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e-Bücher

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Lektüre für unsere sehbehinderten Mitglieder  Foto: Weltbild-Hugendubel eBook Reader 4

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Der e-Book Reader Sony PRS-T3 besitzt ein feines, aber unbeleuchtetes Display

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e-Book-Reader sind Bibliotheken im Miniformat. Doch welchen Vorteil haben die Geräte im Vergleich zu einem Buch?  Vor der Entscheidung für einen e-Book-Reader sollte der Käufer ein Gerät mal in die Hand nehmen

   Liest du noch oder scrollst du schon? Die Gretchenfrage unter Bibliophilen stellt sich im Strandkorb noch einmal ganz neu. Der gedruckte Roman hat den Vorteil, dass er nach zwei Wochen Einsatz als Urlaubstagebuch dienen kann – dank Salzrändern, Sandkörnern und Eisflecken. Der e-Book-Reader dagegen ermöglicht es, eine komplette Bibliothek mit an den Strand zu nehmen, ohne den Koffer damit zu beschweren. Modelle gibt es inzwischen zahlreiche auf dem Markt. Doch worauf sollte man achten?

Die Modelle
   Auf den ersten Blick gibt es zwischen den e-Book-Readem wenig Unterschiede. Die meisten Geräte wiegen um die 200 Gramm, sind etwa einen Zentimeter dick und haben in der Regel einen Sechs-Zoll-Bildschirm. Die Preise, die sich an der Auflösung, dem Kontrast und den Reaktionszeiten des Displays orientieren, liegen zwischen 50 und 200 Euro. „Speicherplatz spielt im Gegensatz zu Laptops oder Tablets eine untergeordnete Rolle", sagt Bitkom-Experte Timm Lutter. Im Durchschnitt sind e-Books ein Megabyte groß; auf ein Gerät passen daher unzählige Bücher. Hilfreich ist auf jeden Fall eine Internetverbindung. Den neuen Roman kann man dann direkt online suchen und kaufen und muss ihn nicht vom PC aus auf das Gerät laden.
   Für Gelegenheitsleser sind allerdings die Einsteigermodelle für um die 60 Euro vollkommen ausreichend, wie ein Test der Zeitschrift „c't" gezeigt hat. Denn Spitzenmodelle der elektronischen Lesegeräte rentieren sich meist nur für jene häufigen Nutzer. Regelmäßige Leser profitieren von einem erweiterten Funktionsumfang und einer Ausstattung mit Hintergrundbeleuchtung. Sie wählen am besten die Spitzenmodelle ab 170 Euro aufwärts: Diese Geräte liefern das beste Gesamtpaket aus guten Displays, soliden Tasten, Wasserschutz und einem bequemen Zugang zu Inhalten, urteilen die Experten.

Das Display
  
Das Display ist zwar keine Buchseite, die Optik kommt dieser aber ziemlich nah. Die Technik, die dahintersteht, heißt e-Paper- oder e-Ink-Technologie und bietet den Vorteil, dass die Augen - anders als bei LCD-Bildschirmen - nicht so schnell ermüden. Denn der Kontrast auf dem Display ist höher als bei LCD-Bildschirmen, wie sie bei Smartphones eingesetzt werden. Dadurch spiegeln die e-Book-Reader auf der Sonnenliege am Pool auch nicht so stark das Sonnenlicht wider. Außerdem können Nutzer auch bei schlechten Lichtverhältnissen lesen. Die Beleuchtung, die mittlerweile fast alle gängige Modelle anbieten, sorgt für zusätzlichen Komfort: „e-Books kann man dann zu jeder Tages- und Nachtzeit lesen, auch ohne den Partner neben sich im Bett mit der Leselampe zu stören", sagt Ronald Schild, Geschäftsleiter beim Marketing- und Verlagsservice des Buchhandels (MVB).
   Manche Modelle sind darüber hinaus sogar wasserfest. Und wer denkt, dass man den Reader ständig an die Steckdose hängen muss, hegt ebenfalls falsch. Die Geräte kommen teilweise mehrere Wochen mit einer Akkuladung aus.

Die Nutzung
  
Im Vergleich zum klassischen Buch fehlt beim e-Book indes der materielle Besitz: „Anders als an gedruckten Büchern erwirbt der Nutzer an einem e-Book kein Eigentum, sondern nur eine Nutzungslizenz", erklärt Michael Wolf von der Stiftung Warentest. „Darum kann man e-Books nicht wie von gedruckten Büchern gewohnt einfach so weiterverkaufen, verschenken oder verleihen." Dafür haben viele e-Reader integrierte Wörterbücher, eine Suchfunktion und können Text markieren und Notizen speichern.
   An ihre Grenzen geraten die Taschenbibliotheken allerdings, wenn der Inhalt über die reine Darstellung von Buchseiten hinausgeht. „eBook-Reader sind perfekt zum sequenziellen Lesen, aber schlecht für komplexere Darstellungsformen", sagt Ronald Schild. PDF-Dateien, Word-Dokumente oder Grafiken können die meisten Geräte zwar anzeigen - an die Ressourcen von Laptop oder Tablet reichen sie dabei aber nicht heran.

Die Anbieter
   Vor dem Gerätekauf steht die grundsätzliche Entscheidung: Amazon oder nicht Amazon? „Amazon ist ein sogenannter walled garden", sagt Ronald Schild. „Er ist sehr schön, aber man kommt nicht mehr heraus." Im Klartext heißt das: Wer einen e-Book-Reader bei Amazon erwirbt, kann auch nur dort Bücher kaufen. Inhalte von anderen Anbietern kann ein Kindle-Reader, Amazons Hausmarke, nicht lesen.
   Auch bei der Onleihe, der Bibliotheksausleihe für e-Books, fällt der Kindle aus. Denn Amazon verwendet ein anderes System als der zweite große e-Book-Anbieter, das Tolino-Konsortium aus Thalia, Hugendubel, Bertelsmann und Deutscher Telekom. Andere Geräte wie Kobo oder Pocketbook können Bücher aus deren Onlineshops lesen - der Kindle nicht.

Die Handhabung
  
Hier gilt es zu testen: Wie liegt das Gerät in der Hand, kann man bequem umblättern? „Das Handling sollte man nicht unterschätzen", sagt Ronald Schild. Hat man den Reader gekauft, kann man danach oft sparen. „Es gibt eine Reihe von kostenlosen e-Books, vor allem Klassiker", weiß Bitkom-Experte Timm Lutter. Manche Onlineshops bieten auch Flatrates an. Für 10 Euro im Monat kann man dann lesen, so viel man will.

Eine Frage des Formats

   Insgesamt 1,23 Millionen e-Book-Reader wurden bundesweit im Jahr 2014 verkauft. Nach Angaben des Branchenverbandes Bitkom erweisen sich die speziellen Lesegeräte auf dem Markt der e-Literatur mittlerweile als beliebter als die ebenfalls für das e-Reading nutzbaren Tablets. Doch auch wer sich wegen der besseren Lesbarkeit des Displays für die speziellen Lesegeräte entscheidet, hat die Qual der Wahl: Soll man sich einen Kindle anschaffen und damit an den e-Shop des Unternehmens Amazon binden? Sich mit einem Tolino den e-Shops des Buchhandels und anderen anschließen? Oder aber eines der freien Geräte wählen?

eBooks ersetzen Taschenbücher -  Buchhandel sieht sich für Online-Geschäft gerüstet  

   Die deutsche Buchbranche gibt sich vor der 66. Frankfurter Buchmesse zuversichtlich. Für Heinrich Riethmüller, den Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, sind die hiesigen Verlage und Buchhändler sogar Vorbild für andere Länder und auch für andere Branchen. Das gelte für die Vielfalt des Angebots wie auch für die Kombination von stationärem   Geschäft und Internet. „Der mediale Wirbel, der um das eBook gemacht wird, findet in der Realität nicht statt", sagt Riethmüller. Der Umsatz mit elektronischen Büchern habe zwar im ersten Halbjahr um 13 Prozent zugenommen, deren Anteil liege aber mit 4,9 Prozent vom Buchumsatz (etwa 10 Milliarden Euro im Jahr) noch immer auf niedrigem Niveau.
   Dennoch hat das E-Book dem gedruckten Taschenbuch in den letzten Monaten Umsatzanteile abgenommen. Dass der Buchumsatz in Deutschland von Januar bis August um 3 Prozent hinter dem Vorjahr zurückgeblieben ist, liege vor allem daran, dass der Umsatz mit Taschenbüchern um gut 7 Prozent geschrumpft ist. Hauptgrund ist nach Riethmüllers Worten, dass gerade Taschenbuchleser sich dem e-Book zuwenden.
   Leicht rückläufig war auch der Online-Umsatz, also die Buchbestellungen im Internet. Sie erreichten gut 16 Prozent, von denen etwa 60 Prozent auf Amazon entfallen. „Wir haben keine Angst vor Amazon", hob Riethmüller hervor; auch der Buchhandel beherrsche das Online-Geschäft. Bis zum Jahresende werde die Branche ihren Vorjahresumsatz wieder erreichen. Das Weihnachtsgeschäft verspreche aufgrund einiger bestsellerverdächtiger Titel gut zu werden. In Frankfurt zeigen 7100 Unternehmen ihre Produkte rund um verlegerische Medien. Während die Zahl der Aussteller aus Europa stagniert, steigt diejenige aus Lateinamerika und Asien. FAZ141008geg 

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Kindle: In früheren eBook-Tests schnitt Amazons Kindle lediglich mit der Note „befriedigend" ab. In der jüngsten Erhebung der Stiftung Warentest allerdings war das Modell Kindle Voyage wieder Testsieger mit der Note 1,4. Das Gerät kostet 189 Euro. Das Display gilt als extrem hochauflösend. Als Lesestoff stehen im Amazon-Shop mehr als 3 Millionen e-Books zur Verfügung; die Formate anderer Anbieter können hingegen nicht geladen werden.

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Kindle Paperwhite vs. Tolino ShineDas große Duell der beiden eBook-Reader

   Herbstzeit ist Lesezeit: Rechtzeitig haben Amazon und Tolino ihre eBook-Reader aktualisiert und schicken mit dem Kindle Paperwhite und dem Tolino Shine ihre neuen Spitzenmodelle auf den Markt. FOCUS Redakteur Matthias Matting macht den Test.
   Die beiden Spitzenmodelle im Ebook Bereich sind der Tolino Shine und der Kindle Paperwhite. Beide Modelle liegen gut in der Hand. Der Tolinio Shine wiegt ungefähr 20 Gramm weniger. Beim längeren Lesen kann dies eventuell von Bedeutung sein.
Der Tolino hat mehr Speicherplatz
  
Der Kindle hat zwei Gigabyte Speicher. Das kann unter Umständen knapp werden, allerdings passen trotzdem jede Menge Bücher auf das Gerät. Der Tolino Shine hingegen hat vier Gigabyte Speicherplatz eingebaut und lässt sich mit einer Micro-SD Karte erweitern. 
   Beide Geräte besitzen ein e-Ink-Display. Tagsüber sind die Bücher daher bei beiden Modellen sehr gut lesbar. Die Schrift ist äußerst scharf, auch dank der höheren Auflösung im Vergleich zu Billiggeräten. Es findet kaum noch „ghosting“ statt, das heißt es bleiben kaum Überreste von früheren Seiten, die man umgeblättert hat.
Mit dem Kindle besser Lesen in der Nacht
  
Der Kindle Paperwhite hat eindeutig Vorteile beim Lesen in der Nacht. Das eingebaute Display leuchtet ein heller als beim Tolino. Ebenfalls nicht ganz unwichtig ist die Geschwindigkeit beim Umblättern. Beim Vergleich von ein und demselben Buch fällt auf, dass die neue Seite auf dem Kindle Paperwhite erheblich schneller angezeigt wird, als auf dem Tolino Shine.
   Der Komfort beim Lesen wird  nicht unwesentlich durch die eingebaute Software beeinflusst.  In diesem Punkt hat der  Tolino aufgeholt. Inzwischen sind beide Geräte beinahe gleichwertig. Man kann sowohl beim Tolino als auch beim Kindle Wörter in einem Wörterbuch nachschlagen, das man runterladen kann. Außerdem kann man bei beiden Modellen Anmerkungen und Notizen hinzufügen.
Ebooks einkaufen mit Kindle und Tolino
  
Beim Einkaufen neuer Bücher ist es beim Kindle von Amazon gewohnt einfach. Man kann die Bücher allerdings ausschließlich bei Amazon kaufen. Beim Tolino ist ebenfalls ein Shop integriert. Welcher Shop das ist, hängt davon ab, wo man das Ebook gekauft hat. Beim Tolino kann man e-books auch bei anderen Stores kaufen, abgesehen von Amazon und Apple. Die Bücher muss man dann allerdings vom Computer auf den Tolino transferieren.
   Die Akku Laufzeit ist bei beiden Geräten sehr ähnlich. Sie hängt wesentlich davon ab, wie oft man das eingebaute WLAN benutzt und wie lange man die Beleuchtung anlässt. Bei der Verwaltung der eigenen Bibliothek hat der Kindle Paperwhite noch immer leichte Vorteile. Beim Tolino Shine kann man nun zwar auch Unterordner, sogenannte Sammlungen einrichten, die sind allerdings von der normalen Bibliothek ein bisschen getrennt und werden nicht so angezeigt, dass man den Ordner jederzeit nur durch ein Tippen öffnen kann.
Kleiner Vorsprung beim Kindle Paperwhite
  
Technisch ist der Kindle Paperwhite noch ein bisschen ausgereifter als der Tolino Shine, auch in der neuesten Version. Insbesondere bei der Bildschirmtechnik hat Amazon noch ein Vorsprung. Dafür ist der Kindle Paperwhite mit 129 Euro um knapp 30 Euro teurer als der Tolino Shine.    
FOCUS-Redakteur Matthias Matting

Tolino und Alternativen

■ Tolino: Der sogenannte Anti-Kindle ist das Ergebnis einer Allianz aus Deutscher Telekom, Bertelsmann, Hugendubel, Thalia und Weltbild, die sich nicht der Marktmacht des Branchenriesen Amazon unterwerfen wollten.
   Das Bündnis vermarktet seit Anfang 2013 eine Reihe an eBook-Readern unter dem Namen Tolino. Zurzeit aktuell ist das Modell Tolino Vision 2 für etwa 129 Euro.  Das Gerät erhielt im jüngsten Test der Stiftung Warentest die Note 1,5 und überzeugte vor allem durch seine gute Handhabung, 27 Tage Akkulaufzeit sowie die gute Lesbarkeit auch bei geringem Umgebungslicht. Der dazugehörige e-Book-Shop bietet rund eine Million Bücher aller Genres. Der Tolino unterstützt das gängige Format ePub.

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■ Alternativen: Neben den beiden großen Anbietern gibt es zahlreiche kleine Hersteller am e-Book-Reader-Markt, deren Geräte zu Recht interessant sind. In vielen Fällen ist die Ausstattung sogar noch besser als die von Kindle und Tolino. Außerdem unterstützen die meisten „freien" e-Book-Reader gleich eine ganze Anzahl an Textformaten. Neben ePub, PDF und TXT sind das etwa DOC, DOCX, RTF, TCR und HTML. Auf Platz drei der Prüfung der Stiftung Warentest landete beispielsweise das wasserdichte Modell Kobo Aura H20 mit der Note 1,7 - unter anderem, weil das Display besonders weiß erscheint. Das Gerät kostet 179 Euro. Allerdings gibt es im Handel zahlreiche günstigere Alternativen.  HAZ150803JuliaRuhnauNinaMay

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e-Book-Markt wächst in Deutschland nur noch einstellig

   Das Wachstum bei elektronischen Büchern hat sich 2014 in Deutschland drastisch abgeflacht. Der Umsatz wuchs 2014 nur um 7,6 Prozent,  während er 2013 noch um mehr als 60 Prozent angestiegen war.  Der Umsatzanteil von e- Books am gesamten Buchmarkt (ohne Schul- und Fachbücher) stieg damit auch nur von 3,9 auf 4,3 Prozent. Dies teilte der Börsenverein des Deutschen Buchhandels in Frankfurt mit. Viele in der Branche hätten beim e-Book dauerhaft höhere Wachstumsraten erwartet, räumte Heinrich Riethmüller, Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, ein. Dennoch sei das elektronische Buch aus dem Markt nicht mehr wegzudenken. 2014 haben 5,7 Prozent der Bevölkerung ab zehn Jahren E-Books gekauft. HA140315

HAZ kommt als e-Paper für Sehgeschädigte

   Die Hannoversche Allgemeine Zeitung bietet ab sofort ein spezielles ePaper für Sehgeschädigte. Das reine Textangebot ist technisch auf Vorlesesoftware abgestimmt und kann vom Rechner zu Hause, im Büro oder auf mobilen Geräten abgerufen werden. Für das neue Angebot wurde ein spezielles Abonnement eingerichtet, das 18 Euro im Monat kostet. Interessierte können das e-Paper aber zunächst auch vier Wochen kostenlos testen. Wird kein weiteres Abonnement abgeschlossen, endet die Leseprobe automatisch.
   Die HAZ lädt zu einem Informationstag über das neue e-Paper ein. In den Räumen der Infosystem Produktion and Distribution GmbH (IPD), Bemeroder Straße 71, werden von 10 bis 16 Uhr Geräte vorgestellt, die für den Gebrauch optimal sind. Mitarbeiter der IPD und des Blindenverbandes stehen als Berater bereit. Die Veranstaltung ist kostenlos.
 Fragen zum e-Paper für Sehgeschädigte werden unter der Telefonnummer (08 00) 123 43 04 oder nach einer eMail an meinabo@madsack.de beantwortet. Interessierte können sich aber auch an den Hannoverschen Blindenverband unter Telefon (05 11) 510 42 18 wenden.
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Der deutsche Buchhandel bietet Amazon die Stirn

