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Sehgeschädigt und doch mobil.  Foto: Hilfe bei der Orientierung:
Für sehbehinderte Üstra-Kunden - wie Gerd Schwesig - sind spezielle Rillen im Boden der Bahnsteige und Tastmodelle wie im Üstra- Service-Center City enorm wichtig. 

   Bestens mit Bus und Bahn ans Ziel kommen - das funktioniert auch, wenn man behindert ist. Und zwar durch die vielen Hilfsmittel an Bussen, Bahnen und Stationen, die mobilitätseingeschränkten Fahrgästen den Weg weisen. Mobil hat mit Gerd Schwesig einen sehgeschädigten Fahrgast auf einer Tour mit den Verkehrsmitteln der Hannoverschen Üstra begleitet.
Unterwegs mit einem Blinden: So nutzt Gerd Schwesig Bus und Bahn
   Für Gerd Schwesig ist es immer Nacht. Der 35-Jährige ist blind. Das heißt aber nicht, dass er den öffentlichen Nahverkehr in Hannover nicht nutzen kann. Im Gegenteil. Schwesig fährt begeistert mit Bussen und Bahnen - und zwar schon seit 14 Jahren. Der Mitarbeiter im Blinden- und Sehbehinderten- verband Niedersachsen hat sich bereit erklärt, mit Mobil eine Tour mit Verkehrsmitteln der Üstra zu machen - und erklärt dabei, welche Hilfsmittel einem „blinden Passagier” die Orientierung erleichtern.
   Die Reise beginnt am Kröpcke. Schwesig ruft den Aufzug neben einem Textilgeschäft. Die Tür öffnet sich, und er steigt ein. Auf den Knöpfen sind die Etagenzahlen eingraviert - so weiß er, welchen er drücken muss. Es geht abwärts. Nach wenigen Sekunden meldet sich eine Stimme: „Verteilerebene”, der „sprechende” Aufzug bleibt stehen, Schwesig geht hinaus. „Akustische Signale helfen sehr”,sagt er. Durchsagen gibt es in allen 19 Tunnelstationen und den 104 Stationen mit Hochbahnsteigen der Üstra.
   Schwesig prüft - mit der Hand auf dem Gummihandlauf einer Rolltreppe und dem Langstock an den Stufen -, ob die Rolltreppe in die richtige Richtung fährt. Nun fährt er eine weitere Ebene tiefer zum Bahnsteig der Linie 3. Wie geht's weiter? Ein sogenannter „Leitstreifen” hilft: Auf dem Boden des Bahn- steigs sind Rillenplatten mit einer Breite von 30 Zentimetern verlegt. Mit seinem Langstock kann Schwesig die Rillen fühlen - und er weiß, dass er sich parallel zu den Schienen befindet. „So kann mir nichts passieren.”
   Nach wenigen Schritten und Pendelbewegungen mit seinem Stock bleibt der 35-Jährige stehen. Er spürt, dass er sich jetzt an einem „Aufmerksamkeitsfeld” befindet. „Bahnen halten so, dass eine Wa- gentür stets in der Nähe dieses Feldes ist.” Das ist nur in Hannover so und eine große Hilfe beim Finden der Tür. Wieder eine Durchsage: „Linie 3, Richtung Wettbergen.” Mit der Bahn geht es weni- ge Stationen - bis zur Haltestelle Fischerhof. Dort die nächste Durchsage: „Ausstieg links.” Zeit um- zusteigen. Schwesig macht sich auf den Rückweg - mit dem Bus. Doch vorher muss er eine Straße überqueren. Dank Klopfzeichen bei der Blindenampel ist das kein Problem. Dennoch: „Man muss sich seinen Weg erarbeiten. Und manchmal ist das sehr schmerzhaft, wenn man bei Rampen auf Fahrräder aufläuft.”
   Schwesigs Fahrt mit der Buslinie 200 endet beim Aegidientorplatz - seiner Lieblingstunnelstation. „Hier ist alles symmetrisch angeordnet - da kennt man sich gleich aus.” Sein Fazit: „In Sachen bar- rierefreies Fahren nimmt Hannover in Deutschland eine Vorreiterrolle ein.”  HAZPhilippLackner071102

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Tastmodelle im Üstra-Service-Center

   Die Üstra sorgt mit ihrem Angebot dafür, dass mobilitätseingeschränkte Fahrgäste sicher ihr Ziel erreichen. Und zwar nicht nur mit Hilfsmaßnahmen an Fahrzeugen oder Bahnsteigen. Mitarbeiter des Fahrgastbegleitservices unterstützen Üstra-Kunden beim Ein-,Aus- oder Umsteigen. Es ist auch möglich, sich vom Start- oder Zielort abholen beziehungsweise hinbringen zu lassen - wenn dieser bis zu 500 Meter von der Haltestelle entfernt ist. Den kostenlosen Service gibt es von Montag bis Sonntag von 8 bis 21 Uhr. Wer einen Begleittermin möchte, ruft am besten einen Tag vorher unter der Telefonnummer 0511 - 1 66 80 an. phila

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EU beschließt drittes Eisenbahnpaket. Mehr Rechte für Bahnreisende
Von 2009 an Entschädigungen bei Verspätungen

  Bahnreisende in der Europäischen Union haben von 2009 an mehr gesetzlich verankerte Rechte. Verspätet sich ein Zug im Fernverkehr mehr als eine Stunde, so haben die Fahrgäste künftig Anspruch darauf, ein Viertel des Ticketpreises zurückzubekommen. Beträgt die Verspätung mehr als zwei Stun- den, müssen die Bahnunternehmen den geschädigten Bahngästen sogar die Hälfte zurückzahlen. Darauf sowie auf zwei weitere Regelungen zum Schienenverkehr haben sich unlängst die 27 EU-Regierungen und das Europäische Parlament in einem Vermittlungsverfahren geeinigt.
  Bei den Verhandlungen über die Verordnung zu den Passagierrechten hat sich das Parlament durchgesetzt, dass die Entschädigungsregelung nicht nur, wie von den Regierungen gefordert, für den grenzüberschreitenden, sondern auch für den nationalen Personentransport auf der Schiene gelten soll. Den EU-Ländern ist es jedoch freigestellt, den Nahverkehr auf der Schiene von der Erstattungsregelung auszunehmen.
  In Ausnahmefällen können die EU-Länder auch beschließen, dass die gesamte Regelung im innerstaat- lichen Bahnverkehr erst nach einer Übergangsfrist von fünf Jahren in Kraft tritt. Diese Frist kann zweimal jeweils um höchstens fünf Jahre verlängert werden. Mit den Ausnahmen wollen die europäischen Gesetzgeber vor allem den EU-Ländern in äußerster Randlage und den mittel- und ost- europäischen Ländern entgegenkommen, die aus geographischen und technischen Gründen noch nicht in der Lage sind, einen pünktlichen Bahnverkehr sicherzustellen. „Ich gehe davon aus, dass die Bundesregierung keine Übergangsfristen in Anspruch nehmen wird”, sagte der verkehrspolitische Sprecher der EVP-ED- Fraktion, Georg Jarzembowski (CDU). Aber auch die deutschen Banngesellschaften haben noch Zeit: Die Verordnung tritt erst zwei Jahre nach der Veröffentlichung des Rechtstextes,also wohl im Sommer 2009, in Kraft. Die Verordnung verpflichtet die Bahnunternehmen aber zum Beispiel auch, die Fahrgäste über Verspätungen zu informieren sowie ein computergestütztes Informations- und Reservierungssystem einzuführen. Für behinderte Menschen und Personen mit eingeschränkter Mobilität müssen die Bahnen Personal abstellen, um ihnen beim Ein- und Aussteigen zu helfen. .
  Mit der Annahme des dritten EU-Eisenbahnpakets haben sich die Länder zudem in einer Richtlinie ver- pflichtet, von 2010 an im Rahmen des grenzüberschreitenden Personenverkehrs die nationalen Bahn- netze zu öffnen.
  Das dritte Regelwerk im dritten europäischen Eisenbahnpaket bildet die Richtlinie über die Zertifizierung des Zugpersonals, das Lokomotiven und Bahnen im europäischen Netz steuert. Mit der Einführung dieses gemeinschaftsweit geltenden Lokführerscheins soll ein Lokführerwechsel an den Grenzen überflüssig und der Bahnverkehr damit reibungsloser werden.
  Das Regelwerk enthält auch Vorschriften zur Qualifikation der Lokführer, Mindestanforderungen an ihre geistige Fitness und körperliche Tauglichkeit sowie die Pflicht zu regelmäßigen Untersuchungen. Einzelstaatliche Stellen müssen über die Einhaltung dieser Vorschriften wachen. Sie gelten nicht für Schaffner und andere Mitglieder des Zugpersonals. Auch Lokomotivführer, die nicht im grenzüber- schreitenden Bahnverkehr tätig sind, können unter bestimmen Umständen von den Vorschriften frei- gestellt werden. FAZfri070703  Mehr Informationen über die EU-Bahnpolitik im Netz:
http://ec.europa.eu/transport/rail/overview/infrastructure_de. htm

Neue Rechte für Bahnkunden:   Die Züge sollen pünktlicher werden.
Bei zwei Stunden Verspätung erhalten Fahrgäste 50 Prozent des Ticketpreises zurück.

