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Auf dieser Seite lesen Sie:
1. “YouCat ist Ausdruck der Jugendkultur”
2. Vorwort zum neuen Glaubensbuch der Jugend von Benedikt XVI.
3. Hymne der Jugend: WJT 2011 Madrid
4. Der fundamentale Zugang zum Glauben: Die Taufe
5. Der Papst in Regensburg: Was glauben wir da eigentlich?
6. Der Katechismus der katholischen Kirche
7. Kardinal Spidlik: “Ich glaube an den einzigen Gott Vater
8. Papst Paul VI.: Das Credo des Gottesvolkes
9. Was der heilige Nikolaus mit dem Credio zu tun hat.

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Kardinal Christoph Schönborn, Wien Foto: „YouCat ist Ausdruck der Jugendkultur“

  Der neue katholische Jugendkatechismus „Youcat“ ist authentischer Ausdruck der Jugendkultur. Das versichert Kardinal Christoph Schönborn in einem Interview mit der Vatikanzeitung „L’Osservatore Romano“. Der Vorschlag stamme von Jugendlichen, so der Kardinal. Der erste Entwurf sei dann von einer Gruppe von Theologen und Pädagogen aus dem deutschsprachigen Raum erstellt worden, „aber dann wurde er bei zwei Sommerlagern von den Jugendlichen einer harten Überprüfung unterzogen“, so Kardinal Schönborn wörtlich. Dank dieser „Überarbeitung“ entspreche der Text jetzt wirklich der Menta- lität der Jugendlichen von heute, so der Wiener Erzbischof. Papst Benedikt XVI. habe sich von Anfang an sehr für das Projekt interessiert und aus eigener Initiative ein Vorwort in deutscher Sprache geschrieben, das voll sei von Sympathie „für die Welt der Jugendlichen und die Art und Weise, wie sie das Dasein auffassen“. Wörtlich meinte der Wiener Erzbischof: „Ich bin immer wieder überrascht, wie sehr der Papst die Denkweise der neuen Generationen versteht und wie es ihm gelingt, die jungen Leute zu einem tiefen Glauben und zur Freundschaft mit Jesus hinzuführen“. – Der Text des Vorworts wurde im „Messaggero di Sant’Antonio“ vorab veröffentlicht. Darin führt Benedikt XVI. in den Jugend- Katechismus ein, der im April 2011 auch in deutscher Übersetzung vorgestellt wird.   RVkap110206pr 

Welt-Jugendkatechismus in Wien vorgestellt
   Kardinal Christoph Schönborn hat am 25. März 2011 in Wien den neuen Jugendkatechismus der katholischen Kirche vorgestellt. Das Werk trägt den Titel „YouCat“, und Kardinal Schönborn, der seinerzeit Redaktionssekretär des Weltkatechismus war, koordinierte die redaktionelle Arbeit. Warum es so ein Buch mit Erklärungen zu den katholischen Glaubensinhalten braucht, liegt für ihn auf der Hand.
   „Die junge Generation lebt klar und bewusst in einer multikulturellen und religiösen Gesellschaft. Die Fähigkeit über den eigenen Glauben Auskunft geben zu müssen ist deutlich dringender geworden. Im Katchismus findet man vieles, was Widerständig ist, was nicht glatt wie Butter ist. Man wird einiges finden, das fremd ist, heutigem Denken entgegen steht. Aber ich glaube das Lernen des Umgehens mit Widerständigem ist eine ganz wichtige Aufgabe eines solchen Buches  und der damit verbundenen Arbeit.“
 Der Youcat ist nicht nur Frucht vieler Theologen, es haben auch rund 50 Jugendliche daran mitgewirkt. Eine von ihnen ist Marie Sophie Lobkowicz. Ein weltweites Projekt.
   „Die Wahrheit wird uns frei machen, und dazu muss man die Wahrheit erst mal kennen. Das ist ein Manko, das wohl die meisten Jugendlichen haben, ich habe es bis heute! Da steht viel drin, so dass auch ich es verstehen kann und sogar meine kleine Schwester.“
   Der Jugendkatechismus behandelt in jugendgemäßer Sprache das Ganze des katholischen Glaubens, wie er im Weltkatechismus (KKK) vorgelegt wurde, ohne die dort gegebene Vollständigkeit anzustreben. Das Werk ist in Frage- und Antwort-Form aufgebaut, das persönlich gehaltene Vorwort stammt von Papst Benedikt selbst, wie Kardinal Schönborn erklärte.
   „Natürlich ist das für ihn ein Herzensanliegen. Er hat das Vorwort wirklich selber geschrieben! Man müsste jetzt fast einen Moment die Medien wegdrehen: Den Entwurf, den man ihm offensichtlich ge- schickt hat, hat er zur Seite gelegt und gesagt, das geht nicht. Das Vorwort hat er mit seinen fast 84 Jahren mit einem Schwung und einer Überzeugungskraft geschrieben, die die schönste Ermutigung für dieses Buch darstellt.“
   Der „YouCat“ ist das derzeit größte christliche Buchprojekt weltweit. Bis Jahresende soll er in 25 Sprachen vorliegen, darunter Chinesisch, Arabisch und Indonesisch. Beim Weltjugendtag in Madrid werden im August 700.000 Exemplare als persönliches Geschenk des Papstes verteilt. Am 13. April wird der „YouCat“ bei der Generalaudienz an Papst Benedikt XVI. überreicht, anschließend findet im Pressesaal des Heiligen Stuhles die internationale Präsentation statt. RVkap110325gs

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YouCat, eine Katechismuslehre für Jugendliche: Benedikt XVI. bekräftigt im Vorwort,
dass der Glaube eine wunderschöne Perle ist, die zu einem neuen Leben auffordert

Youcat: Das Vorwort des Papstes in vollem Wortlaut
  
Mit seinem Vorwort führt der Papst „youcat“ - den Jugend-Katechismus ein, der im April 2011 in deutscher Übersetzung vorgestellt wird. Das „Vatican“-Magazin hat den Text kürzlich exklusiv vorabgedruckt. Hier dokumentieren wir also, was der Papst an junge Leute schreibt.
Liebe jungen Freunde!
  
Heute empfehle ich Euch ein ungewöhnliches Buch zur Lektüre. Ungewöhnlich ist es von seinem Inhalt und auch von der Weise seiner Entstehung her. Von dieser seiner Entstehung möchte ich ein wenig erzählen, weil dann zugleich deutlich wird, worin das Besondere dieses Buches liegt.
   Es ist sozusagen aus einem anderen Werk heraus entstanden, dessen Werden in die 80er Jahre zurückreicht. Es war eine für die Kirche wie für die Weltgesellschaft schwierige Zeit, in der neue Orientierungen nötig wurden, um den Weg in die Zukunft zu finden. Nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962 bis 1965) und in der veränderten kulturellen Situation wussten viele Leute nicht mehr recht, was nun die Christen eigentlich glauben, was die Kirche lehrt und ob sie überhaupt etwas lehren kann und wie sich das Ganze in die von Grund auf veränderte Kultur einfügt.
   Hat sich nicht das Christentum als solches überholt? Kann man vernünftigerweise heute noch gläubig sein? Das waren die Fragen, die sich auch gute Christen stellten.
  
Papst Johannes Paul II hat damals einen kühnen Entschluss gefasst. Er entschied, dass Bischöfe aus aller Welt zusammen ein Buch schreiben sollten, in dem sie auf diese Fragen Antwort geben würden. Er vertraute mir die Aufgabe an, die Arbeit der Bischöfe zu koordinieren und dafür Sorge zu tragen, dass aus den Beiträgen der Bischöfe ein Buch würde – ein richtiges Buch, nicht eine Zusammenstellung von vielerlei Texten. Dieses Buch sollte den altmodischen Titel Katechismus der Katholischen Kirche tragen, aber durchaus etwas Aufregendes und Neues sein. Es sollte zeigen, was die Katholische Kirche heute glaubt und wie man vernünftigerweise glauben kann.
   Ich war erschrocken über diesen Auftrag. Ich muss gestehen, ich zweifelte, ob so etwas gelingen könne. Denn wie sollte das zugehen, dass Autoren, die über die ganze Welt verstreut sind, gemeinsam ein lesbares Buch zustande bringen? Wie sollten Menschen, die nicht nur geographisch, sondern auch intellektuell und spirituell auf verschiedenen Kontinenten leben, zusammen einen Text schaffen, der eine innere Einheit bilden sollte und auch über alle Kontinente hin verstehbar ist? Dazu kam, dass ja auch diese Bischöfe nicht einfach als individuelle Autoren schreiben sollten, sondern im Kontakt mit ihren Mitbrüdern, mit ihren Ortskirchen. Ich muss gestehen, dass es mir auch heute noch als ein Wunder erscheint, dass dieser Plan schließlich gelungen ist.
   Wir trafen uns etwa drei- oder viermal im Jahr eine Woche lang und diskutierten leidenschaftlich über die einzelnen Stücke, die in der Zwischenzeit gewachsen waren. Zunächst freilich war der Aufbau des Buches festzulegen. Er musste einfach sein, damit die einzelnen Autorengruppen, die wir festlegten, einen klaren Auftrag erhalten konnten und ihre Aussagen nicht in ein kompliziertes System einzwängen mussten. Es ist der gleiche Aufbau, den Ihr in diesem jetzigen Buch findet. Er ist einfach aus der katechetischen Erfahrung der Jahrhunderte genommen: Was wir glauben – Wie wir die christlichen Mysterien feiern – Wie wir in Christus das Leben haben – Wie wir beten sollen. Ich will jetzt nicht erzählen, wie wir uns dann langsam durch die Fülle von Fragen durchgekämpft haben, bis schließlich wirklich ein Buch daraus wurde. Man kann natürlich manches oder auch vieles an einem solchen Werk kritisieren: Alles, was Menschen machen, ist unzulänglich und kann verbessert werden. Trotzdem ist es ein großes Buch: ein Zeugnis der Einheit in der Verschiedenheit. Aus vielen Stimmen konnte sich ein gemeinsamer Chor bilden, weil wir die gemeinsame Partitur des Glaubens hatten, der von den Aposteln her die Kirche durch die Jahrhunderte getragen hat.
  
