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Fatima

Auf dieser Seite lesen Sie:
1. Papst Franziskus besucht 2017 Fatima
2. Fatima probt schon für die 100-Jahr-Feier

3. Papst Benedikt in Fatima
4 -  500.000 Menschen bei Papstmesse in Fatima
5. Lichterprozession mit 150.000 Gläubigen
6. Kardianal zu 90-Jahr-Feiern in Fatima
7. Dreifaltigkeitskirche mit 8.000 Plätzen in Fatima geweiht
8. Schwester Lucia stirbt im Alter von 97 Jahren
9. Josef Nyáry: Die letze Seherein von Fatima
10. Muttergottes wünscht Frieden
11. Seligsprechungsprozess für Schwester Lucia wird eingeleitet

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Papst Franziskus reist nach Fatima  -  Bischof spricht von Papstbesuch auf Madeira 

   Die für Mai 2017 geplante Papstreise nach Fatima könnte mit einem Madeira-Besuch verbunden werden. Das sagte der Bischof der Inselhauptstadt Funchal, Antionio Carrilho, in seiner Predigt zum Fest Mariä Himmelfahrt, wie portugiesische Medien berichten. An dem Gottesdienst in der Wallfahrtskirche Nossa Senhora do Monte nahmen mehrere Tausend Gläubige teil. 
   Bischof Carrilho berichtete, dass er von 7. bis 12. September zum Ad-limina-Besuch nach Rom kommen werde und dort Papst Franziskus einladen wolle. Er glaube, dass sich Franziskus eine Madeira-Visite überlegen werde, weil es sich um eine Diözese „der Ultra-Peripherie" handle. Radio Vatikan hatte vor kurzem unter Berufung auf Ortsbischof Antonio Marto berichtet, dass Franziskus im Mai 2017 den portugiesischen Marienwallfahrtsort Fatima besuchen wird. Der Papst habe ihm zugesagt - so Marto -, an den Hundertjahrfeiern der Marienerscheinungen in Fatima teilnehmen zu wollen. Franziskus habe ihm auch erlaubt, den Besuch schon jetzt anzukündigen. Rv150816ord

Fatima probt schon für die Hundertjahrfeier

  In Fatima, dem bedeutendsten katholischen Wallfahrtsort Portugals, begann am Donnerstag die „Generalprobe" für die Hundertjahrfeiern der Marienerscheinungen im kommenden Jahr. Für die diesjährige Pilgerreise zu dem Marientempel in Fatima, wo die Muttergottes im Jahr 1917 den drei Hirtenkindern Lucia dos Santos, Jacinta und Francisco Marto erschienen sein. soll, rechnet die Kirche mit mehr als einer Viertelmillion Teilnehmern. Nächstes Jahr wird dann auch Papst Franziskus erwartet.
   Viele der Pilger kommen zu Fuß in die 130 Kilometer nördlich von Lissabon gelegene Stadt. Sie benutzen dazu besonders markierte Pilgerpfade, ähnlich denen der Jakobswege, die in das spanische Santiago de Compostela führen, aber auch Nationalstraßen. Die portugiesische Polizei mahnte daher Pilger und Autofahrer zur Vorsicht.
   Unter den Päpsten, die eine besondere Zuneigung zu Fatima zeigten, ragte Johannes Paul II. heraus. Er gab sich überzeugt, dass die Gottesmutter ihm bei dem Mordanschlag des türkischen Attentäter Mehmet Ali Agca am 13. Mai 1981 - dem Jahrestag der ersten Erscheinung - durch ein Ablenken der Kugel das Leben gerettet habe. Der Anschlag soll das letzte der „drei Geheimnisse" gewesen sein, die Maria den drei Kindern offenbarte. Die beiden anderen handelten vom Ende des Ersten Weltkriegs, vom drohenden Zweiten und vom Ende des Kommunismus.
   Für diese Maifeiern haben sich mehr als 100 portugiesische und ausländische Pilgergruppen eingetragen. Sie wollten am Donnerstag und Freitag zwei Tage und Nächte lang Gottesdienste und Andachten in der Basilica da Santissima Trinidade und der Kapelle i der Erscheinungen besuchen sowie i Lichterprozessionen abhalten.  Mit fast 9.000 Plätzen ist die Basilika, die im Jahr 2009 fertiggestellt wurde, eine der größten katholischen Kirchen überhaupt und der bisher größte Kirchenneubau in diesem Jahrhundert. FAZ160513wie

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Papst will 2017 Fatima besuchen  Foto links: Bischof Antonio Marto Fatima Foto rechts: Papst Franziskus

   Franziskus will im Jahr 2017 den portugiesischen Marienwallfahrtsort Fatima besuchen. Das sagte der Ortsbischof Antonio Marto nach einem Gespräch mit dem Papst. Der Heilige Vater habe ihm gegenüber geäußert, er wolle 2017 an den Hundertjahrfeiern der Marienerscheinungen in Cova da Iria, Fatima, teilnehmen, so der Bischof in einem Pressestatement. Franziskus habe ihm auch erlaubt, den Besuch jetzt schon anzukündigen. Der Papst hatte kurz nach seiner Wahl im März 2013 sein Pontifikat unter den Schutz Unserer Lieben Frau von Fatima gestellt.
   In Fatima, 130 Kilometer nördlich von Lissabon, erschien Maria 1917 insgesamt sechs Mal drei jungen Hirten, das erste Mal am 13. Mai. Jedes Jahr pilgern Hunderttausende von Menschen nach Fatima. Benedikt XVI. war 2010 der dritte Papst, der den Marienwallfahrtsort besuchte. Paul VI. kam 1967 nach Fatima, der heilige Johannes Paul II. reiste 1982, 1991 und 2000 dorthin. Dass er am 13. Mai 1981 ein Attentat auf dem Petersplatz schwerverletzt überlebte, schrieb Johannes Paul dem Schutz der Muttergottes von Fatima zu. Rv150426sk