Gute Nachrichten für Bahnfahrer. Sie haben jetzt mehr Rechte bei größeren Verspätungen und Zug- ausfällen. Auch die Entschädigung wird erhöht. Statt Gutscheinen gibt es jetzt Bargeld. Neu sind ebenfalls ein einheitliches Antragsformu¬lar und eine zentrale Bearbeitungsstelle für die Deutsche Bahn (DB) und die Mehrzahl ihrer Konkurrenten. Hier die wichtigsten Neuerungen:
Entschädigung
   Bahnreisende haben ab 60 Minuten Verspätung Anspruch auf Erstattung von 25 Prozent (bisher: 20 Prozent) des Fahrpreises, ab 120 Minuten auf 50 Prozent. Maßgeblich ist die Verspätung am Zielort. Das gilt auch bei Nutzung mehrerer Züge verschiedener Unternehmen, wenn etwa Anschlüsse verpasst werden.
Ausnahmen
   Es gilt eine Bagatellgrenze von vier Euro. Liegt die Entschädigung darunter, wird nichts erstattet. Keine Haftung übernehmen die Eisenbahnen in Fällen, für die sie nichts können (zum Beispiel bei Unwetter und Suizid auf der Strecke).
Zentralstelle
   Das Service-Center Fahrgastrechte bearbeitet zentral alle ein¬gereichten Anträge auf Erstattung.
Antragsformular
   In das Fahrgastrechte-Formular trägt der Kunde ein, welche Fahrkarte er genutzt hat, den geplan- ten und den tatsächlichen Reiseverlauf und die gewünschte Art der Erstattung - Gutschein, Über- weisung aufs Konto oder bar am Schalter. Das Formular gibt er dann in einem Reisezentrum oder einer DB-Agentur ab, oder er schickt es per Post an das Service-Center.
Bestätigung
   Zugbegleiter oder Mitarbeiter von Infoständen (DB Service Points) bestätigen Verspätungen auf dem Antragsformular. Auch ohne solche Bestätigung ist eine Erstattung möglich: Antrag mit Formular oder formlos beim Service-Center einreichen. Dort liegen alle Bahn-Reisedaten vor, sind Verspätungen nachprüfbar.
Zeitkarten
   Für Inhaber von Zeitkarten hat die DB Pauschalbeträge als Entschädigung festgelegt. Für eine Verspätung von 60 Minuten bekommen Zeitkartenbesitzer des Nahverkehrs eine Gutschrift von 1,50 Euro. Sie müssen also mindestens drei solcher Verspätungen geltend machen, um die Bagatellgrenze von vier Euro zu überspringen. Inhaber von Fernverkehrs-Zeitkarten bekommen fünf Euro pro 60- Minuten-Verspätung.
Zugwechsel
   Ist eine Verspätung von mindestens 20 Minuten zu erwarten, darf der Fahrgast einen anderen Zug benutzen, also etwa statt eines Regionalzugs einen teureren Fernzug. Aber: Erst muss eine neue, gültige Karte gekauft werden, die Erstattung folgt dann auf Antrag.
Reiserücktritt
   Zeichnet sich schon vor Reisebeginn eine Verspätung von mehr als 60 Minuten ab, kann der Bahnkunde auf die Fahrt verzichten und den gesamten Fahrpreis zurückverlangen.
Nachttaxi
  Sollte der Zug nach Plan zwi¬schen 0.00 und 5 Uhr ankommen und ist eine Verspätung von 60 Minuten zu erwarten, können Reisende stattdessen Bus oder Taxi benutzen - Erstattung bis maximal 80 Euro.
Streitfälle
   Bis November ist für Streitfälle die Schlichtungsstelle Mobilität beim Verkehrsclub Deutschland (VCD) zuständig. Sie wird im Dezember ersetzt durch eine Schlichtungsstelle öffentlicher Verkehr, die die beteiligten Verkehrsunternehmen selbst finanzieren. Erste Kritik gibt es allerdings schon vom Verkehrs- club Deutschland (VCD). Experten bemängeln, dass ein für größere Verspätungen vorgesehenes Beschwerdeformular mit 48 Fragen unübersichtlich sei und die Kunden abschrecke. Zudem drohe ein Vakuum beim Bearbeiten von Streitfällen, wenn eine geplante neue Schlichtungsstelle im Dezember die Arbeit aufnimmt.
Mehr Informationen im Internet:   www.bahn.de/fahrgastrechte  www.fahrgastrechte.info  HA090728

Bahn und Fluggesellschaften entdecken mehr und mehr auch behinderte Menschen als Kunden

   Für Hans-Joachim Wöbbeking aus der Nähe von Köln beginnt eine Bahnreise stets mit einem Anruf in Schwerin. Für den 56 Jahre alten Rollstuhlfahrer organisiert die Mobilitätsservice-Zentrale der Bahn in der Landeshauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns die nötigen Hilfen. „Ich brauche Züge mit Rollstuhl- plätzen und Leute, die mich und mein Gefährt in die Bahn heben und herausholen”, sagt Wöbbeking. Wie er lassen sich tausende blinde sowie seh-, hör-, sprach- oder mobilitätsbehinderte Menschen unter der bundeseinheitlichen Telefon-Nr. 01505 - 51 25 12 von der Service-Stelle der Bahn gerne helfen. Der Service umfasst die Auswahl geeigneter Züge mit möglichst wenig Umsteigevorgängen, die gezielte Platzreservierung beispielsweise für Rollstuhlfahrer und die Ausstellung und Zusendung der Fahrscheine auf dem Postweg nach Hause. „Zudem unterstützen wir die Fahrgäste auf Wunsch beim Ein-, Um- und Aussteigen”, erklärt der Leiter der Service-Zentrale Joachim Teobald. Dabei stützen sich seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf eine in den letzten Jahren aufgebaute Datenbank. Sie enthält präzise Informationen, welche Bahnhöfe im Bundesgebiet über barrierefreie Zugänge zum Bahnsteig verfügen, wo es Hublifte zum Ein- und Aussteigen gibt und zu welchen Zeiten Bahn-Beschäftigte vor Ort zur Verfügung stehen, um Reisenden mit Behinderungen zu helfen.
  Die Mobilitätsservice-Zentrale hat sich seit ihrer Einführung vor acht Jahren innerhalb des Personen- verkehrs der DB als Dreh- und Angelpunkt für das Thema Bahnfahren mit Handicap etabliert. Vor zwei Jahren zog sie von Saarbrücken nach Schwerin um. „Jeder der 36 Fachkräfte hat eine Sensibili- sierungsschulung in Bezug auf die Belange von behinderten Menschen absolviert”, betont Jakob Patuschka, der bei der Bahntochter DB Dialog den Bereich Services leitet.
   Doch auch die Airports und Fluggesellschaften entdecken Menschen mit Behinderungen zunehmend als Kunden.    „Bitte teilen Sie Ihrem Reisebüro und Ihrer Fluggesellschaft bereits bei der Buchung mit, in welchem Umfang Sie Hilfe benötigen und bis zu welchem Grad Sie in Ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt sind.” Damit beginnt ein ausführliches Informationsblatt der Behinderten-Service-Stelle des Rhein-Main-Flughafens in Frankfurt für Reisende mit Behinderungen, das in ähnlicher Form auch andere Airports verteilen. Mit internationalen Kennzeichen sollen die Betroffenen ihr Handicap darlegen:
     WCHR - Wheelchair Ramp: Gast benötigt den Rollstuhl nur, um längere Gehwege zu überbrücken; Treppen-Steigen ist selbstständig möglich.
     WCHS - Wheelchair Steps: Gast kann keine Treppen steigen, kann aber kurze Strecken zu Fuß zurücklegen.
     WCHC - Wheelchair Carry: Gast benötigt immer Rollstuhl, kann sich ohne fremde Hilfe in der Kabine nicht bewegen - es wird ein eigener Rollstuhl mitgeführt.
     BLND - Fluggast ist sehbehindert oder blind
     DEAF - Gehörloser, hörgeschädigter oder taubstummer Fluggast
     BLND/DEAF - Taubblinder Fluggast, der auf die Hilfe einer Begleitperson angewiesen ist.
  Sie werden von den Sonder-Diensten der Flughäfen vom Bahnsteig oder Parkplatz zum Schalter der Fluggesellschaft begleitet. Eigens mitgeführte Rollstühle sind bei der Fluggesellschaft unter Angabe der Maße (Höhe, Breite und Gewicht) anzumelden. Unter dem Motto „Bei Lufthansa-Rotkäppchen in richti- gen Händen” bietet die Air-Line allen auf Hilfe angewiesenen Menschen die erforderliche Unterstützung. Ähnliche Dienste bieten die Fluggesellschaften der Länder wie Australien, Kanada und USA, in denen die Gleichstellung behinderter Menschen in der Verfassung oder gesetzlich verankert ist. Der Name „Rot- käppchen” rührt von den roten Kappen, die die Lufthansa-Helfer tragen, her. Ihre Dienste haben  in den  letzten zwölf Monaten über 400.000 und den Bahn-Mobilitäts-Service mehr als 200.000 Menschen in Anspruch genommen. Die Hilfen der Bahn und Air-Lines sind für gehandicapte Menschen kostenlos. Für manche Unterstützung der Flughäfen müssen sie noch bezahlen. Doch nach einer vom EU-Parlament beschlossenen Verordnung entfallen die Gebühren von 2008 an.
   Um die Bedeutung von Menschen mit Behinderungen als Kunden zu dokumentieren, hat der Bahn- Vorstand für sie vor zwei Jahren eine Kontaktstelle mit Sitz in Frankfurt am Main eingerichtet. Ihre Leiterin Ellen Engel hat direkten Zugang zum Chef Hartmut Medorn. Und in dem 2004 als Interessen- vertretung ihrer Fahrgäste eingerichteten Kundenbeirat sind mit dem Leiter der nationalen Koordinie- rungsstelle des Europäischen Jahres der Menschen mit Behinderungen (EJMB) 2003 Horst Frehe und Hans-Joachim Wobbeking auch zwei Rollstuhlfahrer vertreten. Wobbeking ist Sprecher des Beirats. „Wir freuen uns, dass nach dem im Juni vom Bahnchef Medorn und dem ehemaligen Bundeskanzler Schröder unterzeichneten Programm für gehandicapte Fahrgäste die Bahn von 2008 an Züge mit automatisch ein- und ausfahrbaren Rampen anschafft”, betont Wobbeking. Davon profitiren auch Eltern mit Kinderwagen. DaheschDerKriegsblinde0606 Internet Bahn: www.bahn.de/handicap und Flughafen http://www.fraport.de