Warum erzähle ich das alles? Wir hatten schon damals bei der Komposition des Buches feststellen müssen, dass nicht nur die Kontinente und die Kulturen ihrer Völker verschieden sind, sondern dass auch innerhalb der einzelnen Gesellschaften noch einmal verschiedene „Kontinente“ existieren: Der Arbeiter denkt anders als der Bauer, ein Physiker anders als ein Philologe, ein Unternehmer anders als ein Journalist, ein junger Mensch anders als ein alter. So mussten wir uns in Sprache und Denken etwas oberhalb all dieser Unterschiede ansiedeln, sozusagen den Raum der Gemeinsamkeit zwischen den verschiedenen Denkwelten suchen. Dabei wurden wir uns immer mehr bewusst, dass der Text „Übersetzungen“ braucht in die verschiedenen Lebenswelten hinein, um dort die Menschen in ihrem eigenen Denken und Fragen anzurühren.
   In den Weltjugendtagen seither – Rom, Toronto, Köln, Sydney – sind sich die jungen Menschen aus aller Welt begegnet, die glauben wollen, die nach Gott suchen, die Christus lieben und Weggemein- schaft wollen. In diesem Kontext ist der Gedanke entstanden: Sollten wir nicht versuchen, den Katechismus der Katholischen Kirche in die Sprache der Jugend zu übersetzen? Seine großen Aussagen in die Welt der jungen Menschen von heute hineinzuholen? Natürlich gibt es auch in der Jugend der Welt von heute wieder viele Unterschiede. So ist nun unter der bewährten Stabführung des Erzbischofs von Wien, Christoph Schönborn, ein YOUCAT für die jungen Menschen entstanden. Ich hoffe, dass viele junge Menschen sich von dem Buch faszinieren lassen.
   Manche Leute sagen mir: Junge Menschen von heute interessiert das nicht. Ich bestreite das und bin sicher, recht zu behalten. Junge Menschen von heute sind nicht so oberflächlich, wie man ihnen unter- stellt. Sie wollen wissen, worum es im Leben wirklich geht. Ein Kriminalroman ist spannend, weil er uns in das Schicksal anderer Menschen hineinzieht, das auch das unsrige sein könnte.Dieses Buch ist span- nend, weil es von unserem eigenen Schicksal redet und darum einen jeden von uns zutiefst angeht.
   So lade ich Euch ein: Studiert den Katechismus! Das ist mein Herzenswunsch. Dieser Katechismus redet Euch nicht nach dem Mund. Er macht es Euch nicht leicht. Er fordert nämlich ein neues Leben von Euch. Er legt Euch die Botschaft des Evangeliums vor wie die „kostbare Perle“ Mt 13,45, für die man alles geben muss. So bitte ich Euch: Studiert den Katechismus mit Leidenschaft und Ausdauer! Opfert Lebenszeit dafür! Studiert ihn in der Stille Eurer Zimmer, lest ihn zu zweit, wenn Ihr befreundet seid, bildet Lerngruppen und Netzwerke, tauscht Euch im Internet aus. Bleibt auf jede Weise über Euren Glauben im Gespräch!
   Ihr müsst wissen, was Ihr glaubt. Ihr müsst Euren Glauben so präzise kennen wie ein IT-Spezialist das Betriebssystem eines Computers. Ihr müsst ihn verstehen wie ein guter Musiker sein Stück. Ja, Ihr müsst im Glauben noch viel tiefer verwurzelt sein als die Generation Eurer Eltern, um den Heraus- forderungen und Versuchungen dieser Zeit mit Kraft und Entschiedenheit entgegentreten zu können. Ihr braucht göttliche Hilfe, wenn Euer Glaube nicht austrocknen soll wie ein Tautropfen in der Sonne, wenn Ihr den Verlockungen des Konsumismus nicht erliegen wollt, wenn Eure Liebe nicht in Pornographie ertrinken soll, wenn Ihr die Schwachen nicht verraten und die Opfer nicht im Stich lassen wollt.
   Wenn Ihr Euch nun voll Eifer dem Studium des Katechismus zuwendet, möchte ich Euch ein Letztes mit auf den Weg geben: Ihr wisst alle, wie tief die Gemeinschaft der Glaubenden in letzter Zeit ver- wundet wurde durch Attacken des Bösen, durch das Eindringen der Sünde selbst in das Innere, ja das Herz der Kirche.
  
Nehmt es nicht zum Vorwand, Gottes Angesicht zu fliehen! Ihr selbst seid der Leib Christi, die Kirche! Bringt das unverbrauchte Feuer Eurer Liebe in diese Kirche ein, sooft Menschen ihr Antlitz auch ent- stellt haben! „Lasst nicht nach in eurem Eifer, lasst euch vom Geist entflammen und dient dem Herrn!“ Röm 12,11.
   Als Israel am tiefsten Punkt seiner Geschichte war, rief Gott nicht die Großen und Angesehenen, sondern einen Jugendlichen namens Jeremias zu Hilfe. Jeremias fühlte sich überfordert: „Ach, mein Gott und Herr, ich kann doch nicht reden, ich bin ja noch so jung“ Jer 1,6. Doch Gott ließ sich nicht beirren: „Sag nicht: Ich bin noch so jung. Wohin ich dich auch sende, dahin sollst du gehen, und was ich dir auftrage, das sollst du verkünden“ Jer 1,7.
Ich segne Euch und bete jeden Tag für Euch alle.
                                                               Benedictus pp XVI.”                    
Mehr zum Weltjugendtag in Madrid > Weltjugendtag und direkt > www.madrid11.com   RV110204sk   

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   Mit einem Katechismus in jugendgerechter Sprache will die katholische Kirche die wichtigsten Glaubenssätze für junge Leute zeitgemäß und allgemeinverständlich erklären. „Youcat“ heißt das rund 300 Seiten umfassende Werk, das am 4. April in 13 Sprachen veröffentlicht wird, unter anderem auf Deutsch.
   „Youcat“ ist nach dem Frage-Antwort-Schema aufgebaut. Illustrationen veranschaulichen den Text. Das Werk ist im strengen Sinne keine Jugendausgabe des Katechismus der Katholischen Kirche. Herausgeber ist die Österreichische Bischofskonferenz. Die vatikanische Glaubenskongregation hat „Youcat“ - wie in solchen Fällen üblich - begutachtet und gebilligt.
   Unter der Leitung des Wiener Kardinals Christoph Schönborn erarbeitete eine Gruppe deutsch- sprachiger Theologen und Pädagogen zusammen mit rund 50 Jugendlichen das Werk. Es sei als Initiative von unten entstanden, sagte Schönborn dem „Osservatore“. Es seien die Jugendlichen selbst gewesen, die den Vorschlag gemacht hätten, einen Katechismus für ihre Altersgruppe und Vorstellungswelt zu verfassen. Papst Benedikt XVI. habe das Vorhaben von Anfang an mit großer Sympathie begleitet
   „Youcat“ soll im April der Weltöffentlichkeit in Rom vorgestellt werden. Ende März präsentiert Kardinal Schönborn das Werk in Wien. Der Mainzer Kardinal Karl Lehmann wird das Werk dem deutschen Publikum vorstellen.
   Die internationalen Ausgaben des YOUCAT werden einen weltweit gemeinsamen Erscheinungstermin haben und im April 2011 in Rom der Weltpresse vorgestellt werden.
  Der Münchner Pattloch Verlag, dem auch die Gestaltung des Buches anvertraut wurde, ist weltweiter Generalverlag. für die Teilnehmer des Weltjugendtages in Madrid ist eine Auflage von 700.000 Exemplaren geplant. KNA1102dr

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        Hymne Weltjugendtag Madrid 2011

        Halt am Glauben fest
        Refrain: Halt am Glauben fest, halt am Glauben fest.
        Ja so gehen wir mit Christus unserm Freund und unserm Herrn.
        Ewig sei ihm Ehr! Ewig sei ihm Ehr!
        Gehen wir mir Christus, halten wir am Glauben fest.

        Strophen:

        1. Deine Liebe baut uns auf und gibt uns Wurzeln  
        Dein Kreuz es gibt uns Kraft, es gibt uns Stärke.
        In deinem Fleisch errettest und umarmst du uns.
        Und durch dein Blut strömt in uns neues Leben.
        Oh, Christus unser Bruder, Oh, Christus ….
        oh, Christus unser Freund und unser Herr.
        Stärk den Glauben an dich! Stärk den Glauben an dich!

        2. Deine Hände pflegen zärtlich unsre Wunden.
        Deine Augen lassen uns ganz neu erkennen.
        Deine Lippen sprechen tausendfach Versöhnung zu.
        Dein Weg begleitet unser ganzes Leben.
        Oh, Christus unser Bruder, Oh, Christus ….
        oh, Christus unser Freund und unser Herr.
        Stärk den Glauben an dich! Stärk den Glauben an dich!

        3. Dein Atem ist der Hauch des Allerhöchsten.
        Dein Lächeln ist das Zeichen deiner Gnade.
        In deinen Wunden brennt die tiefe Liebe.
        Deine Schmerzen sind der Preis für unsre Seele.
        Oh, Christus unser Bruder, Oh, Christus ….
        oh, Christus unser Freund und unser Herr.
        Stärk den Glauben an dich! Stärk den Glauben an dich!

        4. Dein Antlitz ist Ikone wahren Lebens.
        Dein Angesicht ist Licht der Auferstehung.
        Dein Tod ist tiefster Grund für unser Leben.
        Hinein getauft bin ich in die Erlösung.
        Oh, Christus unser Bruder, Oh, Christus ….
        oh, Christus unser Freund und unser Herr.
        Stärk den Glauben an dich! Stärk den Glauben an dich!

        5. Dein Sieg ist nun die Zukunft aller Menschen.
        Und deine Gnade lässt sie weitergehen.
        Das Haus der tausend Tür`n ist deine Kirche,
        Und du der Eckstein, der sie trägt und baut.
        Oh, Christus unser Bruder, Oh, Christus ….
        oh, Christus unser Freund und unser Herr.
        Stärk den Glauben an dich! Stärk den Glauben an dich!

        6. So geht die Jugend an der Hand Mariens,
        Ganz neu geschmückt mit Lobpreis und Gesang.
         Mit unsrer Mutter sing`n wir Lobeshymnen.
        Der Tod ist tot und ewig ausgelöscht.
        Oh, Christus unser Bruder, Oh, Christus ….
        oh, Christus unser Freund und unser Herr.
        Stärk den Glauben an dich! Stärk den Glauben an dich!

Der fundamentale Zugang zum ewigen Leben: Die Taufe.
Was geschieht in diesem Initiations-Sakrament? Eine Ansprache von Papst Benedikt XVI.

