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Amazon will eigenes Tablet anbieten Kaum ein Computerhersteller mag derzeit auf einen eigenen Tabletcomputer verzichten. Auch der Online- Händler Amazon will nun in dem Geschäft mitmischen. Wie das „Wall Street Journal" berichtet, plant Amazon noch vor Oktober die Einführung eines solchen Computers. Er soll über einen berührungsempfindlichen neun Zoll großen Bildschirm verfügen und wäre damit etwas kleiner als das Gros der Tablet-Geräte, die mit Zehn- Zoll-Displays auf den Markt kommen. Das Gerät werde mit dem von Google gebauten Betriebssystem Android laufen, hieß es. Bei Amazon war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Nach Einschätzung von Branchen- fachleuten werden mindestens anderthalb Millionen Amazon-Tablets für das dritte Quartal gebaut. Die Ziel- marke für das ganze Jahr laute viereinhalb bis fünf Millionen Geräte. Amazon wolle mit dem Gerät vor allem seine Stellung als Internet-Kaufhaus stärken, da der Konzern - wie Apple mit iTunes - bereits Musik, Bücher und Filme im Angebot habe, die für Tabletcomputer prädestiniert seien. FAZ110715tih Dass die Informationen über ein neues Tab jetzt durchdringen ist für Kenner keine Überraschung. Schon seit Monaten wird über Markteinführung spekuliert. Firmenchef Jeff Bezos selbst machte entsprechende Andeu- tungen. Das Gerät wird aber wahrscheinlich von einer externen Firma gebaut werden. Auch Apple lässt seine Erfolgsprodukte bei asiatischen Auftragsfertigern vom Band laufen. Vom iPad hat Apple nach letzten verfüg- baren Zahlen schon mehr als 25 Millionen Stück abgesetzt. Ganz neu ist das Geschäft mit flachen Lese- geräten für Amazon nicht - sein Lesegerät Kindle ist weltweit das führende Gerät zum digitalen Bücherlesen. Das „Wall Street Journal“ berichtet, dass das Pad nicht in direkte Konkurrenz treten soll, für dieses Jahr plant Amazon allein zwei neue Kindle-Modelle. Der große technische Unterschied zum Pad: Kindle verwendet im Unterschied zu Tablet-Computern beim Bildschirm keine LCD-Technik, sondern E-Ink (elektronische Tinte- Bildschirm); hier wird nur für das Umblättern Strom verbraucht, nicht für die Darstellung des Schriftbilds, das nahe an gedruckte Buchseiten herankommt. HA110715net
Tabletcomputer von Amazon ist fast fertig Der Onlineeinzelhändler Amazon steht nach Informationen des US-Fachblogs „TechCrunch" kurz vor dem Eintritt in den Markt für Tabletcomputer. Ein „TechCrunch"-Reporter bekam Zugang zu einem Testgerät. Das Tablet mit einer Bildschirmdiagonalen von sieben Zoll (17,8 cm) solle nach aktuellen Planungen Ende November zum Preis von 250 Dollar auf den US-Markt kommen. Derzeit werde noch an der Software gefeilt. HA110906dpa
Apples iPad gegen den Rest der Welt Apple wird mit dem iPad wohl auf Jahre hinaus dominieren. Die Konkurrenten bringen zwar viele Geräte auf den Markt, die sind vielen Verbrauchern aber zu teuer. Wahrscheinlich wird erst Amazon mit einem Kampfpreis für sein Tablet den Markt aufmischen. Mit besonderer Spannung erwartet er den Tabletcomputer von Amazon, der nach seiner Schätzung zwischen 250 und 300 Dollar kosten wird und den E-Reader Kindle als Basis haben wird. Nach einem Bericht der New York Post wird das Gerät mit Android laufen und Ende September auf den Markt kommen und „Hunderte Dollar weniger als das iPad kosten", schreibt die Zeitung. Der Kampfpreis könnte das Amazon-Tablet aus dem Stand zum gefährlichsten iPad-Herausforderer machen, denn Amazon bringt auch ein funktionierendes Ökosystem aus App-Store, Musik und Videos mit - und gibt Amazon die Möglichkeit, das Gerät mit Verlust zu verkaufen. „Wenn Amazon mit einem aggressiven Preis kommt, könnte dies der Ansporn für viele andere Anbieter sein, ihre Preise zu überdenken", sagt Charles King, Analyst bei Pund-IT. Auch O'Donnell erwartet nun einen viel stärkeren Preiswettbewerb als bisher. „Wir werden einige sehr aggressive Preise im Weihnachtsgeschäft sehen. Apple wird sich nicht dorthin bewegen, weil sie es nicht nötig haben, aber alle anderen Anbieter müssen aggressiver werden", sagt O'Donnell. Dazu gehört auch Microsoft, dessen künftiges Betriebssystem Windows 8 für klassische Computer und Tablets konzipiert ist. Während die Konkurrenz noch den ersten ernsthaften Rivalen für das iPad 2 sucht, arbeitet der Apfel-Kon- zern unter Führung seines neuen Vorstandschefs Tim Cook längst am iPad 3. Das Gerät wird wohl Anfang 2012 auf den Markt kommen und über das Retina-Display verfügen, das im iPhone 4 als Maß aller Dinge im Smartphone-Markt gilt.

Der iPad-2 von Apple Fotos oben und seine Mitbewerber Fotos unten (von links nach rechts): mit 3-D-Bild- schirm, Tastatur und Eingabestift - Tablet-PCs LG Optimus, Asus Eee Pad Slider und Fujitsu Stylistic

Hoffnungsträger mit kleinen Schwächen - Es muss nicht immer iPad sein Die Hoffnungsträger der Computerhersteller sind meist nicht viel größer als ein DIN-A5-Schreibblock, etwa genauso flach - und schreiben kann man auch mit ihnen: Rund 40 Tablet-PCs verschiedener Hersteller kann der geneigte CeBIT-Besucher bei seinem Gang über das Messegelände ansehen, in die Hand nehmen, aus- probieren. Und geneigt sind offenkundig sehr viele: Dicke Menschentrauben bilden sich, wo immer Tablet-PCs ausgestellt werden. Dass Apple mit seinem iPad als Aussteller nicht dabei ist, lässt sich da leicht verschmerzen. Eine berührungs- empfindliche Hochglanzscheibe mit breitem, schwarzem Rand und mal mehr, mal weniger Tasten und An- schlussmöglichkeiten bieten alle. Auf der CeBIT sind nun die ersten Geräte mit dem neuen Betriebssystem Android 3.0 zu sehen, sie kommen im zweiten Quartal dieses Jahres auf den Markt, einige schon „um Ostern herum", wie es heißt. Mit der Dreier-Version des von Smartphones bekannten Betriebssystems lassen sich Handy-Apps format- füllend auf dem Tablet darstellen. Das ging mit Android 2.2 noch nicht. Bei Asus in Halle 17 sind gleich vier verschiedene Tablets zu sehen, darunter auch das Eee Slate (zu Deutsch: Schiefer), das man ja tatsächlich als Weiterentwicklung der Schiefertafel verstehen kann. Das Slate läuft mit Windows 7 und wird Geschäftskunden schmackhaft gemacht, weil es sich damit nahtlos in die meisten Firmennetzwerke integrieren lässt und als vollwertiger Notebook-Ersatz gedacht ist. Das Slate, das seit vorgestern verkauft wird, ist mit zwölf Zoll Bildschirmdiagonale größer und mit einem Preis um 1.000 Euro auch teurer als die meisten Konkurrenten. Deren Preise bewegen sich allgemein so um die 500 Euro, und die Geräte sind meist mit rund zehn Zoll Diagonale auch etwas kleiner als das Slate. Mit besonderen Ausstattungsmerkmalen versuchen die Hersteller, auf sich aufmerksam zu machen: Das LG Optimus Pad ist mit einer 3-D-Kamera ausgestattet, kostet dafür aber auch zwischen 800 und 1.000 Euro, der genaue Preis steht noch nicht fest. Das Xoom von Motorola kommt mit hochauflösendem Bildschirm und - man staunt - mit Barometer und Kompass. Noch besser für den Einsatz in freier Natur scheint indes das Ulmo von Mitac geeignet: Der Gummirand kann die Wucht von Stürzen bremsen, und auch gegen Wasser soll das Gerät gefeit sein. Bei allen Vorzügen gibt es dennoch zwei Schwachstellen der eleganten neuen Geräte: Sie sind zu klobig, um sie als Handy zu nutzen, obwohl viele eine Telefonfunktion bieten. Und zum bequemen Eingeben längerer Texte fehlt eine komfortable Tastatur. Das dauerhafte Tippen auf der Glasscheibe wird rasch beschwerlich und schmerzt. Bei Ausus hat man sich genau zu diesem Thema Gedanken gemacht: Wer mit dem Eee Pad Memo (sieben Zoll, rund 500 Euro) telefonieren will, muss sich nicht das Gerät ans Ohr drücken - es gibt eine Art kleines Bluetooth-Handy mit dazu. Dort lässt sich auch ein Headset zum Musikhören anschließen. Das Tablet selbst bleibt dann im Rucksack. Beim Asus Eee Päd Transformer (400 bis 600 Euro) gibt es eine Anstecktastatur mit eingebautem Akku dazu, die das Tablet zum Notebook macht. Beim Eee Päd Slider lässt sich eine fest eingebaute Tastatur unter dem Bildschirm ausfahren. Nachteil dieser Lösungen ist freilich ein deutlich höheres Gewicht. HAZ110303HelmKlausing
Asus Eee Pad Transformer
Die Hardware der Saison ist der Tablet PC, geschaffen nach dem Bilde des iPad von Apple. Tablets werden eine feste Größe im Computermarkt, meint der Branchenverband Bitkom und prognostizierte eine Verdopplung der Verkaufszahlen in diesem Jahr auf 1,5 Millionen Geräte. Tablet-Rechner - weil sie scheinbar nur aus dem Flachbildschirm bestehen - muss man als eigenständige Gerätegattung verstehen. Sie ersetzen nicht den PC, sie ergänzen ihn. Oder brauchen selbst eine Ergänzung wie den „Eee Pad Transformer" von Asus, der dem 10-Zoll-Tablett eine Tastatur andockt. Denn wenn es um das Schreiben längerer Texte oder eine Powerpoint- Präsentation geht, stößt der Tablet PC schnell an Grenzen. Aber als Lesegerät fürs Internet und den Abruf von eMail abends auf dem Sofa sind die Tablets gut geeignet. Ihre Faszination speist sich aus dieser un- beschwerten Leichtigkeit des Umgangs: Sie fahren nicht minutenlang hoch, sie sind sofort einsatzbereit, der Akku hält eine gefühlte Ewigkeit durch, sie sind kein Ballast im Reisegepäck, und mit Fingerstreicheln auf dem Display navigiert man im Netz. FAZ110308


Apple iPad 2: schneller, flacher, leichter Das iPad 2 hat einen Doppelkern-Prozessor und Kameras an Bord, lässt aber manches noch immer vermissen. Wie immer gibt es mehr als nur eine Meinung. Man kann mit vielen guten Argumenten der Ansicht sein, dass Apple mit dem in der vergangenen Woche vorgestellten iPad 2 ein ungemein erfolgreiches Produkt raffiniert verfeinert und erweitert hat. Dass es die guten Gene des Vorgängers mitbringt, sinnvoll und mit Augenmaß in den Details verbessert wurde und folglich beste Voraussetzungen gegeben sind, um Apples hohen Marktanteil bei den Tablet PCs gegen die junge, wilde Konkurrenz zu behaupten. Das neue iPad, ein feines Gerät aus einem Guss, ist dünner (8,8 Millimeter), die Ecken sind abgerundet, und es ist vor allem leichter. Liegt das iPad 1 mit mehr als 700 Gramm eher schwer in der Hand, wiegt das neue nun um die 600 Gramm, und den Unterschied spürt man sofort. Auch hinsichtlich der technischen Ausstattung sind die Verbesserungen schnell zu erkennen: Wie die jüngste Generation der Android-3.0-Boliden setzt das iPad 2 auf einen flinken Doppelkern-Prozessor, den Apple A5 nennt und der mit 1 Gigahertz getaktet ist. Er soll doppelt so schnell rechnen, und die Grafikleistung ist nach Herstellerangaben um den Faktor neun gewachsen. Da freut sich das Spielerherz. Wie die Konkurrenz bietet das iPad 2 zwei Kameras für Videotelefonie, die rückseitige erlaubt Videoaufnahmen mit 720p. Als Zubehör gibt es einen „Digital AV Adapter", der iPad-Inhalte auf ein mit HD MI angeschlossenes Fernsehgerät spielt und dabei eine Videoausgabe bis 1080p unterstützt. Und natürlich funktioniert auf diese Weise auch Facetime, also Apples Standard für Videotelefonie. Die Mehrleistung „unter der Haube" soll nicht zu Lasten der Akkulaufzeit gehen, auch für den neuen Tablet PC werden mehr als zehn Stunden Durchhaltevermögen versprochen. Nichts geändert hat sich an der Display- Auflösung (1024 x 768 Pixel bei einer Diagonale von 24,6 Zentimeter) und der Modellpalette. Wie bisher gibt es eine Version mit Mobilfunk und eine nur mit Wireless-Lan, beide jeweils mit 16,32 oder 64 Gigabyte Speicherplatz in schwarzem oder weißem Gehäuse. Die bis jetzt mitgeteilten amerikanischen Preise entspre- chen denen des Vorgängers, das günstigste Modell beginnt bei 500 Dollar - und vermutlich bei uns bei 500 Euro, wie gehabt. Interessant sind die neuen Display-Schutzhüllen, die Apple „Smart Cover" nennt. Sie werden von Magneten am Gehäuse gehalten und schicken das Gerät automatisch in den Ruhezustand. Sie fungieren zudem als flexible Aufsteller für das iPad. Zehn Varianten des Smart Cover (in Leder und Kunststoff) stehen zur Ver- fügung. Aber mit dieser Aufzählung der wichtigsten Änderungen stellt sich auch eine gewisse Enttäuschung ein. Einen Speicherkarten-Schacht, um etwa die soeben geschossenen Fotos auf dem iPad zu bewundern, sucht man vergeblich. Das Betriebssystem bleibt hermetisch geschlossen, Inhalte und Medien müssen stets vom PC transferiert werden. Aber das iPad behält seine alten Stärken, wozu nicht nur die Verarbeitungsqualität und das gute Preis-Leistungs-Verhältnis gehören. Auch die große Zahl von mehr als 60.000 „Apps" ist ein Pfund, mit dem Apple wuchern kann. Da gibt es noch viel Nachholbedarf bei den jungen Tablet-Androiden, und mancher Interessent wird gewiss seine Kaufentscheidung danach fällen, welche Programme für welche Plattform zur Verfügung stehen. FAZ110308 MarcoDettweilerMichaelSpehr
Xoom setzt iPad unter Druck
Stiftung Warentest vergleicht zwei Tablet-PCs - Motorola Xoom ist dem iPad auf den Fersen
Das Motorola Xoom ist der erste ernsthafte Konkurrent, der mit dem neuen Betriebssystem Android 3 dem Marktführer Apple Kunden abzujagen versucht. Die auch als Honeycomb („Honigwabe") bezeichnete Software soll Tablet-PCs noch unterhaltsamer machen und lockt mit neuen Funktionen. Der Vergleich der Stiftung Warentest zeigt: Der Tablet-PC von Motorola schlägt weder Profit aus den Schwächen des Konkurrenten, noch punktet er mit eigenen Stärken. Vor einem Jahr wurde das erste iPad als dick, schwer und unhandlich gescholten. Apple hat auf die Kunden gehört. Der Nachfolger iPad 2 wiegt nur 610 Gramm und ist nur neun Millimeter dick. Motorolas Xoom ist mit 730 Gramm und 14 Millimetern spürbar unhandlicher. Auch der Akku des iPad ist besser: Er hält gut anderthalb Stunden länger durch als der im dickeren Xoom. Apple hat die Messlatte noch höher gelegt. Doch wie beim Vorgänger hat das iPad 2 keine USB-Buchse und kann nicht mit Speicherkarten erweitert werden. Gegen diesen gravierenden Schwachpunkt setzt das Motorola mit seinem offenen Betriebssystem Android einen Steckplatz für Speicherkarten vom Typ Micro-SD und eine Micro-USB-Buchse. Aber die eingebaute USB- Buchse benötigt einen aufpreispflichtigen Adapter - wobei das dicke Gehäuse doch Platz für eine normale USB-Buchse böte - und der Kartenleser funktioniert noch nicht. Erst ein längst angekündigtes Software-Up- date soll diesen Mangel beseitigen. Unverständlich ist nicht nur die überstürzte Markteinführung des im Detail unfertigen Xoom. Die Entwickler haben ihm unnötige Fesseln angelegt. Beispiel Bildschirm: Auf dem Prüfstand leuchtet das Motorola Xoom heller als das iPad 2. Doch die grauen Bedienmenüs des Xoom schlucken viel Licht. Deshalb wirkt es dunkler als das iPad 2. Auch sein Blickwinkel ist kleiner. Beispiel Betriebssystem: Android steht jedem Programmierer offen. Das sorgt für eine Vielzahl von Zusatzprogrammen. Allerdings fehlt eine Einkaufsmöglichkeit, ein Marktplatz, speziell für Android-3-Apps. Fast automatisch landet deshalb falsche Zusatzsoftware auf dem Xoom. Die Anwendungen sind für Android-Smartphones programmiert und laufen auf dem Tablet- PCs nur in einem Minifenster. Das iPad 2 hat die Käufergunst verdient. Doch es zählen nicht nur technische Daten. Apple und Android repräsentieren unterschiedliche Philosophien. Beim Geschäftsmodell tritt das Monopol gegen den freien Markt an: Apple lockt mit Ästhetik und einfacher Handhabung, kanalisiert aber allen Geldfluss über eigene Konten. Das Xoom ist flexibler und kennt für App-Zusatzsoftware keine Beschränkungen. HAZ110627td Der komplette Test ist im Juliheft der Zeitschrift „Test" nachzulesen.
WeTab, 449 Euro
WeTab Ein schneller Prozessor, Webcam, Erweiterbarkeit durch USB-Anschlüsse, ein Speicherkartensteckplatz und Flash-Unterstützung für Internet-Videos - mit diesen Argumenten wirbt etwa die deutsche Firma Neofonie für ihr WeTab, das vor Kurzem noch WePad hieß. Es soll jetzt auf den Markt kommen. Unter http://wetab.mobi/shop kann es zu einem Preis ab 449 Euro vorbestellt werden.
Eee Pad 325 Euro
Eee Pad Auch der Hardware-Hersteller Asus, der mit seinem Eee PC vor etwa zwei Jahren selbst den Netbook- Trend auslöste, findet sich nun in der Verfolgerrolle wieder. Das Eee Päd gibt es in einer 10-Zoll-Version, die in etwa so groß wie das iPad ist, und einer größeren Variante mit 12 Zoll Bilddiagonale. Die Eee Pads sollen ab 399 Dollar (ca. 325 Euro) zu haben sein. Das wären rund 100 Dollar weniger als für das Gerät von Apple. Offiziell bestätigt ist das aber noch nicht. Als Betriebssystem ist Windows 7 installiert, das Bearbeiten von Office- Dokumenten ist möglich. Multitasking, also das gleichzeitige Ausführen mehrerer Funktionen, beherrschen die Asus-Geräte von Haus aus; iPad und iPhone werden diese Fähigkeit mit dem demnächst erscheinenden neuen Betriebssystem verliehen bekommen. Über den Zeitpunkt der Veröffent- lichung schweigt man sich bei Asus allerdings noch aus.
Archos 9 -500 Euro
Archos 9 Da ist man bei anderen Herstellern schon deutlich weiter. Archos, bekannt vor allem für seine Media- player, hat seinem schlicht Archos 9 getauften Neuzugang Windows 7 spendiert und ihn damit kurzerhand in einen Tablet-PC verwandelt. Dank einer vorinstallierten Office-Software lassen sich Dokumente, Präsentationen und Tabellen erstellen und bearbeiten. Als Datenspeicher ist das Archos-Gerät ein echtes Schwergewicht: Stolze 60 bis 120 Gigabyte passen je nach Ausführung auf die Festplatte. Im Gegensatz zum iPad beherrscht das nur 8,9 Zoll kleine Gerät auch Flash, was das Anschauen von Webvideos auf Youtube & Co. möglich macht. Eine Kamera ist ebenso an Bord wie ein TV-Tuner zum mobilen Fernsehen. Der Archos 9 ist schon jetzt für rund 500 Euro erhältlich.
Nav 9 - 490 Euro
Nav 9 Einen direkten Angriff auf das iPad unternimmt Netbook Navigator mit seinem Nav 9 Slate PC. Eine Vielzahl von Schnittstellen, unter anderem drei USB-Anschlüsse und ein Einschub für SD-Speicherkarten, Flash- Unterstützung, Bearbeitung von Office-Dokumenten - der Nav 9 bietet vieles, auf das iPad-Nutzer verzichten müssen. Für den Hersteller Anlass genug, ein Video mit einem direkten Produktvergleich auf seine Webseite http://netbooknavigator.com zu stellen. Das alles hat allerdings seinen Preis: Mindestens 599 Dollar (ca. 490 Euro) muss man für den mobilen Alleskönner ausgeben.
SmartQ V7 - 200 Euro
SmartQ V7 Wer nach preisgünstigeren Alternativen sucht, wird ebenfalls schnell fündig. Schon ab etwa 200 Euro bekommt man einen SmartQ V7, der als Betriebssystem Android verwendet. Dafür gibt es schon jetzt eine große Auswahl an Apps - kleine Zusatzprogramme für alle Lebenslagen, die Apples iPhone und iPad so erfolgreich gemacht haben. Leider kann man das SmartQ V7 derzeit nur über das Internet, beispielsweise beim Online-Aktionshaus Ebay, kaufen.
iLet - 200 Eruo
iLet Auch der iLet Sonic Reader von Haleron, der ebenfalls mit Android arbeitet und Office-Dokumente bearbeiten kann, ist bereits für 200 Euro zu haben.
Notion Ink Adam
Auf Android beruht auch der Notion Ink Adam, der im August auf den Markt kommen soll. Eine Besonderheit ist das Display, das LCD-Technik mit ePaper-Technologie verbindet. Bei Bedarf lässt es sich auf elektronisches Papier umschalten, was vor allem Viellesern entgegenkommt. Denn im Vergleich zu LCD - Displays ist ePaper besser lesbar, schont die Augen und spart zudem Energie, was gleichzeitig die Akku-Laufzeit verlängert. Näheres zu dem je nach Ausstattung 320 bis 800 Dollar (umgerechnet zwischen 260 und 650 Euro) teuren Gerät erfahren Interessierte auf der sehr informativen Webseite www.notionink.in. Wo Zukunftstrends gesetzt werden, da ist in der Regel auch Google nicht weit. So auch in diesem Fall - schon allein deshalb, weil die Firma Android zum Konzern gehört. Und tatsächlich bastelt der mittlerweile allgegenwärtige Suchmaschinen-Konzern gemeinsam mit der Firma Verizon bereits an einem eigenen mobilen Flachmann. „Wir schauen uns all die Dinge an, die Google in seinen Archiven hat und die wir in ein Tablet packen könnten, um daraus ein großartiges Erlebnis zu machen", verriet der Verizon-Chef Lowell McAdam dem „Wall Street Journal". Dem iPhone-Konkurrenten Nexus One wird also wohl bald ein Google Pad folgen. Wann es so weit ist und wie das Gerät genau aussehen wird, ist aber noch nicht bekannt. HA100616SteffenHaubner