Mobil mit Handicap - Eine Informations-CD der Bahn

  Bereits zum zweiten Mal präsentiert Die Bahn eine CD für mobilitätseingeschränkte Reisende. Die vielen allgemeingültigen Informationen, die für alle Bahnfahrer gelten, sind mit speziellen Angeboten oder Regelungen für Menschen mit Behinderungen ergänzt. Somit enthält diese Ausgabe noch mehr nützliche Tipps für geh-, seh- und hörbehinderte Reisende.
  Alle Audio-Dateien liegen im MP3-Format vor. Mobil mit Handicap ist in 11 große Kapitel unterteilt. Jedem Kapitel gehören verschiedene Beiträge an, die alle durchnummeriert sind. Somit können Sie jeden Beitrag direkt und schnell anwählen. Wir veröffentlichen hier das Inhaltsverzeichnis, damit Sie sich einen Überblick verschaffen können.
  Erstmals enthält diese Ausgabe auch beispielhaft eine Reihe von Urlaubsregionen, Hotels und Städten, die sich auf Gäste mit Behinderungen eingestellt haben. Hier werden Ihnen Möglichkeiten aufgezeigt, wie Sie auch mit einem Handicap wunderbare Reisen durchführen können. Nähere Informationen ent- nehmen Sie bitte dem nachfolgenden Inhaltsverzeichnis.
  Für die Ausgabe auf einer Braillezeile steht der Inhalt zusätzlich als Word-Dokument, als Datei im Rich Text Format und als MS-DOS kompatibles TXT-Textdokument zu Verfügung. Wir weisen darauf hin, dass parallel zu dieser CD Mobil mit Handicap auch eine gleichnamige Broschüre veröffentlicht wurde.
Inhaltsverzeichnis
Kapitel 1 Informationen speziell für behinderte Reisende
Serviceinformationen (Track 3)
Allgemeine Informationen für Menschen mit Behinderungen (Track 4)
Informationen für gehbehinderte  Menschen (Track 5)
Informationen für seh- und hörbehinderte Menschen (Track 6)
Kapitel 2
Die Mobilitätsservice-Zentrale.
             Ihre telefonische Hilfe beim Reisen
Was bietet Ihnen die Mobilitätsservice-Zentrale? (Track 7)
So erreichen Sie die Mobilitätsservice-Zentrale (Track 8)
Welche Punkte müssen Sie bei Ihrer Reiseanmeldung beachten? (Track 9)
Wie gelangen Sie an Ihre Reiseunterlagen? (Track 10)
Hilfeleistungen der Mobilitätsservice-Zentrale ab Reisebeginn  (Track 11)
Kapitel 3 Die Reiseplanung Rubrik: Informieren und buchen
Allgemeine Informationen (Track 12)
Die Internetadresse der Deutschen Bahn (Track 13)
Nutzen Sie auf den Internetseiten der Bahn auch die Reiseauskunft mit Komfort (Track 14)
Auch das bietet Ihnen der Internetauftritt der Bahn: Buchen Sie Fahrkarten und reservieren Sie Sitz- plätze online (Track 15)
Per Mausklick: Informieren Sie sich über das Nachtzugangebot der Deutschen Bahn (Track 16)
So nutzen Sie den telefonischen ReiseService der Bahn (Track 17)
Wie erhalten Sie eine kostenlose telefonische Fahrplanauskunft der Bahn? (Track 18)
Die DB ReiseZentren: die Verkaufs- und Beratungsstellen der Deutschen Bahn (Track 19)
Das Reiseland DB Reisebüro. Ihr Traumurlaub ab Bahnhof (Track 20)
DB Agenturen (Track 21)
Das DB Abo-Center (Track 22)
So erhalten Sie Fahrkarten am DB Automat (Track 23)
Fahrkarten und Bordpreise im Zug (Track 24)
Immer beliebt: der Fahrplan der Deutschen Bahn auf Disketten oder CD- ROM (Track 25)
Sie benötigen das Kursbuch und die Städteverbindungen? (Track 26)
Rubrik: Besondere Regelungen für behinderte Reisende
Allgemeine Informationen zu Sitzplätzen (Track 27)
Die Sitzplatzreservierung (Track 28)
Buchung von Plätzen in Liege- und Schlafwagen (Track 29)
Was ist bei der Mitnahme von Fahrrädern im Zug zu beachten? (Track 30)
Welche Bedingungen gelten für die Mitnahme von Begleithunden
und Blindenführhunden? (Track 31)

