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Haben Sie Interesse, bei uns mitzumachen?
Kein Risiko für Sie: Sie haben viele Vorteile: Sie erleben Freunde und Geselligkeit, erhalten Infor- mationen über Hilfsmittel, stark ermäßigte Kostenbeteiligung bei unseren Fahrten und Freizeiten, wir senden Ihnen unser Hörbild kbwn-echo und die Hörzeitungen Kirche im Norden und St. Raphael(kostenlos!), Sie können unsere Hotline für Fragen zu unseren Fahrten und Reisen, Vereinsaktivitäten, Gesundheit und Sozialgesetze nutzen (kostenlos!) und vieles andere mehr. Ihnen entstehen keine Kosten und wir erheben keinen Beitrag - und Ihre Adresse verwenden wir nur in Ihrem Interesse für unsere satzungsgemäßen Aufgaben; und wenn Sie es wünschen, löschen wir auf Ihren Wunsch Ihre persönlichen Daten sofort! Wenn Sie bei uns Mitglied werden möchten, drucken Sie, bitte, diesen Antrag aus und senden Sie ihn ausgefüllt an uns: kbwn, Frau Christine Leng, Moränenweg 203, 38228 Salzgitter.
Aufnahmeantrag
An: Katholisches Blindenwerk Norddeutschland eV Herrn Herbert Foit, 1. Vorsitzender Büro des kbwn Moränenweg 203 38228 Salzgitter
Eintrittserklärung
Hiermit erkläre ich meinen Eintritt in das Katholische Blindenwerk Norddeutschland e.V. kbwn.
Name, Vorname:___________________________________________________
Straße:______________________PLZ:___________Ort:___________________
Geburtsdatum:______________Telefon (__ _)_______________Fax_________
Heimbewohner: ja ( ) nein ( ) Religion: __________________________
Familienstand:____________________
Staatsangehörigkeit:_______________
Schwerbehindertenausweis: Ja ( ) nein ( ) Welcher GdB_________%
Merkzeichen: B ( ), G ( ), RF ( ), H ( ), Bl ( ), aG ( ), 1.Kl. ( )
Ist die ständige Begleitperson nachgewiesen? ja ( ), nein ( )
Erhalten Sie Landesblindengeld? ja ( ), nein ( )
Erhalten Sie Blindenhilfe nach dem BSHG? ja ( ), nein ( ).
Art des Augenleidens: _______________________________________________
Bestehen weitere Behinderungen? ______________________________________
Führhund: ja ( ) nein ( )
Bemerkungen: (ggf. Rückseite benutzen) ________________________________
Mitglied seit:_______________________
Ort:_____________________________
Datum:________________________Unterschrift:_________________________
Durch meine Unterschrift erkläre ich mich damit einverstanden, dass mit meinen zu schützenden personenbezogenen Daten nach den Vorschriften des Bundesdatenschutgesetzes (BDSG) in der der- zeit gültigen Fassung in meinem Sinne gearbeitet werden darf.
Datum:_________________Unterschrift:_________________________
Bankverbindung: kbwn , Commerzbank, Hannover, BLZ 250 400 66, Konto-Nummer: 795 55 11
Die Tagung der Arbeitsgemeinschaft der katholischen Blindenvereinigungen im deutschen Sprachraum stand unter dem Thema: „Neue Medien. Genie und Silberscheibe - Auch Mozart hätte an Daisy seine Freude gehabt”.
Michael Rembeck (2.v.links)