be-Fatima-10xx  Papst Benedikt XVI. in Fatima

 „Hirtenkinder sind Ansporn“

   So wird es sich erzählt: Es ist der 13. Mai 1917, brennend heiße Mittagsstunde – Drei Hirtenkinder, sie heißen Lucia, Francesco und Jacinta. Sie spielen auf einem kleinen Hügel der Cova von Iria. Plötzlich lässt ein Blitz sie innehalten. Sie rufen ihre Herde zusammen. Mitten in der Cova, der Senke, sehen sie über einer der alten Stein- eichen wieder einen Blitz. Ganz in weiß, strahlender als die Sonne, ist vor ihnen eine Frau. Die erste Erscheinung der Gottesmutter. An diesem Donnerstag ist der Wallfahrtsort kaum wiederzuerkennen. Mehr als 300.000 Men- schen sind nach Angaben des Vatikans gekommen, um Benedikt XVI. zu begrüßen. Ein Meer aus wehenden grü- nen Fähnchen. „Viva il Papa“- Rufe schallen dem Papst in seinem Papamobil entgegen. Die Marienerscheinung – sie hat sie alle an diesem Ort zusammengebracht.
   „Liebe Schwestern und Brüder, auch ich bin als Pilger nach Fatima gekommen, zu diesem Haus, das Maria in modernen Zeiten gewählt hat, um zu uns zu sprechen. Ich bin nach Fatima gekommen, um mich an der Gegenwart Mariens und ihres mütterlichen Schutzes zu erfreuen, am heutigen Tag ist die pilgernde Kirche an diesem Ort zusammengekommen, das alles durch den Willen ihres Sohnes […]. Ich bin nach Fatima gekommen, um zu beten, mit Maria und mit so vielen Pilgern, für unsere Menschheit, die von Not und Leid heimgesucht ist.“
   So Benedikt XVI. zu der Menschenmenge in seiner Predigt. Genau zehn Jahre ist es jetzt her, dass Johannes Paul II. zwei der Seherkinder von Fatima seliggesprochen hatte. Das Jubiläum ist Anlass für Benedikts Besuch hier in Fatima. Der Papst zitiert in seiner Predigt die Seherkinder, Jacinta und Francesco, wie sie von ihren Erlebnissen berichten.
   „Brüder, beim Hören dieser unschuldigen und doch so tiefen mystischen Vertrautheiten der Hirtenkinder, könnte jemand sie fast mit etwas Neid betrachten, oder mit der enttäuschten Resignation derer, die nicht das gleiche Glück hatten, und weiter danach verlangt zu sehen. Jenen sagt der Papst wie Jesus: „Ihr irrt euch, ihr kennt weder die Schrift noch die Macht Gottes.“ Die Schrift lädt uns ein zu glauben: „Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.“
   Die Hirtenkinder seien Beispiel und Ansporn, so Benedikt XVI. Sie hätten aus ihrem Leben eine Gabe für Gott und ein Teilen mit den anderen aus der Liebe Gottes gemacht. Nur mit dieser Liebe der Brüderlichkeit und des Teilens werde es gelingen die Zivilisation der Liebe und des Friedens aufzubauen, meint der Papst. Er erinnerte an das Übel.
   „Wer glauben würde, dass die prophetische Mission Fatimas beendet werde, gäbe sich einer Illusion hin. Hier lebt wieder neu der Plan Gottes auf, der die Menschheit seit ihren Anfängen befragt: „Wo ist dein Bruder Abel? […] Das Blut deines Bruders schreit zu mir vom Ackerboden.“ Als die menschlichen Familie bereit war, ihre heiligsten Verbindungen auf dem Altar des Egoismus von Nationen, Rassen, Gruppen, Individuen zu opfern, ist unsere gebe- nedeite Mutter vom Himmel gekommen, sich anbietend die Liebe Gottes, die in ihr brennt, in die Herzen all derer zu verpflanzen, die sich ihr anvertrauen. […] Mögen diese sieben Jahre, die uns noch vom hundertjährigen Jubi- läum der Erscheinungen trennen, den vorverkündeten Triumph des unbefleckten Herzens Mariens zur Ehre der Allerheiligsten Dreifaltigkeit vorantreiben.“
   Traditionell ist Fatima auch ein Wallfahrtsort für kranke Pilger. An sie wandte sich Benedikt XVI. ganz besonders, er sprach ihnen Mut zu.
   „Schritt für Schritt, wenn Du Dein Kreuz umarmst und Dich geistlich mit meinem Kreuz vereinst, wird sich Deinen Augen der heilbringende Sinn des Leids eröffnen. Du wirst im Leiden den inneren Frieden und schließlich die geistliche Freude finden. Liebe Kranke, nehmt diesen Ruf Jesu an.“
   Ein Gruß von Fatima-Pilger zu Fatima-Pilger: Zum Abschluss der Messe grüßte Benedikt XVI. die versammelte Pilgerschar, auf Deutsch sagte er:
   „Ganz herzlich grüße ich alle deutschsprachigen Pilger. Auch heute ruft uns die Muttergottes hier in Fatima zum Gebet für die Bekehrung der Sünder und den Frieden in der Welt auf. Gerne vertraue ich euch und eure Familien ihrem unbefleckten Herzen an. Maria führe euch zu ihrem Sohn Jesus Christus.“ rv100513kk

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Fatima: Papst Benedikt begeistert empfangen

