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Papst Benedikt XVI. hat schon als Professor, als Erzbischof von München, als Kardinal und Präfekt der Glaubenskongregation viele theologische Werke veröffentlicht. Die vollständige Aufstellung seiner Werke finden Sie unten auf dieser Seite. Außerdem bringen wir hier drei Interviews mit ihm zu den Themen: Katechismus, Bibel und Ökumene. Zuerst aber stellen wir hier die Neuerscheinung bei Herder Freiburg vor: Benedikt XVI: Licht der Welt - ein Gespräch mit Peter Seewald; dann: Joseph Ratzinger: Gesammelte Schriften. Darunter lesen Sie bitte einen Abschnitt aus dem 6. Band: Jesus von Nazareth und Pressekommentare dazu.

Einen Coup hat jedenfalls Benedikts Gesprächspartner Peter Seewald Foto oben gelandet. Noch bevor sein Buch „Licht der Welt. Der Papst, die Kirche und die Zeichen der Zeit" erschienen ist, ist es auf Bestseller programmiert: durch Vorabpublikationen zu Reizthemen - wozu auch der Sextourismus und die Frage gehört, ob der 83-jährige deutsche Papst auch schon einmal an Rücktritt gedacht habe. Sechs Gespräche hat der Münchener Publizisten Peter Seewald in diesem Sommer mit Benedikt XVI. in dessen Sommer-Residenz in Castel Gandolfo geführt. Daraus ist ein Interview-Buch geworden, das gleich- zeitig in acht Sprachen erschienen ist - in Deutschland im Herder-Verlag unter dem Titel „Licht der Welt". Nach ihrem ersten Gesprächsbuch „Salz der Erde" (1996), das Seewald damals noch mit Kardinal Joseph Ratzinger führte, geht es diesmal jedoch weniger um die Theologie, sondern in weiten Teilen um kritische Fragen, die - auch nach einigen Pannen im Vatikan und Skandalen innerhalb der katholischen Kirche - zum deutschen Pontifikat lautgeworden sind. Jetzt haben der „Osservatore Romano" in Rom und das deutsche Magazin „Focus" Teile des Gesprächs der Beiden vorab veröffentlicht, sodass man einige Urteile und Erinnerungen des Papstes bereits kennt. Radio Vatikan gab bereits folgende Zusammenfassung einiger Aussagen des Papstes: Die Affäre Williamson: Wenn Benedikt XVI. gewusst hätte, dass Richard Williamson - einer der vier exkom- munizierten Bischöfe der Piusbruderschaft - die Existenz von Gaskammern in den Vernichtungslagern leugne, hätte er ihn nicht von der Exkommunikation befreit. Sein Fall hätte getrennt behandelt werden müssen. Die Leugnung oder Verharmlosung der Schoah sei unakzeptabel. In dem Konflikt um die Affäre Williamson sei Bundeskanzlerin Angela Merkel offenbar nicht vollständig darüber informiert gewesen, was die katholische Kirche sage und tue, erklärt Papst Benedikt weiter. Merkel hatte öffentlich eine Klar- stellung zum katholisch-jüdischen Verhältnis gefordert. Der Schock der Missbrauchsfälle: Durch die Behandlung der Missbrauchsfälle in den Vereinigten Staaten und in Irland war Benedikt XVI. auf die Vergehen an Schutzbefohlenen durch Kleriker und Ordensleute vorbereitet, aber die Ausmaße waren ein Schock. Bereits 2006 habe er von den Bischöfen Irlands gefordert, dass die Wahr-heit ans Licht und Prävention geschaffen werden müsse. Zudem habe er nachdrücklich die Prinzipien der Gerechtigkeit angemahnt und Hilfen für die Opfer sowie für alle von diesen „abnormen Verbrechen" betroffenen Menschen gefordert. Gleichzeitig dürfe man nicht den Blick dafür verlieren, dass es in der Kirche auch das Gute gibt. Der Papst stellt klar, dass es keine Frauenweihe geben kann Die Medien und die Missbrauchsfälle: Es sei nicht zu übersehen gewesen, dass es in den Medien auch Freude darüber gab, die Kirche bloßzustellen und sie zu diskreditieren. Trotzdem sei es nötig gewesen, dass die Wahrheit ans Licht kam, „und dafür müssen wir dankbar sein", erklärt der Papst. Denn die Medien „hätten ihre Berichte nicht so verfassen können, wenn es nicht in der Kirche selbst das Böse gegeben hätte. Nur weil es in der Kirche das Böse gab, konnten die anderen sich so gegen sie wenden", so der Papst laut „Osservatore Romano". Schließlich sei das Böse, das gegen die Kirche ausgespielt wurde, Teil der Kirche gewesen. Papst Pius XII. und die Juden: Pius XII., laut Papst Benedikt ein „großer Gerechter", habe sehr viele Menschen gerettet, aber auch die Konsequenzen eines öffentlichen Protestes gekannt. Er selbst habe sprechen wollen, aber die Situation habe es verboten. - „Entscheidend ist, was er getan hat und was er zu tun versucht hat. Und ich glaube, dass man wirklich anerkennen muss, dass er einer der großen Gerechten war und dass er so viele Juden wie kein anderer gerettet hat", wird der Papst von seiner Zeitung zitiert. Natürlich werde immer wieder gefragt, warum Pius XII. nicht deutlicher gegen die Schoah protestiert habe. „Ich glaube, er hat verstanden, was die Konsequenzen eines öffentlichen Protestes gewesen wären. Wir wissen, dass er unter dieser Situation persönlich gelitten hat." Nun räumten manche „gescheiten Leute" ein, dass Pius XII. viele Leben gerettet habe, aber „antiquierte Ideen über die Juden gehabt habe, die nicht auf der Höhe des Zweiten Vatikanischen Konzils gewesen seien", zitiert der „Osservatore Romano" aus dem Buch. „Das aber ist nicht das Problem, um das es geht", so Benedikt XVI. Wichtig sei vielmehr, dass jener Papst wie kein anderer viele Juden gerettet habe. Die Verantwortung der westlichen Welt: Sextourismus und Drogenanbau und -missbrauch: Das seien zwei Übel, für die die westliche Welt erhebliche Mitverantwortung trage. Die Zerstörungen, die etwa durch den Sextourismus angerichtet würden, seien aus dem Überdruss und der falschen Freiheit des Westens geboren. Es sei eine Gier des Glücks entstanden, die sich mit dem Bestehenden nicht begnügen könne. Die Priesterweihe der Frauen: Benedikt XVI. stellt nochmals klar, dass der Kirche nicht die Vollmacht gegeben sei, Frauen zu Priestern zu weihen. Dies sei keine willkürliche Entscheidung der Kirche, sondern Konsequenz der unverrückbaren Gestalt, die Christus der Kirche gegeben habe, eine Gestalt „mit den Zwölfen - und in deren Nachfolge dann mit den Bischöfen und den Presbytern, den Priestern. Diese Ge- stalt der Kirche haben nicht wir gemacht, sondern sie ist von Ihm her konstitutiv", zitiert die Vatikan- Zeitung aus dem Buch. „Dem zu folgen", so der Papst weiter, „ist ein Akt des Gehorsams, eines in heutiger Situation vielleicht mühsamen Gehorsams. Aber gerade dies ist wichtig, dass die Kirche zeigt: Wir sind kein Willkürregime. Wir können nicht machen, was wir wollen. Sondern es gibt einen Willen des Herrn für uns, an den wir uns halten, auch wenn dies in dieser Kultur und dieser Zivilisation mühsam und schwierig ist." Religionsunterricht in Deutschland: Der Papst übt Kritik an der Qualität des Religionsunterrichts in Deutschland. Die Bischöfe müssten sich Gedanken machen, wie sie die Katechese neu und besser aus- richten könnten. Er selber wundere sich,dass bei den Kindern nach jahrelangem Unterricht in diesem Fach „gar so wenig hängenbleibt". Benedikt spricht sich gegen ein Burka-Verbot aus Das Dritte Vatikanische Konzil: Voraussetzungen für ein solches Konzil sieht der Papst derzeit nicht. Stattdessen sei es das Instrument der Synoden, durch das die Kirche geführt werde. Was das Zweite Vatikanische Konzil angehe, so müssten die Ergebnisse erst noch umgesetzt werden. In der Öffentlichkeit existiere eine sehr einseitige Interpretation, die Texte selbst würden kaum gelesen. Katholische Kirche und Islam: Hierzu fügt etwa die KNA an, dass Papst Benedikt in seinem Interview- Buch keinen Grund für ein generelles Verbot der Burka sieht. Natürlich könne man nicht akzeptieren, dass Frauen gegen ihren Willen zum Tragen dieses Gewandes gezwungen würden. „Wenn sie sie aber freiwillig tragen wollen, weiß ich nicht, warum man sie ihnen verbieten muss." Gleichzeitig unterstreiche Benedikt XVI. laut „Osservatore Romano" das Recht von Muslimen in Europa auf ihr Gebet in Moscheen. „Christen sind tolerant, und insoweit erlauben sie auch anderen ihr Selbstverständnis." Die Kirche sei dankbar über Kirchbauten etwa in arabischen Golfstaaten wie Katar, Abu Dhabi, Dubai oder Kuwait, wo Christen Gottesdienst feiern könnten - „und wir hoffen, dass es überall so wird", fügte der Papst hinzu. Daher sei es „natürlich, dass sich Muslime auch bei uns zum Gebet in Moscheen versammeln können". DT101123GuidoHorst Mehr zum neuen Buch des Papstes > Papst Das neue Buch des Papstes und die Piusbruderschaft > Una Sancta Das neue Buch des Papstes und “Humanae Vitae” > Deutschland “Licht der Welt” ist gleichzeitig in sechs Sprachen erschienen. Die deutsche Ausgabe wurde - wegen der starken Nachfrage - vom Herder-Verlag von 70.000 auf 100.000 erhöht. Das Gesprächsbuch „Licht der Welt“ von Papst Benedikt gibt es jetzt auch auf Arabisch. Damit ist das vor einem Jahr erschienene Buch, das auf Interviews Benedikts mit dem Journalisten Peter Seewald basiert, in insgesamt 28 Sprachen übersetzt. Vorgestellt wird die arabische Fassung am 9. Dezember auf der „Arabischen Buchmesse“ in Beirut im Libanon. RV111205ansa

 
Joseph Ratzinger: Gesammelte Schriften. Start im Oktober 2008. Bei Herder Freiburg
Der erste Band präsentiert die Schriften zur Theologie der Liturgie. Die Liturgie steht im Zentrum des theologischen Denkens Joseph Ratzingers. Sie ist - in seinen Worten - «die Berührung mit dem Schönen selbst, mit der ewigen Liebe. Von ihr muss die Freude ins Haus hinausstrahlen, in ihr kann immer wieder die Mühsal des Tages verwandelt und überwunden werden. Wo Liturgie zur Lebensmitte wird, stehen wir im Raum des Apostelwortes: “Freuet euch, wiederum sage ich euch: Freuet euch... der Herr ist nahe!” Phil 4,4. «Im Umgang mit der Liturgie entscheidet sich das Geschick von Glaube und Kirche.»Joseph Ratzinger Die Ausgabe ist auf 16 Bände angelegt. Jeder Band versammelt alle Schriften, die Joseph Ratzinger zum jeweiligen Bandthema verfasst hat. Die einzelnen Bände haben einen Umfang von ca. 500-700 Seiten. Pro Jahr werden 2 bis 3 Bände erscheinen, so dass die Ausgabe in ca. 6 Jahren abgeschlossen sein wird. Der Editionsplan 1. Volk und Haus Gottes in Augustins Lehre von der Kirche Die Dissertation und weitere Augustinus-Studien 2. Offenbarungsverständnis und Geschichtstheologie Bonaventuras Die ungekürzte Habilitationsschrift und weitere Bonaventura-Studien 3. Der Gott des Glaubens und der Gott der Philosophen Die wechselseitige Verwiesenheit von fides und ratio 4. Einführung in das Christentum. Bekenntnis - Taufe - Nachfolge 5. Herkunft und Bestimmung. Schöpfung-Anthropologie-Mariologie 6. Jesus von Nazareth. Spirituelle Christologie 7. Zur Theologie des Konzils. Texte zum II. Vatikanum 8. Zeichen unter den Völkern. Schriften zur Ekklesiologie und Ökumene 9. Offenbarung-Schrift-Tradition. Hermeneutik und Theologische Prinzipienlehre 10. Auferstehung und Ewiges Leben. Beiträge zur Eschatologie 11. Theologie der Liturgie. Die sakramentale Begründung christlicher Existenz. 12. Künder des Wortes und Diener eurer Freude. Zur Theologie und Spiritualität des Ordo 13. Im Gespräch mit der Zeit. Interviews - Stellungnahmen - Einsprüche 14. Predigten zum Kirchenjahr. Meditationen - Gebete - Betrachtungen 15. Aus meinem Leben. Autobiographische Texte 16. Bibliographie und Gesamtregister Abnehmer der ganzen Reihe erhalten die Bände zum Vorzugspreis, der um rund 10% unter dem Einzelpreis pro Band liegen wird. Selbstverständlich können die Bände auch einzeln bezogen werden. Der Herausgeber Gerhard Ludwig Müller, Bischof von Regensburg, vormals langjähriger Professor für Dogmatik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität München, zusammen mit dem «Institut Papst Benedikt XVI.» in Regensburg unter der Leitung von Rudolf Voderholzer, Professor für Dogmatik und Dogmengeschichte an der Katholischen Fakultät Trier. Joseph Ratzinger | Theologie der Liturgie. €50,-/SFr83.90/€[A] 51,50 ISBN 978-3-451-29947-6
Man darf gespannt sein Wieder gibt Joseph Ratzinger ein Interview-Buch mit Peter Seewald heraus - diesmal als Papst
Benedikt XVI., der auch als Papst die 2003 begonnene Arbeit an dem inzwischen auf drei Bände angewachsenen Werk über Jesus Christus fortgesetzt hat, bleibt dieser Linie treu und beschränkt seine literarische Produktion nicht auf lehramtliche Schreiben. Während zu Sommeranfang italienische Vatikan- berichterstatter noch da¬rüber spekulierten, der Heilige Vater nutze die Zeit der Erholung in seiner Sommerresidenz in Castel Gandolfo auch dazu, an einer Enzyklika über den Glauben zu arbeiten, war jetzt im Umfeld des Vatikans wie auch in deutschen Verlegerkreisen zu erfahren, dass Papst Benedikt in absehbarer Zeit ein weiteres Interview-Buch herausgeben wird: ein ausführliches Gespräch mit dem deutschen Erfolgsautor und Journalisten Peter Seewald, das unter dem Arbeitstitel „II luce del mondo" - „Das Licht der Welt" - aufgezeichnet wurde und den Autor Seewald immer wieder in die päpstliche Sommerresidenz führte. Wie das Werk über Jesus Christus ist auch dieses Buch mehrsprachig angelegt. Es wird in verschiedene Sprachen übersetzt, die Koordinierung liegt beim Vatikan-Verlag „Libreria Editrice Vaticana". Es war nicht das erste Mal, dass sich Joseph Ratzinger und der Münchener Journalist zur Abfassung eines Interview-Buchs gegenübersaßen. Seewald, Jahrgang 1954, von 1981 bis 1987 Redakteur beim „Spiegel", dann bis 1990 Reporter beim „Stern" und schließlich Mitarbeiter des „SZ-Magazins", hatte nach dem Ende seiner Zeit bei dem Magazin ein ausführliches Interview mit dem damaligen Präfekten der Glaubenskongregation geführt, das 1996 in Buchform unter dem Titel „Salz der Erde - Christentum und katholische Kirche im 21. Jahrhundert" erschien. Die Begegnung mit Kardinal Ratzinger, so Seewald über sich selbst, habe damals auch zu seinem Wiedereintritt in die Kirche geführt. Dem Erfolgstitel „Salz der Erde" folgte im Jahr 2000 noch ein weiteres Interview-Buch mit Kardinal Ratzinger: „Gott und die Welt - Glauben und Leben in unserer Zeit". Beide Bücher wurden in 25 Sprachen übersetzt. Seewald hat seither ein enges und vertrautes Verhältnis zu Joseph Ratzinger und hat nach dessen Wahl zum Papst drei Porträt-Bücher über Benedikt XVI. veröffentlicht. Und ebenfalls wie sein Gesprächspartner Ratzinger gab Seewald ein umfassendes Buch über Jesus Christus heraus. Er wandelt damit auf den Spuren des bekannten italienischen Autors Vittorio Messori, der die sommerliche Arbeit mit dem Theologen Ratzinger - und die Arbeit an Jesus-Büchern - ebenfalls gut kennt: In seinem Feriendomizil in Brixen diktierte Ratzinger dem ita-lienischen Autor einst das berühmte Bilanz-Buch „Zur Lage des Glaubens", das 1984 erschien. Der Arbeitstitel „Das Licht der Welt" lässt vermuten, dass es in dem neuen Interview-Buch mit Peter Seewald um das gehen wird, was für Papst Benedikt zu einem Hauptanliegen geworden ist: Die Menschen von heute wieder mit dem Gottessohn bekannt zu machen. Direkt am Anfang seiner ersten Enzyklika „Deus Caritas est" schrieb Benedikt XVI. über Jesus Christus: „Am Anfang des Christseins steht nicht ein ethischer Entschluss oder eine große Idee, sondern die Begegnung mit einem Ereignis, mit einer Person, die unserem Leben einen neuen Horizont und damit seine entscheidende Richtung gibt." Diesem Ereignis hat er sein Jesus-Buch gewidmet - und auch das Interview-Buch mit Peter Seewald wird dieses zentrale Thema im Leben des Kardinals und Papstes weiter entfalten. DT100831GuidoHorst