Kapitel 4 Service am Bahnhof
Der ServicePoint - ein idealer Treffpunkt (Track 32)
Immer vor Ort - das Service-Team (Track 33)
Die DB Lounge - entspanntes Reisen von der 1. Minute an (Track 34)
Die Bahnhofsmission (Track 35)
Vitrinen - Ihre Orientierungshilfen im Bahnhof (Track 36)
Hier geht nichts verloren - der FundService der Bahn (Track 37)
Wo parke ich mein Auto? Parkplätze für Menschen mit Behinderungen (Track 38)
Park&Rail - das Angebot für vergünstigtes Parken (Track 39)
Ihr Taxi am Bahnhof (Track 40)
Sie haben Fragen zu Bahnhöfen? Nutzen Sie unsere Online-Hilfe im Internet (Track 41)
Kapitel 5 Reisen mit Gepäck
Der Gepäckträger Service (Track 42)
Das KurierGepack - ein Service von Haus zu Haus (Track 43)
Kapitel 6 Die Reise
Rubrik: Hilfen auf dem Bahnhof
Welche Hilfen können Mobilitätseingeschränkte in Anspruch nehmen? (Track 44)
Rubrik: Ausstattung der Züge Allgemeine Ausstattungsmerkmale (Track 45)
Wo  gibt  es  Sitzplätze für  mobilitätseingeschränkte Reisende im ICE, IC und EC? (Track 46)
Informationen und Ausstattungsmerkmale weiterer zum Einsatz kommender Zugtypen (Track 47)
Rubrik: Angebote im Zug Thema Gastronomie (Track 48)
Mobil telefonieren (Track 49)
Nutzen Sie Ihr Handy für die ÖPNV-Abfrage via WAP (Track 50)
Sie brauchen Hilfe? Wenden Sie sich an das Zugteam (Track 51)
Rubrik: Schiffsreisen
Informationen zur Fähre und Inselbahn Wangerooge (Track 52)
Reisen auf Bodenseeschiffen (Track 53)
Kapitel 7 Reisen ins europäische Ausland
Mit dem Normalpreis im europäischen Ausland flexibel reisen und trotzdem sparen (Track 54)
Informationen zum Sparpreis 25 Europa und zum Sparpreis 50 Europa (Track 55)
Welche Voraussetzungen müssen für die unentgeltliche Beförderung einer Begleitperson von Rollstuhl- fahrem bzw. Rollstuhlfahrerinnen im europäischen Ausland erfüllt sein? (Track 56)
Welche Serviceleistungen können Sie im europäischen Ausland in Anspruch nehmen? (Track 57)
Kapitel 8 Fahren und Sparen
Allgemeine Informationen (Track 58)
Flexibel reisen - mit dem Normalpreis (Track 59)
Günstiger reisen - mit dem Sparpreis 25
und dem Sparpreis 50 (Track 60)
Der Mitfahrer-Rabatt (Track 61)
Alles zum Thema Erstattung oder Umtausch von Fahrkarten (Track 62)
Sie haben Ihren Zug verpasst? So verhalten Sie sich richtig (Track 63)
Welche Vorteile haben mitreisende Kinder? (Track 64)
Die BahnCard - Allgemeine Infos zur Rabattkarte der Deutschen Bahn (Track 65)
Die BahnCard 25 - für Gelegenheitsfahrer und Familien (Track 66)
Neu! Die Jugend BahnCard 25 (Track 67)
Die BahnCard 50 - für spontane Vielfahrer (Track 68)
Die Mobility BahnCard 100 (Track 69)
Mit der BahnCard wird Ihre Fahrkarte zum City Ticket (Track 70)
Die 3 Wege zur BahnCard (Track 71)
Sie möchten auf eine höherwertige BahnCard umsteigen? (Track 72)
Die BahnCard 25 oder 50 im Abo (Track 73)
Günstiger Parken mit der BahnCard (Track 74)
Der Mietwagen Service für BahnCard-Kunden (Track 75)
Ihr BahnCard-Vorteil bei der KFZ-Versicherung und dem Verkehrs-Rechtsschutz (Track 76)
Sie haben Fragen zur BahnCard? Nutzen Sie unseren BahnCard-Service (Track 77)
Der BahnCard Reiseschutz (Track 78)
bahn.comfort - das Punkteprogramm der BahnCard (Track 79)
bahn.bonus - das Prämienprogramm für Bahnfahrer (Track 80)
Kapitel 9 Kundenrechte im Fernverkehr
Allgemeine Informationen zur Entschädigung im Verspätungsfall (Track 81)
Wie hoch ist die Entschädigung im Verspätungsfall? (Track 82)
Auf welchem Wege bekommen Sie Ihre Gutschrift? (Track 83)
Gelten die Entschädigungsleistungen auch im grenzüberschreitenden Verkehr? (Track 84)
Wo werden Fragen und Anregungen zum Kundenrecht entgegen genommen? (Track 85)
Die Kundencharta der Bahn im Fernverkehr (Track 86)
Besondere Regelungen für Reisen behinderter Kunden (Track 87)
Kapitel 10 Leistungen auf Basis der gesetzlichen Regelungen (Nachteilsausgleich)
Allgemeine Informationen zum Nachteilsausgleich (Track 88)
Fahrvergünstigungen mit Schwerbehindertenausweis und Wertmarke (Track 89)
Fahrvergünstigungen unabhängig vom Besitz einer Wertmarke (Track 90)
Information zur Streckenübersicht für unentgeltliches Fahren Schwerbehinderter Reisender (Track 91)
Kapitel 11 Anhang
Wo beginnen und enden die Freifahrtstrecken eines Verkehrsverbundes?
Entdecken Sie die „Übersichtskarte zum Entfernungszeiger” (Track 92)
Eine Auswahl wichtiger Telefonnummern (Track 93)
Die Kursbuchstrecken in Hamburg und Schleswig-Holstein (Track 94)
Die Kursbuchstrecken in Bremen und Niedersachsen (Track 95)
Die Kursbuchstrecken in Mecklenburg-Vorpommern (Track 96)
Die Kursbuchstrecken in Berlin und Brandenburg (Track 97)
Die Kursbuchstrecken in Sachsen (Track 98)
Die Kursbuchstrecken in Sachsen - Anhalt (Track 99)
Die Kursbuchstrecken in Nordrhein-Westfalen (Track 100)
Die Kursbuchstrecken in Hessen (Track 101)
Die Kursbuchstrecken in Rheinland-Pfalz (Track 102)
Die Kursbuchstrecken in Baden-Württemberg (Track 103)
Die Kursbuchstrecken im Saarland (Track 104)
Die Kursbuchstrecken in Bayern (Track 105)
Die  Kursbuchstrecken  in  Thüringen (Track 106)
Welche regionalen Busgesellschaften der DB AG gibt es? (Track 107)
Wo finde ich die Verkehrsverbünde? (Track 108)
Ein Verzeichnis der angeschlossenen nichtbundeseigenen Eisenbahnen erhalten Sie unter (Track 109)
Ausgewählte Tipps für barrierefreies Reisen - Allgemeine Information (Track 110)
Urlaubsregionen (Track 111)
Städtetipps und Städteführer (Track 112)
Hoteltipps (Track 113)
Nützliche Links für Reisetipps (Track 114)
Die CD kann bei der Mobilitätszentrale per eMail unter: msz@bahn.de bestellt werden.
Mobil mit Handicap Services für mobilitätseingeschränkte Reisende
Herausgeber: Deutsche Bahn AG, Potsdamer Platz 2, 10785 Berlin

Neuauflage der DB-Broschüre „Mobil mit Handicap"

   Die Deutsche Bahn hat ihre Broschüre „Mobil mit Handicap” neu aufgelegt. Sie ist in allen Reisezentren und DB-Agenturen erhältlich.
    Eine PDF-Version können Sie sich online unter
http://www.bahn.de/handicap herunterladen.

metronom-x      Behinderten-Service der Metronom

 Rollstuhlfahrer haben es oft schwer, in einen Zug zu kommen. Meist fehlen Aufzüge zum Bahnsteig, oder der Höhenunterschied zwischen Bahnsteig und Waggon ist zu hoch. Einstiegshilfen und Treppen- lifte stehen nach Angaben der Deutsche Bahn AG nur an großen Bahnhöfen zur Verfügung. Die private Bahngesellschaft Metronom bietet hingegen auch an kleineren Stationen einen Behindertenservice an, wie ihn die Mitglieder der Lebenshilfe Cuxhaven auf dem dortigen Bahnhof vorführen. Seit Dezember 2007 haben Rollstuhlfahrer auf der Strecke Hamburg-Cuxhaven die Möglichkeit, eine Rampe und das dahinterliegende, großräumige Abteil gleich am Steuerwagen des Doppelstockzuges zu nutzen. Nach kurzer telefonischer oder Online-Anmeldung werden sie von den Metronom-Fahrgastbetreuern am Bahnhof unterstützt. HAZdpa080326

tec-DB-roll-x  Bahnfrei! unterwegs mit dem Rolli!

   Ein Berlin-Brandenburger Faltblatt “BahnFrei! unterwegs mit dem Rolli” empfiehlt Rundgänge und Bahn- höfe, die auf ihre Eignung für Rollstuhlfahrer getestet wurden.
   Herausgeber sind der Berliner Behindertenverband und der Landesverband Nordost des Verkehrsclubs Deutschland. Der Pietruska-Verlag und der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg stellten das Karten- material. Doris Zimmer begleitete das Projekt in Theorie und vor allem in Praxis. Das Faltblatt lag der Berliner Behindertenzeitung bei.
   Als geeignete Abfahrtsbahnhöfe sind Friedrichstraße, Hauptbahnhof, Südkreuz, Spandau und Gesund- brunnen genannt. Mit Regionalbahn oder S-Bahn sind Neuruppin (RE6), Jüterbog (RE5), Strausberg (S5) und Bernau (S2) zu erreichen. In den Karten sind die empfohlenen Rundgänge eingezeichnet. Piktogramme weisen auf behindertengerechte WC hin. schKobinet0710

tec-SBB-x  Mobilitätshotline der Schweizerischen Bundesbahn

Die Mobilitätshotline der Schweizerischen Bundesbahnen organisiert Ein-, Um- und Ausstiegshilfen in der Schweiz. Sie ist unter der Rufnummer: 0041 - 512 25 71 51 oder per Fax: 0041 - 512 25 70 90 oder mittels eMail unter mobil@sbb.ch beziehungsweise via Internet www.sbb.ch zu erreichen. In vielen Fällen ist eine Anmeldung von bis zu einer Stunde vor Abfahrt des Zuges ausreichend.
Anmeldungen können täglich in der Zeit 6:00 Uhr bis 22:00 Uhr vorgenommen werden.