   Club Bertelsmann, Weltbild samt Hugendubel und Thalia haben sich mit der Telekom verbündet. Auf der gemeinsamen Plattform Tolino  bieten die Buchhändler 300.000 E-Books über ein internetfähiges Lesegerät an. Die größten deutschen Buchhandlungen, Thalia (Douglas-Konzern), Weltbild, Hugendubel und der Club Bertelsmann, bieten gemeinsam mit der Deutschen Telekom eine Alternative zum elektronischen Buchlesegerät Kindle von Amazon. Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz wurde in Berlin das Lesegerät „Tolino" präsentiert. Das in Ostasien gebaute Gerät kam am 7. März in den Handel. Damit erhält der Kunde ein Lesegerät, auf dem er Bücher von verschiedensten Anbietern direkt runterladen (ohne Zwischenschaltung eines PC) und lesen kann.
   Das neue Lesegerät sei technisch nicht nur gleichwertig zum Amazon-Kindle, sondern in einigen Details besser. Ein großer Vorteil sei, dass man nicht an einen bestimmten Händler gebunden sei. „Das ist ein Meilenstein im deutschen Buchhandel, auf den wir lange hingearbeitet haben. Jetzt haben wir ein offenes System für die gesamte Branche und ein kundenfreundliches dazu", kommentiert Carel Halff, Vorsitzender der Weltbild-Geschäftsführung. Offen heißt, dass alle Händler aufgerufen sind, sich daran zu beteiligen. Zentral ist nur die Technik.
   Die Deutsche Telekom ist der technische Partner des Vorhabens; sie entwickelt das System, stellt die Cloud als Speicherplatz und den Internetzugang bereit. Auch die gekauften Inhalte werden in der Telekom-Cloud kostenlos dauerhaft gespeichert, versichert die Telekom. „Das elektronische Bücherregal ist damit lebenslang nutzbar", sagt Halff. Selbst wenn das Lesegerät verlorengehen sollte oder zerstört werde, habe man weiterhin Zugriff auf seine Bücher.
   Wegen des direkten Internetzugangs kann der Kunde entweder über die WLAN-Verbindung von zu Hause aus oder über einen der 11.000 kostenfrei nutzbaren Hotspots (Offener Zugang ins Internet-Netz) der Telekom oder in den etwa 1.500 Filialen der Partnerunternehmen Bücher aus dem Internet runterladen. „Mit dieser Kooperation aus Technologie und Buchhandel brechen wir zu völlig neuen Ufern auf", hebt Michael Busch hervor, Vorsitzender der Geschäftsführung der Thalia Holding. Alle Händler werden auf dem System Tolino über eigene Shops ihre Bücher anbieten. Die Händler bleiben Wettbewerber. Man hat also auf dem Gerät Zugang zu verschiedenen Lieferanten elektronischer Bücher mit der Möglichkeit, Preise und Angebote zu vergleichen. Das ist auch aus kartellrechtlichen Gründen wichtig. Es kann daher sein, dass der Verbraucher auf dem Tolino ein elektronisches Buch von den verschiedenen Partnern zu unterschiedlichen Preisen angeboten bekommt. Da sich die größten deutschen Buchhändler auf die gemeinsame Plattform einigen konnten, stehen vom Start weg 300.000 verschiedene Titel als elektronische Bücher zum Runterladen zur Verfügung.
   „Für Weltbild ist die Digitalisierung eine der größten Chancen in der Unternehmensgeschichte", sagt Halff. Man habe jetzt eine Plattform, mit der man eine echte Alternative zum Kindle von Amazon biete. „Die Zukunft der deutschen Buchbranche soll auch weiterhin bei uns liegen und nicht in den Händen börsennotierter amerikanischer Konzerne", betont Halff. Zwar wurde kein Preis für das neue Gerät genannt; der wird auch von jedem Anbieter selbst festgelegt. Es werde aber einen attraktiven Einführungspreis geben, hieß es. Das Gerät mit einem 6-Zoll- Bildschirm hat eine blendfreie integrierte Beleuchtung und kann über Berührung (Touchscreen) bedient werden. Der Akku habe eine Speicherkapazität von bis zu 7 Wochen, der Gerätespeicher reiche für bis zu 2.000 Bücher.
   Damit nimmt der deutsche Buchhandel den Kampf um das elektronische Buch auf. Zwar ist der Umsatz mit elektronischen Büchern noch immer gering. Weltbild (der Gruppenumsatz betrug 2011/12 rund 1,6 Milliarden Euro) nimmt für sich eine Vorreiterrolle in Anspruch. Zwar würden derzeit auch hier erst 4 Prozent aller Bücher als digitale Version abgesetzt, aber von den im Internet bestellten Büchern seien es schon mehr als 10 Prozent, jeweils mit stark steigender Tendenz. Nach den neuesten Zahlen der GfK sind im Jahr 2012 für 100 Millionen Euro eBooks in Deutschland verkauft worden. Daran hatte Amazon einen Marktanteil von 46 Prozent. Es folgten (Anteile für das vierte Quartal) Weltbild mit 15 Prozent, Thalia mit 12 und ebook (Libri) mit 10 Prozent.

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Lesen im Zeitalter des Tablet PC: Die Flachcomputer verdrängen den eBook-Reader. Ihr großer Vorteil ist die Flexibilität. Aber es gibt viele Fallstricke. Foto: Der Tablet PC nimmt den Platz des eBook-Reader ein

   Fehlt uns das? Der haptische und sinnliche Eindruck, die liebevoll gestaltete Typographie, das Eselsohr als Lesezeichen? Wer seine Bücher nur elektronisch liest, fokussiert sich stärker denn je auf den Inhalt. Die Buchgestaltung wird nahezu bedeutungslos. Das mag man bedauern. Der Umsatzanteil von eBooks am Publikumsmarkt, der Schul- und Fachbücher ausschließt, betrug nach den Erhebungen des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels im vergangenen Jahr 4,3 Prozent. Rund 30 Millionen eBooks werden in Deutschland jährlich gekauft. Das elektronische Buch wird zu einer festen Größe, wenngleich sich der Markt nicht so dynamisch wie in den Vereinigten Staaten entwickelt.
   Aber das eigenständige Lesegerät für eBooks, der eBook-Reader, hat vermutlich seine besten Tage schon hinter sich. Im Januar musste das deutsche Unternehmen Txtr, das eBook-Reader seit 2009 vorgestellt hatte, Insolvenz anmelden. Selbst der Amazon Kindle, dereinst Pionier einer ganzen Gerätegattung, verkauft sich nur noch schlecht. Das berichtet nicht sein Hersteller, sondern der größte englische Buchhändler Waterstones, der eng mit Amazon kooperiert und bei stark steigenden Verkaufszahlen für eBooks von einer verheerenden Bilanz für die Lese- Hardware im vergangenen Weihnachtsgeschäft spricht.
   Wo lesen sie denn? Auf dem Tablet PC oder auf dem immer größer werdenden Smartphone. Die Mobilgeräte scheinen für diese Aufgabe jedoch schlechter gerüstet zu sein als die Reader. Sie haben weder die stromsparende eInk-Displaytechnik noch die lange Akkulaufzeit. Konventionelle Displays lassen sich zudem draußen bei hellem Sonnenschein nur schlecht nutzen, und ein Tablet PC mit bis zu 600 Gramm Startgewicht liegt schwer in der Hand. Trotzdem wird gelesen wie nie zuvor. Auch stört sich kaum jemand an der Tatsache, dass man ein eBook nicht erwirbt. Man kann es nach der Lektüre nicht verkaufen oder ver­schenken, sondern erhält allein eine Li­zenz zum Lesen, die an einen Account gebunden ist.
   Wir haben nach Apps gesucht, die aus dem Tablet PC ein elektronisches Buch machen. Am einfachsten hat es der Apple-Kunde mit dem iPad. Hier ist die zum Betriebssystem gehörende iBooks-Software mit dem eigenen iTunes- Konto verknüpft, und man liest, was Cupertino im Angebot hat. Derzeit gibt es laut Apple weltweit 2,5 Millionen Bücher. Wie viele deutschsprachige darunter sind, wird nicht mitgeteilt. Je populärer ein Buch, desto wahrscheinlicher ist es hier anzutreffen. Bei allen elektronischen Büchern gilt in Deutschland die Preisbindung. Aber für die Lizenz zum Lesen zahlt man zehn bis 20 Prozent weniger als für das gedruckte Werk.
   Der Charme von iBooks gründet nicht nur in seiner tiefen Integration in das iOS-Betriebssystem und die iTunes- Medienbibliothek. Die App ist nett und schnörkellos gestaltet, verschiedene Bildschirmschriften und Hintergrundfarben stehen zur Verfügung, und man kann die Display-Helligkeit für die App individuell einstellen. Mit einer optional einblendbaren Navigationsleiste sieht man die ungefähre Leseposition im Buch. Zu den kleineren Extras gehören die Suchfunktion sowie die Möglichkeit, Fremdwörter schnell in Online-Lexika oder der Wikipedia nachschlagen zu können. Ferner lassen sich Notizzettel an einzelne Passagen anhängen, und man kann auch PDF- Dateien wie ein Buch lesen. Der Kopierschutz bleibt unaufdringlich im Hintergrund, man merkt ihn nicht. Mit der neu bereitgestellten Familienfreigabe können auch sechs andere Menschen im Haushalt in den erworbenen Büchern schmökern, ohne Apple-ID oder Kennwörter austauschen zu müssen.
   Das in Deutschland weitverbreitete Epub-Format für elektronische Bücher wird von iBooks ebenfalls unterstützt. Epub basiert auf XML und kann mit geringem Aufwand von jedermann erstellt werden, etwa mit der Gratis-Software Calibre. Die Strukturen und Spezifikationen sind frei einsehbar. Epub ist ein besonders kompaktes Format und erlaubt einen dynamischen Zeilen- und Seitenumbruch, unabhängig von der jeweils eingestellten Textgröße. Allerdings versteht iBooks nur „Epub pur" ohne digitale Rechteminderung. Es lassen sich also allein die gemeinfreien Epubs mit iBooks auf dem iPad installieren.
   Die kommerziellen Titel des deutschen Buchhandels jenseits der Apple-Welt sind stets mit der digitalen Rechte­minderung (DRM) Von Adobe versehen. Das umstrittene Kopierschutzsystem „Digital Editions" ist an einen einzigen PC gebunden, der mitsamt seiner Hardware-Komponenten unter die Aufsicht von Adobe gestellt wird: Im Oktober wurde bekannt, dass die Version 4 der Software die Nutzung von eBooks bis ins kleinste Detail überwacht und unverschlüsselt Informationen an Adobe sendet. Es gab damals auch Hinweise darauf, dass Digital Editions die Festplatte des Rechners durchsucht und Informationen über anderweitig abgelegte eBooks sammelt, etwa solche, die mit Calibre verwaltet werden.
  Um ein Epub-Buch mit Adobes DRM auf dem Apple-Gerät (oder einem Androiden) zu lesen, benötigt man die Gratis- App Bluefire und ein Adobe-Konto mit den entsprechenden Nutzungsrechten. Das alles ist sehr kompliziert, bringt aber einen großen Pluspunkt: Mit Bluefire lässt sich die digitale „eAusleihe" vieler Bibliotheken nutzen. Ein Verzeichnis der Bibliotheken, die dieses Verfahren anbieten, und eine gute Anlaufstation mit praktischen Hinweisen findet sich unter www.onleihe.net. Ein zweiter Vorteil von Bluefire: Direkt aus der App heraus lassen sich ungezählte gemeinfreie Epubs aus verschiedenen Quellen laden. Eine der bekanntesten Anlaufstellen ist feedbooks.com.
   Ausleihen kann man Bücher neuerdings auch im Kindle-Buchladen von Amazon. Aus 700.000 Werken lassen sich bis zu zehn gleichzeitig ausleihen, das kostet zehn Euro im Monat. Seit dem Marktstart des ersten Kindle- Lesegeräts vor acht Jahren hat der amerikanische Versandhändler sein „Ökosystem" rund um das Lesen in vielfacher Weise ausgebaut. Hier greift nahtlos eins ins andere, und der Kopierschutz der elektronischen Bücher im proprietären Amazon-Format bleibt für den Nutzer abermals unsichtbar. Man kann auf der Amazon-Internetseite mit einem Mausklick neue Titel kaufen, und diese werden dann automatisch an verknüpfte Amazon-Geräte und -Apps übertragen. Um die Einkäufe auf einem Tablet PC zu lesen, benötigt man die gratis bereitgestellte Amazon-App, die wie Apples iBooks aufgebaut ist und ähnlichen Komfort bietet. Der Gewinn ist jedoch die Plattform-Unabhängigkeit mit der Option, in nahezu allen Hardware-Welten auf die eigene Hausbibliothek zugreifen zu können.
   Mehr Freiheit verspricht nicht zuletzt das Betriebssystem Android: Die Hardware-Auswahl vom besonders günstigen XXL-Smartphone für 150 Euro bis hin zum staub- und wasserdichten Luxus-Tablet fürs Lesen am Strand ist in der Google-Welt am umfangreichsten. Ein weiterer Pluspunkt gegenüber der Apple-Welt ist die unkomplizierte Bestückung mit neuem Lesefutter: Die eigenen gemeinfreien Epub-Dateien oder PDFs lassen sich sekundenschnell mit einer USB-Verbindung oder via Speicherkarte aufs Lesegerät übertragen, und zwar ohne vorherige Softwareinstallation oder Kontoeinrichtung.
   Android bietet neben der Amazon­oder Bluefire-App zudem ein reichhaltiges Angebot weiterer Leseprogramme, die man in der Regel zunächst in einer Gratisversion ausprobieren kann. In der Basisfunktionalität sind die Unterschiede gering. So gut wie alle Kandidaten bieten unterschiedliche Schriftgrößen, das Markieren von Textstellen und das Setzen von Lesezeichen. Wir probierten ein Dutzend Programme auf dem schnellen Samsung Galaxy Tab S, das zudem mit seinem erstklassigen Bildschirm beeindruckt. Nicht jede App lief jedoch bei dicken Büchern mit üppiger Bebilderung ruckfrei und glatt. Uns hat der UB Reader von Mobisystems am besten gefallen, er unterstützt neben Epub- und PDF-Dateien auch die Adobe ID. Die App steht gratis im Play Store, eine Version ohne Reklameeinblendungen kostet gerade mal fünf Euro. Unser Fazit nach einigen Wochen und etlichen Büchern: Ans Lesen mit dem Tablet PC gewöhnt man sich schnell, und es macht Spaß. Die Software ist ausgereift. Bei der Wahl der Hardware ist die kniffeligste Frage, welche Geräte- und Displaygröße für lange Leseabende am besten gefällt.
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   Im Verkauf kämpft der stationäre Buchhandel an zwei Fronten. Zum einen wandert ihm Umsatz ab, weil gedruckte Bücher im Internet bestellt werden statt im Laden.  Zum zweiten geht traditioneller Umsatz verloren, weil immer mehr Kunden Bücher direkt aus dem Internet digital runterladen. Fachleute gehen davon aus, dass in den kommenden Jahren viele Buchhandlungen schließen werden. Allerdings muss der stationäre Handel beide Entwicklungen nicht fatalistisch hinnehmen.
   Vor allem der Internetumsatz mit gedruckten Werken muss dem stationären Handel nicht verlorengehen. Das Buch ist die drittstärkste Warengruppe im Internet nach Bekleidung und Unterhaltungselektronik. Derzeit setzen Online-Händler 2,2 Milliarden Euro mit Büchern um, 90 Prozent davon noch in gedruckter Form. Der Bundesverband des deutschen Versandhandels sieht gute Chancen für die sogenannte Multi- oder Cross-Channel-Politik.  Dazu gehört vor allem, dass man elektronisch bestellte Bücher im stationären Geschäft abholt.
   Der stark mittelständisch geprägte Buchhandel könne aber auch am Verkauf elektronischer Bücher partizipieren, sagt Halff. Er müsse eben einen Shop auf der Tolino-Plattform eröffnen. Es gebe bereits viele Anfragen weiterer Händler, vor allem größerer Buchhändler. Bevor man sich jedem kleinen Buchhändler öffne, bedürfe es weiterer Gespräche mit dem Branchenverband Börsenverein des Deutschen Buchhandels, der ein eigenes Lesegerät vertreibt.FAZ130301GeorgGiersberg

eBook-Anteil liegt fast bei fünf Prozent
  v Der Umsatzanteil der eBooks auf dem deutschen Buchmarkt ist in den ersten sechs Mo­naten dieses Jahres auf 4,9 Prozent angewachsen. Dies ist zwar deutlich mehr als im Vorjahreszeitraum (4,2 Prozent). Die Wachstumskurve hat sich aber zugleich abgeflacht, wie der Börsenverein des Deutschen Buchhandels in Frankfurt am Main mitteilte. Die Steigerungsrate habe von Januar bis Juli nur noch knapp 13 Prozent betragen. Im Vorjahr seien es fast 70 Prozent gewesen. HA141003

Markt für eBooks wächst stark
   Der Markt für eBooks in Deutschland wächst. Die Verlage erwarten, dass sich der Anteil der eBooks an ihrem Umsatz bis 2015 auf 17 Prozent erhöhen wird, wie der Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des deutschen Buchhandels, Alexander Skipis, sagte. 2012 waren es zwei Prozent am Gesamtumsatz. Dennoch halte der digitale Markt auch derzeit ungelöste Probleme bereit, wie unzureichenden Schutz des Urheberrechts im Internet oder die steuerliche Ungleichbehandlung von Printbüchern und eBooks. NOZ120102
Markt der e-Books wächst in Deutschland um 150 Prozent
   In Deutschland sind 2012 rund 12,3 Millionen eBooks gekauft worden. Damit habe der Absatz den des Vorjahres um das Zweieinhalbfache übertroffen, teilten die Marktforscher von Media Control in Baden-Baden mit. 2011 waren 4,9 Millionen elektronische Bücher gegen Geld aus dem Internet heruntergeladen worden.
   Insgesamt haben e-Books inzwischen bereits einen Anteil von zwei Prozent am Buchmarkt in Deutschland. Sie machten im vergangenen Jahr sogar das Ein-Prozent-Minus bei Hardcovern und Taschenbüchern wett und verhalfen dem Gesamtmarkt so zu einem leichten Umsatzanstieg von 0,3 Prozent.
  Der Durchschnittspreis eines digitalen Buchs lag 2012 bei 8,61 Euro. Im Jahr zuvor hatten die Deutschen mit 9,56 Euro im Durchschnitt noch fast einen Euro mehr zahlen müssen. HA130211dpa