Hierzu hielt der stellvertretende Vorsitzende des DKBW, Michael Rembeck, Foto oben mit dem Vorstand des kbwn in Bremen der auch als ehrenamtlicher Geschäftsführer der Paderborner Blindenschriftdruckerei fungiert, ein sehr ausführliches und kenntnisreiches Grundsatzreferat. Da Wissen ja bekanntlich das einzige Kulturgut ist, das sich durch stetigen Gebrauch vermehrt, kommt der Schrift, im konkreten Falle besonders der Braille-Schrift, eine kaum zu überschätzende Aufgabe zu. In gewisser Weise ist der Spagat zwischen “Mainstream”-Texten und religiösem Bildungs- auftrag finanziell nicht unproblematisch. Ein Teil der in Paderborn publizierten Zeitschriften, deren Hörausgabe in Bonn erstellt wird, könnte in gar nicht so ferner Zukunft ebenso gut als Daisy-CD im MP3-Format mit zusätzlichen Braille-,HTML- oder Textdateien bestückt, erscheinen. Herr Rembeck bat die Anwesenden auch zu bedenken, ob durch eine derartige Maßnahme nicht mehrere Publikationen auf einer CD zusammengefasst und die Produktions- kosten gesenkt werden könnten. Digital accessible information System ist, vereinfacht gesagt, die Strukturierung von Sound- oder Textdateien nach Überschriften (Kapitel, Unterkapitel, gegebenenfalls auch Seiten oder Absätzen). Die Blindenhörbücherei Bonn bemüht sich derzeit, wie die meisten vergleichbaren Einrichtungen, ihre Altbestände an Tonbändern und MCs zu daisyfizieren. Neben einer erheblichen Verbesserung der Tonqualität bietet Daisy bei der Neuproduktion von Literatur aller Art einen entscheidenden Vorteil: Texte können bei der Aufsprache sehr kleinteilig strukturiert werden, wodurch dem Leser die Möglichkeit eröffnet wird, gezielt nach einzelnen Kapiteln, Seiten, Anmerkungen oder Abschnitten zu suchen. Benutzer, die lediglich über Standard-Mp3-Player verfügen, können diese komfortable Arbeitsmöglichkeit natürlich nicht oder nur in sehr eingeschränk- tem Umfange nutzen. Auf einer CD im neuesten Daisy-Format 3.0 lassen sich auch problemlos mehrere detailliert strukturierte Text- und Audiofassungen unterbringen und parallel zueinander nutzen, also z. B. Braille-Kurz- und Vollschrift, Großdruck und eine aufgesprochene Hörbuchfassung, die je nach Bedarf abgefragt werden können; um möglichst effizient zu arbeiten, ist es sinnvoll, von den Verlagen bereits weitestgehend strukturierte und formatierte Dokumente zu erhalten. Um die Produktionskosten möglichst niedrig zu halten, besteht auch die Möglichkeit, wie von der DZB in Leipzig und vom VZFB in Hannover bereits praktiziert, Texte durch synthetische Sprachausgaben auflesen zu lassen, was sich etwa besonders bei Fachzeitschriften oder -büchern anbietet. Auf eine CD lassen sich übrigens bis zu 90 Stunden Hörgenuss im Daisyformat packen. Im Herbst 2004 schlossen sich die deutschsprachigen Blindenbüchereien, Blindenhörbüchereien und -verlage zur Interessen-Gemeinschaft „Medibus” zusammen, die in Zukunft auch ein zentrales Print- und Hörmedienarchiv beinhalten soll; erster Schritt auf dem Wege dorthin wäre eine vollständige Datenbank, mit deren Hilfe alle Medibus-Mitglieder über jedes