Das Smartpad von 1&1 kann es mit dem iPad nicht im Mindesten aufnehmen. Es ist in erster Linie billig. Durch das schlechte Display und sein behäbiges Arbeitstempo verhaspeln sich Benutzer und Software gleichermaßen. Und zwar ständig.
Nach dem Erfolg des iPad von Apple will plötzlich jeder so ein Ding haben. Die Ankündigungen namhafter Hersteller überschlagen sich. Nun prescht der Internetprovider 1&1 vor und präsentiert sein Smartpad das Neukunden des DSL-16.000-Tarifs gratis zum Vertragsabschluss bekommen. Mit Abmessungen von 20 x 13 x 2,2 Zentimeter und einem Gewicht von 470 Gramm ist es deutlich kleiner und leichter als das iPad, allerdings dicker. Das Display erreicht eine Auflösung von 800 x 480 Pixel und misst 18 Zentimeter in der Diagonale. Das Plastikgehäuse wirkt ordentlich verarbeitet, allein die Taste für die Lautstärkeeinstellung an der Oberseite wackelte. Apples iPad spielt indes in einer ganz anderen Liga. An der Rückseite lässt sich ein Ständer ausklappen, so dass das Smartpad bei Bedarf wie ein Bilderrahmen auf dem Schreibtisch steht. Sein Akku hält leider nur 4 Stunden durch. Die Systemkonzeption des Smartpad ist schnell beschrieben: Es ist mit dem älteren Android-Betriebs- system 1.6 aus der Handy-Welt ausgerüstet, man kann allerdings mit dem Gerät nicht telefonieren, und eine ganze Reihe von Besonderheiten sind zu beachten: Es gibt keinen direkten Zugriff auf den Android-Market mit seinen etwa 50.000 zusätzlichen Apps, sondern es lassen sich nur von 1&1 ausgesuchte Zusatzprogramme aus einem „1&1 Store“ installieren. Vergeblich sucht man darin Apps für Internettelefonie (etwa Sipdroid oder Fring), Apps für den Zugriff aufs Dateisystem (etwa Astro), kostenpflichtige Apps und vieles andere mehr. Weiterhin fehlen auch manche Programme, die Android 1.6 von Hause aus mitbringt, beispielsweise Google Chat. Als kleine Entschädigung hat 1&1 dem Smartpad etliche Eigenentwicklungen spendiert. Darunter ein W-Lan- Assistent, Apps für den schnellen Zugriff auf die E-Mail-Konten der Konzerntöchter Web.de und GMX und zudem alles Erdenkliche rund um Multimedia sowie ein E-Book-Leser. Wird eine SD-Speicherkarte in den oberen Laufwerksschacht eingeschoben, fragt das Gerät gleich, ob es darauf befindliche Medien abspielen oder importieren soll. Ferner lässt sich das smarte Pad als Infrarot-Fernbedienung einsetzen, und im Zusammenspiel mit anderen 1&1-Komponenten entfaltet es seine Talente als Steuerungszentrale für Home Net und Media Center. Also ein schöner Zusatznutzen für vorhandene Infrastruktur - und gewiss auch ein Instrument der Kundenbindung. Sodann kann man es mit einem UMTS-Stick auch jenseits des heimischen W- Lan-Netzes unterwegs betreiben, und für 30 Euro Aufpreis ist eine Docking-Station mit Subwoofer für die Musikwiedergabe erhältlich. Mit den Einschränkungen des älteren Android 1.6 kann man durchaus leben, und zudem soll sich das Be- triebssystem des Smartpad schon bald auf die aktuelle Android-Version 2.2 aktualisieren lassen. Dass manches Gewohnte nicht läuft, dürfte indes die Android-begeisterten Tüftler abschrecken, aber beim iPad von Apple sind ja die Grenzen noch viel enger gesetzt. Was dem Smartpad aber den Todesstoß versetzt, ist die Kombination aus lahmer Hardware in Verbindung mit einem mangelhaften, unempfindlichen Display: Obwohl die Prozessorleistung (500 Megahertz) prinzipiell ausreichend sein sollte, reagiert der Apparat auf alle Finger- Gesten träge und unpräzise, was der billigen resistiven Displaytechnik geschuldet ist. Schon das Öffnen des Android-Hauptmenüs dauert gut drei Sekunden, und man ist stets am Warten und Aufpassen, dass man im Eifer des Gefechts nicht zu schnell oder unbedacht irgendwelche Aktionen auslöst. Reicht beim iPad eine präzise Geste, verhaspeln sich beim Smartpad Benutzer und Software gleichermaßen. Und zwar ständig. Wenn man auf einer Internetseite mit einer sanften Fingerbewegung nach unten rollen will, ruckelt die Anzeige tatsächlich ein bisschen in der Vertikalen - und dann wird plötzlich ein Link aktiviert, obwohl man nichts gedrückt hat. Die Anzeige selbst wird nicht von einer Glasfront, sondern von Plastik geschützt, sie wirkt blass, die Buchstaben sind ausgefressen, und der beste Betrachtungswinkel ist kurioser- weise der von oben auf ein schräg nach unten gehaltenes Pad, wir raten ab. FAZ100706MichaelSpehr
Samsung Galaxy Tab
Samsung Galaxy Tab scheint als iPad-Konkurrent vielversprechend. Das Gerät wartet unter anderem mit WLAN, UMTS mit Datenturbo HSDPA sowie einer Telefonfunktion auf. Beim ersten Ausprobieren überzeugte das Galaxy Tab mit flotter Bedienung, gutem Bildschirm und hohem Spaßfaktor. Großes Manko ist allerdings der satte Preis von 799 Euro für die Version mit sechzehn Gigabyte Speicher. Nur rund die Hälfte wird das ebenfalls ab Oktober erhältliche Viewsonic ViewPad 7 kosten. Der Nutzer kann auch damit telefonieren, be- kommt jedoch nur 512 Megabyte Speicher, einen schlechteren Bildschirm und einen langsameren Prozessor. Wer auf UMTS verzichten kann und nur per WLAN ins Internet geht, kommt mitunter noch günstiger weg. Das Archos Internet Tablet 70 gibt es schon ab 249 Euro, die Version mit größerem Bildschirm ab 299 Euro. Ebenfalls nur mit WLAN, aber ohne UMTS, wird Toshiba im November das Folio 100 auf den Markt bringen (429 Euro). Der Tablet-PC soll auf seinem 10,1 Zoll-Bild¬schirm Full-HD-Videos flüssig wiedergeben können. Weitere Hersteller wollen ebenfalls zügig eigene Geräte anbieten. Andere wie Medion warten zuvor noch auf das speziell für Tablet-PCs entwickelte Betriebssystem Android 3.0, das es noch dieses Jahr geben soll. HAZ100916MarcusSchwarze
Auch Sharp setzt auf E-Bücher - Japaner beginnen mit zwei Bildschirmvarianten
Der japanische Elektronikkonzern Sharp, einer der international größten Hersteller von LCD-Bildschirmen, will im Dezember auf dem Markt für e-Bücher mit einem eigenen elektronischen Buchhandel und zwei neuen Tablet-Computern für elektronische Bücher aktiv werden. Wie es in einer in Tokio verbreiteten Mitteilung des Unternehmens heißt, soll es einen kleinen Bildschirm geben, der dem Taschenbuchformat entspricht. Der zweite Bildschirm ist dagegen deutlich größer und soll neben Büchern auch die elektronische Lektüre von Magazinen und Zeitungen attraktiv machen. Bis Ende 2011 will das Unternehmen mit seinen neuen Geräten und dem Angebot von etwa 30.000 Titeln im eigenen elektronischen Buchladen etwa eine Million Kunden gewinnen, heißt es in der Mitteilung des Unter- nehmens. Sharp will damit von der wachsenden Beliebtheit des eBuches profitieren. Der japanische Konzern geht davon aus, dass der Markt von etwa 7,5 Millionen verkauften Einheiten im Frühjahr 2011 auf 56 Millionen Einheiten zwei Jahre später steigen wird. Der neue Computer ist auch eine Antwort des Elektronikkonzerns auf den Erfolg des iPad vom amerikanischen Rivalen Apple. Über die Preise für die neuen Geräte oder den Kauf elektronischer Bücher und Magazine machte das Unternehmen noch keine Angaben. Der Name des neuen eBooks von Sharp lautet Galapagos. Galapagos sei ein Symbol für Evolution, heißt es in der Mitteilung des Unternehmens. So hätten Erkenntnisse, die der britische Biologe Charles Darwin bei seinen Besuchen auf den gleichnamigen Inseln gewonnen habe, einen erheblichen Einfluss auf seine Evolutionstheorie gehabt. Das eBuch soll wie ein Computer mit eigenen Dokumenten und Internetzugang genutzt werden können. FAZ100928cag

Tragbare Bücherschränke: Platz für mehrere Tausend Bücher: Stiftung Warentest prüft 15 eBook-Lesegeräte - und findet neun gute. Foto: Unter den neun „Guten" im Test: Iriver Story links und Pocketbook 360°.
An elektronischen Büchern und ihren Lesegeräten, den eBook-Readern, scheiden sich die Geister. Ein Lese- gerät kann den Inhalt ganzer Bücherregale speichern: Ein eBook braucht meist nur einige Hundert Kilobyte Speicherplatz - entsprechend viele Bücher passen auf die zum Teil mehrere Gigabyte großen Speicher der Lesegeräte. Reichlich Platz für Tausende Urlaubsschmöker oder Fachbücher. Die Stiftung Warentest hat 13 Lesegeräte geprüft. Ebenfalls im Test vertreten waren der Amazon Kindle DX, den europäische Käufer direkt aus den USA beziehen müssen, und das Apple iPad, das auch eBooks darstellen kann. Die meisten Lesegeräte haben Schwarz-Weiß-Bildschirme. Auf ihnen werden mit „elektronischer Tinte"(eInk) Inhalte angezeigt. Wie bedrucktes Papier sind eInk-Displays nicht selbstleuchtend. Sie brauchen Umgebungs- licht. Gegenüber hintergrundbeleuchteten LCD-Bildschirmen, wie sie in Notebooks eingebaut sind, bieten sie einige Vorteile. eInk verbraucht zum Beispiel viel weniger Strom. Das ermöglicht extrem lange Akkulaufzeiten. Bei vielen Readern war der Akku im Test auch nach 14 Tagen Dauerbetrieb noch nicht leer. Beim iPad mit seinem beleuchteten LCD-Bildschirm ist dagegen schon nach neun bis zehn Stunden Lesen Schluss. Auch bei der Textdarstellung hat eInk Vorteile: Das Bild ist sehr scharf und bietet einen größeren Blickwinkel als LCD-Anzeigen. Vor allem aber ist der dargestellte Text auch bei hellem Umgebungslicht noch lesbar. Zwar zeigen auch die eInk-Displays ein gewisses Maß an Spiegelungen. Doch nur das Display des Sony Reader Touch Edition (256 Euro, „befriedigend") spiegelt stark: Bei Sonnenlicht sind Buchstaben kaum noch zu er- kennen. Noch extremer beim iPad (600 Euro, ohne Benotung). Nicht nur weil der Bildschirm spiegelblank ist, sondern auch, weil die Sonne die Hintergrundbeleuchtung des Bildschirms überstrahlt. Bei Schummerlicht hat es ein tolles Bild. Die unbeleuchteten eBook-Reader brauchen dann eine Leselampe - wie ein richtiges Buch auch. eInk-Displays sind langsam, zum Beispiel beim Umblättern. Book-Reader mit diesen Bildschirmen brauchen zum Blättern durchschnittlich knapp zwei Sekunden. Alle Geräte stellen die Buchtexte in verschiedenen Schriftgrößen dar. So können zum Beispiel Menschen mit einer Sehschwäche ihre Bücher in sehr großer Schrift lesen. Die besten eBook-Reader im Test waren mit knappem Vorsprung Bookeen Cybook Opus für 222 Euro und Iriver Story für 261 Euro. Auch Pocketbook 360° (229 Euro) ist „gut", blättert aber besonders langsam. Günstigster „Guter" ist der Sony Reader Pocket Edition für 172 Euro - er verfügt aber nur über 512 Megabyte Speicher. Bei den eBooks konkurrieren mehrere Kopierschutzsysteme, kein Reader unterstützt alle. Wer sich nicht mit Kompatibilitätsproblemen herumärgern will, muss hoffen, dass die Verlage in Zukunft auf Kopierschutz verzichten, so wie es die Musikindustrie bereits getan hat. Der komplette Test ist im Oktoberheft der Zeitschrift „Test" nachzulesen. HAZ100910td
Federleichter E-Book-Reader
Sony will den Spass am gedruckten Wort mit einem weiteren E-Book-Reader fördern. Dazu stellte der Her- steller auf der IFA ein neues Modell vor, das mit seinem Namen Wi-Fi schon ein Stück Ausstattung benennt: Das Gerät lässt sich drahtlos mit dem Internet verbinden. Der Clou: Das neue, nur 8,9 Millimeter dicke Lesegerät wiegt gerade einmal 168 Gramm. Das 15,2-Zentlmeter-Touchscreen-Display lädt zum schnellen Umblättern und zum ebenso flinken Vergrößern oder Verkleinern der Schrift ein. Natürlich kann man auch im Wörterbuch nachschlagen oder Notizen machen. Über W-Lan ist der Zugriff auf ein umfassendes Angebot an E-Books möglich. Eine Akkuladung, sagt Sony, reiche für 14.000 Mal Umblättern. Beim Kauf sind bereits zwei Bestseller-Kriminalromane vorinstalliert. Sony will den Reader Wi-Fi, der mit dem üblichen Typenkürzel PRS-T1 heißt, in den Farben Rot, Weiß und Schwarz liefern. Er erscheint voraussichtlich im Oktober im Handel und soll 149 Euro kosten. FAZ110920tu
2,9 Millionen Deutsche planen eBook-Kauf
Die elektronischen Medien setzen sich immer stärker durch. Einer Umfrage zufolge wollen 2,9 Millionen Deutsche in diesem Jahr ein eBook kaufen. Das ist das Ergebnis einer Forsa-Studie im Auftrag des Hightech- Verbands Bitkom. Welche Art eBook sie sich anschaffen wollen, also etwa Fachliteratur oder Belletristik, mussten die etwa 1.000 Befragten nicht angeben, wie ein Bitkom-Sprecher sagte. Nach Einschätzung des Verbands werden sich die elektronischen Bücher zunächst bei der Fachliteratur durchsetzen. Der eBook-Markt stehe noch immer am Anfang seiner Entwicklung. HA100319dpa