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Foto oben: Tauffeier in der Sixtinischen Kapelle am Fest der Taufe des Herrn
Die Taufe - ein Ja zum großen Geschenk des wahren Lebens

Predigt von Papst Benedikt zur Taufe

Liebe Eltern, Taufpaten und Taufpatinnen, liebe Brüder und Schwestern!
   Was geschieht bei der Taufe? Was erwartet man von der Taufe? Auf der Schwelle, die zu dieser Kapelle führt, habt ihr eine Antwort gegeben: Wir erwarten für unsere Kinder das ewige Leben. Das ist der Zweck der Taufe. Aber wie kann er umgesetzt werden?  Wie kann die Taufe das ewige Leben geben? Was ist das ewige Leben?
   Mit einfacheren Worten könnte man sagen: Wir erwarten für unsere Kinder ein gutes Leben, das wahre Leben, Glück auch in einer noch unbekannten Zukunft. Wir sind nicht in der Lage, dieses Ge- schenk für die gesamte Dauer der unbekannten Zukunft zu gewährleisten und wenden uns daher an den Herrn, um es von ihm zu erhalten.
   Auf die Frage: »Wie soll das geschehen?« können wir zwei Antworten geben. Die erste Antwort ist folgende: Durch die Taufe wird jedes Kind in einen Freundeskreis aufgenommen, der es nie, weder im Leben noch im Tod, verlassen wird, denn diese Gemeinschaft ist die Familie Gottes, die die Verheißung der Ewigkeit in sich trägt. Dieser Freundeskreis, diese Familie Gottes, in die das Kind nun eingegliedert wird, begleitet es immerfort, auch in Tagen des Leids, in den dunklen Nächten des Lebens; er wird ihm Trost, Zuspruch und Licht geben. Dieser Freundeskreis, diese Familie wird ihm Worte des ewigen Lebens geben, Worte des Lichts, die auf die großen Herausforderungen des Lebens eine Antwort geben und den rechten Weg weisen. Dieser Freundeskreis bietet dem Kind Trost, Zuspruch und die Liebe Gottes auch auf der Schwelle des Todes, im finsteren Tal des Todes. Er wird ihm Freundschaft und Leben schenken. Und dieser absolut zuverlässige Freundeskreis wird immer da sein.  Niemand von uns weiß, was auf unserem Planeten, in unserem Europa, während der kommenden 50, 60, 70 Jahre geschehen wird. Aber eines ist sicher: Stets wird es die Familie Gottes geben,  und wer dieser Familie angehört, wird nie allein sein, sondern immer wird Verlass sein auf die Freundschaft dessen, der das Leben ist.
   Somit sind wir bei der zweiten Antwort angekommen. Diese Familie Gottes, dieser Freundeskreis hat ewigen Bestand, da er Gemeinschaft mit demjenigen ist, der den Tod besiegt hat, der die Schlüssel zum Leben in Händen hält. Dieser Gemeinschaft, der Familie Gottes anzugehören bedeutet, mit Christus vereint zu sein, der Leben ist und über den Tod hinaus immerwährende Liebe schenkt. Und wenn wir sagen können, dass Liebe und Wahrheit die Quelle des Lebens, das Leben selbst sind - und ein Leben ohne Liebe ist kein Leben -, dann können wir sagen, dass diese Gemeinschaft mit Ihm, der wirklich das Leben ist, mit Ihm, der das Sakrament des Lebens ist, eure Erwartung, eure Hoffnungen erfüllen wird.
   Ja, die Taufe nimmt den Menschen in die Gemeinschaft mit Christus auf und schenkt auf diese Weise Leben, das Leben. So haben wir den ersten Dialog ausgelegt, der hier auf der Schwelle zur Sixtinischen Kapelle geführt wurde. Jetzt, nach der Weihe des Taufwassers, folgt ein zweiter Dialog von großer Bedeutung. Sein Inhalt ist folgender: Die Taufe ist, wie wir gesehen haben, ein Geschenk, das Geschenk des Lebens. Ein Geschenk muss jedoch angenommen, muss gelebt werden. Ein Geschenk der Freundschaft bringt es mit sich, ja zu sagen zum Freund und nein zu sagen zu allem, was mit dieser Freundschaft unvereinbar ist, was mit dem Leben der Familie Gottes, mit dem wahren Leben in Christus unvereinbar ist. So werden in diesem zweiten Dialog drei Nein und drei Ja ausgesprochen.  Man sagt nein und widersagt dadurch den Versuchungen, der Sünde, dem Teufel. Wir kennen diese Dinge gut, aber vielleicht gerade weil wir sie zu oft gehört haben, sagen uns diese Worte nicht viel. Daher sollten wir die Bedeutung dieses dreimaligen Nein ein wenig vertiefen. Wozu sagen wir nein? Nur so können wir verstehen, wozu wir ja sagen wollen.
   In der alten Kirche wurde das dreimalige Nein in einem Wort zusammengefasst, das die Menschen der damaligen Zeit gut verstanden: Man verzichtet - so sagte man - auf die »pompa diaboli«, auf die Verheißung eines Lebens im Überfluss, auf jenes trügerische Leben, das aus der heidnischen Welt zu kommen schien, aus ihren Freiheiten, aus ihrer Art, nur so zu leben, wie es einem gefiel. Es war also ein Nein zu einer Kultur, die scheinbar ein Leben in Überfluss mit sich brachte, in Wirklichkeit jedoch eine »Antikultur« des Todes war. Es war das Nein zu jenen Schauspielen, in denen Tod, Grausamkeit und Gewalt zur Unterhaltung geworden waren. Denken wir an das, was sich im Kolosseum ereignete oder hier in den Gärten des Kaisers Nero, wo die Menschen wie lebendige Fackeln entzündet wurden. Grausamkeit und Gewalt waren zu Elementen der Unterhaltung geworden, eine wahre Perversion der Freude, der wahren Bedeutung des Lebens. Diese »pompa diaboli«, diese »Antikultur« des Todes war eine Perversion der Freude, war Liebe zu Lüge und Betrug, war ein Missbrauch des menschlichen Körpers als Handelsware.
   Und wenn wir einmal darüber nachdenken, dann können wir sagen, dass wir auch in der heutigen Zeit nein sagen müssen zu der in weiten Bereichen vorherrschenden Kultur des Todes, einer »Antikultur«, die sich, beispielsweise im Drogenproblem zeigt, in der Flucht vor der Realität in eine Schein- wirklichkeit, in ein falsches Glück,  das seinen Ausdruck findet in der Lüge, im Betrug, in der Unge- rechtigkeit, in der Verachtung der anderen, in der Verachtung der Solidarität und der Verantwortung für die Armen und Leidtragenden, sowie in einer Sexualität, die zum reinen Vergnügen ohne jedes Verantwortungsbewusstsein wird, wobei sozusagen eine »Versachlichung« des Menschen stattfindet, der nicht mehr als Person betrachtet wird, die der persönlichen Liebe und Treue würdig ist, sondern der zur Ware, zum bloßen Objekt wird. Zu dieser Verheißung trügerischer Glückseligkeit, zu dieser »pompa« eines trügerischen Lebens, das in Wirklichkeit lediglich ein Werk- zeug des Todes ist, zu dieser »Antikultur« sagen wir nein, um die Kultur des Lebens zu pflegen. Daher war dieses christliche Ja von der Antike bis heute immer ein deutliches Ja zum Leben. Das ist unser Ja zu Christus, das Ja zum Sieger über den Tod und das Ja zum Leben in der Zeit und in der Ewigkeit.
   Wie in diesem Taufdialog das Nein im dreifachen Verzicht zum Ausdruck kommt, so kommt auch das Ja in dreifacher Zustimmung zum Ausdruck: Ja zum lebendigen Gott, einem Schöpfergott, einer schöpferischen Vernunft, die dem Kosmos und unserem Leben Sinn verleiht, Ja zu Christus, zu einem Gott, der nicht im Verborgenen geblieben ist, sondern der einen Namen hat, der Worte hat, der Leib und Blut hat, zu einem konkreten Gott,  der uns das Leben schenkt und uns den Weg des Leben weist, Ja zur Gemeinschaft der Kirche, in der Christus der lebendige Gott ist, der in unsere Zeit, in unseren Beruf, in unser tägliches Leben eintritt.
   Wir könnten auch sagen, dass das Antlitz Gottes, das der Inhalt dieser Kultur des Lebens, der Inhalt unseres großen Ja ist, in den zehn Geboten zum Ausdruck kommt  die keine Bündelung von Verboten sind, in denen nur das Nein zum Ausdruck käme, sondern die in Wirklichkeit eine große Lebensvision aufzeigen. Sie sind ein Ja zu einem Gott, der dem Leben Sinn gibt (die drei ersten Gebote), ein Ja zur Familie (viertes Gebot), ein Ja zum Leben (fünftes Gebot), ein Ja zu verantwortungsbewusster Liebe (sechstes Gebot), ein Ja zu Solidarität, sozialer Verantwortung und Gerechtigkeit (siebtes Gebot), ein Ja zur Wahrheit (achtes Gebot), ein Ja zur Achtung anderer Menschen und dessen, was ihnen gehört(neuntes und zehntes Gebot). Das ist die Philosophie des Lebens, es ist die Kultur des Lebens, die konkret, umsetzbar und schön wird in Gemeinschaft mit Christus, dem lebendigen Gott, der mit uns geht in der Gemeinschaft seiner Freunde, in der großen Familie der Kirche. Die Taufe ist das Geschenk des Lebens. Sie ist ein Ja zur Herausforderung, das Leben wirklich zu leben, und nein zu sagen zum Angriff des Todes, der sich als Leben verkleidet, und sie ist ein Ja zum großen Geschenk des wahren Lebens, das im Antlitz Christi gegenwärtig ist, der sich uns in der Taufe und dann in der Eucharistie schenkt.
   Dies soll als kurze Erläuterung der Worte dienen, die im Dialog des Taufritus das zum Ausdruck bringen, was in diesem Sakrament vollzogen wird. Außer den Worten haben wir noch die Riten und Symbole, aber ich werde nur kurz auf sie hinweisen. Die erste Geste haben wir bereits vollzogen: Es ist das Kreuzzeichen, das uns als Schild gegeben ist, der dieses Kind in seinem Leben schützen soll. Es ist wie ein »Wegweiser« für das Leben, denn das Kreuz ist die Zusammenfassung des Lebens Jesu. Dann gibt es die einzelnen Elemente: das Wasser, die Salbung mit dem Öl, das weiße Kleid und die Flamme der Kerze. Das Wasser symbolisiert das Leben: Die Taufe ist neues Leben in Christus. Das Öl symbolisiert Kraft, Gesundheit, Schönheit, denn es ist wirklich schön, in Gemeinschaft mit Christus zu leben. Dann gibt es das weiße Kleid als Ausdruck der Kultur der Schönheit, der Kultur des Lebens, und schließlich die Flamme der Kerze als Ausdruck der Wahrheit, die in der Finsternis der Geschichte leuchtet und uns zeigt, wer wir sind, woher wir kommen und wohin wir gehen sollen.
   Liebe Patinnen und Paten, liebe Eltern, liebe Geschwister, an diesem Tag wollen wir dem Herrn da- für danken, dass Gott sich nicht hinter den Wolken des undurchdringlichen Geheimnisses verbirgt, sondern, wie das heutige Evangelium gesagt hat, die Himmel geöffnet und sich uns gezeigt hat, mit uns spricht und bei uns ist, mit uns lebt und uns führt in unserem Leben. Danken wir dem Herrn für dieses Geschenk und beten wir für unsere Kinder, damit sie wirklich das Leben, das wahre und ewige Leben, haben mögen. Amen. OR.10.1.2006