Die großen Enzykliken des Papstes zu Hoffnung & Liebe Mit dem Motto »Gerettet durch die Hoffnung« will der Heilige Vater in seiner zweiten Enzyklika auf die Chance des Christentums hinweisen, die großen Fragen der Menschen nach dem Sinn des Lebens zu beantworten. Gleichzeitig erscheint in gleicher Ausstattung die berühmte erste Enzyklika »Deus Caritas est«. Deus Caritas est. Gott ist die Liebe je Buch: 96 Seiten, 11x16 cm gebunden Best-Nr. 024 411; 6,50 Euro Spe salvi. Gerettet durch die Hoffnung Best.-Nr. 024 428; 6,50 Euro *Beide Bücher im Set: Best-Nr. 024 435 9,90 Euro Versandkostenanteil 3,50 Euro Benedikt XVI. Die Heilige Schrift. Meditationen zur Bibel Alle wichtigen Bibeltexte werden von Benedikt XVI. meditiert und anschaulich erklärt. Zu den zen- tralen Stellen des Alten und Neuen Testaments finden Sie hier leicht verständliche Auslegungen durch den Papst. Dazu gehören eine kurze Anleitung zum richtigen Bibellesen und Erklärungen der Zusammenhänge zwischen Altem und Neuem Testament. Herausgegeben vom Radio Vatikan-Redak- teur Stefan von Kempis aus Anlass der Bischofssynode zum Thema »Die Heilige Schrift - Das Wort Gottes im Leben und in der Sendung der Kirche« im Oktober 2008. 400 Seiten, 15x22 cm, gebunden, mit Schutzumschlag Best.-Nr. 024 824; 19,90 Euro St. Benno-Verlag GmbH Stammerstraße 11 04159 Leipzig Telefon: 0180 - 546 77 78 Fax: 0341 – 467 77 65 eMail: service@st-benno.de Internet: www.edition-radio-vatikan.de www.st-benno.de
Das Antlitz Christi suchen
Typisch für Jesu eigene Worte. Über die Selbstaussagen Jesu: Der Menschensohn Auszug aus Joseph Ratzinger / Benedikt XVI.: Jesus von Nazareth
Schon zu Lebzeiten Jesu haben Menschen seine geheimnisvolle Figur dadurch zu deuten versucht, dass sie Kategorien auf ihn anwandten, die ihnen vertraut waren und die so sein Geheimnis enträtseln sollten: Er wird als Johannes der Täufer angesehen, als wiedergekommener Elija oder Jeremia, als Pro- phet Mt 16,14; Mk 8,28; Lk 9,19. Petrus verwendet in seinem Bekenntnis - wie wir gesehen haben - andere, höhere Titel: Messias; Sohn des lebendigen Gottes. Das Mühen, Jesu Geheimnis in Titeln zusammenzufassen, die seine Sendung, ja sein Wesen deuteten, ging nach Os- tern weiter. Immer mehr kristallisierten sich nun drei grundlegende Titel heraus: Christus (Messias), Kyrios (Herr), Sohn Gottes. Der erste Titel war als solcher außerhalb des semitischen Raumes kaum verständlich. Er ist als Titel alsbald weggefallen und mit dem Namen Jesu verschmolzen: Jesus Christus. Das Deutungswort wurde Name, und darin ist auch eine tiefer liegende Aussage: Er ist ganz mit seinem Amt eins; sein Auftrag und sein Selbst lassen sich gar nicht voneinander trennen. Sein Auftrag ist so zu Recht Teil seines Namens geworden. Nun blieben die beiden Titel Kyrios und Sohn, die beide in die gleiche Richtung wiesen. Das Wort „Herr” war im Lauf der alttestamentlichen und der frühjüdischen Entwicklung Umschreibung des Gottes- namens geworden und rückte so Jesus in die Seinsgemeinschaft mit Gott selbst hinein, wies ihn als den uns gegenwärtig gewordenen lebendigen Gott aus. Desgleichen verband ihn das Wort Sohn Gottes mit dem Sein Gottes selber. Welcher Art freilich diese Seinsverbindung näherhin sein würde, darüber musste von dem Augenblick an mühsam gestritten werden, in dem der Glaube auch seine Vernunft bewähren und klar erkennen wollte. Ist er Sohn in einem abgeleiteten Sinn - in der Bedeutung einer besonderen Nähe zu Gott - oder weist das Wort darauf hin, dass es in Gott selbst Vater und Sohn gibt? Dass er wirklich „Gott gleich" ist, wahrer Gott vom wahren Gott? Das Erste Konzil von Nizäa (325) hat den Ertrag dieses Ringens in dem Wort homoousios („gleichen Wesens”) zusammengefasst das einzige philosophische Wort, das ins Credo eingegangen ist. Aber dieses philosophische Wort dient dazu, die Verlässlichkeit des biblischen Wortes zu schützen; es will uns sagen: Wenn uns die Zeugen Jesu bekunden, dass Jesus „der Sohn” ist, dann ist das nicht im mythologischen oder im politischen Sinn gemeint - die beiden Deutungen, die sich vom Kontext der Zeit her nahelegen. Es ist ganz wörtlich zu verstehen: Ja, in Gott selbst gibt es ewig den Dialog von Vater und Sohn, die beide im Heiligen Geist wirklich ein und derselbe Gott sind. Über die christologischen Hoheitstitel, die uns im Neuen Testament begegnen, gibt es eine um- fangreiche Literatur. Der Disput darüber gehört aber nicht in dieses Buch, das den Weg Jesu auf Erden und seine Verkündigung zu verstehen sucht, nicht die theologische Verarbeitung im Glauben und Denken der frühen Kirche. Dagegen müssen wir näherhin auf die Selbstbezeichnungen Jesu achten, die uns in den Evangelien begegnen. Es sind zwei. Zum einen nennt er sich mit Vorliebe „der Menschensohn”; zum anderen gibt es - besonders im Johannes-Evangelium - Texte, in denen er von sich einfach als dem „Sohn” spricht. Den Titel „Messias” hat Jesus nicht auf sich selbst angewendet; den Titel „Sohn Gottes” finden wir in seinem Mund an einigen Stellen des Johannes-Evangeliums. Wo ihm die messianische Titulatur oder verwandte Aussagen begegneten - wie einerseits von den ausgetriebenen Dämonen her, andererseits im Bekenntnis Petri -, hat er Schweigen geboten. Über dem Kreuz steht dann freilich - nun öffentlich für die ganze Welt - der Titel Messias, König der Juden. Auf dem Foto unten: Reliquie der Kreuzesinschrift - Jesus von Nazaret König der Juden. Mehr dazu finden Sie unter: Reliquien

Und hier darf er - in den drei Sprachen der damaligen Welt Joh 19,19f - stehen, denn nun ist ihm seine Missverständlichkeit genommen. Das Kreuz als sein Thron gibt dem Titel die rechte Deutung. Regnavit a ligno Deus - vom „Holz” her herrscht Gott, so hat die Alte Kirche dieses neue Königtum besungen. Wenden wir uns nun den beiden „Titeln” zu, die Jesus nach den Evangelien für sich selbst gebraucht hat. 1. Der Menschensohn: Menschensohn - dieses geheimnisvolle Wort ist der Titel, den Jesus am häufigsten gebraucht, wenn er von sich selbst redet. Allein im Markus-Evangelium kommt das Wort Menschensohn 14-mal im Munde Jesu vor. Ja, im ganzen Neuen Testament ist das Wort „Menschen- sohn” nur im Munde Jesu zu finden, mit der einen Ausnahme der Vision des sterbenden Stephanus, dem die Schau des offenen Himmels geschenkt wird: „Siehe, ich sehe den Himmel geöffnet und den Menschensohn zur Rechten Gottes stehen” Apg 7,56. Stephanus sieht im Augenblick seines Sterbens, was Jesus beim Prozess vor dem Hohen Rat angekündigt hatte: „Ihr werdet den Menschensohn zur Rechten der Macht sitzen und ihn kommen sehen auf den Wolken des Himmels Mk 14,62. Insofern „zitiert” Stephanus ein Wort Jesu, dessen Wirklichkeit er gerade im Augenblick des Martyriums schauen durfte. Dieser Befund ist wichtig. Die Christologie der neutestamentlichen Schriftsteller, auch der Evange- listen selbst, baut nicht auf dem Titel Menschensohn auf, sondern auf den schon im Leben Jesu anfanghaft gebräuchlichen Titeln Messias (Christus), Kyrios (Herr), Sohn Gottes. Die Menschensohn- Prädikation ist das Typische für Jesu eigenen Worte; ihr Inhalt wird in der apostolischen Verkündigung auf die anderen Titel übertragen, der Titel selbst wird nicht übernommen. Dies ist eigentlich ein klarer Befund. Aber um ihn hat sich in der modernen Exegese eine ungeheure Debatte entwickelt; wer in sie einzudringen versucht, findet sich auf einem Friedhof von einander widerspre- chenden Hypothesen. Sie zu diskutieren gehört nicht zu den Absichten dieses Buches. Aber ihre Hauptlinien müssen wir doch ins Auge fassen. Man unterscheidet gemeinhin drei Gruppen von Menschensohn-Worten. Die erste Gruppe bestehe aus Worten über den kommenden Menschensohn, in denen Jesus aber sich nicht selbst als diesen Menschensohn bezeichne, sondern diesen Kommenden von sich selber unterschiede. Die zweite Gruppe werde von Worten über das irdische Wirken des Menschensohns gebildet, die dritte spreche von seinem Leiden und Auferstehen. Der überwiegende Trend der Ausleger geht dahin, - wenn überhaupt - nur die erste Gruppe als echte Jesus-Worte anzusehen; das entspricht der gängigen nah-eschato- logischen Auslegung der Verkündigung Jesu. Die zweite Gruppe, zu der Worte von der Vollmacht des Menschensohnes zur Sündenvergebung, über seine Herrschaft über den Sabbat, über seine Besitz- und Heimatlosigkeit gehören, sei - so eine Hauptlinie der Theorien - in der palästinensischen Tradition gebildet worden und insoweit recht frühen Ursprungs, aber nicht auf Jesus selbst zurückzuführen. Am jüngsten seien schließlich die Aussagen über Leiden und Auferstehen des Menschensohnes, die im Markus- Evangelium geradezu die Wegstrecke von Jesu Aufstieg nach Jerusalem skandieren und natürlich erst nach diesen Ereignissen - vielleicht gar vom Evangelisten Markus selbst - geschaffen sein könnten. Diese Zerschneidung der Menschensohn-Worte entspringt einer Logik, die fein säuberlich die verschie- denen Aspekte eines Prädikats verteilt und dem strengen Modell professoralen Denkens entspricht, aber nicht der Vielfalt des Lebendigen, in dem sich eine vielschichtige Ganzheit zu Wort meldet. Der grundlegende Maßstab für diesen Auslegungstypus beruht aber auf der Frage, was man eigentlich Jesus in seinen Lebensumständen und in seiner Bildungswelt zutrauen könne. Offenbar sehr wenig! Wirkliche Hoheitsaussagen und Passionsaussagen passen für ihn nicht. Eine Art gemilderter apo- kalyptischer Erwartung, wie sie damals umging, kann man ihm „zutrauen” - mehr anscheinend nicht. Aber so wird man der Gewalt des Jesus-Ereignisses nicht gerecht. Schon beim Bedenken von Adolf Jülichers Gleichnis- Auslegung mussten wir sagen, dass wegen so braver Moralismen niemand zum Kreuz verurteilt worden wäre. Damit es zu diesem radikalen Zusammenstoß kam, dass zu diesem Äußersten - der Auslieferung an die Römer - gegriffen wurde, musste Dramatisches geschehen sein, gesagt worden sein. Das Erregende und Große steht gerade am Anfang; die werdende Kirche musste es erst langsam in seiner ganzen Größe erkennen, im „erinnernden” Mitdenken und Nach-Denken allmählich erfassen. Der anonymen Gemeinde wird eine erstaunliche theologische Genialität zugetraut: Wer waren eigentlich die großen Gestalten, die solches erfanden? Nein, das Große, das Neue und Erregende kommt gerade von Jesus; im Glauben und Leben der Gemeinde wird es entfaltet, aber nicht geschaffen. Ja, die „Gemeinde” hätte sich gar nicht erst gebildet und überlebt, wenn ihr nicht eine außerordentliche Wirklichkeit voraus- gegangen wäre. Das Wort Menschensohn, mit dem Jesus sein Geheimnis verbarg und zugleich langsam zugänglich machte, war neu und überraschend. Es war kein gängiger Titel messianischer Hoffnung. Es fügt sich genau der Verkündigungsweise Jesu ein, der in Rätselworten und Gleichnissen spricht und so allmählich an das Verborgene heranzuführen versucht, das sich erst in der Nachfolge wirklich erschließen kann. Das Wort Menschensohn bedeutet im hebräischen wie im aramäischen Sprachgebrauch zunächst einfach so viel wie „Mensch”. Das Ineinander-Übergehen zwischen dem bloßen Wort Mensch und der geheimnisvollen Andeutung eines neuen Sendungsbewusstseins im Wort Men- schensohn wird sichtbar in einem Sabbat- Wort, das wir bei den Svnoptikern vorfinden. Bei Markus lautet das Wort so: „Der Sabbat ist für den Menschen da und nicht der Mensch für den Sabbat. Deshalb ist der Menschensohn auch Herr über den Sabbat” 2,27f. Bei Matthäus und Lukas fehlt der erste Satz. Bei ihnen sagt Jesus nur einfach: „Der Menschensohn ist Herr über den Sabbat” Mt 12,8; Lk 6,5. Man kann dazu vielleicht sagen, dass Matthäus und Lukas den ersten Satz weglassen, weil sie dessen Missbrauch fürchten. Wie dem auch sei - es ist klar, dass bei Markus die beiden Sätze zusammengehören und sich gegenseitig interpretieren. Dass der Sabbat für den Menschen da ist und nicht der Mensch für den Sabbat, ist nicht einfach Ausdruck einer modem-liberalen Position, wie wir sie spontan aus dem Wort herauslesen. Dass so Jesu Lehre gerade nicht zu verstehen ist, haben wir beim Bedenken der Bergpredigt gesehen. Im „Men- schensohn” wird der Mensch offenbar, wie er eigentlich sein sollte. Vom „Menschensohn”, vom Maßstab Jesu her, ist der Mensch frei und weiß den Sabbat recht als Tag der Freiheit von Gott her und für Gott zu gebrauchen. „Der Menschensohn ist Herr über den Sabbat” - die ganze Höhe von Jesu Anspruch, der das Gesetz voll mächtig auslegt, weil er selbst das Urwort Gottes ist - diese Höhe wird hier sichtbar. Und es wird sichtbar, welche Art von neuer Freiheit dem Menschen überhaupt damit zukommt - eine Freiheit, die nichts mit bloßer Beliebigkeit zu tun hat. Wichtig an dem Sabbatspruch ist das Ineinandergreifen von „Mensch” und „Menschensohn”; wir sehen, wie das an sich allgemeine Wort nun doch Ausdruck der besonderen Würde Jesu wird. Den Titel „Menschensohn” gab es als Titel zur Zeit Jesu nicht. Wohl aber gab es einen ersten Ansatz dafür in der weltgeschichtlichen Vision des Daniel-Buches mit vier Tieren und dem „Menschensohn”. Der Visionär sieht die Abfolge der herr- schenden Weltmächte im Bild von vier großen Tieren, die aus dem Meer aufsteigen - „von unten” kommen, also Macht darstellen, die vor allem auf Gewalt beruht, die „tierisch” ist. Er entwirft so ein dunkles, tief beunruhigendes Bild der Welt- geschichte. Freilich bleibt die Vision nicht ganz im Negativen: Dem ersten Tier, einem Löwen mit Adlerflügeln, werden die Flügel ausgerissen; „es wurde vom Boden emporgehoben und wie ein Mensch auf zwei Füße gestellt, und es wurde ihm ein menschliches Herz gegeben” 7,4. Die Vermenschlichung der Macht ist möglich, auch in dieser Weltzeit: Die Macht kann ein menschliches Antlitz bekommen. Aber dieses Heil ist doch relativ; die Geschichte geht im Übrigen weiter und wird im Weitergehen noch dunkler. Dann aber - nach der äußersten Aufgipfelung der Macht des Bösen - geschieht ganz anderes. Der Seher schaut wie von ferne den eigentlichen Herrn der Welt im Bild eines Hochbetagten, der dem Spuk ein Ende macht. Und nun kommt „auf den Wolken des Himmels einer wie ein Menschensohn ... Ihm wurden Herrschaft, Würde und Königtum gegeben. Alle Völker, Nationen und Sprachen müssen ihm dienen. Seine Herrschaft ist eine ewige ... Sein Reich geht niemals unter” 7,13f. Den Tieren aus der Tiefe steht der Mensch von oben gegenüber. Wie die Tiere aus der Tiefe die bisherigen Weltreiche verkörpern, so kündigt das Bild des „Menschensohnes”, der „auf den Wolken des Himmels” kommt, ein ganz neues Reich, ein Reich der „Menschlichkeit” an, der wirklichen Macht, die von Gott selbst herkommt. Mit diesem Reich erscheint die wahre Universalität, die endgültige und im Stillen immer schon ersehnte positive Gestalt der Geschichte. Der „Menschensohn”, der von oben kommt, ist so das Gegenüber zu den Tieren aus der Tiefe des Meeres; als solcher bedeutet er nicht eine individuelle Gestalt, sondern die Darstellung des „Reiches", in dem die Welt an ihr Ziel gelangt. In der Exegese ist die Vermutung verbreitet, dass hinter diesem Text eine Redaktion stehen könne, in der der Menschensohn doch auch eine individuelle Gestalt war, aber diese Redaktion kennen wir jeden- falls nicht; sie bleibt Vermutung. Die vielzitierten Texte aus 4 Esra 13 und dem Äthiophischen Henoch, in denen dann der Menschensohn als individuelle Gestalt dargestellt wird, sind jünger als das Neue Testament und können daher nicht als Quelle dafür angesehen werden. Natürlich lag es nahe, die Vision des Menschensohnes mit der messianischen Hoffnung und mit der Gestalt des Messias selbst zu ver- binden, aber wir besitzen für diesen Vorgang keine Texte, die dem Wirken Jesu vorausgehen. So bleibt, dass hier mit dem Bild des Menschensohnes das künftige Reich des Heiles dargestellt wird - eine Vision, an die Jesus anknüpfen konnte, der er aber doch eine neue Gestalt gegeben hat, indem er diese Erwar- tung mit sich selbst und seinem Wirken in Verbindung brachte. Wenden wir uns nun