irgendwo archivierte Medium Auskunft erteilen könnten. Nur durch vernetztes Arbeiten können Doppelproduktionen und „Informations-Inseln” vermieden werden. Um eine Größenvorstellung zu geben, sei hier nur anbei bemerkt, dass sämtliche Medibus-Partner 2004 ca. 1.800 Titel produzierten. Ein Thema, das allen Herausgebern und Redakteuren von Zeitschriften auf den Nägeln brennt, dürfte das Urheberrecht sein. Demnach müssen für jedes für Behinderte publizierte Buch von Medibus- Mitgliedern 12 Euro an die Verwertungsgesellschaft Wort gezahlt werden; welches Verfahren für Zeitschriftenartikel und Buchauszüge gilt, ist aber noch nicht entschieden. Hinzuzufügen wäre noch, dass grundsätzlich eine Aufbereitung als Brailleschriftoder Hörbuch dann zulässig ist, wenn dies „erfor- derlich” ist, um sie einem blinden Menschen zugänglich zu machen. Hat also beispielsweise ein Autor für die Zugänglichmachung zwar bereits selbst durch eine eigene Hörbuchproduktion gesorgt, es handelt sich aber dabei zugleich um eine gekürzte Buchfassung, so würde eine Blindenschriftproduktion oder ein vollständiges Hörbuch zwar einen Grenzfall darstellen, dürfte aber die Erforderlichkeitskriterien erfüllen. Durch geplante Gesetzesreformen ist das Urheberrecht aber weiterhin „vermientes Terrain“, wo es von Grenzfällen nur so wimmelt, worauf Herr Rembeck nachdrücklich hinwies. Allen Interessierten muss die Verbreitung des Daisy-Buches so sehr am Herzen liegen, dass sie bereit sind, Multiplikatoren zu schulen. Auch die „Geräte der Zukunft” sollten den Mitgliedern der regionalen Blindenwerke baldmöglichst näher gebracht werden, um die mittelfristige Umstellung von MC auf Daisy- CD einigermaßen reibungslos vollziehen zu können. Computer-Fans könnte mit einem zentralen Medibus-Speicher auch die Möglichkeit des Hörbuch- Downloads aus dem Internet eröffnet werden, wobei selbstverständlich Passwörter vergeben werden müssten, um das „kostbare Wort“ wirklich nur Blinden und Sehbehinderten, die sich bei den Blinden- hörbüchereien durch eingesandte Kopien des Schwerbehinderten-Ausweises legitimiert haben, zugäng- lich zu machen. Als kleinen Vorgeschmack auf das Hörbuch der Zukunft plant der Blindenschrift-Verlag und - druckerei Paderborn seinen Verlagskatalog auf CD herauszugeben. Die Idee, mehrere Zeitschriften auf einer Daisy-CD zu vereinen, fand lebhaften Anklang, sodass Frau Gregori alle Anwesenden bat, in ihren Regionalblindenwerken die Zahl der Zeitschriften, ihr Erscheinen und die Hörerzahl zu ermitteln. Brächte das nicht einige Vorteile mit sich: Bessere Suchmöglichkeit, kein Bandsalat, platzsparendere Aufbewahrungsmöglichkeiten etc.? Denken Sie doch mal darüber nach. Die Umstellung auf “Daisy” istinzwischen erfolg.
Vom 04.-06. Juni 2010 fand im CJD in Bonn, dem Tagungs- und Bildungshaus, das sich in Trägerschaft des Christlichen Jugenddorfes Deutschland befindet, die Delegiertenkonferenz des Deutschen Katholischen Blindenwerkes eV. stat. Zentrales Thema war die Vorstandswahl.