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Zu glauben ist nicht unmodern, sondern vernünftig
Benedikt predigt auf dem Islinger Feld in Regensburg zum Credo

Liebe Brüder und Schwestern!
   Zu einem Fest des Glaubens sind wir zusammengekommen. Aber da steigt nun doch die Frage auf: Was glauben wir denn da eigentlich? Was ist das, Glaube? Kann es das eigentlich noch geben in der modernen Welt? Wenn man die großen Summen der Theologie ansieht, die im Mittelalter geschrieben wurden, oder an die Menge der Bücher denkt, die jeden Tag für und gegen den Glauben verfasst werden, möchte man wohl verzagen und denken, das sei alles zu kompliziert. Vor lauter Bäumen sieht man am Ende den Wald nicht mehr. Es ist wahr: Die Vision des Glaubens umfasst Himmel und Erde; Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft, Ewigkeit und ist insofern gar nie auszuschöpfen. Und doch ist sie in ihrem Kern ganz einfach. Der Herr sagt ja zum Vater darüber: „Den Einfachen hast du es offenbaren wollen - denen, die mit dem Herzen sehen können” vgl. Mt 11,25. Die Kirche bietet uns ihrerseits eine kleine Summe an, in der alles Wesentliche gesagt ist: das so genannte Apostolische Glaubensbekenntnis. Es wird gewöhnlich in zwölf Artikel eingeteilt - nach der Zahl der Apostel - und handelt von Gott, dem Schöpfer und Anfang aller Dinge, von Christus und dem Heilswerk bis hin zur Auferstehung der Toten und dem ewigen Leben. Aber in seiner Grundkonzeption besteht das Bekenntnis nur aus drei Hauptstücken, und es ist von seiner Geschichte her nichts anderes als eine Erweiterung der Taufformel, die der auferstandene Herr den Jüngern für alle Zeiten übergeben hat, als er ihnen sagte: Geht hin, lehrt und tauft alle Völker auf den Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes Mt 28,19.
   Wenn wir das sehen, dann zeigt sich zweierlei: Der Glaube ist einfach. Wir glauben an Gott - an Gott, den Ursprung und das Ziel menschlichen Lebens. An den Gott, der sich auf uns Menschen einlässt, der uns Herkunft und Zukunft ist. So ist Glaube immer zu- gleich Hoffnung, Gewissheit, dass wir Zukunft haben und dass wir nicht ins Leere fallen.Und der Glaube ist Liebe, weil Gottes Liebe uns anstecken will.
    Als zweites können wir feststellen: Das Glaubensbekenntnis ist nicht eine Summe von Sätzen, nicht eine Theorie. Es ist ja verankert im Geschehen der Taufe - in einem Ereignis der Begegnung von Gott und Mensch. Gott beugt sich über uns Menschen im Geheimnis der Taufe; er geht uns entgegen und führt uns so auch zueinander. Denn Taufe bedeutet, dass Jesus Christus uns sozusagen als seine Geschwister und damit als Kinder in die Familie Gottes selber adoptiert. So macht er uns damit alle zu einer großen Familie in der weltweiten Gemeinschaft der Kirche. Ja, wer glaubt, ist nie allein. Gott geht auf uns zu. Gehen auch wir Gott entgegen, und gehen wir so aufeinander zu. Lassen wir keines der Kinder Gottes allein, so weit es in unseren Kräften steht! Wir glauben an Gott. Das  ist unser Grundentscheid. Kann man das heute noch? Ist das vernünftig? Seit der Aufklärung arbeitet wenigstens ein Teil der Wissenschaft emsig daran, eine Welterklärung zu finden, in der Gott überflüssig wird. Und so soll er auch für unser Leben überflüssig werden. Aber sooft man auch meinen konnte, man sei nahe daran, es geschafft zu haben - immer wieder zeigt sich: Das geht nicht auf. Die Sache mit dem Menschen geht nicht auf ohne Gott, und die Sache mit der Welt, dem ganzen weiten Universum, geht nicht auf ohne ihn. Letztlich kommt es auf die Alternative hinaus: Was steht am Anfang: die schöpferische Vernunft, der Geist, der alles wirkt und sich entfalten lässt oder das Unvernünftige, das vernunftlos sonderbarerweise einen mathematisch geordneten Kosmos hervor- bringt und auch den Menschen, seine Vernunft. Aber die wäre dann nur ein Zufall der Evolution und im letzten also doch auch etwas Unvernünftiges. Wir Christen sagen: Ich glaube an Gott, den Schöpfer des Himmels und der Erde - an den Schöpfer Geist.
   Wir glauben, dass das ewige Wort, die Vernunft am Anfang steht und nicht die Unvernunft. Mit diesem Glauben brauchen wir uns nicht zu verstecken, mit ihm brauchen wir nicht zu fürchten, uns auf einem Holzweg zu bewegen. Freuen wir uns, dass wir Gott kennen dürfen und versuchen wir, auch anderen die Vernunft des Glaubens zu zeigen, wie es uns der heilige Petrus in seinem ersten Brief aufträgt 1 Petr 3,15.
   Wir glauben an Gott. Das stellen die Hauptteile des Glaubensbekenntnisses heraus, und das betont besonders der erste Teil davon. Aber nun folgt sofort die zweite Frage: An welchen Gott? Nun, eben an den Gott, der Schöpfergeist ist, schöpferische Vernunft, von der alles kommt und von der wir kommen.
  Der zweite Teil des Glaubensbekenntnisses sagt uns mehr. Diese schöpferische Vernunft ist Güte. Sie ist Liebe. Sie hat ein Gesicht. Gott lässt uns nicht im Dunklen tappen. Er hat sich gezeigt als Mensch. So groß ist er, dass er es sich leisten kann, ganz klein zu werden. „Wer mich sieht, sieht den Vater“, sagt Jesus Joh 14,9. Gott hat ein menschliches Gesicht angenommen. Er liebt uns bis dahin, dass er sich für uns ans Kreuz nageln lässt, um die Leiden der Menschheit bis an Gottes Herz hin- aufzutragen. Heute, wo wir die Pathologien und die lebensgefährlichen Erkrankungen der Religion und der Vernunft sehen, die Zerstörungen des Gottesbildes durch Hass und Fanatismus, ist es wichtig, klar zu sagen, welchem Gott wir glauben und zu diesem menschlichen Antlitz Gottes zu stehen. Erst das erlöst uns von der Gottesangst, aus der letztlich der moderne Atheismus geboren wurde. Erst dieser Gott erlöst uns von der Weltangst und von der Furcht vor der Leere des eigenen Daseins. Erst durch das Hinschauen auf Jesus Christus wird die Freude an Gott voll, wird zur erlösten Freude.  Richten wir in dieser festlichen Feier der Eucharistie unseren Blick auf den Herrn, und bitten wir ihn um die große Freude, die er seinen Jüngern verheißen hat Joh 16,24.
   Der zweite Hauptteil des Bekenntnisses schließt mit dem Ausblick auf das Letzte Gericht und der dritte mit dem auf die Auferstehung der Toten. Gericht - wird uns da nicht doch wieder Angst gemacht? Aber wollen wir nicht alle, dass einmal all den ungerecht Verurteilten all denen, die ein Leben lang gelitten haben und aus einem Leben voller Leid in den Tod gehen mussten, Gerechtigkeit widerfährt? Wollen wir nicht, dass am Ende das Übermaß an Unrecht und Leid, das wir in der Geschichte sehen, sich auflöst;  dass alle am Ende froh werden können, dass das Ganze Sinn erhält? Diese Herstellung des Rechts, diese Zusammenfügung der scheinbar sinnlosen Frag- mentstücke der Geschichte in ein Ganzes hinein, in dem die Wahrheit und die Liebe regieren: Das ist mit dem Weltgericht gemeint.
   Der Glaube will uns nicht angst machen, wohl aber zur Verantwortung rufen. Wir dürfen unser Leben nicht verschleudern, nicht missbrauchen, nicht für uns selber nehmen; Unrecht darf uns nicht gleichgültig lassen, wir dürfen nicht seine Mitläufer oder sogar Mittäter werden. Wir müssen unsere Sendung in der Geschichte wahrnehmen und versuchen,  dieser unserer Sendung zu entsprechen. Nicht Angst, aber Verantwortung - Verantwortung und Sorge um unser Heil, um das Heil der ganzen Welt ist notwendig. Wenn aber Verantwortung und Sorge zu Angst werden möchten, dann erinnern wir uns an das Wort des heiligen Johannes: “Meine Kinder, ich schreibe euch dies, damit ihr nicht sündigt. Wenn aber einer sündigt, haben wir einen Anwalt beim Vater: Jesus Christus, den Gerechten” 1 Joh 2,1. „Wenn unser Herz uns auch verurteilt - Gott ist größer als unser Herz, und er weiß alles” 1 Joh 3, 20.
   Wir feiern heute das Fest Maria Namen. Maria, die Mutter des Herrn, hat vom gläubigen Volk den Titel Advocata erhalten und ist unsere Anwältin bei Gott. So kennen wir sie seit der Hochzeit von Kana: als die gütige, mütterlich sorgende und liebende Frau, die die Not der anderen wahrnimmt und sie zum Herrn hinträgt, um zu helfen. Heute haben wir im Evangelium gehört, wie der Herr sie dem Lieblingsjünger und in ihm uns allen zur Mutter gibt. Die Christen haben zu allen Zeiten dankbar dieses Vermächtnis Jesu aufgenommen und bei der Mutter immer wieder die Geborgenheit und die Zuversicht gefunden, die uns Gottes froh werden lässt. Nehmen auch wir Maria als den Stern unseres Lebens an, der uns in die große Familie Gottes hineinführt. Ja, wer glaubt, ist nie allein. Amen.

