jahre alt und reist als Unternehmensberater durch die Lande. Der Mann will in den nächsten 25 Jahren monatlich 500 Euro auf die hohe Kante legen, um seine Altersrente aufzubessern. Der Vertreter einer Versicherung rechnet dem Interessenten vor, dass die Basisrente die richtige Lösung sei. Er erklärt dem Berater, dass die 500 Euro von 2006 an zu 62 Prozent von der Steuer absetzbar seien und der Abzugsbetrag jedes Jahr um 20 Basispunkte steige.  Im Gegenzug sei die Rente, die von 2031 an ins Haus steht, zu 91 Prozent steuer- pflichtig. Die hohe Steuerpflicht falle jedoch nicht weiter ins Gewicht, weil der Steuersatz im Alter niedriger sein werde als heute.
   Der Vorschlag stößt bei dem Unternehmensberater aus mehreren Gründen auf reges Interesse. Die 500 Euro sind bei der Versicherung sicher angelegt. Genauso gibt es an der voraussichtlichen Rente von 1.370 Euro je Monat nicht viel auszusetzen. Das  Ganze verzinst sich vor Steuern zwar „nur” mit 3,5 Prozent im Jahr, doch der Investor weiß, dass Anleihen und Wertpapiere zur Zeit nicht mehr erbringen. Genausowenig ärgert ihn, dass die Rente nach dem Tod wegfällt. Der Mann ist zwar in festen Händen, doch Heiraten kommt für ihn derzeit nicht in Frage, so dass Hinterbliebene nicht zu versorgen sind.
   Statt dessen freut sich der Sparer über die Steuervorteile. Das ist freilich der entscheidende Fehler, da die Aus- sage des Vertreters, dass 62 Prozent der Prämien als Vorsorgeaufwendungen abziehbar seien,  nicht richtig ist. Es sind zunächst nur 18 Prozent. Die Absetzbarkeit steigt in den nächsten Jahren auch auf 100 Prozent an, doch der anfängliche Verlust ist nicht wettzumachen. Ursache sind die Paragraphen 10 Absatz 3 und 10 Absatz 4a des Einkommensteuergesetzes (EStG). Der Unternehmensberater zahlt seit langem Prämien für Haftpflicht-, Kranken- und Unfallversicherungen. Im vergangenen Jahr sind 5.500 Euro angefallen, und die Ausgaben waren zum größten Teil als Vorsorgeaufwendungen absetzbar. Der Grundhöchstbetrag betrug 1.334 Euro, der Vorwegabzug lag bei 3068 Euro, und für Vorsorgeaufwendungen kamen 667 Euro hinzu, so dass insgesamt 5.069 Euro abzugsfähig waren.
   Das hat sich in diesem Jahr geändert. Jetzt sind von den Versicherungsprämien nur noch 2.400 Euro absetzbar. Allerdings hat der Gesetzgeber festgelegt, dass die alte Regelung weiterhin gilt, falls die bestehende Vorschrift für den Steuerzahler günstiger ist.  Im vorliegenden Fall bedeutet das, dass der Handelsvertreter von seinem Einkom- men weiter 5.069 Euro abziehen darf.   Das  Finanzamt rechnet die 2.669 Euro - die Differenz zwischen den alten 5.069 Euro und den neuen 2.400 Euro - auf die Rürup-Rente an.  Der steuerliche Abzug für Altersrenten wird 2006 genau 62 Prozent betragen. Das führt im Umkehrschluss zu abzugsfähigen Aufwendungen von 4.305 Euro, so dass in der Folge von den 6.000 Euro, welche für die Rürup-Rente vorgesehen sind, nur 1.051 Euro oder 18 Pro- zent echt angerechnet werden.
   Die steuerliche Verpuffung der 4.305 Euro soll beseitigt werden. Die Bundesregierung will die Rürup-Rente künftig vom ersten Euro an fördern. Dadurch würde sich die Geldanlage - Sparvertrag und Rente — mit 3,83 Pro- zent je Jahr verzinsen. Grundlage dieser Prognose sind ein Guthabenzins von 3,5 Prozent im Jahr, Steuersätze von 40 Prozent in der Sparphase und 30 Prozent im Ruhestand und die Vermutung, dass die Rente insgesamt 20 Jahre lang bezahlt werden wird.