  Die Kirche möge "von heiligen Priestern erneuert werden", hofft Papst Benedikt XVI. im Marienwallfahrtsort Fatima. Dort gedachte er seines polnischen Vorgängers.
Im Marienwallfahrtsort Fatima von zehntausenden Menschen begeistert empfangen
 Das Oberhaupt der katholischen Kirche war am Nachmittag per Hubschrauber angekommen und mischte sich nach kurzer Fahrt im "Papamobil" sofort unter die Pilger. Vor der Marienstatue in der Erscheinungskapelle versank Benedikt im Gebet. Immer wieder hallte es im Heiligtum: "Viva o Papa". Mehrere hundert Kinder sangen für den Besucher aus dem Vatikan. "Er ist viel sympathischer, als ich gedacht habe", sagte eine ältere Frau dem portugiesischen Fernsehen.
 Fatima ist das Hauptziel des viertägigen Portugal-Besuchs des Pontifex. In der kleinen Gemeinde jährt sich an diesem Donnerstag (13. Mai) die erste Marienerscheinung, die drei Hirtenkinder vor 93 Jahren auf einem freien Feld gehabt haben. Joseph Ratzingers Vorgänger als Kirchenführer hatte das düstere dritte von drei Geheimnissen, die von der Muttergottes an die Kinder weitergegeben worden sein sollen, ganz klar auf sich bezogen: 1981 - ebenfalls am 13. Mai - überlebte Johannes Paul II. wie durch ein Wunder ein Attentat. In Dankbarkeit brachte er der Madonna in Fatima bei seinem dritten Besuch der Wallfahrtsstätte dann die Kugel des Türken Mehmet Ali Agca mit. Sie wurde später in die Krone der Marienstatue eingefügt.
   Benedikt gedachte in der Kapelle seines polnischen Vorgängers und bedankte sich für die "unsichtbare Hand", die den Tod von Johannes Paul II. beim Anschlag verhindert habe. In der 2007 eingeweihten Dreifaltigkeitskirche von Fatima, etwa 120 Kilometer nördlich von Lissabon, drückte der Papst danach in einer Ansprache die Hoffnung aus, dass die "Kirche von heiligen Priestern erneuert werden möge". Die Priester rief er auf, bei ihrer Berufung nicht nachzulassen und den "Eingebungen des Bösen" nicht nachzugeben.
Mahnende Worte von Benedikt
   An der Feier in der Basilika nahmen rund 6.000 Priester, Ordensleute, Seminaristen und Diakone teil. Vor ihnen richtete der Papst vor dem Hintergrund des Missbrauchsskandals in der Kirche mahnende Worte. "Viele unserer Brüder leben, als ob es kein Jenseits gebe, ohne sich um ihr ewiges Heil zu sorgen." Benedikt forderte die anwesenden Kirchenleute nachdrücklich auf, besonders darauf zu achten, wenn "priesterliche Ideale" beeinträchtigt würden oder wenn jemand Aktivitäten nachgehe, die nicht angemessen seien. diePresse100512

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Begeisterte Menge empfängt Papst in Fatima
  Zehntausende Gläubigen haben Papst Benedikt XVI. am portugiesischen Wallfahrtsort Fatima einen begeisterten Empfang bereitet. Das Oberhaupt der katholischen Kirche fuhr nach seiner Ankunft mit dem Papamobil zur Erscheinungskapelle in Fatima, wo er auf Knien vor der Marienstatue betete. Am zweiten Tag seiner Portugal-Reise hatte er das Land zuvor aufgerufen, sich auf seine christlichen Wurzeln zu besinnen.
   Mit Fahnen und Taschentüchern winkten die Gläubigen dem Papst zu, während er nach seiner Landung am Nachmittag zur Kapelle fuhr. Anlass seines Besuchs war der zehnte Jahrestag der Seligsprechung von zwei Hirtenkindern, denen 1917 in Fatima die Jungfrau Maria erschienen ist. Der Ort nördlich von Lissabon ist einer der wichtigsten Wallfahrtsorte der Katholiken und zieht jedes Jahr mehrere Millionen Besucher an.
   Am Abend kam Benedikt XVI. mit tausenden portugiesischen Geistlichen zur Abendmesse in der Dreifaltigkeitskirche in Fatima zusammen. Dabei rief er sie dazu auf, ihrer "Berufung" treu zu bleiben und sich gegenseitig zu helfen, "aufrecht zu bleiben".
   Vor seiner Reise nach Fatima hatte das Oberhaupt der katholischen Kirche in Lissabon vor 1.500 Vertretern des kulturellen und religiösen Lebens gesprochen. "Ein Volk, das nicht mehr weiß, was seine eigentliche Wahrheit ist, verliert sich letztendlich im Labyrinth der Zeit und der Geschichte", sagte der Papst. Die heutige Kultur "verabsolutiert die Gegenwart". Das damit verbundene Wertesystem laufe der vom Christentum geprägten Tradition des portugiesischen Volkes entgegen. Versuche, die "Wahrheit außerhalb von Jesus Christus zu finden", würden "dramatische" Folgen haben, warnte der Papst.  afp100512

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500.000 Menschen bei Papst-Messe im Pilgerort Fatima