den Worten Jesu zu. Wir hatten gesehen, dass eine erste Gruppe von Worten über den Menschensohn sich auf dessen künftiges Kommen bezieht. Der größte Teil dieser Worte findet sich in der Rede Jesu über das Ende der Welt Mk 13,24-27 und im Prozess Jesu vor dem Hohen Rat Mk 14, 62. Sie werden daher im zweiten Band dieses Buches zu behandeln sein. Nur auf einen wichtigen Punkt möchte ich hier hinweisen: Dies sind Worte über die künftige Herrlichkeit Jesu, sein Kommen zum Gericht und zur Sammlung der Gerechten, der „Erwählten”. Aber wir dürfen nicht übersehen, dass sie von dem gesprochen werden, der als Angeklagter und Verspotteter vor seinen Richtern steht, und dass so Herr- lichkeit und Passion sich gerade in diesen Worten unlöslich durchdringen. Von der Passion ist zwar nicht die Rede, aber sie ist die Wirklichkeit, in der Jesus steht und spricht. Eine ganz eigene Verdichtung dieses Zusammenhangs begegnet uns in dem bei Matthäus überlieferten Gleichnis vom Weltgericht 25,31-46, in dem der richtende „Menschensohn” sich mit den Hungernden und Dürstenden, den Fremdlingen, den Nackten, den Kranken, den Eingekerkerten - mit allen Leidenden dieser Welt - identifiziert, das Verhalten ihnen gegenüber als Verhalten ihm selbst gegenüber kennzeichnet. Dies ist nicht eine nachträgliche Fiktion des Weltenrichters. Er hat diese Identifikation in seinem Menschwer- den bis in die letzte Konkretheit hinein vollzogen. Er ist der Besitz- und Heimatlose, der keinen Ort hat, wohin er sein Haupt legen kann Mt 8,19; Lk 9,58. Er ist der Gefangene, der Angeklagte, und er stirbt nackt am Kreuz. Die Identifizierung des die Welt richtenden Menschensohnes mit den Leidenden aller Art setzt die Identität des Richters mit dem irdischen Jesus voraus und zeigt die innere Einheit von Kreuz und Herrlichkeit, von irdischem Dasein in Niedrigkeit und künftiger Vollmacht, die Welt zu richten. Der Menschensohn ist nur ein Einziger, Jesus. Diese Identität zeigt uns den Weg, zeigt uns den Maßstab, nach dem einmal unser Leben beurteilt wird. Selbstverständlich werden von der Kritik all diese Worte über den künftigen Menschensohn nicht als authentisch jesuanisch angesehen. Lediglich zwei Texte dieser Gruppe werden in ihrer lukanischen Fas- sung - jedenfalls von Teilen der kritischen Exegese - als echte Jesus-Worte eingestuft, die man ihm „zutrauen” darf. Da ist zunächst Lk 12,8f: „Ich sage euch: Wer sich vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem wird sich auch der Menschensohn vor den Engeln Gottes bekennen. Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, der wird auch vor den Engeln Gottes verleugnet werden...” Der zweite Text ist Lk 17,24ff: „... wie der Blitz von einem Ende des Himmels zum anderen leuchtet, so wird der Menschensohn an seinem Tag erscheinen. Vorher aber muss er vieles erleiden und von dieser Generation verworfen werden...” Der Grund, warum diese Texte Gnade finden, liegt darin, dass in ihnen der Menschensohn und Jesus scheinbar unterschieden werden; besonders im ersten Spruch sei der Menschensohn offensichtlich nicht identisch mit dem sprechenden Jesus. Nun, dazu muss man zunächst sagen, dass jedenfalls die älteste Überlieferung es nicht so ver- standen hat. Im Paralleltext Mk 8,38 („wer sich vor dieser treulosen und sündigen Generation meiner und meiner Worte schämt, dessen wird sich auch der Menschensohn schämen, wenn er mit den heiligen Engeln in der Hoheit seines Vaters kommt”) ist die Identifizierung nicht deutlich ausgesprochen, aber vom Satzgefüge her doch unabweisbar. In der Matthäus-Version desselben Textes fehlt das Wort Menschen- sohn. Um so klarer ist die Identität des irdischen Jesus mit dem kommenden Richter: „Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, den werde auch ich vor meinem Vater im Himmel verleugnen” Mt 10,32f Aber auch im Lukas-Text ist von der inhaltlichen Richtung des Ganzen her die Identität vollkommen klar. Gewiss, Jesus spricht in der Rätselform, die ihm eignet und die dem Hörer den letzten Schritt des Verstehens überlässt. Aber die funktionelle Identifizierung in der Parallelität des Bekennens und Verleug- nens jetzt und im Gericht, vor Jesus und dem Menschensohn, ergibt nur Sinn auf der Basis der seins- mäßigen Identität. Die Richter des Synedriums haben Jesus durchaus richtig verstanden, und Jesus hat sie auch nicht korrigiert, indem er etwa gesagt hätte: Aber ihr versteht mich falsch; der kommende Menschensohn ist ein anderer.Die innere Einheit zwischen der gelebten Kenose Jesu Phil 2,5-11 und seinem Kommen in Herr- lichkeit ist das durchgehende Motiv des Handelns und des Redens Jesu, gerade das Neue, „authentisch Jesuanische”, das nicht erfunden wurde, sondern das Eigentliche seiner Gestalt wie seiner Worte ist. Die einzelnen Texte gehören in ihren Zusammenhang und werden nicht besser verstanden, wenn man sie daraus herausoperiert. Noch deutlicher als bei Lk 12,8f, wo eine solche Operation noch am ehesten einen Anhalt finden kann, ist dies bei dem zweiten Text: Lk 17,24ff. Denn da wird die Verknüpfung klar vollzogen. Der Menschensohn wird nicht da oder dort kommen, sondern wie ein Blitz von einem Ende des Himmels zum anderen für alle aufleuchten, so dass alle auf ihn, den Durchbohrten, schauen werden vgl. Offb 1,7; aber vorher muss er - eben dieser Menschensohn - viel erleiden und verworfen werden. Passionsprophetie und Herrlichkeitsankündigung sind untrennbar ineinander verwoben. Es ist klar ein und derselbe, von dem beides gilt: eben der, der sich bei diesen Worten schon auf dem Weg zum Leiden befindet. Auch in den Worten, in denen Jesus über sein gegenwärtiges Wirken spricht, begegnen wir den beiden Aspekten. Wir hatten schon kurz seinen Ausspruch bedacht, als Menschensohn Herr über den Sabbat zu sein Mk 2,28. An dieser Stelle zeigt sich genau das, was Markus an anderer Stelle so beschreibt: „Sie erschraken über seine Lehre, denn er lehrte wie einer, der Vollmacht hat und nicht wie die Schriftgelehrten” Mk 1,22. Er stellt sich selbst auf die Seite des Gesetzgebers, Gottes; er ist nicht Ausleger, sondern Herr. Das wird noch deutlicher in der Erzählung von dem Gelähmten, den seine Freunde auf einer Trage vom Dach her dem Herrn zu Füßen gelegt hatten. Statt ein Wort der Heilung zu sprechen, wie es der Gelähmte und seine Freunde erwarteten, sagt Jesus als Erstes zu dem Leidenden: „Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben” Mk 2,5. Sünden zu vergeben ist einzig Gottes Sache, halten die Schriftgelehrten diesem Wort zu Recht entgegen. Wenn Jesus dem „Men- schensohn” diese Vollmacht zuschreibt, so beansprucht er, in Gottes eigener Würde zu stehen und aus ihr heraus zu handeln. Erst nach dem Zuspruch der Vergebung kommt das erhoffte Wort: „Damit ihr seht, dass der Menschensohn die Vollmacht hat, hier auf Erden Sünden zu vergeben”, sagt er zu dem Gelähmten: „Steh auf, nimm deine Tragbahre und geh nach Hause” Mk 2,10f. Es ist eben dieser göttliche Anspruch, der zur Passion führt. Insofern sind die Vollmachtsworte Jesu auf sein Leiden hingeordnet. Kommen wir zur dritten Gruppe der Menschensohn-Worte Jesu: zu den Leidensvorhersagen. Wir hatten schon gesehen, dass die drei Passionsweissagungen des Markus-Evangeliums, die den Text wie den Weg Jesu selbst gliedern, mit wachsender Deutlichkeit sein kommendes Schicksal und dessen innere Notwendigkeit ankündigen. Sie finden ihre innere Mitte und ihren Höhepunkt in dem Satz, der auf die dritte Passionsankündigung und die ihr eng zugehörige Rede über das Herrschen und Dienen folgt: „Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele” Mk 10,45. Mit der Aufnahme eines Wortes aus den Liedern vom leidenden Gottesknecht Jes 53 tritt hier ein anderer Strang alttestamentlicher Überlieferung in das Bild des Menschensohnes ein. Jesus, der sich einerseits mit dem kommenden Weltenrichter identifiziert, identifiziert sich hier mit dem leidenden und sterbenden Gottesknecht, den der Prophet in seinen Liedern vorhersieht. So wird die Einheit von Leiden und „Erhöhung”, von Niedrigkeit und Hoheit sichtbar. Das Dienen ist die wahre Weise des Herrschens und lässt uns etwas von Gottes Weise des Herrseins, von der „Herrschaft Gottes” ahnen. Im Leiden und im Tod wird das Leben des Menschensohnes ganz „Proexistenz”; wird er zum Retter und Heilbringer für die „vielen”: nicht nur für die verstreuten Kinder Israels, sondern für die zerstreuten Kinder Gottes überhaupt vgl.Joh 11,52, für die Menschheit. In seinem Tod „für viele” überschreitet er die Grenzen von Ort und Zeit, erfüllt sich die Universalität seiner Sendung. Die Verschmelzung der danielischen Vision vom kommenden Menschensohn und der von Jesaja über- lieferten Bilder vom leidenden Gottesknecht hat die ältere Exegese als das eigentlich Neue und Besondere von Jesu Idee des Menschensohnes, ja die Mitte seines Selbstbewusstseins überhaupt angesehen, und dies ganz zu Recht. Wir müssen freilich hinzufügen, dass die Synthese alttesta- mentlicher Überlieferungen, die Jesus im Bild des Menschensohnes vollzogen hat, noch weiter ge- spannt ist, noch weitere Stränge und Rinnsale alttestamentlicher Überlieferungen zusammenführt. Da ist zunächst in der Antwort Jesu auf die Frage, ob er der Messias sei, der Sohn des Hochgelobten, Dan 7 mit Psalm 110 verschmolzen: Jesus sieht sich als den, der „zur Rechten der Macht” sitzt, wie es der Psalm vom künftigen Priesterkönig ansagt. Da ist des Weiteren in die dritte Leidensweissagung mit dem Wort von der Verwerfung des Menschensohnes durch die Ältesten, Hohenpriester und Schrift- gelehrten Mk 8,31 der Psalm 118 eingeschmolzen: das Wort von dem durch die Bauleute verworfenen Stein, der zum Eckstein geworden ist v.22; so ergibt sich auch eine Beziehung zum Gleichnis von den ungetreuen Winzern, in dem der Herr dieses Wort gebraucht, um seine Verwerfung und seine Auf- erstehung wie die künftige neue Gemeinschaft vorherzusagen. Durch die Verbindung mit dem Gleichnis erscheint auch die Identität zwischen dem „Menschensohn” und dem „geliebten Sohn” Mk 12,1-12. Da ist schließlich der Strom der Weisheitsliteratur gegenwärtig: Weish 2 schildert die Gegnerschaft der „Frevler” gegenüber dem Gerechten: „... er prahlt, Gott sei sein Vater ... Ist der Gerechte wirklich Sohn Gottes, dann nimmt Gott sich seiner an ... Zu einem elenden Tod wollen wir ihn verurteilen” Weish 2,16-20. Volker Hampel meint, dass Jesu Lösegeld-Wort nicht von Jes 53, 10-12, sondern von Spr 21,18 und Jes 43,3 herzuleiten sei, was mir sehr unwahrscheinlich vorkommt bei Schnackenburg, Die Person Jesu Christi, a.a. O., S. 74. Der eigentliche Bezugspunkt ist und bleibt Jes 53; andere Texte zeigen nur, dass es ein breites Bezugsfeld für diese grundlegende Vision gibt. Jesus hat aus dem Ganzen von Gesetz und Propheten gelebt, wie er seinen Jüngern immer wieder sagte. Er hat sein eigenes Wesen und Wirken als die Vereinigung und Deutung dieses Ganzen angesehen. Johannes wird das in seinem Prolog so ausdrücken, dass er schreibt: Jesus selbst ist „das Wort”. „Jesus Christus ist das Ja zu allem, was Gott verheißen hat”, schreibt Paulus dazu 2 Kor 1,20. Im Rätselwort vom Menschensohn begegnet uns ganz dicht das Ureigene der Gestalt Jesu, seiner Sendung und seines Seins. Er kommt von Gott her, er ist Gott. Aber gerade so bringt er - im Annehmen des Menschseins - die wahre Menschlichkeit. „Einen Leib hat du mir bereitet”, sagt er nach dem Hebräer-Brief 10,5 zu seinem Vater und wandelt dabei das Psalmwort ab, in dem es hieß: „Das Gehör hast du mir eingesetzt” Ps 40,7. Dort bedeutet es, dass der Gehorsam, das Ja zu Gottes Wort Leben stiftet, nicht die Brand- und Sündopfer. Nun nimmt der, der das Wort ist, selbst einen Leib an, kommt als Mensch von Gott her und zieht das ganze Menschsein an sich, trägt es in das Wort Gottes hinein, macht es zu „Gehör” für Gott und so zu „Gehorsam”, zur Versöhnung zwischen Gott und Mensch 2 Kor 5,20. Er selbst wird das wahre „Opfer” als ganz in den Gehorsam und die Liebe Hineingegebener, liebend „bis ans Ende” Joh 13,1. Er kommt von Gott und stiftet so das wahre Menschsein. Er ist so, wie Paulus sagt, gegenüber dem ersten Menschen, der Erde war und ist, der zweite, der endgültige (letzte) Mensch, der „himmlisch” ist, „Leben spendender Geist” 1 Kor 15,45-49. Er kommt, und er ist zugleich das neue „Reich”. Er ist nicht nur einer, sondern er macht uns alle mit sich selber „zu einem Einzigen” Gal 3,28, zu einer neuen Menschheit. Aus dem von Daniel von ferne geschauten („wie ein Menschensohn”) Kollektiv wird Person, aber die Person überschreitet in ihrem „für viele” die Grenzen des Individuums und umfasst „viele”, wird mit vielen ein Leib und „ein Geist” vgl. 1 Kor 6,17. Das ist die „Nachfolge”, zu der er uns ruft: sich in seine neue Menschlichkeit und damit in die Gottesgemeinschaft hineinziehen zu lassen. Noch einmal Paulus dazu: „Wie der (erste Mensch, Adam) von der Erde irdisch war, so sind es auch seine Nachfahren. Und wie der, der vom Himmel kommt, himmlisch ist, so sind es auch seine Nachfahren” 1 Kor 15,48. Das Wort „Menschensohn” ist Jesus selbst reserviert geblieben, aber die neue Vision des Einsseins von Gott und Mensch, die sich darin ausdrückt, durchzieht das ganze Neue Testament und prägt es. Um diese neue, von Gott kommende Menschlichkeit geht es in der Nachfolge Jesu Christi. DT070414 © 2007 Liberia Editrice Vaticana, Citta del Vaticano © 2007 RCS Libri S.p.A., Milano © 2007 Herder

Der Papst auf der „Suche nach dem Angesicht des Herrn”: Jesus von Nazareth
Der Vatikan hat das mit Spannung erwartete Buch „Jesus von Nazareth” aus der Feder von Papst Benedikt XVI. präsentiert. Das Werk ist zunächst in den Sprachen Italienisch, Deutsch und Polnisch erschienen. Der Wiener Erzbischof, Kardinal Christoph Schönborn, betonte bei der Vorstellung, es sei nicht verwunderlich, dass der Papst sich mit Jesus befasse, jedoch überrasche die Art, wie er dies tue: Er gehe das Thema als Christ und als Gläubiger an und nicht als Papst oder Professor,betonte Schönborn. „Seit über 200 Jahren hat die historische Bibelkritik alles in Frage gestellt, was in der Bibel über Jesus zu finden ist”, betonte der Wiener Erzbischof. Durch das Buch des Papstes könnten nun „die zahlreichen Fantasiebilder von Jesus als Revolutionär, als sanfter Sozialreformer, als heimlicher Liebhaber der Maria Magdalena, etc. getrost im Beinhaus der Geschichte abgelagert werden”, sagte der Kardinal. An der Präsentation nahmen zahlreiche Kardinäle sowie der frühere italienische Ministerpräsident Giulio Andreotti teil. Joseph Ratzinger hatte erste Teile des Buches bereits während der Sommerferien 2003 verfasst, als er noch Kardinal war. Deshalb trägt es auch den doppelten Autorennamen „Joseph Ratzinger/Benedikt XVI.” Später habe er jede freie Minute genutzt, um das Werk voranzubringen. In dem sehr persönlichen Buch beleuchtet der Papst „Gestalt und Botschaft Jesu in seinem öffent- lichen Wirken”, so wie es in den Evangelien dargestellt wird. Der Jesus der Evangelien ist für ihn „kein Mythos”, sondern eine „historisch sinnvolle und stimmige Figur”. Dabei sei das Buch aber nicht als „lehramtlicher Akt” zu verstehen, sondern Ausdruck seines persönlichen Suchens „nach dem Angesicht des Herrn”. Im Vorwort schreibt Papst Benedikt: „Es steht jedermann frei, mir zu widersprechen. Ich bitte die Leserinnen und Leser nur um jenen Vorschuss an Sympathie, ohne den es kein Verstehen gibt.” tHA070414

Kommentar: Ein Systematiker im Grabenkampf der Exegese. Absolut christozentrisch: Das Jesus-Buch aus der Feder von Papst Benedikt XVI. ist ein eindrucksvolles Zeugnis persönlicher Gottsuche. Foto: Übergabe des Buches an den Herder-Verlag im Vatikan.