   Im  Augenblick  bringt  die  Rürup-Rente  durch  die Verpuffung aber nur 3,36 Prozent auf die Waage, so dass 47 Basispunkte verschwinden. Das sind knapp 8.000 Euro, so dass sich trotz der geplanten Verbesserungen weiter die Grundsatzfrage stellt, wie sinnvoll die Rürup-Rente ist und ob es nicht vorteilhafter ist, auf andere Geldanlagen auszuweichen. Hier kann die klassische Leibrente eine Überlegung wert sein. Sie besteht wie die Rürup-Rente aus zwei Halbzeiten. Zunächst wird 25 Jahre lang gespart, danach soll die Rente 20 Jahre lang fließen. Bei einem Zinssatz von 3,5 Prozent sind die Ergebnisse vor Steuern identisch. Der Handelsvertreter zahlt 300 Prämien von je 500 Euro und bekommt 240 Renten von je 1.370 Euro.
   Steuerlich sieht die Rechnung aber anders aus. Die Prämien sind weder Sonderausgaben noch Werbungskos- ten, so dass die Zahlungen aus dem versteuerten Einkommen zu bestreiten sind. Dafür werden die Renten vom 66. Lebensjahr an mit einem Ertragsanteil von lediglich 18 Prozent belastet. Die Zahlungsreihe nach Steuern führt unter  dem  Strich  zu einer Verzinsung von 3,26 Prozent. Das sind 10 Basispunkte oder 4.000 Euro weniger als bei der alten Rürup-Rente beziehungsweise 57 Basispunkte oder 12.000 Euro weniger als bei der neuen Rürup- Rente.
   Die finanziellen Nachteile werden durch technische Vorteile wettgemacht. Der Anleger hat die Möglichkeit, am Ende der Sparzeit beliebig viel Kapital aus dem Spartopf zu entnehmen. Genauso ist die Verrentung steuerbar. Der Mann kann sich für eine kurze Garantiezeit der Rente entscheiden, so dass die Bezüge hoch sind, und er kann sich für geringere Renten entscheiden, falls er Hinterbliebene doch eine Zeitlang versorgen will. Diese Möglich- keiten sind bei der Basisrente von Anfang an ausgeschlossen, so dass der Abschluss gut überlegt sein will.
   Der heikle Punkt bleiben die alten Vorsorgeaufwendungen von 5.069 Euro im Jahr. Je mehr sich die jährlichen Prämien der Basisrente diesem Betrag nähern, desto stärker ist die Verpuffung, desto geringer ist die Rendite, desto höher ist der Nutzen der geplanten Reform. Umgekehrt gilt die Regel, dass die Rürup-Rente um so attraktiver wird, je höher die Prämien werden. Wer im Jahr beispielsweise 12.000 Euro in die Rürup-Rente stecken will, wird von der geplanten Beseitigung der Verpuffung kaum profitieren.
    Er sollte sich vielmehr mit der Frage beschäftigen, wie wertvoll ihm die Steuervorteile sind. Die neue Rürup- Rente bringt im Vergleich zur klassischen Leibrente rund 23.000 Euro mehr, doch sind die Auflagen den Vorteil wert? Erstens muss der Berater während des Berufslebens mindestens 40 Prozent im Jahr versteuern, und zwei- tens kommt der Consultant an das eingezahlte Kapital nur in Form der Rente heran, die den Berater bis ins Grab verfolgt. Sie stirbt mit dem Anleger. Das sind die Hauptgründe, warum die Rürup-Rente bei vielen Selbständigen auf Zurückhaltung stößt. Freiberufler und Unternehmer lieben ihre Freiheit und machen um Renten, die nach Bundesversicherungsanstalt und Versorgungswerk riechen, einen großen Bogen. Daran wird sich mit hoher Wahr- scheinlichkeit auch in Zukunft nicht viel ändern. VolkerLoomannFAZ060902