   Fatima — Vor einer halben Million Gläubigen hat Papst Benedikt XVI. im portugiesischen Wallfahrtsort Fatima am Himmelfahrtstag eine Messe gefeiert. Er sei nach Fatima gekommen, um für "unsere von Not und Leid heimgesuchte Menschheit zu beten", sagte der Papst. Bei seiner Ankunft segnete das Oberhaupt der katholischen Kirche zwei Babys, die ihm durch das offene Fenster seines Papamobils gereicht wurden. Danach winkte er der versammelten Menge während seiner Fahrt rund um den Platz vor dem Marienheiligtum von Fatima zu und löste damit Jubelstürme aus. Bereits Stunden vor dem Eintreffen des Oberhaupts der katholischen Kirche hatte sich der Platz mit rund 300.000 Menschen gefüllt. Da die Gläubigen vor dem Marienheiligtum keinen Platz mehr fanden, versammelten sich nach Angaben von Sicherheitskräften in der Umgebung weitere 200.000 Menschen. An der Messe,  die Benedikts  Vorgänger  Papst  Johannes  Paul II. im Jahr 2000 in Fatima gehalten hatte, hatten 400.000 Menschen teilgenommen.
   Die Kirche wertete die hohe Teilnehmerzahl als Unterstützung für Benedikt XVI. in der Krise um Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche. Die Menge der versammelten Gläubigen zeige, dass die Christen zwischen den "Ausnahmen" der pädophilen Geistlichen und der "sehr großen Mehrheit" des Klerus unterschieden, sagte der Sprecher der portugiesischen Kirche, Manuel Morujao, der Nachrichtenagentur AFP.
   Um an der Freiluft-Messe in Fatima teilzunehmen, hatten tausende Gläubige dort die Nacht trotz Regens und niedriger Temperaturen in Zelten oder unter freiem Himmel verbracht. In Portugal sind 90 Prozent der Bevölkerung katholisch. afp100512
  
Zum Höhepunkt seiner Reise nach Portugal hat Papst Benedikt XVI. zu Christi Himmelfahrt mit einer riesigen Pilgerschar im Wallfahrtsort Fatima eine Messe gefeiert. Vor dem weltbekannten Heiligtum nördlich von Lissabon kamen Hunderttausende Pilger zusammen. Bei seiner Fahrt mit dem Papamobil durch die Menge wurde Benedikt mit den Worten "Es lebe der Papst!" umjubelt.
   Es war der Jahrestag der ersten von insgesamt sechs Marienerscheinungen in Fatima vor 93 Jahren. Drei Hirtenkindern soll die Muttergottes auf freiem Feld erschienen sein. "Auch ich bin als Pilger nach Fatima gekommen", sagte der Papst in seiner Predigt. Er bete für die Menschheit, die mit Elend und Leiden geschlagen sei. Benedikt erklärte den Pilgern aber auch, sie müssten nicht neidisch auf diese Hirtenkinder sein. Denn Gott könne sich dem Gläubigen auch in einer "inneren Vision" zeigen. "Dieses Licht in der Seele der jungen Hirten, das von der Ewigkeit Gottes herrührt, ist dasselbe, das sich über die Zeit hinweg immer wieder zeigt und für alle da ist", sagte der Papst in seiner Predigt unter freiem Himmel.
   Zu der mit einer Marienprozession eingeleiteten Messe waren nach Schätzungen etwa eine halbe Million Pilger geströmt - ein Rekord für die Wallfahrtsstätte, die Benedikts Vorgänger Johannes Paul II., ein glühender Marienverehrer, sogar dreimal besucht hat. KleineZeitung100512apa

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 Papstpredigt bei der Heiligen Messe