Der Papst hat den ersten Teilband seines auf zwei Bände berechneten Jesus-Buches vorgelegt. Liest man diesen Band als Exeget, so wird man dem Papst und der Kirche dazu nur gratulieren können. Denn dieses Buch ist ein starkes und mutiges Zeugnis großer theologischer Kompetenz und sehr lebendiger, temperamentvoller Lehre. Zunächst das Menschliche. Bei der Lektüre ist es mir immer wieder so ergangen, dass ich die Stimme des Papstes selbst hörte, besonders bei dem leicht bayerisch akzentuierten „der Herr”. Ja, es gibt auch einen Passus, der unzweifelhaft auf Bayern weist, nämlich dort, wo der Papst den Lesern eindrücklich machen will, warum die Berge in der Verkündigung Jesu so wichtig sind: „... Berg als Freiwerden von der Last des Alltags, als Atmen in der reinen Luft der Schöpfung; Berg, der den Ausblick auf die Weite der Schöpfung und ihre Schönheit gewährt; Berg, der mir innere Höhe gibt und mich den Schöpfer ahnen lässt.” Wir alle kennen diesen Papst als demütigen, bescheidenen und humorvollen Menschen. Diese drei Eigen- schaften kommen zusammen in der Weise, in der der Papst die Einsetzung des Papsttums in Mt 16,18f behandelt beziehungsweise nicht behandelt. Die einzige Stelle, an der der Herr den Papst selbst im Auge hat, legt Benedikt XVI. nicht aus, sondern verweist auf den verstorbenen Protestanten Oscar Cullmann und dessen Petrusbuch (1952). Das ist nicht nur charmanter Humor, sondern auch ein lange ersehntes ökumenisches Signal. Cullmann meinte, dass der Petrusdienst für die Kirche eine Bedeutung habe, die über das Neue Testament hinausgehe. Auf die Vorliebe des Papstes für konservative Protestanten werden wir noch zurückkommen. Der Antichrist beschäftigt den ehemaligen Tübinger Professor Als ehemaliger Tübinger Professor kann es der Papst natürlich nicht lassen, mit Sorge und Augen- zwinkern darauf hinzuweisen, dass nach Solowjew der Antichrist von der Theologischen Fakultät in Tübingen den Ehrendoktor erhalten wird, denn der Antichrist werde „ein großer Exeget” sein. Damit aber bahnen wir uns langsam den Weg zu einigen Lieblingsthemen des Papstes, bei deren Lektüre man auch als Exeget öfter schmunzeln muss und wohl sicher auch darf. Seinen Ruhestand hat der pro- testantische Exeget Joachim Jeremias nun gleichfalls in Tübingen verlebt. Diesen vor einem Menschen- alter verstorbenen konservativ-pietistischen Exegeten schätzt der Papst (inklusive Vorliebe für Jes 53) so sehr, dass man versucht ist, sein Buch - natürlich übertriebenermaßen - einen „Joachim Jeremias für Katholiken” zu nennen. Denn, was die übrigen Exegeten betrifft, so sagt der Papst zwar im Vorwort, er habe sein Buch nicht „gegen die Exegese” geschrieben, aber wenn man die Bemerkungen über diese Art Theologen liest, dann wäscht der Papst ihnen ganz schön den Kopf - und zwar mit Recht. Denn jeder Exeget erkennt in Jesus natürlich am ehesten das wieder, was er selbst ist. Nach der immer noch vorherrschenden liberalen Exegese ist Jesus ein liberaler Jude, der die Tora eben in Richtung auf Huma- nität auslegt, oder ein Weisheitslehrer. Oder jedenfalls ein Religionsrebell, welche Sorte Theologen in Tübingen auch nicht ganz unbekannt ist. Man lese auch die schönen Sätze über die angebliche nachösterliche theologische Produktivität der „Gemeinde”: „Der anonymen Gemeinde wird eine erstaunliche theologische Genialität zugetraut: Wer waren eigentlich die großen Gestalten, die solches erfanden? Nein, das Große, das Neue und Erregende kommt gerade von Jesus, im Glauben ... von der Gemeinde wird es entfaltet, aber nicht geschaffen.” Und: Wegen braver Moralismen wäre niemand zum Kreuz verurteilt worden. Das alles ist bei den exegetischen Gegnern Verkürzung der Botschaft und erreicht nicht die wirkliche Tiefe der Offenbarung Gottes in Jesus Christus. Wer aber zum Beispiel in Deutschland kann dem vom Papst geforderten Tiefgang wirklich gerecht werden? So erscheint der Papst selbst als der beste Lehrer der Ausleger, und ich bekenne, dass ich durch sein Buch eine Menge dazugelernt habe und der Richtung grundsätzlich und von Herzen zustimme. Das betrifft vor allem die großen Stärken der Auslegung in diesem Buch: Dass Jesus Christus im Zentrum steht, dass immer wieder die Eucharistie hervorgehoben wird, dass Marxismus und Befreiungstheologie kurz und kräftig kritisiert werden, desgleichen sehr eindrücklich Feminismus („Mutter” ist kein Titel Gottes, sondern ein Bild). Zu den Stärken gehört auch die Hervorhebung von Gebet und Liturgie (gegen Harnack, Jesus habe den Kult abgelehnt) und nicht zuletzt die Rolle der Kirchenväter als Inspiratoren der Ausleger. Viele deutsche Exegeten haben von den meisten der zitierten Väter wohl noch nicht einmal den Namen gehört. Auch dieses: Auslegung des Neuen Testaments wird grundsätzlich vom Alten Testament her betrieben. Auch das ist leider keineswegs selbstverständlich. Nicht nur Adolf von Harnack (+1930), auch neuere Liberale möchten das Alte Testament am liebsten abschaffen. Mutig und fruchtbar interpretiert der Papst Reich Gottes, Sabbat, Gleichnisse und Seligpreisungen konsequent christologisch. So wird das im 19. Jahrhundert so beliebte Gleichnis vom verlorenen Sohn christologisch, weil Jesus in und mit der Liebe des Vaters sich selbst darstellt und verteidigt. Kurz und klar ist auch der Abschnitt über das Heil für Nichtchristen, die nach Meinung des Papstes wenigstens sehnsuchtsvoll auf der Suche sein sollten. Und zur Frage: Was hat Jesus eigentlich der Welt gebracht? Wohlstand? Frieden? bemerkt der Papst: Jesus hat der Welt Gott gebracht, Gott als ihr wahres Gut. Im Zentrum des Buches steht eine Diskussion mit dem jüdischen Gelehrten J. Neusner. Lesen Sie dazu ausführlich: Juden. Der Papst liebt derartige Dispute mit hochrangigen Nichtchristen. Neusner habe klar erkannt: Jesus hat von der Tora nichts abgeschafft, doch sich selbst hinzugefügt. Wie arbeitet der Papst hier exegetisch? Wodurch ist das Buch so anregend? Oft gibt der Papst Anregungen in exegetisches Neuland hinein. Das heißt: Er äußert sich kühn, der Exeget widerspricht spontan, merkt aber im Laufe des Bedenkens, dass der Papst doch „irgendwie” Recht hat. An zwei Beispielen sei das verdeutlicht. Der Papst sagt über die Stellung Jesu zum Alten Testament: „Jesus ist (sc. jetzt) die Tora”. Der Exeget: Nein, Jesus ist vollmächtiger Ausleger der Tora. Anregung: Aber er ist es durch seine ganze Person. Daher sagt die Himmelsstimme: „Ihn sollt ihr hören”. Oder der Papst sagt: „Jesus ist mehr als Mose, weil er nach Joh 1,18 Gott Aug’ in Aug’ gesehen hat, was Mose nicht konnte”.Der Exeget sagt: Nein, gerade nach Joh 1,18 hat Jesus (nur) im Schoß des Vaters gelegen. Wo Exegeten näher hinschauen sollten Das Bild betrifft die Sitzordnung, nach der man den gerade nicht sieht, bei dem man doch so nahe ist. Anregung: Man sollte neu fragen, wieweit der Satz „Niemand hat Gott je gesehen” für Jesus gilt oder doch nicht gilt. Ich habe diese beiden Fragen hier genannt, weil sie darauf aufmerksam machen, dass die Exegese der Zukunft, wenn sie wirklich gesprächsfähig sein will, nicht umgehen kann, ähnlich schöne und brillante Formulierungen zu finden, wie sie aus der Dogmengeschichte bekannt sind, und zwar bereits zur Beschreibung neutestamentlicher Positionen. Die Probleme sind nicht damit gelöst, dass man erklärt, die Autoren der Bibel seien eben noch nicht so weit gewesen. Doch, waren sie, die Exegeten müssten nur näher hinschauen. Wie der Papst vorgeht? Manchmal werden sich dem liberalen neukatholischen Exegeten die Haare sträuben, wenn der Papst biblische Theologie quer durch die Bibel betreibt, etwa zum Thema Getreide, Mahl, Eucharistie, Lamm oder Berg. Das kann glücken, kann aber auch nerven (etwa bei den wilden Tieren von Mk 1 und der Schöpfung nach Röm 8,19).Meistens glückt es (wie zum Beispiel beim Thema „Taufe Jesu und Kreuz”). Der Papst erklärt im Vorwort, dass er begründete Kritik gerne hört. Trotzdem mag das für viele wichtig- tuerisch und besserwisserisch erscheinen. Aber ich glaube, mit dem Papst dahingehend einer Meinung zu sein, dass Weihrauch in die Liturgie gehört und nicht in die Diskussion über Bücher. So fasse ich mir denn ein Herz und bekenne: Ich bin nicht damit einverstanden, dass der Titel „Sohn Gottes”, in die nach- österliche Zeit fällt, nur weil er im Munde Jesu nicht vorkommt. Wohlgemerkt: Der Papst sagt, dass das Begriffspaar „der Sohn” - „der Vater” jesuanisch sei. Und man wird nun mit dem Papst einige Mühe auf- wenden müssen, dem Laien verständlich zu machen, dass „der Sohn” etwas anderes ist als „Sohn Gottes”. Aber beides ist verschieden, wie der Papst mit Recht sagt. Nur dass ein Titel „im Munde Jesu” vorkommen müsse, um seinen Ursprung vor Ostern haben zu können, kann ich gerade in diesem Fall nicht einsehen. Denn der Gattung nach ist „Sohn Gottes” doch ein Bekenntnis, das im Gegenüber zu Jesus geäußert wird. Was Wunder, dass er das nicht selbst zu sich sagt! Beim„Menschensohn” war das anders, der wird nur in der dritten Person genannt. Aber beim „Sohn Gottes” ist schon die religionsgeschichtliche Herleitung defizitär. Um die Katze aus dem Sack zu lassen: Schon im zweiten Jahrhundert vor Christus wird im Ju- dentum der Titel „Sohn Gottes” aus dem Besitz des heiligen Geistes hergeleitet Jubiläenbuch 1,231 und eben nicht aus der Königsideologie. Und so ist es auch durchgehend im Neuen Testament. Wo immer erklärt wird, wie Jesus Gottes Sohn sein kann, wird auf den heiligen Geist gewiesen. Die Frage des Königtums Jesu steht kaum je zur Debatte. Und weil der heilige Geist so wichtig ist dabei, deshalb sind es auch die unreinen Geister, die Dämonen, die Jesus als den Sohn Gottes zuerst bekennen. Und als Petrus ein zwar richtiges, aber doch mangelhaftes Bekenntnis zum Sohn Gottes ablegt, weil er das Leiden ausklammern möchte, wird er Satan genannt, also ein böser Geist. Und von der Sünde wider den heiligen Geist nach Mk 3 ist eben angesichts einer falschen Christologie die Rede, die Jesu Geist - der ihn zum Sohn Gottes macht - bei Beelzebul ortet. Und Paulus sagt in 1 Kor 12,1-3, nur vom heiligen Geist geleitet könne man einen anderen christologischen Titel, nämlich Kyrios, bekennen, sonst eben nicht. Das heißt: Gerade beim Sohn Gottes, aber auch bei anderen Titeln, ist der Sitz im Leben des Bekenntnisses der pneuma- tologische Dualismus (das heißt der Kampf zwischen heiligem Geist und unreinen Geistern). Dem entspricht auch das „Widersagst du dem Satan ...?” im alten Taufritual, bei der Übergabe des Bekennt- nisses. Wenn der Titel „Sohn Gottes” da hinein gehört, dann hat er sehr wohl einen vorösterlichen Ursprung, und zwar in einem grundlegenden Bereich der Tätigkeit Jesu, in dem es um den Ursprung seiner Vollmacht geht. Auf derselben Linie liegt, dass der Papst für die Exorzismen Jesu nicht viel übrig hat. Nein, es wur- de nicht die Furcht vor Dämonen ausgetrieben, sondern eben die Dämonen selbst. Und ich finde es etwas unglücklich, wenn ausgerechnet in diesem Zusammenhang und mit dieser Auslegung das Lieblingsthema des Papstes von der Vernunft verbunden wird. Dann sieht es so aus, als sei es der vernünftige Glaube, der die Angst vor den Dämonen vertreibe. Hier möchte ich den Papst gegen seinen eigenen Wortlaut verteidigen: Dämonen sind nicht irrational, sondern ein erweiterter Ver- nunftbegriff gibt ihnen, dem Satan und dem recht gebrauchten Exorzismus Raum. Auch das vom Papst so tiefschürfend ausgelegte Vaterunser endet mit einer exorzistischen Bitte. Dass in Qumran eine klösterliche Gemeinschaft lebte, war ein dominikanischer Wunschtraum von Pater de Vaux. Dass Abraham seinen Sohn nicht auf den Horeb brachte, sondern auf den Berg Morija, ist ein schon älteres Desiderat, dessen Erfüllung der Papst schon länger versprochen hat. Dass die Jünger sehr wohl um „Brot für morgen bitten konnten” (so die meines Erachtens einzig richtige Übersetzung von Mt 6, 11, ist nicht unsinnig. Denn Bäckerläden wie in Tübingen und Rom an jeder Straßenecke gab es in Palästina nicht. Man konnte nicht „mal schnell ein Brötchen kaufen”, sondern musste das Korn am Tag vorher besorgen, im eigenen Hause mahlen, säuern lassen und backen. Der Vers ist für sesshafte Christen, die gab es nämlich auch und die mussten die Wandermissionare versorgen, sonst hätten die Mahnungen in den Aussendungsreden keinen Sinn, keinerlei Proviant mitzunehmen. Kehren wir vom professoralen Gemeckere zurück zu dem, was mich bei diesem Buch wirklich bewegt: Der Papst hat es erkennbar nicht leicht gehabt mit der Exegese. Und wann begibt sich ein Systematiker schon mal in die Grabenkämpfe der Exegeten? So sagt er, das Buch sei „einzig Ausdruck” seines „persönlichen Suchens nach dem Angesicht des Herrn”. Genau das bemerkt der aufmerksame Leser auf jeder Seite. Und deshalb kommt es dem Leser nach der Lektüre leicht über die Lippen: „Deo gratias!” KlausBergerDT070414 verkürzte Fassung. Den vollen Wortlaut der Kritik finden Sie unter: www.die-tagespost.de
Wie in Regensburg spricht der Papst nicht „ex cathedra”, sondern als Professor und lädt somit zum Dialog unter allen Christen ein. Seine Unterschrift unter diesem Lebenswerk lautet: Joseph Ratzinger – Benedikt XVI. Dieses Buch wird dazu beitragen, den Riss zwischen dem “historischen Jesus” und dem Christus der Bibel und des Glaubens zu überwinden. Der von den „Leben-Jesu-Forschern des 19. Jahrhunderts aus- gehende systematische Zweifel am Christusbild der Bibel hat nach der protestantischen Theologie auch auf die katholische übergegriffen und weite Kreise der Christen verunsichert. So konnte sich die Meinung ausbreiten, dass der wahre Jesus ein ganz anderer gewesen sei als der Messias und Auferstandene. Die Folge: viele Christen in allen Konfessionen sind sich der leiblichen Auferstehung Jesu nicht sicher, und verlieren dadurch die Hoffnung auf die eigene Auferstehung im Tod. Als großer Theologe unserer Zeit will Benedikt XVI. begründen, dass der Christus der Bibel der wahre Jesus ist. Die Rolle des Professors, die der Papst erneut wie in Regensburg wählt, lässt aufhorchen. Der Vatikan-Sprecher Frederico Lombardi sieht darin ein Zeichen seiner „Einfachheit und Bescheidenheit”. Doch gibt Benedikt selbst einen Hinweis darauf, warum er statt einer katholisch-amtlichen Enzyklika den Weg der theologischen Debatte wählt. Er schreibt, der Eindruck, dass der Glaube an die Gottheit Christi nachträglich erfunden wurde, sei „inzwischen weit in das allgemeine Bewusstsein der Christenheit vorgedrungen”. Damit macht er klar, dass es sich nicht um ein rein innerkatholisches Phänomen handelt, sondern um ein Thema, das alle Konfessionen betrifft. Es geht um die Grundlagen des Glaubens. „Ich möchte zeigen, wie aus der Bibel eine lebendige und in sich stimmige Gestalt auf uns zutritt und wie der Jesus der Bibel auch ein ganz gegenwärtiger Jesus ist.” Nach der Enzyklika „Deus Caritas est”, ist dieses Buch über die Geschichte und die Gestalt Jesu Christi die nächste bedeutende Veröffentlichung, die Joseph Ratzinger als Papst vorlegt. In diesem Buch legt der 80 Jahre alte Papst ein Stück „erzählter Theologie” über Jesus von Nazaret vor. Ludwiging-EifelDT061123HerderVerlagghoDT061030
Ein weitererAuszug aus dem Buch: “Jesus von Nazaret”
Jesus lebt vor dem Angesicht Gottes, nicht nur als Freund, sondern als Sohn; er lebt in innerster Einheit mit dem Vater. Nur von diesem Punkt her kann man die Gestalt Jesu wirklich verstehen, wie sie uns im Neuen Testament begegnet, alles, was uns an Worten, Taten, Leiden, an Herrlichkeit Jesu erzählt wird, ist hier verankert. Wenn man diese eigentliche Mitte auslässt geht man am Eigentlichen der Gestalt Jesu vorbei; dann wird sie widersprüchlich und letzten Endes unverständlich. Die Frage, die sich jeder Leser des Neuen Testaments stellen muss, woher denn Jesus seine Lehre genommen habe, von wo sich sein Auftreten erkläre, ist nur von hier aus wirklich zu beantworten. Die Reaktion seiner Hörer war klar: Diese Lehre stammt aus keiner Schule. Sie ist radikal anders als das, was man in Schulen lernen kann. Die Lehre Jesu kommt nicht aus menschlichem Lernen, welcher Art auch immer. Sie kommt aus der unmittelbaren Berührung mit dem Vater, aus dem Dialog von „Gesicht zu Gesicht” - aus dem Sehen dessen heraus, der an der Brust des Vaters ruhte. Sie ist Sohneswort. Ohne diesen inneren Grund wäre sie Vermessenheit. So haben die Gelehrten zur Zeit Jesu sie beurteilt, eben weil sie den inneren Grund, das Sehen und Erkennen von Gesicht zu Gesicht nicht annehmen mochten. Für das Verständnis Jesu sind die immer wiederkehrenden Notizen grundlegend, dass Jesus sich „auf den Berg” zurückzog und dort nächtelang betete, „allein” mit dem Vater. Diese kurzen Notizen öffnen ein wenig den Schleier des Geheimnisses, lassen uns in die Sohnes-Existenz Jesu, in den Quellgrund seines Tuns und Lehrens und Leidens hineinblicken. Jesus kann vom Vater nur so reden, wie er es tut, weil er der Sohn ist und in der Sohnes- gemeinschaft mit dem Vater steht. Wer Jesus sieht, sieht den Vater Joh 14,9. Der Jünger, der mit Jesus mitgeht, wird so mit ihm in die Gottesgemeinschaft hineingezogen. Und dies ist das eigentlich Erlösende: die Überschreitung der Schranken des Menschseins, die durch die Gottebenbildlichkeit als Erwartung und als Möglichkeit im Menschen schon von der Schöpfung her angelegt ist. Auszüge aus dem Vorwort: Für meine Darstellung Jesu bedeutet dies vor allem, dass ich den Evangelien traue. Natürlich ist alles das vorausgesetzt, was uns das Konzil und die moderne Exegese über literarische Gattungen, über Aussageabsicht, über den gemeindlichen Kontext der Evangelien und ihr Sprechen in diesem lebendigen Zusammenhang sagen. Dies alles - so gut ich konnte - aufnehmend wollte ich doch den Versuch machen, einmal den Jesus der Evangelien als den wirklichen Jesus, als den „historischen Jesus” im eigentlichen Sinn darzustellen. Ich bin überzeugt und hoffe, auch der Leser könne sehen, dass diese Gestalt viel logischer und auch historisch betrachtet viel verständlicher ist als die Rekonstruktionen, mit denen wir in den letzten Jahrzehnten konfrontiert wurden. Ich denke, dass gerade dieser Jesus - der der Evangelien - eine historisch sinnvolle und stimmige Figur ist. Nur wenn Außergewöhnliches geschehen war, wenn die Gestalt und Worte Jesu das Durchschnittliche aller Hoffnungen und Erwartungen radikal überschritten, erklärt sich seine Kreuzigung und erklärt sich seine Wirkung. Schon etwa zwanzig Jahre nach Jesu Tod finden wir im großen Christus-Hymnus des Philipper-Briefs 2, 6- 8 eine voll entfaltete Christologie, in der über Jesus gesagt wird, dass er Gott gleich war, aber sich entäußerte, Mensch wurde, sich erniedrigte bis zum Tod am Kreuz und dass ihm nun die kosmische Huldigung, die Anbetung zukommt, die Gott beim Propheten Jesaja 45,23 als ihm allein gebührend an- kündigte. Die kritische Forschung stellt sich mit Recht die Frage: Was ist in diesen zwanzig Jahren seit der Kreuzigung Jesu geschehen? Wie kam es zu dieser Christologie? Ist es nicht auch historisch viel logischer, dass das Große am Anfang steht und dass die Gestalt Jesu in der Tat alle verfügbaren Kategorien sprengte und sich nur vom Geheimnis Gottes her verstehen ließ? Freilich, zu glauben, dass er wirklich als Mensch Gott war und dies in Gleichnissen verhüllt und doch immer unmissverständlicher zu erkennen gab, wenn man von dieser Glaubensüberzeugung her die Texte mit historischer Methode und ihrer inneren Offenheit für Größeres liest, öffnen sie sich, und es zeigt sich ein Weg und eine Gestalt, die glaubwürdig sind. Dann wird auch das in den neutestamentlichen Schriften sich zeigende vielschichtige Ringen um die Gestalt Jesu und der bei allen Unterschieden bestehende tiefe Einklang dieser Schriften deutlich. Ich hoffe, dass dem Leser aber deutlich wird, dass dieses Buch nicht gegen die moderne Exegese geschrieben ist, sondern in großer Dankbarkeit für das viele, das sie uns geschenkt hat und schenkt. Sie hat uns eine Fülle von Material und von Einsichten erschlossen, durch die uns die Gestalt Jesu in einer Lebendigkeit und Tiefe gegenwärtig werden kann, die wir uns vor wenigen Jahrzehnten noch gar nicht vorzustellen vermochten. Gewiss brauche ich nicht eigens zu sagen, dass dieses Buch in keiner Weise ein lehramtlicher Akt ist, sondern einzig Ausdruck meines persönlichen Suchens „nach dem Angesicht des Herrn” vgl. Ps 27,8. Es steht daher jedermann frei, mir zu widersprechen. Ich bitte die Leserinnen und Leser nur um jenen Vorschuss an Sympathie, ohne den es kein Verstehen gibt. Da ich nicht weiß, wie lange mir noch Zeit und Kraft geschenkt sein werden, habe ich mich nun entschlossen, die ersten 10 Kapitel, die von der Taufe am Jordan bis zum Petrusbekenntnis und zur Verklärung reichen, als 1. Teil des Buches zu veröffentlichen. Rom, am Fest des heiligen Hieronymus Joseph Ratzinger - Benedikt XVI.