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   Das gedruckte Buch verteidigt sich zwar gerade hierzulande tapfer. Jedes Jahr kommen neue Bestseller in Millionenauflage auf den Markt, und auf der Frankfurter Buchmesse feiern Autoren und Verleger ihre gedruckten Werke im Minutentakt.
   Aber all das täuscht nicht darüber hinweg, dass das gedruckte Buch an immer mehr Fronten Rückschläge hin- nehmen muss. Vor einigen Jahren wurde die Einstellung der Brockhaus-Enzyklopädie als kultureller Einschnitt beklagt. Heute ist es selbstverständlich, die Einwohnerzahl von Timbuktu in Wikipedia nachzuschlagen (dort sind es 54.453). Selbst ältere Menschen suchen nach einer Straße in einer fremden Stadt nicht mehr im Autoatlas, sondern auf ihrem Handy bei Google Map. Und wer ein Buch über Pferdezucht sucht, fragt nicht mehr den Buchhändler, sondern schaut selbst ins Internet. Großabnehmer von Informationen wie Konzerne geben nur noch wenig Geld für gedruckte Informationen aus. Weit mehr als 90 Prozent aller Informationen von der Kursdatenbank über juristische Loseblattsammlungen bis zu betriebswirtschaftlicher Literatur werden elektronisch eingekauft. Verlage stellen ihre Inhalte ins Intranet des Kunden, der dann monatlich je nach Nutzung zahlt. Wissenschaftliche Bücher werden schon seit Jahren elektronisch verbreitet. Nachschlagewerke, Fachbücher und Straßenatlasse gehen daher stark zurück im Buchhandelsangebot - und damit verliert auch manche Fachbuchhandlung ihre wirtschaftliche Grundlage.
  Aber jetzt greift die Elektronik das Kerngeschäft der Verlage und vor allem der Buchhandlungen an, die Belletristik, die Unterhaltungsliteratur. Die neuesten Lesegeräte sind nicht mehr kalt, schwer, teuer und unnahbar. Neueste Lesegeräte sind durchaus ergonomisch und von hoher Qualität; sie bieten ein gutes Lesedisplay und sind kostengünstig. Die neue digitale Welt bietet 360-Grad-Rundumblicke, die kein Reisebuch bieten kann. Die neue Welt erlaubt das Lesen in einer Schriftgröße, die es in keinem gedruckten Buch gibt. Junge Erwachsene nehmen schon heute nur selten ein gedrucktes Buch zur Hand. Sie lesen am PC.
   Das muss nicht schlecht sein. Bevor man in kulturpessimistische Depressionen verfällt, sollte man sich zunächst einmal sagen, dass das Buch lediglich ein Medium, eine Verpackung ist, in der geistige Inhalte transportiert und aufbewahrt werden. Nur weil seit Jahrhunderten geistige Inhalte allein im Buch verpackt wurden, ist in der Vorstellungen vieler Zeitgenossen Inhalt und Verpackung zu einer Einheit verschmolzen. Mit der Elektronik hat diese lange dominierende Übereinstimmung von Inhalt und Verpackung Konkurrenz bekommen - und die ganze auf der Buchform aufbauende Welt (Druckereien, Handel) ebenfalls.
   Noch gibt es keinen vollständigen Ersatz für das Buch. Die neue Welt des elektronischen Buches ist noch längst nicht perfekt. Es ist alarmierend, dass 60 Prozent aller Downloads illegal erfolgen. Es fehlt offenbar das Gefühl für den Schutz geistigen Eigentums, einer Grundlage für Verlage und Buchhandel, aber auch für andere Bereiche der Wirtschaft wie das Patentwesen. Hier muss noch viel getan werden, um geistige Arbeit angemessen zu belohnen. Allerdings ist die Forderung aus der Branche, der Staat solle hier eine Lösung finden, der Staat solle den Urheber- rechtsschutz in der digitalen Welt ebenso garantieren wie in der analogen Welt, zu kurz gesprungen. Die Buch- branche muss sich zunächst einmal selbst überlegen, welche Bezahlmodelle in der neuen Welt sinnvoll sind. Vielleicht erfordert das Internet ganz andere Entlohnungsweisen der einzelnen Leistungsträger in der Wertschöpfungskette. Die Musikindustrie konnte auf die Konzerte ausweichen. Etwas Vergleichbares ist der Buchbranche bisher nicht eingefallen.
   Die Zeit drängt aber, denn die neue Welt eröffnet großartige Möglichkeiten. Wir werden Bildbände über die Sahara oder den europäischen Wald auf kinoleinwandgroßen Bildschirmen betrachten; wir werden durch große Schriften auf Fernsehschirmen auch sehschwachen Mitbürgern das Lesen ermöglichen; man kann Texte mit Filmen und Tönen ergänzen; Internetspiele werden zum Buch erscheinen; die neue Technik erlaubt das Publizieren in kleinen Auflagen; man muss nicht mehr kilogrammschwere Bücherstapel mit in den Urlaub nehmen: ganze Regalwände werden frei und stehen für andere Nutzungen zur Verfügung. Weil diese neue Welt des Inhaltetransports derart viele Vorteile hat, wird sie sich nicht aufhalten lassen. Die Buchbranche sollte sich mit ihr auseinandersetzen und ihre Chancen erkennen. Der Buchhandel wird nur noch Belletristik und Jugendbücher anbieten, das aber in zu Literatur-Cafes erweiterten Buchläden, Verlage werden mit Filmproduzenten auf Augenhöhe verhandeln und kooperieren. Großeltern und Enkel werden über den gleichen Inhalt diskutieren, weil der eine darüber ein elektro- nisches Buch liest und der andere an dem gleichnamigen Internetspiel mitspielt.
   Die Tür zur neuen Welt ist aufgestoßen - so weit wie nie. Die Verleger sollten erhobenen Hauptes hineingehen. Dort gibt es viel Neues und Chancenreiches - und vielleicht auch weiterhin Platz für gedruckte Bücher. FAZGeorgGiersberg111014

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Wie gut sind die neuen Mini-Tablets? 329 Euro verlangt Apple für sein kleines iPad -
199 Euro kostet Amazons Kindle Fire HD. Ein Test zeigt die Stärken und Schwächen der beiden Geräte

   Vor knapp einem Jahr überraschte das Online-Kaufhaus Amazon mit dem eigenen Tablet-Computer Kindle zu einem Kampfpreis von 199 Euro. Nun  präsentiert Amazon zum gleichen Preis und ebenfalls mit Google Android als Betriebssystem einen leistungsfähigeren Nachfolger, das Fire HD. Seit Kurzem in Deutschland verfügbar, ist es dank der Vorbestellungen das meistverkaufte Produkt in dem Online-Kaufhaus. Dann kam Apples iPad mini dazu. Sein Display ist nur wenig größer als das des Kindle Fire HD. Grund genug, die beiden Geräte zu testen.
Kindle Fire HD
   Der Besitzer kann schnell loslegen: Das Gerät ist bereits auf das Kundenkonto des Bestellers konfiguriert, aufgeladen und einsatzbereit; nur das Passwort für den drahtlosen Internetempfang (WLAN) wird verlangt. Der WLAN-Empfang ist sehr schnell und stabil. Mobilfunk (3G, LTE) beherrscht das Gerät nicht.
   Das schwarz umrandete Display wirkt brillant sowie farbechter und weniger blickwinkelabhängig als die Konkurrenz in der Sieben-Zoll-Klasse (17 cm). Die Auflösung ist mit 1280 mal 800 Pixeln höher als beim iPad mini (1024 mal 768 Pixel). Dennoch erweckt der dicke Rahmen den Eindruck, Amazon habe Platz verschenkt und könnte mehr Bildschirm in dasselbe Gehäuse packen.
   Nach dem Einschalten und Wegwischen der Werbung für Filme in Amazons Shop zeigt das Tablet alle verfügbaren Medieninhalte und die zuletzt aufgerufenen Internetseiten in einer Karussell-Darstellung. Per Kurzbefehl (Shortcut) gelangt der Besitzer zu seinen Spielen, Apps und Videos - und zu den von Amazon angebotenen elektronischen Produkten. Shopping steht ohnehin im Vordergrund: Wer einen Film oder ein Buch anscrollt, dem werden passende Medien von Amazon angezeigt. Der Zugang zu Amazons Warenwelt ist immer nur einen Klick entfernt, zum Teil ist der Erstnutzer sogar irritiert: Was ist schon erworben - und was ist Werbung für mehr?
   Damit aber erfüllt das Fire HD voll den ihm vom Hersteller zugewiesenen Zweck: Das Gerät ist vor allem ein Portal zu den Angeboten des Onlinehändlers, es ist als reines Konsumgerät gebaut. Amazon-Chef Jeff Bezos gibt freimütig zu, dass er mit der Hardware keinen Cent verdient - erst wenn der Kunde kauft, lohnt sich das Geschäft.
   Hat der Nutzer das akzeptiert, macht das Fire HD viel Freude: Filme laufen flüssig und können über die Schnitt- stelle HDMI auch auf dem Fernseher betrachtet werden. Gestreamte Filme sind mit einem Monatsabopreis von knapp sieben Euro für eine Flatrate sehr günstig. Spiele laufen ebenfalls flüssig. Der Ton ist dank Stereo- Lautsprechern an den Seiten der bislang beste aller getesteten Tablets. Der Akku hält allerdings im Film- und Spielbetrieb weniger lang als die versprochenen elf Stunden.
   Lesen macht jedoch weniger Freude als auf einem Kindle-E-Reader mit seinem E-Ink-Bildschirm. Der Webbrowser wirkt weniger weit entwickelt und lässt sich weniger eingängig bedienen als Apples Safari oder Googles Chrome. Trotzdem funktioniert das Surfen gut. Amazons App-Store ist indes ein echtes Manko für Apple- und Android- Nutzer, die es gewohnt sind, auf Hunderttausende Apps zugreifen können. Dieses Problem soll sich aber umgehen lassen. Ein Geheimtipp unter Kindle-Fire-Nutzern ist die Internetseite www. mexxbooks.de. Sie bietet eine Anleitung, wie man Googles App-Store mit seinen über 500.000 Angeboten nutzen kann. Es sei jedoch gewarnt: Ob dieser Trick dauerhaft funktioniert und ob das Gerät dabei keinen Schaden nimmt, dafür kann niemand die Verantwortung übernehmen. Auch könnte Amazon bei derart gehackten Geräten Garantieleistungen verweigern.
iPad mini
   Apple lässt mit dem iPad mini sein großes Tablet klobig erscheinen. Nach einer Woche Test kann es passieren, dass einem das „normale" iPad schlicht zu schwer und unhandlich vorkommt. Die Mini-Variante passt dagegen in eine Handtasche oder Gesäßtasche - auch wenn sie dort beim Sitzen stört. Tatsächlich sind die Maße die größte Stärke. Das iPad mini ist nur 7,2 Millimeter dick und damit fast ein Viertel dünner als das große iPad. Gegenüber dem Fire HD ist es ein klein wenig länger, dafür drei Millimeter dünner. Und es wiegt nur 308 Gramm, knapp 90 Gramm weniger als der Konkurrent von Amazon.
   Das iPad mini hat somit einen großen Sprung in Richtung e-Reader gemacht. Es lässt sich nun beim Lesen bequem für längere Zeit in einer Hand halten. Da der Rahmen schmaler geworden ist, bemerkt die Software nun, ob der Daumen beim Festhalten nur auf dem Display ruht oder ob er mit ihm interagieren will. Das Gerät lässt sich zwar nicht durchgängig mit einer Hand bedienen, aber zum Umblättern in einem elektronischen Buch reicht es.
   Apple hat sich für eine Bildschirmdiagonale von 7,9 Zoll (20,1 Zentimeter) entschieden. Das macht einen größeren Unterschied gegenüber den sieben Zoll des Fire HD, als es scheint, weil die Displayfläche dadurch um 35 Prozent größer ist. Allerdings hat das iPad mini eine Auflösung von nur 1024 mal 768 Bildpunkten (163 Pixel pro Zoll). Damit kommt es nicht an Googles Nexus 7 oder eben Amazons Kindle Fire HD (jeweils 216 ppi) heran. Im Klartext heißt das: Der Bildschirm des iPad mini ist zwar größer, aber weniger scharf. Das ist wohl die größte Enttäuschung an dem Apple-Gerät.
   Für die Nutzung von Apps ist das allerdings kein Problem: Alle Anwendungen aus Apples App-Store für das iPad funktionieren ohne Abstriche auch auf dem iPad mini. Damit hat das Gerät Zugriff auf mehr als 275.000 iPad- Programme, weitaus mehr als andere Tablets. Dafür musste Apple jedoch auch dem Seitenverhältnis von 4:3 treu bleiben. Beim Betrachten von Filmen im verbreiteten Format 16:9 ist das störend, weil schwarze Balken zu sehen sind. Dafür werden aber digitale Fotos formatfüllend dargestellt.
   In dem Gerät schlägt das gleiche Herz wie im iPad 2, der gleiche Prozessor. Überrascht hat uns daher der digitale Sprachassistent Siri, der im iPad mini verfügbar ist, dem iPad 2 aber nicht vergönnt ist. Zwar hat Apple in seinen neueren, größeren iPads einen schnelleren Chip eingebaut als in das iPad mini. Wir haben aber keine Leistungsschwierigkeiten bemerkt, auch nicht bei rechenintensiven Spielen. Vor allem bei Spielen zeigt sich, wie vorteilhaft das handlichere Format ist. Sie lassen sich im Querformat schlichtweg einfacher bedienen, weil die Daumen schneller an jede Stelle des Displays gelangen. Apple hat das Ziel, seine Mobilgeräte zehn Stunden ohne Strom durchhalten zu lassen. Beim iPad mini funktioniert das. Auch das iPhone schafft manchmal nicht mehr. Erfreulich ist die Ladegeschwindigkeit von nur vier Stunden. Beim iPad 3 brauchten wir fast doppelt so lang. Apple hat den kleineren Lightning-Anschluss eingeführt. Bisheriges Zubehör lässt sich ohne einen - extra zu bezahlenden - Adapter nicht mehr verbinden. Mit Adapter sollte es jedoch keine Probleme geben.
Fazit: Das iPad mini ist ein gelungener, wenn auch nicht perfekter Wurf von Apple. Seine Größe wird es allgegenwärtiger machen. Leider ist Apple nur den halben Weg gegangen. Das günstigste iPad mini kostet 330 Euro - damit ist es 130 Euro teurer als Konkurrenzgeräte von Amazon und Google. Wer mehr Speicher und auch noch Mobilfunkempfang wünscht, zahlt sogar bis zu 660 Euro. Für diesen Aufpreis sollten Nutzer ein schärferes Display verlangen dürfen. Apple selbst hat die Latte mit seiner Retina-Auflösung hoch gehängt - und sie mit dem iPad mini leider nicht übersprungen. HA121104BenedictFuestThomasHeuzeroth

Kindle Fire HD 8,9     ttt-kindle-eBook-Fire-xx     Lesegerät zum Surfen

   Die größere Version des Amazon-Tablets Kindle Fire Foto gibt es ab sofort auch in Deutschland. Das Kindle Fire HD 8.9 hat, wie der Name verrät, ein knapp neun Zoll großes Display, das 1920 mal 1200 Pixel anzeigt. Surfen können Nutzer damit nur per WLAN, zur Wiedergabe von Filmen am Fernseher hat das Tablet außerdem einen Micro-HDMI- Anschluss. Theoretisch läuft auf dem Kindle Fire zwar Android als Betriebssystem, Käufer können damit aber keine Apps und Medien von Google Play, sondern nur von Amazons eigener Downloadplattform herunter- laden. Die günstigste Variante des HD 8.9 hat 16 Gigabyte Speicherplatz und zeigt Werbung auf dem Sperr- bildschirm. Anzeigenfrei und mit doppelt so viel Speicherplatz gibt es das Gerät für 314 Euro. NOZ130322

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Die ersten eBooks vom Hamburger Abendblatt
   Elektronische Bücher gibt es jetzt auch vom Hamburger Abendblatt: Drei bislang erfolgreich in gedruckter Form verkaufte Bücher sind nun auch als sogenannte e-Books erhältlich. Die Bücher lassen sich bequem am Tablet durchblättern und lesen. Die elektronischen Bücher gibt es sowohl für Apples iPad als auch für Amazons Kindle. Erhältlich sind die Bücher in den jeweiligen elektronischen „Buchläden" von Apple und Amazon. Die werden einfach über das Internet auf das Gerät heruntergeladen. „Helmut und Hannelore Schmidt - ein Leben" von Abendblatt- Chefreporter Jens Meyer-Odewald berichtet von der großen Liebe und des ausgefüllten Lebens der beiden bekannten Hamburger. Jens Meyer-Odewald sprach für das Buch mit zahlreichen Zeitzeugen. In „Sturmflut über Hamburg" beschäftigt sich Abendblatt-Autor Alexander Schuller mit vielen Hintergrund-Informationen zu der verheerenden Sturmflut im Februar 1962. „Hamburger Momente" versammelt in einem Buch 100 Kolumnen mit ganz besonderen Einblicken in den Alltag der Hansestadt. Kolumnen stammen sowohl aus dem Hamburger Abendblatt als auch aus der Hamburg-Ausgabe der „Welt".
Kolumnen
„Hamburger Momente": Das E-Book enthält 100 Kolumnen aus Hamburger Abendblatt und „Welt".  4,99 Euro
Biografie
„Helmut und Hannelore Schmidt - Ein Leben": Die Biografie von HA-Chefreporter Jens Meyer-Odewald, 7,99 Geschichte
Sturmflut über Hamburg": Autor Alexander Schuller berichtet mit Hintergründen über die Flut von 1962, 7,99