   Liebe Pilger! „Ihre Nachkommen werden bei allen Nationen bekannt sein […] Das sind die Nachkommen, die der Herr gesegnet hat“ Jes 61,9. Diese Worte, mit denen die erste Lesung dieser Eucharistiefeier begonnen hat, finden ihre wunderbare Erfüllung in dieser gottesdienstlichen Gemeinschaft, die sich so andächtig zu Füßen der Gottesmutter versammelt hat. Liebe Schwestern und Brüder, auch ich bin als Pilger nach Fatima gekommen, zu diesem „Haus“, das Maria erwählt hat, um in unserem modernen Zeitalter zu uns zu sprechen. Ich bin nach Fatima gekommen,  um mich an der Gegenwart Marias und ihrem mütterlichen Schutz zu erfreuen. Ich bin nach Fatima gekommen, weil die pilgernde Kirche, die ihr Sohn als Werkzeug der Evangelisierung und Sakrament des Heils stiften wollte, am heutigen Tag an diesem Ort zusammenströmt. Ich bin nach Fatima gekommen, um mit Maria und so vielen Pilgern für unsere Menschheit zu beten, die von Leid und Not geplagt wird. Und schließlich bin ich mit den gleichen Gefühlen nach Fatima gekommen, von denen auch die seligen Francisco, Jacinta und die Dienerin Gottes Lucia erfüllt waren, um der Gottesmutter vertrauensvoll zu bekennen, dass ich Jesus „liebe“, dass die Kirche und die Priester Jesus „lieben“ und ihren Blick fest auf ihn richten wollen. Zudem möchte ich zum Abschluss des Priesterjahres die Priester, die Männer und Frauen des geweihten Lebens, die Missionare und alle Menschen, die Gutes tun und so das Haus Gottes zu einem gastfreundlichen und angenehmen Ort werden lassen, dem mütterlichen Schutz Marias anempfehlen.
   „Das sind die Nachkommen, die der Herr gesegnet hat…“ Eine vom Herrn gesegnete Nachkommenschaft bist du, geliebte Diözese Leira-Fatima, mit deinem Hirten Bischof Antonio Marto, dem ich für das Wort des Grußes danke, das er zu Beginn dieses Gottesdienstes an mich gerichtet hat, und für die Fürsorge, die er mir in diesem Heiligtum auch durch seine Mitarbeiter entgegenbringt. Ich grüße den Herrn Staatspräsidenten und alle weiteren Vertreter des öffentlichen Lebens, die im Dienst dieser ruhmreichen Nation stehen. Im Geiste schließe ich alle Diözesen Portugals, die hier durch ihre Bischöfe vertreten sind,  in die Arme und vertraue alle Völker und Nationen der Erde dem Schutz des Himmels an. In Gott trage ich alle ihre Söhne und Töchter in meinem Herzen, vor allem jene, die Situationen der Not und Verlassenheit durchleben, und möchte ihnen jene große Hoffnung vermitteln, von der mein Herz erfüllt ist und die hier an diesem Ort gleichsam greifbar zu spüren ist. Diese unsere große Hoffnung möge Wurzeln fassen im Leben eines jeden von euch, liebe hier versammelte Pilger, sowie all jener, die durch die sozialen Kom- munikationsmittel mit uns verbunden sind.
   Ja, der Herr ist unsere große Hoffnung, er ist bei uns. In seiner barmherzigen Liebe gibt er seinem Volk eine Zukunft: eine Zukunft in Gemeinschaft mit ihm. Das Volk Gottes, das die Erfahrung der Barmherzigkeit und des Trostes Gottes gemacht hat, der es bei seiner beschwerlichen Rückkehr aus der babylonischen Gefangenschaft nicht alleingelassen hat, ruft aus: „Von Herzen will ich mich freuen über den Herrn. Meine Seele soll jubeln über meinen Gott“ Jes 61,10. Die erhabenste Tochter dieses Volkes ist die Jungfrau und Gottesmutter von Nazaret, die Begnadete, die über das Wirken Gottes in ihrem jungfräulichen Schoß erstaunt war. Und auch sie bringt eben diese Freude und Hoffnung im Gesang des Magnifikat zum Ausdruck: „Mein Geist jubelt über Gott meinen Retter“. Dabei sieht sie sich aber nicht als Privilegierte inmitten eines unfruchtbaren Volkes, sondern sie sagt ihnen viel- mehr die süßen Freuden einer wunderbaren Gottesmutterschaft voraus, denn „er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten“ Lk 1,47.50.
   Beredtes Zeichen hierfür ist dieser heilige Ort. In sieben Jahren werdet ihr euch erneut hier einfinden zur Feier des hundertsten Jahrestages der ersten Erscheinung jener Frau, die „vom Himmel gekommen ist“ und als Lehrerin die Seherkinder in die innerste Erkenntnis der dreifaltigen Liebe einführt und sie dazu anleitet, sich an Gott als dem schönsten Gut ihres Lebens zu erfreuen. Durch diese gnadenvolle Erfahrung haben sie zur Liebe Gottes in Jesus gefunden, so dass Jacinta ausrufen konnte: „Es bereitet mir so große Freude, Jesus zu sagen, daß ich ihn liebe! Wenn ich es ihm mehrmals sage, dann habe ich den Eindruck, ich hätte ein Feuer in der Brust, das mich aber nicht verbrennt“. Und Francisco sagte: „Am meisten hat es mir gefallen, unseren Herrn in jenem Licht zu sehen, das unsere Mutter uns ins Herz gelegt hat. Ich habe Gott so lieb! Memorias da Irmã Lúcia [Erinnerungen von Schwester Lucia], I, 40 und 127.
   Brüder und Schwestern, wenn wir diese unschuldigen und tiefsinnigen mystischen Bekenntnisse der Hirtenkinder hören, könnte manch einer angesichts dessen, was sie gesehen haben, mit ein wenig Neid auf sie blicken oder mit der enttäuschten Resignation jener, denen dieses Glück nicht zuteil geworden ist, die aber trotzdem gerne sehen würden. Jenen Menschen sagt der Papst mit den Worten Jesu: „Ihr irrt euch, denn ihr kennt weder die Schrift noch die Macht Gottes“ Mk 12,24. Die Heilige Schrift lädt uns zum Glauben ein: „Selig sind, die nicht sehen und doch glauben“ Joh 20,29, doch Gott – der tiefer ist als unser eigenes Innerstes vgl. heiligen Augustinus, Bekenntnisse, III, 6,11 – hat die Macht, – vor allem durch die inneren Sinne – zu uns vorzudringen, so daß die Seele sanft berührt wird von einer Realität, die über das sinnlich Wahrnehmbare hinausgeht und sie befähigt, zum Nichtsinnlichen zu gelangen, zu dem, was den menschlichen Sinnen nicht zugänglich ist. Hierzu bedarf es einer inneren Wachheit des Herzens, die unter dem Druck der gewaltigen äußeren Wirklichkeiten und der die Seele erfüllenden Bilder und Gedanken meistens nicht gegeben ist Theologischer Kommentar zur Botschaft von Fatima, 2000. Ja, Gott kann uns erreichen, indem er sich unserer inneren Schau darbietet.
   Zudem ist jenes aus der Zukunft Gottes kommende Licht, von dem die Hirtenkinder erfüllt waren, dasselbe Licht, das sich gezeigt hat, als die Zeit erfüllt war, und das für alle gekommen ist: der menschgewordene Sohn Gottes. Dass er die Macht hat, auch die kältesten und traurigsten Herzen zu entflammen, sehen wir an den Emmausjünern vgl. Lk 24,32. Unsere Hoffnung hat daher eine reale Grundlage, denn sie beruht auf einem Ereignis, das in der Geschichte geschehen ist und sie zugleich übersteigt, nämlich Jesus von Nazaret. Die Begeisterung, die seine Weisheit und sein Heilswirken bei den Menschen seiner Zeit hervorrief, war so groß, dass – wie wir im Evangelium gehört haben – eine Frau aus der Menge rief: „Selig die Frau, deren Leib dich getragen und deren Brust dich genährt hat.“ Jesus aber erwiderte: „Selig sind vielmehr die, die das Wort Gottes hören und es befolgen“ Lk 11,27. 28. Doch wer nimmt sich die Zeit, sein Wort zu hören und sich von seiner Liebe ergreifen zu lassen? Wer wacht mit betendem Herzen in der Nacht des Zweifels und der Ungewissheit? Wer erwartet das Morgengrauen des neuen Tages, ohne dabei die Flamme des Glaubens verlöschen zu lassen? Der Glaube an Gott lässt den Menschen offen werden für eine sichere Hoffnung, die nicht enttäuscht; er gibt ihm ein festes Fundament, auf dem er sein Leben furchtlos aufbauen kann; er verlangt von ihm, dass er sich vertrauensvoll der göttlichen Liebe überantwortet, von der die Welt getragen wird.
  „Ihre Nachkommen werden bei allen Nationen bekannt sein […] Das sind die Nachkommen, die der Herr gesegnet hat“ Jes 61,9: Er hat sie gesegnet mit einer unerschütterlichen Hoffnung, aus der die Frucht einer Liebe hervorgeht, die sich für die anderen aufopfert, statt sie zu opfern; vielmehr gilt, was wir in der zweiten Lesung gehört haben: „Sie erträgt alles, glaubt alles, hofft alles, hält allem stand 1 Kor 13,7. Ein anspornendes Beispiel hierfür sind die Hirtenkinder, die ihr Leben für Gott hingegeben und es aus Liebe zu Gott mit ihren Nächsten geteilt haben. Die Gottesmutter hat ihnen geholfen, ihre Herzen der Universalität der Liebe zu öffnen. Vor allem die selige Jacinta war unermüdlich in ihrer Sorge um die Armen und in ihrem aufopferungsvollen Wirken für die Bekehrung der Sünder. Nur mit dieser von Brüderlichkeit und Anteilnahme beseelten Liebe wird es uns gelingen, die Zivilisation der Liebe und des Friedens aufzubauen.
   Wer glaubt, dass die prophetische Mission Fatimas beendet sei, der irrt sich. Hier an diesem Ort wird jener Plan Gottes wieder lebendig, der die Menschheit seit frühesten Zeiten mit der Frage konfrontiert: „Wo ist dein Bruder Abel? […] Das Blut deines Bruders schreit zu mir vom Ackerboden“ Gen 4,9. Dem Menschen ist es gelungen, einen Kreislauf des Todes und des Schreckens zu entfesseln, den er nicht mehr zu durchbrechen vermag… In der Heiligen Schrift ist häufig davon die Rede, dass Gott nach Gerechten sucht, um die Stadt der Menschen zu retten, und ebendies tut er hier, in Fatima, wenn die Muttergottes die Frage stellt: „Wollt ihr euch Gott hingeben, um alle Leiden ertragen zu können, die er euch aufzubürden gedenkt, als Sühne für die Sünden, durch die er geschmäht wird, und als flehentliche Bitte um die Bekehrung der Sünder?“ Memorias da Irma Lúcia [Erinnerungen von Schwester Lucia], I, 162.
   In Anbetracht einer Menschheitsfamilie, die bereit ist, ihre heiligsten Pflichten auf dem Altar kleinlicher Egoismen im Namen der Nation, Rasse, Ideologie, Gruppe oder des Individuums zu opfern, ist unsere gebenedeite Mutter vom Himmel herabgekommen, um all jenen, die sich ihr anvertrauen, voller Hingabe die göttliche Liebe ins Herz zu legen, die auch in ihrem Herzen brennt. Zu jener Zeit waren es nur drei Personen, deren Lebensbeispiel sich – insbesondere durch die Weitergabe der Wandermuttergottes – in zahllosen Gruppen auf der ganzen Erde verbreitet und vermehrt hat, die sich dem Anliegen brüderlicher Solidarität widmen. Möge in den sieben Jahren, die uns noch vom hundertsten Jahrestag der Erscheinungen trennen, der angekündigte Triumph des Unbefleckten Herzens Mariens zu Ehren der Allerheiligsten Dreifaltigkeit näherkommen. Rv100513