Benedikt XVI. 
Jesus von Nazareth „Jeder ist frei, mir zu widersprechen” Der Papst als Autor: Ein Buch der „persönlichen Suche”
Der junge Doktor der Theologie lieferte pünktlich: 1956 verpflichtete sich der 29-Jährige, für den Herder Verlag zwei Artikel zu verfassen - zu den Stichworten „Auferstehungsleib” und „Auferstehung des Fleisches” im „Lexikon für Theologie und Kirche”. Insgesamt 172 Druckzeilen, das Honorar betrug 25 Pfennig pro Zeile. Jetzt beschert der Herder-Autor Joseph Ratzinger seinem Verlag den größten Erfolg in der Geschichte des Hauses: „Jesus von Nazareth” mit einer Startauflage von 250.000 Exemplaren. Weltweit wird der erste Teil des auf zwei Bände angelegten Werks in 32 Sprachen herausgebracht. „Joseph Ratzinger” ist als Autorenname „Benedikt XVI.” vorangestellt, und das ist kein Zufall. Der Papst will sich mit diesem Buch die Freiheit nehmen, als eine Art Privatgelehrter Theologie zu treiben. Das Werk sei „in keiner Weise ein lehramtlicher Akt”, schreibt er, „sondern einzig Ausdruck meines persönlichen Suchens”. Es stehe jedem frei, ihm zu widersprechen: „Ich bitte die Leserinnen und Leser nur um jenen Vorschuss an Sympathie, ohne den es kein Verstehen gibt”, schreibt er in seinem schönen, gradlinigen Deutsch im Vorwort. Das Jesus-Buch ist keine chronologische Biografie, sondern ein Mosaik: Es umfasst Essays über die Bergpredigt, kluge Analysen des Vaterunsers und Meditationen über die Gleichnisse Jesu. Im Mittel- punkt steht aber die Frage, wie eine Annäherung an Christus überhaupt gelingen kann. Moderne Exegeten haben die Bibel mit der historisch-kritischen Methode gelesen und in Jesus wahlweise einen politischen Revolutionär entdeckt oder einen Wunderrabbi, den sanften Moralisten oder den Popstar. Er wurde zu einer Projektionsfläche, und die Bilder, die so entstanden, sagten oft mehr über die Interpreten aus als über Jesus selbst. Der Papst bemüht sich nun, den historischen Jesus und den Christus des Glaubens in Einklang zu bringen - und verweist auf die Grenzen streng wissenschaftlicher Lesart: „Die ganze Weite des Mensch- seins”, schreibt er, „ist mit einer rein historischen Auslegung, so wichtig sie ist, nicht auszuloten.” Wer Christus verstehen wolle, dürfe Glaubensüberzeugungen nicht ausklammern: „Der Hochmut, der Gott zum Objekt machen und ihm unsere Laborbedingungen auflegen will, kann Gott nicht finden.” Ratzinger urteilt kritisch über liberale oder protestantische Theologen wie Adolf von Harnack oder Rudolf Bultmann. Es gibt Spitzen gegen den Marxismus, gegen die „Grausamkeiten eines Kapitalismus, der den Menschen zur Ware degradiert” und er beschreibt auch die Spannung von Freiheit und Macht der Kirche des Mittelalters. Doch auch auf unsere Zeit blickt der Papst mit Distanz: „Wir haben einen Begriff von Realität gebildet, der die Transparenz des Wirklichen zu Gott hin ausschließt”, kritisiert er. Er selbst nimmt die Bibel zwar nicht wörtlich, aber doch beim Wort, wenn er sein Bild von Jesus skiz- ziert: Dieser ist für ihn nichts Geringeres als der Sohn Gottes, der real in die Geschichte hineingetreten ist. Der Bote ist die Botschaft. So verrät freilich auch dieses Buch nicht nur etwas über Jesus, sondern auch über das Denken seines Autoren. Eines intellektuellen Frommen. Oder eines frommen Intellektuellen. Josef Ratzinger / Benedikt XVI.: „Jesus von Nazareth. Von der Taufe im Jordan bis zur Verklärung”. Herder. 384 Seiten, 24 Euro. cfSimonBenneHAZ070414

Als Joseph Kardinal Ratzinger arbeitete Papst Benedikt an einer kurzen, einfachen und klaren Synthese des Katechismus der Katholischen Kirche: “Um einen guten Dialog zu führen, ist es notwendig zu wissen, worüber wir sprechen; es ist wichtig, die Substanz unseres Glaubens zu kennen. Das ist der Grund, warum ein Katechismus heute notwendiger ist denn je.” 30Giorni0304GianniCardinale
Papst Johannes Paul II. hatte Joseph Kardinal Ratzinger, damals noch Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre beauftragt, eine Sonderkommission einzusetzen, um ein Kompendium des Katechismus der Katholischen Kirche auszuarbeiten. Das große Glaubensbuch der Kirche erschien 1992 mit einem Umfang von 800 Seiten und ist seither in einer Auflage von acht Millionen verbreitet. Eine Kurzform von etwa 200 Seiten ist im Buchhandel erhältlich Frage: Herr Kardinal, warum der Wunsch nach einem Kompendium des Katechismus? War der 1992 veröffentlichte Text zu umfangreich? Kardinal Ratzinger: Der Wunsch nach einem kurzen Katechismus wurde sofort nach der Veröffentlichung des großen laut. Die Ausgabe von 1992 ist ein wichtiger Bezugspunkt, um zu erfahren, was die Kirche lehrt, und daher auch für die Nicht-Katholiken nützlich. Andererseits erscheint er jedoch zu umfangreich - vor allem für den einfachen Gebrauch in der Katechese. Daher der Wunsch nach einer Synthese der wesentlichen Inhalte des Glaubens und der katholischen Moral: in knapper, einfacher und klarer Form. In der Zwischenzeit sind verschiedene dahingehende Versuche veröffentlicht worden. Keiner davon ist meines Erachtens wirklich gelungen. Und doch steht man - wie der Kardinal von Wien, Christoph Schönborn, bekräftigte - der Idee des Katechismus oft ablehnend gegenüber, zumindest in den deutschsprachigen Ländern. Das stimmt. Es gibt eine gewisse Aversion gegen jeden Versuch, eine Lehre in Worte zu „gießen” - und dies im Interesse einer Flexibilität: bei vielen ist auch ein gewisser Antidogmatismus vorhanden. Vor allem die nachkonziliare Katechese hat den anthropologischen Aspekt der Frage in den Vordergrund gestellt und meint, dass ein Katechismus - da zu doktrinär - für den notwendigen Dialog mit dem Menschen von heute ein Hindernis darstellen würde.Wir sind vom Gegenteil überzeugt. Um einen guten Dialog zu führen, ist es notwendig zu wissen, worüber wir sprechen; es ist wichtig, die Substanz unseres Glaubens zu kennen. Das ist der Grund, warum ein Katechismus heute notwendiger ist denn je. Auch im Licht des von Ihnen vor ein paar Jahren beklagten „katastrophalen Situation der modernen Katechese”? Das ist eine Tatsache. Ohne irgend jemanden verurteilen zu wollen, liegt es auf der Hand, dass eine erschreckende Unkenntnis in religiösen Dingen herrscht. Man muss nur mit der jungen Generation sprechen ... In der Zeit nach dem Konzil ist es offensichtlich nicht gelungen, die Inhalte des christlichen Glaubens zu vermitteln. Gibt es ein „Murren” über einen neuen Katechismus? Bis jetzt noch nicht, aber wenn das Projekt des Kompendiums erst einmal Gestalt annimmt, wird man damit wohl rechnen müssen. Nach welchen Kriterien wird das Kompendium erstellt? Wird es in Fragen und Antworten gegliedert sein? Darüber denken wir derzeit noch nach. Es sieht ganz so aus, als würde man sich für das Frage- Antwort-Schema entscheiden, das auch außerhalb der katholischen Kirche gebraucht wird. Ich wage es aber nicht, den Propheten zu spielen. Und das auch, weil das Projekt allen Kardinälen und Vorsitzenden der Bischofskonferenzen vorgelegt wird und wir sehr von deren Antworten abhängen. Das Kompendium wird nicht irgendein Kompendium des katholischen Glaubens sein, sondern das Kompendium des Katechismus von 1992. Es muss aber gut lesbar sein, so dass es wirklich vielen zugänglich ist. Würde eine Rückkehr zum Frage-Antwort-System nicht bedeuten, die Form des Katechismus von Pius X. wieder aufzugreifen? Auch die Katechismen in der Reformationszeit bedienen sich dieser Methode, und zwar sowohl die katholischen als auch die von Martin Luther. Denn der Mensch hat seine Fragen, und der Glaube gibt Antwort auf diese Fragen. Es erscheint mir gerade in einer Zeit wie der heutigen, in welcher der Dialog mit Recht als wesentlich für die Erziehung zum Glauben und die Beziehung zwischen den verschiedenen menschlichen Gruppen betrachtet wird, nur natürlich, dass die Dialogmethode von Frage und Antwort in einem Buch wie dem Kompendium Anwendung findet. Der Katechismus von Pius X. findet noch heute seine Anhänger: Kann man ihn mit der Veröffentlichung des Kompendiums als überholt betrachten? Der Glaube ist als solcher immer gleich. Und daher wird auch der Katechismus von Pius X. stets seinen Wert behalten. Was sich dagegen ändern kann, ist die Art und Weise, die Glaubensinhalte zu vermitteln. Und so kann man sich fragen, ob der Katechismus von Pius X. in diesem Sinne noch heute als gültig zu betrachten ist. Ich glaube, dass das Kompendium, das wir vorbereiten, den heutigen Erfordernissen sehr gerecht wird. Das schließt keinesfalls aus, dass es durchaus Personen oder Gruppen von Personen geben kann, die mit dem Katechismus von Pius X. besser zurechtkommen. Man darf nicht vergessen, dass dieser Katechismus auf einen Text zurückgeht, den er selbst abgefasst hatte, als er Bischof von Mantua war und sich nicht nur durch seine einfache Darlegung, sondern auch durch die inhaltliche Tiefe aus- zeichnete. Deshalb kann der Katechismus von Pius X. auch in Zukunft durchaus seine Freunde finden. Aber das macht unsere Arbeit sicher nicht überflüssig ... Wird es mit seiner Veröffentlichung dann auch zur Norm für alle Katechismen der Bischofskonferenzen? Der Text wird Norm sein für die lehrmäßigen Inhalte, welche jene des Katechismus von 1992 sind. Zur Methode wird er allerdings nur Vorschläge enthalten: in diesem Bereich ist eine große Freiheit zu lassen, weil die sozialen und kulturellen Rahmenbedingungen im Bereich der katholischen Weltkirche sehr unter- schiedlich sind. Von den wesentlichen Glaubensinhalten einmal abgesehen ist eine gewisse metho- dologische Flexibilität in der Katechese stets notwendig. Wird das Kompendium auch in den Seminaren und theologischen Fakultäten angewandt werden? Das Kompendium wird der Gemeindekatechese, den Gebetsgruppen, den kirchlichen Bewegungen nützlich sein. Für die Seminare und theologischen Fakultäten ist es wichtig, vom „großen” Katechismus von 1992 auszugehen.Denn in diesen Bereichen dürfte man bereits das assimiliert haben, was im Kompen- dium veröffentlicht wird ... Vom Katechismus von 1992 wurden acht Millionen Exemplare verkauft. Wurde er tatsächlich auch für die Abfassung von nationalen Katechismen verwendet? In den USA kann kein Katechismus und kein katechetisches Buch veröffentlicht werden, wenn nicht die Übereinstimmung mit dem Katechismus von 1992 gewährleistet ist. In einigen asiatischen Ländern, beispielsweise in Indien, wird er in den Colleges als maßgebliches Buch zur Einführung in die katholische Glaubenslehre verwendet. In anderen Ländern wiederum war das nicht der Fall. Vielleicht wurde der Katechismus von 1992 - wie das bei vielen Büchern der Fall ist - mehr verkauft als gelesen ... Vielleicht hätte man mehr Gebrauch davon machen können. Ich bin aber dennoch der Meinung, dass er mit dazu beigetragen hat, den lehrmäßigen und pastoralen Weg des letzten Jahrzehnts zu konkretisieren. Wird sich das Kompendium an diejenigen richten, die sich bereits mit dem Christentum befasst haben? Dieses Kompendium, wie bereits der Katechismus von 1992, richtet sich vor allem an die Bischöfe, Priester, Katecheten, die Lehrer und Verkünder des Glaubens. Wir dürfen jedoch nicht vergessen, was uns Paulus lehrt, dass nämlich der Glaube nicht vom Lesen, sondern vom Hören kommt. Schließlich wird auch im Katechismus von 1992 festgehalten, dass das Christentum keine Buchreligion ist. Der Glaube wird persönlich vermittelt, nicht durch das Lesen des Katechismus. Eine Lektüre, die auch den Nicht-Christen hilfreich sein kann, die sich darüber informieren wollen, was die katholische Kirche glaubt und lehrt. Wird sich das Kompendium auch mit umstrittenen Fragen beschäftigen, wie der Todesstrafe, oder wie der Lehre vom „gerechten Krieg”? Alle wesentlichen Inhalte der Katechese müssen in dem Kompendium Platz finden, auch die von Ihnen angesprochenen Themen, die bei der Kommission, die den Katechismus von 1992 vorbereitet hat, sehr intensiv diskutiert wurden. Es handelt sich dabei um überaus wichtige Themen christlicher Moral. Im Kompendium dürfen nicht nur Themen der individuellen Moral Platz finden, sondern auch diese Themen der öffentlichen Moral. Ist es möglich, dass die beiden Themen, Todesstrafe und gerechter Krieg, heute anders behandelt werden als im Jahr 1992? In der Frage der Todesstrafe hat es seit der ersten Auflage des Katechismus von 1992 und der 1997 in lateinischer Sprache erschienenen Urfassung in der Tat eine bemerkenswerte Entwicklung gegeben. Das Wesentliche ist gleich geblieben, aber die Strukturierung der Argumente hat sich in restriktivem Sinn entwickelt. Ich schließe nicht aus, dass es bei diesen Themen Variationen in der Argumentationsweise und der Gewichtung der Problemlage geben kann. Was ich allerdings ausschließe, sind radikale Änder- ungen. Könnte man den gegen den Irak geführte Krieg als „gerechten Krieg bezeichnen”? Der Papst hat dazu seine Auffassung klar geäußert, und zwar nicht als persönliche Meinung, sondern als Stellungnahme eines Mannes des Gewissens in höchster Verantwortung in der katholischen Kirche. Gewiss, er hat diese Stellungnahme nicht als Lehre der Kirche vorgetragen, aber als Appell eines vom Glauben erleuchteten Gewissens. Das Urteil des Heiligen Vaters ist auch unter rationalem Gesichtspunkt überzeugend: es gab keine ausreichenden Motive dafür, einen Krieg gegen den Irak zu beginnen. Es war von Anfang an klar, dass eine Garantie für die Verhältnismäßigkeit von eventuellen positiven Konse- quenzen und sicheren negativen Auswirkungen des Konflikts nicht möglich ist. Im Gegenteil scheint viel- mehr klar zu sein, dass die negativen Folgen mögliche positive Auswirkungen überbieten werden. Ganz abgesehen davon, dass wir uns ernsthaft fragen müssen, ob es heutzutage mit den neuen Waffen, die Zerstörungen weit über die im Kampf stehenden Gruppen ermöglichen, überhaupt rechtens sein kann, von einem „gerechten Krieg” zusprechen. In einem Leitartikel in La Stampa äußerte sich Barbara Spinelli lobend über die Stellungnahme von Johannes Paul II. gegen den Krieg. Diese sei von „christlichem Realismus” inspiriert gewesen . . . Als ich sagte, dass die Stellungnahme des Papstes nicht eine Frage der Glaubenslehre ist, sondern Ergebnis des Urteils eines erleuchteten Gewissens und dass sie durchaus ihre rationale Evidenz besitzt, meinte ich genau das. Es handelt sich um eine Stellungnahme eines christlichen Realismus, die, ohne doktrinelle Starrheit, die Realität wertet unter Beachtung der Würde der menschlichen Person als höchst zu respektierenden Wert. Bei beiden Parteien des Konflikts hat es nicht an Berufungen auf Allah und Gott gefehlt ... Eine solche Sprache ist bedauerlich. Es wird mit dem Namen Gottes Missbrauch getrieben. Keine der beiden Parteien kann zu recht behaupten, das, was sie tut, im Namen Gottes zu tun. Der Heilige Vater hat viele Male betont, dass Gewalt nie im Namen Gottes angewandt werden kann. Da wir vom Katechismus gesprochen haben, ist es gut, daran zu erinnern, was uns das zweite Gebot gebietet: „Du sollst den Namen des Herrn, Deines Gottes, nicht missbrauchen”.