Buchladen? Buch laden!  Studie: eBooks sind für Kinder eine gute Einstiegshilfe

   Der Markt für eBooks in Deutschland wächst sprunghaft. Die Verlage erwarten, dass sich der Anteil der eBooks an ihrem Umsatz bis 2015 auf 17 Prozent erhöhen wird, wie der Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des deutschen Buchhandels, Alexander Skipis, in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dapd sagte. 2012 waren es zwei Prozent am Gesamtumsatz der Branche.
   Dennoch halte der digitale Markt auch derzeit ungelöste Probleme bereit, wie unzureichender Schutz des Urheberrechts im Internet oder die steuerliche Ungleichbehandlung von Printbüchern und eBooks. „Für eBooks gilt der volle Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent", sagte Skipis. Dabei eröffnen digitale Bücher insbesondere Kindern, die bislang wenig lesen, neue Chancen, wie eine Studie der Stiftung Lesen zeigt. Der Börsenverein fordert die Einführung des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes auch für eBooks. In diesem Punkt seien eBooks gegenüber Printbüchern, auf die nur sieben Prozent Mehrwertsteuer gezahlt werden müssten, extrem benachteiligt. Diese Ungleichbehandlung, die sachlich nicht nachvollziehbar sei, verteure eBooks unnötig. Hinzu komme, dass eBooks in Herstellung und Vertrieb eigentlich günstiger seien. „Die Herstellung eines Printbuches macht etwa 10 bis 15 Prozent des Verkaufspreises aus", betonte Skipis. Mit dem ermäßigten Mehrwertsteuersatz könnten eBooks ihm zufolge deshalb sogar bis zu 25 Prozent billiger sein als Printbücher.
   Ein weiteres Problem des eBook-Marktes sieht Skipis im Bereich der Urheberrechtsverletzungen. Die Verlage würden in den Ausbau ihres digitalen Angebotes nur Geld investieren, sofern sich dies für sie finanziell auch lohne. Dies sei wegen der „Produktpiraterie" schwierig. „Wenn die Verlage ihre Produkte sofort im Internet auf diversen Plattformen wiederfinden, dann lohnen sich die Investitionen nicht mehr." Skipis drängt auf gesetzliche Regelungen wie etwa das von der Kreativindustrie geforderte Warnhinweismodell. Zwar versuchten viele Verlage, den illegalen Download der eBooks durch einen Kopierschutz zu verhindern. „Davon raten wir als Verband den Verlagen eigentlich ab", betonte Skipis. Denn dies habe die „absurde Folge", dass auch derjenige, der ein Buch legal gekauft habe, in der Nutzung eingeschränkt sei, da er es nicht unbegrenzt auf jedem eReader oder Tablet-PC installieren könne. Der Börsenverein favorisiere eher „weiche Methoden" wie etwa ein sogenanntes digitales Wasserzeichen, mit dem die Datei den Namen des Käufers trage. Verbreite dieser ein eBook illegal im Netz, sei dies jederzeit nachvollziehbar und verfolgbar. Das habe eine präventive Wirkung, meinte Skipis.
   Als eine Art „Einfallstor", das bei Kindern und Jugendlichen das Interesse am Lesen wecken könnte, bewertet die Kommunikationswissenschaftlerin Simone Ehmig die digitalen Bücher. Die Leiterin des Instituts für Lese- und Medienforschung der Stiftung Lesen in Mainz untersuchte im vergangenen Jahr, welchen Reiz eBooks vor allem auf Kinder aus lesefernen Familien ausüben. Dazu wurde den Schülern mehrerer sechster Klassen jeweils eine Bibliothek entweder als reine Printausgaben, als eBooks mit den zugehörigen eReadern oder in beiden Produktformen zur Verfügung gestellt. Die eBooks hatten laut Ehmig in der Wahrnehmung der Kinder eindeutig die Nase vorn. Insbesondere der technische Anreiz und der Besitz eines eReaders hatten den Effekt, dass die Kinder Lesen nicht mehr als „uncool" oder „anstrengend" empfunden hätten.
   Auch die Hemmschwelle, zum Buch zu greifen, sei gesunken, berichtete die Expertin. Während die Kinder am Regal vor einem dicken Buchrücken zurückschreckten, griffen sie beim Herunterladen ohne Scheu durchaus zu Büchern mit 500 Seiten. Eines vermochten die digitalen Texte jedoch nicht: Die Kinder über den ersten Anreiz hinaus bei der Stange zu halten. „eBooks eignen sich vor allem dafür, Kinder ans Lesen heranzuführen", betonte Ehmig. Die Wissenschaftlerin kann sich jedoch durchaus vorstellen, dass mit entsprechenden Angeboten auch das längerfristige Leseverhalten der Schüler verändert werden könne. Die sogenannten „Enhanced eBooks" mit ihren Zusatzangeboten wie Links, Spielen oder Videos, die den Lesefluss unterbrächen, seien eine große Chance. „Leseferne Kinder sind es eben nicht gewohnt, 30, 40 Seiten am Stück zu lesen", stellte Ehmig fest.   HAZ130102

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Leichte Lektüre - So funktioniert der Umstieg auf E-Books Foto: Fast wie eine echte Buchseite:
e-Reader mit lektronischem Papier ermüden die Augen nicht - und speichern Hunderte oder Tausende Bücher.

   Unterwegs und auf Reisen immer das gleiche Dilemma: Ein Buch ist zu wenig Lektüre, zwei Bücher sind oft schon zu schwer. Ein e-Book-Reader wiegt nur 200 Gramm - auch mit Tausenden Büchern im Speicher.
   In den USA verkauft mancher Händler schon mehr e-Books als gedruckte Bücher. Hierzulande machen digitale Bücher laut Marktforschung hoch nicht einmal ein Prozent des gesamten Buchumsatzes aus. Doch Angebot und Nachfrage wachsen.
   „Der größte Vorteil ist: Man kann den Inhalt ganzer Bücherschränke mit sich herumtragen", sagt Michael Wolf von der Stiftung Warentest. Ein e-Reader kostet inzwischen kein Vermögen mehr. „Die Preise sind gesunken in den letzten Jahren", sagt Wolf. Trotzdem: Wer überlegt, ob ein Lesegerät das Richtige für ihn ist, sollte das Schmökern ohne gedrucktes Buch einfach testen.
   Das Geheimnis eines guten e-Readers ist das Display aus elektronischem Papier, auch elektronische Tinte genannt. Es hat einen Kontrast und eine Schärfe, die gedrucktem Papier nahe kommen. Es ist sehr gut im Freien, sogar im Sonnenlicht ablesbar und bietet einen großen Blickwinkel. Da elektronisches Papier nur beim Umblättern Strom gebraucht, reicht eine Akkuladung mehrere Wochen lang. Bei der Bedienung setzten immer mehr Hersteller auf Touchscreens, es gibt aber auch Modelle mit Tasten und Wippen. Touchscreens erleichtern das Suchen im Shop.
   Und wie sollte ein e-Reader ausgestattet sein? Praktisch ist ein WLAN-Modul. „Damit ist man unabhängig vom Computer", erklärt Deutschbein. Denn fast jeder Reader hat einen angeschlossenen Shop, über den e-Books per WLAN direkt geladen werden können.
   Die Größe des Speichers ist schon mit zwei Gigabyte Kapazität ausreichend bemessen, erklärt die Expertin. Das ist genug Speicherplatz für rund 1.500 E-Books. Fast alle Reader mit elektronischem Papier bieten ein 6 Zoll (15 Zentimeter) großes Display. Und mit einer Gewichtsspanne zwischen 170 und 280 Gramm sind sie durch die Bank leicht.
   Das Standardformat für E-Books ist EPUB. Praktisch alle Onlineshops nutzen es, darunter auch die großen Anbieter Libri, Ciando, Weltbild, Thalia, Pubbles oder iTunes - und alle e-Reader können es darstellen. Eine Ausnahme bildet Amazon, das im eigenen Format liefert. NOZ120601DirkAveresch

Boom für e-Books - Verkäufe legen in Amerika zu
   Erstmals hat auf dem amerikanischen Buchmarkt für Erwachsene der Umsatz mit e-Books den mit gebundenen Büchern übertroffen. Eine von der Association of American Publishers veröffentlichte Statistik weist für dieses Jahr bei ihren mehr als 1.100 Mitgliedsunternehmen e-Book-Verkäufe in Höhe von bislang 282 Millionen Dollar aus. Im Jahr zuvor waren es im selben Zeitraum noch 220 Millionen Dollar gewesen. Diesem Zuwachs um 27 Prozent steht ein Rückgang bei den Taschenbuch Verkäufen und broschierten Sonderausgaben von 460 Millionen Dollar Umsatz auf knapp unter 400 Millionen entgegen, während von gebundenen Büchern für Erwachsene mit 230 Millionen Dollar Umsatz sogar etwas mehr verkauft wurden als 2011. Das Gesamtvolumen im amerikanischen Buchmarkt für erwachsene Leser ist seit dem 1. Januar im Vergleich zum Vorjahresszeitraum um knapp zwei Prozent auf 963 Millionen Dollar gewachsen. Der größte prozentuale Zuwachs wurde aber bei e-Books für Kinder und Jugendliche erzielt. Waren im ersten Halbjahr 2011 für solche Titel nur 3,9 Millionen Dollar ausgegeben worden, sind es 2012 bereits 64,3 Millionen. FAZ120619.

Auf der Frankfurter Buchmesse: Zahlen aus Amerika schocken die Buchbranche  
   Das elektronische Buch steht vor dem Durchbruch. Zahlen vom amerikanischen Markt alarmieren auch deutsche Buchhändler. Dennoch glauben sie, am Branchenwachstum zu partizipieren. Das größte Hindernis: 60 Prozent des digitalen Marktes beherrschen Raubkopierer. In Frankfurt präsentiert sich eine verunsicherte Buchbranche im Umbruch.
   Die Welt des Buches verändert sich. Noch sind es nur kleine Inseln in der Welt der Bücher, die sogenannten Hot Spots auf der Frankfurter Buchmesse. Auf diesen Hot Spots präsentieren 100 Aussteller ihre Version vom digitalen Buch - sie stellen Technik vor, Programme und Dienstleistungen für das elektronische Buch. Aber auch wenn nebendran noch die meisten der 7.400 Aussteller gedruckte Bücher ausstellen, steht die Messe ganz unter dem Eindruck der neuen Medien. Konnte man bisher darauf verweisen, dass hierzulande seit acht Jahren über das elektronische Buch gesprochen wird, es aber dennoch keine nennenswerten Marktanteile erobern konnte (jüngste Marktdaten geben dem elektronischen Buch hierzulande einen Marktanteil von 0,7 Prozent), so haben jetzt Erhebungen aus den Vereinigten Staaten aufhorchen lassen. Im ersten Halbjahr 2011 sind nach Angaben der Buchmesse die Umsätze mit Taschenbüchern jenseits des Atlantiks um 64 Prozent und die mit fest gebundenen Büchern um 25 Prozent eingebrochen. Gleichzeitig sei der Markt für elektronische Bücher expandiert und liege derzeit bei manchem großen Verlag schon bei 20 Prozent des Umsatzes. Das iPad von Apple habe den Markt bereitet, weitere Geräteanbieter folgen wie Amazon mit dem Kindle fire.
  Auch in Deutschland steigt die Zahl neuer Lesegeräte von Weltbild Hugendubel, von Thalia und auch vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels, der über seine Tochtergesellschaft MVB ein Gerät herausbringt, das der Buchfachhandel vertreiben wird.  > siehe den Bericht ganz oben auf unserer Seite
   Viele Beobachter gehen davon aus, dass die technische Entwicklung jetzt so weit ist, um dem elektronischen Buch zum Durchbruch zu verhelfen. Die Geräte sind preiswerter (bei Weltbild 60 Euro), haben Farbdisplays und liegen ergonomisch bequem in der Hand. Das elektronische Buch, dessen Anteil am Branchenumsatz in den vergangenen Jahren immer nur bei knapp einem Prozent lag, wird in diesem Jahr auf 3 Prozent steigen, einige Beobachter erwarten gar 5 Prozent. Gottfried Honnefelder, Vorsitzender des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, geht davon aus, dass er in fünf Jahren bei knapp 10 Prozent liegen wird. Das wäre ein großes Wachstum in einem Gesamtmarkt, der im bisherigen Jahresverlauf noch im Minus (2 bis 3 Prozent) liegt.
   Die Buchbranche setzte in Deutschland im vergangenen Jahr 9,7 Milliarden Euro um, 0,4 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Davon entfielen mit 4,9 Milliarden Euro ziemlich genau 50 Prozent auf den stationären Buchhandel. Dieser hat im Augenblick große Schwierigkeiten, weil immer mehr Bücher über das Internet bestellt werden. Honnefelder zeigte sich bei der Eröffnung der Buchmesse aber überzeugt davon, dass der Buchhandel seinen Anteil von etwa 50 Prozent über die kommenden 15 Jahre halten könne. Handel wie Verlage seien sich der Herausforderungen durch die Elektronik bewusst und nähmen sie an.
   Große Sorge bereite der Urheberrechtsschutz im Internet. 60 Prozent aller in Deutschland aus dem Netz heruntergeladenen Bücher seien illegal heruntergeladen worden. „Die illegale Entwicklung im Netz ist weiter als die legale", beklagt Honnefelder. Dass dies ein internationales Problem ist, belegt Boos mit den Worten, in einigen Ländern übersteige die Zahl der elektronischen Lesegeräte (e-Reader) die der legal heruntergeladenen elektronischen Bücher um das 100fache. Eine Lösung für das Urheberrechtsproblem ist nicht in Sicht. Auch der Bitcom, der erstmals auf der Buchmesse ausstellende Branchenverband der Informationstechnik, der Telekommunikation und der Neuen Medien, hat bisher keine Vorstellung, wie man in der elektronischen Welt das Urheberrecht schützen kann.
   Honnefelder forderte auf der Messe die Politik auf, die Internetanbieter zu verpflichten, Warnhinweise anzubringen, die den Nutzern sagen, was legal und was illegal ist. In Umfragen hätten 81 Prozent derjenigen, die illegal Inhalte herunterladen, die Meinung vertreten, dass Warnhinweise das illegale sogenannte Filesharing eindämmen würden.
   Nach Ansicht von Boos ist die Elektronik aber mehr als nur ein neues Medium für alte Inhalte. Durch die Elektronik werde der gesamte Produktionsprozess der Branche in Frage gestellt. Bisher sei er rein linear organisiert gewesen: Der Autor schreibt ein Buch, der Verleger verlegt es, der Händler verkauft die Rechte, der Leser liest, dann interessierte sich ein Filmemacher dafür. Alles passiert zeitlich nacheinander. „Diese Verwertungskette hat sich atomisiert. An jeder Schnittstelle gibt es heute viele Abzweige", sagt Boos. „Statt Verwertungsketten gibt es heute dreidimensionale Verwertungsräume." Amazon bietet Autoren an, ihre Bücher direkt (ohne Umweg über den Verlag) elektronisch im Kindle-e-book-store zur Verfügung zu stellen - gegen 70 Prozent des Verkaufspreises.
  Inhalte würden künftig gleichzeitig für gedruckte und elektronische Bücher sowie für Spiele und Filme geschrieben, glaubt die Buchmessegesellschaft. In Internetspielen werden sogar Inhalte von Millionen von Mitspielern weiterentwickelt, von denen Teile später als Buch erscheinen oder im Film umgesetzt werden. Auf dieser Buchmesse sind daher erstmals auch Anbieter von internetspielen vertreten. Insgesamt bietet fast jeder zweite Aussteller elektronische Produkte an. Der Rechtehandel, der früher nur über Länder- und Sprachgrenzen ging, gehe heute auch über technische Grenzen. FAZ121013geg

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Kindle. Klein, leicht und schnell
- Wiegt weniger als 170 Gramm - leichter als ein Taschenbuch; Taschenformat
- Neue, dunklere und eigens für Kindle entwickelte Schriftarten sorgen für noch bessere Lesbarkeit
- Lesen wie auf echtem Papier - sogar in hellem Sonnenlicht
- Integriertes WLAN - jedes Buch innerhalb von 60 Sekunden herunterladen
- Speichert bis zu 1.400 Bücher - tragen Sie Ihre persönliche Bibliothek immer bei sich
- Riesige Auswahl an Büchern - Tausende kostenloser Klassiker

Das feine Lesen - Die FAZ hat den Kindle Paperwhite von Amazon ausprobiert  
Knapp vor Weihnachten hat Amazon die ersten „Paperwhite"-Kindle-Reader ausgeliefert. Als Neuling ohne eBuch- Reader-Erfahrung ist man beim ersten Auspacken enttäuscht: so etwas Kleines! Selbst mit der empfehlenswerten Klapphülle wirkt der neue Kindle eher wie ein besserer Notizblock, der gerade noch in die Jackentasche passt. Mit 17,5 x 12,5 x 1,5 Zentimeter und 345 Gramm (ohne Hülle 211 Gramm) fühlt sich der Kindle Paperwhite schön schwarz und wertig an. Kindle-Kenner sagen: schwer. Klappt man die Hülle auf, leuchtet einem der kleine weiße Bildschirm mit 15 Zentimeter  (6 Zoll)  Diagonale entgegen, aus einem bis zu 2,6 Zentimeter breiten schwarzen Rand zum Festhalten. Schon ein Taschenbuch hat über 70 Prozent mehr Fläche. Dafür aber ist die neue Schwarzweißanzeige wirklich schön hell und kontrastreich (11:1) und kann unter der Bettdecke gelesen werden. Technisch kommt die Beleuchtung von vorn und lässt sich dimmen. Die 1024 x 758 Pixel ergeben eine Auflösung von über 200 Punkten je Zoll (dpi).
   Schriftart und -große können etwas variiert werden. Eine klassische Times-Schrift wird nicht geboten, Schreib- maschinen-Courier auch nicht. Mit der „Baskerville" in zirka 3 Millimeter Höhe, passen 25 Zeilen zu etwa 44 Zeichen auf das Schirmchen. Zum Lesen reicht das gerade. Dabei kommt man sich allerdings vor wie in einem Hörbuch: Irgendwo mittendrin in der Geschichte muss man sein, es fehlt der Überblick. Das sichtbare Umblättern mit einem angedeuteten Eselsohr, das sich wendet, gibt es hier nicht;  wenn man nicht aufpasst, weiß man nicht, ob man vor- oder zurückgeblättert hat. Ideal ist die Vergrößerbarkeit zum Lesen ohne Brille. Unten gibt es eine Lesefortschrittsanzeige in Prozent und die individuell geschätzte Restlesezeit („Im Buch verbleibend: 48 Minuten"). Ein Maßkrug mit elektronischem Pegelmesser. Der Kindle liest übrigens nicht vor; endlich einmal ein stilles Gerät.
  Ganz grausig ist der Schriftsatz. Weil der Kindle nicht Silben trennen kann, aber meint, er müsse Blocksatz bieten, haben deutsche Texte riesige Löcher und ungewollte Absätze, je größer die Schrift, desto störender. Flattersatz, der gelegentlich dazwischengestreut wird, ist auch nicht viel besser. Selbst schlechte Silbentrennung wäre uns lieber, über die man leichter hinwegsehen kann als über diese Leerstellenlöcher. Der Kindle-Reader in Windows kann trennen. In das Kindle-Format gewandelte eigene Texte erscheinen noch zerfledderter. Auszeichnungen wie kursiv oder fett haben wir keine gesehen, obwohl theoretisch möglich. Die Kindle-Typographie ist liederlich-lieblos bis hin zu den geraden Auslassungszeichen.
   Dafür fanden wir die Bedienung einfach, mit nur wenigen Befehlen zum Tippen am Touchscreen. Zweifingerbefehle etwa zum Vergrößern klappen gut. Einfach intuitiv ist die Bedienung nicht. Anfangs muss man Kindle lernen, etwa aus der mitgelieferten Anleitung.  Ein „experimenteller" Browser kommt mit,  weil  bereits  das  Gerät für 129 Euro W-Lan-fähig ist - die Variante für 189 Euro hat sogar Mobilfunk. Holt man sich damit nur Bücher, kostet das nirgends Übertragungsgebühr. Das wirklich Phantastische am Paperwhite ist die enorme Laufzeit. Tage, Wochen kommt er trotz Beleuchtung ohne Nachladen aus.  FAZ130122FritzJörn

eb-gbookrix-

Gedruckt oder elektronisch Im Buchhandel verschieben sich die Machtverhältnisse.
Das elektronische Buch macht Schreiben zur Popkultur.