Skiff Reader: biegsames Tablet für E-Books und ePaper
 

Die auf die Vermarktung von E-Books und Werbung spezialisierte Firma Skiff präsentiert zur CES ein eBook- Lesegerät mit biegsamer Oberfläche. Das extrem flache Gerät basiert auf der LG-Entwicklung 'metal foil'. Die Auflösung beträgt 1200 mal 1600 Pixel (UXGA). Die Bildschirmdiagonale beträgt 11,5 Zoll. Das 500 Gramm leichte Gerät ist für die Anzeige von Zeitungen und Magazinen gedacht. Vorteile: Größtes ePaper-Display – ein größeres Lesefeld für angenehmeres Lesen Sehr dünnes eReader-Gerät. Bemerkenswert schlank, leicht zu halten, zu gebrauchen und zu tragen. Sehr haltbar durch erstklassiges metall-folien-display (vermeidet Glasbruch); unglaublich dauerhaft durch Magnesium-Rahmen Höchste Bildschirmauflösung. Vier Mal mehr Pixels als die meisten eBook-Reader für intensiveres Lesen Voller touch screen. Für schnelle Auswahl und Navigation. Seitenumschlag durch einen Wisch mit dem Finger. Außerordentliche Lebensdauer der Batterie. Eine Woche Lesen vor Batteriewechsel
Entourage “Dualbook”
Entourage Systems vermarktet auf der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas seine Neuheit als "Dualbook" und hebt damit auf die Ähnlichkeiten und Überschneidungen zwischen eReadern, Tablet-PCs und Netbooks ab. Warum also nicht mehrere Nutzungen in einem Gerät vereinen? Ab Februar soll daher für 490 Dollar das Android-basierende Doppelbildschirmgerät Entourage Edge auf den US-Markt kommen. Einer der Bildschirme misst 9,7-Zoll, ist monochrom und zur Darstellung von eBooks gedacht. Der zweite ist ein Farb-LCD-Touchscreen mit 10 Zoll. Er spielt Filme oder MP3s ab und dient dazu, Notizen anzulegen sowie eBooks und Bilder zu verwalten. Mittels einer virtuellen Tastatur lassen sich Instant Messa- ges oder eMails verfassen. Taschenrechner, Kamera und Weckfunktion gehören ebenfalls zum Funktions- umfang. Die Netztwerkanbindung erfolgt über WiFi, Support für 3G via EVDO oder HSDPA-Modem ist geplant. Über Bluetooth lässt sich eine externe Tastatur nutzen. Der linke Teil enthält ein 9,7-Zoll-Display von E-Ink mit 16 Graustufen und 1200 mal 825 Pixeln Auflösung, auf dem sich eBooks lesen und per Stylus Notizen oder Zeichnungen machen lassen. Die gegenüberliegende Seite beherbergt einen 10,1-Zoll-Touchscreen, der mit 1024 mal 600 Bildpunkten auflöst. Er eignet sich zum Surfen im Internet, zum Verwalten der Medienbibliothek und zum Senden von E-Mails. Der interne Arbeitsspeicher ist 4 GByte groß. 3 GByte davon stehen für Nutzerdaten zur Verfügung. Mittels SD-Karten lässt er sich erweitern. Inhalte werden per USB von PC, Mac oder einem Speicherstick übertragen. Eine Verbindung zum Internet stellt das Gerät per W-LAN (802.11b/g) her. Bluetooth ist ebenfalls an Bord. Später soll auch UMTS mit HSDPA verfügbar sein. Als Betriebssystem kommt Google Android zum Einsatz.
iPad
Foto oben: Der Bürgermeister von New York benutzt bei Vorträgen das iPad 5 Millionen eBücher wurden bisher auf das iPad heruntergeladen Foto unten: eBooks wie Kindle müssen sich neu auf den Markt einstellen
Kindle
Die Welt des digitalen Lesens
Der Online-Händler Amazon.com hat im Weihnachtsgeschäft einen Meilenstein in seinem Geschäft mit dem digitalen Lesegerät Kindle und zugehörigen elektronischen Büchern erreicht: Es werden auf den Amazon- Seiten nach Angaben des Unternehmens zum ersten Mal mehr Kindle-Titel gekauft als physische Bücher. Der Kindle und andere solche eReader gehörten ohne Zweifel zu den Erfolgsgeschichten der Konsumelektronik im vergangenen Jahr. Der Markt ist zwar insgesamt noch nicht allzu groß, wächst aber rasant und lockt viele neue Anbieter an. Amazon brachte sich jetzt mit der Ankündigung ins Gespräch, die Großversion seines Lesegeräts mit dem Namen „Kindle DX“ auch außerhalb der Vereinigten Staaten zu verkaufen. Den regulären Kindle können Kunden aus anderen Ländern schon seit Oktober bei Amazon bestellen. In Las Vegas gab es die Premiere des vom kalifornischen Unternehmen Plastic Logic hergestellten Lese- geräts Que siehe dazu den ausführlichen Fotobericht unten auf dieser Seite. Plastic Logic hat seine Produktion in Dresden. Der Que ist in der Branche mit Spannung erwartet worden. Allerdings stieß seine Vorstellung bei der Messe auf Ernüchterung, als der Preis bekannt wurde: Das Gerät kostet in der Standardfassung 649 Dollar, die Version mit höherer Speicherkapazität und schnellerem Internetzugang wird sogar bei 799 Dollar liegen. Der Kindle kostet je nach Version 259 oder 489 Dollar. Schwerpunkt liegt nicht mehr nur auf dem Lesen Plastic Logic grenzt sich aber klar von der bisherigen Konkurrenz ab und positioniert den Que als Gerät für die geschäftliche Nutzung. Der Que eignet sich zwar ebenso wie der Kindle und andere Wettbewerber zum Lesen von Büchern, der Schwerpunkt liegt aber in der Darstellung und Bearbeitung von Dokumenten. Vor- standsvorsitzender Richard Archuleta sagte bei der Vorstellung, der Que solle für eine „papierlose Akten- tasche“ sorgen. Die Ausrichtung auf den professionellen Markt zeigt sich auch daran, dass der Que mit dem von vielen Geschäftsleuten genutzten Multimediahandy Blackberry kommunizieren kann. So können per eMail auf dem Blackberry erhaltene Dokumente drahtlos an das Gerät übertragen werden. Der Que verfügt auch über ein System, das eine bessere Darstellung von Zeitungen und Zeitschriften ermöglicht, und Plastic Logic kündigte eine Reihe neuer Partnerschaften mit Publikationen wie dem „Wall Street Journal“ an. Ebenso wie der Kindle erlaubt auch der Que keine Farbdarstellung. Der höhere Preis dürfte sich unter anderem mit der Bildschirmtechnologie erklären: Der Bildschirm des Que ist aus Plastik und somit robuster als Geräte, die Glas einsetzen.Der Que soll in Amerika im April auf den Markt kommen, zu einem Startdatum in Europa wurde noch nichts gesagt. Nicht billig ist auch der vom koreanischen Unternehmen Samsung vorgestellte eReader Bericht weiter unten, der je nach Ausstattung 399 oder 699 Dollar kosten soll. Das Samsung-Produkt unterscheidet sich von Wett- bewerbern unter anderem dadurch, dass auf dem Bildschirm mit einem mitgelieferten Stift Notizen gemacht werden können. Zum Kreis der in Las Vegas vorgestellten Lesegeräte gehört auch der Skiff Bericht oben auf diesere Seite, hinter dem der amerikanische Medienkonzern Hearst steht. Der Skiff ist sehr dünn und außer- dem biegsam, möglich wird dies durch eine Metallfolie im Bildschirm. Ein Preis wurde noch nicht genannt. Aufhorchen ließ in Las Vegas auch das amerikanische Unternehmen Qualcomm, das sonst vor allem für seine Mikrochips bekannt ist, die in Handys oder anderen Geräten eingebaut werden. Qualcomm präsentierte eine Bildschirmtechnologie für Lesegeräte, die Farbdarstellung erlaubt und auch Videos anzeigen kann. Qualcomm sucht nach Partner, die dieses System mit dem Namen Mirasol auf ihren Geräten unterbringen. Das Unter- nehmen stellt in Aussicht, dass noch in diesem Jahr ein Gerät mit der Technologie auf den Markt kommt. Amazon macht ein großes Geheimnis um sein Kindle Wie viel Momentum der Markt für Lesegeräte wirklich hat, ist etwas schwer zu beurteilen, zumal Amazon jenseits kleiner Informationshappen ein großes Geheimnis um sein Kindle-Geschäft macht und keine konkre- ten Verkaufszahlen für das Gerät nennt. Auch dürfte der Nachfrageschub bei elektronischen Büchern von Amazon zu Weihnachten noch nicht die Regel sein, sondern damit zu tun haben, dass viele Verbraucher eine Kindle geschenkt bekommen und mit digitalen Büchern gefüllt haben. Amazon-Vorstandschef Jeff Bezos sagte im Herbst, dass bei Büchern, die für den Kindle verfügbar sind, die Verkaufszahlen der elektronischen Fassung 48 Prozent der Absätze der gedruckten Version erreichen. Das ist aber ebenfalls ein dramatischer Anstieg: Vor knapp einem Jahr hat Bezos noch von 13 Prozent gesprochen. In der gesamten Branche ist das Gewicht der digitalen Bücher noch geringer. Nach Angaben des Verleger- verbands Association of American Publishers erreichten elektronische Titel in den ersten zehn Monaten 2009 einen Anteil von 3 Prozent am Buchmarkt. Die Tendenz geht aber klar nach oben: Der Umsatz in diesem Zeit- raum von 131 Millionen Dollar bedeutete einen deutlichen Sprung gegenüber dem Vorjahreswert von 47 Millio- nen Dollar. Der Markt wird sich in diesem Jahr nach Auffassung von Branchenexperten deutlich ausweiten, sowohl bei den elektronischen Büchern als auch bei den Geräten. Das Marktforschungsinstitut Forrester Research erwartet, dass 2010 in Amerika sechs Millionen digitaler Lesegeräte verkauft werden – und damit doppelt so viele wie im vergangenen Jahr. AZ100110RolandLindner

Tausende Bücher in einem Gerät - Was Leser über eBook-Reader wissen müssen
Elektronischen Büchern gehört nach Vorstellung vieler Verlage die Zukunft. Auf der Frankfurter Buchmesse waren sie eines der wichtigsten Themen. Zur Lektüre sogenannter eBooks benötigen Verbraucher spezielle Lesegeräte. Bisher fristen diese hierzulande noch ein Nischendasein - doch das könnte sich schnell ändern. Was sind eBook-Reader? eBook-Reader sind Lesegeräte für elektronische Bücher. Sie zeigen den Text fast in derselben Qualität an wie Bücher aus Papier und können auch bei heller Sonne genutzt werden. Für den Verbraucher haben die Geräte den Vorteil, dass er darauf oft gleich mehrere Tausend Bücher speichern kann - ohne dass diese Platz im Bücherregal verbrauchen oder mit umhergetragen werden müssen. eBook-Reader habe in etwa die Größe und das Gewicht eines Taschenbuchs. Wie groß ist die Auswahl an Geräten? Reader gibt es von mehreren Herstellern. Weltweit führend ist Amazon mit seinem Kindle, der auch von Deutschland aus bestellt werden kann. Hauptkonkurrent ist der japanische Elektronikkonzern Sony. Daneben gibt es noch eine Reihe anderer Anbieter. Die meisten Geräte kosten zwischen 240 und 300 Euro. Bekomme ich alle Bücher in elektronischer Form? Nein, davon ist die Buchbranche noch weit entfernt. In deutscher Sprache gebe es derzeit nur etwa mehrere tausend eBooks, sagt Achim Barczok, Experte für mobile Geräte bei der hannoverschen Computerzeitschrift „c't". Die Verlage gingen jedoch verstärkt dazu über, vor allem neue Bestseller auch elektronisch anzubieten. Bücher in kleinerer Auflage oder spezielle Sachbücher gebe es dagegen kaum. Amazon bietet Zugriff auf 290.000 Bücher - allerdings nur in englischer Sprache. Wo kann ich eBooks kaufen? In Internetshops wie etwa libri.de oder buecher.de und teils auch direkt bei den Verlagen. Die digitalen Bücher werden auf diesen Seiten heruntergeladen und können auf Geräten verschiedener Hersteller gelesen werden - sofern sie im Einheitsformat „Epub" vorliegen. Der Internethändler Amazon bietet eBooks ausschließlich für den Kindle an, auf anderen Geräten können sie nicht genutzt werden. Die Preise für eBooks unterscheiden sich meist von Buch zu Buch. Wie kommen die elektronischen Bücher auf meinen Reader? In aller Regel müssen Reader heute per Kabel mit dem Computer verbunden werden, um eBooks aufzuspielen. In Zukunft wird es aber vermehrt Geräte geben, die sich selbst kabellos mit dem Onlinenetzwerk zu Hause oder mit dem Mobilfunknetz verbinden können, um Bücher zu überspielen oder herunterzuladen. Kann ich meine eBooks auch auf andere Geräte überspielen? Ja, sofern es sich um die eigenen Geräte handelt. eBooks haben oft einen Kopierschutz. Verbraucher müssen ihre Endgeräte, mit denen sie eBooks lesen wollen, zuvor registrieren. Danach können Nutzer die elektronischen Bücher nach Angaben von „c't" auf bis zu sechs Geräte überspielen. Eine Weitergabe an Dritte ist ausgeschlossen. Bei kostenlosen eBooks, die es teils auch im Internet gibt, gelten diese Beschränkungen nicht. HAZ091019afp
Die nächste Generation elektronischer Lesegeräte soll einen Farbbildschirm haben. Doch nicht alle Hersteller sind überzeugt - und eine große Schwäche der Geräte bleibt.
Hersteller elektronischer Lesegeräte stehen unter Druck: Nach der Einführung von Apples iPad kommen nach und nach neue Tablet-Computer auf den Markt. Diese sind nicht nur als eBook-Reader verwendbar, sondern haben auch Funktionen eines herkömmlichen PCs. Kindle-eBook-Reader farbig Foto: Mann mit eBook-Reader: Bald alles schön bunt. Nun befürchten viele Beobachter, dass Kindle und Co ins Hintertreffen geraten: Weil in den vergangenen Monaten die Preise gesenkt wurden, schrumpften auch die Gewinnmargen der Hersteller. Nun wagt das erste Unternehmen einen Vorstoß: Um die Evolution der eBook-Reader voranzutreiben, hat deshalb mit der chinesischen Firma Hanvon der erste Hersteller ein Gerät mit farbigem Display vorgestellt, wie die New York Times berichtet. Es erscheint allerdings vorerst nur in China. Der Preis liegt bei umgerechnet etwa 440 Dollar. An der Technik ändert sich beim Hanvon-Produkt nichts: Wie auch andere Hersteller setzt das Unternehmen auf die eInk-Technologie, bei der Tintenkügelchen durch elektromagnetische Spannung so angeordnet wer- den, dass sie Buchstaben und Bilder ergeben. Bei der Farbversion wird weiterhin schwarze und weiße Tinte benutzt, allerdings wird ein Farbfilter eingebaut. In der Branche wird der Vorstoß nach dem Bericht der New York Times interessiert, aber skeptisch beobachtet: Offenbar sind andere Hersteller noch nicht mit der Qualität der Farben zufrieden und warten deshalb ab. "Farbe ist ohne Frage ein logischer Schritt", zitiert das Blatt einen Sony-Produktmanager, "aber es müssen leuchtende Farben sein." Farbversionen von Kindle und Co sind deshalb wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit. Ink-Geräte haben gegenüber solchen mit LCD-Display den Vorteil, dass sie nicht spiegeln und die Augen schonen. Gleichzeitig können wegen der langsamen Reaktionszeit keine Bewegungen dargestellt werden. Zur Darstellung von Videos oder anspruchsvollere Apps sind die eBook-Reader alter Schule deshalb auch in der Farbversion nicht geeignet. FAZ110128AP
Buchhändler-Portal mit 14.000 deutschen Titeln
Die vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels geschaffene Internetplattform libreka.de, auf der praktisch alle großen deutschen Verlage mitarbeiten,will das eBook den Deutschen schmackhaft machen. Rund 14.000 deutschsprachige Titel seien jetzt als eBooks in das Programm aufgenommen worden, hieß es. „Wir haben unsere Internetplattform zu einem universellen Buchservice für Händler und Verbraucher ausgebaut", sagt Geschäftsführer Ronald Schild. Als eBooks seien nun neben Fach- und Sachbüchern auch Romane über Libreka erhältlich. Gegen Geld herunterladbar seien unter anderem etwa die Titel „Verblendung", „Vergebung" und „Verdammnis" des Krimiautors Stieg Larsson oder aus der Feder von Altbundeskanzler Helmut Schmidt das Werk „Außer Dienst". Bei der Software ist aber weiterhin die Frage des Kopierschutzes unklar. „Wir dürfen uns nichts vormachen. Jeder Kopierschutz ist nur so gut wie der nächste Hacker, der den Code knackt", sagt Lübbe-Verlagsleiter Marco Schneiders, der beim neuen Dan-Brown-Thriller „Das verlorene Symbol" auf ein eBook ganz verzichtet. Immerhin sind inzwischen aber 37 Prozent aller Novitäten auch als eBook erhältlich, wie eine Umfrage unter 318 Verlagen ergab. Generell will die Buchbranche aber um jeden Preis verhindern, dass es ihr in der Gratiskultur des Internets ähnlich schlecht ergeht wie bereits der Musikindustrie. Deshalb will man auch an der Buchpreisbindung für eBooks festhalten. ddpHAZ091019 dpa
Umsatz mit elektronischen Büchern verdreifacht sich bis 2015 - Tabletcomputer erhöhen die Attraktivität Über das elektronische Buch wird schon seit Jahren diskutiert. Im abgelaufenen Jahr sind aber gerade einmal 2 Millionen eBooks für 21,2 Millionen Euro verkauft worden. Das entspricht 0,5 Prozent des Buchmarktes. Die Zeit des Nischenmarktes könnte aber vorbei sein. „Der Durchbruch des eBooks in Deutschland kommt in diesem Jahr", ist sich Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, sicher. Die steigende Zahl an Titeln (derzeit 70.000) und vor allem die stark steigende Zahl an Tablet- computern spricht nach seinen Worten dafür, dass sich der Markt für elektronische Bücher jetzt in Sprüngen statt in kleinen Schritten bewegen wird. In einer Umfrage des Marktforschungsinstituts GfK für den Börsenverein haben 83 Prozent der befragten Verlage angegeben, dass für sie die Marktdurchdringung mit Tabletcomputern die wichtigste Voraussetzung für die Verbreitung des elektronischen Buches ist. Dieser von Apple entwickelte Markt erfahre in diesem Jahr durch weitere Anbieter wie Dell, Motorola oder HP eine enorme Ausweitung. Nach den Tabletcomputern wird den Laptops und den Smartphones die größte Bedeutung als Lesegeräte für Bücher beigemessen. Den reinen Buchlesegeräten (eBook-Reader) wie dem Kindle von Amazon räumen die Verlage kaum Zukunftschancen ein. Die deutschen Verlage sind auf die elektronische Herausforderung vorbereitet. 35 Prozent aller Verlage bieten elektronische Bücher an, von den Großverlagen sogar 70 Prozent. Für die kommenden Jahre planen 78 Pro- zent Aller Verlage die Herausgabe elektronischer Buchversionen. Unter den 22 Prozent, die keine elektronischen Bücher planen, sind vor allem Herausgeber von Bildbänden oder Reisebüchern, zwei Kategorien, die wahr- scheinlich auch künftig eher im klassischen Buchformat gekauft werden. Heute erscheinen 40 Prozent aller Neuerscheinungen auch in einer elektronischer Vision. Bei durchschnittlich 1.000 Titeln, die ein durchschnitt- licher Verlag im Angebot hat, sind knapp 200 auch als elektronische Bücher verfügbar. Die Verlage gehen davon aus, dass in diesem Jahr der Umsatz mit elektronisch heruntergeladenen Büchern um 22 Prozent zulegen wird und dann 6,6 Prozent ihres Gesamtumsatzes erreichen wird. Bis 2015 erwarten die Verlagsmanager eine Verdreifachung der Umsätze mit elektronischen Büchern auf dann einen Umsatz- anteil von mehr als 16 Prozent. Davon kann der Buchhandel nur träumen. Er setzt nicht einmal ein Prozent mit eBooks um. Er muss befürchten, der große Verlierer des elektronischen Buches zu sein. Während man das gedruckte Buch nur über den Buchhandel beziehen kann, werden die Computer in Medienhäusern gekauft und die Bücher direkt von den Verlagen oder von Plattformen wie Libri oder Amazon heruntergeladen. Der Buchhandel muss nach den Worten von Jürgen Horbach, Wirtschaftssprecher des Börsenvereins, versuchen, durch eine gute Beratung und ein umfangreiches Internetangebot seine Position zu halten. Davon ist der Handel derzeit noch weit entfernt. FAZ110315geg
82 Prozent der Deutschen bevorzugen Gedrucktes Der Börsenverein stellte am Montag in Frankfurt eine Studie vor, nach der 82 Prozent der Deutschen auch weiterhin gedruckte Bücher kaufen wollen. Nur zwei Prozent können sich vorstellen, eBooks zu bestellen. Im vergangenen Jahr wurden auf dem Buchmarkt - ohne Schul- und Fachbücher - 21,2 Millionen Euro mit eBooks umgesetzt. HA110315dpa

Cybook Opus: 150g leicht, 5“ Display und 1GB Speicherplatz. Mit dem neuen Cybook Opus von Bookeen haben Sie Ihre Bibliothek einfach griffbereit und das mit einem Lesekomfort, der dem eines gedruckten Buches in nichts nachsteht. Aufgrund der eInk® Technologie ist ermüdungsfreies Lesen garantiert. Vier verschiedene Graustufen ermöglichen genügend Kontrast auch bei besonders starker Sonneneinstrahlung. Durch die Schwerkraftsensorik passt der eReader die Bildschirmansicht automatisch an – einfach kippen und im Hoch- oder Querformat weiterlesen. Und das handliche Format (10,8 × 15,1 cm) macht das neue Cybook Opus zum idealen Begleiter. www.libreka.de