An der vom Johannes Paul II. berufenen Kommission wirkten mit: Kardinal Joseph Ratzinger, vier weitere Kardinäle: Jorge A. Medina Estévez (Chile), Jan P. Schotte (Belgien), Daria Castrillon Hoyos(Kolumbien), Christoph Schönborn (Österreich) - außerdem zwei Erzbischöfe: Tarcisio Bertone (Italien) und Angelo Amato (Italien); zur Redaktion gehörten weiter: Msgr. Raffaello Martinelli (Italien), Pater J. Louis Menvielle (Frankreich), die Dänin Dagny Kjaergaard (Wien).
Der neue “kleine Katechismus” unterteilt die Lehre der Kirche in vier Abschnitte: Glaubensbekenntnis, Sakramente, die Zehner-Weisung und Gebet. Die Arbeit wird nach vatikanischen Standards als außerordentlich schnell beurteilt, zunächst hatte man mit einer Vorbereitungszeit von zwei Jahren gerechnet. Der Papst hatte diesen Auftrag auf Bitten zahlreicher Bischöfe erteilt. Einer von diesen, Kardinal Schönborn von Wien, meinte, der große Kate- chismus mit seinen 2.800 Kapiteln über die Lehre der Kirche sei zu umfangreich für viele katholische Christen. Der Papst sagte, der “kleine Katechismus” fokussiere den großen Katechismus der katholischen Kirche und stelle eine “authentische, sichere und vollständige Zusammenstellung” der Glaubenslehre da.
Katechismus der Katholischen Kirche. Kompendium, Pattloch Verlag München 2005, 256 Seiten, geb. 12,90 €, brosch. 6,90 €. Der Kurz-Katechismus der katholischen Kirche beschreibt nach Worten von Papst Benedikt XVI. „alle wesentlichen und grundlegenden Elemente des Glaubens der Kirche”. In Aufbau, Inhalt und Sprache folgt das Kompendium dem großen Katechismus, der 1992 von Johannes Paul II. veröffentlicht wurde. Um diesen besser zu erschließen, wurden die wichtigsten Sachverhalte von einer Kommission unter Vorsitz des jetzigen Papstes zusammengefasst und im Frühjahr zunächst in italienischer Sprache veröffentlicht. Mit seinen 598 Abschnitten in klassischem Frage-Antwort-Stil und einem Anhang, der die wichtigsten Gebete in lateinischer und deutscher Sprache sowie Formeln der katholischen Lehre enthält, erhebt das neue Vademecum nach Worten des Papstes Anspruch auf „Kürze, Klarheit und Vollständigkeit”. Gedacht ist es daher nur für die katholischen Christen, die sich einen Überblick über das Panorama des Glaubens verschaffen wollen. Ausdrücklich legt es der Papst allen Menschen ans Herz, „die inmitten einer zerstreuten Welt mit vielfältigen Botschaften den Weg des Lebens kennenlernen möchten: die Wahrheit, die Gott der Kirche anvertraut hat”. Gegliedert ist der „kleine” Katechismus in vier Teile. Der erste Teil folgt im wesentlichen den Aussagen des Glaubensbekenntnisses der Kirche. Hier finden sich grundlegende Feststellungen über die Heilsnot- wendigkeit der katholischen Kirche („Nur durch sie kann man die ganze Fülle der Heils- mittel erlangen”). Die Aussage „Außerhalb der Kirche kein Heil” wird mit den Sätzen erläutert, „dass alles Heil von Christus, dem Haupt, durch die Kirche, seinen Leib, kommt. Darum können jene Menschen nicht gerettet werden, die wissen, dass die Kirche von Christus gegründet wurde und zum Heil notwendig ist, in sie aber nicht eintreten oder in ihr nicht ausharren wollen. Zugleich können durch Christus und seine Kirche diejenigen das ewige Heil erlangen, die ohne eigene Schuld das Evangelium Christi und seine Kirche nicht kennen, Gott jedoch aufrichtigen Herzens suchen und sich unter dem Einfluss der Gnade bemühen, seinen durch den Anruf des Gewissens erkannten Willen zu erfüllen.” Der zweite Teil ist der Liturgie der Kirche und den sieben Sakramenten der Kirche gewidmet. Wie in allen anderen Abschnitten wird auch hier keine neue Lehre verkündet. Vielmehr werden verbind- liche Aussagen des kirchlichen Lehramtes zu auch innerkirchlich strittigen Fragen in unzweideutiger Weise festgehalten („Die heilige Weihe kann gültig nur ein getaufter Mann empfangen”). Als Sünden, die dem Ehesakrament widersprechen, werden Ehebruch, Polygamie, die Weigerung, fruchtbar zu sein, sowie die Scheidung genannt. Die Haltung der Kirche gegenüber wiederverheirateten Geschie- denen wird mit den Worten beschrieben, dass ihre Situation dem Gesetz Gottes „objektiv wider- spricht”. Daher könnten sie „nicht die sakramentale Lossprechung empfangen, nicht zur heiligen Kommunion hinzutreten und gewisse kirchliche Aufgaben nicht ausüben”. Im Mittelpunkt des dritten Teils „Leben in Christus” stehen die Zehn Gebote. Das fünfte Gebot „Du sollst nicht töten”, so heißt es, verbiete direkten und willentlichen Mord, direkte Abtreibung, direkte Euthanasie sowie Selbstmord und die freiwillige Beihilfe dazu. Auch der Schutz „jedes Embryos” folgt, so die Kirche, aus dem fünften Gebot. Über den Frieden in der Welt heißt es, die persönlichen Güter müssten angemessen verteilt und gesichert sein, die Menschen frei miteinander verkehren können, die Würde der Personen und der Völker geachtet und die Gerechtigkeit und Brüderlichkeit unter den Menschen gepflegt werden. Den Einsatz militärischer Gewalt schließt die Kirche nicht aus. Er kann sittlich gerechtfertigt sein, „wenn die folgenden Bedingungen gleichzeitig gegeben sind: die Sicherheit, dass der erlittene Schaden dauerhaft und schwer wiegend ist; die Wirkungslosigkeit aller friedlichen Alternativen; ernsthafte Aussichten auf Erfolg; die Vermeidung von schlimmeren Schäden, auch in Anbetracht der Zerstörungskraft der modernen Waffen”. Die Beurteilung dieser Bedingungen obliegt dem klugen Ermessen der Regierenden, wobei „vorsätzliche Handlungen gegen das Völkerrecht und Befehle, solche Handlungen auszuführen”, als Verbrechen geächtet werden „für die blinder Gehorsam kein Entschuldigungsgrund sein kann”. Jedermann ist sittlich verpflichtet, sich Befehlen zu widersetzen,die solche Verbrechen anordnen. Als Verletzungen des sechsten Gebots „Du sollst nicht die Ehe brechen” nennt das Kompendium über Ehebruch hinaus Selbstbefriedigung, Unzucht, Pornographie, Prostitution, Vergewaltigung sowie homosexuelle Hand- lungen. Methoden der Empfängnisverhütung, die über zeitweilige Enthaltsamkeit und die Wahl von unfruchtbaren Perioden hinausgehen, darunter auch direkte Sterilisation, verstoßen nach Aussagen der Kirche ebenso gegen die objektive sittliche Ordnung wie künstliche Befruchtung. Der vierte und letzte Teil dient der Darlegung des christlichen Gebets. Er endet mit der Erläuterung der sieben Bitten des „Vater unser” und der Antwort auf die Frage „Was bedeutet das Amen am Schluss?” DanieldeckersFAZ050811
Aus einem Interview von Guido Horst in der “Tagespost” mit Joseph Kardinal Ratzinger zum Thema: Die moderne Bibelexegese. Auszüge aus dem Gespräch. Das ausführliche Interview finden Sie im Internet unter: www.die-tagespost.com
Guido Horst: Sicherlich hat die moderne Bibelexegese viel zu der Verunsicherung unter den Gläubigen in den deutschsprachigen Ländern beigetragen. Viele Schriftkommentare interpretieren den Glauben der ersten Gemeinden, geben aber den Blick auf den historischen Jesus und seine Taten nicht mehr frei. Ist das Frucht einer soliden wissenschaftlichen Erkenntnis der Bibel- wissenschaft? Haben wir zum Beispiel die Evangelien des Neuen Testaments über Jahrhunderte hin- weg zu wörtlich genommen? Oder ist es doch angebracht, zu dem historischen Jesus wieder durch- zustoßen? Joseph Kardinal Ratzinger: Auf jeden Fall. Das Problem der historisch-kritischen Exegese ist natürlich gewaltig. Seit über hundert Jahren erschüttert es die Kirche, und zwar nicht nur die katholische Kirche. Auch für die protestantischen Kirchen ist das ein großes Problem. Es ist ja sehr bezeichnend, dass sich im Protestantismus die fundamentalistischen Gemeinschaften gebildet haben, die diesen Auflösungs- tendenzen entgegentreten und den Glauben durch Ablehnung der historischkritischen Methode integral wieder erhalten wollten. Dass heute die fundamentalistischen Gemeinschaften wachsen, weltweit Erfolg haben, während die “mainstream-churches” in einer Überlebenskrise stehen, zeigt die Größe des Problems an. In vieler Hinsicht haben wir Katholiken es da besser. Für die Protestanten, die nun den exegetischen Strom nicht annehmen wollten, blieb eigentlich nur der Rückzug, die Wörtlichkeit der Bibel zu kano- nisieren, sie für unverhandelbar zu erklären. Die katholische Kirche hat sozusagen einen größeren Raum, insofern die lebendige Kirche der Raum des Glaubens ist, der einerseits Grenzen absteckt, der anderer- seits aber auch eine Variationbreite zulässt. Eine globale einfache Verdammung der historisch-kritischen Exegese wäre ein Irrtum. Wir haben unglaublich viel von ihr gelernt. Die Bibel erscheint viel lebendiger, wenn man die Exegeten mit all ihren Ergebnissen ansieht: das Wachsen der Bibel, ihr Weitergehen, ihre innere Einheit im Vorangehen und so weiter. Also: Einerseits hat die moderne Exegese uns viel gegeben, aber sie wird dann zerstörerisch, wenn man sich einfach all ihren Hypothesen unterwirft und die vermeintliche Wissenschaftlichkeit zum einzigen Maßstab erhebt. Besonders verderblich hat gewirkt, dass man die gerade herrschenden Hypothesen unverdaut in die Katechese übernommen und als die Stimme der Wissenschaft angesehen hat. Das war der große Irrtum dieser letzten fünfzig Jahre, dass man jeweils die augenblicklich mit großer Gebärde auftretenden Exegesen mit “der Wissenschaft” identisch gesetzt hat und “die Wissenschaft” als die Autorität ansah, die nun allein gültig ist, während der Kirche keine Autorität mehr zukam. Dadurch sind Katechese und Verkündigung fragmentiert worden. Entweder hat man Tra- ditionen nur noch mit halber Überzeugung weitergeführt, so dass jeder erkennen konnte, dass man doch letztlich eher daran zweifelt, oder man hat scheinbare Ergebnisse sofort als gesicherte Stimme der Wissenschaft ausgegeben. In Wirklichkeit aber ist die Geschichte der Exegese zugleich ein Friedhof der Hypothesen, die mehr den jeweiligen Zeitgeist als die wahre Stimme der Bibel repräsentieren. Wer zu schnell, zu eilfertig darauf baut und das für die reine Wissenschaft nimmt, der gerät in einen großen Schiffbruch und sucht sich vielleicht irgendeine Planke heraus - aber die kann auch schnell untergehen. Wir müssen zu einem ausgewogenen Bild kommen - das ist ein Ringen, das gerade jetzt wieder voll im Gange ist: Dass die historisch-kritische Exegese ein Strang der Auslegung ist, der wesentliche Erkennt- nisse vermitteln kann und als solcher respektiert werden muss, aber auch kritisiert werden muss. Denn gerade junge Exegeten zeigen heute, dass unglaublich viel Philosophie in der Exegese steckt. Was scheinbar nur Tatsachen spiegelt und die Stimme der Wissenschaft sein soll, ist in Wirklichkeit Ausdruck eines bestimmten Weltbildes, demzufolge es zum Beispiel Auferstehung nicht geben oder Jesus so nicht geredet haben kann, oder was auch immer. Heute ist gerade unter jungen Exegeten eine Relativierung der historischen Exegese im Gang, wobei diese ihre Bedeutung behält, ihrerseits aber philosophische Voraussetzungen in sich trägt, die kritisiert werden müssen. Deswegen muss diese Art, sich des Sinnes der Bibel zu vergewissern, ergänzt werden durch andere Formen, vor allem durch die Kontinuität der Einsichten der großen Glaubenden, die auf einem ganz anderen Weg in den wirklichen, inneren Kern der Bibel vorgestoßen sind, während die scheinbare, aufklärerische Wis- senschaft,die nur Tatsachen sucht, sehr an der Oberfläche geblieben ist und in den inneren Grund, der die ganze Bibel bewegt und zusammenhält, nicht vorstößt. Wir müssen wieder erkennen, dass der Glaube der Glaubenden eine echte Weise des Sehens und des Erkennens ist, und so zu einem größeren Zusammenhang kommen. Zweierlei ist wichtig: Skepsis gegenüber dem, was sich als “die Wissenschaft” ausgibt, und vor allem Vertrauen zum Glauben der Kirche, der die eigentliche Konstante ist und der uns den wirklichen Jesus zeigt. Immer noch ist der Jesus, den uns die vier Evangelien bieten, der wirkliche Jesus. Alles andere sind fragmentarische Konstruktionen, in denen sich der Geist der Zeit viel mehr spiegelt als die Ursprünge. Das haben jetzt auch exegetische Studien analysiert: Wie sehr die verschiedenen Jesusbilder nicht Ergebnisse der Wissenschaft sind, sondern Spiegelungen dessen, was ein bestimmter Mann oder eine bestimme Zeit für das Wissenschaftsfähige hielt.