Bookrix betreibt eine deutschsprachige Internet-Plattform  
   Die ganze Buchbranche spricht von der digitalen Revolution. Für Gunnar Siewert, einen der Gründer und Geschäftsführer der Bookrix GmbH & Co. KG, München, ist der Aufbruch in das Zeitalter des elektronischen Buches viel mehr. „Das eBook ist eine soziale Revolution" ist Siewert überzeugt. Denn das elektronische Buch demokratisiere den ganzen Markt. „Die 500 Jahre alte Struktur, dass einige Verleger entscheiden, was auf den Markt kommt, hat ausgedient", begründet Siewert seine Meinung.
   Und damit es mit der Macht der Verlage wirklich zu Ende geht, hat er gemeinsam mit Constantin Papst, Alex Racic und Davor Drezga das Unternehmen Bookrix gegründet. Bookrix ist eine Plattform, auf die jedermann seinen Text stellen kann. Dort sind heute 130.000 elektronische Bücher zu finden, die auch jeder kostenlos lesen darf. Von den mehr als 500.000 regelmäßigen Besuchern der Online-Plattform werden jeden Monat gut eine Million Bücher gelesen. Jeden Tag wird die Auswahl um mehr als 100 neue Bücher erweitert.
   Langsam setzt auch die von Siewert angesprochene Demokratisierung ein: 15.000 der 130.000 Bücher werden monatlich um weitere Kapitel ergänzt. Das ist für Siewert die Zukunft: Die Leser nehmen schon am Entstehungsprozess des Buches teil, durch Reaktionen per Internet können sie auch Wünsche an die Autoren senden, wie sie sich die Fortsetzung wünschen oder welche Verbesserung sie vorzuschlagen hätten. So entstehen künftig Bücher in der Kommunikation zwischen Autoren und Lesern. „Um beides miteinander zu verbinden, werden künftig 80 Prozent aller Bücher im Prozess des Schreibens veröffentlicht, also kapitelweise", ist Siewert überzeugt. Das hat den großen Vorteil, dass sich der Autor über eine lange Zeit im Gespräch hält und nicht nur einmal bei der Veröffentlichung des vollendeten Buches.
  Der einzige Haken bisher: Da alles kostenlos angeboten wird, hat Bookrix bis Ende 2011 keinen Euro Umsatz gemacht. „Das hat das Geschäftsmodell auch so vorgesehen", versichert Siewert und bestätigt, dass man dennoch 2014 Gewinn erwirtschaften will. Der Schlüssel zum materiellen Erfolg: Seit Jahresbeginn können die Bücher über Bookrix auch zum Verkauf gestellt werden. Bookrix sorgt dafür, dass die Bücher über eine ISBN bei der Deutschen Bibliothek registriert und über die einschlägigen Internet-Shops wie Amazon auch bezogen werden können. Wie teuer sie sind, „entscheidet bei uns allein der Autor". Die meisten haben sich für einen Preis zwischen 99 Cent und 3 Euro entschieden.
   Davon entfällt ein kleiner Teil auf die Vermittlung durch Bookrix. Seit Januar haben 650 Autoren ihr Buch zum Verkauf gestellt und 20.000 mal einen zahlenden Käufer gefunden. Das ist Siewert viel zu wenig. Sein großes amerikanisches Vorbild Smashwords hat in den ersten sieben Monaten von 2012 70.000 elektronische Bücher zum Verkauf gestellt, vier davon haben es sogar auf die Bestsellerliste der „New York Times" geschafft. Um die Autoren anzuregen, mehr zum Verkauf anzubieten, fällt die bisher für den Vertriebsservice erhobene einmalige Gebühr von 19,90 Euro weg.
   Ab 2013 will sich Bookrix eine zweite Einnahmequelle erschließen. „Wir lassen erstmals Drittanbieter auf unsere Plattform", kündigt der Geschäftsführer an. Das sollen Dienstleister rund um das Buch sein, vom Lektorat über Drucker und Bildagenturen bis hin zu Umschlaggestaltern alle, die etwas zum Buch beitragen können. Diese partizipieren von den mehr als eine Million Zugriffen im Monat auf die Plattform. Bookrix bekommt im Gegenzug 20 Prozent der über die Plattform generierten Umsätze. Damit hofft man, von 2014 an und damit sechs Jahre nach der Gründung dem Investor, der Familie Papst (Ventilatorenhersteller EBM Papst) auch eine Rendite zahlen zu können. FAZ121011geg

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Vom Autoren-PC zum Buchleser

   Drei aus 11.000 - das ist die Ausbeute, die Droemer Knaur aus seiner sogenannten Self-Publishing-Plattform gezogen hat. Die Verlagsgruppe - sie gehört mit den Buchmarken Droemer, Knaur und Pattloch und knapp 70 Millionen Euro Umsatz zu den größten Deutschlands - betreibt seit eineinhalb Jahren die Plattform Neobooks. Dort können Autoren ihre Manuskripte selbst als e-Book anbieten oder nach einem entsprechenden Vertrag mit Droemer Knaur ihre elektronischen Bücher von dem Verlag professionell vermarkten lassen.
   20.000 Autoren sind registriert, knapp 7.000 von ihnen haben bisher eines der 11.000 elektronischen Bücher geschrieben, die die Seite zum Runterladen anbietet. Sie ist damit eine der größten deutschen Plattformen für Selbst-verleger nach Books on Demand (Libri-Gruppe), Bookrix und Xinxii. Die meisten Autoren bieten ihre Texte dem Leser kostenlos an. Nur 2.000 der 11.000 elektronischen Bücher kosten Geld. Die Autoren, die den Preis selbst festlegen, verlangen zwischen 1 und 3 Euro für ihr Werk. Davon fließen 70 Prozent dem Autor zu. Eine Absatzgarantie ist der niedrige Preis nicht.
   „Es gibt einige Bücher, die sind bisher nicht ein einziges Mal verkauft worden", sagt Ina Fuchshuber, die Leiterin von Neobooks. Aber es gebe auch Autoren, die schon einige Tausend E-Books verkauft haben. Und drei Titel sind so gut gelaufen, dass sich der Verlag entschlossen hat, diese auch in gedruckter Form zu verkaufen. Aber die Erfahrung zeige, dass gar nicht alle Autoren ein gedrucktes Werk als Ziel haben. „Mit elektronischen Büchern ist mehr Geld zu verdienen für Autoren", sagt Nancy Salchow, mit 40.000 verkauften e-Books eine der erfolgreichsten Autoren bei Neobooks.
   Der Verlag verspricht sich von der Plattform eine Bindung der Autoren an Droemer Knaur - und das Auffinden eines bisher unbekannten Bestsellerautoren. Die freien Autoren bieten vor allem Texte der Genres Krimi, Thriller und Phantasy an. Für Neobooks hat Droemer eine umfangreiche Software entwickelt. Es reicht, dass die Autoren ihren Text als Word-Dokument senden. Er wird von der Software automatisch in ein gängiges e-Book-Format transferiert. Nachträgliche Änderungen am Text sind jederzeit möglich. Gewinn mache Droemer Knaur damit noch nicht. Der kaufmännische Geschäftsführer Josef Röckl gab sich aber zuversichtlich, dass man „spätestens in fünf Jahren" die Nulllinie überschreiten werde. FAZ121011geg

eb-PerDalheimer,Libri-xx eb-kindle-fire-xx

Libri.de baut e-Book-Handel aus. Foto links: Per Dalheimer, Libri, Foto rechts: Kindle Fire

Hamburger Buchgroßhändler erwartet großes Wachstum im digitalen Markt.
Unternehmen gehört zur Herz-Familie
  Der Online-Medienhändler Libri.de, Tochter von Deutschlands führendem Buchgroßhändler Libri mit Sitz in Hamburg, rüstet sich für den digitalen Büchermarkt. Das Unternehmen nannte sich am 10. Oktober 2012 nicht nur in seinen neuen Namen eBook.de um, sondern hat auch für seine Marktoffensive zehn weitere neue Mitarbeiter eingestellt. „Wir wollen für Einsteiger und Profis Deutschlands erste Adresse für eBooks und Lesegeräte werden", sagt Firmenchef Per Dalheimer dem Hamburger Abendblatt. Das derzeit 40 Mitarbeiter starke Unternehmen hatte zuvor die Internetdomäne ebook.de übernommen.
   „Wir richten mit eBook.de einen völlig neuen und übersichtlichen Shop mit der Möglichkeit zum Sofortkauf eines Produkts ein." Die Internetseite kann von allen relevanten Lesegeräten wie PC, Laptop, Tablet und Smartphone angesteuert werden und stellt zudem auch kostenlose Lese-Apps für die Geräte bereit.
   Das Unternehmen verstärkt damit seine Bemühungen auf einem noch jungen Markt, der derzeit dreistellige Wachstumsraten - wenn auch noch auf niedrigem Niveau - vorweisen kann. Laut Dalheimer Foto oben werden in diesem Jahr rund 150 Millionen Euro Umsatz mit e-Büchern erwirtschaftet.  Das entspricht etwa 15 Millionen Büchern, die von den Shops der Anbieter heruntergeladen werden.  Im vergangenen Jahr lag der vergleichbare Umsatz noch lediglich bei 40 Millionen Euro. „Wir haben in diesem Jahr über Libri.de erstmals mehr digitale Bücher verkauft als gedruckte Bücher im gebundenen und Taschenbuchformat zusammen", sagt der Firmenchef Dalheimer.
   Der Trend wird sich mit hoher Wahrscheinlichkeit fortsetzen. Während 2011 gerade mal ein Prozent aller Bücher digital gelesen wurden, werden es in diesem Jahr geschätzte drei Prozent sein. „Für 2013 rechne ich mit fünf und 2015/16 werden es über zehn Prozent sein." In den USA, die zwei Jahre früher in den Markt der digitalen Bücher eingestiegen sind, werden heute schon über zehn Prozent aller Bücher digital verkauft. Das Potenzial ist groß.
   Derzeit setzt der deutsche Buchhandel gut neun Milliarden Euro um, sagt Dalheimer. Ein Großteil davon sind wissenschaftliche Erzeugnisse, bei denen schon ein hoher Prozentsatz meist von Verlagen direkt an Interessierte verkauft wird. Ungefähr die Hälfte des Buchumsatzes wird mit Endverbrauchern erzielt. Das sind rund 4,5 Milliarden Euro Umsatz, die für eBook.de und die Wettbewerber interessant sind.
   Marktführer im Bereich digitaler Bücher ist Amazon, gefolgt von Apple und Libri.de. Doch die Hamburger wollen aufholen. Nicht nur beim Umsatz, sondern auch in der Technik. Der Internetauftritt wurde für den Start von eBook.de am 10. Oktober komplett modernisiert und wirkt aufgeräumter als bei Libri.de. „Wir werden den umfassendsten Service in der Branche bieten. Hierzu zählt ein persönlicher Kundendienst mit einer  für den Kunden kostenlosen Hotline. Wir wollen Anfängern des digitalen Lesens eine Orientierung bieten." Ziel der Service- offensive ist, auch ältere Menschen für die neuen e-Books zu begeistern. Das hilft Leseratten, Kosten zu sparen. Die digitalen Bücher unterliegen zwar auch der Buchpreisbindung, sie sind aber im Schnitt 20 Prozent günstiger zu haben als Bücher aus Papier.
Der Anteil digitaler Bücher am Gesamtmarkt ist bislang noch gering
   600.000 deutschsprachige und internationale eBook-Titel bietet das Unternehmen derzeit an. Hinzu kommen zahlreiche eBook-Reader, also Lesegeräte wie der Reader von Sony, der im Shop von eBook.de vorinstalliert ist. „Und natürlich komplettieren gedruckte Bücher weiter das volle Sortiment", sagt Dalheimer, der 1999 Mitgründer und Geschäftsführer des ehemaligen Hamburger Internetportals clickfish war. Libri.de wurde 1999 vom Mutterkonzern Libri gegründet, der zum Unternehmensbereich der Hamburger Familie Herz (Tchibo, Beiersdorf) gehört.
   Schon zur Messe Cebit brachte Libri.de 2005 als erster deutscher Anbieter 20.000 e-Books mit. Seit 2009 kooperiert das Unternehmen mit Sony und dessen Lesegerät. Zur Internationalen Funkausstellung 2010 besiegelte der Onlinehändler eine Kooperation mit dem Computerhersteller Acer. Das erste Lesegerät mit UMTS und WLAN- Funktion kam auf den Markt.
   Neben dem Online-Verkauf von digitalen und traditionellen Büchern betreut das Unternehmen die Internetshops von rund 1.000 Buchhandlungen, darunter Heymann und Weiland. „Wir übernehmen die Logistik, die Zahlungsabwicklung und den Kundenservice für die Firmen", sagt Dalheimer. Doch das wird sich mit der Umbenennung des Unternehmens in eBook.de ändern. „Diesen Geschäftsbereich geben wir an unsere Muttergesellschaft ab", sagt Dalheimer, der in Hamburg Wirtschaftsingenieur studiert hat und als Segler früher im Kader der Nationalmannschaft war. Künftig will sich eBook.de ausschließlich auf den immer lukrativer werdenden Markt für digitale Bücher konzentrieren. Den Kampf mit seinen Wettbewerbern um Marktanteile nimmt Dalheimer sportlich.  HA12120DanielaStürmlinger

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Amazon feuert gegen Apple.  Schon für 199 Dollar zu haben:Der neue„Kindle Fire"
Amazon-Chef Jeff Bezos präsentiert Kindle Fire in New York der Öffentlichkeit

   Der Online-Händler Amazon wagt den Sprung in den Markt für Tabletcomputer. Der Vorstandsvorsitzende Jeff Bezos hat in New York den „Kindle Fire" präsentiert, mit dem Amazon dem bislang dominierenden Tablet iPad von Apple Konkurrenz machen will. Die Vorstellung des im Vergleich zum iPad kleineren Geräts könnte der Startschuss für einen härteren Preiswettbewerb im Tabletmarkt sein. Amazon wird den „Kindle Fire" in Amerika für 199 Dollar verkaufen. Das iPad kostet in seiner billigsten Variante 499 Dollar, und auch Wettbewerber haben Apple bislang nicht deutlich im Preis unterboten. Bezos präsentierte auch neue Varianten seines spezialisierten digitalen Lese- geräts Kindle, unter anderem den „Kindle Touch" mit berührungsempflindlichem Bildschirm.
   Der „Kindle Fire" hat einen 7-Zoll-Bildschirm (während das iPad auf knapp 10 Zoll kommt) und arbeitet mit einer abgewandelten Version des Betriebssystems Android von Google.
   Über seinen „Appstore" wird Amazon Softwareanwendungen („Applikationen") für das Tablet anbieten. Inhalte für den „Kindle Fire" können über das Internet abgerufen werden. Amazon speichert sie in seiner „Cloud", also auf seinen Rechnern.
   Amazon hofft, mit seinem neuen Tablet mehr Erfolg zu haben als andere Wettbewerber, die bislang an der Dominanz des iPad nicht rütteln konnten. Manche Analysten sehen das Amazon-Gerät indessen nicht so sehr als Bedrohung für das iPad, sondern mehr für andere Tablets mit Android-Betriebssystem, wie etwa von Samsung.
   Der „Kindle Touch" ist kleiner und leichter als die bisherigen Versionen, und er hat einen berührungs- empfindlichen Bildschirm, anders als der „Kindle Fire" aber nicht in Farbe. Auch beim „Kindle Touch" setzt Amazon auf eine Niedrigpreisstrategie und wird ihn von 99 Dollar an anbieten, bislang war der billigste Kindle für 114 Dollar zu haben. Daneben zeigte Bezos einen neuen Kindle ohne berührungsempfindlichen Bildschirm für 79 Dollar.
FAZ110929lid