Keine Einschnitte bei Freifahrten. Ulla Schmidt
lässt ihre Pläne fallen. Regelungen für Behinderte bleiben

  Kehrtwende zu Gunsten von Behinderten: Sozialministerin Ulla Schmidt verzichtet auf die geplan- ten Einschnitte bei Freifahrten in Bussen und Bahnen. „Die Freifahrt-Regelungen für behinderte Menschen  werden nicht verändert”, erklärte die SPD-Politikerin. Behindertenvertreter lobten die Entscheidung.
  Schmidt hatte ein Gesetz vorbereitet, nach dem Schwerstbehinderte Busse und Bahnen nur noch im Nahverkehr ihres Wohnorts kostenlos benutzen dürfen sollten. Freifahrten in anderen Städten und in der Bahn im Umkreis von 50 Kilometern sollten entfallen. Hintergrund waren Vorgaben aus der Liste der Ministerpräsidenten Roland Koch und Peer Steinbrück zum Subventionsabbau. Schmidts Ministe- rium hatte die geplanten Einschnitte verteidigt. Zuvor hatte der Behindertenbeauftragte Karl Hermann Haack das Vorhaben heftig kritisiert.
  Nun erklärte Schmidt, eine Expertenanhörung habe ergeben, dass es nicht möglich sei, die Regeln für Freifahrten zu ändern, ohne einzelne Gruppen von Schwerbehinderten zu benachteiligen. „Barriere- freiheit ist ein hohes Gut”, erklärte die Ministerin.
   Wenn die Länder auf einer Änderung bestünden, müssten sie eigene Vorschläge unterbreiten. Die Einschnitte bei den Freifahrten hätten 2005 und 2006 jeweils vier Millionen Euro bringen sollen, die der Bund nun anderweitig sparen muss. Die Verkehrsbetriebe sollen weniger Geld als bisher zum Ausgleich der Freifahrten bekommen, weil nach Zahlen aus dem Sozialministerium weniger als die Hälfte der 3,5 Millionen Berechtigten davon Gebrauch machen. NOZap040727

Die Deutsche Bahn - wenig behindertengerecht.
Schwerbehinderte Bahnreisende klagen über zunehmende Schwierigkeiten

  Schwerbehinderte klagen über zunehmende Schwierigkeiten bei der Reise mit der Bahn: Fahrkarten- automaten, die Blinde oder Sehbehinderte kaum bedienen können, sollen schrittweise viele Schalter ersetzen. Platznummern und Anschlüsse werden oft nur optisch angezeigt. Und erst im Jahr 2009 will die Bahn nach eigenen Angaben Züge einsetzen, in die Rollstuhlfahrer selbstständig hineinkommen. In den Frühbucher-Rabatten, die die Bahn eingeführt hat, sehen Behinderte neue Probleme, wenn sie den gebuchten Zug verpassen.
   “Die Behinderten müssen nachweisen, dass sie den gebuchten Zug durch unser Verschulden verpasst haben”, sagt Ellen Engel. Sie leitet die Kontaktstelle der Bahn, mit der der Konzern behinderten Reisen- den bei Schwierigkeiten helfen will.  Wenn dies klar sei, dürften die Behinderten mit einem Vermerk auf dem Ticket den nächsten Zug benutzen. Stehe Aussage gegen Aussage, werde die Sache schwierig, sagt Engel.
   Horst Frehe streitet sich oft mit der Bahn. Zwar meldet der Bremer Sozialrichter als Rollstuhlnutzer seine Reisewünsche den Vorgaben entsprechend drei Tage vorher telefonisch beim Bahn-Service für mobilitätsbehinderte Menschen an - doch oft klappt es mit der Fahrt nicht. Wegen knapper werdenden Personals seien Hebebühnen oder Hublifte oft nicht oder zu spät auf dem Bahnsteig, meint der Jurist. Bahnkontaktstellenleiterin Engel: “Deshalb vereinbaren wir am Service-Telefon großzügig bemessene Umsteigezeiten”.
   Der Vorsitzende des Deutschen Vereins der Blinden und Sehbehinderten in Studium und Beruf (DVBS), Otto Hauck, beklagt, dass Sehbehinderte mit den Displays, die in den Zügen Platz-Nummern und Anschlüsse anzeigen, nichts anfangen könnten. Gleiches gelte für die Fahrkartenautomaten, die in kleinen Städten zunehmend Einzug halten sollen. Ferner gebe es Probleme mit der Lautsprecheransage, an welcher Zugseite ausgestiegen werden muss. Alleinreisende Blinde seien schon auf der falschen Seite ausgestiegen und verletzt worden.
   Kontaktstellenleiterin Engel weist darauf hin, dass bei modernen IC- und ICE-Zügen die richtigen Türen automatisch geöffnet würden. In anderen Zügen sollten die Sehbehinderten das Personal um Hilfe bitten. Zum Thema Fahrkartenautomaten rät Engel, sich Fahrscheine drei Tage vor Abreise vom Behin- derten-Service nach Hause schicken zu lassen.
   Mit der Aufwertung der Interregio- zu IC-Verbindungen entfällt für gehbehinderte, blinde, gelähmte oder gehörlose Menschen die Möglichkeit, diese Züge innerhalb der Verkehrsverbände kostenlos oder begünstigt zu nutzen. Der stellvertrene Bundesvorsitzende des Fahrgastverbandes Pro Bahn, Rainer Engel, meint dazu: “Bis zum Abbau der größten Barrieren müsste der Gesetzgeber diesen Menschen die Benutzung der Züge mit dem Behindertenausweis auch im Fernverkehr erlauben”. Bahn-Service für mobilitätsbehinderte Menschen: Telefon 01805 - 51 25 12. KeyvanDaheschDT021228

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   Bahn überlässt blinde Rentnerin sich selbst  -  Wegen Fahrplanänderung musste 70-Jährige in Hamburg umsteigen und wartete vergeblich auf Zugbegleiter. Foto links: Gedränge, Zeitdruck, Lärm. Der Hauptbahnhof ist schon für einen Sehenden ein unübersichtlicher Ort. Ein Blinder kommt hier ohne Hilfe nicht zurecht. Seit ihrer Kindheit ist Margita Sikora Foto rechts aus Bottrop blind.

   Margita Sikora, 70, liebt das Meer. „Die Möwen und besonders das Rauschen der Wellen klingen ein- fach wunderbar", sagt die blinde Rentnerin aus Bottrop. „Das hat so etwas Ewiges, als ob die Welt atmet." Seit Jahren macht sie deshalb Urlaub bei ihrer Schwester in Haffkrug an der Ostsee. Auch in diesem Sommer. „Aber diesmal war die Erholung schon nach wenigen Stunden wieder hinüber", sagt Sikora und atmet hörbar enttäuscht aus. Denn statt der ihr so lieben Geräuschskulisse wird ihr von dieser Reise hauptsächlich der Lärm des Hamburger Hauptbahnhofs in Erinnerung bleiben. Denn hier stand sie am vergangenen Sonntag eine Stunde lang hilf- und orientierungslos zwischen an ihr vorüber- ziehenden Menschenmassen, heranbrausenden Zügen und dröhnenden Lautsprecheransagen. „Der Schaffner war so freundlich", sagt sie. „Er sagte: Bleiben Sie hier stehen. Sobald der Zug kommt, setze ich Sie rein." Aber der Bahnmitarbeiter sei nie wieder gekommen, sagt sie, und schildert ihre Geschichte mit dem glimpflichen Ende.
Ihre Gefühlslage wechselte zwischen Ärger, Enttäuschung und Angst
   Sie beginnt auf dem Bahnsteig in Haffkrug. Margita Sikora wird nach 14 Tagen Besuch bei ihrer Schwester von dieser zum Zug gebracht. Die Rentnerin nutzte die Zeit, um sich von einer Operation am Lid zu erholen. Um kurz nach vier Uhr soll laut Plan der Intercity kommen, mit dem sie direkt nach Dortmund durchfahren kann. Das ist praktisch, denn Umsteigen fällt ihr wegen ihrer Erblindung schwer. Nach einer Viertelstunde Warten kommt ein ICE - der Ersatz für den Intercity, der offensichtlich ver- hindert ist. Margita Sikora steigt ein. Während der Fahrt hört sie eine Durchsage, dass der Schnellzug nur bis Hamburg fahre und die Reisenden dort am selben Bahnsteig in den eigentlich geplanten Intercity umsteigen könnten. Mitfahrer weisen einen Zugbegleiter auf die blinde Rentnerin hin und bitten ihn, sich um sie zu kümmern.
   Der Bahnmitarbeiter hilft ihr mit ihrem Gepäck aus dem Zug und lässt sie anschließend allein stehen, so Margita Sikora. Er verspricht, wiederzukommen und ihr in den Intercity zu helfen. „Wenn mir nicht andere Fahrgäste geholfen hätten, stünde ich da heute noch."
   Über eine Stunde bleibt die alte Dame auf dem Bahnsteig vor Gleis 8. „Meine Gefühlslage wechselte zwischen Ärger, Enttäuschung und Angst", sagt Sikora. Was, wenn jemand mir meine Handtasche klaut, während ich hier stehe? Was, wenn mein Zug jetzt auf einem anderen Gleis ankommt und ich ihn verpasse? Oder wenn ich weggehe, um mir Hilfe zu holen, und er dann hier einfährt? All diese Fragen seien ihr durch den Kopf gegangen. „Und auch körperlich ging es mir nicht gut", sagt Sikora. „Ich stand da ja die ganze Zeit, und es war keine Bank in der Nähe." Die Füße schmerzten, ihre Knie wurden wacklig und ihr war schwindlig. Die Rentnerin konzentrierte sich auf die Durchsagen. „Aber da habe ich nichts über Gleis 8 gehört", sagt sie. „Vielleicht stand etwas angeschrieben, aber das kann ich ja nicht sehen." Andere Fahrgäste wurden schließlich auf die Frau aufmerksam und brachten sie zur Bahnhofs- mission. Die Mitarbeiter dort versorgten sie und setzten sie in den nächsten Zug nach Dortmund, wo sie ihr Bruder abholte. „Ich werde auf jeden Fall nicht mehr allein mit der Bahn fahren", sagt sie. Das macht ihre Urlaubsplanung komplizierter und schränkt ihre Freiheit weiter ein.
Mobilitätsservice wird 500.000-mal jährlich genutzt
   Heiko Kunert, 35, überrascht diese Schilderung nicht. „Der Service der Bahn für Blinde klappt, solange alles glatt läuft", sagt der Sprecher des Blinden- und Sehbehindertenvereins Hamburg. „Aber sobald es eine Änderung gibt, wird es schwierig. Die meisten Blinden seien nicht in der in einem solchen Fall allein zurechtzukommen. Sie kennen den Bahnhof nicht, der Lärm erschwert das Heraushören der wichtigen Informationen, und die vielen Menschen machen es e schwierig, etwa mit einem Blindenstock zu gehen. „Auch sind die Durchsagen oft nicht überall gut zu verstehen", sagt er. „Es müssten feste Mechanismen für den Fall einer außerordentlichen Änderung erarbeitet werden, die verhindern, dass so etwas pas- siert." Außerdem seien auch die Mitmenschen dazu aufgerufen, auf behinderte Personen zu achten se und ihnen, wenn nötig, von sich aus er Hilfe anzubieten.
   Die Deutsche Bahn ist derzeit dabei, den Fall aufzuarbeiten, und will dann umfassend dazu Stellung nehmen. „Da unsere beteiligten Mitarbeiter jedoch im Schichtdienst arbeiten, kann dies erst in den nächsten Tagen erfolgen", sagt Bahnsprecher Egbert Meyer-Lovis. Sollte sich herausstellen, dass Mitarbeiter nicht so gehandelt haben, wie es im Service für „mobilitätseingeschränkte Kunden" sonst üblich sei, werde man sich bei Margita Sikora entschuldigen. Denn der Deutschen Bahn liege viel daran, Fahrgästen mit Einschränkungen die Reise mit der Bahn bestmöglich zu erleichtern.
   Dafür wurde 1999 extra der kostenlose Mobilitätsservice eingerichtet. Dabei wird Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, etwa beim Um-, Ein- und Aussteigen geholfen. Der Service der Deutschen Bahn wird jährlich rund 500.000-mal genutzt, bei der Hälfte davon mit einer vorherigen Anmeldung des Betroffenen.
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Drei Viertel der deutschen Bahnhöfe barrierefrei