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Benedikt XVI. als Bischof von Rom im Gespräch mit seinem Diözesanklerus

  Priester und Diakone der Diözese Rom versammelten sich mit Kardinal Camillo Ruini im Vatikan. Auf die Fragen der Priester antwortete der Papst in freier Rede.
  Benedikt XVI. äußerte sich unmittelbar und spontan zu einigen großen Themen und Problemen des Glaubens und der Kirche in der Welt. Die Fastenzeit weise den Weg unseres Lebens. In seiner einführenden Reflexion über den Sinn der Fastenzeit wies der Papst darauf hin, dass die Option für das Leben und die Option für Gott identisch sind. Der Papst stellte fest, „dass der große Abfall vom Christentum, der sich im Westen in den letzten hundert Jahren ereignet hat, gerade im Namen der Option für das Leben verwirklicht wurde“. Das Christentum sei aufgrund der Verkündigung des Kreuzes und der als Katalog von Verneinungen aufgefassten Gebote Gottes der Lebensfeindlichkeit beschuldigt worden. Dem hielt Benedikt das „Paradox des Christentums” entgegen, das sich in den Worten Jesu finde: „Wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, der wird es retten” Lk 9,24. Gott wählen ist die einzige Antwort für den, der das Leben in Wahrheit sucht, denn: „Eine von Gott entleerte Welt, eine Welt, die Gott vergessen hat, verliert das Leben und verfällt in eine Kultur des Todes. Das Leben wählen, die Option für das Leben machen, heißt also vor allem, die Option ‚Beziehung mit Gott’ zu wählen.”     
   Der Weg zu diesem lebendigen Glauben hat sich in Offenheit und in Einheit mit der Kirche zu vollziehen. „Wir müssen“, so der Papst, „Tag für Tag diese unsere Gemeinschaft mit der Heiligen Kirche und so mit dem Wort Gottes vertiefen”. Der Glaube ist nicht selbst gemacht. Der Glaube ist Geschenk und setzt voraus, sich beschenken lassen zu wollen und zu können. Das Bewusstsein des Christen muss sich für dieses Geschenk Gottes öffnen: „Wir müssen in die Bereitschaft eintreten, die Gabe zu akzep- tieren und uns von der Gabe in unserem Denken,  in unserem Fühlen,  in unserem Willen durchdringen zu lassen.” Glauben sei „ein katholischer Akt”: die Teilnahme an der großen Sicherheit, „die im leben- digen Subjekt Kirche gegenwärtig ist”. Das Volk Gottes ist, so der Papst, „ein von Gott geschaffenes Subjekt, das empfängt, dann übersetzt und die- ses Wort mitteilt.”
    Das Volk Gottes steht so in einer Synergie mit Gott. Darin liege der wesentliche Unterschied des Christentums zum Islam. Der Koran sei „wörtlich von Gott gegebenes Wort, ohne menschliche Ver- mittlung. Der Prophet hat damit nichts zu tun. Er hat es nur aufgeschrieben und mitgeteilt.” Der Christ hingegen trete ein in eine Gemeinschaft mit Gott. Er werde Mitarbeiter Gottes in der Gemeinschaft der Heiligen Kirche, „die ihrerseits das Wort Gottes empfängt, das der Leib Christi ist, beseelt vom lebenden Wort, vom göttlichen Logos”. Vollständiger Bericht von Armin Schibach unter: www.die-tagespost.de

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Das aktuelle Buch.  Fragen und Antworten. Der Kurz-Katechismus der katholischen Kirche:
Ein Vademecum des Glaubens. Katechismus der Katholischen Kirche. Kompendium, Pattloch Verlag, 
256 S., EUR 12,90 ISBN: 3-629-02139-5;  ISBN-13-978-3- 629-02139-7  ISBN:3-629-02140-9 ISBN: 13-978-3-629-02140-3;  brosch. 6,90 € Großdruckausgabe siehe: Großdruck & Punktschrift

   Der Kurz-Katechismus der katholischen Kirche, der in deutscher Übersetzung erschienen ist, beschreibt nach Worten von Papst Benedikt XVI. „alle wesentlichen  und grund- legenden Elemente des Glaubens der Kirche”. In Aufbau, Inhalt und Sprache folgt das Kompendium dem großen Katechismus, der 1992 von Papst Johannes Paul II. veröffentlicht wurde. Um diesen besser zu erschließen, wurden die wichtigsten Sachverhalte von einer Kommission unter Vorsitz des jetzigen Papstes zusammen- gefasst und zunächst in italienischer Sprache veröffentlicht. Mit seinen 598 Abschnitten in klassischem Frage-Antwort-Stil und einem Anhang, der die wichtigsten Gebete sowie Formeln der katholischen Lehre enthält, erhebt das neue Vademecum nach Worten des Papstes Anspruch auf „Kürze, Klarheit und Vollständigkeit”. Gedacht ist es daher nur für die katholischen Christen, die sich einen Überblick über das Panorama des Glaubens verschaffen wollen. Ausdrücklich legt es der Papst allen Menschen ans Herz, „die inmitten einer zerstreuten Welt mit vielfältigen Botschaften den Weg des Lebens kennenlernen möchten: die Wahrheit, die Gott der Kirche anvertraut hat”.
   Gegliedert ist der „kleine” Katechismus in vier Teile. Der erste Teil folgt im wesentlichen den Aussagen des Glaubensbekenntnisses der Kirche. Hier finden sich grundlegende Feststellungen über die Heilsnotwendigkeit der katholischen Kirche („Nur durch sie kann man die ganze Fülle der Heilsmittel erlangen”). Die Aussage „Außerhalb der Kirche kein Heil” wird mit den Sätzen erläutert, „dass alles Heil von Christus, dem Haupt, durch die Kirche, seinen Leib, kommt. Darum können jene Menschen nicht gerettet werden, die wissen, dass die Kirche von Christus gegründet wurde und zum Heil notwendig ist, in sie aber nicht eintreten oder in ihr nicht ausharren wollen. Zugleich können durch Christus und seine Kirche diejenigen das ewige Heil erlangen, die ohne eigene Schuld das Evangelium Christi und seine Kirche nicht kennen, Gott jedoch aufrichtigen Herzens suchen und sich unter dem Einfluss der Gnade bemühen, seinen durch den Anruf des Gewissens erkannten Willen zu erfüllen.”
   Der zweite Teil ist der Liturgie der Kirche und den sieben Sakramenten der Kirche gewidmet. Wie in allen anderen Abschnitten wird auch hier keine neue Lehre verkündet. Vielmehr werden verbindliche Aussagen des kirchlichen Lehramtes zu auch innerkirchlich strittigen Fragen in unzweideutiger Weise festgehalten („Die heilige Weihe kann gültig nur ein getaufter Mann empfangen”). Als Sünden, die dem Ehesakrament widersprechen, werden Ehebruch, Polygamie, die Weigerung, fruchtbar zu sein, sowie die Scheidung genannt. Die Haltung der Kirche gegenüber wiederverheirateten Geschiedenen wird mit den Worten beschrieben, dass ihre Situation dem Gesetz Gottes „objektiv widerspricht”. Daher könnten sie „nicht die sakramentale Lossprechung empfangen, nicht zur heiligen Kommunion hinzutreten und gewisse kirchliche Aufgaben nicht ausüben”.
   Im Mittelpunkt des dritten Teils „Leben in Christus” stehen die Zehn Gebote. Das fünfte Gebot „Du sollst nicht töten”, so heißt es, verbiete direkten und willentlichen Mord, direkte Abtreibung, direkte Euthanasie sowie Selbstmord und die freiwillige Beihilfe dazu. Auch der Schutz „jedes Embryos” folgt, so die Kirche, aus dem fünften Gebot. Über den Frieden in der Welt heißt es, die persönlichen Güter müssten angemessen verteilt und gesichert sein, die Menschen frei miteinander verkehren können, die Würde der Personen und der Völker geachtet und die Gerechtigkeit und Brüderlichkeit unter den Menschen gepflegt werden. Den Einsatz militärischer Gewalt schließt die Kirche nicht aus. Er kann sittlich gerechtfertigt sein, „wenn die folgenden Bedingungen gleichzeitig gegeben sind: die Sicherheit, dass der erlittene Schaden dauerhaft und schwerwiegend ist; die Wirkungslosigkeit aller friedlichen Alternativen; ernsthafte Aussichten auf Erfolg; die Vermeidung von schlimmeren Schäden, auch in Anbetracht der Zerstörungskraft der modernen Waffen”. Die Beurteilung dieser Bedingungen obliegt dem klugen Ermessen der Regierenden, wobei „vorsätzliche Handlungen gegen das Völkerrecht und Befehle, solche Handlungen auszuführen”, als Verbrechen geächtet werden „für die blinder Gehorsam kein Entschudigungsgrund sein kann”. Jedermann ist sittlich verpflichtet, sich Befehlen zu widersetzen, die solche Verbrechen anordnen.
   Als Verletzungen des sechsten Gebots „Du sollst nicht die Ehe brechen” nennt das Kompendium über Ehebruch hinaus Selbstbefriedigung, Unzucht, Pornographie, Prostitution, Vergewaltigung sowie homosexuelle Handlungen. Methoden der Empfängnisverhütung, die über zeitweilige Enthaltsamkeit und die Wahl von unfruchtbaren Perioden hinausgehen, darunter auch direkte Sterilisation, verstoßen nach Aussagen der Kirche ebenso gegen die objektive sittliche Ordnung wie künstliche Befruchtung.
   Der vierte und letzte Teil dient der Darlegung des christlichen Gebets. Er endet mit der Erläuterung der sieben Bitten des „Vater unser” und der Antwort auf die Frage „Was bedeutet das Amen am Schluss?”   DanielDeckersFAZ050811        

Foto unten: Pater Tomás Kardinal Spidlik lehrte 40 Jahre an der Gregoriana, Rom, und am Päpstlichen Orientalischen Institut. Ein Kenner orientalischer Spiritualität und östlicher Theologie

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Zum Credo sagt Kardinal Spidlik:
     Die alten Konzilien schrieben: Symbol des Glaubens.
     Der moderrne Mensch sagt: Definition des Glaubens.
   Das ist nicht dasselbe. Das Glaubensbekenntnis ist nicht Definition des Glaubens, das Glaubens- bekenntnis ist Symbol des Glaubens; und in diesem Symbol muss ich meinen Glauben verstehen. Außerdem sage ich, dass wir es, in einem gewissen Sinn, verfälscht haben: mit einem Komma.
Frage: mit einem Komma?
    Ja, weil wir beten: “Credo in unum Deum”, Komma, “Patrem omnipotentem” [‘Ich glaube an den einen Gott’, Komma, ‘den allmächtigen Vater’].
    Richtig übersetzt heißt das: “Ich glaube an den einzigen Gott Vater”. Ich glaube, dass Gott Vater ist; das ist das Bekenntnis des Glaubens: die Vaterschaft. Und mit dem Vater spricht man. “Ich glaube an einen Gott”  kann an sich auch etwas anderes bedeuten, weil ich auch glauben kann, dass Gott ein Gedanke oder ein Weltengesetz ist. Die christliche Wahrheit dagegen ist: “Ich glaube, dass Gott Vater ist”. Dann ist die erste Quelle das Gebet zum Vater. 30Giorni0311