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Papst Benedikt leitete in Fatima Lichterprozession mit 150.000 Gläubigen
   In unserer Zeit drohe der Glaube in weiten Bereichen der Erde wie eine Flamme zu erlöschen, die keine Nahrung mehr erhält, sagte der Papst in seiner Ansprache. Der Papst rief die Gläubigen auf, ohne Angst von Gott zu sprechen und den Glauben zu zeigen und zu bezeugen.
Sensibilität gegenüber den Mitmenschen
   Bei der vorangegangenen Vesper hatte Benedikt XVI. alle Priester und Ordensleute zu Treue, Loyalität und Mut im Blick auf ihre Berufung aufgerufen. Dazu gehöre freilich immer auch Sensibilität gegenüber den Mitmenschen, fügte er hinzu. Nachdrücklich bekundete er den Geistlichen die Wertschätzung der Kirche für ihre Arbeit. Sie leisteten oft in Stille und im Verborgenen einen schwierigen Dienst.
   Priester, Ordensleute und Seminaristen sollten sich nicht mit einem mittelmäßigen Leben, einer Minimal-Ethik oder einer oberflächlichen Religiosität zufrieden geben, sagte der Papst im portugiesischen Marienheiligtum. Insbesondere sollten sie Acht geben, die priesterlichen Ideale nicht zu schwächen oder sich Tätigkeiten zu widmen, die nicht integral zum priesterlichen Dienst gehörten.