Wir weisen hin auf das Schreiben der Kongregation für die Glaubenslehre von Kardinal Joseph Ratzinger an die Bischöfe der Katholischen Kirche Über die Zusammenarbeit von Mann und Frau in der Kirche und in der Welt. Text siehe: Mann und Frau

Ökumene aus der Sicht von Kardinal Joseph Ratzinger Im Glauben geeint, in allem anderen frei - Interview von Guido Horst in “Die Tagespost” Wir bringen hier Auszüge aus dem Gespräch. Das ausführliche Interview finden Sie im Internet unter: www.die-tagespost.com
Guido Horst: Ein Gradmesser, um die Bindung an die jeweilige Glaubensgemeinschaft oder Kirche zu messen, war für uns der erste Ökumenische Kirchentag in Berlin. Die Verantwortlichen auf katholischer und evangelischer Seite haben sich daran gehalten, dass zum Beispiel die Einheit noch nicht da ist und somit keinen Ausdruck finden kann in einer gemeinsamen Eucharistiefeier oder einem gemeinsamen Abendmahl. Aber man hatte den Eindruck, dass die breite Masse der Besucher für diese Trennung kein Verständnis mehr hat. Löst sich das Katholische auf in eine christliche Einheitsreligion? Joseph Kardinal Ratzinger: Die Gefahr ist sehr ernst. Man muss zunächst anerkennen, dass die Autoritäten auf katholischer und evangelischer Seite gemeinsame Eucharistie- bzw. Abendmahlsfeiern ausgeschlossen haben. Das war auf protestantischer Seite Respekt vor dem ökumenischen Partner. Gleichzeitig wurde gesagt: An sich ginge es, aber wir respektieren, dass die Katholiken ihre anderen Rechtsordnungen haben. Damit gab man gleichzeitig zu erkennen, dass diese Rechtsordnungen eigentlich überschritten werden müssten und der Sache nach schon überschritten sind. Das Kirchenbewusstsein ist aber auch bei Katholiken relativiert. Sie können weithin nicht mehr an- nehmen, dass die katholische Kirche ihnen wirklich die Bürgschaft der Wahrheit ist. Und vor allen Dingen ist die Sicht des Sakraments auf beiden Seiten sehr unscharf geworden. Mit der Leuenburger Konkordie haben die Protestanten erst vor dreißig Jahren mühsam eine Kommuniongemeinschaft gefunden, wobei die Lutheraner ihren Glauben an die Realpräsenz ins zweite Glied zurückstellen mussten. Das ist schon ein bedeutsamer Vorgang, dass man etwas, was bisher grundlegend war, ins Subjektive zurücknimmt und damit sowohl den eigenen Glauben wie die äußere Gestalt relativiert. Da ist sowohl auf der protestan- tischen als auch der katholischen Seite eine Grundbesinnung darüber nötig, was das Sakrament ist, wie es recht gefeiert wird, was die Bedingungen dafür sind und wie Einheit eine wirkliche Einheit und nicht eine Reduktion sein kann, die das Sakrament dann selber herabstuft. Auf der anderen Seite organisieren sich die Katholiken, die, wie sie selbst sagen, “treu zu Papst und Lehramt stehen” und das Katholische hochhalten. Die entsprechende Spaltung unter den Gläubigen reicht weit in die Gemeinden hinein und führt manchmal sogar dazu, dass Kirchgänger die Pfarrgemeinde wechseln oder gar nicht mehr zur Kirche gehen. Sehen Sie einen Ausweg aus dieser Spaltung oder einen möglichen Neuanfang, der die “Lager” innerhalb der Kirche im deutschsprachigen Raum wieder zusammenführt? Ich würde sagen, dass die innere Spaltung der Kirche eines der drängenden Probleme unserer Zeit ist, und dass wir es wohl noch nicht ernst genug ins Auge fassen. Wir sind mit Ökumenismus beschäftigt und vergessen dabei, dass sich die Kirche in ihrem Inneren gespalten hat und dass das bis in die Familien und Gemeinden hineinreicht. Ich würde dazu zunächst eine eine kleine Begebenheit erzählen. Kardinal Joseph Bernardin, der Erzbischof von Chicago, hat kurz vor seinem Tod - schon von Krankheit gezeichnet - dieselbe Situation in Amerika sehr stark empfunden und damals ein “common ground” Projekt gegründet. Das heißt er wollte versuchen,mit möglichst großen und breit gestreuten Gesprächsforen herauszufinden, wie man in diesen Spaltungen wieder einen gemeinsamen Grund finden kann. Er ist dann gestorben, hat aber noch einen Bischof eingesetzt, der das weiterführen sollte. Aber die Sache ist dann bald im Sande verlaufen, weil sich einfach zeigte: Es gibt schon den “common ground”. Der “common ground” ist das Glaubensbekenntnis der Kirche. Was wir darüber hinaus hinzufügen, ist selbstgemacht und kann infolge- dessen nicht gemeinsam binden. Was über das gemeinsame Bekenntnis der Kirche hinausgeht, gehört in den Raum der Freiheit, den man dann auch unterschiedlich anzunehmen lernen muss. Der eigentliche gemeinsame Grund, der einzige, der wirklich tragen kann, weil er nicht von uns selbst, von keinem Gremium oder jemand anderem erfunden ist, sondern aus dem Ursprung kommt, ist der Glaube der Kirche selbst. Das müssen wir vor allem wieder lernen, dass es einen Glauben der Kirche gibt, der nicht autoritäre Fixierung, sondern die Mitgift Jesu Christi an seine Kirche ist. Wenn gelegentlich gesagt wird - wie zum Beispiel nach der Enzyklika über die Eucharistie - man könne den Glauben nicht autoritär normieren, klingt das natürlich großartig. Aber ich frage mich: was ist dann die Alternative? Soll ihn sich jeder selber ausdenken? Dann gibt es keine Glaubensgemeinschaft mehr. Dass wir einen Glauben haben, das ist die Gemeinsamkeit, und nur der Glaube kann Gemeinsamkeit stiften. Ich glaube, wir müssen alles daran setzen, wieder zu lernen, dass es den “common ground” gibt und dass dieser uns zugleich die Freiheit und die Garantie der Vielfältigkeit ist. Finden Katholiken und Lutheraner in absehbarer Zukunft zur Gemeinschaft am Altar? Ich würde sagen: Menschlich gesprochen Nein. Ein erster Grund ist zunächst einmal die innere Spal- tung in den evangelischen Gemeinschaften selbst. Denken wir nur an das deutsche Luthertum, wo es Menschen mit einem sehr tiefen, auch kirchlich geformten Glauben und dann einen liberalen Flügel gibt, der den Glauben letztlich als individuelle Wahl sieht und die Kirche fast verschwinden lässt. Aber auch von diesen inneren Spannungen im evangelischen Bereich abgesehen, gibt es nach wie vor fundamentale Differenzen zwischen den aus der Reformation des sechzehnten Jahrhunderts kommenden Gemein- schaften und der katholischen Kirche. Wenn ich etwa an die offizielle Broschüre der Evangelischen Kirche in Deutschland über das Abendmahl denke,sind da zwei Dinge, die wirkliche einen ganz tiefen Riss zeigen. Zum einen wird dort gesagt, dass grundsätzlich jeder getaufte Christ der Eucharistie vorstehen kann. Außer der Taufe gibt es danach keine sakramentale Struktur in der Kirche. Das bedeutet, dass die Nachfolge der Apostel im Bischofs- und Priesteramt abgelehnt ist, die aber schon in der Bibel als kon- stitutive Form für die Gestaltwerdung der Kirche erscheint. In diesem Zusammenhang gehört die Gestaltwerdung des neutestamentlichen Kanons der “Schrift” des Neuen Testaments. Der Kanon war ja nicht einfach von selber da. Er musste erkannt werden. Dazu aber war eine entscheidungsberechtigte Autorität nötig. Das konnte nur die apostolische Autorität sein, die im Amt der Apostelnachfolge gegenwärtig war. Kanon Schrift und apostolische Nachfolge - Bischofsamt - sind untrennbar. Der zweite Punkt der Broschüre, der mich ebenfalls verwundert hat: Es werden die wesentlichen Bestandteile der Abendmahlsfeier genannt. Dabei kommt die Eucharistia, das Hochgebet, nicht vor, das ja nicht von der Kirche erfunden wurde, sondern direkt aus dem Be- ten Jesu - dem großen Segensgebet der jüdischen Überlieferung - kommt und zusammen mit den Gaben von Brot und Wein die konstitutive Gabe des Herrn an die Kirche darstellt. Ihm verdanken wir, dass wir im Beten Jesu mitbeten und durch sein Beten, das der eigentliche Opferakt war, der sich im Kreuz verleiblicht, das Opfer Christi gegenwärtig und Eucharistie mehr als ein Mahl ist. Insofern liegen die katholische Grundvision von Kirche sowie Eucharistie und alles, was die EKD-Broschüre sagt, offensichtlich sehr weit auseinander. Dahinter steht das zentrale Problem des “sola scriptura” (“allein die Schrift”). Professor Jüngel von Tübingen hat das in die Formel gefasst: Der Kanon selbst ist die Nachfolge der Apostel. Aber woher kennen wir den Kanon? Wer legt ihn aus? Jeder für sich selbst? Oder die Gelehrten? Dann beruht unser Glaube nur auf Hypothesen, und die tragen nicht im Leben und nicht im Sterben. Wenn die Kirche keine Stimme hat, wenn sie nichts mit Vollmacht zu den letzten Fragen des Glaubens sagen kann, dann gibt es eben keinen gemeinschaftlichen Glauben. Dann sollte man das Wort Kirche streichen, denn eine Kirche, die uns nicht den gemeinsamen Glauben gewähren kann, ist keine Kir- che. Insofern ist die Grundfrage nach der Kirche und der Schrift letztlich die Frage, die dasteht und die nicht beantwortet ist. Das alles schließt freilich nicht aus, dass die wirklich Glaubenden sich in einer tiefen inneren Nähe begegnen können, wie ich selbst immer wieder dankbar erfahren darf.
Joseph Kardinal Ratzinger: Gott ist uns nah. Eucharistie: Mitte des Lebens Verantwortung, Klugheit, Gradlinigkeit. Seit 1981 war Kardinal Ratzinger an der Seite von Papst Johannes Paul II. verantwortlich für die Bewahrung und authentische Interpretation des katholischen Glaubens. Ein Amt, das eine große Bürde mit sich bringt: Welches Bild von “Kirche” hat Kardinal Joseph Ratzinger über all die Jahre verinnerlicht? Seine Schüler haben aus Anlass des 75. Ge- burtstages des Kardinals dieses Buch zusammengestellt, das tiefe Einblicke in seinen theologischen Kosmos erlauben. 288 S., Gebunden: € 18,90. Buchhandlungen oder: or@schwabenverlag.de
Joseph Kardinal Ratzinger: Gott und die Welt. Glauben und Leben in unserer Zeit. Hörbuch auf 12 Cassetten. Gelesen von Markus Menhofer. Wer das Buch von Joseph Kardinal Ratzinger “Salz der Erde” mit Genuss gelesen hat, hat allen Grund, sich auf das von ihm erschienene Werk “Gott und die Welt” zu freuen. Wieder stellt der Jour- nalist Peter Seewald an den Kardinal Fragen, die dieser offen beantwortet. Die Fragen sind oft sachlich und ihre Beantwortung dient der objektiven Information. Diese Fragen sind aber auch sehr direkt, betreffen nicht nur seine Tätigkeit, sondern auch seine Einstellung zum Eigentlichen des Seins und wie er damit umgeht. So wird nicht nur die Frage, die seine Tageseinteilung betrifft, gestellt, sondern vielmehr alles, was Leib, Seele und Geist angeht. So nimmt es nicht Wunder, wenn wir erfahren, wie sein Gebetsleben abläuft, wie er mit Mit- und Umwelt den Alltag gestaltet, wie er mit dem Papst, dem Kardinalskollegium und seiner eigentlichen Tätigkeit in der Glaubenskongregation sein eigentliches Betätigungsfeld sah. Für mich hat dieses Werk drei Ebenen. Die erste wird durch Peter Seewalds vornehme, zeitweise auch sehr ins Eingemachte gehenden Fragen bestimmt. Die zweite ist die Sachinformation auf Fragen, Gott und die Welt betreffend. Die dritte ist die ganz persönliche Einstellung, das Umgehen mit dem Glaubens- leben. Gerade auf dieser Ebene erfahren wir so manches, das unser eigenes “Ich” zur Stellungnahme herausruft. Wie ist das z.B. mit dem “Engel des Herrn”, ist das für mich ein Relikt aus Großmutters Zeiten oder fordert mich der Ruf der Glocken zum Innewerden auf. Der Kardinal hat trotz aller Arbeit, und die ist reichlich vorhanden, Zeit für ein Gebetsleben, das uns als Mitchristen zum Innehalten und eigener Stellungnahme auffordert. “Gott und die Welt” als Titel umfasst im vollen Sinne des Wortes alles, aber es sagt zu wenig über die Schwerpunkte. Und diese Schwerpunkte machen den Wert des Buches aus. Die nüchterne Sachinfor- mation können wir auch von anderen Büchern, insbesondere dem Katechismus, erfahren, doch wie er, der Kardinal, mit allem umgeht, das ist das, was das Buch so spannend, so ansprechend,so persönlich macht. Wäre der Titel “Gott und die Welt und ich”, wäre sicher mancher Neugierige herausgefordert. Auch am Ende dieser Aufsprache heißt es, ob dem Hörer das Buch gefallen habe. Meine Antwort: Aufsprache ist prima, und wenn es eine Steigerung für die Benotung des Inhaltes gäbe, zur Eigen- meditation und vergleichende Stellungnahme fürs eigene Ich bestens geeignet. Es ist ein Standardwerk gelebten Glaubens und ich darf Ihnen verraten, ich werde es noch einmal anhören. Ich bin überzeugt, wenn ich ein zweites Mal denselben Text höre, höre ich viel Neues, was mir zunächst entgangen war. Ob Sie es versuchen? Eva-Maria Müller in: Lux Vera 010920; Bestellnummer 4228 bei: Deutsche Katholische Blindenbücherei; - für Blinde kostenlos frei Haus! Telefon (0228) 55 94 90 Fax: (0228) 559 49 19. Bestellung siehe: Hörbücher

Zwei weitere Bücher von Papst Benedikt XVI.
1. Die Botschaft der Psalmen. Mit dem Papst beten. “Begegnung mit Christus findet nicht nur im Flehen um Hilfe Ausdruck, sondern auch in der Danksagung. Lob, Anbetung, Betrachtung, Zuhören, Leidenschaft der Gefühle bis hin zu einer richtigen Verliebtheit des Herzens”. Papst Benedikt XVI. am 27. April 2005. Diesem Anliegen folgt Papst Benedikt XVI. seit seiner ersten GeneralAudienz. Mit seinen wöchentlichen Psalmenmeditationen betont er die spirituelle Tragkraft des täglichen Psalemengebetes. ISBN-10: 3-460-32079-6. Verlag Katholisches Bibelwerk, Stuttgart. 9,90 €. 2. Der Papst in der Heimat. Begegnungen & Erinnerungen. Der Erinnerungs-Bildband zum Papstbesuch mit CD. Bewegendste Fotos und Informationen zu Begeg- nungen, Ansprachen und Ergebnissen der Reise,sowie Persönliches und Biografisches zum Heiligen Vater. Zusammengestellt von Pater Eberhard von Gemmingen SJ (Radio Vatikan). Mit einer exklusiven Hörbuch-CD mit den wichtigsten Ansprachen des Papstes im Originalton während des Deutschlandbesuches. 120 Seiten, CD: 75 Minuten. ISBN 3-7462-2090-4; Euro 9,90
Hier folgt eine vollständige Bibliographie der Werke von Joseph Ratzinger
Volk und Haus Gottes in Augustins Lehre von der Kirche München 1954, XXIV, 331 S. (Münchner Theologische Studien, 2. Abt., 7. Bd.); Neuauflage (EOS Verlag) St. Ottilien 1992; - italienisch: Popolo e casa di Dio in S. Agostino. Milano 1979. Die Geschichtstheologie des heiligen Bonaventura München 1959. XXIV, 168 S.; Neuauflage (EOS Verlag) St. Ottilien 1992; - amerikanisch: The Theology of History in St. Bonaventure. Chicago 1971, 2. Aufl., 1989; - französisch: La theologie de l'histoire de saint Bonaventure Presses universitaires de France, Paris 1988; - italienisch: La teologia della storia di San Bonaventura. Milano 1978,1991. Der Gott des Glaubens und der Gott der Philosophen München 1960, 36 S.; - spanisch: El Dios de la fe y el Dios de filósofos. Madrid 1962; - russisch: Bog very i Bog filosofov. Leningrad 1977 (Samizdat). Die christliche Brüderlichkeit. Kösel-Verlag, München 1960. 127 S. (Zuerst erschienen in: Der Seelsorger 26 (1958) 387-429); - französisch: Frères dans le Christ. L'esprit de la fraterniteé chretienne. Paris 1962; - italienisch: Fraternità cristiana, Roma 1962; La Fraternitä cristianà. Editrice Queriniana, Brescia 2005; - holländisch: De Christelijke broederlijkheid. Hilversum-Antwerpen, 1963; - griechisch: Athen 1964; - englisch: Christian Brotherhood, London 1966; - amerikanisch: The open circle. The meaning of Christian brotherhood, New York 1966; - spanisch: La fraternidad cristiana. Madrid 1966; Neuausgabe: La fraternidad de los cristianos. Ediciones Sigueme, Salamanca 2004; - japanisch: Tokyo 1972; - ungarisch: Guardini-Pieper-Ratzinger-Rahner-Balthasar-Varvier, A Secretetróe (Vigilia, Budapest 1987) 207-272. Episkopat und Primat (Zusammen mit Karl Rahner), (Quaestiones disputatae 11) Freiburg 1961, 2. Aufl., 1963; - englisch: The Episcopate and the Primacy. London - Edinburgh - New York 1962; - spanisch: Episcopado y Primado, Barcelona 1965; - italienisch: Episcopato e primato (hg. v. A. Bellini). Brescia 1966. Die erste Sitzungsperiode des 2. Vatikanischen Konzils. (1) Köln 1963.67 S.; - englisch in: The Furrow 14 (1963) 267-288; -spanisch: La Iglesia se renueva. Buenos Aires 1965; Das Konzil auf dem Weg. Rückblick auf die zweite Sitzungsperiode. (2) Köln 1964, 81 S.; - italienisch: Concilio in cammino - Sguardo retrospettivo sulla seconda sessione. Roma 1965; - spanisch: La Iglesia se mira a si misma. Buenos Aires 1965; - englisch: 1966. Der gegenwärtige Stand der Arbeiten des Zweiten Vatikanischen Konzils Vortrag, gehalten am 1. Oktober 1964, hg. von der katholischen Rundfunk- und Fernseharbeit in Deutschland, Bonn 1964. Ergebnisse und Probleme der dritten Konzilsperiode. (3) Köln 1965, 90 S.; - spanisch: Resultados y perspectivas en la Iglesia conciliar. Buenos Aires 1965; - italienisch: Problemi e risultati del Concilio Vaticano II. Brescia 1966; - englisch: 1966. Offenbarung und Überlieferung (Zusammen mit Karl Rahner), (Quaestiones disputatae 25). Freiburg 1965; - holländisch: Openbaring on overlevering. Hilversum 1965; - amerikanisch / englisch: Revelation and Tradition, New York / Freiburg - London 1965; - italienisch: Rivelazione e Tradizione. Brescia 1970; - spanisch: Revelación y Traditión. Barcelona 1970; - portugiesisch: 1970; - französisch: Revélation et tradition. Paris 1972. Probleme der vierten Konzilsperiode Vortrag, gehalten am 28. Oktober 1965 in Rom, hg. von der katholischen Rundfunk- und Fernseharbeit in Deutschland, Bonn 1965. Vom Sinn des Christseins Drei Predigten. München 1965; 2. Aufl. 1966; 3. Aufl. 1971; - italienisch: II senso dell'esistenza cristiana. Catania 1966; 2. Aufl. 1974; - spanisch in: Ser cristiano, Salamanca 1967, 2. Aufl. 1972 (enthält: Die sakramentale Begründung christlicher Existenz und Meditationen zur Karwoche). - amerikanisch: Being Christian. Chicago 1970; - französisch: Un seul Seigneur, une seule foi. Paris 1971, Tours 1973. Die letzte Sitzungsperiode des Konzils (4) Köln 1966, 82 S.; - englisch: 1966; - italienisch: Problemi e risultati del Concilio Vaticano II. Bresda 1966; - spanisch: La Iglesia en el mundo de hoy. Buenos Aires 1968. Die sakramentale Begründung christlicher Existenz, Meitingen/Freising 1966. 