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Vorsorgen und Steuern sparen.  Basisrente - nicht vererbbar, aber krisensicher

   Bei der Basisrente, die nach ihrem Erfinder auch Rürup-Rente genannt wird, handelt es sich um eine private Leibrentenversicherung. Sie kann bei einem Lebensversicherungs-Unternehmen abgeschlossen werden. Der Kun- de zahlt über einen längeren Zeitraum ein und erhält aus dem angesparten Kapital im Alter eine lebenslange Rente.
   Besonders groß sind die steuerlichen Abzugsmöglichkeiten für Selbstständige und Freiberufler, die nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen. Sie können die steuerlich absetzbaren Altersvorsorgekosten komplett für die Rürup-Rente nutzen. Bei Arbeitslosigkeit muss man Guthaben einer Basisrente nicht verwerten.
   Gemeinsam mit den Beiträgen zur gesetzlichen Rentenversicherung können Beiträge zur Basisrente derzeit bis zu 12.400 Euro (bei Verheirateten: 24.800 Euro) im Jahr abgesetzt werden.  Bis  zum Jahr 2025 steigen diese Be- träge je Jahr um 400 Euro auf 20.000 Euro bzw. 40.000 Euro. Das sind dann 100 Prozent der geleisteten Beiträge. Wie die gesetzlichen Renten unterliegen auch die Auszahlungen aus Basisrenten ab 2040 dem vollen Einkommen- steuersatz.
  Wichtig für Selbstständige ist, dass das eingezahlte Kapital im Falle einer Insolvenz nicht gepfändet werden darf. Somit ist die Basisrente absolut „krisensicher”. Diese Garantie haben auch Arbeitslosengeld-II-Empfänger.
  Die Basisrente muss verschiedene gesetzlich vorgeschriebene Voraussetzungen erfüllen. Zum Beispiel lebens- lange Monatszahlungen, frühestens ab Vollendung des 60. Lebensjahres. Die Ansprüche aus einer Basisrente dürfen wie gesetzliche Rentenansprüche nicht übertragen, beliehen, veräußert oder kapitalisiert werden. Die An- sprüche sind grundsätzlich nicht vererbbar. Es ist aber möglich, eine Hinterbliebenenrente für den Ehepartner oder die Kinder zu vereinbaren, ebenso eine Berufsunfähigkeitsabsicherung. Ob sich das im konkreten Fall lohnt, sollte sorgfältig geprüft werden. ILHAZ060228

Grundregeln für die private Vorsorge

  Dass es ohne zusätzliche Altersvorsorge künftig nicht mehr geht, hat sich inzwischen herumgesprochen. Bleibt nur die Frage, wie man das am besten tut. Eine allgemein gültige Antwort gibt es nicht, sie hängt vielmehr von den jeweiligen persönlichen Verhältnissen ab. Ein paar Grundregeln gibt es aber schon. 
Früh anfangen
   Wichtiger als die Frage nach dem richtigen Weg der Altersvorsorge ist, dass man rechtzeitig damit anfängt. Private Altersvorsorge heißt immer, aus dem laufenden Einkommen Geld für das Alter auf die Seite zu legen. Je zeitiger man damit anfängt, desto geringer die Belastung beziehungsweise desto höher später die Leistung. Und gerade bei niedrigen Einkommen  lassen sich Versäumnisse später kaum noch ausgleichen, weil der finanzielle Spielraum fürs Sparen eng begrenzt ist.
Regelmäßig sparen
   Gerade wenn man nicht so viel aufbringen kann, ist es entscheidend, dies regelmäßig zu tun - und eisern daran festzuhalten. Dies fällt erfahrungsgemäß leichter, als von Zeit zu Zeit einen größeren Betrag aufzubringen. Ge- wohnheit macht jede Last leicht. Und wie überall gilt auch in der Altersvorsorge: Disziplin ist alles, dann kommt man auch mit kleinen Beträgen langfristig zu hübschen Summen. Monatlich 100 Euro bringen über 40 Jahre bei einer Verzinsung von nur 3 Prozent schon ein Vermögen von 92.606 Euro. Bei 5 Prozent werden daraus 152.602 Euro, bei 7 Prozent 262.481 Euro.
Finger weg vom Gesparten
   Das Geld für das Alter muss langfristig angelegt sein. Es ist kein Reservepolster,  um das neue Auto, den Urlaub oder die neue Küche zu bezahlen. Als Ausnahme von dieser Regel kommt die Verwendung für den Kauf einer eigenen Wohnung in Betracht.
Risiken gering halten
   Es gibt keine Geldanlage ohne Risiko. Dabei gilt die alte Regel: Je höher der mögliche Gewinn, desto größer das Risiko. Altersvorsorge darf aber keine Börsenspekulation sein. Damit kommen - jedenfalls für Normal- verdiener und Börsenlaien - allzu riskante Geldanlagen wie zum Beispiel der Kauf einzelner Aktien oder Be- teiligungen nicht in Frage. Wohl dagegen können sich bestimmte Fonds für die Altersvorsorge eignen.
Je älter, desto sicherer
   Je näher der Ruhestand ist, desto mehr verbieten sich riskante Geldanlagen. Schließlich bleibt dann nicht mehr genug Zeit, um Marktschwankungen „auszusitzen”. Mit 25 Jahren kann man zusätzliche Altersvorsorge ohne weiteres über einen breit anlegenden Aktienfonds betreiben. Mit 60 nicht mehr. HAZash050620