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 Papst Paul VI. verfasste das Credo des Gottesvolkes. Wir bringen dieses Credo als autorisierte Übersetzung .Paul VI nennt dieses Credo des Gottesvolkes  am 3. Juli 1968
die wesentliche Zusammenfassung der wichtigsten Glaubenswahrheiten

Wir glauben an den einen Gott, Vater, Sohn und Heiligen Geist,
Schöpfer der sichtbaren Dinge, wie es diese Welt ist,
auf der unser Leben sich abspielt,
Schöpfer der unsichtbaren Dinge
wie es die reinen Geister sind,
die man auch Engel nennt,
und Schöpfer der unsterblichen Geistseele
eines jeden Menschen.
Wir glauben, dass dieser einzige Gott
seiner Wesenheit nach absolut einer ist,
unendlich heilig,
wie er in allen Seinen Eigenschaften
unendlich vollkommen ist:
in seiner Allmacht, in seinem unbegrenzten Wissen,
in seiner Vorsehung, in seinem Willen und in seiner Liebe.
Er ist der, der ist, wie er es Mose geoffenbart hat;
er ist Liebe, wie der Apostel Johannes es uns lehrt.
Diese beiden Worte also, Sein und Liebe,
bezeichnen in unaussprechlicher Weise
die gleiche göttliche Wirklichkeit dessen,
der sich uns zu erkennen geben wollte und der,
da er “in einem unzugänglichen Licht wohnt”,
in sich selbst jenseits jeglicher Bezeichnung,
über allen Dingen steht
und alles geschaffene Denken übersteigt.
Gott allein kann uns von sich
eine angemessene und volle Erkenntnis mitteilen,
indem er sich als Vater, Sohn und Heiliger Geist offenbart.
Durch die Gnade sind wir berufen
an seinem ewigen Leben teilzuhaben:
hier auf Erden im Dunkel des Glaubens
und nach dem Tod im ewigen Licht.
Die gegenseitigen Bande, die von Ewigkeit her
die drei Personen wesentlich verbinden,
deren jede das eine und selbe göttliche Sein ist,
sind das beseligende innerste Leben
des dreimalheiligen Gottes,
unendlich weit entfernt von alldem,
was wir auf menschliche Weise begreifen können.
Wir sagen indessen der göttlichen Güte Dank
für die Tatsache, dass sehr viele gläubige Menschen
mit uns vor der Welt die Einzigkeit Gottes bezeugen können,
obwohl sie das Geheimnis
der allerheiligsten Dreifaltigkeit nicht kennen.
Wir glauben also
an den Vater, der von Ewigkeit her den Sohn zeugt;
an den Sohn, das Wort Gottes,
das von Ewigkeit her gezeugt ist
an den Heiligen Geist, die unerschaffene Person,
die vom Vater und vom Sohn ausgeht als ihre ewige Liebe.
In den drei göttlichen Personen also
- untereinander gleich ewig und gleichen Wesens -
sind das Leben und die Seligkeit Gottes,
der vollkommen eins ist
in überreicher Hilfe vorhanden und vollenden sich
in der Vollkommenheit und in der Glorie,
die dem unerschaffenen Wesen eigen sind.
Immer “muss also die Einheit in der Dreifaltigkeit
und die Dreifaltigkeit in der Einheit verehrt werden”.
Wir glauben an unseren Herrn Jesus Christus,
der der Sohn Gottes ist.
Er ist das ewige Wort, gezeugt vom Vater vor aller Zeit
und wesensgleich dem Vater.
Durch ihn ist alles erschaffen worden.
Durch das Wirken des Heiligen Geistes
hat er im Schoß der Jungfrau Maria Fleisch angenommen
und ist Mensch geworden:
dem Vater also seiner Gottheit nach gleich,
der Menschheit nach aber ist er geringer als der Vater.
Er ist in sich selber einer,
nicht durch eine unmögliche Vermischung der Naturen,
sondern durch die Einheit der Person.
Er hat unter uns gewohnt, voll der Gnade und Wahrheit.
Er verkündete das Reich Gottes und richtete es wieder auf
und ließ uns den Vater durch sich erkennen.
Er hat uns ein neues Gebot gegeben,
einander zu lieben, wie er uns geliebt hat.
Er lehrte uns den Weg der Seligkeiten des Evangeliums:
Armut im Geiste,
Milde,
Geduld im Leiden,
Durst nach der Gerechtigkeit,
Barmherzigkeit
Reinheit des Herzens,
Wille zum Frieden,
Verfolgung erdulden um der Gerechtigkeit willen.
Er litt unter Pontius Pilatus.
Als Lamm Gottes
nahm er die Sünden der Welt auf sich.
Er ist für uns am Kreuz gestorben
und rettete uns durch sein erlösendes Blut.
Er ist begraben worden
und am dritten Tag aus eigener Kraft wiederauferstanden.
Durch seine Auferstehung
berief er uns zur Teilnahme am göttlichen Leben,
das das Leben der Gnade ist.
Er ist aufgefahren in den Himmel
und wird wiederkommen aufs neue,
und zwar dieses Mal in Herrlichkeit,
um die Lebenden und die Toten zu richten:
einen jeden nach seinen Verdiensten -
jene, die der Liebe und dem Erbarmen Gottes
entsprochen haben, werden eingehen zum ewigen Leben.
Jene aber, die bis zum Ende ihres Lebens
die Liebe und das Erbarmen Gottes ablehnten,
werden dem Feuer überantwortet, das niemals erlischt.
Und seines Reiches wird keine Ende sein.
Wir glauben an den Heiligen Geist,
den Herrn und Lebensspender,
der mit dem Vater und dem Sohn
angebetet und verherrlicht wird.
Durch die Propheten hat er zu uns gesprochen
und ist von Christus,
nach seiner Auferstehung und Himmelfahrt zum Vater,
gesandt worden.
Der Heilige Geist
erleuchtet, belebt, beschützt und führt die Kirche.
Er läutert ihre Glieder, wenn sie der Gnade nicht widerstehen
Sein gnadenvolles Wirken,
das bis in das Innerste der Seele eindringt,
macht den Menschen fähig auf den Anruf Christi zu antworten:
“Seid vollkommen,
wie euer Vater im Himmel vollkommen ist!” (Mt 5,48)
Wir glauben, dass Maria, die allzeit Jungfrau blieb,
die Mutter des menschgewordenen Wortes ist,
unseres Gottes und Heilandes Jesus Christus,
und dass sie im Hinblick
auf diese einzigartige Gnadenauserwählung
und durch die Verdienste ihres Sohnes
auf eine vollkommenere Art erlöst worden ist,
indem sie von jedem Makel der Erbsünde bewahrt
und mit dem Gottesgeschenk der Gnade
mehr bedacht wurde als alle anderen Geschöpfe.
Verbunden in einer ganz innigen und unauflöslichen Weise
mit dem Geheimnis der Menschwerdung und Erlösung,
wurde die allerseligste Jungfrau,
die unbefleckt Empfangene,
am Ende ihres irdischen Lebens mit Leib und Seele
in die Herrlichkeit des Himmels aufgenommen
und in Vorausnahme des künftigen Loses aller Gerechten
ihrem auferstandenen Sohn in der Verklärung angeglichen.
Wir glauben dass die heilige Gottesmutter,
die neue Eva, die Mutter der Kirche,
im Himmel ihr mütterliches Amt fortsetzt
im Hinblick auf die Glieder Christi,
indem sie mitwirkt bei der Erweckung und Entfaltung
des göttlichen Lebens in den erlösten Seelen.
Wir glauben, dass in Adam alle gesündigt haben,
was besagen will, dass die Erbschuld, die Adam beging,
die menschliche Natur, die allen Menschen gemeinsam ist,
in einen Zustand fallen ließ,
indem sie die Folgen dieser Schuld zu tragen hat,
und dass dieser Zustand nicht jener ist,
in dem unsere Stammeltern sich zuerst befanden,
da sie in Heiligkeit und Gerechtigkeit geschaffen waren
und der Mensch weder das Böse noch den Tod kannte.
Die menschliche Natur ist also eine gefallene Natur,
beraubt der Gnade, die sie bekleidete,
verwundet in ihren eigenen natürlichen Kräften
und dem Reich des Todes unterworfen,
der auf alle Menschen übergegangen ist.
Das ist der Sinn, dass jeder Mensch in Sünde geboren wird.
Wir halten also mit dem Konzil von Trient fest, dass
die Erbsünde mit der menschlichen Natur übertragen wird,
“nicht durch Nachahmung, sondern durch Fortpflanzung”,
und “so zu einem jeden gehört”.
Wir glauben, dass unser Herr Jesus Christus
uns durch sein Opfer am Kreuz von der Erbsünde
und allen persönlichen Sünden,
die wir begangen haben, erlöst hat
so dass nach den Worten des Apostels
dort, “wo die Sünde zugenommen hat,
die Gnade überreich geworden ist”.
Wir glauben an die Taufe,
die von unserem Herrn Jesus Christus
zur Nachlassung der Sünden eingesetzt worden ist.
Die Taufe soll auch schon den Kindern
im frühen Alter gespendet werden, die sich
noch keiner persönlichen Sündenschuld bewusst sind,
damit sie nicht der übernatürlichen Gnade
verlustig gehen und wiedergeboren werden
“aus dem Wasser und dem Heiligen Geist”
zum göttlichen Leben in Jesus Christus.
Wir glauben an die
eine, heilige, katholische und apostolische Kirche,
die von Jesus Christus
auf dem Felsen gegründet wurde, der Petrus ist.
Sie ist der mystische Leib Christi,
von ihm sowohl als sichtbare Gemeinschaft
mit hierarchischen Aufbau
wie auch als geistige Gemeinschaft eingesetzt.
Sie ist die Kirche hier auf Erden, das pilgernde Gottesvolk,
und sie ist die Kirche,
die beschenkt ist mit himmlischen Gütern,
der Same und keimhafte Anfang des Reiches Gottes,
durch das sich das Werk und Leiden der Erlösung
in der Geschichte fortsetzen
und das seine Vollendung finden wird
jenseits aller Zeitlichkeit, in der ewigen Herrlichkeit.
Der Herr Jesus Christus lässt seine Kirche in der Zeit
Gestalt annehmen durch die Sakramente,
die aus seiner göttlichen Fülle hervorgehen.
Durch sie haben die Glieder der Kirche Anteil
am Geheimnis seines Todes und seiner Auferstehung,
in der Gnade des Heiligen Geistes,
der Leben und Tun verleiht.
Die Kirche ist deshalb heilig,
auch wenn sich in ihrer Mitte Sünder befinden,