Der alte und neue geschäftsführende Vorstand des Deutschen Katholischen Blindenwerkes eV, Bonn: Dr. Hubert Roos, Vorsitzender, Michael Rembeck, stellv. Vorsitzender, Gerlinde Gregori (v.l.n.r.)

Fotos oben und unten: Die Delegiertren des DKBW


Foto links: Unter den Delegierten der 1. Vorsitzende des kbwn Herbert Foit von links und der stellv. Vorsitzende Karl-Heinz Dittert. Foto rechts: Dr. Hubert Roos, 1. Vorstizender des DKBW

Michael Remke, stellv. Vorsitzender und Gerlinde Gregori, geschäftsführendes Vorstandsmitglied

Konstituierende Sitzung. 2. von rechts: Margrita Appelhans, verantwortlich für die Öffentlichkeitsarbeit

Der Verantwortliche des DKBW für die Jugendarbeit und auch für die internationale Vertretung in der FIDACA > International Dr. Pavkovic mit Ehefrau Annette

Gerlinda Gregori bei ihrer Ansprache vor dem festlichen Abendessen anlässlich des 40-jährigen Bestehens des Deutschen Katholischen Blindenwerkes e.V.

Fotos oben und unten: Musikalisches Programm gestaltet vonb der Gruppe “Pro Punkto” - vier blinde Musiker




Sehbehinderte suchen Praktikumsplatz. Anja Ungers Bild unten hofft über die Berufsförderungswerke Düren und Hamburg (BFW) eine Arbeitsstelle zu finden. HolmerStahnkeHA040824

Anja Ungers Schreibtisch steht in einer abgedunkelten Ecke. Die Buchstaben auf ihrem Computer- bildschirm sind extrem groß. Neben ihrer Tastatur liegt eine Lupe. Das reicht aus, damit die 26 Jahre alte sehbehinderte Bürokauffrau arbeiten kann - doch sie ist seit ihrer Ausbildung arbeitslos. Jetzt hofft sie, über eine Integration, die die Berufsförderungswerke (BFW) Hamburg und Düren durchführen, Anschluss an den Arbeitsmarkt zu finden: „Ich suche derzeit eine Praktikumsstelle, um zu zeigen, was ich leisten kann.” Mit drei Sehbehinderten gehört Anja Unger zu den ersten Teilnehmern dieser neuen Integration, die zwölf Monate dauert und von der Agentur für Arbeit finanziert wird. Alle Teilnehmer verfügen über eine Berufsausbildung. In Düren läuft das Projekt seit Jahren, für Hamburg ist das Angebot neu. „Wir haben mit Erfolg Blinde und sehbehinderte Menschen in den ersten Arbeitsmarkt integriert”, sagt Dr. Hans Zeißig, Geschäftsführer des BFW Düren. Er verweist auf einen Kooperationsvertrag zwischen dem BFW und der Landesregierung von Nordrhein-Westfalen: Die will sehbehinderte und blinde Teilnehmer als Beamte übernehmen. Das wünscht sich Zeißigs Hamburger Kollege Ulrich Wittwer auch. Doch setzt er eher auf die Wirtschaft: Unternehmen wie Tchibo, Otto, Volksfürsorge und Shell würden bereits Blinde und Sehbehinderte beschäftigen, so Hilding Kissler vom BFW. 82 Hamburger mit dieser Behinderung sind derzeit als arbeitslos gemeldet, so Knut Böhrnsen, Sprecher der Agentur für Arbeit Hamburg. „Die meisten sind Langzeitarbeitslose.” Die Integration besteht aus einer theoretischen Weiterbildung und einem längeren Praktikum. „Wir suchen nach Unternehmen, die Prakti- kumsplätze im kaufmännischen Bereich anbieten”, sagt Heidi Tobola vom BFW-Düren. „Es sollte sechs Monate oder länger dauern”, ergänzt ihre Kollegin Jutta Spormann. Beide sind für die Ausbildung und Betreuung der Teilnehmer zuständig. „Wir frischen ihr Fachwissen auf, machen sie mit Hilfsmitteln wie dem Zoom-Text-Programm vertraut und unterrichten Blinde in der Brailleschrift”, so Heidi Tobola. Sie installieren auch die Geräte bei den Praktikumsbetrieben und stehen als Ansprechpartner zur Verfügung. Berufsförderungswerk, Heidi Tobola, Jutta Spormann, T:04041 435 0187 eMail: isb@bfw-hamburg.de
Deutsche Katholische Blindenbücherei Bonn

Deutsche Katholische Blindenbücherei Bonn (DKBBB). Zu Gast in der einzigen katholischen Blindenbücherei Deutschlands


„Eine unserer Hörerinnen sagte einmal, wir müssten eigentlich einen Nobelpreis bekommen”, schmunzelt Margarete Dick Foto oben links, Leiterin der einzigen katholischen Blindenbücherei Deutschlands. Seit 1972 leitet die agile 67 Jahre alte Frau die in Bonn ansässige Bibliothek, und dies war bislang ihr schönstes Kompliment. Auch den Satz „Wenn es die Blindenbibliothek nicht gäbe, müsste sie erfunden werden”, hört die Bibliothekarin immer wieder. 55.000 Blinde gibt es derzeit in Deutschland, etwa eine halbe Million Menschen leben mit einer schweren Sehbehinderung. „Für viele blinde oder schwer sehbehinderte Menschen sind Hörbüchereien wie die unsere die einzige Möglichkeit, weiterhin Literatur zu genießen, die Inhalte von Tageszeitungen oder Zeitschriften zu erfahren”, erläutert Frau Dick. Sogar Kirchenzeitungen oder Publikationen wie „Lux Vera”, „St. Raphael”, der vatikanische „Osservatore Romano”, „Legio Mariens” oder das aktuelle Stundenbuch der katholischen Kirche werden aufgelesen. Etwa dreihundert Hörkassetten oder CDs gehen täglich aus dem Haus, dazu kommen Bücher in ...