   Drei Viertel aller deutschen Bahnhöfe sind mittlerweile behindertengerecht ausgebaut. Allerdings gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den Bundesländern, wie die Allianz pro Schiene gestern mitteilte. Auf den Spitzenplätzen nach Schleswig-Holstein (88 Prozent) liegen der Organisation zufolge Mecklenburg-Vorpommern mit 87 Prozent „barrierefreien" Bahnhöfen und Thüringen (86 Prozent), gefolgt von Sachsen-Anhalt und Nordrhein-Westfalen (82 Prozent) sowie Niedersachsen (80 Prozent). Im Mittelfeld liegen Berlin (77 Prozent), Brandenburg (74 Prozent), Bayern (73 Prozent) und Baden- Württemberg (72 Prozent). Klar unter dem Durchschnitt sind jene in Rheinland-Pfalz (65 Prozent), Bremen (63 Prozent), Sachsen (61 Prozent), Hessen (54 Prozent), Hamburg (51 Prozent) und im Saarland (44 Prozent). NOZ091017afp

Bahn verpasst großen Hunden Maulkorb  

  Große Hunde müssen in den Zügen der Deutschen Bahn einen Maulkorb tragen. Diese Vorschrift gelte für alle Hunde,“die nicht in einem Behältnis (Tragetasche oder Transportbox) befördert werden können”, teilte die Bahn in Frankfurt mit. Damit sei das seit September 2000 im Fernverkehr geltende Verbot aufgehoben, Kampfhunde im Zug mitzunehmen. Es hat sich nach Angaben der Bahn als nicht praktikabel erwiesen, weil es in den Bundesländern unterschiedliche gesetzliche  Regelungen für Kampfhunde gibt. Der Maulkorbzwang gilt nicht für Blindenführhunde. dpaNOZ020607

Leitlinien im Boden weisen Blinden den Weg

  Das Ein- und Aussteigen, der Blick zur Anzeigentafel und das Abstempeln der Tickets sind für die weitaus meisten Fahrgäste ganz selbstverständliche Tätigkeiten. Für Blinde können sie zum Problem, ja zum unüberwindlichen Hindernis werden. In Hannover haben “Üstra”, RegioBus und Bahn deshalb ver- schiedene Hilfsmittel entwickelt, um Sehbehinderten das Benutzen der öffentlichen Verkehrsmittel zu erleichtern.
   Auf allen 59 S-Bahnhöfen Der Bahn und in allen U-Bahn-Stationen, sowie auf allen Hochbahnsteigen der Üstra wurden sogenannte Blindenleitstreifen in die Böden eingearbeitet. Dies sind weiße Steinplatten mit einer wellenartigen Riffelung, in die sich die Spitze  des Blindenstockes genau einfügt. Der Blinde kann sich so seinen Weg zu den Einstiegen der Züge, zu den Rolltreppen, zu den Fahrstühlen und zu den Treppen ertasten.
   Bei der Üstra führen die Blindenleitstreifen auch zu einer Wartezone, die sich an der Bahnsteigkante in Höhe der ersten Einstiegtür beim Fahrer der Stadtbahn befindet. “Gerade Blinde haben recht oft Fragen an den Fahrer und sollen es durch die Wartezone leichter haben”, erklärt Üstra-Sprecher Dirk Sarnes. Außerdem sind an den Handläufen der U-Bahn-Stationen Fahrgastinfos in Brailleschrift für Blinde aufgeprägt.
   Auch die Ansagen in den U-Bahn-Stationen und auf den Bahnhöfen erleichtern Sehbehinderten das Leben. Die Üstra hat nun erstmals entlang der neuen D-Strecke (Stadtbahnlinie 11) auch alle ober- irdischen Haltestellen mit akustischer Technik ausgestattet.
   Modifizieren wird die Üstra möglicherweise ihre Notrufsäulen in den U-Bahn-Stationen, um Blinden deren Handhabung zu erleichtern. Seit kurzem finden sich auf den Säulen nämlich zwei Knöpfe: ein roter für Notrufe und ein grüner, um sich bei der Leitstelle Fahrgastinformationen über Zugverspätungen und anderes anfordern zu können. Damit Blinde die Knöpfe besser ertasten können, soll deren Oberfläche verändert werden. Die Bahn bietet Blinden einen ganz besonderen Service:  unter der Rufnummer 0511 - 2 86 34 68 können sie sich für den Bereich des Hauptbahnhofes Hannover eine Hilfsperson bestellen. Außerdem ist das Personal auf den Bahnhöfen angewiesen, Blinden Hilfe anzubieten. Dies tun auch die Busfahrer der RegioBus. Blinde, die Fahrplananfragen haben, können zudem die RegioBus-Gesellschaft unter Telefon 0511 - 18 03 94 49 erreichen. hmaHAZ000204

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RailCab eine Vision der Bahn - Tüftler arbeiten am RailCab: Die ganze Welt misst nicht mehr als 550 Meter. Foto: Erste Versuche mit dem Verkehrsmittel der Zukunft? In Paderborn wird das “RailCab” entwickelt.  JohannesWagemannNOZ030705