weil sie selbst kein anderes Leben besitzt als das der Gnade.
Das heisst, dass sich ihre Glieder heiligen,
wenn sie an ihrem Leben teilnehmen,
und dass sie, wenn sie ihr Leben preisgeben,
der Sünde und der Unordnung verfallen,
die den Glanz ihrer Heiligkeit verdunkeln.
Deshalb leidet und büßt die Kirche für diese Verfehlungen.
Sie hat die Gewalt, ihre Gläubigen zu davon zu heilen:
durch das Blut Christi und die Gabe des Heiligen Geistes.
Sie ist dem Geiste nach Erbin der göttlichen Verheißungen
und Tochter Abrahams, durch den jenes Israel,
dessen heilige Schriften sie in Liebe bewahrt und
dessen Patriarchen und Propheten sie in Ehrfurcht gedenkt.
Sie ist auf die Apostel gegründet
und gibt im Nachfolger des heiligen Petrus
und in den Bischöfen,
die sich in Gemeinschaft mit ihm befinden,
deren immerdar lebendiges Wort
und deren Hirtengewalt durch die Jahrhunderte weiter.
Unter dem immerwährenden Beistand des Heiligen Geistes
hat die Kirche die Aufgabe, jene Wahrheit zu bewahren,
zu lehren, auszulegen und in der Welt zu verkündigen,
die Gott in verhüllter Weise durch die Propheten und in ihrer ganzen Fülle
unseren Herrn Jesus Christus geoffenbart hat.
Wir glauben alles, was im geschriebenen oder überlieferten
Gotteswort enthalten ist und was die Kirche
als von Gott geoffenbarte Wahrheit zu glauben vorlegt,
entweder durch eine feierliche Glaubensentscheidung
oder durch das ordentliche und allgemeine Lehramt.
Wir glauben an die Unfehlbarkeit,
die dem Nachfolger des heiligen Petrus zukommt,
wenn er ex cathedra
als Hirte und Lehrer aller Gläubigen spricht.
Diese ist auch dem Kollegium der Bischöfe verheißen,
wenn sie - gemeinsam mit dem Papst -
das höchste Lehramt ausüben.
Wir glauben, dass die von Christus gegründete Kirche,
für die er gebetet hat, unfehlbar eine ist im Glauben,
im Kult und in der hierarchischen Gemeinsamkeit.
Die reiche Vielfalt in der Liturgie,
die zu Recht bestehende Verschiedenheit
im theologischen und geistlichen Erbe,
sowie in den eigenen Rechtsordnungen im Innern der Kirche,
tun ihrer Einheit keinen Abbruch, sondern fördern sie.
Wir anerkennen das Vorhandensein
zahlreicher Elemente der Wahrheit und Heiligung
außerhalb der Gemeinschaft der Kirche Christi,
welche eigentlich ihr zugehören
und auf die katholische Einheit hindrängen.
Und wir glauben an das Wirken des Heiligen Geistes,
der in den Herzen der Jünger Christi
die Liebe zu dieser Einheit entflammt.
Wir haben aber die Hoffnung, dass auch die Gläubigen,
die noch nicht voll und ganz
der Gemeinschaft der Kirche angehören,
sich eines Tages in der einen Herde
mit dem einen Hirten zusammenfinden.
Wir glauben, dass die Kirche heilsnotwendig ist;
denn Christus, der alleinige Mittler und Weg zum Heil,
ist für uns gegenwärtig in seinem Leib, der die Kirche ist.
Aber der göttliche Heilsplan umfasst alle Menschen.
Diejenigen, die ohne ihre Schuld
die Frohbotschaft Christi und seiner Kirche nicht kennen,
aber aufrichtig Gott suchen und sich mit Hilfe der Gnade
um die Erfüllung seines Willens bemühen, den sie
aus den Forderungen ihres Gewissens erkannt haben
- ihre Zahl ist allein Gott bekannt -,
können das Heil erlangen.
Wir glauben, dass die heilige Messe,
wenn sie vom Priester, der die Person Christi darstellt,
kraft der durch das Weihesakrament empfangenen Gewalt,
gefeiert und im Namen Jesu Christi und
der Glieder seines mystischen Leibes dargebracht wird,
das Opfer von Kalvaria ist, das auf unseren Altären
sakramental vergegenwärtigt wird.
Wir glauben, dass in der Weise, wie Brot und Wein
vom Herrn beim Heiligen Abendmahl konsekriert
und in seinen Leib und in sein Blut verwandelt worden sind,
die er für uns am Kreuz geopfert hat,
auch Brot und Wein,
wenn sie vom Priester konsekriert werden,
in den Leib und das Blut Christ verwandelt werden,
der glorreich in den Himmel aufgefahren ist.
Und wir glauben,
dass die geheimnisvolle Gegenwart des Herrn
unter dem, was für unsere Sinne
in derselben Weise wie vorher fortzubestehen scheint,
eine wahre, wirkliche und wesentliche Gegenwart ist.
Christus kann in diesem Sakrament
nicht anders gegenwärtig sein als durch
die Verwandlung der Substanz des Brotes in seinen Leib
und die Verwandlung der Substanz des Weines in sein Blut.
Dabei bleiben die Gestalten von Brot und Wein,
wie sie unsere Sinne wahrnehmen, unverändert erhalten.
Diese geheimnisvolle Verwandlung
nennt die Kirche auf sehr treffende Weise Transsubstantiation.
Jede theologische Erklärung, die sich um das Verständnis
dieses Geheimnisses bemüht, muss,
um mit unserem Glauben übereinstimmen zu können,
daran festhalten, dass Brot und Wein
der Substanz nach, unabhängig von unserem Denken,
nach der Konsekration zu bestehen aufgehört haben,
so dass nunmehr der anbetungswürdige Leib
und das anbetungswürdige Blut unseres Herrn
vor uns gegenwärtig sind -
unter den sakramentalen Gestalten von Brot und Wein.
So hat der Herr es gewollt, um sich uns zur Speise zu geben
und uns einzugliedern in die Einheit seines mystischen Leibes.
Die alleinige und unteilbare Daseinsweise
des verklärten Herrn im Himmel
wird damit keineswegs vervielfältigt.
Sie ist durch das Sakrament vergegenwärtigt
an vielen Orten der Erde, wo das Messopfer dargebracht wird.
Diese Gegenwart bleibt nach dem Opfer
im Sakrament fortbestehen,
das im Tabernakel aufbewahrt wird,
der die Herzmitte unserer Kirchen ist.
Es ist uns eine heilige Pflicht, das fleischgewordene Wort,
das unsere Augen nicht erblicken können
und das, ohne den Himmel zu verlassen,
sich uns vergegenwärtigt, in der heiligen Hostie,
die unsere Augen sehen können, anzubeten und zu verehren.
Wir bekennen, dass Gottes Reich hier auf Erden
in der Kirche Christ seinen Anfang nimmt,
die nicht von dieser Welt ist, deren Antlitz ja vergeht,
und dass das Wachstum der Kirche
nicht mit dem Fortschritt der Zivilisation, der Wissenschaft
und der Technik des Menschen gleichgesetzt werden darf,
sondern dass die Kirche nur aus dem einen Grund besteht,
um immer tiefer
den unergründlichen Reichtum Christi zu erkennen,
immer zuversichtlicher auf die ewigen Güter zu hoffen,
immer besser der Liebe Gottes zu antworten
und den Menschen immer freigiebiger
die Güter der Gnade und Heiligkeit mitzuteilen.
Ebenso ist es die Liebe, die die Kirche bewegt, sich stets
um das wahre zeitliche Wohl der Menschen zu sorgen.
Unablässig erinnert sie ihre Kinder daran, dass ihnen hier
auf Erden keine bleibende Wohnung beschieden ist.
Sie drängt sie dazu, dass jeder von ihnen,
entsprechend seiner Berufung und seinen Möglichkeiten,
zum Wohle seiner Gemeinschaft beiträgt,
dass er Gerechtigkeit, Frieden und Brüderlichkeit
unter den Menschen fördert und seinen Brüdern,
vor allem den Armen und Unglücklichen, hilft.
Die stete Sorge der Kirche, der Braut Christi,
für die Not der Menschen für ihre Freuden und Hoffnungen,
für ihre Arbeiten und Mühen ist demnach nichts anderes
als die große Sehnsucht, ihnen nahe zu sein,
um sie zu erleuchten mit dem Licht Christi und
sie alle in ihm, ihrem alleinigen Heiland, zu  vereinen.
Diese Sorge kann niemals bedeuten, dass sich die Kirche
den Dingen dieser Welt gleichförmig macht,
noch kann sie die brennende Sehnsucht mindern, mit der
die Kirche ihren Herrn und sein ewiges Reich erwartet.
Wir glauben an das ewige Leben.
Wir glauben, dass die Seelen aller,
die in der Gnade Christi entschlafen sind, sei es,
dass sie noch im Läuterungsort gereinigt werden müssen
oder dass sie Jesus im Augenblick,
da sie ihren Leib verlassen, in das Paradies aufnimmt,
wie er es mit dem guten Schächer am Kreuz getan hat,
zum Volk Gottes gehören,
jenseits aller Herrschaft des Todes,
der am Tag der Auferstehung,
da die Seele mit dem Leib vereinigt wird,
endgültig besiegt sein wird.
Wir glauben, dass die große Schar derer,
die mit Jesus und Maria im Paradies vereinigt sind,
die himmlische Kirche bildet.
Dort schauen sie in ewiger Glückseligkeit Gott, so wie er ist.
Dort sind sie auch, in verschiedenen Abstufungen,
mit den heiligen Engeln unter der Herrschaft Christi
vereint in Herrlichkeit, legen für uns Fürsprache ein
und helfen uns in unserer Schwachheit
durch ihre brüderliche Fürsorge.
Wir glauben an die Gemeinschaft aller Christgläubigen:
derer, die hier auf Erden als Pilger wandern,
der Verstorbenen, die ihre Läuterung abwarten,
und der Seligen im Himmel.
Alle zusammen bilden sie die eine Kirche.
Und in gleicher Weise glauben wir,
dass in dieser Gemeinschaft die barmherzige Liebe
Gottes und seiner Heiligen stets unsere Gebete erhört,
wie uns Jesus gesagt hat: “Bittet und ihr werdet empfangen.”
Mit ebendiesem Glauben und ebendieser Hoffnung
erwarten wir die Auferstehung von den Toten
und das Leben der zukünftigen Welt.

Gepriesen sei der dreimalheilige Gott! Amen.
Aus der Sankt-Peters-Kirche, 30. Juni 1968
                                                    Paulus PP. VI.