Schichten statt Säulen

   Früher sprach man vom Dreisäulenmodell, heute ist das Dreischichtenmodell der Stand der Dinge. Der Unter- schied zwischen den drei Schichten liegt in der Besteuerung. Die Einzelheiten regelt das Alterseinkünftegesetz, das Anfang des Jahres in Kraft getreten ist.
   Die erste Schicht bilden die gesetzliche Rentenversicherung sowie vergleichbare private Rentenversicherungen, die als „Basisrente” bezeichnet werden. Für sie gibt es strenge Regeln: Sie dürfen vor allem nicht als Einmalkapi- tal, sondern nur als lebenslange Rente auszahlbar sein. In der ersten Schicht gilt das Prinzip der nachgelagerten Besteuerung: Die Beiträge sind steuerlich absetzbar, dafür muss später die Rente voll versteuert werden.  Aller- dings sind hier längere Übergangsfristen festgelegt.
   Die zweite Schicht enthält ebenfalls staatlich geförderte Formen der Altersvorsorge, nämlich die „Riester-Rente” und die fünf Wege der betrieblichen Altersversorgung. Hier gilt ebenfalls der Grundsatz der nachgelagerten Be- steuerung. Für die „Riester-Rente” gibt es staatliche Zulagen. Das Finanzamt berechnet im Rahmen der Steuer- klärung, was mehr bringt - die Zulage oder die Steuerersparnis.
    Die dritte Schicht bilden alle anderen Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge - vom Fondssparplan  über eine traditionelle Privatrente bis hin zur Kapitallebensversicherung.
  Hier   müssen die Beiträge stets aus dem versteuerten Einkommen aufgebracht werden. Dafür sind die späteren Leistungen geringer zu versteuern, als das in der ersten und in der zweiten Schicht der Fall ist. HAZash050620

Steuer sparen mit der Basisrente. Neue Weichenstellung für die Altersvorsorge durch das Alterseinkünftegesetz  

Riester-Rente schneidet am besten ab
   Man muss bei privaten Rentenversicherungen zwischen drei Varianten unterscheiden. Neben der Basisrente bieten die Versicherer weiterhin die traditionelle Rentenversicherung sowie die staatlich geförderte Altersvor- sorge, die so genannte Riester-Rente, an.
Traditionelle Rentenversicherung
   Ihr Nachteil: Die Beiträge sind nicht als Altersvorsorge steuerlich absetzbar. In der Ansparphase kommt Sie da- her teurer als die Basisrente. Dafür sind die Rentenzahlungen nur mit dem so genannten Ertragsanteil zu be- steuern. Er hängt vom Alter beim Beginn des Ruhestands ab. Wer zum Beispiel mit 65 Rentner wird, muss nur 18 Prozent der Rente versteuern. Bei einem Steuersatz von zum Beispiel 30 Prozent müssten damit nur rund 5 Prozent der Rente an das Finanzamt überwiesen werden. Weiterer Vorteil: Statt einer Rente kann man sich den angesparten Betrag in einer Summe auszahlen lassen. In diesem Fall ist jedoch wie bei einer Lebensversicherung die Hälfte des Ertrags zu versteuern.
Beispiel: Die  Summe  der  eingezahlten  Beiträge beläuft sich auf 50.000 Euro. Ausgezahlt werden 100.000 Euro. Der Gewinn von 50.000 ist durch zwei zu teilen, also unterliegen 25.000 Euro der Einkommensteuer. Bei einem Steuersatz von 30 Prozent muss der Versicherte von seinen 100.000 Euro dem Finanzamt 7.500 Euro abgeben.
Riester-Rente
   Die seit 2002 von den Versicherungen angebotene Riester-Rente hat mit der Basisrente die staatliche För- derung in der Ansparphase gemeinsam. Sie wird jedoch in Form von Zulagen gewährt, so dass auch Geringver- diener mit geringem Steuersatz profitieren. Für 2005 gibt es bis zu 76 Euro Grundzulage zuzüglich 92 Euro pro Kind. Die Beiträge sind jedoch auch als Sonderausgaben absetzbar. Das Finanzamt prüft, ob der steuerliche Vorteil daraus die Zulagen übersteigt. Ist das der Fall, wird die Differenz im Rahmen der Steuererklärung gutgeschrieben. Damit ähnelt die Riester-Rente steuerlich der Basisrente. Sie hat jedoch den Vorteil der größeren Flexibilität. Immerhin kann man sich 30 Prozent des angesparten Kapitals beim Eintritt in den Ruhestand als Einmalbetrag auszahlen lassen. Zudem werden die Beiträge an die Hinterbliebenen zurückgezahlt, wenn der Versicherte vor Beginn des Rentenbezugs stirbt.
   Welche Variante der privaten Rentenversicherung für wen geeignet ist, hängt von den Umständen des Einzel- falls ab. Untersuchungen zur Rendite der Angebote kommen jedoch zu einem klaren Ergebnis: Die Riester-Rente schneidet am besten ab. Da sie auch sonst Vorteile gegenüber der Basisrente aufweist, wird dem bisherigen Mauerblümchen der Altersvorsorge schon eine Renaissance vorhergesagt. HAZash050124