25 S., 2. Aufl. 1967, 3. Aufl. 1970, 4. Aufl. 1973; - französisch: Sacrements etexistence chrétienne, in: Prière et vie (142), 1967, S. 277-285 und 341-350; - spanisch: Ser cristiano, Salamanca 1967, 2. Aufl. 1972; - italienisch: II fondamento sacramentale dell’esistenza cristiana. Brescia 1971. Das Problem der Dogmengeschichte in der Sicht der katholischen Theologie Köln/Opladen 1966, 46 S. (Arbeitsgemeinschaft für Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen. Geisteswissenschaften Heft 139); - italienisch in: Testimonianze 13 (1970) Nr. 126, S. 510-534. Einführung in das Christentum Vorlesungen über das Apostolische Glaubensbekenntnis. München 1.-5. Aufl. 1968, 6.-9.Aufl.1969, 10.-11.Aufl. 1970, 12.Aufl. 1977, 307 S.; Taschenbuchausgabe: 1971, 2. Aufl. 1972, 3. Aufl. 1977, 4. Aufl. 1980; Paperbackausgabe: 1974, 2. Aufl. 1976, 3. Aufl. 1977, 4. Aufl. 1980 (33.-38. Tausend); 5. Aufl. 1985 (78.-81. Tausend), 1998 (87.-88.Tsd); unveränderte, mit einer neuen Einführung versehene Neuausgabe, Kösel, München 2000; als Taschenbuchsonderausgabe beim Weltbild Verlag, Augsburg 2005; - englisch: Introduction to Christianity. London 1969, 2. Aufl. 1985; - französisch: Foi chrétienne, hier et aujour d'hui. Paris-Tours 1969, 2. Aufl. 1985; - holländisch: De kern van ons geloof. Tielt-Utrecht, 1.-3. Aufl. 1970, - italienisch: Introduzione al cristianesimo. Brescia 1969, 5. Aufl. 1974, 7. Aufl. 1984, 9.Aufl. 1990, 10.Aufl. 1993, 11.Aufl. 1996; mit einer neuen Einführung versehene Neuausgabe, 12. Aufl. 2003; - amerikanisch: Introduction to Christianity. New York 1970, 2.Aufl.1979, Neuauflage Ignatius Press, San Francisco 1990; mit neuem Vorwort, Ignatius Press, San Francisco 2004; - kroatisch: Uvod u krscanstvo. Predavanja o apostolskom vjeroranju. Zagreb 1970; - polnisch: Wprowadzenie w chrzescijanstwo. Krakau 1970, 2. Aufl. 1994; - portugiesisch: Introducao ao cristianismo. Sao Paulo 1970; - spanisch: imroducción al cristianismo. ediciones Sigueme, Salamanca 1969, 2. Aufl. 1970, 3. Aufl. 1976, 4. Aufl. 1979, 5. Aufl. 1982; 6. Aufl. 1987, 8. Aufl. 1996, 9. Aufl. 2001 (mit neuem Vorwort); 10. Aufl. 2002; - japanisch: Kirisutokyo Nyumon: Tokyo 1973; - koreanisch: Geuriseudo sinang. Seoul 1974, 2. Aufl. 1983; - slowenisch: 1975; - ungarisch: A kerestény hit. Gondolatok az Apostoli Hitvallás nyomán. Wien 1976; - russisch: Brüssel 1988; - tschechisch: Brno 1991; - litauisch: Vilnius 1991; - arabisch: Beirut 1993; - norwegisch: Oslo 1993; - chinesisch: Shanghai 2002; - rumänisch: Introducere in crestinism: prelegeri despre Crezul apostolic. Sapientia Iasi 2004. Meditationen zur Karwoche (Meitinger Kleinschriften). Meitingen / Freising 1969, 2.-3. Aufl. 1970, 4. Aufl. 1973, 5. Aufl. 1974, 6. Aufl. 1978, 7. Aufl. 1980. Teilabdruck (Karsamstag) in: Humanitas Nr. 5/1997, S. 116-123; - spanisch in: Ser cristiano, Salamanca 1967, 2. Aufl. 1972. Das neue Volk Gottes Entwürfe zur Ekklesiologie. Düsseldorf 1969. 424 S. 2. Aufl. 1970; Taschenbuchausgabe 1972, 2. Aufl. 1977; - französisch: Le nouveau peuple de Dieu. Paris 1971 (Teilübersetzung); - italienisch: II nuovo popolo di Dio. Brescia 1971, 2. Aufl. 1972, 3. Aufl. 1984; - spanisch: El nuevo pueblo de Dios. Barcelona 1972; - portugiesisch: 0 novo povo de Deus. Sao Paulo 1974; - polnisch: Posen 1975. Glaube und Zukunft München 1970. 131 S., 2. Aufl. 1971; - amerikanisch: Faith and Future. Chicago 1971; - französisch: Foi et avenir. Paris 1971; - holländisch: De toekomst van het geloof. Tielt-Utrecht 1971; - italienisch: Fede efuturo (Meditazioni teologiche 49). Brescia 1971; 2. Aufl. 1984; - japanisch: Tokyo 1971; - portugiesisch: 1971; - spanisch: Fe y futuro. 1973; - polnisch: Wiara i przyszlosc, Warschau 1975. Demokratie in der Kirche. Möglichkeiten, Grenzen, Gefahren (Zus. mit H. Maier). Limburg 1970. 77 S.; Neuauflage mit zusätzlichem Beitrag »Demokratisierung der Kirche - dreißig Jahre danach«, 104 S., Limburg-Kevelaer 2000; - italienisch: Democrazia nella Chiesa. Possibilità, limiti, pericoli.Roma 1971; - spanisch: ?Democracia en la Iglesia? Madrid 1971; - französisch: Démocratisation dans l'Eglise? Possibilités, limites, risques. Paris 1972, Sherbrooke (Quebec / Canada) 1973; - portugiesisch: Democracia na Igreja: possibilidades, limites, perigos. Sao Paulo 1976. Die Situation der Kirche heute. Hoffnungen und Gefahren (Zus. mit Kardinal J. Höffner, Für das Endgültige entschieden) (Kölner Beiträge 1). Köln 1.-4. Aufl. 1970, 5. Aufl. 1971, 6. Aufl. 1973, 7. leicht veränderte Aufl. 1977 (Rufe in die Zeit 4) (o. Beitrag von Kardinal J. Höffner). Zwei Plädoyers.Warum ich noch ein Christ bin. Warum ich noch in der Kirche bin (Zusammen mit H. U. von Balthasar). München 1.-2. Aufl. 1971; Auszug in: Die Furche 1975, Nr. 36,10; - amerikanisch / englisch: Two say why. Why I am still a Christian, Why I am still in the Church. Chicago / London 1971; - italienisch: Perche sono ancora cristiano. Perche sono ancora nella Chiesa. Brescia 1971; - französisch: Eglise du Christ, bien de ma foi: G.-M. Garonne, J. Danielou, J. Ratzinger, H. Ü. v. Balthasar, Je crois en l’Eglise, que je n'en sois jamais separe. Tours-Paris 1972, 79-109; - spanisch: ?Por qué soy cristiano? iPor qué permanezco todavia en la iglesia? Salamanca 1.-2. Aufl. 1974; 3. Aufl. 1975. Die Einheit der Nationen. Eine Vision der Kirchenväter Salzburg-München 1971; - spanisch: La unidad de las nadones (Aportaciones para una teologia politica). Madrid 1972; - italienisch: L'unità delle nazioni. Una visione dei Padri della Chiesa. Brescia 1973; - portugiesisch: Sao Paulo 1975. Teologia e historia. Notas sobre el dinamismo histórico de la fe Salamanca 1972; - italienisch: Storia e dogma. Milano 1971. Die Hoffnung des Senfkorns. Meitingen/Frei-sing 1973, 39 S., 2. Aufl. 1974, 3. Aufl. 1978; - italienisch: Speranza del grano di senape. Brescia 1974; - spanisch: El rostro de Dios. Salamanca 1983; - ungarisch: 1979. Dogma und Verkündigung München/Freiburg 1973, 464 S., - italienisch: Dogma e predicazione. Brescia 1974; - spanisch: Palabra en la Iglesia. Salamanca 1976; - portugiesisch: Dogma e Anunciacao, Sao Paulo 1977; - amerikanisch: Dogma and Preaching (Auswahl-Ausgabe).Chicago 1985. Das Heil des Menschen Innerweltlich-christlich (Zus. mit U. Hommes). München 1975, 63 S.; - italienisch: La Salvezza dell'uomo. Brescia 1976. Der Gott Jesu Christi. Betrachtungen über den Dreieinigen Gott München 1976. 93 S., 2. Aufl. 1977; - französisch: Le Dieu de Jésus-Christ: Méditations sur Dieu-Trinité (Collection »Communio«). Paris 1977; - amerikanisch: The God of Jesus Christ.Meditations on God in the Trinity. Chicago 1978; - italienisch: II Dio di Gesù Cristo. Brescia 1978; - spanisch: El Dios de Jesucristo: Meditaciones sobre el Dios uno y trino. Salamanca 1978, 2. Aufl. 1980; - polnisch: Krakow 1995. Mit der Kirche leben (Zus. mit Karl Lehmann). Freiburg 1.-4. Aufl. 1977; - amerikanisch: Living with the Church. Chicago 1978; - französisch: Vivre avec l'Eglise. Paris 1978; - italienisch: Vivere con la Chiesa. Brescia 1978; Eschatologie - Tod und ewiges Leben (J. Auer-J. Ratzinger, Kleine Katholische Dogmatik Bd. IX). Regensburg 1.-2. Aufl. 1977, 3.-5. Aufl. 1978; veränderte Fassung: Leipzig 1981; 6. erweiterte Auflage 1990; - französisch: La mort et l’au-delà. Court traité d'espérance chrétienne (Collection »Communio«). Paris 1979, rééd. 1994; - italienisch: Escatologia - morte e vita eterna. Assisi 1979; - spanisch: Escatologia: la muerte y la vida eterna. Barcelona 1979 2. Aufl. 1984; - polnisch: Eschatologia, smierc i zycie wieczne. Posen 1984, Warszawa 2. Aufl. 1986,2000; - amerikanisch (ergänzte Ausgabe): Eschatology, Death and Eternal Life. Chicago 1988; - litauisch: Eschatologija. Vilnius 1996; - tschechisch: Eschatologie. Smrt a vecriy zivot. Barrister & Principal, Brno 1997. Erlösung, mehr als eine Phrase? (Steinfelder Kleinschriften 3), Steinfeld 1977. Die Tochter Zion. Betrachtungen über den Marienglauben der Kirche Einsiedeln 1.-2. Aufl. 1977, 83 S., 3. Aufl. 1978; 4. Aufl. 1990; - italienisch: La figlia di Sion. La devozione a Maria nella Chiesa. Milano 1979; - amerikanisch: Daughter Zion. San Francisco 1983; - ungarisch in: Jézus és az Egyház Anyja. Prugg Verlag Eisenstadt 1987,24-62; - koreanisch: 1990; - polnisch: 1997; Wzniosla Córa Syjonu. Wydawnictwo Pallottinum, Poznan 2002; - französisch: La Fille de Sion. Considérations sur la foi mariale de l'Eglise. Éditions Parole et Silence, 2002. Gottes Angesicht suchen. Betrachtungen im Kirchenjahr (Theologie und Leben 46). Freising 1978. 60 S., 2. Aufl. 1979; - amerikanisch: Seeking God's face (with the lesson of Christmas Donkey by Pope John Paul I). Chicago 1982; - spanisch: El rostro de Dios (zusammen mit: »Hoffnung des Senfkorns«, und »Licht, das uns leuchtet«). Salamanca 1983; - italienisch: Cerco il tuo volto Dio (zusammen mit: »Licht, das uns leuchtet«). Milano 1985. Licht, das uns leuchtet Besinnungen zu Advent und Weihnachten (mit der Betrachtung »Die Lektion des Weihnachtsesels« von Papst Johannes Paul I.). Freiburg 1.-4. Aufl. 1978,64 S.; 5.-6. Aufl. 1979; 7. Aufl. 1982; Neuausgabe (ohne Betrachtung von Papst Johannes Paul I.) Freiburg 1999; - spanisch: El rostro de Dios. Salamanca 1983 (s.o.); - italienisch: Cerco il tuo volto Dio. Milano 1985 (s. o.). Eucharistie - Mitte der Kirche München 1978. 71 S. Mitarbeiter der Wahrheit Gedanken für jeden Tag. Hrsg. von Sr. Irene Grassl. Mit Bildern von R. Seewald. Verlag J. Pfeiffer München 1979; überarbeitete und erweiterte Neuauflage, Verlag Johann Wilhelm Naumann, Würzburg 2. Aufl. 1990; 3. Aufl. 1992 - französisch: Vivre sa foi. Méditations pour chaque jour de l’année sur des thèmes spirituels et théologiques. Paris 1979; - polnisch: Sluzyc Prawdzie. Ksiegarnia sw. Wojciecha Poznan 1983; TUM, Wroclaw 2001; - amerikanisch: Co-Workers oft he Truth. Meditations for Every Day oft he Year. San Francisco 1992; - italienisch: Collaboratori della verità. Edizioni San Paolo, Cinisello Balsamo (Milano) 1994. A Mustármag remeny (ungarisch). Eisenstadt 1979. (Auswahl verschiedener Beiträge). »Ich glaube.« Strukturen des Christlichen Hrsg. von Willi Kraning. Leipzig 1979. (Auswahl aus verschiedenen Werken). Zum Begriff des Sakramentes (Eichstätter Hochschulreden 15). München 1979. 20 S. Maria - Kirche im Ursprung (Zus. mit H. U. v. Balthasar). Freiburg 1980; 4. erweiterte Auflage, Johannes Verlag, Einsiedeln-Freiburg 1997; - russisch: Marija - praobraz Cerkvi. Leningrad 1980 (Samizdat); - französisch: Marie, première Eglise. Paris 1981, 2. Aufl. 1987; erweiterte 3. Auflage 1998; - italienisch: Maria, chiesa nascente. Roma 1981; erweiterte Neuauflage 1998; - spanisch: María, primera Iglesia. Madrid 1982; erweiterte Neuauflage 1999; - polnisch: Dlaczego colasnie Ona. Warszawa 1991; - spanisch: María, Iglesia naciente. Ediciones Encuentro, Madrid 1999. Konsequenzen des Schöpfungsglaubens (Salzburger Universitätsreden, Heft 28). Salzburg 1980.22 S. Glaube - Erneuerung - Hoffnung Theologisches Nachdenken über die heutige Situation der Kirche. Hrsg. von W. Kraning. Leipzig 1981 (Auswahl aus verschiedenen Werken). Umkehr zur Mitte Meditationen eines Theologen. Hrsg. von G. Nachtwei. Leipzig 1981. Das Fest des Glaubens Versuche zur Theologie des Gottesdienstes. Einsiedeln 1981. 133 S., 2. Aufl. 1982; - italienisch: La festa della fede. Milano 1984; - französisch: La Célebration de la foi: essai sur la théologie du culte divin. Paris 1985; - amerikanisch: The Feast of Faith, San Francisco 1986; - spanisch: La fiesta de lafe: Ensayo de Teología Litúrgica. Bilbao 1999. Christlicher Glaube und Europa 12 Predigten. Hrsg. vom Pressereferat der Erzdiözese München-Freising, München 1981, 2. Aufl. 1982, 3. Aufl. 1985. Theologische Prinzipienlehre Bausteine zur Fundamentaltheologie. München 1982. 2. Aufl. 1983; - französisch: Les Principes de la théologie catholique: esquisse et matériaux. Paris 1985; - spanisch: 1985; - italienisch (Teilübersetzung): Elementi di teologia fondamentale. Saggi sulla fede e sul ministero. Brescia 1986; - amerikanisch: Principles of Catholic Theology. San Francisco 1987. Zeitfragen und christlicher Glaube Acht Predigten aus den Münchner Jahren. Würzburg 1982, 2. Aufl. 1983. Lob der Weihnacht (Zus. mit H. Schlier). Freiburg 1982. Die Krise der Katechese und ihre Überwindung Rede in Frankreich (Zus. mit D. J. Ryan, G. Danneels, F. Macharski). Einsiedeln 1983; - französisch: Transmettre la foi aujourd'hui. Conférences données à Notre-Dame de Paris, 1983. Demokratie, Pluralismus, Christentum (Deutsche Sendungen im Radio Vatikan), Leutesdorf 1984. (Eröffnungsvortrag bei dem internationalen Kongress der Hanns- Martin-Schleyer-Stiftung und des Päpstlichen Rates für Kultur am 24.4.1984 in München). Schauen auf den Durchbohrten. Versuche zu einer spirituellen Christologie. Einsiedeln 1984; 2. Aufl. 1990; - amerikanisch: Behold The Pierced One. San Francisco 1986; - tschechisch: Brno 1996. Suchen, was droben ist Meditationen das Jahr hindurch. Freiburg 1985; - amerikanisch: Seek that which is above. San Francisco 1986; - italienisch: Cercate le cose di lassù. Milano 1986. II cammino pasquale Corso di Esercizi Spirituali tenuti in Vaticano alla presenza di S. S. Giovanni Paolo II. Ancora, Milano 1985, 2. Aufl. 1986, 3. erneuerte Auflage 2000; - portugiesisch: 0 Caminho Pascal. Sao Paulo 1986; - französisch: Le Ressucité, Paris 1.-2. Aufl. 1986; - amerikanisch: 1987; - englisch: Journey towards Easter. Middlegreen 1987; - spanisch: El Camino pascual Madrid 1990; - polnisch: Droga Paschalna. Kraków 2001. Rapporte sulla fede Vittorio Messori a colloquio con Joseph Ratzinger Turin 1.-2. Aufl. 1985; - amerikanisch: The Ratzinger Report San Francisco 1985,2. Aufl. 1986; - deutsch: Zur Lage des Glaubens. München 1985; - französisch: Entretien sur la foi. Paris 1985; - portugiesisch (Brasilien): A fé em crise? Sao Paulo 1985; - portugiesisch: 1985; - spanisch: Informe sobre la fe. Madrid 1.-10. Aufl. 1985, 11. Aufl. 1986; - ungarisch: Beszeégetés a Hitröl, Budapest 1985,1990; - polnisch: Krakau-Warschau 1986; - koreanisch: Seoul 1993, Neuauflagen 1994 und 1995; - kroatisch: 1998. Im Anfang schuf Gott Vier Predigten über Schöpfung und Fall. München 1986; 2. erweiterte Auflage Johannes Verlag, Einsiedeln - Freiburg 1996; - französisch: Au commencement, Dieu créa le ciel et la terre. Paris 1986; - italienisch: Creazione e peccato. Milano 1986; - amerikanisch: »In the beginning...« A Catholic Understanding of the Story of Creation and the Fall. Huntington, Ind. 1990; neue Ausgabe 1995; - spanisch: Creacion y pecado. Pamplona 1992; En el principio creó Dios. Consecuencias de la Fe en la Creación. EDICEP, Valencia 2001. Politik und Erlösung Zum Verhältnis von Glaube, Rationalität und Irrationalem in der sogenannten Theologie der Befreiung. Rheinisch-Westfälische Akademie der Wissenschaften, Vorträge G 279, Opladen 1986; - spanisch in: Tierra nueva 16 (1987) 38-51. Iglesia Comunicadora de Vida. 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Vida y Espiritualidad, Lima 2003. Komm, Heiliger Geist! Pflngstpredigten. Verlag Erich Wewel, Donauwörth 2004. Der Gott des Glaubens und der Gott der Philosophen. Ein Beitrag zum Problem der theologia naturalis (hrsg. von Heino Sonnemans, mit einem Vorwort von Joseph Kard. Ratzinger), Johannes-Verlag Leutesdorf, 2004. Du bist das Licht der Welt Gedanken zum Weihnachtsfest. St. Benno-Verlag, Leipzig 2004. Was die Welt schön macht [mit Fotografien von Hans-Günther Kaufmann]. ARTfides, München 2004. Senza radici. Europa, Relativismo, Cristia-nesimo, Islam Joseph Ratzinger e Marcello Pera, Mondadori, Roma, 1.-3. Aufl. 2004 4. Aufl. 2005, 5. Aufl. 2005. Europa. I suoi fondamenti oggi e domani Edizioni San Paolo, Cinisello Balsamo (Milano) 2004. Skandalöser Realismus. Gott handelt in der Geschichte Verlag Urfeld, Bad Tölz 2004. Via Crucis al Colosseo Venerdi Santo 2005. Citta del Vaticano 2005. A cura dell'Ufficio delle Celebrazioni Liturgiche del Sommo Pontefice. Deutsche und italienische Originalfassung, 104 S. - italienisch auch in: L'Osservatore Romano (26.3.2005), S. 8-10. - deutsch auch in: L'Osservatore Romano Nr. 14 (8.4.2005), S. 9-13. Werte in Zeiten des Umbruchs. Die Herausforderungen der Zukunft bestehen. Herder spektrum, Freiburg-Basel-Wien 2005.(O.R.ital.050424)L’Osservatore Romano050617
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