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Erinnerung an Vorgänger Johannes Paul II.
   Unmittelbar nach seiner Ankunft hatte sich der Benedikt XVI. zu einem Gebet an die Marienkapelle, den Schauplatz der Marienerscheinungen von 1917, begeben. Der Papst wurde von mehr als 150.000 Gläubigen begeistert begrüßt.
   In einem ersten Gebet in Fatima erinnerte der Papst an seinen Vorgänger Johannes Paul II., der die unerklärliche Rettung beim Attentat vom 13. Mai 1981 der Gottesmutter zuschrieb. Johannes Paul II. ist dreimal nach Fatima gekommen und hat der "unsichtbaren Hand" gedankt, die das Projektil aus der Waffe des Attentäters Ali Agca umlenkte und ihn dem Tod entrissen habe, erinnerte Benedikt XVI.  StephanAU100512

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Begeisterter Empfang für Benedikt XVI.
   Zehntausende begeisterte Gläubige haben Papst Benedikt XVI. im portugiesischen Wallfahrtsort Fatima einen begeisterten Empfang bereitet. Zuvor hatte der Papst erstmals deutliche Worte zu den Missbrauchsfällen in der Katholischen Kirche gefunden.
   Es ist, als habe sich ein Knoten gelöst: Freimütig und demütig wie nie zuvor sprach Benedikt XVI. über die Schuld der Kirche: "Heute sehen wir es auf wirklich erschreckende Art und Weise: Die größte Bedrängnis der Kirche kommt nicht von Feinden außerhalb. Sondern sie stammt aus der Sünde innerhalb der Kirche. Die Kirche hat also tiefen Bedarf, wieder Bußfertigkeit zu erlernen, die Reinigung anzunehmen und auf der einen Seite Vergebung zu lernen, aber andererseits auch die Notwendigkeit der Gerechtigkeit, Vergebung ersetzt nicht die Justiz."
  Zur Eröffnung des Ökumenischen Kirchentags, schickte der Papst eine Grußbotschaft von der Portugalfahrt. Auch sie geprägt vom Geist der Umkehr und des Neuanfangs.  Vom "Unkraut in der Kirche" war darin die Rede. Kritik an der Kirche muss nicht mehr unbedingt ein ungerechter Angriff glaubensfeindlicher Medien sein.
Ein zweiter Start ins Pontifikat
   Vor diesem Hintergrund wirkt die Portugalreise des Papstes wie befeuernd, ein zweiter Startschuss nach fünf Jahren Pontifikat: Benedikt XVI. freut sich ganz deutlich sichtbar über das Willkommen und die Zuneigung der Menschen: 280.000 haben in Lissabon die Messe auf dem größten innerstädtischen Platz besucht. Eine große Menge junger Menschen feierte abends vor den Toren der apostolischen Nuntiatur, wo der Papst in Lissabon wohnt.
Begeisterter Empfang in Fatima
  Als er im Marienheiligtum Fatima eintraf, warteten dort Hunderttausende Pilger und Schaulustige aus allen Erdteilen: Der Papst betete in der Erscheinungskapelle, auch um innere Erneuerung für die Priester seiner Kirche. Am Abend feierte er die Vesper mit Pfarrern und Diakonen. Zum ersten Mal, stärker noch als auf Malta im vergangenen Monat, wirkt der Papst souverän im Umgang mit dem Missbrauch in der katholischen Jugendarbeit. So blieb gerade am Abend in Fatima Zeit für unbeschwertes Gebet, das Segnen der Kerzen und den Rosenkranz.
  Die heiige Messe feierten mit dem Papst Hunderttausende auf der Esplanade des Marienheiligtums Fatima. Der 13. Mai ist der Tag der ersten Marienerscheinung hier im Jahr 1917, der Tag des Attentats auf Johannes Paul II. 1981, der sein Überleben dem Wirken der Madonna von Fatima zuschrieb, und der Tag, an dem Papst Woityla vor 10 Jahren zwei der Seherkinder selig sprach. Bezüge zur Vergangenheit zuhauf, und doch erleben die Gläubigen auf dieser Portugalfahrt einen Papst, der wie ausgewechselt wirkt. GregorHoppeARDHörfunkstudioRom

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Hunderttausende bei Papst-Messe in Fatima
  Am portugiesischen Marien-Wallfahrtsort Fatima haben hunderttausende Menschen eine Messe unter freiem Himmel mit Papst Benedikt XVI. gefeiert. Nach Schätzungen der Kirche nahm eine halbe Million Gläubige an dem Gottesdienst teil. In seiner Predigt sagte der Papst, auch er sei als Pilger nach Fatima gekommen und bete für die Menschheit, die mit Elend und Leiden geschlagen sei. Die Messe bildete den Höhepunkt der viertägigen Portugal- Reise des Oberhauptes der römisch-katholischen Kirche. - In Fatima war im Jahre 1917 die Gottesmutter Maria drei Hirtenkindern erschienen. dw-world100512

Papst wirbt für die Ehe  -  Portugal-Besuch übertrifft Erwartungen im Vatikan
  Papst Benedikt XVI. hat zum Abschluss seiner viertägigen Portugal-Reise die Katholiken zu verstärkten Anstrengungen bei der Missionsarbeit und beim interreligiösen Dialog aufgerufen. Bei einer letzten Messe vor mehr als 100.000 Gläubigen in Porto sagte er, die Kirche stehe bereit, „sich mit den verschiedenen Kulturen und Religionen auszutauschen,  um zusammen mit allen Menschen guten Willens ein friedliches Miteinander aufzubauen". Zugleich dürfe sie sich aber selbst nicht genug sein, sondern müsse die christliche Botschaft auch nach außen tragen. Alles andere wäre ein „Sterben auf Raten". Auch in Porto war Benedikt bei regnerischem Wetter von einer großen Zu- schauermenge mit. FAZ100515wie

Weitere Fotoberichte über die Pilgerreise des Papstes nach Fatima: > Rosenkranz, > Priester

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Fátima - ein permanentes Wunder  -    In der Arena des Glaubens 