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Der Buchhandel verliert an Bedeutung Foto: Kindle Touch mit Touchscreen

Das papierlose Buch: Jeder zehnte Deutsche liest schon auf Smartphones, Tabletcomputern und e-Books
  Der Umsatz mit gedruckten Büchern schrumpft, jener mit elektronischen Büchern vervielfacht sich von Jahr zu Jahr. Buchhandlungen werden geschlossen, neue Anbieter digitaler Dienstleistungen treten auf.
   Die Buchbranche lebt, stirbt und expandiert gleichzeitig. Die Zahlen sind für Außenstehende zunächst verwirrend: Der Umsatz der deutschen Buchbranche (Verlage und Händler) ist bis Ende September um 2 Prozent gesunken, was nicht dramatisch klingt. Der stationäre Bucheinzelhandel aber hat knapp 5 Prozent verloren, was manche Existenz kostet. Carel Half, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Mediengruppe Weltbild, geht davon aus, dass sich die Verkaufsfläche im Bucheinzelhandel in den kommenden Jahren halbieren wird.
   Der Umsatz wandert derweil woandershin. 15 Prozent aller Bücher werden heute schon per Internet bestellt. Dieser Umsatz geht zum großen Teil am stationären Handel vorbei. Ebenfalls am Einzelhandel vorbei geht der Umsatz mit elektronischen Büchern. Aber hier ist das stärkste Wachstum zu verzeichnen. Der Umsatz mit elektronischen Büchern wächst um mehr als 100 Prozent im Jahr. Das Niveau ist zwar noch niedrig. Der Umsatz mit elektronischen Büchern macht erst knapp 3 Prozent des Buchhandelsumsatzes von knapp 10 Milliarden Euro aus. Alle Experten sind sich aber einig, dass der Anteil der elektronischen Bücher stark steigen wird. In den Vereinigten Staaten ist jedes fünfte verkaufte Buch ein elektronisches. Und auch für Westeuropa deuten die Zahlen über verkaufte Lesegeräte an, dass das elektronische Buch ein Wachstumsträger bleibt. Die Zahl der verkauften Lesegeräte hat bis Ende September 2012 um 93 Prozent zugenommen verglichen mit dem Vorjahr, der Umsatz mit Tabletcomputern sogar um 142 Prozent.
   Mit dieser stark wachsenden Verbreitung von mobilen elektronischen Lesegeräten steigt auch das Interesse der Deutschen an elektronischen Büchern kräftig. Nach einer Umfrage des Hightech-Verbandes Bitkom lesen derzeit 11 Prozent aller Bundesbürger e-Books auf Tabletcomputern, Smartphones und e-Book-Readern. Das sind rund acht Millionen Menschen. Vor zwei Jahren sah die Lage noch anders aus. Im Frühjahr 2010 hatten 4 Prozent der Deutschen (2,9 Millionen Menschen) angegeben, die Anschaffung eines e-Books überhaupt in Erwägung zu ziehen.
   Elektronische Publikationen finden vor allem bei Männern Anklang. 16 Prozent der Männer lesen elektronische Zeitungen, aber nur 10 Prozent der Frauen. Und 12 Prozent der Männer lesen elektronische Sachbücher, bei den Frauen sind es nur 4 Prozent. Lediglich im Bereich Belletristik ist das Verhältnis umgekehrt: 10 Prozent aller Frauen in Deutschland lesen Schöngeistiges als e-Book, aber nur 8 Prozent der Männer.
   Mit der Digitalisierung der Inhalte sind neue Anbieter wie Internet-Plattformen, Lesegeräthersteller und Self- Publishing-Anbieter auf den Markt gekommen. „Es kommen täglich neue Mitspieler hinzu, entstehen neue Zusammenhänge, Produktideen und Geschäftsmodelle", fasst Jürgen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse, die Lage zusammen. Der Markt rund um das elektronische Verlegen expandiert. Zum Auftakt der diesjährigen Frankfurter Buchmesse verglich Boos die Situation mit der des sich ausdehnenden Universums. „Wir leben in der Sekunde eins nach dem Urknall."
   Wie sich das Verlegen entwickeln wird, zeichne sich heute erst schemenhaft ab. Sicher sei nur, dass es auch künftig auf gute Inhalte ankomme. Aber ihre Entstehung und Vermarktung würden sich grundsätzlich von der heutigen Form unterscheiden. „Der Bücherwurm wandert in die Cloud", sagte Boos.
  Gottfried Honnefelder, der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, forderte politische Rahmenbedingungen, die ein Überleben des gedruckten Buches ermöglichen. „Mit der zehn Jahre alten Buchpreisbindung und dem halben Mehrwertsteuersatz ist es nicht getan. Da muss gehörig nachgelegt werden", forderte Honnefelder. Was nachgelegt werden soll, blieb er allerdings auch auf Nachfrage schuldig.
   Auf der Buchmesse in Frankfurt stellten im Herbst 2012  7.400 Unternehmen aus 104 Ländern ihre Produkte aus. Das Hauptkontingent sind Verlage mit ihren gedruckten Büchern. Aber auch der Unterhaltungelektronikhersteller Sony war in Frankfurt, Nintendo stellte seine Fernsehkonsole WiiU erstmals einem größeren Publikum vor, und viele Entwickler von Applikationen für Smartphones und Tabletcomputer waren erstmals auf einer Buchmesse. FAZ121010gegTih

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e-Books erobern die Regale - Lesegeräte sind Verkaufsschlager

   Hellgrau ist er, leicht wie ein Taschenbuch und kann bis zu 2.000 Bücher gleichzeitig schlucken. Der eBook- Reader Oyo II zieht bei Thalia jede Menge neugierige Blicke auf sich. Die Buchhandelskette hat ihrem Lesegerät für elektronische Schmöker eine Runderneuerung spendiert: Mehr Speicherkapazität, ein anderes Display und ein- gebaute Lexika hat das neue Modell jetzt.
   „Das Interesse an dem Gerät ist groß", sagt die stellvertretende Filialleiterin Meike Leutke. „Früher waren es vor allem technikaffine Kunden, die sich für eBooks begeisterten, doch jetzt kommen die Käufer aus allen Altersgruppen und Schichten." Das geringe Gewicht der Lesegeräte sei ebenso ein wesentliches Kaufargument wie die veränderbare Schriftgröße.
   Geht es nach den großen Buchhandelsketten und der Elektronikindustrie, dann soll der Käuferansturm dem sehr übersichtlichen eBook-Markt in Deutschland endlich einen entscheidenden Impuls verleihen. „Fast alle großen Hersteller und Händler bewerben derzeit ihre neuen Lesegeräte für elektronische Bücher", sagt Simone Zinner von der Marktforschungsgesellschaft GfK. Die Flut an zusätzlichen e-Readern werde der Branche einen deutlichen Schub geben.
  Die Unternehmensberatung Price-WaterhouseCoopers rechnet damit, dass digitale Bücher im Jahr 2015 etwa 6,3 Prozent des Belletristikumsatzes in der Bundesrepublik ausmachen werden. Dann sollen etwa 2,4 Millionen Verbraucher über ein passendes Lesegerät verfügen, zwölf Millionen weitere könnten im Besitz eines Tablet-PCs wie dem iPad sein, der sich nicht nur zum Lesen von Büchern, sondern auch für Spiele oder zum Ansehen von Filmen eignet.
   Die Hersteller der reinen e-Book- Reader versuchen derzeit vor allem über den Preis, ihre Geräte in den Markt zu drücken. Als Preisbrecher fungiert dabei unter anderem der weltgrößte Online-Händler Amazon, der die einfachste Version seines Lesegeräts Kindle für 99 Euro verkauft. Das Modell von Thalia ist hingegen 20 Euro teurer.
   Dafür müssen Amazon-Kunden ähnlich wie beim Oyo auf Extras wie eine Mobilfunkverbindung oder eine fest eingebaute Tastatur verzichten. Neue Bücher lassen sich beim Kindle am besten über das eingebaute WLAN-Modul und zusammen mit einem Computer auf das Gerät übertragen. Man stöbert am Rechner in Amazons Digitalbuchangebot, bestellt am Rechner und lässt den Titel dann direkt an den Kindle schicken. Wenn das Lesegerät im heimischen Funknetz eingeloggt ist, werden erworbene Titel binnen Sekunden von Amazon übertragen.
   Der Internetkonzern ist mit den deutschen Verkaufszahlen für das Lesegerät überaus zufrieden. „Seit der Einführung Ende September ist der Kindle das meistverkaufte Elektrogerät bei uns", sagt Unternehmenssprecherin Veronika von Bredow. Noch günstiger als bei Amazon ist der Einstieg in die eBooks bei Deutschlands größter Buchhandelskette Weltbild zu bekommen. Mit knapp 60 Euro bietet die Gruppe ihr Lesegerät ganz bewusst zum Kampfpreis an, um die Einstiegsschwelle in den Markt zu senken und den eigenen Umsatz mit elektronischen Büchern zu steigern.
   Die digitalen Schmöker selbst sind ebenfalls zu etwas günstigeren Preisen als ihre gedruckten Pendants zu erhalten. So bietet Amazon beispielsweise den aktuellen Fantasy-Bestseller „Eragon - Das Erbe der Macht" als Kindle-Version fünf Euro günstiger als die gebundene Ausgabe an. HA111209BobGeisler

Buchbranche verzeichnet Umsatzrückgang, Erlöse fiir E-Books verdoppelt

   Der Umsatz ist 2011 erstmals seit Jahren geschrumpft - jetzt hofft die deutsche Buchbranche auf das e-Book. Zwar verdoppelten sich im vergangenen Jahr die Erlöse mit elektronischen Büchern. Der Anteil liegt jedoch immer noch bei nur einem Prozent am Gesamtumsatz von 9,6 Milliarden Euro, wie der Börsenverein des Deutschen Buchhandels mitteilte. Das e-Book stehe an der „Schwelle zur Marktrelevanz", sagte Hauptgeschäftsführer Alexander Skipis.
   Allerdings reichten die Zuwächse nicht aus, um die Rückgänge im Buchmarkt aufzufangen. Das Umsatzminus lag 2011 bei 1,4 Prozent - der erste nominale Rückgang seit sieben Jahren. Nach einer vom Börsenverein vorgelegten Studie haben rund 50 Prozent der Verlage e-Books inzwischen im Programm, fast 90 Prozent streben es an. Im vergangenen Jahr lag der Umsatzanteil der digitalen Bücher in den Verlagen im Schnitt bei 6,2 Prozent (2010: 5,4 Prozent). Bis 2015 wird ein Anteil von 17 Prozent erwartet. HA120605dpa

Umblättern per Fingerzeig: Der neue Kindle Touch hat jetzt i einen Touchscreen

   Amazon setzt weiterhin auf eigenes Format Amazon bringt zwei neue eBook-Reader der Serie Kindle auf den deutschen Markt. Der Kindle Touch wird im Gegensatz zum Vorgänger nicht mehr über Tasten, sondern über einen Touchscreen bedient. Mit Maaßen von 17 mal 12 Zentimetern und einem Gewicht von rund 210 Gramm ist das Gerät etwas größer als der alte Kindle, die Displaygröße liegt unverändert bei sechs Zoll. Die Kapazität wurde im Vergleich zum Einstiegsmodell auf vier Gigabyte verdoppelt, der Kindle Touch soll damit Platz für rundweg 3.000 Bücher bieten.
   Der Kindle Touch ist für 129 Euro über Amazon erhältlich. Zeitgleich erscheint mit dem Kindle Touch 3G auch das zweite neue Modell. Die Ausstattung ist vergleichbar mit der des Kindle Touch. Einziger Unterschied ist der eingebaute UMTS-Adapter, mit dem Bücher ohne WLAN geladen werden können.
   Amazon setzt mit seinen e-Book-Readern auf ein eigenes, geschütztes Format: Kindle-Besitzer können auf dem Reader nur Bücher aus dem Kindle-Shop kaufen und lesen. Das offene Format EPUB wird von Kindle-Readern nicht unterstützt. NOZ120330tmm

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e-Reader: Schon ab 60 Euro gibt es taugliche Geräte
   Die Argumente für und gegen e-Reader sind seit Jahren unverändert: Wer eher der haptische Lesetyp ist, präferiert das Taschen- oder Hardcoverbuch. Wer Platz sparen will und viel im Urlaub liest, für den ist ein eReader eine ernsthafte Alternative. Die Preise variieren je nach Ausstattung - WLAN und/oder Mobilfunkmodul, beleuch- tetes Display, Lesezeichenfunktion - zwischen 50 und 130 Euro. Nahezu alle Geräte verfügen über die eInk- Technologie. Dabei leuchtet das Display nicht selbst. Zudem kommt die digitale Schrift der Tinte auf Papier so nah, dass die Augen beim Lesen nicht so schnell ermüden.
   Vorreiter auf dem Gebiet der e-Reader ist das Unternehmen Amazon, das mit seinen Kindle-Varianten sowohl die Premiumklasse (Kindle Paperwhite, 130 Euro, als auch das Mittelfeld abdeckt (Kindle, 80 Euro).
   Amazon geht den Weg des geschlossenen Systems, sodass kopiergeschützte e-Books anderer Anbieter auf Kindle-Geräten nicht angezeigt werden. In einem Test von „Spiegel Online" sind zudem die Reader von Kobo gut weggekommen (Glo, 130 Euro, Mini, 80 Euro). Sie können auch e-Books verarbeiten, die nicht mit der Kobo-App gekauft wurden. Im Einstiegssegment testeten die Journalisten den eBook Reader 4lnk von Trekstor (60 Euro) von Thalia und Weltbild. Er hat ein gutes Display, aber eine umständliche Bedienung. HAZ121210
Einen Vergleich hzwischen Kobo und Kindle-Reader finden sie unter Spiegel-online.

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Neues Lernen. Apple erfindet das Schulbuch neu.

   Der amerikanische Elektronikkonzern Apple Inc. will den Markt für Lehrbücher an Schulen aufmischen - und damit nicht zuletzt das Geschäft mit seinem Tabletcomputer iPad ankurbeln. Im Rahmen einer Veranstaltung im New Yorker Guggenheim-Museum stellte Apple eine Softwareapplikation mit dem Namen „iBooks 2" vor, die eine Plattform für digitale und interaktive Lehrbücher auf dem iPad werden soll. Daneben präsentierte Apple die kostenlose Software „iBooks Authors", die Autoren dabei helfen soll, solche digitalen Bücher für das iPad zu entwickeln. In die neuen Bücher können Videos eingebunden werden oder auch dreidimensionale Grafiken. Zudem wird es leicht möglich, direkt aus dem Inhalt des Buches Lernkarten für das eigene Studium selbst zu erstellen.
   Apple hofft mit seiner Initiative, die Digitalisierung eines weiteren Marktes voranzutreiben, so wie das Unternehmen zum Beispiel schon mit Musik mit dem iPod und der zugehörigen Plattform iTunes gemacht hat. Der im vergangenen Jahr verstorbene Apple-Mitgründer Steve Jobs hat gegenüber seinem Biographen Walter Isaacson durchblicken lassen, dass das Unternehmen sich den Schulbuchmarkt vornehmen will. In der im Oktober erschienen Biographie berichtet Isaacson von Jobs' Vorstellung, das iPad zu einer Lehrplattform zu machen. Schüler müssten dann nicht mehr schwere Bücher in Rucksäcken herumtragen, sondern brauchten nur noch das iPad.
   Es gab auch bislang schon Versuche, Lehrbücher zu digitalisieren, zum Beispiel von Amazon mit seinem Lesegerät Kindle. Die Verbreitung digitaler Lehrbücher hält sich aber noch in Grenzen: Nach Angaben des Branchenverbandes National Association of College Stores sind zum Beispiel weniger als 3 Prozent aller Lehrbücher für Universitäten digital.
   Apple hat traditionell sehr enge Beziehungen zu Schulen und Universitäten und für solche Bildungseinrichtungen eigene Vertriebsbereiche im Unternehmen. Auf der Veranstaltung in New York sagte Marketingchef Philip Schiller, in Bildungsstätten würden schon heute 1,5 Millionen iPads eingesetzt. Nach letzten Zahlen vom vergangenen Herbst hat Apple insgesamt 40 Millionen iPads verkauft. Apple will sich bei seinem Vorstoß in den digitalen Lehrbuchmarkt zuerst vor allem auf Schulen konzentrieren. Im Rahmen der Veranstaltung kündigte das Unternehmen Partnerschaften mit einigen bekannten Schulbuchverlagen an. Die Bücher sollen für knapp 15 Dollar verkauft werden. Es geht auch hier in der Summe um viel Geld: Der Lehrbuchmarkt in den Vereinigten Staaten hat ein Volumen von 10 Milliarden Dollar. FAZ120119lid

Eine Bibliothek auf Fingerdruck. Amazons Kindle Touch speichert bis zu 3.000 Bücher.
Das Hamburger Abendblatt hat das neue Lesegerät getestet.