   Es sind zwar nur 550 Meter, aber diese bedeuten für das RailCab - zunächst die Welt. Halb schwebend, halb rollend und in Form kleiner Schienentaxis soll nach der Vorstellung von Joachim Lückel von der Universität Paderborn die Zukunft des Bahnfahrens aussehen. Dort wurde die erste Teststrecke für das “RailCab” genannte System im Maßstab 1:2,5 eröffnet.
   Das RailCab ist ein bis zu acht Meter langes Schienenfahrzeug, das zwar noch rollt, aber mit Linearantrieb angetrieben wird - ähnlich dem Transrapid. Der moderne Linearantrieb solle jedoch gleichsam auf die “alte Schiene” gebracht werden, sagt Lückel. Hierzu müssten nur zwischen den bisherigen Schienen entsprechende Magnet-Antriebsanlagen verlegt werden sowie so genannte “Frequenz-Umrichter”. Bislang habe die Technik so funktioniert, wie sich die Erfinder das auch vorgestellt haben, betont Lückel für sein Tüftler-Team.
   Den Vergleich mit dem Transrapid scheut Lückel nicht: Der sei immer noch ein “Monolith”, also ein großer Zug. Beim RailCab hingegen seien kleine Shuttles unterwegs, die komplett computergesteuert und unabhängig von einander fahren. Zwar erreichten die RailCabs voraussichtlich nur eine Geschwin- digkeit von 160 bis 180 Kilometern in der Stunde, doch das macht laut Lückel nichts, denn: “Sie fahren ohne Zwischenstopp direkt zum Ziel.” Auf der Teststrecke soll zunächst eine Höchstgeschwindigkeit von 35 Stundenkilometern erreicht werden.
   Das Bahnfahren mit dem Schienentaxi soll in der Zukunft dann völlig anders aussehen als der Bahnverkehr heute: “Wenn jemand nach Hamburg fahren will, bestellt er sich am Abend vorher ein RailCab, das dann am nächsten Morgen zu einer festen Zeit am Bahnhof für ihn bereit steht und ihn direkt zum Ziel bringt”, träumt Lückel. Auf den Hauptstrecken dorthin fahre es im Windschatten von Kolonnen anderer RailCabs und könne bei hoher Geschwindigkeit durch neuartige Weichen einzeln ausscheren. Auch Lasten solle das RailCab später mal transportieren können, durch auf die Shuttles aufgesetzte Container.
   Doch bevor RailCabs im Realverkehr auf die Schiene kommen, wird nach Annahme Lückels noch geraume Zeit vergehen. Die Deutsche Bahn AG ist ebenfalls noch zurückhaltend: “Das RailCab setzt Dinge voraus, die heute nicht vorauszusetzen sind”, sagt Christine Geißler-Schild, Techniksprecherin der Bahn. Da das Schienentaxi voll automatisiert laufen werde,sehe die Bahn dies als sehr visionär an, sei an der Entwicklung allerdings auch nicht uninteressiert.
   Auch das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML) in Dortmund interessiert sich für das RailCab. “Der Ansatz ist durchaus interessant”, sagt Florian Schwarz von der Abteilung Verkehrslogistik. Jedoch müsse die Zukunft der Bahn nicht unbedingt an den Linearantrieb gebunden sein. Untersuchen wollen die Fraunhofer-Forscher noch, wie der Kapazitätsvorteil der Schiene genutzt werden könne, wenn die neuen Shuttles mit dem vorhandenen Bahnverkehr verbunden würden.
   An der Universität Paderborn forschen seit 1997 rund 36 Mitarbeiter an dem RailCab-Projekt, das inklusive der Teststrecke bislang rund sieben Milliarden Euro kostete. 90 Prozent davon steuerte das Land Nordrhein-Westfalen bei. An den restlichen zehn Prozent beteiligte sich neben der Hochschule auch die Stadt Paderborn.  Nächstes Ziel von Lückel ist eine Probestrecke im Maßstab 1:1. Bald soll es so weit sein, hofft der Forscher. Information im Internet unter “railcab”.

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 ttt-cityval1z  Cityval: Metro ohne Fahrer

   In der französischen Stadt Rennes soll Ende 2018 eine weitere Metro-Linie mit automatischen Fahr- zeugen in Betrieb genommen werden. Siemens hat den Auftrag bekommen, das Projekt schlüsselfertig Zu realisieren. Er hat nach Angaben des Unternehmens einen Wert von mehr als 200 Millionen Euro und umfasst unter anderem die Installation von Kommunikations-, Leit- und Sicherheitstechnik sowie die Lieferung von 19 Zügen. Dabei handelt es sich um gummibereifte Fahrzeuge der „Cityval”-Familie, die vor allem auf Strecken mit kurzem Haltestellenabstand von Vorteil sein sollen. Zur automatischen Zug- steuerung gibt es ein Funksystem zwischen Schienenfahrzeug und Streckenausrüstung. In den Zwei- wagenzügen - jeder Wagen ist 11,20 Meter lang und bietet Platz für bis zu 100 Passagiere - werden Videokameras installiert. Die neue, gut zwölf Kilometer lange Linie B wird überwiegend unterirdisch verlaufen und 15 Stationen haben. Der Einsatz der Metros wird sich Siemens zufolge flexibel an das Passagieraufkommen anpassen lassen, zur Rushhour könnten sie im Zweieinhalb-Minuten-Takt oder mit noch kürzeren Zugfolgezeiten fahren. Die Gummibereifung erlaube ein schnelles Anfahren und den punktgenauen Halt. Siemens hatte schon die erste fahrerlose Linie A in Rennes gebaut, die 2002 eröffnet wurde. FAZ101130Ile

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Zukunftsvision: Taxen auf Schienen ohne Fahrer Neues System hat sich als Modell schon bewährt

   Wie lassen sich die Verkehrsprobleme der Zukunft lösen? Mit Schienen-Taxis, meinen Forscher der Uni Paderborn. Ihre Vision: fahrerlose, computergesteuerte Kabinen transportieren auf Abruf Passagiere und Fracht ohne Zwischenstopps und Umsteigen. Nach zehn Jahren Forschung sind die Wissenschaftler so weit, ihr RailCab unter Echtbedingungen zu testen - doch dafür fehlt das Geld.
   Im Modell funktioniert das System. Bereits seit 2003 laufen auf einer 600 Meter langen Uni-Test- strecke zwei RailCabs im Maßstab 1:2,5. „Das sind keine Spielzeuge”, sagt Professor Joachim Lückel, Initiator des Projekts. Einzelne Elemente wie Antrieb, Fahrwerk oder die Magnetschiene könnten die Forscher direkt an die Industrie übergeben. Was fehlt, sind Tests in Originalgröße. Und die sind teuer. Bisher sind Lückel zufolge etwa elf Millionen Euro in das Projekt geflossen.
  Noch einmal 20 Millionen Euro seien nötig, um einen lebensgroßen Prototypen zu bauen und auf einem Abschnitt der stillgelegten Almetalbahn zu testen. Der Professor zweifelt nicht daran, dass sich ein großes Rail­Cab bewähren würde. Und der Forscher ist ebenso überzeugt, dass die Schienen-Taxis in Serienproduktion den Transport von Menschen und Waren revolutionieren würden.
   Bis dorthin ist es allerdings noch ein weiter Weg. Denn die Kabinen fahren zwar auf normalen Schienen, werden aber von einem sogenannten Linearmotor angetrieben, ähnlich wie die Magnet- schwebebahn Transrapid. Die Antriebsenergie kommt aus einer Magnetschiene, die zwischen den beiden Fahrschienen verläuft. Damit müssten alle RailCab-Strecken nachgerüstet werden.
   Pro Schienenkilometer kostet der Umbau Lückel zufolge bei vorhandenen Strecken 800.000 Euro, bei Neubaustrecken 3,5 Millionen Euro. Viel Geld, sagt der Professor, „aber immer noch billiger als ICE- Neubaustrecken”.
   Nicht alle Experten aber teilen Lückeis Enthusiasmus. Zudem müssten neue Weichen eingebaut werden, die es einzelnen RailCabs erlauben, in Sekundenbruchteilen aus einem Konvoi auszuscheren, und die gleichzeitig mit herkömmlichen Zügen kompatibel sind. NOZap01005 

Bahncard muss jetzt gekündigt werden -  sonst automatische Verlängerung - Frist vonsechs Wochen NOZGerdKunze/dpa040615

tec-Bahncard-x    BahnCard

   Wer zu den Kunden der „neuen Bahncard” gehört und den Vertrag loswerden will, muss sich jetzt beeilen: Wird nicht sechs Wochen vor Ablauf schriftlich gekündigt, verlängert sich das Abo auto- matisch. Die Bahncard gibt es nur noch im Abonnement.
  „Die Geltungsdauer der BahnCard 25 / BahnCard 50 beträgt ein Jahr. Sie verlängert sich automatisch um jeweils ein weiteres Jahr, sofern die BahnCard 25 / BahnCard 50 nicht bis 6 Wochen vor Karten- ablauf schriftlich gegenüber dem BahnCard-Service gekündigt wird.”
   Vertragspartner der Bahncard-Kunden ist nach Angaben eines Bahn-Sprechers die DB Personen- verkehr GmbH, zu adressieren sei aber die Kündigung an: BahnCard Service 26417 Schortens.
   Der Fahrgastverband Pro Bahn bekommt häufiger Anrufe von Bahnkunden, die sich über diese Ge- schäftspraxis ärgern, berichtet Karl-Peter Naumann: „Rechtlich ist das Verfahren jedoch nicht anfecht- bar. Es steht in allen Anträgen, dass sich die BahnCard automatisch um ein Jahr verlängert, wenn sie nicht gekündigt wird.” Allerdings sei diese Neuregelung offenbar noch nicht in den Köpfen der Fahrgäste verankert, da früher die BahnCard entweder im Abonnement oder auch nur für einen begrenzten Zeitraum von einem Jahr gekauft werden konnte. „Es ist natürlich ein Trick der Bahn, Fahrgäste an sich zu binden”, kritisiert Naumann. Die Deutsche Bahn bezeichnet das Abonnement dagegen als „markt- üblich” und sieht eher Vorteile für die Kunden. „Es ist bequemer, da man nicht jedes Mal einen neuen Antrag ausfüllen und ein Passbild bereithalten muss”, sagte eine Bahnsprecherin. Mit der BahnCard verbilligt sich der normale Fahrpreis von Bahnreisen, ohne dass sich der Kunde auf einen Zug festlegen muss. Es gibt sie mit 25, 50 und 100% Rabatt.  bkHA040821

Urteil: Bahnhöfe müssen nicht behindertengerecht sein!