... Großdruckbuchstaben oder in Blindenschrift. Die speziell in den Niederlanden angefertigten roten Versandboxen passen in jeden normalen Briefkasten. Der Lieferservice wird von der Post kostenlos angeboten und gilt sogar weltweit. „Wir haben auch deutsche Kunden in Kanada, in den USA oder in Israel, Auswanderer oder deutschsprachige Nachfahren von Auswanderern”, sagt die Bibliothekarin. Angst hat sie derzeit vor einer möglichen Privatisierung der Post und der damit verbundenen Einstellung der kostenlosen Beförderung von Blindensendungen. Schon jetzt gebe es hin und wieder Beschwerden, da die explosionsartige Zunahme bei Einführung der kostenlosen Blindensendungen nach dem Ersten Weltkrieg nicht absehbar war. Insgesamt stehen in der Bonner Blindenbücherei, die 1918 gegründet wurde, mehr als viertausend Hörbuchtitel zur Verfügung, von Sachbüchern bis hin zur Belletristik, „eben das gesamte Angebot, wie es auch der Borromäusverein oder eine katholische Pfarrei hat”. Dazu gehört eine reiche Auswahl an religiöser Literatur wie etwa die neuesten theologischen Werke ebenso wie Kinderbücher. „Wir haben uns auf das Auflesen von theologischen und religiösen Schriften sowie von Biographien spezialisiert, weil wir nicht genügend Kapazitäten haben, um alles selber machen zu können”, sagt Frau Dick. Fest angestellte Sprecher gibt es nicht, aber ein Stamm von fünfzehn Freiberuflichen sorgt dafür, dass es immer wieder neue Titel gibt. „Gerne nehmen wir natürlich Leute mit Radioerfahrung, aber jeder, der eine angenehme Stimme hat und sich nicht zu oft verspricht, ist bei uns als Vorleser willkommen”, wirbt die Bibliothekarin für neue Helfer. Sogar ein kleines Stundenhonorar winkt. Trotz all dieser Einschränkungen hat Margarete Dick auch Autoren wie Rosamunde Pilcher und sogar „immer den neuesten Harry Potter” im Angebot. Derartige Populärromane kommen durch den regen Austausch zwischen allen Blindenbüchereien auch in die Bonner Bibliothek. Zur Freude der Hörer, die übrigens nicht katholisch sein müssen. Die Ausleihe ist darüber hinaus denkbar einfach. Eine formlose Anmeldung genügt, Kosten entstehen keine. „Wir finanzieren uns nur aus Spenden, und wir bekommen Hilfe von Stiftungen”, erklärt Margarete Dick. Neue Hörer werden lediglich gebeten, einmalig fünfzehn Euro für die Zusendung des Gesamtkatalogs zu bezahlen. Die einzige Bedingung für die Aufnahme in die Hör- oder Leserschaft ist die Bescheinigung über eine hochgradige Seh- behinderung. Eine kräftige Finanzspritze war in jüngster Zeit dringend nötig, da das Aufnahmestudio modernisiert werden musste. „Wir befinden uns gerade in einem totalen technischen Umbruch, denn wir rüsten auf das DAISY-System um”, sagt Margarete Dick.