e-Books verdrängen die dicken Wälzer. Der on-line-Händler Amazon verkauft in den USA schon mehr elektronische Bücher als gebundene Werke. Deutsche Angebogte sind noch rar.
Pu, den Bären, mag eigentlich jeder. Kinder lieben den tapsigen Bewohner aus dem Hundertmorgenwald wegen seiner Tollpatschigkeit und seinem nie versiegenden Hunger auf Honig. Erwachsene schätzen hin- gegen den hintergründigen Witz, mit dem der Autor A. A. Milne sein berühmtes Kinderbuch versehen hat. Wohl deshalb hat sich der Computerhersteller Apple entschieden, jedem Käufer eines iPads eine elektronische Ausgabe von Winnie Pus Abenteuern zu schenken. Wer den Online-Buchladen iBooks zum ersten Mal auf dem Flachrechner öffnet, findet das bärige Werk dort bereits vor. Das Stöbern durch die illustrierte Ausgabe gestaltet sich dann ganz wie bei einem „richtigen Buch": Man kann Lesezeichen setzen und beim Umblättern raschelt es leise aus dem Computerlautsprecher. Die Verführung zum elektronischen Lesen scheint aufzugehen. 15 Millionen iPads hat Apple abgesetzt. Neben dem Mobiltelefon iPhone ist das Gerät der größte Wachstumstreiber des Konzerns. Und auch sonst befinden sich elektronische Bücher auf dem Vormarsch. Gerade meldete der weltgrößte Online-Händler Amazon, er verkaufe in den USA schon mehr e-Books als gedruckte Bücher mit festem Einband. Preissenkung bei Amazon für das Lesegerät von Kindle Der Erfolg von Amazon ist nach Ansicht von Experten vor allem durch die gelungene Platzierung des eigenen elektronischen Lesegeräts Kindle zu erklären, dass der Konzern zuletzt drastisch im Preis gesenkt hatte. Der Konzern verkauft das Einstiegsmodell für einen Preis von 189 Dollar, wer es in Deutschland bestellt, muss dafür rund 200 Euro hinblättern. Dafür erhält der Nutzer ein Gerät mit einer Akkulaufzeit von bis zu zwei Wochen, auf das sich elektronische Bücher über eine drahtlose Internetverbindung direkt herunterladen lassen. Der schwarz-weiße Bildschirm ist zwar Meilen von den Darstellungsmöglichkeiten eines Apple-Screens entfernt, zeigt Text dafür aber ähnlich augenschonend an wie auf bedrucktem Papier. Trotz dieser vielversprechenden Ansätze steht der Durchbruch der elektronischen Bücher in Deutschland allerdings noch aus. Das große Problem sind bislang die Inhalte. So sind für Amazons Kindle zwar 420.000 englischsprachige Titel verfügbar, jedoch nur vereinzelte deutsche Buchtitel. Wie wenig der US-Riese bislang auf den deutschen Markt setzt, zeigt die Tatsache, dass sich das Lesegerät nur als Direktimport aus den Vereinigten Staaten bei Amazon bestellen lässt. Bei Apple sieht die Versorgung mit deutschsprachigem Lesefutter zwar etwas besser aus. In iBooks finden sich beispielsweise aktuelle Thriller wie die Millenium- Trilogie des skandinavischen Bestseller-Autors Stieg Larsson oder die Werke des Vielschreibers Ken Follett. Doch auch hier machen die deutschen Titel nur einen Bruchteil des englisch-sprachigen Angebots aus. Viele deutsche Bestseller sind als eBooks nicht verfügbar „Die Kunden erwarten einfach, dass sie alle aktuellen Bücher, die die Bestsellerlisten dominieren, auch in elektronischer Form vorfinden", sagt die Sprecherin der Buchhandelskette Thalia, Mirjam Berle, dem Hambur- ger Abendblatt. „Das ist bisher aber leider nicht gegeben." Schuld sei unter anderem die zurückhaltende Veröffentlichungspraxis der Verlage, die sich unter anderem wegen urheberrechtlicher Bedenken scheuten, die Werke ihrer Autoren im Netz bereitzustellen. Thalia gehört zu den Buchhandelsketten, die sich dem Thema eBooks bislang am stärksten geöffnet haben. Über die eigene Internetplattform vertreibt das Unternehmen „eine fünfstellige Zahl" an Buchtiteln in elektro- nischer Form,hält sich aber - wie die meisten Wettbewerber - mit genauen Zahlen zurück. Als Lesegerät für die e-Books setzt man bei Thalia vor allem auf die e-Reader des japanischen Konzerns Sony, deren Dar- stellung mit elektronischer Tinte der von Amazons Kindle ähnelt. Die Verkaufszahlen der Sony-Geräte bei Thalia seien durchaus ermutigend, sagt die Unternehmenssprecherin, will aber auch hier nicht ins Detail gehen. „Der deutsche Markt für eBooks liegt derzeit rund drei Jahre hinter dem amerikanischen zurück", meint Bonald Schild, Chef von Libreka.de, der eBook-Plattform des deutschen Buchhandels. Dies habe einerseits mit der deutlich früheren Einführung von Amazons Kindle zu tun, aber auch mit großen, strukturellen Unter- schieden. Traditionelle Buchläden gibt es in den Vereinigten Staaten kaum noch „In den USA gibt es kaum noch Buchläden im klassischen Sinn wie in Deutschland." Viele Amerikaner seien daher darauf angewiesen, Bücher im Versand zu bestellen, auf die sie dann wegen der großen Entfernungen oft mehrere Tage warten müssten. „Da haben eBooks, die man sich direkt auf sein Lesegerät laden kann, einfach einen enormen Wettbewerbsvorteil." Trotz des großen Vorsprungs glaubt Schild aber daran, dass sich die eBooks auch in Deutschland durch- setzen werden. „Wir erwarten in den kommenden Monaten eine Flut neuer Lesegeräte. Das wird den elektronischen Büchern einen großen, neuen Schub geben." HA100724BobGeisler
Neues Lesefutter für Mobilfunk
Das elektronische Buch von Amazon kommt nach Europa. Aber nur die amerikanischen Angebote des Internetbuchhändlers lassen sich auf dem Kindle 2 lesen. Die Funkschnittstelle begeistert, die Hardware ist ordentlich, aber die Tücken liegen im Detail Vielbestaunt, kaum gekauft: Auf der Buchmesse standen die eBooks abermals im Rampenlicht des Inter- esses, die Rede ist von der „Zukunft des Lesens" oder dem „Buch 2.0". Seit wir in der FAZ im Frühjahr das Sony PRS-505 vorgestellt hatten, ist das Hardware-Angebot deutlich gewachsen. Mittlerweile sind gut ein Dutzend Geräte unterschiedlicher Hersteller erhältlich oder zumindest angekündigt. Aber ein Durchbruch des elektronischen Buchs ist nicht in Sicht, die aktuellen Umsätze sind verschwindend klein. Dafür gibt es zwei Gründe: Erstens sind elektronische Bücher in Deutschland wegen der Buchpreisbindung nicht günstiger als die gedruckten, und zweitens setzen die deutschen Verlage auf eine digitale Rechteminderung (DRM), die den Kunden an einer äußerst kurzen Leine hält. Deutsche Titel im Epub-Format kann man nur auf einem einzigen PC kaufen, der mitsamt seiner einzelnen Hardware-Komponenten von Adobes Digital Editions überwacht wird. Die Einkäufe werden mit einer Kabelverbindung auf das Gerät übertragen, und gelesene Bücher lassen sich nicht verschenken. Man kann nicht einmal Spontankäufe direkt in der Buchhandlung tätigen, den Epub-Gerä- ten fehlt eine Funktionsschnittstelle. In den Vereinigten Staaten hingegen ist der Intrenetbuchhändler Amazon mit seinem „Kindle“ seit Jahren sehr erfolgreich, wenngleich Umsätze und Erlöse nicht kommuniziert werden. Nach Schätzungen wurden rund eine Million Geräte verkauft und bei (wenigen) Bestsellern bis zu 20 Prozent der Bücher elektronisch aus- geliefert. Nun ist der Kindle in Europa angekommen, es ist das amerikanische Gerät mit der Versionskennziffer 2 und englischer Menüführung. Zum Kaufpreis von 260 Dollar (175 Euro) müssen Zoll und Einfuhrsteuern hinzugerechnet werden. Das Gerät bringt kein für deutsche Steckdosen passendes Ladegerät mit, man muss den Akku vielmehr über USB am Computer laden. Mit dem Kindle kann man weiterhin derzeit nur auf das amerikanische Amazon-Angebot zurückgreifen. Es besteht aus rund 300.000 englischsprachigen Büchern sowie unzähligen internationalen Zeitungen und Zeitschriften. Zur Übertragung der Inhalte nutzt der Kindle 2 ein fest eingebautes Mobilfunkmodul mit einer Sim-Karte von AT&T. Hierzulande hält sich das Gerät also im Roaming-Modus auf. Wo immer irgendein Netz verfügbar ist, kann man drahtlos auf Einkaufstour gehen. Die Mobilfunkabteilung nutzt UMTS, aber selbst bei schwacher Funkversorgung mit Edge oder GPRS merkt man kaum Tempoverlust. Gebühren für den Mobilfunk fallen nicht an, das Modul kann man zudem abschalten. Allerdings funktioniert der Internet-Browser des Kindle 2 im Roaming-Modus nicht. Um Bücher oder Zeitschriften zu kaufen, muss ferner ein Amazon-Konto vorhanden sein. Bei der Inbetriebnahme verknüpft man das Gerät mit diesem Konto. Alle eigenen Einkäufe sind bei Amazon vorgehalten, man kann sie - falls kein Funknetz zur Verfügung steht - manuell über USB aufs Gerät kopieren. Auf diese Weise kommt ferner eigene Musik in den Kindle, zur Wiedergabe gibt es einen Kopf- höreranschluss und zwei eingebaute Lautsprecher. Schließlich hat der registrierte Kindle 2 eine eMail-Adresse, mit deren Hilfe sich beispielsweise Word-Dokumente über Funk empfangen lassen. Der Absender muss dazu autorisiert sein, und für die Konvertierung sowie Übertragung fallen Gebühren an. Das offene Epub-Format, für das viel gemeinfreie Literatur zu haben ist, unterstützt der Kinde 2 nicht. Vielmehr werden Bücher, Zeitungen und Zeitschriften von Amazon in einem proprietären und nicht offen gelegten Dateiformat mit der Endung „azw" gespeichert, auch hier ist digitale Rechteminderung im Einsatz: Gelesene Bücher oder Zeitschriften lassen sich nicht weitergeben. Auch erwirbt man keine Titel, sondern ist nach den Amazon-Geschäftsbedingungen nur ein Lizenznehmer. Ferner ist es sogar möglich, dass die Amerikaner schon gekaufte Bücher dem Kunden über die Mobilfunkanbindung wieder entziehen. So wurden im Juli einige Titel von Geräten der Kunden aus der Ferne gelöscht, weil dem Verleger die Rechte zur Veröffentlichung als eBook fehlten. Nach heftigen Protesten sicherte man zu, dass dies nicht wieder vor- kommen werde. Auch wenn sich manches Detail zunächst kompliziert anhört: Im praktischen Einsatz arbeitet die Funk- schnittstelle reibungslos, und die Idee ist geradezu genial. Wann und wo immer man Lust und Zeit zum Lesen hat, kann man im Amazon-Shop stöbern, die Kundenbewertungen eines Buches lesen und sich sogar kleine Probehäppchen daraus zusenden lassen. Der Einkauf ist unkompliziert, und weil das Gerät mit einem Amazon- Konto verheiratet ist, muss man nicht einmal ein Kennwort eingeben (versehentliche Einkäufe lassen sich stornieren). Mit dieser schönen Freiheit greift man gern zu, der Kindle verleitet zu Spontankäufen, und dank der Funktechnik kann man eben ganz schnell während einer Bahnfahrt die aktuelle Ausgabe einer Zeitung oder Zeitschrift kaufen. Wer eine Zeitung für den Kindle abonniert hat, bekommt sie übrigens nachts auto- matisch zugestellt. Das alles ist viel freundlicher als die Umstandskrämerei, für die sich der deutsche Buch- handel entschieden hat. Das Gerät selbst ist gut verarbeitet und einfach zu bedienen. Wie bei Sony verwendet das Display die eInk- Displaytechnik in Monochromdarstellung mit Graustufen, die gestochen scharfe Buchstaben hervorbringt und stundenlanges Lesen ohne Ermüden erlaubt. Das elektronische Papier zeigt Text und Bilder dauerhaft ohne Stromzufuhr an. Die Idee basiert auf der Elektrophorese, der Wanderung elektrisch geladener Teilchen durch eine Trägerflüssigkeit. Die Teilchen kann man sich wie kleine Kügelchen mit einer weißen und mit einer schwarzen Seite vorstellen, sie sind auf einer Folie aufgebracht. Die weiße Seite sind positiv geladene, die schwarze Seite negativ geladene Partikel. Elektrische Spannung an der Folie bewirkt, dass sich die Kügelchen so drehen, bis ein weißer oder schwarzer Pixel sichtbar ist, und wenn das Teilchen einmal seine Position eingenommen hat, behält es sie ohne weitere Energiezufuhr bei. Das eInk-Display kennt kein Flimmern, keine ungleiche Ausleuchtung, keine Reflexionen und Spiegelungen, es ist aber nur bei vorhandenem Licht lesbar, denn eine zusätzliche Beleuchtung fehlt, und es gibt ein leichtes Flackern beim „Umblättern", genauer gesagt: beim Aufbau der nächsten Seite. Wie die Sony-Apparate bietet auch der Kindle 2 eine Auflösung von 800 x 600 Pixel und eine Bildschirm- diagonale von 15 Zentimeter bei Gesamtmaßen von 20 x 13,5 x 0,9 Zentimeter und einem Gewicht von 290 Gramm. Der bislang nur in Amerika erhältliche Kindle DX ist deutlich größer und bringt es auf 25 Zentimeter und 1200 x 824 Pixel. Das Navigieren durch Bücher ist nahezu selbsterklärend, ein 4- Wege-Mini-Joystick hilft dabei, die Schriftgröße ist in sechs Stufen einstellbar. Ferner lassen sich Textpassagen hervorheben und mit eigenen Anmerkungen versehen, dazu existiert eine Tastatur unterhalb der Anzeige. Es gibt eine Volltext- suche und die Möglichkeit, englische Begriffe in einem auf dem Gerät gespeicherten Lexikon nachzuschlagen. Via Mobilfunk lässt sich ferner die englische Wikipedia „online" nutzen. Der Kindle 2 hat zwei Gigabyte RAM eingebaut, die sich nicht mit Speicherkarten erweitern lassen. Rund 1,4 Gigabyte stehen für die eigene Lektüre zur Verfügung, das sind etwa 1.500 Bücher. Der nicht vom Kunden wechselbare Akku hielt bei uns mit permanent eingeschaltetem Mobilfunk rund eine Woche, und das Übertragen eines Buches per Funk dauert selten länger als eine Minute. Alles in allem kommt der Kindle 2 dem perfekten eBuch sehr nahe. Wenn da nicht das nahezu ausschließlich amerikanische Angebot wäre. Ein großes Trostpflaster ist indes die Preisgestaltung ohne Buchpreisbindung: Fast alle Titel für den Kindle unterschreiten die amerikanischen Preisempfehlungen deutlich. Viele Bücher sind schon für weniger als fünf Dollar zu haben, und wer ein Fan englischsprachiger Bestseller ist, kann mit dem Kindle Etliches sparen. Ein typisches Beispiel für die Preisunterschiede: Was in der New Yorker Buchhandlung im Hardcover für 33 Dollar ausliegt, bietet Amazon für 23 Dollar im Versand und für 20 Dollar auf dem Kindle an. Umgerechnet 13,50 Euro. In deutscher Übersetzung kostet das gedruckte Buch 28 Euro. Abschließend ein Blick auf die Zeitungen und Zeitschriften. Wir haben die „Frankfurter Allgemeine Zeitung", das „Handelsblatt", die „New York Times" und das amerikanische „PC Magazin" am Kindle gelesen. Die Preise für eine einzelne Ausgabe oder das Abonnement sind abermals sehr attraktiv, und der reine Lesevorgang bereitet keine Probleme. Aber die Umsetzung ist grottenschlecht. Es fehlen alle Bilder, Tabellen und Grafiken. Die „New York Times" bringt genau ein Foto, nämlich das Titelbild. Der Verzicht auf sämtliche visuellen Elemente ist ein Unding, das allein verleidet einem sämtlichen Spaß am Zeitunglesen. Ebenso fehlt jedwede Möglichkeit, sich auf gewohnte Weise in der Zeitung oder in dem Magazin zu orientieren, also zum Beispiel alle Artikel auf einer Seite in den Blick zu nehmen, schnell den jeweiligen Vorspann zu überfliegen und sich zielgerichtet interessant Erscheinendes herauszupicken. Dazu müsste das Display viel größer sein und Artikel über- oder nebeneinander zeigen. Man sieht im Inhaltsverzeichnis lediglich die Rubriken, dann kommen meist schon die Artikel. Bei der FAZ erfährt man nicht einmal den vollständigen Namen des Ressorts „Deutschland und die ...", und wer auf „Technik und Motor" klickt, bekommt die einzelnen Artikel in einer scheinbar willkürlichen Reihenfolge vorgesetzt, nämlich zunächst den „Aufmacher" jeder Seite, und dann geht es wieder retour zu den kürzeren Stücken. Während man ein Buch von vorn nach hinten liest, ist das Angebot von Zeitungen und Zeitschriften stets eine bunte Auswahl, von der nicht jeder Leser alles mitnimmt. Diesen fundamentalen Unterschied berück- sichtigt der Kindle nicht. Die tolle Möglichkeit, über Mobilfunk aktuelle Ausgaben schnell und unkompliziert zu kaufen, verliert damit ihren Reiz. Ein mobiles Lesegerät für Zeitungen und Zeitschriften müsste jedenfalls ganz anders aussehen. Und man kann eben nicht einzelne Artikel kopieren, weitergeben oder am Sonntagmorgen den Sportteil über den Frühstückstisch reichen. FAZ091117MichaelSpehr