   Der Geruch bedruckter Seiten, das mal raue, mal glatte Papier, das Rascheln beim Umblättern - passionierte Leser können sich schwer vorstellen, auf all das zu verzichten. In der Buchbranche findet sich allerdings kaum noch jemand, der am langfristigen Erfolg elektronischer Bücher, sogenannter eBooks, zweifelt. Zu verführerisch ist die Aussicht, überall und jederzeit Zugriff auf ganze Bibliotheken zu haben und neue Titel mit wenigen Klicks aus dem Internet zu laden.
   Ein Jahr nach dem Deutschlandstart seines Lesegeräts Kindle und dem dazugehörigen Shop bringt der Online- Händler Amazon den Kindle Touch auf den Markt. Die wichtigste Neuerung ist der berührungsempfindliche Bild- schirm, der die Bedienung intuitiver machen soll. Die Auswahl an deutschsprachigen Büchern hat sich mittlerweile vervierfacht. Von den 1,2 Millionen e-Books, die Amazon anbietet, sind nach Auskunft des Unternehmens 103.000 in deutscher Sprache.
   Der Kindle Touch wiegt gerade einmal 200 Gramm und liegt deshalb leicht in der Hand. Mit seinen Maßen von 172 x 120 x 10,1 Millimetern passt er wohl auch in die meisten Jackentaschen. Die Darstellung lässt sich manuell auf horizontal oder vertikal umstellen - automatisch erkennt der Kindle die Position des Bildschirms nicht. Auf den internen Speicher passen rund 3.000 Bücher. Ein Buch kommt innerhalb von Sekunden über WLAN oder das mobile Internet aufs Gerät, in der Regel zehn bis 20 Prozent billiger als die gedruckten Ausgaben. Mehrere Tausend deutsche Klassiker gibt es nach Angaben von Amazon kostenlos zum Download.
Das Lesen ist mit dem Kindle Touch angenehmer als mit LCD-Monitoren
   Die WLAN-Variante kostet 129 Euro; 60 Euro Aufpreis muss man für die Mobilfunk-Version bezahlen, mit der man unterwegs auch ohne Hotspot ins Netz gehen kann. Dazu ist kein Vertrag nötig, die Datenübertragung geht auf Amazons Kosten. Der integrierte Akku hält bis zu 30 Stunden ohne Aufladen durch - genug für einige Leseabende. Wem Lesen nicht genügt, der kann sich per Kopfhörer mit MP3-Musik berieseln lassen. Diese lädt man per USB-Kabei vom PC in den Speicher des Geräts. Eigene Manuskripte kann man in einem von Amazon bereitgestellten One line-Speicher ablegen, der dem persönlichen Kindle-Konto zugeordnet ist.
   Die Steuerung per Touchscreen wirkt im Vergleich zur aktuellen Tablet-PC-Generation etwas träge. Mit einem Fingertipp auf eine Seite blättert man vor, mit einer Berührung des linken Displayrandes eine Seite zurück. Die Schriftgröße lässt sich ebenfalls manuell anpassen. Einzelne Worte oder ganze Absätze können mit dem Finger markiert werden. Lässt man diesen etwas verweilen, öffnet sich ein Menü, über das man Begriffe in einem der integrierten Wörterbücher nachschlagen oder eigene Notizen eingeben kann.
   Das Lesen mit dem Kindle Touch ist erheblich angenehmer als mit LCD-Monitoren, wie sie bei Tablet-PC und Notebooks zum Einsatz kommen. Den Unterschied macht die elektronische Tinte, eInk genannt. Dabei handelt es sich um Mikrokapseln, die positiv geladene weiße und negativ geladene schwarze Partikel enthalten. Ihre Ausrichtung lässt sich durch Anlegen einer elektronischen Spannung verändern. Die so aufgebauten Seiten sind matt und reflektieren Licht wie Papier; eine Hintergrundbeleuchtung ist nicht nötig.
  Texte lassen sich damit sogar in der Sonne mühelos lesen. Auch wen eine Seite auf dem Kindle-Display im Vergleich zu konventionellen Buchseiten etwas grau wirkt, ist die Schrift gestochen scharf, und sie kann aus jedem Blickwinkel gelesen werden. Die e-Ink-Technik ist allerdings nicht allein beim Kindle Touch verbaut, auch Konkurrent Thalia bietet ein solches Gerät an. Gewöhnungsbedürftig ist der Schriftaufbau beim Umblättern. Das Umschalten der Mikrokapseln dauert zwar nur Sekundenbruchteile, wird vom iPad-verwöhnten Auge aber als leichtes Flackern wahrgenommen.
   Der Gesellschaft für Konsumforschung zufolge haben die Deutschen 2011  4,7 Millionen Bücher kostenpflichtig aus dem Internet heruntergeladen. Insgesamt liegt der Marktanteil jedoch, nur bei etwas über einem Prozent. Die Lust der Deutschen auf frisch Gedrucktes ist ungebrochen. 84.351 Neuerscheinungen kamen laut Börsenverein des Deutschen Buchhandels 2010 gedruckt in deutscher Erstauflage auf den Markt, der Umsatz erreichte mit 9,73 Milliarden Euro eine neue Höchstmarke. Von einem Rückgang der Buchproduktion könne keine Rede sein, sagt Börsenverein-Sprecherin Claudia Paul. „E-Books sind eine Weiterentwicklung. Es gibt Bücher jetzt eben nicht nur gedruckt, sondern auch in elektronischer Form."

Die KonkurrentenDie Thalia-Gruppe bietet zwei eigene e-Book-Reader an. Das Oyo II mit e-Ink-Technik kostet rund 100 Euro. Es hat wie der Kindle einen Touchscreen, speichert laut Hersteller bis zu 2.000 Bücher und kann alle gängigen Dateiformate anzeigen. Das Touch Me für rund 60 Euro verfügt über einen LCD-Monitor und kann auch Musik, Fotos und Videos abspielen. Auf Thalia.de sind knapp 300.000 Titel verfügbar, etwa 100.000 davon in deutscher Sprache. 35.000 Titel sind nach Angaben des Unternehmens gratis. Auch e-Books anderer Anbieter lassen sich auf den Thalia-Geräten lesen - wenn sie im gängigen ePub-Format vorliegen.
Die Verlagsgruppe Weltbild bietet auf ihrer Plattform Weltbild.de rund 180.000 E-Books an, davon 110.000 in deutscher Sprache. Der eigene eReader 3.0 mit LCD-Bildschirm kostet knapp 60 Euro. Das Gerät speichert laut Hersteller bis zu 2.000 Bücher und verfügt über einen MP3-Player und eine Diashow-Funktion.
Vor dem Kauf sollte man in Thalia- und Weltbild-Filialen testen, mit welchem Modell man am besten zurechtkommt. Amazons Kindle Touch gibt es auch bei Karstadt und Staples. Hat man das Gerät online bestellt, kann man es bei Nichtgefallen zurücksenden. HA120424SteffenHaubner

eb-NookTablet-Z Nook Tablet bei Barnes & Noble in Kalifornien

Man zahlt bald nur noch für die gelesenen Seiten. An den „Hot Spots" der Buchmesse ist die Zukunft
schon Gegenwart: Sie präsentieren die neuesten digitalen Entwicklungen am Buchmarkt 

   Dass Bücher längst nicht mehr nur auf Papier gelesen werden, ist mittlerweile Allgemeingut. Doch die Entwicklungen im Bereich des digitalen und mobilen Medienkonsums gehen inzwischen weit über das eBook hinaus. Obwohl deutsche Leser bisher längst nicht so begeistert davon sind wie Bücherfreunde im angloamerikanischen Raum, wächst der Markt für eBook-Reader und Tabletcomputer und die damit verbundenen Anwendungen auch hierzulande rasant. Das zieht Anbieter ins traditionelle Buchgeschäft, für die ein Buch nur noch eine Art von „Content" unter vielen darstellt, die als App oder Epub-Dokument an den Kunden verkauft werden. Jürgen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse, sprach angesichts dieser Revolutionierung des Leseverhaltens gar von einem „Urknall".
   Um diesen Entwicklungen Rechnung zu tragen und sie für die traditionellen Verlage nutzbar zu machen, gibt es auf der Buchmesse deswegen bereits zum dritten Mal die sogenannten „Hot Spots". Hier werden neue technologische Entwicklungen präsentiert, die den Buch- und Medienkonsum in Zukunft beeinflussen könnten oder dies bereits tun. In jeder der sechs Messehallen gibt es einen Hot Spot, eine Mischung aus Ausstellungsfläche, Bühne und Lounge für Geschäftstreffen, der jeweils Aussteller aus einem Branchenzweig versammelt. Große Konzerne sind dabei genauso vertreten wie eine Vielzahl kleinerer Unternehmen mit originellen neuen Ideen.
   Am Hot Spot „Digital Innovation" kann der Besucher etwa Produkte kennenlernen, die das Publizieren im digitalen Bereich verbessern und flexibler gestalten sollen. Viele davon wenden sich an Leser. So will etwa die Firma Total Boox aus Israel vom kommenden Jahr an einen Service anbieten, bei dem der Kunde nur noch für die Seiten eines eBooks zahlen soll, die er auch wirklich gelesen hat. „Wenn Sie zehn Seiten lesen und Ihnen das Buch nicht gefällt, hätten Sie bisher viel Geld verschwendet. Mit unserem Service sind es nur noch ein paar Cent", sagt Zach Melamed, der Chefentwickler des Unternehmens. Und die Verlage? Die könnten auf diesem Wege neue Leserschichten erschließen und Bücher bekannt machen, die sonst nie jemand gelesen hätte, findet Melamed. Man stehe mit vielen Verlagen in Verhandlungen, „bisher hat noch keiner abgesagt." Bei der Firma Slicebooks aus Colorado kann man sein eigenes Buch zusammenstellen - aus den Seiten von e-Books und Magazinen, die man bereits in seiner digitalen Bibliothek gespeichert hat. Die Anwendung eignet sich wohl am ehesten für Sachbücher, sollten die Leser nicht eine Schwäche für Roman-Potpourris entwickeln. Andere Firmen, etwa Xentral Methods aus Korea, wenden sich dagegen eher an Verlage denn an Leser: Sie bieten Komplettprogramme an, die sowohl die Erstellung oder Umwandlung von e-Books als auch deren Vertrieb ermöglichen sollen.
   Der Hot Spot „Mobile" präsentiert neue Möglichkeiten, mit mobiler Technologie Geschäfte zu machen. Die dort vertretenen Unternehmen beschäftigen sich hauptsächlich mit der Entwicklung mobiler Applikationen, mit deren Hilfe digitale Inhalte wie Bücher und Filme auf mobilen Geräten zugänglich gemacht werden können. Die zu Barnes & Noble gehörende Firma Nook Developer etwa will nicht nur ihre hochauflösenden Tabletcomputer an den Mann bringen, sondern auch Verlage überzeugen, ihre Inhalte in App-Form darauf zur Verfügung zu stellen, um einen größeren Leserkreis zu erreichen. Gerade für die Entwickler sogenannter „angereicherter" e-Books, die Bücher mit Bildern, Ton- oder Filmausschnitten anbieten, sei das von Interesse.
Damit der Content-Strom nicht abreißt, können auch hoffnungsfrohe zukünftige Autoren an den Hot Spots Inspiration finden: Eine Vielzahl an Unternehmen informiert sie über Crowdfunding-Modelle und digitale Selbstverlage. FAZ121011lspr

eb-EBookReader-xx Neue E-Book-Reader im Test 

Licht und Schatten bei der Beleuchtung
   Eine Seitenbeleuchtung verkürzt die Akkulaufzeit von e-Book-Readern. Lassen sich bei ausgeschalteter Beleuchtung zwischen 11. 000 und 50.000 Seiten umblättern, sind es bei aktiviertem Licht um die 500 Seiten, berichtet die Zeitschrift „Chip", die zehn e-Reader getestet hat.
   Die LED-Beleuchtung kann zum Lesen im Dunkeln genutzt werden oder weist das Display auf. Weil das sogenannte elektronische Papier der Geräte sonst nur beim Umblättern Strom verbraucht, macht sich die Beleuchtung als Stromverbraucher deutlich bemerkbar.
   Die neuen, rund 130 Euro teuren Spitzenmodelle haben oft nicht nur eine Beleuchtung, sondern auch elektronisches Papier mit einer höheren Auflösung. Das kann den Angaben zufolge je nach eingestellter Schriftart zu einem gleichmäßigeren Schriftbild führen, muss es aber nicht.
   Auch beim Seitenaufbau, beim Einkaufen und Sortieren von Büchern sowie bei der Formatunterstützung habe die neue Reader-Generation keine großen Fortschritte gemacht. Verbraucher, für die Beleuchtung und höhere Auflösung verzichtbar sind, könnten deshalb zu den ehemaligen Vorzeigegeräten der Hersteller greifen, raten die Experten. Deren Preis sei mit dem Erscheinen der neuen Spitzenmodelle auf um die 80 Euro gesunken. Mit immer mehr Funktionen wollen e-Book-Reader dem klassischen Buch den Rang ablaufen.  NOZ100111tmm

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Ausleihen rund um die Uhr - Stadtbibliothek erweitert Angebot bald um e-Books
Foto: Bald keine Zukunftsmusik mehr: Noch dieses Jahr soll es auch möglich sein,
ein e-Book-Lesegerät wie es Martina Dannert zeigt, auszuleihen

   In Melle, Nordhorn, Lingen, Aurich oder Oldenburg ist es bereits möglich: die Ausleihe von elektronischen Büchern über den Bibliothekskatalog im Internet. Läuft alles nach Plan, dann können auch die Nutzer der Stadtbibliothek Osnabrück ab Herbst auf dieses zusätzliche Rund-um-die-Uhr-Angebot zugreifen.
   Rund acht Millionen Bundesbürger lesen laut einer Umfrage des Branchenverbands BITKOM bereits digitalisierte Bücher mit e-Reader, Handy, Smartphone oder (Tablet-)PC. Längst werden e-Books nicht nur zum Kaufen, sondern in vielen Städten und Gemeinden zum Ausleihen angeboten. Noch in diesem Jahr soll das auch in Osnabrück für Bibliotheksbesucher mit gültigem Nutzerausweis möglich sein. Eine Gebührenerhöhung sei damit nicht verbunden, sagt Martina Dannert, Leiterin der Stadtbibliothek.
   Die Weichen dazu hat der Stadtrat im Dezember mit einem Beschluss gestellt, entsprechende Gelder für den Aufbau und Betrieb zu bewilligen. Sobald das Land den Haushalt genehmigt hat, könnten die konkreten Vorbereitungen für die virtuelle Bibliothek beginnen, sagt Martina Dannert. Sie rechnet damit, dass dies bis Mai der Fall sein werde.
Zielgruppe definieren
     
Für die Einrichtung der Plattform inklusive eines Mediengrundbestandes sollen 45.000 Euro bereitstehen sowie 5.000 Euro für die Anschaffung von eBook-Lesegeräten - ebenfalls zum Ausleihen. Zudem wurde eine halbe Projektstelle für zwei Jahre bewilligt. Diese Bibliothekskraft soll zunächst die Angebote der beiden Anbieter DiviBib und Ciando prüfen sowie ein genaues Konzept für das Onlineangebot in Osnabrück erarbeiten. So viel steht für Dannert schon fest: „Wir werden unseren bisherigen Bestand nicht eins zu eins auf den e-Book-Bestand übertragen. Wir werden eine Zielgruppe definieren und diese zunächst besonders gut mit unserem Sortiment versorgen."
 DiviBib betreut, laut Deutschem Bibliotheksverband, bereits mehr als 500 Bibliotheken. Ciando, der 2003 zunächst mit wissenschaftlichen Bibliotheken startete, arbeitet seit 2010 auch mit öffentlichen Bibliotheken zusammen. Für derzeit 27 niedersächsische Bibliotheken betreibt DiviBib den niedersächsischen Onleihe-Verbund NBib24, zu dem auch die Stadtbibliothek Melle gehört. Theoretisch könne eine öffentliche Bibliothek natürlich direkt mit den Buchverlagen darüber die Konditionen verhandeln, das sei aber viel zu aufwendig, sagt Dannert. Die Stadtbibliothek will sich deshalb für einen der genannten Anbieter entscheiden. Diese sorgen nicht nur für die technische Umsetzung einer entsprechenden Online-Plattform, sondern treffen für die Bibliotheken die Lizenzvereinbarungen mit den Buchverlagen, die e-Books verleihen. „Anders als beim gedruckten Buch kaufen wir das eBook nicht, sondern wir erwerben eine Lizenz für einen elektronischen Datensatz", erklärt Dannert.
Mahngebühren entfallen
   Zwar können bei der E-Book-Ausleihe keine Mahngebühren mehr anfallen. Eines bleibt jedoch im digitalen Zeitalter wie bisher: Es kann sein, dass man auf ein Buch warten muss, weil jemand anderes es gerade ausgeliehen hat. Das liegt an der Zahl der Lizenzen, die eine Bibliothek für ein eBook erworben hat, sprich: wie viele Ausgaben eines Buchs, Hörbuchs oder einer Zeitschrift im virtuellen Regal stehen. Das kann bei steigender Beliebtheit des Angebots dazu führen, dass wie im Fall des Verbundes NBib24 die maximale Anzahl der Entleihungen pro Nutzer derzeit auf fünf Titel begrenzt ist.
   Wenn alles nach Plan verläuft, hofft Dannert, dass ab Herbst 2013 über den Online-Bibliothekskatalog der Zugriff auf eBook-Leihe starten kann. Begleitend zur Einführung wird es dann entsprechende Informationsveranstaltungen geben. NOZ13012ElkeSchröder

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Kommerzielle Leihmodelle für e-Books
Von Internetkaufhaus zum Buchverlag: Ein Überblick über das derzeitige Angebot in Deutschlandes