Vor dem Finanzamt sind nicht alle Renten gleich

   In der Rentenversicherung unterscheiden wir drei verschiedene Formen, für die unterschiedliche Steuer- regeln gelten:
Basisrente („Rürup-Rente”)
   Nur für diese Form der Altersvorsorge gilt das Prinzip der nachgelagerten Besteuerung, also: Die eingezahlten Beiträge sind steuerlich absetzbar, im Gegenzug muss später die Rente wie anderes Einkommen versteuert wer- den.
   Das Alterseinkünftegesetz legt für die Basisrente - nach dem Regierungsberater Bert Rürup auch “Rürup-Rente” genannt - fünf „Nichtbedingungen” fest: Die Leistung darf nicht vererbbar, nicht kapitalisierbar, nicht beleihbar, nicht übertragbar und nicht sozialversicherungsfrei sein. Diesen Bedingungen entspricht jetzt schon die gesetz- liche Rente, die für jeden Arbeitnehmer obligatorisch ist. Die privaten Versicherer bringen entsprechende Angebote auf den Markt:
Riester-Rente
   Die staatlich geförderte Altersvorsorge, auch “Riester-Rente” genannt, gibt es seit dem Jahr 2002. Anbieter sind Versicherer, Investmentgesellschaften und Banken.
   Auch für Riester-Renten gilt der Grundsatz der nachgelagerten Besteuerung. Der Sonderausgabenabzug für die eingezahlten Beiträge wirkt sich aber nur dann aus, wenn der Steuervorteil die vom Staat gezahlte Zulage über- steigt. Dies wird im Zusammenhang mit der Steuererklärung jeweils vom Finanzamt geprüft. Weiterer Unterschied: Für die staatliche Förderung gelten viel geringere Höchstgrenzen als bei der Basisrente. Außerdem sind Riester- Verträge noch stärker reglementiert. In diesem Jahr traten jedoch Erleichterungen in Kraft. So kann man sich künftig bei Beginn des Rentenbezugs 30 Prozent des angesparten Kapitals in einer Summe auszahlen lassen.
Privatrente
  Weiterhin wird die Assekuranz neben Rürup- und Riester-Rente auch herkömmliche Rentenversicherungen anbie- ten. Sie entsprechen nicht den Kriterien für die Basisrente. Damit sind die Beitragszahlungen nicht als Alters- vorsorge steuerlich abziehbar. Dennoch hat diese Form der Altersvorsorge große Vorteile. So zählt die Rente im Alter nur mit ihrem so genannten Ertragsanteil als steuerliches Einkommen. Dies bedeutet, dass beim Renten- beginn mit 65 Jahren nur noch 18 Prozent der Privatrente zu versteuern sind. Weiterer Vorzug: Statt eine Rente zu beziehen, kann man sich das angesparte Kapital auch auf einen Schlag auszahlen lassen. In dieser wird allerdings Einkommensteuer - jedoch nur auf die Hälfte der bis dahin erwirtschafteten Erträge.
   Welcher Vertrag für wen geeignet ist. hängt immer von den Umständen des Einzelfalls ab. Finanz- mathe- matische Untersuchungen kommen zu dem Schluss, dass die viel geschmähte Riester-Rente unter Ertrags- Gesichtspunkten die beste Wahl ist. Auch die traditionelle Privatrente ist der neuen Basisrente nicht unbedingt unterlegen. HAZash041213

Alle Details zum Nachlesen

„Die Basisrente”, kostenlos erhältlich beim Informationszentrum der deutschen Versicherer, Postfach 08 04 31, 10004 Berlin, Telefon: (08 00) 7 42 43 75, Internet: www.klipp-und-klar.de  ilaHAZ070521

                 kbwn:Basis-Rente

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