Weltbild stellt eigenes elektronisches Buch vor
Die Augsburger Medien- und Verlagsgruppe Weltbild GmbH bietet ein eigenes elektronisches Buchlese- gerät (eBook) an. Damit macht sie dem einzigen bisher käuflich zu erwerbenden Modell von Sony Bericht weiter unten Konkurrenz. „Aber mit der besseren Technik", wie der Vorsitzende der Geschäftsführung, Carel Halff, versichert. Das eigene von dem mittelständischen französischen Hersteller Bokeen hergestellte Buch- lesegerät könne den Inhalt von mehr als eintausend Büchern speichern, das von Sony nur 160. Der größte Vorteil seien aber die zwölf verschiedenen Schriftgrößen, unter denen der Nutzer wählen könne. Das seien dreimal mehr als im Konkurrenzprodukt, das zudem noch teurer sei. Dennoch erwartet Halff keinen Umsatz- sprung durch das neue Gerät. „Wenn wir in 3 bis 5 Jahren mit dem digitalen Buch das Volumen des Hörbuchs von derzeit 4 Prozent Marktanteil am Buchmarkt erreichen, dann ist das ein beachtliches Ergebnis", sagt Halff. Vor allem der Einstiegspreis von 250 bis 300 Euro für das Lesegerät stehe einer schnellen Verbreitung im Weg. Für Halff ist das elektronische Buch, das sein Haus unter dem Namen Cybook verkauft, denn auch kein Ersatz für gedruckte Bücher, sondern ein zusätzlicher Weg, um Buchinhalte zu verbreiten, zumal die elektronischen Buchinhalte zwischen 10 und 15 Prozent billiger angeboten werden als die gleichen Inhalte in gedruckter Form. Halff geht davon aus, dass das elektronische Buchlesegerät erst im dritten Jahr positive Deckungsbeiträge leisten wird. Die großen Aufgaben der kommenden zwei bis drei Jahre für sein Haus sieht Halff woanders. „Der Buchhandel wandelt sich gerade vom katalogdominierten zum onlinedominierten Multi- Channel-Geschäft", beschreibt Halff die große Veränderung, auf die sich sein Haus mit einer großen Um- strukturierung einstellt. Das MultiChannel-Geschäft, wonach die Absatzkanäle Versand und stationärer Einzel- handel eine verbundene Einheit bilden, lebt Weltbild schon mehrere Jahre. Man kann die im Katalog ange- botenen Medien (Bücher, CDs, Filme, elektronische Spiele, Software) über das Internet bestellen und im Buch- geschäft abholen. Innerhalb dieses Zusammenspiels der Vertriebskanäle wächst das Internet ganz deutlich. Der Onlinehandel nehme weiterhin zweistellig zu, sagt Halff. Die Weltbild-Gruppe erziele bereits die Hälfte ihres Handelsumsatzes über das Internet. Dieses Geschäft sei sehr ertragreich, weil der Kunde seine Bestellung quasi selbst einscanne, weil man über das Internet neue Kunden ohne Werbeaufwand generiere und weil man Katalogkosten spare. Daher sei Weltbild in der Lage, künftig die Versandkosten selbst zu tragen, anstatt sie dem Kunden in Rechnung zu stellen. Auf den Katalog werde man nicht verzichten. Er habe aber zunehmend nur noch die Aufgabe eines Impulsgebers für die Onlinebestellung, und man könne sich überlegen, ob dieser Impuls wie bisher zwölfmal im Jahr erfolgen müsse oder ob es nicht reiche, einem Kunden acht- oder zehnmal einen Katalog zuzusenden. Finanzielle Luft verschafft zusätzlich der Verkauf des niederländischen Onlineanbieters bol.com. Weltbild nennt keinen Verkaufspreis, in der Branche geht man aber von einem Erlös von gut 200 Millionen Euro aus. Der Verkauf der niederländischen Beteiligung sei ebenso Wie der Rückzug aus dem Russland-Geschäft jeweils eine Einzelmaßnahme und kein Ende der Expansion. Bol stehe vor einer Expansionsphase, die Weltbild nicht habe mittragen wollen. In Russland sei nach einer staatlich angeordneten Portoerhöhung der Buchversand unattraktiv geworden. Die Aktivitäten in Polen, Österreich und der Schweiz würden fortgesetzt. Allerdings stehe angesichts der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen jetzt eine weitere Expansion der Gruppe - der nichtkonsolidierte Umsatz belief sich im letzten vollen Geschäftsjahr auf 1,95 Milliarden Euro - nicht im Vorder- grund. Da die Umstrukturierung mit den Gesellschaftern, den katholischen Bistümern, abgesprochen ist, dürfte sich auf Eigentümerseite längere Zeit nichts ändern. Die Bistümer hatten nach einem Erwerber gesucht, sehen aber derzeit kaum Chancen, den gewünschten Preis zu erzielen. Die Verkaufsbemühungen seien daher zunächst auf Eis gelegt worden. Ein größerer Personalabbau werde mit der Umstrukturierung nicht verbunden sein, da vor allem im Internethandel steigende Volumina zu bewältigen seien. FAZ090505geg
Wizpac
Deutsche Antwort auf Kindle - Wizpac will Amazon mit neuem Lesegerät Paroli bieten
Hightech made in Germany - es gibt sie doch. Wizpac heißt das Berliner Unternehmen, das mit seinem elek- tronischen Lesegerät Txtr gegen Großunternehmen wie Amazon und Sony antreten will. Wizpac will digitale Inhalte aus Zeitungen, Zeitschriften oder Büchern zunächst auf eine Internetplattform bringen und von dort auf das mobile Lesegerät transportieren. Auf der Internetseite können die Nutzer ihre eigenen Inhalte aus dem Internet hinterlegen, ihren Freunden diese Texte empfehlen und kostenpflichtige Inhalte der Verlage kaufen. „Die Nutzer sind bereit, für diese Inhalte zu zahlen", gibt sich Andreas Steinhauser, der Technikchef von Wizpac, optimistisch. Bei den Verlagen, die zurzeit intensiv nach neuen Erlösquellen für ihre digitalen Inhalte suchen, rennt er mit diesem Ansatz nach eigenen Angaben offene Türen ein. „So wie Apple den Musikverlagen das Geschäft kaputtgemacht hat, haben die Verlage nun Angst, dass Amazon mit Kindle ihnen die Preise diktiert", sagt Steinhauser. Bei seinem Konzept können die Verlage leichter die Kontrolle über die Preisgestaltung behalten. Das Lesegerät Txtr ist leicht und schlank, soll aber zwei bis drei Wochen bis zu vier Stunden Lesespass bieten. Möglich macht dies die sogenannte elektronische Tinte, die Strom nur beim Umblättern benötigt, nicht aber während der Textanzeige. „Im Moment ist der Bildschirm nur schwarz weiß, der Farbbildschirm kommt 2010", sagt Steinhauser. Einzige Anschlussmöglichkeit ist ein Mikro-USB-Anschluss. Dank des Funkstandards W-Lan, einem schnellen UMTS-Mobilfunkanschluss und dem Kurzstreckenfunk Bluetooth kann sich der Txtr aber überall mit der Internetseite synchronisieren. Denn dort laufen neue Inhalte, die zum Beispiel per RSS-Feed von der Seite eines Verlages kommen, automatisch ein. Da die Schnittstellen der Internetseite offen sind, können Verlage auch eigene Anwendungen auf dieser Basis bauen und auf ihre eigenen Internetseiten stellen. Der Preis für das Gerät stehe noch nicht fest, werde aber 200 Euro sicher überschreiten, sagt Steinhauser. Gegen Ende des Jahres soll das Projekt starten. FAZ090305ht
E-Book-Reader aus Deutschland
Ein Berliner Unternehmen hat ein eigenes Lesegerät für Zeitungen und Bücher entwickelt. Das Txtr soll Amazons Kindle und Sonys Reader Konkurrenz machen. Auf der weltgrößten Computermesse CeBit stellte die Firma Wizpac den Prototypen des Lesegeräts vor. Es nutzt nach Angaben des Herstellers die als eInk (elektronische Tinte) bezeichnte Display-Technik – ebenso wie das Konkurrenzgerät von Sony, der PRS-505. „Wir haben auf allen unnötigen Schnickschnack verzichtet“, erklärt der technische Leiter Andreas Stein- hauser. Das Gerät namens Txtr soll einfach zu bedienen sein und als einzige Öffnung einen Mikro-USB- Anschluss besitzen. Im Unterschied zum Sony-Reader soll der Txtr bei der Fertigstellung aber auch eine On- line- Verbindung bekommen – über WLAN oder UMTS. Über Nahfunk können sich zudem zwei Geräte erkennen und Texte austauschen. Zudem soll es eine Plattform im Netz geben, auf der die Txtr-Besitzer frei verfügbare Texte hochladen und austauschen können. Zudem können bei einem Online-Shop Verlage ihre elektronischen Bücher anbieten, zu einem selbst ge- wählten Preis. Auch Zeitschriften, Magazine und Tageszeitungen könnten dort mit eigenen Abo-Modellen ihre Ausgaben zum Download bereitstellen.
Handbibliothek: Das elektronische Buchlesegerät von Txtr. Auf der Buchmesse begegnet der Besucher digitalen Büchern und Lesegeräten zwar immer nur am Rande. Aber es ist deutlich spürbar, dass e-Books nicht nur eine Modeerscheinung sind, sondern eine Alternative zum gedruckten Buch werden können. Die Beispiele von zwei jungen Start-up-Unternehmen aus Berlin und Zürich zeigen, dass es durchaus unterschiedliche Vorstellungen gibt, wie die digitale Zukunft des Buches aussehen könnte. „Wir starteten vor zwei Jahren mit einer weißen Seite", sagt Kuno Jung. Der Gründer von Blankpage erklärt mit diesen Worten in starkem Schweizer Akzent, wie das Unternehmen mit seinen gerade mal fünf Mitarbeitern zu seinem Namen gekommen ist. Was Jung in Frankfurt den Besuchern präsentiert, sind keine beschriebenen Seiten, wie man sie von Büchern, Zeitschriften und Zeitungen kennt. „Akilibooks", wie er sein Produkt nennt, sind bunt. Sie enthalten Bilder, Links, Hörbeispiele und kurze Videofilme. Ausgangsmaterial für das Konzept sind bestehende Bücher, die in elektronische Akilibooks umgesetzt werden sollen. Jung denkt zunächst vor allem an Lehrbücher. Cambridge University Press und andere Verlage konnten als Partner bereits gewonnen werden. Um das Lehrmaterial multimedial und interaktiv aufzubereiten, benutzen die Verlage spezielle Software, die Blankpage zur Verfügung stellt. Ein Biologielehrbuch über Vögel enthält dann nicht nur Bilder der verschie- denen Arten, sondern im eBook abspielbare Audio-Dateien mit den Stimmen der Tiere. In Videos wird das Flugverhalten erklärt. Hinweise verweisen auf externes Material. Dazwischen können die Lernenden ihr Wissen überprüfen, indem sie Fragen beantworten. Lehrer oder Professoren könnten die Lernschritte ihrer Schüler und Studenten direkt verfolgen - oder gar kontrollieren. Um dieses Lehr-Lern-Verhältnis so umsetzen zu können, ist eine besondere Infrastruktur notwendig. Die auf akilibooks.com gekauften Bücher können Kunden auf bis zu fünf Endgeräte verteilen. Der Lernende lädt sich also ein Lehrbuch etwa auf seinen Heimrechner, Notebook und iPhone. Damit ist er flexibel, wann und wo er seine Hausaufgaben macht. Alle Aktionen wie Markierungen, Fußnoten oder Antworten werden „in the cloud" auf Servern gespeichert. Das Berliner Unternehmen Txtr unterscheidet sich von Blankpage nicht nur im Konzept, wie man mit eBooks Geld verdienen will. Christophe F. Maire, seit wenigen Wochen Geschäftsführer bei Txtr, wirkt mit seinen grauen Haaren und dem französischen Akzent international und professionell, fast wie ein Verkäufer - und ist somit so ziemlich das Gegenteil von Kuno Jung. Maire hat Erfahrung mit digitalem Inhalt. Er war Mitgründer der Gate5 AG, die von Nokia übernommen wurde, um die Navigationssoftware weiterzuentwickeln. Bei der Txtr GmbH wirbt er nun für Hardware. Der eBook-Reader, der erstmals auf der Buchmesse vorgestellt wurde, zieht das Interesse der Besucher deutlich auf sich. Anders als der Kindle (von Amazon) oder der Sony-Reader hat dieses Lesegerät eine nahezu erotische Ausstrahlung. Offensichtlich haben sich die Entwickler im Vorfeld genügend Gedanken gemacht, wie ein digitales Lesegerät aussehen sollte und was es können muss. „Super simpel, nur eine Sache, immer online und noch reduzierter als der Kindle" soll der Txtr sein, sagt Maire. Und sein Minimalismus geht auf. Das Gerät wirkt viel kleiner als andere Lesegeräte, obwohl es auch ein 6-Zoll-Display hat. Zudem gibt es nur drei Bedientasten. Auf die Touchscreen-Funktionalität wurde verzichtet, um bessere Lesbarkeit zu garantieren. Bei der Vorführung der Prototypen auf der Buchmesse hakte es noch etwas an verschiedenen Stellen. Aber daran wollen die Ent- wickler noch feilen. Auf die Software können sich Programmierer schon einmal freuen.Denn die wird offen sein. Mit 319 Euro wird der Txtr dann teurer sein als der Kindle oder die Touch Edition von Sony. 20.000 deutschsprachige Bücher stehen zur Verfügung. Ein Buch kann auf zwei Wegen auf dem Txtr gelanden: Entweder kauft der Kunde via integrierter Edge-Funkverbindung im Txtr-Store ein - ähnlich wie mit dem Kindle auf amazon.com. Oder er besorgt sich den Titel im Internet und zieht ihn per USB-Verbindung auf das Lesegerät. Um sich gegenüber der Konkurrenz gut positionieren zu können, bietet Txtr laut Maire die „einzige kom- plette Lösung" an. Auf txtr.com können die Besitzer des Readers nicht nur ihre Bücher online speichern, sondern auch Word-Dokumente, PDF-Dateien, Excel-Tabellen oder Powerpoint-Präsentationen mit anderen Nutzern teilen. Txtr.com fungiert dann wie eine Art private Tauschbörse - für die der Nutzer allerdings monatlich mindestens 10 Euro bezahlen muss. FAZ091017made

Fujitsus eBook-Reader Flepia: Das erste tragbare eBook der Welt mit Farbdisplay
Nach langer Verzögerung bringt der japanische Elektronikkonzern Fujitsu seinen eBook-Reader Flepia in Japan den Handel. Das "ePaper Mobile Terminal", wie Fujitsu die Gerätegattung nennt, soll für umgerechnet 775 Euro zu haben sein. Der Flepia kann in Japan ab sofort vorbestellt werden. Wann und ob das Gerät nach Deutschland kommt, steht bislang noch nicht fest. Das Gerät wird es in zwei verschiedenen Größen geben: A4 (12,5 Zoll) und A5 (8 Zoll). Das A4- Modell wiegt 480 g, das kleinere 320 g. Beide Modelle sind mit 12 mm gleich dünn. Das ePaper-Display (8 Zoll) stellt bis zu 260.000 Farben dar, benötigt dazu aber drei Scandurchläufe. Mit zwei Durchläufen kommt es nur auf 4.096 Farben, mit einem auf 64. Die Zahl der Scandurchläufe wirkt sich dabei erheblich auf die Zeit aus, die das Dis- play benötigt, um neue Inhalte anzuzeigen. Ein Scan dauert 1,8 Sekunden, zwei Scans bereits 5 Sekunden. Wenn das verfügbare Spektrum von 260.000 Farben voll ausgeschöpft werden soll, dauert es 8 Sekunden, bis eine neue Seite angezeigt wird. Alternativ zum Tastaturfeld ist das Gerät als Touchscreen auch mit dem digitalen Stift bedienbar. Bluetooth (V2.0 + DER), WLAN 802.11 b/g, USB 2.0 und bis zu 4-GByte-Speicher per SD Card gehören zur Ausstattung. Der Akku hat eine Laufzeit von 40 Stunden im Dauerbetrieb . Darstellbar sind die Dateitypen PDF, TXT, HTML, Word, Excel, Powerpoint, XMDF-E-Book-Formate und verschiedene Bildformate. Die japanische Version des Flepia kommt mit dem Betriebssystem Windows CE 5.0. Das Fujitsu FLEPia E-Book ist erhältlich in White Pearl, Pink Pearl und Silver.
Jeff Bezos, Gründer und Chef von Amazon, hat in New York das Buchlesegerät Kindle vorgestellt
Ein Kindle für Zeitungen Der amerikanische Online-Händler Amazon bringt offenbar eine neue Version seines digitalen Lesegeräts Kindle heraus, die für das Lesen von Zeitungen und Zeitschriften gedacht ist und entsprechend größer ist als das bisherige Modell. Amazon hatte zu einer Pressekonferenz in New York eingeladen. Über den Inhalt wurde zwar nichts verraten. Die Nachricht von einem bevorstehenden Kindle für Zeitungen wurde aber von der „New York Times" gemeldet, die darauf hinwies, selbst zu den Partnern bei der Einführung zu gehören. Amazon hat erst im Februar die zweite Generation des Kindle vorgestellt. Das Gerät gilt als erfolgreich, und es gab lange Wartezeiten dafür, wobei Amazon selbst keine konkreten Angaben zu Absatzzahlen macht. Amazon verkauft schon bislang neben Büchern auch Abonnements für Zeitungen. So ist zum Beispiel die „New York Times" für 13,99 Dollar im Monat zu haben. Das Lesen von Zeitungen auf dem bisherigen Kindle bringt aber einige Einschränkungen mit sich: Der Bildschirm ist relativ klein, die Inhalte werden nur einmal täglich aktualisiert, und es gibt weder Farbfotos noch Videos. Mit dem neuen Kindle soll nun zumindest das Problem des kleinen Bildschirms behoben werden. Für Zeitungsverlage könnten Lesegeräte wie der Kindle eine zusätzliche Um- satzquelle bringen. Die Zeitungsbranche steckt vor allem in Amerika in einer schweren Krise und kämpft mit schrumpfenden Auflagen und Anzeigenumsätzen. FAZ090505lid

Der Online-Händler Amazon hat sich mit dem elektronischen Lesegerät Kindle hohe Ziele gesteckt. Der Markt zieht aber schon jetzt viele Wettbewerber an. Und Buchverlage sowie Zeitungen hoffen zwar auf neue Umsatzquellen, sind zugleich aber auch misstrauisch: Denn wer wird am Geschäft letztlich verdienen? Nicht zuletzt lassen die Geräte technisch noch zu wünschen übrig. Jeff Bezos arbeitet zielstrebig daran, Bücher und andere Druckerzeugnisse überflüssig zu machen. „Es wäre nicht schlecht, wenn wir uns zu einer papierlosen Gesellschaft hinbewegen würden", sagte Bezos bei der Vorstellung der neuen Generation seines elektronischen Lesegeräts Kindle in New York. Bücher, Zeitungen und Dokumente - all das will Bezos mit dem Kindle digitalisieren. Bezos kann es Menschen nicht verdenken, wenn sie es angenehmer und praktischer finden, Inhalte auf Papier anstatt auf dem Computerbildschirm zu lesen. Er hofft aber, dass er dies mit dem Kindle ändern kann. Bezos hat mit der Vorstellung des neuen „KindleDX" eine weitere Offensive in einem Markt gestartet, in dem sich nach einem zähen Beginn die Ereignisse überschlagen. Im Moment kommt ein neues Produkt nach dem anderen auf den Markt. Neben Amazon hat der deutsche Weltbild-Verlag ein digitales Lesegerät mit dem Namen Cybook vorgestellt siehe Bericht oben. Für Amazon war diese Präsentation schon das zweite neue Kindle-Modell in diesem Jahr. Den Kindle gibt es bislang nur in Amerika, und Amazon hat noch keinerlei Angaben zu einem möglichen Start in anderen Ländern gemacht. Digitale Lesegeräte sind keine völlig neue Erfindung. Schon vor mehr als zehn Jahren gab es die ersten Modelle mit Namen wie Rocket eBook oder Softbook zu kaufen. Die Produkte hatten zwar eine einge- schworene Fangemeinde, konnten sich aber nie in der Masse etablieren und wurden schließlich eingestellt. Es gab zu wenig Titel in digitaler Form, die Preise für die elektronischen Bücher waren zu hoch, die Speicher- kapazität der Geräte war begrenzt und die Bildschirme nicht leserfreundlich. Einen großen Sprung nach vorne gab es im Jahr 2006, als der japanische Unterhaltungskonzern Sony den eBook-Reader einführte Bericht dazu weiter unten. Der Sony-Reader war das erste Gerät mit der Bild- schirmtechnik von eInk, einem kleinen Unternehmen aus der Nähe von Boston. Diese „elektronische Tinte" von eInk erlaubt einen hohen Kontrast und kommt ohne Hintergrundbeleuchtung aus, was das Lesen für die Augen weniger ermüdend macht. Die eInk-Technik ist mittlerweile zum Standard in der Branche geworden. Der Wachstumsmarkt zieht immer mehr Wettbewerber an. Neben den großen Anbietern wie Amazon und Sony tauchen auch neue Konkurrenten auf, die sich allein auf diese Geräte spezialisieren. Zu den aus- sichtsreichsten Adressen wird das junge Unternehmen Plastic Logic aus dem kalifornischen Mountain View gezählt, das ein Lesegerät auf den Markt bringen will. Plastic Logic hat seine Produktion in Dresden, zum Aufbau seines Geschäfts hat das Unternehmen 200 Millionen Dollar von Investoren eingesammelt. Zu den Geldgebern gehören neben Finanzinvestoren auch prominente Industrienamen wie Intel, Siemens oder BASF. Auch Plastic Logic Bericht unten auf dieser Seite hat Allianzen mit Zeitungen wie „USA Today" oder „Finan- cial Times" geschlossen. Die Medienkonzerne News Corp. und Hearst, die über umfangreiche Zeitungs- aktivitäten verfügen, haben selbst in die Entwicklung neuer Lesegeräte investiert. Für die Zeitungsbranche könnten Lesegeräte ein Hoffnungsschimmer in der Krise sein. Die Verlage leiden unter rückläufigen Auflagen und Anzeigenumsätzen, viele Menschen verzichten auf eine Tageszeitung und nutzen Gratisangebote im Internet. Mehrere amerikanische Zeitungshäuser haben Insolvenz beantragt oder Blätter ganz eingestellt. Die Verlage hoffen nun, dass Lesegeräte zu einer neuen elektronischen Plattform werden könnten, für deren Nutzung die Menschen im Gegensatz zu den meisten Internetangeboten zu zahlen bereit sind. Die Amazon-Präsentation hat aber auch unterstrichen, dass die Branche noch am Anfang steht. Auch wenn der neue Kindle den Zusatz „DX" für „Deluxe" bekommen hat, mutet er doch in vielerlei Hinsicht fast archaisch an. Auch in seiner jüngsten Version bleibt der Kindle schwarzweiß und erlaubt keine Farbfotos. Das macht gerade das Lesen von Zeitungen und Zeitschriften weniger reizvoll, und es mindert auch die Attraktivität für mögliche Werbekunden. Zudem wirkte es fast linkisch, wie Jeff Bezos bei seiner Demonstration den Kindle mit allerlei Knöpfen bediente - in einer Zeit, in der sich die Menschen an berührungsempfindliche Oberflächen wie beim iPhone gewöhnt haben. Der Sony-Reader und das kommende Gerät von Plastic Logic haben Touch- screen-Funktionen. Lesegeräte mit Farbbildschirm werden aber wohl noch ein paar Jahre auf sich warten lassen, wie der Techniklieferant eInk zugibt. Die bisherigen Schwachpunkte lassen es jedenfalls als sehr ambitioniert erscheinen, dass Amazon für seine Deluxe-Version des Kindle den Preis auf 489 Dollar nach oben geschraubt hat (die 359-Dollar-Version mit kleinerem Bildschirm wird es weiterhingeben). FAZ090509RolLindner
Jeff Bezos, Amazon
Gerät zum Bücherlesen Der Internet-Einzelhändler Amazon hat sein elektronisches Gerät zum Lesen digitaler Bücher vorgestellt. Das „Kindle” (frei übersetzt: „ein Licht entzünden”) genannte eBook kann rund 200 Bücher speichern und wiegt knapp 300 Gramm. Es soll in den USA 399 Dollar kosten (etwa 272 Euro). Die Bücher können auf das mit drahtlosem Internetzugang und Tastatur ausgestattete Lesegerät direkt ohne Computer heruntergeladen werden. Passende elektronische Bücher sollen 9,99 Dollar kosten. Zusätzlich gibt es Abos von Zeitungen und Magazinen. Das Unternehmen habe drei Jahre an dem Gerät gearbeitet, sagte Amazon-Chef Jeff Bezos. HAdpa071121

Foto links: Jeff Bezos, Amazon-Gründer, Foto rechts: das neue eBook “kindle”
Der weltgrößte Interneteinzelhändler Amazon will den schwachen Absatz elektronischer Bücher mit einem eigenen Lesegerät ankurbeln. Der jetzt vorgestellte eBook-Reader mit dem Namen Kindle wiegt knapp 300 Gramm und kann rund 200 Bücher speichern. Elektronische Lesegeräte haben sich trotz aller Bemühungen der Hersteller bisher nicht durchsetzen können. Amazon hat aber den Vorteil, Gerät und Inhalte aus einer Hand anbieten zu können. Mit einer ähnlichen Stra- tegie hat Apple mit seinem iPod den Online-Vertrieb von Musik angeschoben. „Die Technologie der elektrischen Tinte entwickelt sich stark weiter. Amazons Kindle und der auf der Buchmesse vorgestellte Reader Riad von iRex Technologies und Philips sind die besten Lesegeräte, die es bisher gab”, sagt Arnoud de Kemp, Sprecher des Arbeitskreises Elektronisches Publizieren im Börsenverein des Deutschen Buchhandels, dem Hamburger Abendblatt. „Es besteht nun die Chance, dass das Thema eBooks vorankommt.” Allerdings sei der Preis ein Hindernis. „Damit elektronische Lesegeräte wirklich einen Massenmarkt erobern, müssen sie deutlich günstiger werden als derzeit”, so de Kemp. Mehr als 90.000 Bücher sind zum Start von Kindle für einen Preis von durchschnittlich 9,99 Dollar elektronisch verfügbar. Auch Tageszeitungen wie die „New York Times” oder das „Wall Street Journal” können mit einem Abo gelesen werden. Für das Herunterladen der Bücher ist anders als bei anderen Geräten kein PC notwendig. Die Bücher lassen sich in weniger als einer Minute drahtlos per Mobilfunk auf das Gerät laden. Mehr als drei Jahre habe Amazon an dem eBook-Reader gearbeitet, sagte Konzernchef Jeff Bezos. Der Anspruch sei gewesen, das Design so zu gestalten, dass das Gerät beim Lesen in den Hintergrund rückt. „Das Produkt ist innovativ und hat das Potenzial, das eBook-Geschäft wieder zu beleben”, schätzt auch Analyst Cott Devitt von Stifel, Nicolaus & Co. Erste Zielgruppe dürften loyale Amazon-Kunden und Vielreisende sein. Dass Kindle allerdings einen Kick wie der iPod auslösen könnte, bezweifelt Ross Rubin vom US-Marktforschungsunternehmen NPD Group: „Niemand wird das Kindle für seinen Sexappeal kaufen”, sagte Rubin dem „Wall Street Journal”. Die eBooks gibt es seit fast 20 Jahren. Es sind aber bis heute in den USA gerade einmal 100.000 Lesegeräte verkauft worden. Damit würden vermutlich zwischen 15 und 25 Millionen Dollar Umsatz gemacht, schätzt Arthur Klebanoff vom New Yorker eBook-Verlag Rosetta Books. Kindle hat einen Schwarz-Weiß-Bildschirm mit elektronischer Tinte, der kein Hintergrundlicht benötigt und bei Sonne so gut lesbar sein soll wie ein Buch. Die Diagonale beträgt sechs Zoll (15,2 cm). Der Energieverbrauch soll deutlich geringer sein als bei einem Laptop - und das Lesen wesentlich augen- schonender als bei einem herkömmlichen Bildschirm. HAnisAFP071121