   Öffentliche Bibliotheken können derzeit zwischen zwei Anbietern wählen, die für sie die eBook-Bibliothek im Internet aufbauen und technisch betreuen - DiviBibs Onleihe und Ciando. Verschiedene neue kommerzielle eBook- Leihmodelle drängen daneben derzeit auf den Markt - betrieben vom Onlinebuchhändler oder direkt von Buchverlagen. Einige befinden sich noch in der Testphase - vor allem im Hinblick auf die Bezahlmodelle. Das Branchenmagazin „Börsenblatt" schätzt, dass derzeit 100.000 deutschsprachige Titel digital erhältlich sind, und meint: „Die Lücke zwischen Leih- und Kaufmarkt dürfte sich im Lauf der Zeit schließen. Eine Übersicht über das derzeitige Leihangebot:
Amazon.de: Seit Oktober 2012 können Stammkunden, das sind diejenigen, die sich für eine Jahresgebühr von 29 Euro als solche registrieren, pro Monat ein e-Book gratis ausleihen. Der Download funktioniert ausschließlich über das Amazon-eigene Lesegerät Kindle. Das Internetkaufhaus bietet derzeit etwa 200.000 überwiegend englisch- sprachige Titel und 8.500 in deutscher Sprache zur Auswahl.
Skoobe: Seit Februar 2012 auf dem Markt. Dahinter stecken die großen Verlagshäuser Random House, die Holtzbrinck-Gruppe und das Bertelsmann-Tochterunternehmen Arvato. Für einen - derzeitigen - Monatsbeitrag von 9,99 Euro können bis zu fünf Titel gleichzeitig ausgeliehen werden. Im Programm: mehr als 20.000 eBooks aus derzeit 402 verschiedenen Verlagen. Mitglieder können über eine Lese-App auf die e-Books zugreifen.
libreka!: Gestartet ebenfalls im Oktober 2012. Das Angebot befindet sich noch in der Testphase: 761 sind verfügbar. Die eBooks können vier Wochen lang ausgeliehen werden, die angeschlossenen Buchverlage bestimmen dabei selbst, zu welchem Preis.
PaperC - eine Plattform für digitale Fach- und Lehrbücher - will in diesem Frühjahr starten, sich zunächst ausschließlich auf IT-Titel konzentrieren und entwickelt derzeit ein Abo-Modell. Rund 400 Verlage sollen dann über diese Plattform ihre Titel zum Ausleihen anbieten. Börsenblatt13012NOZ

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Tablets fast so dünn wie ein Blatt Papier - Nutzer müssen knicken und biegen

   Wird der klassische Glasbildschirm eines Tablet-PC schon bald durch flexible Displays ersetzt, die man wie Papierblätter biegen, zusammenfügen und sogar miteinander kommunizieren lassen kann?
   Eine entsprechende Konzeptstudie mit dem Namen „PaperTab" haben Intel, Plastic Logic (PL) und die kanadische „Queens University" am Rande der CES (Consumer Electronics Show), in Las Vegas vorgestellt. Die Idee der Tüftler: Jeweils eines der biegsamen Papier-Tablets soll quasi wie eine App oder ein Windows-Fenster verwendet werden. Nur, dass sie komplett unabhängig voneinander funktionieren und jedes auch als eigenständiges Gerät agieren kann.
   Die PaperTabs werden aus flexiblen Plastikfolien hergestellt. Sie könnten zum Beispiel irgendwann auch Zeitungen, Bücher und Magazine durch elektronische Ausgaben ersetzen. glauben die Concept Designer. Trotz ihrer Biegsamkeit seien sie aber stabil genug, um sie zum Beispiel auf den Tisch zu werfen.
   Die PaperTabs basieren auf 10,7-Zoll-Kunststoff-Bildschirmen. Sie sind mit einem flexiblen Touch-Screen(berührungssensitiven Bildschirm) überzogen. Hergestellt werden sie in dem Dresdner Ableger der Firma Plastic Logic. Für die Datenverarbeitung sorgt ein Core-i5-Prozessor von Intel.
   Raffiniert ist auch das Bedienkonzept: Jeder einzelne PaperTab kann ein eigenes Programm oder Dokument anzeigen. Die User benutzen also nicht einfach ein Tablet für alle Dateien und Apps, sondern auch zehn oder mehr der interaktiven PaperTabs , die man durch Fingergesten und Biegebewegungen steuert.
   Eine geeignete Vernetzung macht das Übertragen und Öffnen von Inhalten mit zusätzlichen PaperTabs leicht. Will man zum Beispiel ein Foto versenden, berührt man mit dem Paper-Tab, auf dem das Foto zu sehen ist, das nächste Bildschirmblatt mit dem eMail-Programm - das Bild fließt dann in die eMail.
   Um eine eMail, die das PaperTab gerade anzeigt, zu beantworten, knickt man eine Ecke des Plastikbildschirms leicht um. Sofort verändert sich die Anzeige, es wird eine virtuelle Tastatur zum Eintippen des Antworttexts angezeigt.
   Auch Kopien und andere Interaktionen zwischen den Tablet-Blättern sind durch bloße Berührung möglich. Durch Antippen der Bildschirmfläche blättert sich die Seite um. Die PaperTabs werden mit einem Akku betrieben, der etwa eine Woche hält.
  „Mit mehreren Dokumenten zu arbeiten wird durch die Kombination mehrerer PaperTabs deutlich erleichtert", meint Roel Vertegaal, der Direktor des „Human Media Labs" an der „Queens University", in dem das neue Bedienkonzept entwickelt wurde. „In fünf oder zehn Jahren werden die meisten Computer, seien es Ultrabooks oder Tablets, aussehen und sich anfühlen wie solche Blätter gedruckten farbigen Papiers", prophezeit er.
   Rachel Lichten, Pressesprecher der Dresdner Produktionsstätte von Plastic Logic, unterstreicht dies gegenüber der NOZ. „Es geht uns darum, die Zukunft des Computings zu zeigen, die durch flexible Plastikdisplays ermöglicht wird."
   Noch erinnern die PaperTabs aber mehr an Plastikhüllen für Schnellhefter als an ein innovatives Produkt. Doch das muss nichts heißen: Als Motorola am 13. Juni 1983 das erste mobile Telefon der Welt auf den Markt brachte, war das Gerät 794 Gramm schwer, 33 Zentimeter hoch und kostete 3.995 US-Dollar. Heute würde es jeder für ein riesiges Walkie-Talkie halten.
   Und so glauben auch die Entwickler der PaperTabs, dass sie schon in ein, zwei Jahren mit einem funktionierenden Produkt auf den Markt gehen können. NOZ130117

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   Plastic Logic Ltd hat 100 Millionen Euro investiert, um das erste elektronische eBook “take anywhere, read anywhere” diesem Jahr auf den Markt zu bringen.  Plastic Logic Ltd, Cambridge, England, hat dazu in Dresden eine hochmoderne Chip-Fabrik gebaut. Wie der Beigeordnete der Stadt für Wirtschaftsfragen, Dirk Hubert erläuterte, wollen die Briten zunächst 140 Arbeitsplätze schaffen, weitere könnten folgen.
   In Sachsen ist damit der weltweit erste Produktionsstandort auf diesem Gebiet entstanden.
   Bei den Bauteilen handelt es sich um so genanntes elektronisches Papier, eine Art Mischung aus Papier und Bildschirm. Es kann nach Angaben Huberts unter anderem für elektronische Zeitungen und diverse Anwender- dokumente eingesetzt werden. Die neue Produktionsstätte werde zur weiteren Entwicklung Dresdens als eines führenden High-Tech-Zentrums beitragen. Die Stadt und der Freistaat Sachsen hatten monatelang für den Produktionsstandort geworben. In Dresden sind bereits die Halbleiter-Hersteller Advanced Micro Devices (AMD), Infineon sowie Qimonda angesiedelt.  AFPddpNOZ070104

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Produktinformtion zu den hochauflösenden Bildern, Videos und Imaging Filmdisplay im Internet: www.plasticlogic. com/hi-res.php

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   Bandel Carano, Firmenchef, sagt: “Plastic Logic hat eine bahnbrechende Technologie geschaffen, die die Interaktion mit bewegten Bildern revolutionieren wird.” Amadeus-Direktor Hermann Hauser, der diese Entwicklung von Anfang an begleitet hat, zeigt sich hocherfreut darüber, dass das ePapier jetzt an den Start geht: “Wir schaffen hier eine völlig neue elektronische Industrie, die sich neben Silikon stellen wird.”
  Die Anfangskapazität im Werk in Dresden, dem “Silikon-Saxony” liegt bei einer Million Einheiten, und es wird der Start für eine weltweite Expansion sein.
   “Unsere eBücher wird man ebenso angenehm lesen können wie gedruckte Bücher – am Strand, im Zug oder auch zuhause auf der Couch”, meint John Mills von Plastic Logic Ltd. Eine kabellose Verbindung erlaubt ein bequemes Aufladen von Büchern oder der neuesten Zeitung wo immer und wann immer man es wünscht. Die Batterien reichen für tausende Seiten. Neben Laptop, Telefon und PDA werden wir unser "ePaper” stellen. Es wird eine bequeme und angenehme Form des Lesens sein – und viel Papier ersparen.

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   Das Spitzenprodukt wird dieses eBook Fotos oben und unten sein. Es gewann den Ersten Preis. Zwei vertraute Möglichkeiten finden sich hier wieder: man kann das eBook auf- und zuklappen und auch umblättern. Während man den Bildschirm zurückbiegt, erscheint eine neue Seite des Buches. Eine totale Illusion eines ganzen Buches – mit nur zwei Seiten! Eine unbekannte Erfahrung: eine Bibliothek in einer Hand! Wenn man den Knopf für kurze Zeit berührt, wird das Inhaltsverzeichnis geöffnet. Dann kann man das gewünschte Buch aussuchen und eine bestimmte Seite wählen. Durch einen leichten Druck lassen sich Lesezeichen setzen, die sich beim Durch- blättern leicht auffinden lassen.

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Foto unten: Digitale Musiknoten (Digital Music Score - DMS) machen das Leben für Musiker mit der biegsamen Display-Technologie leichter. Man kann die Noten "downloaden" auf große Notenseiten, ähnlich den gedruckten Notenblättern. Der Spieler muss nicht mehr die Seiten von Hand umblättern. Er kann die Hände am Instrument belassen und sich so auf das Spiel konzentrieren. Die Noten können aufgerollt werden und so leicht getragen oder aufbewahrt werden. 

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 Modischer Schmuckgürtel mit der Möglichkeit, die Farben und Motive elektronisch zu verändern. Fotos unten

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Plastic Logic in Verzug

   Die Markteinführung der in Dresden gefertigten elektronischen Lesegeräte der britisch-amerikanischen Firma Plastic Logic verzögert sich um ein halbes Jahr. Das Gerät solle nun im zur Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas bereitstehen, sagte eine Sprecherin Rachel Lichten den „Dresdner Neuesten Nachrichten". Das gegenwärtige Marktumfeld in den USA und Europa sei nicht ideal, um ein neues elektronisches Gerät einzuführen. Ursprünglich sollte das erste Produkt Mitte des Jahres erscheinen. Auf den etwa DIN-A4-großen biegsamen Lesebildschirm können Zeitungen, Bücher und Geschäftsberichte digital geladen und gelesen werden. Im September vergangenen Jahres hatte Plastic Logic die 100 Millionen Euro teure Fabrik in Dresden in Betrieb genommen. Dort sollen künftig 140 Beschäftigte die E-Reader herstellen.     HAZ090326ap

tc-QuePlasticLogic-xx   Der E-Reader in der Warteschleife  

   Plastic Logic wollte sein in Deutschland gefertigtes Lesegerät „Que“ schon längst auf dem Markt haben. Die Premiere wird aber immer wieder verschoben. Das Geschäft mit Lesegeräten wandelt sich derweil rapide - nicht zuletzt durch das iPad.
   Im Januar schien die Welt noch in Ordnung. Ein kleines Unternehmen aus dem kalifornischen Silicon Valley mit einem deutschen Fertigungsstandort in Dresden schickte sich an, auf dem Markt für elektronische Lesegeräte große Adressen wie Amazon und Sony herauszufordern. Auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas enthüllte Plastic Logic seinen „E-Reader“ Que Foto oben. Das Gerät unterscheidet sich von Konkurrenzprodukten durch einen biegsamen Kunststoffbildschirm, der viel robuster ist als Glas. Die Bildschirme werden in Dresden hergestellt, wo Plastic Logic 140 Mitarbeiter beschäftigt.
   Der Vorstandsvorsitzende Richard Archuleta grenzte den Que von der Konkurrenz ab, indem er ihn als Produkt für die berufliche Nutzung beschrieb. Das Gerät sei hauptsächlich für die Darstellung und Bearbeitung von Dokumenten gedacht - und erst danach zum Lesen von Büchern. Das Gerät werde für eine „papierlose Aktentasche“ sorgen, sagte Archuleta und versprach die Markteinführung für den April.
Das richtige Produkt für Geschäftsleute
   Aber der Que ist bis heute nirgendwo zu kaufen. Im Frühjahr verschob das Unternehmen die Premiere zunächst auf Juni, jetzt wurde die Lieferung der ersten Produkte dann auf unbestimmte Zeit ausgesetzt. Kunden, die einen Que reserviert hatten, wurde per eMail mitgeteilt, dass ihre Bestellung erst einmal annulliert worden sei. Vorstandschef Archuleta ließ sich mit den Worten zitieren: „Wir haben entschieden, dass es zu einem besseren Produkt für Sie führen wird, wenn wir das Gerät ein bisschen weiter verschieben.“ In der Zwischenzeit hoffe man, dass der Adressat auf der Kundenliste zu bleiben wünsche.
   Die Erklärungen von Plastic Logic für die abermalige Verschiebung sind vage. Das Unternehmen wolle sicherstellen, das richtige Produkt für die Zielgruppe von Geschäftsleuten zu liefern, sagte eine Sprecherin. Plastic Logic werde sein Produkt und seine Technologie weiter verfeinern und sei bemüht, so bald wie möglich auf den Markt zu kommen. Weiter sagte sie: „Der Markt für E-Reader verändert sich rapide.“
Hersteller von E-Readern müssen sich die Sinnfrage stellen
   Dies dürfte vielleicht der aufschlussreichste Teil der Erklärung sein, denn tatsächlich hat sich die Dynamik in dem Geschäft mit Lesegeräten seit der Enthüllung des Que im Januar völlig gewandelt. Verantwortlich dafür ist vor allem der eingeführte Tablet-Computer iPad von Apple, der unter anderem auch als Lesegerät genutzt werden kann, daneben aber eine Vielzahl anderer Einsatzmöglichkeiten hat. Das iPad hat einen gelungenen Start hingelegt, der die Erwartungen weit übertraf. Seit April sind mehr als drei Millionen Stück verkauft worden.
   Offenbar verwenden iPad-Besitzer ihr Gerät sehr gern als E-Reader: Wie der Apple-Vorstandsvorsitzende Steve Jobs mitteilte, sind mehr als fünf Millionen elektronische Bücher für iPads heruntergeladen worden. Auf einmal müssen sich die Hersteller spezialisierter E-Reader die Sinnfrage stellen: Brechen jetzt die Argumente für den Kauf eines Kindle von Amazon oder auch des Que von Plastic Logic weg, wenn das iPad das Gleiche kann, aber außerdem noch viel mehr?
Keine Niedrigpreisstrategie bei Plastic Logic
   Der Handlungsdruck wurde offenkundig, als die Preise für zwei der bekanntesten E-Reader drastisch gesenkt wurden: Amazon reduzierte die Preise für das Einstiegsmodell des Kindle von 259 auf 189 Dollar und für die teurere Version von 489 auf 379 Dollar, der Buchhändler Barnes & Noble verkauft seinen E-Reader Nook jetzt für 199 statt 259 Dollar. William Kidd vom Marktforschungsinstitut iSuppli sieht diese Preissenkungen als Antwort auf die neue Konkurrenz durch das iPad. Der Kindle und Nook sind damit weniger als halb so teuer wie das billigste iPad-Modell (499 Dollar), was nach Meinung von iSuppli das Geschäft zumindest kurzfristig ankurbeln könnte.
   Plastic Logic wollte sich dagegen gerade nicht auf eine Niedrigpreisstrategie einlassen. So sorgte es schon bei Enthüllung des Que im Januar für Erstaunen, als das Unternehmen den Verkaufspreis auf mindestens 649 Dollar festsetzte. Dieser Preis scheint nach der Einführung des iPad umso ambitionierter. Die Sprecherin von Plastic Logic wollte jedoch nicht sagen, ob das Unternehmen über eine neue Preisstrategie nachdenkt.
   eReader haben gegenüber Tablet-Computern durchaus Vorteile. So mag es zwar einerseits von Nutzern als Defizit empfunden werden, dass Lesegeräte wie der Kindle oder der ursprünglich vorgestellte Que anders als das iPad keinen Farbbildschirm haben. Sie sind aber besser bei Tageslicht zu nutzen, weil die von ihnen verwendete schwarzweiße  elektronische  Tinte  einen  hohen  Kontrast erlaubt und ohne Hintergrundbeleuchtung auskommt. eReader sind außerdem üblicherweise leichter und haben eine längere Batterielaufzeit.
   Ob von Plastic Logic in diesem Jahr überhaupt noch ein Produkt zu erwarten ist, darauf will sich die Sprecherin nicht festlegen. Sie versucht aber, Sorgen zu zerstreuen, wonach das Unternehmen bis zur Einführung eines marktreifen Produkts in einen finanziellen Engpass geraten könnte. Das im Jahr 2000 von Wissenschaftlern im britischen Cambridge gegründete und mittlerweile im kalifornischen Mountain View beheimatete Unternehmen hat zum Aufbau seines Geschäfts 200 Millionen Dollar von Investoren eingesammelt. Zu den Geldgebern gehören neben Finanzinvestoren auch prominente Namen aus der Industrie wie Intel, Siemens oder BASF. „Wir sind in der glücklichen Lage, eine engagierte Gruppe von Investoren zu haben, die auf lange Sicht dabei sein wollen“, sagt sie. FAZ100702RolandLindner
Flexible Displays: Plastic Logic künftig reiner Zulieferer
  
Plastic Logic zieht sich aus der Produktion von eigenen E-Readern zurück und setzt stattdessen künftig auf biegsame und ultradünne Kunststoffdisplays. "Damit wollen wir jetzt den Markt erobern", sagte der Prokurist und Leiter der Display-Fertigung, Konrad Herre, in Dresden, wo das englische Unternehmen produziert. Bisher sei die Technologie weltweit einzigartig. Die Plastikbildschirme könnten in elektronischen Büchern, Chipkarten, flexiblen Werbetafeln, Handys oder Uhren zum Einsatz kommen. Plastic Logic hatte ursprünglich einen eigenen eReader namens Que entwickelt, dessen Markteinführung aber immer wieder verschoben und schließlich 2010 ganz abgesagt.

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