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Was der heilige Nikolaus mit dem Credo zu tun hat. Foto oben: Nikolaus als gütiger Bischof von Myra: Er nimmt die drei gestrandeten Ritter Nepotianus, Ursus und Apilio auf. Die Szene ist auf einem Fresko festgehalten, das Anfang des 14. Jahrhunderts entstand und die Kirche des Heiligen Franziskus in Assisi schmückt. Foto oben rechts: Das Marmorgrab des heiligen Nikolaus in Myra ist leer. Im 11. Jahrhundert wurden seine sterblichen Überreste ins italienische Bari gebracht, angeblich, um sie vor Grabräubern zu schützen.

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St. Nikolaus – so überlebte er den Kerker
  Wer weiß schon, wie Nikolaus römischer Folter trotzte und das bis heute geltende Bekenntnis der Christen durchsetzte?
  Der junge Gottesmann liegt in Lumpen auf den kalten Steinen der düsteren Kerkerzelle. Das hagere Gesicht mit den eingefallenen Wangen und der auffallend breiten, hohen Stirn ist von Blutergüssen entstellt, der abgemagerte Leib von Peitschenhieben gezeichnet. Hände und Füße sind mit Eisen- ketten gefesselt. Im verfilzten Haar wimmelt es von Ungeziefer, doch über dem schmalen Mund und der feinen, geraden Nase leuchtet ein ungebrochener Blick: Der Glanz der Augen rührt nicht von Fieber, sondern von unerschütterlicher Gläubigkeit ...
   Den Häftling kennt jedes Kind, allerdings in ganz anderer Gestalt: Es ist der heilige Nikolaus.
   Die Vorstellung vom beleibten, rauschebärtigen Wohltäter, der im Dezember die Kleinen beschenkt, bildet sich erst viel später - zu seinen Lebzeiten ist Nikolaus das viel bewunderte Beispiel eines tapferen Glaubenskämpfers. Einziges Kind des reichen Griechen Euphemios und seiner Ehefrau Anna aus Myra (heute Kaie in der Südwesttürkei), steht der Säugling schon zwei Stunden nach seiner Geburt in der Badewanne auf den Beinchen - ein Wunder, das einen Onkel bewegt ausrufen lässt: „Dieser ist aus dem Willen Gottes geboren; er wird Gott an diesem Ort preisen!”
   Der Onkel heißt ebenfalls Nikolaus und ist Bischof der blühenden Hafenstadt zwischen Rhodos und Zypern. 19 Jahre später weiht er den Neffen zum Priester und setzt ihn als Abt in einem Kloster ein. Als die Eltern an der Pest sterben, erbt Nikolaus ihr Vermögen und verteilt es an die Armen. Nach dem Tod des Onkels pilgert er ins Heilige Land. Als er zurückkehrt, wählt ihn die Gemeinde zum neuen Bischof - in diesen Zeiten eine gefährliche Ehre: Roms Herrscher hassen und jagen die Christen als revolutionäre Aufrührer gegen ihre Autorität.
   Nikolaus lebt keusch, fastet oft, schläft auf dem nackten Boden, ruft die Gemeinde schon vor Sonnenaufgang zum ersten Gebet und kämpft besonders energisch gegen den Götzenglauben. Seine schlimmsten Feinde sind die Priester der Göttin Astarte mit ihren dämonischen Kult-Orgien.Ihr Symbol, der Mond, ist die wichtigste Navigationshilfe der Seeleute, deshalb ist ihre Macht in Hafenstädten besonders groß. Soldaten verhaften Myras Christen und werfen auch den jungen Bischof in den Kerker.
   Acht Jahre dauert der Terror. Dann siegt Konstantin (311-337) im Zeichen des Kreuzes über drei heidnische Kaiser, und Nikolaus kommt frei. Die alten Götter stürzen, doch nun bricht unter den Christen Streit aus: Der Priester Arius aus Alexandria behauptet, Christus sei zwar Gottes Sohn, nicht aber mit dem Vater wesensgleich und auch nicht ewig. 
   Kaiser Konstantin erkennt die Gefahr: Er will den römischen Weltfrieden und keinen Religionskrieg. Umgehend lädt er rund 200 Bischöfe in seinen Sommerpalast in Nicaea, im Nordwesten der heutigen Türkei. Auch Nikolaus kommt. Die Folternarben haben ihm den Ehrentitel „Bekenner” eingetragen, aber auch theologisches Wissen verschafft ihm Respekt. Sein Eifer ist so groß, dass er dem Abweichler Arius ins Gesicht schlägt.
   Der Kaiser ist sauer, die Ohrfeige scheint mit christlicher Feindesliebe schwer vereinbar. Doch Nikolaus und seine Mitstreiter setzen sich durch: Der Arianismus wird verworfen, und das Konzil beschließt ein allgemeines Glaubensbekenntnis. Es wird Reichsgesetz, und die Christen beten es, später erweitert um einige Passagen über den Heiligen Geist, bis heute.
   Die präzisen Formulierungen aus diesem Gebet lassen den alten Streit noch immer erkennen: „Wenn Gott je sterben sollte, dann würden wir den heiligen Nikolaus zu Gott machen.”
    Christus ist „aus dem Vater geboren vor aller Zeit“, also ewig. Er ist „wahrer Gott von wahrem Gott”, also dem Vater in jeder Hinsicht ebenbürtig. Er ist „gezeugt, nicht geschaffen”, also kein endliches Geschöpf. Und er ist, noch einmal wird es betont, „eines Wesens mit dem Vater”.
    Die Lehre des Konzils macht das Christentum endgültig einzigartig: Andere Weltreligionen kennen Stifter wie Buddha, Verkünder wie Zarathustra oder Propheten wie Mohammed,  doch keine beruft sich darauf, von Gott selbst gegründet zu sein.
    Nikolaus kehrt als Sieger nach Myra zurück und widmet sich nun ganz dem Aufbau seines Bistums. Um 350 stirbt er mit 65 Jahren - an einem 6. Dezember, fortan sein Gedenktag. Bald bilden sich immer mehr Legenden um den Heiligen: Anfang Dezember setzen am Mittelmeer die gefürchteten Winterstürme ein - prompt wird Nikolaus zum Patron der Seefahrer. Nikolaus hilft in einer Hungersnot und wird Patron der Bäcker. Er erweckt ein verbranntes Kind wieder zum Leben und wird Patron der Feuerwehrleute. Die Legende, er habe drei arme Mädchen durch heimliche Geldgeschenke vor dem Freudenhaus bewahrt, macht ihn zum Wohltäter  aller Kinder.
   Myra wird Wallfahrtsort. Der Ruhm des Heiligen eilt durch die Welt: Kaiser Justinian (527-565)  weiht ihm eine Kirche in Konstantinopel, Friesenmissionar Liudger (742-809) baut die erste deutsche Nikolauskapelle im münsterländischen Billerbeck.
   Im Jahr 1034 plündern Sarazenen Myra, können aber die Gebeine des Heiligen nicht finden. Das mächtige Venedig möchte die Reliquien in Sicherheit bringen, doch das süditalienische Bari ist schneller: Im April 1087 landen die Apulier auf drei Schiffen, brechen das Marmorgrab unter dem Fußboden der Kirche auf,  wickeln die Knochen in Tücher und entführen sie in ihre Heimatstadt. Dort liegen sie seither in einem kostbaren Schrein in der Krypta der St.-Nikolaus-Basilika.
   In Myra finden Türkei-Touristen nur noch Ruinen. Das moderne Bild des Nikolaus bestimmt eine Zeichnung, auf der Moritz von Schwind 1847 den Heiligen als strengen „Herrn Winter” darstellte: In Russland wurde daraus „Väterchen Frost”, in Deutschland der Weihnachtsmann und in den USA Santa Claus.
   „Sein göttliches Erbarmen macht Nikolaus zu einem Wesen göttlicher Art, hat ihn über alle an- deren Heiligen erhoben”, vermerkte ein Chronist. Und in Russland heißt es nur halb scherzhaft: „Wenn Gott je sterben sollte, würden wir den heiligen Nikolaus zu Gott machen.”
   Das heutige Glaubensbekenntnis geht in wesentlichen Teilen auf Betreiben des heiligen Nikolaus und das Konzil von Nicaea (325) zurück. 381 wurde es erweitert. Der folgende Wortlaut basiert auf der deutschen Übersetzung des lateinischen Konkordienbuches:
  „1. Ich glaube an den einen Gott, den Vater, den Allmächtigen, Schöpfer des Himmels und der Erde, aller sichtbaren und unsichtbaren Dinge.
   2. Und an den Einen, Herrn Jesus Christus, Gottes einziggeborenen Sohn. Er ist aus dem Vater geboren vor aller Zeit. Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott, gezeugt, nicht geschaffen, wesenseins mit dem Vater. Durch ihn ist alles geschaffen. Er ist für uns Menschen und um unseres Heiles willen vom Himmel herabgestiegen. Und er wurde Fleisch durch den Heiligen Geist aus Maria der Jungfrau, und ist Mensch geworden; er wurde auch für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus, hat gelitten und ist begraben worden, und er ist auferstanden am dritten Tage nach der Schrift. Und er ist aufgefahren in den Himmel. Er sitzt zur Rechten des Vaters und wird wiederkommen in Herrlichkeit, zu richten die Lebenden und Toten, und seines Reiches wird kein Ende sein.
   3. Und an den Heiligen Geist, den Herrn und Lebensspender, der vom Vater und vom Sohn filioque ausgeht. Er wird mit dem Vater und dem Sohn zugleich angebetet und verherrlicht. Er hat gesprochen durch die Propheten.
   4. Und die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche una sancta catholica et apostolica ecclesia. Ich bekenne die eine Taufe zur Vergebung der Sünden und erwarte die Auferstehung der Toten und das Leben der zukünftigen Welt.”
Foto unten: Fresken in der Kirche von Myra   JosefNyaryFOTOS:ULLSTEINHA041206

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   Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone hat die Bedeutung des Heiligen Nikolaus für die Ökumene unterstrichen. Bei einem Besuch an seinem Grab in der süditalienischen Stadt Bari sagte Bertone, der Heilige habe die Stadt zu einem Referenzpunkt in Sachen Ökumene gemacht. Besonders der Dialog mit den russisch-orthodoxen Gläubigen, die zahlreich nach Bari pilgerten, sei sehr wichtig. Bertone dankte den Dominikanern, die die Basilika betreuen, in der das Grab verehrt wird, und ein Ökumenezentrum betreiben, für ihren Einsatz. – Der Heilige Nikolaus (4. Jh.) stammt aus Kleinasien. Er nahm u.a. am Konzil von Nizäa 325 teil. Seine Reliquien wurden 1087 geraubt und gelangten nach Bari. RV100509

 

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