Für das Kindle eBook nutzt Amazon das Angebot der französischen Tochtergesellschaft Mobipocket. Die Konsequenz wäre die vollständige Inkompatibilität sowohl zum Konkurrenten Sony als auch zu dem auf Amazon noch angebotenen Adobe-Format.
Kindle-Nutzer können zum monatlichen Abo-Preis zwischen 5,99 und 14,99 Dollar auch Zeitungen im elek- tronischen Format wie die “New York Times” und die "Frankfurter Allgemeine Zeitung” herunterladen. Rund 300 Internet-Blogs können zu Preisen ab 0,99 Dollar monatlich gelesen werden. Außerdem können die Kindle- Nutzer auf das Internet-Lexikon Wikipedia und über ihren eMail-Zugang auf eigene Dateien in Formaten wie Word, jedoch nicht auf PDF-Texte zurückgreifen. Drahtlose Übertragung Das Besondere an Kindle ist nach Unternehmensangaben, dass es Dateien über das moderne Handy-Netz EVDO drahtlos herunterlädt. Es muss also anders als das eBook von Sony nicht an einen Computer an- geschlossen werden. Das 300 Dollar teure Sony-Gerät stellt die Texte ebenfalls in Schwarz-Weiß dar, hat aber anders als das Kindle keine Tastatur.
Speichern und Suchen sind die Stärken der neuen elektronischen Lesegeräte, und es liest sich gar nicht mal schlecht mit ihnen. 295 Gramm für 359 Dollar: Der Kindle ist so groß wie ein Taschenbuch, speichert bis zu 200 Bücher und hat eine eigene Internetverbindung. Er bietet sechs Schriftgrößen an und ermöglicht Volltextsuche, Unterstrei- chungen und Anmerkungen. Ein Eselsohr kann oben rechts mit dem Cursor markiert werden, der sich mit dem über der Tastatur liegenden Rädchen dirigieren lässt. Umgeblättert wird per Tastendruck links oder rechts. Erstmals seit der Einführung solcher elektronischen Lesegeräte vor etwa zehn Jahren drohen der Kindle und seine Artgenossen wie Sonys Portable Reader, das Cybook oder der iLiad dem gedruckten Buch ernsthafte Konkurrenz zu machen. Dank einer neuen Bildschirmtechnologie, die mit einer Art elektronischer Tinte arbeitet, lässt sich mit den neuen Geräten genauso gut lesen wie am Computerbildschirm und das sogar bei Tageslicht im Freien. Man könnte diese Geräte als nützliche Hilfsmittel abtun, als digitale Lastenesel und profane Alternative zum schönen Buch. Schließlich ist es ja wirklich bequem, wenn man auf Reisen eine veritable Handbibliothek mit mehreren hundert Bänden in einem kleinen, eher hässlichen Plastikkästchen gespeichert hat, das indes kaum größer und schwerer ist als ein Taschenbuch und überdies noch so nützliche Funktionen wie eine Volltext- suche anbietet. Aber während die einen freudig vom größten evolutionären Schritt seit Erfindung des Buch- drucks sprechen, fragen sich die anderen besorgt, welche Umwälzungen dem wichtigsten Medium der Kulturgeschichte bevorstehen könnten. Der Kindle ist in den Vereinigten Staaten seit zehn Monaten auf dem Markt. Amazon soll dort bislang etwa 300.000 Geräte verkauft haben und bietet zur Zeit 166.000 elektronische Titel an, Neuerscheinungen, Best- seller, Klassiker sowie einige Magazine und Tageszeitungen. Die Preise reichen von 99 Cent für einen Klassiker wie Emily Dickinsons Gedichte bis zu 9,99 Dollar für einen aktuellen Bestseller. Verlage sehen das so: „Wir alle machen den größten Teil unseres Umsatzes mit dem Hardcover. Wenn dort der Umsatz halbiert wird, weil das E-book nur halb so viel kostet wie das gedruckte Buch, schrumpft früher oder später jeder Verlag auf die Hälfte seiner jetzigen Größe.” Angeblich will Amazon für Studierende und alle Leser von Fachbüchern schon bald einen größeren Kindle anbieten, der Tabellen, Grafiken und Abbildungen aller Art besser darstellen kann. Allein schon die Voll- textsuche, die der Kindle erlaubt, macht ihn für alle interessant, die mit Büchern arbeiten wollen. Viele Beob- achter glauben, dass sich das ebook vor allem im Bereich des Sachbuchs rasch Terrain erobern könnte. Die Literaturagenten, die sich auf wissenschaftliche Publikationen und populäre Sachbücher spezialisiert haben, sagen der neuen Technologie eine große Zukunft voraus. Über die Internetverbindung Whispernet lässt sich innerhalb von sechzig Sekunden jedes im Kindle Store angebotene Buch herunterladen. Bislang soll sich überwiegend Unterhaltungsliteratur verkauft haben: Thriller und Titel der aktuellen Bestsellerlisten. Amazon hat eine Zielgruppe offenbar bereits fest ins Visier genommen: Die für das nächste Jahr ange- kündigte verbesserte Standardversion des Kindle soll über einen Farbbildschirm verfügen und so die Attrak- tivität des Produkts für junge Leser erhöhen. Und wie wird die Auseinandersetzung um das unverhohlene Monopolstreben des weltweit größten Internetbuchhändlers enden? Während Sonys Portable Reader und der iLiad die gängigen e-book-Formate wie PDF wiedergeben, akzeptiert der Kindle nur Amazons eigenes Format und errichtet somit ein geschlossenes System, das andere Anbieter ausschließt und den Kunden gängelt. Dessen Weg zur scheinbar schrankenlosen neuen Bücherwelt soll ausschließlich durch das digitale Nadelöhr des Kindle Stores führen. Was dort nicht angeboten wird, ist für Kindle-Nutzer nicht erreichbar und führt kein digitales Leben. Anleitungen zum Knacken des Kindle- Codes werden auf einschlägigen Websites denn auch bereits diskutiert. Wer heute Amazons Lesegerät zur Hand nimmt, ist in den ersten Stunden und Tagen dieser Erfahrung beeindruckt von den technischen Möglichkeiten dieses Geräts. Tritt er danach wieder an sein Bücherregal, wird ihm die Aura des Buches so zart und verletzlich erscheinen wie der Flügel eines Schmetterlings. FAZHubertSpiegel080829


Amazon bringt neue Version seines Lesegeräts Kindle
Der Online-Händler startet eine neue Offensive im Wettbewerb mit Sony und verkündet eine Allianz mit Stephen King. Die erste Generation des elektronischen Buchlesers ist schon vergriffen; im kommenden Jahr könnte der Konzern einen Umsatz von mehr als einer Milliarde Dollar mit dem Gerät erzielen, erwarten Analysten. Das Buchgeschäft leidet bislang nicht unter der Neuerung.
eBücher von Amazon
Download für elektronische Bücher bei Amazon im eCommerce
Eines der nächsten Geschäftsfelder, in das Amazon einsteigen will, ist das Herunterladen digitaler Inhalte wie Musik. „Heute ist das Geschäft noch sehr klein. Aber auf lange Sicht sind digitale Medien zum Download ein interessantes Feld für Amazon. Wir haben bereits das Unternehmen Mobipocket übernommen, einen führenden Anbieter für elektronische Bücher. Und wir werden weiter in digitale Medien investieren. Was wir heute sehen, ist die erste Generation der Angebote. Wir werden erst in der zweiten Generation in das Geschäft mit digitalen Medien einsteigen", sagte Jeff Bezos Foto, der Chef von Amazon. HolgerSchmidtFAZFotoMarcusKaufhold
Schneller lesen bei Sony
Sony präsentiert neue elektronische Bücher, die E-Books. Der PRS-600 zeichnet sich durch ein berührungs- empfindliches Display aus. Der Benutzer kann mit dem Finger durch Menüs steuern, Textstellen markieren und mit einem Stift sogar Notizen einfügen. Das 6-Zoll-Display mit einer Auflösung von 800x600 Pixel stellt acht Graustufen dar. Die Umschaltzeiten beim Blättern von einer Buchseite zur nächsten sollen deutlich kürzer als beim Vorgängermodell PRS-505 sein. Der interne Speicher von 512 Megabyte ist mit Speicherkarten (SDHC und Memorystick) erweiterbar. Das Übertragen von Büchern und Dokumenten auf das Gerät erfolgt über ein USB-Kabel, eine Funkanbindung fehlt. In den Vereinigten Staaten hat Sony ein erstes Gerät mit UMTS-Modem vorgestellt. FAZ090901misp

Elektronische Lesegeräte sind im Kommen. Foto oben: Sony stellte während der Buchmesse in Leipzig seinen Reader vor.
Bücher werden nicht einfach mehr nur Bücher mit zwei Pappdeckeln und viel feinbedrucktem und gebunde- nem Papier dazwischen sein, sondern ultradünne Taschencomputer mit Flachbildschirm, elektronischer Tinte, Funk- und Speicherchips. Dürrenmatt wird digital, Goethes Werk aufgelöst in Milliarden kleinster Pixel. Das Lesen wird sich ändern, wie Computer einst das Schreiben revolutionierten. Lektüre 2.0 steht auf dem Pro- gramm. Das stellt viele Buchverlage vor Umwälzungen. Denn ohne Bits und Bytes wird es in der so traditions- bewussten Branche schon bald wohl kaum noch gehen. Konzerne wie Sony setzen mit elektronischen Büchern erste technische Standards. Kleine Anbieter wie die Berliner Wizpac Bericht oben auf dieser Seite suchen ihre Chance. Der Internetbuchhändler Amazon gibt in Übersee den Rhythmus des vielversprechenden und millio- nenschweren Geschäfts vor - in der Form wie im Inhalt; mit der schönen wie mit der weniger schönen Litera- tur. Der Buchhändler Barnes & Nobles zieht über den Kauf des elektronischen Buchhändlers Fictionwise gerade einen eigenen internetbasierten Handel mit digitalisierten Büchern auf. Kleinere Anbieter wie die angelsächsische Plastic Logic Bericht unten auf dieser Seite oder die japanische Epson-Seiko haben mit Bild- schirmfolien schon die nächsten Generationen handlicher Hightech-Bücher auf der Agenda. Das Lesepublikum konnte sich auf der Buchmesse in Leipzig einen Einblick in die neue Welt des Lesens verschaffen. Der deutsche Hochtechnologie-Verband Bitkom prognostizierte, dass 2,2 Millionen Deutsche die Absicht haben, in diesem Jahr ein digitales Buch zu kaufen. Im kommenden Jahr könnte die Zahl doppelt so groß sein. „Digitale Bücher vereinen die Stärken des Buches mit den Vorzügen der digitalen Welt. Jeder kann die Inhalte Tausender Bücher bei sich tragen, ohne sich abzuschleppen", erklärte Achim Berg, Vizepräsident des Bitkom. Mit der Verbreitung preiswerter Netbooks und der neu auf den deutschen Markt kommenden elektronischen Lesegeräte werde die Fangemeinde digitaler Bücher schnell wachsen. Dawson hatte im Herbst vorhergesagt, dass auf der Welt im kommenden Jahr elektronische Bücher für 9,5 Milliarden Dollar verkauft werden könnten. Vor allem in Amerika und Japan läuft derzeit das Geschäft rund um das digitalisierte Wort. Die aus Amerika kommenden und in Sachsen produzierenden Elektrobuchmacher von Plastic Logic sehen den Branchenumsatz Mitte der kommenden Dekade nahe der Marke von 30 Milliarden Dollar liegen. „Die Branche boomt", meint Rachel Lichten von Plastic Logic. Das kleine Start-up-Unternehmen hat schon 200 Millionen Euro in seine Produktion in Dresden gesteckt. Sony ist schon weiter. Der Elektronikkonzern hat auf der Buchmesse erstmals seine Lektüremaschine namens „Reader" in der Auslage plaziert, und konnte viel Resonanz seitens der Kunden hoffen erwarten. In Amerika, England und Frankreich verkauften die Japaner binnen drei Jahren schon mehr als 300.000 Stück dieses kaum taschenbuchgroßen Lesecomputers, auf dem bis zu 200 Bücher gespeichert werden können - eine Bibliothek im Taschenformat. Auf dem lukrativen Heimatmarkt gibt Sony das Wort schon vor. Deutschland soll dem nun nicht mehr nachstehen. „Wir haben sehr große Erwartungen", sagte Martin Winkler, Sony- Marketingchef in Deutschland. Details wollte er nicht nennen. Doch seit Wochen läuft seine Werbemaschine auf Hochtouren. Sony hat die Buchladenkette Thalia; den Großhändler Libri und die technikbegeisterten Lesefreunde schon auf seine Seite gezogen. Die Japaner setzen mit ihren Geräten auf offene technische Standards, die jeder Verlag übernehmen kann. Damit wittert der Branchenriese aus Tokio gegenüber dem Konkurrenten Amazon eine frische Brise Morgen- luft. Der amerikanische Online-Buchhändler, der eine drahtlose Netzwerkbibliothek und Hard- sowie Software aus einer Hand annbietet, sorgt zwar seit fast zwei Jahren auf der anderen Seite des Atlantiks mit seinem Lesegerät namens Kindle für viel Furore. Doch hierzulande ist das fein verpackte Stück Hightech trotz der großen Resonanz aus der potentiellen Leserschaft noch nicht zu haben. Unternehmen wie Amazon setzen neben ihrem internetgesteuerten Vertrieb auf die Digitalisierung von Büchern, nutzen Mobilfunktechnik für drahtlose Übertragungen ganzer Romane auf die dazugehörigen Geräte. Drückerpresse war gestern, das Geschäft von Morgen läuft über Datennetze und ultraflache Minibildschirme. Dabei konnten Sony, Amazon und Co. auf Erfahrungen Ende der neunziger Jahre zurückgreifen, als die ersten Lesegeräte mit Namen wie Rocket eBook oder Librie auf den Markt kamen. Sie waren ihrer Zeit zu weit voraus, verkauften sich kaum oder nur schleppend, hatten kleine technische Mängel oder schwerwiegende Unzulänglichkeiten und brachten nicht das, was sich Hersteller und Leser versprochen hatten. Mit der Weiter- entwicklung der Bildschirm-, Speicher- und Akkutechnik macht die Branche nun einen zweiten Anlauf. Jeff Bezos, Vorstandsvorsitzender von Amazon, hat nun den ganz großen Wurf im Blick. Er erklärte neulich auf einer Pressekonferenz in der Public Library in New York: „Wir wollen, dass alle Bücher der Welt binnen 60 Sekunden dem Leser verfügbar sind." Dabei blickt er nicht nur zurück, er sieht auch nach vorn: Das neue Buch von Steven King soll zunächst exklusiv auf dem Lesegerät Kindle verfügbar sein. Erst dann kommt eine Druckfassung in Handel. Erfolgsautor John Grisham soll Ähnliches vorhaben. Das zur Bertelsmann-Gruppe gehörende Verlagshaus Random House sieht sich als Schrittmacher der Entwicklung. Es veröffentlicht nach eigenen Angaben seit acht Jahren eBooks. Dabei setzt es auf gängige Titel und erfolgreiche Autoren. Random House investierte eine sechsstellige Summe in die digitale Infrastruktur und hat mittlerweile mehr als 1.000 Titel auch als eBook in verschiedenen technischen Formaten lieferbar. „Multimedialen Phantasien werden zukünftig nur noch wenige Grenzen gesetzt sein", erklärte Frank Sambeth von Random House in einer eMail. FAZ090312StephanFinsterbusch
Sony kooperiert mit Google Die Nutzer des Lesegeräts für elektronische Bücher von Sony können künftig auf eBooks aus der Bibliothek des Internetriesen Google zugreifen. Eine Vereinbarung der beiden Unternehmen ermöglicht den Zugriff auf über 500.000 Titel aus der Google-Sammlung, wie Sony mitteilte. Nutzer des Sony-Readers können die Bücher über das eBook-Portal von Sony kostenlos herunterladen. Es handelt sich ausschließlich um Werke, auf die kein Urheberrecht mehr besteht. Die Werke sind damit mindestens 80 Jahre alt. Neben Klassikern ermöglicht Sony mit der Kooperation nach eigenen Angaben auch Zugriff auf nur schwer auffindbare Werke. Insgesamt hat Sony durch die Kooperation mehr als 600.000 Werke für seinen Reader im Angebot. Sony-Konkurrent Amazon bietet den Nutzern seines Readers Kindle hingegen nur 230.000 eBooks an. FAZ090320AFP

Sony Reader: eBook-Reader mit elektronischer Tinte Sony bringt neuen eBook-Reader auf den US-Markt
Nachdem Sony in Japan bereits seit nunmehr knapp zwei Jahren den mit elektronischer Tinte arbeitenden eBook-Reader “Libri” anbietet, wurde nun ein neuer eBook-Reader in Las Vegas von den Japanern vorgestellt. Das Sony Reader getaufte Produkt soll langfristig das herkömmliche Buch ersetzen und durch eine hohe Darstellungsqualität sowie eine lange Akkulaufzeit glänzen. Der Einsatz der von eInk entwickelten elektronischen Tinte im Sony Reader verspricht ein Graustufendisplay, das sich bei direktem Sonnenlicht gut einsehen lässt und auch von der Seite gut lesbar ist, wie man es von herkömmlichem Papier her kennt. Auch die Auflösung des Displays soll mit 800 x 600 Pixeln der Auflösung von Standardpapier gleichen. Im Unterschied zu herkömmlichen Displays oder Moni- toren verbraucht elektro- nische Tinte für die Anzeige keinen Strom, so dass nur beim Neuzeichnen von Seiten Strom benötigt wird, wenn man etwa in einem eBook blättert. Sony gibt an, dass sich mit einer Akkuladung bis zu 7.500 Seiten anzeigen lassen. Das Laden des Akkus per Netzteil dauert rund vier Stunden, während sich das Aufladen per USB-Verbindung auf sechs Stunden ver- längert. Sony verspricht, dass der Einsatz elektronischer Tinte dafür sorgt, dass die sonst beim Lesen auf LCDs auftretenden Ermüdungserscheinungen nicht vorkommen. Die Textgröße vom Sony Reader lässt sich nach Belieben einstellen und das gesamte Gerät soll sich leicht mit einer Hand bedienen lassen. Zu den unterstützten Formaten gehören Adobes PDF und das eBook-Format “BBeB Boo”. Dem Gerät liegt eine Windows-Software bei, über die man in dem von Sony in den USA betriebenen Online-Laden “Sony Con- nect” auch eBooks kaufen kann und die Daten per USB-Kabel auf den eBook-Reader überträgt. Zudem sollen sich persönliche Dokumente und Webinhalte auf den Sony Reader bringen lassen, indem die betreffenden Inhalte zuvor über die Sony-Software konvertiert werden. Außerdem kann der eBook-Reader die Texte als MP3-Dateien abspielen. Das dürfte von großem Interesse für Blinde und Sehbehinderte sein. Der nicht genau bezifferte interne Speicher soll bis zu 80 eBooks fassen, was auf eine Speicherkapazität von etwa 64 MByte schließen lässt. Zudem stehen zwei Speichersteckplätze für Memory-Stick- und SD-Karten bereit, um den eBook-Reader mit Daten zu füttern. Bei Maßen von 175,6 x 123,6 x 13,8 mm ist der Sony Reader kleiner als ein DIN-A5-Blatt und größer als ein handelsüblicher PDA, was Höhe und Breite betrifft. Der eBook-Reader kommt mit Akku auf ein Gewicht von 250 Gramm, womit es etwa zwei bis drei Mal so viel wiegt wie ein modernes Mobiltelefon.