DAISY steht nicht etwa für eine Sommerblume, sondern ist der freundliche Name für ein brandneues CD-System. Es erlaubt die Aufnahme auch eines Schinkens wie „Buddenbrooks” oder „Krieg und Frie- den” auf nur einer CD und ermöglicht das einfache Wiederauffinden einer bestimmten Stelle nach einer Hörpause. Die Lieferung von Hörbüchern im modernen MP-3-Format ist ebenfalls schon längst eine Selbstverständlichkeit. Durch die einfache Handhabung der notwendigen Abspielgeräte sind auch technisch unerfahrene Menschen in der Lage, Hörbücher selbstständig nutzen zu können. Mit nur 5,5 festen Mitarbeitern und einem Jahresbudget von etwa 350.000 Euro managt Margarete Dick ihren Hörerstamm von etwa dreitausend regelmäßigen Kunden. „Unsere älteste Hörerin ist schon 102 Jahre alt”, erzählt die Bibliothekarin stolz. Viele Bestellungen kommen per Brief, und Berge von Post müssen täglich bewältigt werden. Auch das Telefon steht nicht still. „Viele unserer Kunden haben nie- manden, der etwa im Katalog für sie blättern und die vorhandenen Titel vorlesen kann”, sagt Frau Dick. So rufen sie einfach an und lassen sich beraten, was es denn Neues gibt und was sie bestellen können. „Ein Stück Telefonseelsorge ist allerdings auch immer dabei”, lacht die Büchereileiterin verschmitzt, als wieder mal eine alte Dame einige Kassetten bestellt, dann aber ausführlich vom jüngsten Urenkel erzählt. MonikaPrangemeier/DT041016 Deutsche Katholische Blindenbücherei, Graurheindorfer Straße 151a, 53117 Bonn, Tel.: 0228 - 55 94 90 eMail: info@blindenbibliothek.de Deutsches Katholisches Blindenwerk (DKBW), Graurheindorfer Straße 151a, Tel. 0228 - 559 49 29, Fax 0228 - 559 49 15, eMail: info@dkbw.de Größte katholische Hörbücherei im deutschen Sprachraum! Braille-Schrift-Bibliothek. Blindenschrift-Verlag und -Druckerei gGmbH, „Pauline von Mallinckrodt”, Andreasstraße 20,33098 Paderborn, Tel.: 0 52 51 - 68 88 80 eMail: info@pader-braille.de