   Der Bundesverband für Körper- und Mehrfachbehinderte sowie der Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter (BSK) sind mit ihrer Verbandsklage gegen das Eisenbahn-Bundesamt vor dem Bun- desverwaltungsgericht in Leipzig gescheitert. Die Leipziger Richter entschieden, dass Bahnunter- nehmen nicht verpflichtet seien, behindertengerechte Zugänge zu Bahnsteigen anzubieten oder diese zu erhalten Az.9 C 1. 05 und 9 C 2.05.
   Die Behindertenverbände zeigten sich über den Ausgang des Verfahrens enttäuscht. „Das Behinder- tengleichstellungsgesetz erweist sich damit als zahnloser Tiger”, so Katja Kruse, Rechtsexpertin beim Bundesverband für Körper- und Mehrfachbehinderte. „Statt Menschen mit Behinderung eine selbst- bestimmte Lebensführung zu ermöglichen, erlaubt es das Beseitigen eines Bahnsteiges, der bislang für Rollstuhlfahrer/innen zugänglich und damit barrierefrei war.”
   Durch das im Mai 2002 in Kraft getretene Behinderten-Gleichstellungsgesetz war unter anderem auch eine Vorschrift der Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung(EBO) geändert worden. Kernpunkt des Rechts- streits war die Frage, ob sich aus dieser Vorschrift konkrete Anforderungen an die Barrierefreiheit beim Umbau einzelner Bahnsteige ergeben. Die Richter verneinten dies. „Damit ist jetzt der Gesetzgeber aufgerufen, die EBO nachzubessern”, fordert Kruse. „Die Beseitigung behindertengerechter Zugänge zu Bahnsteigen schränkt die Mobilität ein und verhindert die gleichberechtigte Teilhabe von behinderten Menschen am Leben in der Gesellschaft.Im Eisenbahnrecht muss deshalb ein ausdrückliches Verschlech- terungs-Verbot verankert werden.”
   Hintergrund für die Verbandsklage ist der Umbau des Bahnhofes in Oberkochen (Baden-Württemberg). Der bislang ebenerdig zugängliche Bahnsteig ist nach dem Umbau nur noch über zwei Treppen sowie eine Fußgängerunterführung erreichbar.Der Einbau von Aufzügen soll nach den Richtlinien der Deutschen Bahn erst dann erfolgen, wenn die Station täglich von mehr als 1.000 Fahrgästen genutzt wird.
   Durch § 13 des am 1. Mai 2002 in Kraft getretenen Behinderten-Gleichstellungsgesetzes ist es anerkannten Bundesverbänden behinderter Menschen erstmals möglich, bei Verstößen gegen bestimmte Vorschriften des Behindertengleichstellungsgesetzes eine Verbandsklage zu erheben. Sie ist dann zulässig, wenn das Anliegen von allgemeiner Bedeutung ist. Ansprechpartner/in für Presse- und Öffent- lichkeitsarbeit:
     Silke Martmann-Sprenger, Bundesverband für Körper- und
     Mehrfachbehinderte e.V., Brehmstr. 5-7, 40239 Düsseldorf,
     eMail:    silke.martmann-sprenger@bvkm.de, Tel.: 0211 - 640 04 12
     Peter   Reichert,   Bundesverband   Selbsthilfe Körperbehinderter e.V.,
     Altkrautheimer Straße 20, 74238 Krautheim
     eMail: peter.reichert@bsk-ev.de, Tel.:(06294)4281-25
DerKriegsblinde0606

Freistaat Bayern und Deutsche Bahn machen Dampf
 Spatenstich für barrierefreien Ausbau des Bahnhofs München Pasing

   Mit einem feierlichen Spatenstich wurde nun der Startschuss für den barrierefreien Ausbau des Bahnhofs München Pasing gegeben. „Für viele tausend Bahnkunden, die täglich hier am viertgrößten bayerischen Bahnhof ankommen und abfahren, ist das eine sehr gute Nachricht. Ein attraktiver Schienenverkehr ist uns wichtig. Deshalb übernimmt Bayern einen Zuschuss von rund 15 Mllionen Euro für den Ausbau der S-Bahnsteige sowie einen Betriebskostenzuschuss für die Gesamtmaßnahme von rund 6,5 Mio. Euro”, erklärte Bayerns Verkehrsministerin Emilia Müller. Für den Ausbau der Regional- und Fernbahnsteige stellt der Bund weitere 13,5 Mio. Euro zur Verfügung. Mit der barrierefreien Erschließung durch Aufzüge und Rampen, der Anpassung der Bahnsteighöhen, den vorgesehenen Fahrtreppen und den Leitsystemen für Blinde und Sehbehinderte werde der Bahnsteigzugang wesent- lich erleichtert.
   Davon profitierten in erster Linie mobilitätseingeschränkte Menschen, aber auch Eltern mit Kinder- wagen. Nicht zuletzt mache der komfortablere Zugang die Bahn als Verkehrsmittel auch für eine im Zuge des demografischen Wandels älter werdende Gesellschaft attraktiver. Müller: „Die öffentlichen Verkehrsmittel müssen Mobilität für alle bieten. Gerade angesichts der Klimadiskussion ist es beson- ders wichtig, öffentliche Verkehrsmittel leichter zugänglich zu machen und ihre Attraktivität weiter zu erhöhen.” Deshalb unterstütze der Freistaat Bayern Verbesserungen an den Münchner S-Bahn- Stationen mit insgesamt 100 Mio. Euro. Bislang konnten 21 Bahnhöfe barrierefrei umgebaut werden. Neben Pasing sollen in diesem Jahr noch die Stationen Baierbrunn, Heimeranplatz, Ottobrunn, Berg am Laim und Neuperlach-Süd in Angriff genommen werden.  DK0805

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Elektromobilität in einer Straßenbahn auf Gummireifen. Die AutoTram könnte so durch die Städte rollen.
Verbundprojekt testet am Prototypen Details zu Antrieb, Steuerung und Stromspeicher

   Sie ist so lang wie eine Straßenbahn, so wendig wie ein Bus und fährt mit Strom: Forscher des Fraunhofer-Instituts für Verkehrs- und Infrastruktursysteme (IVI) in Dresden haben eine „AutoTram" entwickelt, ein Zwitter zwischen Bus und Straßenbahn, der in nicht allzu ferner Zukunft auf Gummireifen durch deutsche Städte rollen soll und dabei einfach weißen Linien auf den Straßen folgt. Ein entsprechendes Konzept entwickelten die Dresdner bereits vor einigen Jahren; jetzt entwickeln sie es an einem ersten realen Fahrzeug weiter.

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   Das innovative Nahverkehrssystem soll nicht nur ohne Schienen, sondern auch ohne kontinuierliche Stromzufuhr von außen - etwa mittels Oberleitungen - auskommen. Den nötigen Strom könnte eine Kombination aus Höchstleistungsbatterien und -kondensatoren bereitstellen, die an jeder dritten oder vierten Haltestelle neu aufgeladen werden. Dies muss sehr schnell gehen. Das ist heute nur mit so- genannten Superkondensatoren möglich, die zum Herz¬stück der Energiespeicherung werden könnten.
   Die AutoTram ist einer von zwei Forschungsansätzen eines zwei Jahre laufenden Großprojekts zur Elektromobilität, in dem 33 Fraunhofer-Institute kooperieren. Das Bundesforschungsministerium fördert es mit 44 Millionen Euro. Der zweite ist ein Elektro-Pkw. „Mit unseren beiden Versuchsplattformen zeigen wir, dass die neuen Komponenten im Zusammenspiel funktionieren", betont Prof. Holger Hanselka, Koordinator des Projekts.
Der Prototyp der Busbahn dient hier als rollendes Testlabor, etwa zur Verbesserung des Elektroantriebs, der Steuerungstechnik sowie der Stromversorgung und -speicherung.
HA100726hi

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 Eine Straßenbahn, die auf Stelzen über den Autos fährt
Foto: So soll die Tram auf Stelzen über Autos hinweg gleiten

   Die Stadtoberen von Peking wollen Staus in der Hauptstadt mit einer Straßenbahn auf Stelzen über- winden. Mit dem Bau einer Teststrecke für das revo¬lutionäre Transportmittel werde Ende des Jahres begonnen, sagte der Chef des hinter der Technik stehenden Unter-nehmens Hashi, Song Youzhou.
   Der vor allem mit Solarstrom angetriebene Zug soll zwei Autospuren breit sein. Er schwebt über den Autos, gehalten von Stelzen, die sich auf Schienen am Rande der Fahrbahn bewegen. Die sechs Kilome- ter lange Teststrecke für das auch „fliegender Bus" genannte Fahrzeug wird in einem Vorort im Westen Pekings gebaut und soll ab dem zweiten Halbjahr 2011 Passagiere befördern. Nach einem Jahr soll dann entschieden werden, ob sich das neue Verkehrsmittel für den weiteren Einsatz in Peking und anderen verstopften chine¬sischen Städten tatsächlich eignet.
   Für die Autofahrer sollte der über ihnen schwebende Zug „theoretisch kein Problem" sein, sagte Song. „Aber wir müssen Daten über ihre Reaktionen in der Praxis sammeln." Die Tram auf Stelzen könnte ihren Entwicklern zufolge die Staus um 30 Prozent reduzieren. Obwohl spezielle Haltestellen und Signale notwendig sind, sei der Bau billiger als der einer U-Bahn. HA100825AFP

 

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