Bildpunkte statt Druckerschwärze Geht's nach Sony, lesen Sie Ihre Zeitung bald auf so einem kleinen Gerät. Der „eBook Reader” ist nur etwa 12 Millimeter dick und arbeitet mit einer neuen Anzeigetechnik. Er kommt ohne Hintergrundbeleuchtung aus und verbraucht viel weniger Strom als ein Flachbildschirm: 7.500 Seiten sollen sich mit einer Batterieladung anzeigen lassen. Auch digitale Fotos und PDF-Dateien kann das Gerät darstellen. Gar nicht so futuristisch: Eine belgische Tageszeitung stattet ihre Abonnenten mit ähnlichen Lesegeräten aus. CBab0603 Technische Daten: Einschub für „Memory-Stick”-Speicherkarte. Infos bei: Sony Deutschland GmbH, Hugo- Eckener-Straße 20, 50829 Köln, Tel. 01805 - 25 25 86 www.sony.de

Zeitung 2.0 – Computerbild hat's ausprobiert. Der „Sony Reader” im Vergleich zu einem normalen Taschen- buch. Ist das die Zukunft des Lesens? Ein kleines elektronisches Mäppchen mit einer neuartigen Bild- schirmtechnologie soll schwere Bücher und unhandliche Zeitungen ersetzen.
Da staunen die Sitznachbarn: Man sitzt im Bus mit dem „Sony Reader” und liest ein „eBuch”. Das Mäppchen im Taschenbuch-Format (12,5 x 18 x 1,5 Zentimeter) zeigt Texte auf einem neuartigen „eInk”-Schirm mit 15 Zentimetern Diagonale und 800 x 600 Bildpunkten. In den USA gibt es das Gerät für umgerechnet 270 Euro. Ob es zu uns kommt, will Sony noch nicht sagen. Geniales Prinzip Wie stellt elektronische Tinte eine Buchseite dar? Im eInk-Schirm sitzen winzige Zellen. Darin schwimmen elektrisch positiv geladene weiße und negativ geladene schwarze Teilchen. Wo schwarze Schriftzeichen stehen sollen, wird eine negative Ladung erzeugt. Die schwarzen Partikel werden abgestoßen und steigen an die Oberfläche. Für weiße Zwischenräume wird entsprechend eine positive Ladung angelegt. In den Speicher des 250 Gramm leichten Sony Readers passen rund 80 Bücher. Steckt ein „Memory Stick” oder eine „SD”-Speicherkarte im Gerät, reicht der Speicher für tausende Bände. Die Bücher (ab drei Euro) muss man im Sony-eigenen Internetladen „Connect Store” kaufen. Das US-Angebot umfasst laut Sony derzeit über 12.000 Titel. Aber auch eigene Dateien in den Formaten PDF oder DOC kann der Sony Reader zeigen. Tageszeitungen gibt es noch nicht. Und auch bei „ePapers”, die auf der Programmiersprache „Flash” basieren bleibt der Bildschirm dunkel. Um den Reader mit Literatur zu befüllen, muss man die Software „Connect Reader” installieren. Sie verwal- tet die Bücher im Dateiformat „BBeB”. Aber das Sony-Gerät kann noch mehr: Musikwiedergabe: über Kopfhörer, sogar beim Lesen. Auch Hörbücher ohne Kopierschutz kann es abspielen. Fotoanzeige: pixelig, schwarz-weiß und lahm: Das Laden eines 7-Megapixel-Bildes dauerte 35 Sekunden. Lesestunde Die Darstellung des Sony Readers ist richtig klasse: Sogar bei starker Sonneneinstrahlung zeigt er ein kontrastreiches, knackscharfes Schriftbild vor dem leicht graustichigen Hintergrund. Da kommt der beste Notebook-Bildschirm nicht mit. Das „Blättern” per Knopfdruck geht ruck, zuck. Und die eInk-Technik verbraucht nur dann Strom, wenn man „umblättert”. Nach einer guten Woche intensiver Nutzung war der Akku noch halb voll. Fazit: Die Technologie überzeugt, aber Details sollte Sony noch verbessern: Schön wäre eine Funkanbindung wie Bluetooth, um zum Beispiel am Bahnhof oder Flughafen die Tageszeitung abrufen zu können. Und Farbe (für Fotos). Aber so weit ist die Technik noch nicht. abCB0707

Lieber wandernde Teilchen als gedruckte Buchstaben auf Papier? Sonys Lesemaschine eBook PRS-505 Statt eines Buchs kauft man nur die Lizenz zum Lesen

Ist das jetzt „die Zukunft des Lesens" oder gar „Gutenberg 2.0"? Was Sony großspurig ankündigt, ist seit einigen Wochen in der FAZ im Einsatz, und es kann sich jetzt jedermann in 230 Thalia- Buchhandlungen selbst ein Bild des 300 Euro teuren „Reader PRS-505" machen: Das elektronische Buch ist in Deutschland angekommen, später als in anderen Ländern. Es ist weder das erste elektronische Buch noch ein besonders aktuelles (in den Vereinigten Staaten ist schon der Nachfolger PRS-700 erhältlich) oder gar das beste Modell. Die Zäsur ist nicht die Technik, sondern die Verbindung von Produkt und Inhalt zu einem Geschäftsmodell. Was da im Format eines etwas größeren, aber flachen Taschenbuchs (18 x 12 x 1 Zentimeter, 260 Gramm) mit Ledereinband vor uns liegt, erscheint im matten Aluminiumgehäuse hochwertig und wird vom 15-Zentimeter-Display dominiert, das auf den ersten Blick für den verwöhnten Nutzer elektronischer Kleinode mit ihren bunten Anzeigen etwas enttäuscht: Mit seiner Monochromdarstellung wirkt es unattraktiv, schwarzer Text auf hellgrauem Hintergrund. Erst längeres Lesen, das Ausprobieren verschiedener Betrachtungswinkel sowie das sich dann einstellende Staunen über den hohen Kontrast versöhnen mit der eInk-Display-Technik, die man auch als elektronisches Papier bezeichnet und Text plus Bilder dauerhaft ohne Stromzufuhr anzeigt. Die Idee basiert auf der Elektrophorese, der Wanderung elektrisch geladener Teilchen durch, eine Trägerflüssigkeit. Die Teilchen kann man sich wie kleine Kügelchen mit einer weißen und mit einer schwarzen Seite vorstellen, sie sind auf einer Folie aufgebracht. Die weiße Seite sind positiv geladene, die schwarze Seite negativ geladene Partikel. Elektrische Spannung an der Folie bewirkt, dass sich die Kügelchen so drehen, bis weiße oder schwarze Pixel sichtbar sind, und wenn ein Teilchen einmal seine Position eingenommen hat, behält es sie ohne weitere Energiezufuhr bei. Das eInk-Display kennt kein Flimmern, keine ungleiche Ausleuchtung, keine Spiegelungen, es ist aber nur bei vorhandenem Licht lesbar, denn eine zusätzliche Beleuchtung fehlt. Der PRS-505 bietet eine Auflösung von 600 x 800 Pixel und gibt maximal acht Graustufen wieder. Lesen mit dem PRS-505 ist kein Hexenwerk, wenn die ersten Bücher „installiert" sind. Die Bedienung ist nahezu selbsterklärend, es gibt ein Hauptmenü mit der Liste aller Dateien, mehrere Tasten zum Blättern, und die Bücher lassen sich nach Titel, Autor und Datum sortieren. Wo man zum Schluss aufgehört hat, lässt sich fortfahren, man kann ferner Lesezeichen setzen. Die Schriftgröße lässt sich in drei Stufen verändern, der Umbruch von Zeilen und Seiten erfolgt automatisch, ein lästiges Hin- und Herzoomen entfällt also. Das Umblättern dauert mit der eInk-Technik ein wenig, ein bis zwei Sekunden vergehen, in dieser Zeit scheint der Bildschirm zu flackern. Der Aufbau von detailreichen Bildern erfordert ebenfalls Geduld, und bewegte Bilder kann der Sony im Gegensatz zu anderen Geräten nicht wiedergeben (wohl aber MP3-Musik via Kopfhörer). Eine Akku-Ladung soll für 6.800 Seitenumschläge reichen. Ein Netzteil gehört nicht zum Lieferumfang, man schließt stattdessen das Gerät mit einem USB- Kabel an den PC an. Was das Gerät nicht bietet, ist ebenfalls schnell klar: Es ist eine reine Lesemaschine und erlaubt kein Arbeiten wie mit Büchern, keine Unterstreichungen am Rande, keine Volltextsuche durch den vorhandenen Bestand, kein gleichzeitiges oder vergleichendes Studium mehrerer Titel, kein Kopieren einzelner Seiten und so weiter. Wer es als Wissenschaftler gewohnt ist, Dutzende von Büchern aufgeschlagen auf, neben und unter dem Schreibtisch liegen zu haben, flink von einem zum anderen zu wechseln und dabei im Kopf hat, dass das gesuchte Zitat im ersten Viertel des Buchs links unten auf der Seite steht und mit Bleistift markiert ist, der liegt hier völlig falsch. Schon der Wechsel von einem digitalen Buch zum nächsten dauert mit dem PRS-505 deutlich länger als der gewohnte Handgriff. Dieser Reader spricht also allenfalls Nutzer an, die ihre Bücher nacheinander „weglesen", etwa Pendler. Viel Platz für Bücher bietet der PRS-505 allemal: In den eingebauten Speicher sollen 160 Titel passen, erweiterbar ist er mit Secure-Digital-Karten. Wenn das Limit mit einer 16-oder 32- Gigabyte-Karte ausgeschöpft ist, wird aus dem Lesegerät eine Bibliothek zum Mitnehmen, die mehr als 10.000 Werke aufnimmt. In Amerika ist der neuere Sony PRS-700 für etwas mehr als umgerechnet 300 Euro im Handel. Er bietet eine berührungsempfindliche Anzeige, so dass man mit Fingerbewegungen die Seiten um- blättert, ferner Volltextsuche und LED-Beleuchtung. Die Schriftgröße lässt sich in fünf statt in drei Stufen einstellen, und der eingebaute Speicher reicht für 350 Titel. Allerdings wird das neuere Modell nicht durchgängig gelobt, das Display soll schlechter sein. Die Inhalte für die Sony-Apparate müssen in den Formaten PDF, txt oder rtf vorliegen, Word- Dateien lassen sich am PC konvertieren. Geht es nach den Buchhändlern Thalia und Libri und den deutschen Verlagen, soll jedoch an erster Stelle das Epub-Format in Deutschland der neue Standard für elektronische Bücher werden. Während das (hierzulande bisher nicht erhältliche) Gerät Kindle von Amazon in den Vereinigten Staaten seit 2007 ein proprietäres Datenformat nutzt, ist das von der Branchenorganisation International Digital Publishing Forum (IDPF) entwickelte Epub offen und wird von den Verlagen als Maß aller Dinge gesehen.

Ein Epub-Buch basiert auf XML und kann mit geringem Aufwand von jedermann erstellt werden (etwa mit Calibre, http://calibre.kovidgoyal.net). Die Strukturen und Spezifikationen sind frei einsehbar. Epub ist ein besonders kompaktes Format. Tolstois Epos „Krieg und Frieden" in einer Epub-Variante mit 1.800 Seiten ist keine 1,5 Megabyte klein. Im Unterschied zu PDF-Dateien erlaubt Epub einen dynamischen Zeilen- und Seitenumbruch ohne Scrollen, unabhängig von der jeweils eingestellten Textgröße. Darüber hinaus bleiben formale Bestandteile des Buchs wie Kapitel, Fußnoten, Inhaltsverzeichnis und Seitenzahlen (sie sind in ganz kleiner Schrift sichtbar) erhalten. Schon gibt es Hunderte von unentgeltlichen und gemeinfreien Epub-Büchern im englischsprachigen Raum (etwa bei feedbooks.com), die sich ohne Schwierigkeit auf unserem Testgerät installieren ließen. So weit, so schön. Wenn nun die Verlage mit einigen tausend elektronischen Büchern in die Offensive gehen, sollen aktuelle Bestseller im Angebot sein, und damit sind gleich die Themen „Kopierschutz" und „Digitale Rechteminderung" (DRM) angesprochen. Wie dereinst die Musikindustrie meinen die deutschen Verlage, dass nur derjenige kauft, der mit DRM an einer äußerst kurzen Leine gehalten wird. Beim Erwerb von kommerziellen Epub-Titeln kommt das Kopierschutzsystem „Digital Editions" von Adobe als elektronischer Wachhund zum Einsatz. Die Epub-Bücher wird man nur im Internet mit einer Online-Verbindung kaufen können, und zwar nur auf einem einzigen PC, der mitsamt seiner einzelnen Hardware-Komponente von Digital Editions überwacht wird. Die einzelnen Einkäufe werden mit einer Kabelverbindung auf das Gerät übertragen, und Digital Editions kontrolliert, dass jedes Buch von diesem einen PC aus auf höchstens sechs Lesegeräte übertragen wird. Einmal davon abgesehen, dass damit der amerikanische Softwarehersteller eine bisher undenkbare Machtstellung und weitreichende Kontrollbefugnisse im Buchhandel bekommt, verschenkt man sich mit diesem Verfahren doch einiges: Die Bindung des Kopierschutzes an einen PC, beispielsweise über die Manipulation des „Master Boot Records" der Festplatte, gilt als Technik von gestern und „digitaler Hausfriedensbruch". Wer einen neuen Computer kauft, muss bei der Kundenbetreuung von Adobe betteln, dass er seine alten Bücher behalten darf. Wer sein Lesegerät verloren und ein neues gekauft hat, wird ebenfalls zum Bittsteller. Zwar hört sich die Zahl von sechs Kopien zunächst großzügig an, aber die Tücke liegt im Detail: Ein erworbenes Epub-Buch lässt sich nicht verschenken. A kann eine seiner sechs Lizenzen an B weiter- geben, aber nur, wenn das Lesegerät von B an den Computer von A angeschlossen ist. Das Buch bleibt aber A zugeordnet, er kann nicht alle verbleibenden Lizenzen an B weitergeben, und B kann seine Lizenz nach beendeter Lektüre nicht an C verschenken. Der Kauf von elektronischen Büchern direkt in der Buchhandlung mit Wireless-Lan oder auf einer Speicherkarte ist ausgeschlossen, das Sony-Gerät hat im Unterschied zum amerikanischen Kindle gar keine Funkschnittstelle für Spontankäufe. Angesichts des schnellen technischen Fortschritts und der Möglichkeit, ein elektronisches Buch auf dem Handy oder Taschencomputer zu lesen, sowie der Vielzahl neuer Lesegeräte, die derzeit angekündigt werden, kann es ferner sein, dass man schon in zwei, drei Jahren seine sechs Lizenzen verbraucht hat, wenn man mit einem zweiten oder dritten Lesegerät liebäugelt. Der Käufer sollte also wissen, dass er ein elektronisches Buch nicht wie ein gedrucktes Exemplar erwirbt. Man kauft nur eine Lizenz zum Lesen. Aus dieser Blickrichtung ist die Ankündigung der Verlage, dass ein Epub- Titel, bei dem keine Kosten für Herstellung, Lagerung, Logistik und Buchhandelspersonal anfallen, ein paar Prozent günstiger als das herkömmliche Buch wird, alles andere als attraktiv. Ob die Buchpreisbindung bleibt, ist übrigens noch umstritten. Wie sich das alles in Deutschland entwickelt, ob die Verlage tatsächlich durchgängig auf Kopierschutz und Gängelung setzen, das ist eine der spannenden Fragen, die sich jetzt stellen. Vielleicht lernen die Verlage schneller als die Musikindustrie, und für die kleineren von ihnen ist das elektronische Buch eine riesige Chance. Das PRS-505 von Sony ist gut und empfehlenswert, aber nur ein Anfang. Wir sagen dem elektronischen Buch vor allem einen Erfolg bei der Unterhaltungsliteratur und den Titeln der aktuellen Best- sellerlisten voraus. Gemeinfreie Epubs könnten ebenfalls einen Aufschwung erleben. Dass jedoch das gedruckte Buch als sinnlicher, anfassbarer Gegenstand nun plötzlich verschwindet, ist kaum anzunehmen. FAZ090307MichaelSpehr

Merck und Plastic Logic entwickeln eReader Der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck KGaA und der angelsächsische Hersteller von elektronischen Lesegeräten (eReader) Plastic Logic arbeiten künftig zusammen. Nach den Angaben einer Unternehmensmitteilung wollen sie eine neue Generation organischer Halbleiter entwickeln und vermarkten. Die Produktion soll im kommenden Jahr beginnen. Merck ist bereits auf einem verwandten Gebiet tätig: Als Hersteller von Flüssigkristallen für Flachbildschirme ist der Konzern sogar Weltmarktführer. Zu Umsatz- erwartungen oder Investitionen des gemeinsamen Projekts machten die neuen Partner keine Angaben. Für Merck sind derartige Vorstöße wichtig, weil das derzeit noch hochprofitable Flüssigkristallgeschäft unter anderem wegen Patentabläufen in den kommenden Jahren Nachfolger benötigt. Plastic Logic ist einer der namhaften Entwickler der eReader, bei denen es darauf ankommt, elektronische Strukturen für hauchdünne Lesegeräte hervorzubringen. Das 2000 gegründete Unternehmen hat seinen Hauptsitz in Mountain View in Kalifornien. Forschung und Entwicklung sind im britischen Cambridge angesiedelt, produziert wird aus- schließlich in Anlagen in Dresden. Plastic Logic hat zuletzt auf der Elektronikmesse in Las Vegas Aufsehen erregt mit einem dünnen, leichten, berührungsempfindlichen und netzwerkfähigen Lesegerät namens „Que". FAZ100414pso
Rahmenlos: Wie auf Papier lassen sich auf den flexiblen Bildschirmen von Plastic Logic Druckbilder darstellen. Biegsamer Bildschirm in der Stärke eines Pappkartons. Die Idee vom elektronischen Papier rückt mit flexiblen Displays ein Stück weiter an die Realität heran.
Zwei Millionen extrem dünne und flexible (etwa DIN A4-große) Kunststofffolien wird das kurz vor der Fertigstellung stehende Dresdner Werk von Plastic Logic im Jahr herstellen können. Für diese Stückzahl ist der mit einem 4.000 Quadratmeter großen Reinraum ausgestattete Produktionsbetrieb ausgelegt, der vor acht Jahren aus der Universität Cambridge als Hersteller von „Kunststoffelektronik" hervorgegangen ist. Wann diese Stückzahl erreicht wird, ist derzeit noch völlig offen, denn bei solchen neuen Verfahren ist stets mit Kinderkrankheiten rechnen. Und was Plastic Logic in Dresden aufs Band legt, ist völlig neu. Sobald die Produkte auf den Markt kommen, werden sie aller Voraussicht nach die schon lange im Raum stehende Idee der elektronischen Zeitung oder des elektronischen Buchs einen großen Schritt nach vorn bringen. Denn erstmals werden bei Plastic Logic im kommerziellen Maßstab die zum Ansteuern der Bildsignale benötigten Schaltelemente nicht mit Hilfe von „heißen” foto-lithographischen Verfahren und unter Verwendung von amorphem Silizium auf einen starren Träger (meist aus Glas) aufgetragen, sondern man druckt die Dünnschicht- Transistoren (TFT, thin film transistor) „kalt” auf eine dünne Folie. Dazu mussten neue Beschichtungs- und Druckverfahren entwickelt werden. Auch die verwendeten Kunst- stoffe gibt es nicht von der Stange. Bei Plastic Logic setzt man eine spezielle Folie aus dem für Getränkedosen eingesetzten sehr harten, aber flexiblen Kunststoff Polyethylenterephthalat (PET). Mit diesem Material kann man eine bewegliche Steuermatrix und damit einen um die Längsachse „knickbaren" Bildschirm fertigen, der von der Haptik her nicht mehr weit von der Stärke eines Kartons entfernt ist. So neu das gedruckte Rückgrat des Flexischirms ist, so alt ist die Technik des Bildaufbaus: Das Grundprinzip der elektronischen Tinte (E-Ink) wurde vor mehr als 30 Jahren von Nick Sheridon, Forscher am Xerox Parc, erdacht. Millionen mikroskopisch kleiner Kugeln enthalten positiv geladene weiße und negativ geladene schwarze Partikel, die in einer transparenten Flüssigkeit schwimmen. Ein elektrisches Feld holt entweder die schwarzen oder die weißen Partikel an die Oberfläche, so dass beim Betrachter der Eindruck eines weißen oder schwarzen Punktes entsteht. Auf diese Weise erzeugen die Minikapseln Schrift und Bilder. Die flexiblen Displays von Plastic Logic kommen derzeit auf eine Auflösung von 150 ppi (Punkte je Zoll) bei 16 Graustufen. Die erste marktreife elektronische Tinte brachte das 1997 von den MIT-Forschern Barrett Cominskey, J. D. Albert und Joseph Jacobsen gegründete Unternehmen eInk heraus. Mit dieser Technik ist es dem zum Philips- Konzern gehörenden niederländischen Unternehmen iRex-Technologies gelungen, das Iliad zu entwickeln, ein 16 x 22 Zentimeter großes, tragbares elektronisches (starres) Display, auf dem das „Druckbild" gestochen scharf dargestellt werden kann. Das Lesen eines Textes ist auf dem Bildschirm für die Augen nicht viel anders als auf einer gedruckten Seite in einem herkömmlichen Papierbuch. Verantwortlich ist dafür die hohe Auflösung von 768 x 1024 Pixel. Optisch erinnert der Iliad, obwohl er in etwa die Größe eines durchschnittlichen Hardcovers hat, jedoch nicht an ein Buch. Dafür ist er trotz eines Gewichts von knapp 400 Gramm zu klobig. Mit einem vollen Akku kann das Gerät rund zwölf Stunden genutzt werden. Der Strombedarf ist also erfreulich gering, was der Technik zu verdanken ist, denn hier wird nur für den Aufbau eines neuen Bildes Energie benötigt. Ebenfalls auf die Technik des Unternehmens eInk verlässt sich das von Amazon Ende vergangenen Jahres vorgestellte elektronische Buch namens Kindle. Sein Bildschirm misst sechs Zoll in der Diagonalen und liefert ohne Hintergrundbeleuchtung selbst bei Sonneneinstrahlung ein gut lesbares Schriftbild. Die Auflösung be- trägt 800 x 600 Pixel. Die Texte lassen sich in sechs Schriftgrößen anzeigen, umgeblättert wird mit Tasten- druck am unteren Endes des 290 Gramm schweren Geräts. FAZGeorgKüffner080311