Margarete Dick Hier gibt es auch das Stundenbuch als Hör-CD
Die Deutsche Katholische Blindenbücherei bietet Sehbehinderten eine reiche Auswahl Wir sind ein Zukunftsunternehmen." Davon ist Margarete Dick, die Leiterin der Deutschen Katholischen Blindenbücherei in Bonn, überzeugt. Die Menschen würden immer älter und die Sehleistung nehme bei vielen stetig ab. Rund siebzig Prozent der Erblindeten haben ihr Augenlicht erst im fortgeschrittenen Alter verloren. Dazu passt die Aussage einer erblindeten älteren Ärztin: „Ich wüsste gar nicht, was ich ohne sie machen sollte." Wer es ein Leben lang gewohnt sei zu lesen, nehme das Angebot der Katholischen Blindenbücherei gerne an. Seit 1918 gibt es diese Institution am Rhein - in der Not nach dem Ersten Weltkrieg gegründet. Zuerst unter dem Dach des Borromäusvereins ist die Blindenbücherei heute ein Teil des Deutschen Katholischen Blindenwerks. Als solches ist es gänzlich auf Spenden und Stiftungen angewiesen, um seine Arbeit fortzuführen. Die Spender sind in der Regel Menschen, die selbst die hilf- reiche Arbeit der Bücherei kennengelernt haben. „Wir machen keine Werbung, wir sind auf Mundpropa- ganda angewiesen", sagt die Leiterin auch mit Blick auf die Nutzer der Bibliothek. Der Kreis umfasse etwa 3.000 Personen, die rund 40.000 Titel im Jahr ausleihen. Ein spezieller Aufgabenbereich ist die Versorgung der Leser und Hörer mit theologischen, spirituellen und liturgischen Texten. Oft ausgeliehen würden beispielsweise das Papstbuch „Jesus von Nazareth" oder die päpstlichen Enzykliken, berichtet der Theologe Michael Schroeter, der in der Bücherei tätig ist. Michael Schroeter von der Katholischen Blindenbücherei liest vor allem theologische, spirituelle und liturgische Texte für die Hörbücher. Täglich nimmt er sich eine Stunde dafür Zeit.
Michael Schroeter 
„Unsere Hörer sind sehr konzentriert, sie sind nicht durch die Augen abgelenkt", erklärt er den Erfolg bei den „Fach-Hörbüchern". Zu den Nutzern gehören auch viele ältere Priester, denen die Bücherei sogar das hör- und mitbetbare Stundenbuch anbietet. Auf einer speziellen Hör-CD können auch Texte aus Zeitschriften, darunter der „L'Osservatore Romano", ausgeliehen werden. Selbstverständlich sind auch Kirchenzeitungen mit im Angebot. Die Katholische BlindenÂbücherei bietet etwa 2000 Titel in Braille-Schrift und rund 2.500 Titel religiöser Literatur in der Blindenhörbücherei. Es sind Hör-Zeitschriften erhältlich. Die Ausleihe ist kostenlos und portofrei. 1001KölnerKiZBernhardRaspels
Cassettenversand
Anschrift: Graurheindorfer Str. 151 a, 53117 Bonn, Telefon 0228 - 55 94 90, Fax 0228 - 55 94 919, eMail: info@blindenbibliothek.de
mehr Informationen finden Sie unter: Hörbücher und Großdruck & Punktschrift
Unser Präsident Dr. Hubert Roos: 80 Jahre jung!
Belesen, beliebt, bildungshungrig, bescheiden, hilfsbereit, international angesehen: diese Aufzählung umfasst nur einen Teil der Eigenschaften, mit denen wir, Klaus Samulowitz und Keyvan Dahesch, Persönlichkeit und Wirken von Hubert Roos zu beschreiben versuchen. Aktueller Anlass: der 80. Geburts- tag von Dr. Hubert Roos. Jeder von uns hat den Jubilar von mehreren Seiten seines an Ereignissen wahrlich nicht armen Lebens kennen und schätzen gelernt. Schon seit meinem Eintritt in den Bezirk Frankfurt des Bundes der Kriegsblinden Deutschlands erfuhr ich, Klaus Samulowitz, sein Einfühlungs- vermögen und seine Güte. Damals war er Stellvertreter des Bezirksvorsitzenden Dr. Gerhard Gleiber. Nach dessen frühem Tod im Jahre 1983 übernahm Dr. Roos die Leitung des Bezirks. Das Amt des Vize- vorsitzenden hatte er bereits seit 1953, also 30 Jahre, inne. Allen Vorstandsmitgliedern im Bezirk war und ist er bis heute ein sachkundiger Berater und unschätzbarer Helfer. Mir, Keyvan Dahesch, vermittelte Dr. Roos als Dozent im Hessischen Verwaltungsschulverband 1982/83 Rechtskenntnisse, ohne die ich meine Laufbahn-Prüfungen nicht erfolgreich abgeschlossen hätte. Auch die meisten Kolleginnen und Kollegen, die in dieser Klasse von dem damaligen Amtsjuristen des Schul- amtes, Dr. Roos, in rechtliche Zusammenhänge eingeführt wurden, haben in- und außerhalb von Frankfurt beruflich beachtliche Karrieren gemacht. Lassen wir im Telegrammstil einige Stationen im Leben des Jubilars vor unserem geistigen Auge Revue passieren: Am 12. Juli 1926 kam Hubert Roos in Frankfurt am Main zur Welt. 1937 wehrte er sich bereits als 11- jähriger gegen das Verbot der katholischen Jugendbewegung durch die Nazis, brachte heimlich verfolgten jüdischen und kommunistischen Familien in Frankfurt Lebensmittel, kundschaftete für einen katholischen Pfarrer und späteren Prälaten das Geschehen vor dem Gestapo-Gefängnis aus und verteilte Hirtenbriefe. 