Plastic Logics Lesegerät „Que" - Expansion in Dresden - Lesegerät mit farbiger Darstellung geplant
Das amerikanische Unternehmen Plastic Logic will seine Produktion in Deutschland in den nächsten Jahren ausweiten. Gerade erst hat das Unternehmen auf der Elektronikesse CES sein digitales Lesegerät Que vorgestellt. Und schon denkt der Vorstandsvorsitzende Richard Archuleta schon an den Ausbau der Produktpalette. Künftig will Archuleta auch eReader im Programm haben, die über einen Farbbildschirm verfügen und auf den Endverbrauchermarkt abzielen, sagte er dieser Zeitung auf der CES. Der Que hat schwarzweiße Darstellung und richtet sich an Geschäftsleute. Von dem größeren Aktionsradius könnte der Produktionsstandort Dresden profitieren. Plastic Logic hat seine Unternehmenszentrale im kalifornischen Mountain View, es gibt aber starke Ver- bindungen nach Europa. Das Unternehmen wurde im Jahr 2000 von Wissenschaftlern der Universität im bri- tischen Cambridge gegründet, und hier hat das Unternehmen noch immer seine Forschung und Entwicklung. Als Plastic Logic nach einem Fertigungsstandort für seine Bildschirme suchte, fiel die Entscheidung in einem weltweiten Standortwettbewerb für Dresden. Die Verfügbarkeit von hochqualifizierten Arbeitskräften in der technologielastigen Region hat nach den Worten von Archuleta den Ausschlag für Dresden gegeben, öffentliche Fördermittel haben ebenfalls geholfen. Das Werk in Dresden wurde 2008 eröffnet, mittlerweile ar- beiten hier 140 Menschen. Archuleta hofft nach eigener Aussage darauf,die Belegschaft vom nächsten Jahr an deutlich aufzustocken. Freilich muss dazu der Que ein Erfolg werden. Plastic Logic kündigte in Las Vegas an, das Gerät vom April an in Amerika zu verkaufen. Der Preis ist mit 649 und 799 Dollar je nach Ausstattung recht happig. Das Lesegerät Kindle von Amazon etwa ist in der Standardversion schon für 259 Dollar zu haben. Archuleta rechtfertigt den höheren Preis damit, dass der Que als Instrument für die berufliche Nutzung konzipiert ist. Der Schwerpunkt für den Que liege in der Darstellung und Bearbeitung von Dokumenten und nicht so sehr im Lesen von Büchern. „Wir glauben, dass die Preispolitik angesichts dessen, was wir mit dem Que bieten, funktionieren wird. Das sagt uns auch unsere Marktforschung." Dass der Que ebenso wie etwa der Kindle schwarzweiß ist, sieht Archuleta nicht als Nachteil. Geschäftliche Dokumente seien ohnehin vor allem schwarzÂweiß, der Zielgruppe werde deshalb nicht viel fehlen. Außerdem sei die Schwarzweißtechnik heute für eReader deutlich besser: Plastic Logic setzt ebenso wie der Kindle und viele andere Lesegeräte auf schwarzweiße elektronische Tinte des amerikanischen Unternehmens eInk, die einen hohen Kontrast erlaubt und ohne Hintergrundbeleuchtung des Bildschirms auskommt. Zwar tauchen mittlerweile konkurrierende Techniken auf, die Farbdarstellung ermöglichen. Archuleta hält die Ansätze aber noch nicht für ausgereift, weil bei ihnen die Inhalte auf dem Bildschirm nicht scharf genug seien. Dennoch will auch Archuleta die Bedeutung von Farbe nicht abstreiten: „Die Branche wird bei Farbbildschir- men ankommen." Auch Plastic Logic arbeite an der farbigen Darstellung. Archuleta meint, in 18 bis 24 Monaten könnte das Unternehmen eine Lösung haben, die eine scharfe Darstellung in Farbe erlaube. Plastic Logic will sich in Zukunft auch nicht nur auf Geschäftskunden beschränken. Nach den Worten von Archuleta könnte das Unternehmen schon im nächsten Jahr ein Gerät herausbringen, das sich an Endverbraucher richtet. Mit der Markteinführung des Que in Europa lässt sich Plastic Logic noch Zeit, Archuleta erwartet dies nicht mehr für das Jahr 2010. Das Unternehmen wolle sich zunächst auf einen Markt konzentrieren. „Wir sind ein kleines Unternehmen und wollen erst einmal sicherstellen, dass wir alle Abläufe richtig hinbekommen, von der Lieferkette über die Distribution zum Kundendienst. Viele Unternehmen sind gescheitert, weil sie zu schnell expandiert haben." Archuleta will sich aber mit seiner Expansion nicht so viel Zeit nehmen wie Amazon mit dem Kindle, der im vergangenen Herbsts erst zwei Jahre nach seiner Einführung in Amerika auch für europäische Kunden verfügbar wurde. „So lange wollen wir nicht warten. Schließlich fühlen wir uns sehr eng mit Europa verbunden.“ FAZ100111lid
e-Bücher Samsung
Leseplatte Es hat DlN-A4-Format, soll wenige Millimeter dünn, biegsam und wasserfest sein sowie tausende Zeitungs- oder Buchseiten fassen: Dieses elektronische Lesegerät stellt die US-Firma Plastic Logic ab sofort in einer Dresdner F ertigungsanlage her. 2010 soll es auf den Markt kommen. CB0821ab www.plasticlogic.com
Biegbares Buch: eBooks auf dem Vormarsch. Nun steigt auch Samsung ins Geschäft ein
Amazon revolutioniert das Lesen, und viele machen mit. Nachdem das amerikanische Internetwarenhaus mit seinem elektronischen Lesegerät Kindle für viel Aufruhr in der Verlagsbranche gesorgt hat, sind nach Sony und Apple nun auch Samsung sowie Barnes & Noble in das Geschäft rund um die dünnen Taschencomputer mit Flachbildschirm, elektronischer Tinte, Funk- und Speicherchips eingestiegen. Das dürfte zunächst auf den regionalen Märkten und dann über Grenzen hinweg den Wettbewerb anfachen und die Preise für die oft noch mehrere hundert Euro teuren Geräte senken. Während die bislang traditionell aufgestellte Gruppe Barnes & Noble mit dem Hardwarehersteller Plastic Logic zusammenarbeitet, geht Sam- sung auf dem koreanischen Markt eine Kooperation mit dem Buchhändler Kyobo ein, um auf dem heimischen Markt Erfahrungen rund um das sogenannte eBook zu sammeln. Samsung und Kyobo versprechen sich viel davon. Jae-young Lee, Vizepräsident von Samsung, sagte: „Wir erwarten noch nicht die großen Gewinne, aber wir wollen dabei sein, wenn die Nachfrage abhebt." Bis dahin wird der Buchhändler Kyobo jeden Monat tausend Bücher digitalisieren und für die Lesegeräte von Samsung verfügbar machen. Die digitale Version eines Romans, Fach- oder Sachbuches soll 40 Prozent weniger kosten als die klassische Papierversion. Damit wandelt Samsung einmal mehr auf den Spuren des japanischen Konkurrenten Sony. Die Japaner arbeiten seit einiger Zeit mit Buchhandelsketten in Europa, Amerika und Asien zusammen, um ihre Lese- computer nach vorn zu bringen. Dabei setzen sie auf offene technische Standards. Die können von jedem Verlag übernommen werden. Amazon dagegen bietet eine drahtlose Netzwerkbibliothek und Hard- sowie Software aus einer Hand an. Im Juli kam Bewegung in den Markt, als Amazon ernsthafte Konkurrenz erhielt, Barnes & Noble den Einstieg in das Geschäft bekanntgab und eine Verkaufsplattform für elektronische Bücher ins Netz stellte. Barnes & Noble rühmt sich, mit 700.000 Titeln weltgrößter Anbieter von elektronischen Büchern zu sein. Amazon hat derzeit 300.000 Bücher für den Kindle verfügbar. Bei der Offensive von Barnes & Noble wird eine Partnerschaft mit Plastic Logic eine wichtige Rolle spielen. Das Unternehmen aus Kalifornien arbeitet an einem digitalen Lesegerät, das einen biegsamen Kunststoffbildschirm hat. Für Plastic Logic ist der Gewinn des prominenten Buchhändlers als Kunden eine imageträchtige Bestätigung seines Projekts. Barnes & Noble will sich freilich nicht allein auf diese Partnerschaft verlassen. Die elektronischen Bücher des Buchhändlers können auf einer Reihe verschiedener Geräte gelesen werden, darunter auch die Multimedia- handys iPhone von Apple und Blackberry von Research in Motion. Auch Amazon beschränkt den Buchverkauf nicht mehr auf Besitzer eines Kindle. Es stellt eine Software zur Verfügung, mit der Bücher auch auf dem iPhone gelesen werden können. Amazon hat mit seinem Kindle dem Markt für elektronische Bücher einen großen Schub gegeben. Das Gerät kam im Herbst 2007 auf den Markt. Trotz eines Verkaufspreises von 359 Dollar war der Kindle schnell ausverkauft. Amazon und Sony weigern sich bislang, genaue Verkaufszahlen zu nennen. Doch der Markt wächst rasant. Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz mit digitalen Büchern nach Angaben des Verlegerverbandes Association of American Publishers in den Vereinigten Staaten um 68 Prozent auf 113 Millionen Dollar. Das entsprach 0,5 Prozent des gesamten Buchmarkts. Nach jüngsten verfügbaren Zahlen vom Mai ist dieser Satz inzwischen auf 1,8 Prozent gewachsen. Amazon hat vor einigen Wochen den Preis des Kindle auf 299 Dollar gesenkt und könnte damit ein breiteres Publikum ansprechen. Daneben gibt es seit dem Frühjahr ein zweites Kindle-Modell mit größerem Bildschirm für 489 Dollar. Der Kindle wird bislang nur in Amerika verkauft, zu einem möglichen Starttermin in Deutschland macht Amazon bislang noch keine Angaben. So bestimmt Sony mit seinem „Reader" und der Kooperation mit Libri und der Buchhandelskette Thalia den Markt. Nach den Worten von Unternehmenssprecherin Andrea Hullmann hat sich das Geschäft von Libri seit der Markteinführung des Reader im März besser entwickelt als erwartet. Details oder Zahlen nannte sie nicht. Libri bietet seinen Kunden 3 Millionen physische und digitale Medientitel an. FAZfib090729lid

Plastic Logic Ltd hat 100 Millionen Euro investiert, um das erste elektronische eBook “take anywhere, read anywhere” diesem Jahr auf den Markt zu bringen. Plastic Logic Ltd, Cambridge, England, hat dazu in Dresden eine hochmoderne Chip-Fabrik gebaut. Wie der Beigeordnete der Stadt für Wirtschaftsfragen, Dirk Hubert erläuterte, wollen die Briten zunächst 140 Arbeitsplätze schaffen, weitere könnten folgen. In Sachsen ist damit der weltweit erste Produktionsstandort auf diesem Gebiet entstanden. Bei den Bauteilen handelt es sich um so genanntes elektronisches Papier, eine Art Mischung aus Papier und Bildschirm. Es kann nach Angaben Huberts unter anderem für elektronische Zeitungen und diverse Anwender- dokumente eingesetzt werden. Die neue Produktionsstätte werde zur weiteren Entwicklung Dresdens als eines führenden High-Tech-Zentrums beitragen. Die Stadt und der Freistaat Sachsen hatten monatelang für den Produktionsstandort geworben. In Dresden sind bereits die Halbleiter- Hersteller Advanced Micro Devices (AMD), Infineon sowie Qimonda angesiedelt. AFPddpNOZ070104

Produktinformtion zu den hochauflösenden Bildern, Videos und Imaging Filmdisplay im Internet unter: www.plasticlogic.com/hi-res.php

Bandel Carano, Firmenchef, sagt: “Plastic Logic hat eine bahnbrechende Technologie geschaffen, die die Interaktion mit bewegten Bildern revolutionieren wird.” Amadeus-Direktor Hermann Hauser, der diese Entwicklung von Anfang an begleitet hat, zeigt sich hocherfreut darüber, dass das ePapier jetzt an den Start geht: “Wir schaffen hier eine völlig neue elektronische Industrie, die sich neben Silikon stellen wird.” Die Anfangskapazität im Werk in Dresden, dem “Silikon-Saxony” liegt bei einer Million Einheiten, und es wird der Start für eine weltweite Expansion sein. “Unsere eBücher wird man ebenso angenehm lesen können wie gedruckte Bücher – am Strand, im Zug oder auch zuhause auf der Couch”, meint John Mills von Plastic Logic Ltd. Eine kabellose Verbindung erlaubt ein bequemes Aufladen von Büchern oder der neuesten Zeitung wo immer und wann immer man es wünscht. Die Batterien reichen für tausende Seiten. Neben Laptop, Telefon und PDA werden wir unser "ePaper” stellen. Es wird eine bequeme und angenehme Form des Lesens sein – und viel Papier ersparen.

Das Spitzenprodukt wird dieses eBook Fotos oben und unten sein. Es gewann den Ersten Preis. Zwei vertraute Möglichkeiten finden sich hier wieder: man kann das eBook auf- und zu klappen und auch umblättern. Während man den Bildschirm zurückbiegt, erscheint eine neue Seite des Buches. Eine totale Illusion eines ganzen Buches – mit nur zwei Seiten! Eine unbekannte Erfahrung: eine Bibliothek in einer Hand! Wenn man den Knopf für kurze Zeit berührt, wird das Inhaltsverzeichnis geöffnet. Dann kann man das gewünschte Buch aussuchen und eine bestimmte Seite wählen. Durch einen leichten Druck lassen sich Lesezeichen setzen, die sich beim Durchblättern leicht auffinden lassen.
Foto unten: Digitale Musiknoten (Digital Music Score - DMS) machen das Leben für Musiker mit der biegsamen Display-Technologie leichter. Man kann die Noten "downloaden" auf große Notenseiten, ähnlich den gedruckten Notenblättern. Der Spieler muss nicht mehr die Seiten von Hand umblättern. Er kann die Hände am Instrument belassen und sich so auf das Spiel konzentrieren. Die Noten können aufgerollt werden und so leicht getragen oder aufbewahrt werden.

Modischer Schmuckgürtel mit der Möglichkeit, die Farben und Motive elektronisch zu verändern. Fotos unten


Plastic Logic in Verzug
Die Markteinführung der in Dresden gefertigten elektronischen Lesegeräte der britisch-amerikanischen Firma Plastic Logic verzögert sich um ein halbes Jahr. Das Gerät solle nun im Januar 2010 zur Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas bereitstehen, sagte eine Sprecherin Rachel Lichten den „Dresdner Neuesten Nach- richten". Das gegenwärtige Marktumfeld in den USA und Europa sei nicht ideal, um ein neues elektronisches Gerät einzuführen. Ursprünglich sollte das erste Produkt Mitte des Jahres erscheinen. Auf den etwa DIN-A4- großen biegsamen Lesebildschirm können Zeitungen, Bücher und Geschäftsberichte digital geladen und gelesen werden. Im September vergangenen Jahres hatte Plastic Logic die 100 Millionen Euro teure Fabrik in Dresden in Betrieb genommen. Dort sollen künftig 140 Beschäftigte die E-Reader herstellen. HAZ090326ap
Der E-Reader in der Warteschleife
Plastic Logic wollte sein in Deutschland gefertigtes Lesegerät „Que“ schon längst auf dem Markt haben. Die Premiere wird aber immer wieder verschoben. Das Geschäft mit Lesegeräten wandelt sich derweil rapide - nicht zuletzt durch das iPad. Im Januar schien die Welt noch in Ordnung. Ein kleines Unternehmen aus dem kalifornischen Silicon Valley mit einem deutschen Fertigungsstandort in Dresden schickte sich an, auf dem Markt für elektronische Lese- geräte große Adressen wie Amazon und Sony herauszufordern. Auf der Elektronikmesse CES in Las Vegas enthüllte Plastic Logic seinen „E-Reader“ Que Foto oben. Das Gerät unterscheidet sich von Konkurrenz- produkten durch einen biegsamen Kunststoffbildschirm, der viel robuster ist als Glas. Die Bildschirme werden in Dresden hergestellt, wo Plastic Logic 140 Mitarbeiter beschäftigt. Der Vorstandsvorsitzende Richard Archuleta grenzte den Que von der Konkurrenz ab, indem er ihn als Produkt für die berufliche Nutzung beschrieb. Das Gerät sei hauptsächlich für die Darstellung und Bearbeitung von Dokumenten gedacht - und erst danach zum Lesen von Büchern. Das Gerät werde für eine „papierlose Aktentasche“ sorgen, sagte Archuleta und versprach die Markteinführung für den April. Das richtige Produkt für Geschäftsleute Aber der Que ist bis heute nirgendwo zu kaufen. Im Frühjahr verschob das Unternehmen die Premiere zunächst auf Juni, jetzt wurde die Lieferung der ersten Produkte dann auf unbestimmte Zeit ausgesetzt. Kunden, die einen Que reserviert hatten, wurde per eMail mitgeteilt, dass ihre Bestellung erst einmal annulliert worden sei. Vorstandschef Archuleta ließ sich mit den Worten zitieren: „Wir haben entschieden, dass es zu einem besseren Produkt für Sie führen wird, wenn wir das Gerät ein bisschen weiter verschieben.“ In der Zwischenzeit hoffe man, dass der Adressat auf der Kundenliste zu bleiben wünsche. Die Erklärungen von Plastic Logic für die abermalige Verschiebung sind vage. Das Unternehmen wolle sicher- stellen, das richtige Produkt für die Zielgruppe von Geschäftsleuten zu liefern, sagte eine Sprecherin. Plastic Logic werde sein Produkt und seine Technologie weiter verfeinern und sei bemüht, so bald wie möglich auf den Markt zu kommen. Weiter sagte sie: „Der Markt für eReader verändert sich rapide.“ Hersteller von eReadern müssen sich die Sinnfrage stellen Dies dürfte vielleicht der aufschlussreichste Teil der Erklärung sein, denn tatsächlich hat sich die Dynamik in dem Geschäft mit Lesegeräten seit der Enthüllung des Que im Januar völlig gewandelt. Verantwortlich dafür ist vor allem der im April eingeführte Tablet-Computer iPad von Apple, der unter anderem auch als Lesegerät genutzt werden kann, daneben aber eine Vielzahl anderer Einsatzmöglichkeiten hat. Das iPad hat einen gelungenen Start hingelegt, der die Erwartungen weit übertraf. Seit April sind mehr als drei Millionen Stück verkauft worden. Offenbar verwenden iPad-Besitzer ihr Gerät sehr gern als eReader: Wie der Apple-Vorstandsvorsitzende Steve Jobs mitteilte, sind mehr als fünf Millionen elektronische Bücher für iPads heruntergeladen worden. Auf einmal müssen sich die Hersteller spezialisierter eReader die Sinnfrage stellen: Brechen jetzt die Argumente für den Kauf eines Kindle von Amazon oder auch des Que von Plastic Logic weg, wenn das iPad das Gleiche kann, aber außerdem noch viel mehr? Keine Niedrigpreisstrategie bei Plastic Logic Der Handlungsdruck wurde offenkundig, als die Preise für zwei der bekanntesten eReader drastisch gesenkt wurden: Amazon reduzierte die Preise für das Einstiegsmodell des Kindle von 259 auf 189 Dollar und für die teurere Version von 489 auf 379 Dollar, der Buchhändler Barnes & Noble verkauft seinen eReader Nook jetzt für 199 statt 259 Dollar. William Kidd vom Marktforschungsinstitut iSuppli sieht diese Preissenkungen als Ant- wort auf die neue Konkurrenz durch das iPad. Der Kindle und Nook sind damit weniger als halb so teuer wie das billigste iPad-Modell (499 Dollar), was nach Meinung von iSuppli das Geschäft zumindest kurzfristig ankurbeln könnte. Plastic Logic wollte sich dagegen gerade nicht auf eine Niedrigpreisstrategie einlassen. So sorgte es schon bei Enthüllung des Que im Januar für Erstaunen, als das Unternehmen den Verkaufspreis auf mindestens 649 Dollar festsetzte. Dieser Preis scheint nach der Einführung des iPad um so ambitionierter. Die Sprecherin von Plastic Logic wollte jedoch nicht sagen, ob das Unternehmen über eine neue Preisstrategie nachdenkt. eReader haben gegenüber Tablet-Computern durchaus Vorteile. So mag es zwar einerseits von Nutzern als Defizit empfunden werden, dass Lesegeräte wie der Kindle oder der ursprünglich vorgestellte Que anders als das iPad keinen Farbbildschirm haben. Sie sind aber besser bei Tageslicht zu nutzen, weil die von ihnen ver- wendete schwarzweiße elektronische Tinte einen hohen Kontrast erlaubt und ohne Hintergrundbeleuchtung auskommt. eReader sind außerdem üblicherweise leichter und haben eine längere Batterielaufzeit. Ob von Plastic Logic in diesem Jahr überhaupt noch ein Produkt zu erwarten ist, darauf will sich die Spre- cherin nicht festlegen. Sie versucht aber, Sorgen zu zerstreuen, wonach das Unternehmen bis zur Einführung eines marktreifen Produkts in einen finanziellen Engpass geraten könnte. Das im Jahr 2000 von Wissen- schaftlern im britischen Cambridge gegründete und mittlerweile im kalifornischen Mountain View beheimatete Unternehmen hat zum Aufbau seines Geschäfts 200 Millionen Dollar von Investoren eingesammelt. Zu den Geldgebern gehören neben Finanzinvestoren auch prominente Namen aus der Industrie wie Intel, Siemens oder BASF. „Wir sind in der glücklichen Lage, eine engagierte Gruppe von Investoren zu haben, die auf lange Sicht dabei sein wollen“, sagt sie. FAZ100702RolandLindner
Weitere Produkte finden Sie unter: www.plasticlogic.com/hi-res.php Produktinformationen freibleibend.
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