1943, mit seinen Schulkameraden als Luftwaffenhelfer in einer Flakbatterie in Hofheim am Taunus eingesetzt, schrieb Roos von Hand regimekritische Hirtenbriefe des Bischofs Graf Galen von Münster ab siehe dazu: Kardinal von Galen und verteilte diese Kopien nicht nur an Mitschüler. Für diesen Widerstand erhielt Hubert Roos, der 1944 als Soldat eingezogen wurde und am 16. April 1945 bei einer Tretminenexplosion im Ruhrgebiet das Augenlicht verlor, Ende Januar 1993 zusammen mit 31 anderen Frauen und Männern die „Johanna-Kirchner-Medaille“ der Stadt Frankfurt. „In Würdigung beispielhaften Widerstandes gegen die Nazidiktatur, der Maßstäbe für nachfolgende Generationen gesetzt hat, ist diese Medaille verliehen”, lautet die Urkunde, die an die aus Frankfurt am Main stammende und 1944 hingerichtete Widerstands- kämpferin Johanna Kirchner erinnern soll. Roos habe nicht nur mit seinem Verhalten in der NS-Zeit, sondern auch als Kriegsblinder danach beispielhafte Maßstäbe gesetzt, erklären übereinstimmend seine Berufskollegen und jene, mit denen er in nationalen und internationalen Wohlfahrtsorganisationen zusammen gearbeitet hat. Als Blinder lernte Roos rasch Blindenschrift und das Schreiben auf der normalen Schreibmaschine, studierte Rechtswissenschaft, promovierte mit Auszeichnung und arbeitete von 1953 bis Ende 1985 als Jurist bei der Stadtverwaltung seiner Heimat Frankfurt, wo er zwei Jahre lang das Rechtsamt kommissarisch leitete. Daneben hielt er Vorlesungen an der Goethe-Universität und bildete - wie schon gesagt - viele Nachwuchskräfte des Öffentlichen Dienstes aus. Neben seinen Ehrenämtern innerhalb des BKD war er lange Jahre Präsident und Vizepräsident der Internationalen Katholischen Blindenbewegung. Heute ist er Vorsitzender des Deutschen Katholischen Blindenwerkes. Wie viele von uns Blinden kann er eine Enttäuschung nicht verwinden: Als er Leiter des Rechtsamtes werden wollte, attestierten ihm seine Vorgesetzten hervorragende Leistungen und zwei Jahre tadellose Arbeit als kommissarischer Leiter, wiesen aber seinen Wunsch mit der Begründung zurück, als Blinder könne er Pläne nicht lesen. „Das ist eine vorgeschobene Begründung. Es gibt gute Assistenz- kräfte, die einem nicht sehenden Menschen alles bis in alle Einzelheit vermitteln können”, stellt der weltläufige Jurist Hubert Roos fest. Der BKD jedenfalls hat die Verdienste seines Mitglieds seit der Wiedergründung 1946 u. a. schon 1977 mit der Verleihung der Goldenen Ehrenmedaille, die ihm der langjährige Bundesvorsitzende Dr. Franz Sonntag persönlich überreichte, gewürdigt. 19 Jahre später, am 1. März 1996, erhielt Roos ebenfalls aus der Hand des Bundesvorsitzenden Dr. Sonntag in der - inzwischen leider verkauften - Kurklinik in Bad Homburg den Silbernen Ehrenbecher, die neben dem Hörspielpreis höchste vom BKD verliehene Auszeichnung. Darauf ist der Geehrte besonders stolz, weil der von ihm hoch geschätzte Dr. Franz Sonntag kurz danach - Ende April - starb. „Das war leider meine letzte Begegnung mit ihm”, sagt Roos. Seit 1971 prägt Dr. Roos als ehrenamtlicher Richter am Bundessozialgericht in Kassel die Rechtsprechung dieses obersten Gerichtes mit. Wir denken, dass Dr. Roos viele Gründe hat, auf sein Lebenswerk stolz zu sein. Von ganzem Herzen hoffen und wünschen wir ihm, dass er seiner Familie, Freunden und Verehrern, zu denen auch wir gehören, in derselben körperlichen und geistigen Frische noch lange erhalten bleiben möge! Klaus Samulowitz, Landesverbandsvorsitzender Hessen-Thüringen des BKD Keyvan Dahesch, pensionierter Pressesprecher und Bürgerbeauftragter des Hessischen Landesamtes für Versorgung und Soziales DerKriegsblinde0606
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