Lombardi: „Fatima schenkt uns einen reinen Blick“
   Die Papstreise nach Fatima ist ein Wegweiser für die Gläubigen im dritten Jahrtausend. Das betont Vatikansprecher Federico Lombardi in seinem wöchentlichen Editorial für Radio Vatikan. Nachdem Papst Johannes Paul II. vor zehn Jahren das sogenannte „dritte Geheimnis“ von Fatima veröffentlichte, gebe es noch eine weitere Botschaft aus dem portugiesischen Marienwallfahrtsort, so Lombardi.
   „Der damalige Kardinal Ratzinger schrieb in einem Beitrag über das Geheimnis von Fatima. Sein Fazit: Es geht um das Handeln Gottes, des Herrn der Geschichte, und um die Mitverantwortung der Menschen mit ihren dramatischen und gleichzeitig wertvollen Freiheiten. Das sind die zwei Stützen, an die sich die Menschheit halten kann. Die Muttergottes von Fatima erinnere uns an diese vergessenen Werte, sagte damals Kardinal Ratzinger weiter. Wir brauchen einen reinen und unschuldigen Blick - wie die Hirtenkinder, die die Jungfrau sahen.“

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90-Jahrfeiern in Fátima - Ermutigung zum Rosenkranzgebet.  Kardinal Bertone fordert Gläubige auf, ihrer Berufung treu zu bleiben. Foto oben: Im Hintergrund die neuerrichtete Dreifaltigkeitsbasilika in Fátima

   Papst Benedikt XVI. hat aus Anlass der 90-Jahrfeiern im portugiesischen Marienheiligtum Fátima zur Umkehr aufgerufen. „Die Muttergottes wollen wir für alle Christen um die Gabe einer wahren Bekehrung bitten, auf dass die beständige Botschaft des Evangeliums, die der Menschheit den Weg des wirklichen Friedens aufzeigt, konsequent und treu verkündet und bezeugt werde”, sagte er in einer Video-Live-Schaltung während des Angelusgebets zu den Pilgern in Fatima. Die vorausgegangene Weihe der neuen Dreifaltigkeitskirche und die Einweihung eines Pressezentrums waren weitere Höhepunkte der Feierlichkeiten im 90. Jahr nach den ersten Marienerscheinungen in Fátima. Als Gesandter des Papstes war Kardinal-Staatssekretär Tarcisio Bertone nach Portugal gekommen; er hatte bereits am Tag zuvor mit zahlreichen Bischöfen aus aller Welt den Neubau geweiht. In seiner Predigt zur Weihe der Basilika betonte Kardinal Bertone, dass Fátima bis heute „ein tröstlicher Leuchtturm der Hoffnung” sei, „aber auch eine starke Aufforderung zur Bekehrung”. Die Jungfrau, „die vom Aussatz der Sünde verschont blieb, lebte in ständiger Dankbarkeit gegenüber Gott und wurde so zu einer Ikone des Heils”, fuhr der Staatssekretär Seiner Heiligkeit fort. „Sie zeigt sich den Hirten im glänzenden Licht. In ihren Worten, und manchmal auch in ihrem Gesicht, das von Momenten der Trauer verhüllt wird, taucht immer wieder der Bezug zur Realität der Sünde auf.”
   Der päpstliche Legat erinnerte die Gläubigen daran, dass die Mutter Jesu den drei Seherkindern ihr unbeflecktes Herz gezeigt habe, „das mit Dornen gekrönt ist”, und dass sie ihnen dabei erklärt habe, „dass ihre Gebete und Opfer notwendig sind, um die vielen Übel zu heilen, die Gott verletzen, um den Krieg zu beenden und den Frieden in der Welt wiederherzustellen”. Die Sprache, derer sich Maria bediente, sei zwar „einfach” und „für Kinder angemessen” gewesen, habe die drei Hirtenkinder aber dennoch „sehr realistisch in das Drama des Lebens” einzuführen vermocht.
   Sie habe die Kinder zur Zusammenarbeit aufgefordert und ihnen, als sie ihre Bereitschaft wahrnahm, eröffnet: „Ihr werdet viel zu leiden haben, aber die Gnade wird euer Trost sein.” In diesem Zusammenhang betonte Kardinal Bertone: „Die Jungfrau erwählt unschuldige Kinder zu ihren bevorzugten Mitarbeitern, um mit den Waffen des Gebets und der Buße, durch Opfer und Leiden den schrecklichen Aussatz der Sünde zu bekämpfen, die die Menschen korrumpiert.”
   Die Muttergottes sei so vorgegangen, „weil dies der Methode Gottes entspricht: ‚Das Schwache in der Welt hat Gott erwählt, um das Starke zuschanden zu machen’”, fügte Kardinal Bertone mit 1 Kor 1,27 hinzu.
   Zu einer Rebellion gegen die „Herren dieser Zeit” rief Bertone am folgenden Tag bei der Einweihung des neuen Pressezentrums in Fátima auf. Viele Meinungsführer in Kultur und Kunst, in Wirtschaft und Politik, in Wissenschaft und Medien leugneten die Existenz wahrer und beständiger Werte. Sie versuchten alles, um die Christen mit ihrem religiösen Menschen- und Weltbild zum Schweigen zu bringen. Das Mindeste, was die Christen gegen diese Anmaßungen tun müssten, sei es, mutig zu widersprechen, forderte Bertone.
  An der Eucharistiefeier nahmen 38 Pilgergruppen aus fünfzehn Ländern teil. Kardinal Bertone unterstrich in seiner Predigt, dass Fátima auch heute ein „Leuchtturm des Trostes und der Hoffnung” sei. Das Licht, das Maria für die Seherkinder und die zahlreichen Augenzeugen des Sonnenwunders am 13. Oktober 1917 erstrahlen ließ, zeige, dass Gottes Gnade stärker als die Sünden der Welt sei. Dennoch bitte Maria alle um Umkehr und Buße, so Bertone. „Maria zählt auf die Antwort aller ihrer Kinder”, unterstrich der Kardinal und ermutigte die Gläubigen, ihrer christlichen Berufung treu zu bleiben und jeden Tag andächtig den Rosenkranz zu beten. Zehntausende pilgerten am Wochenende in den Wallfahrtsort. Im Hintergrund die neu geweihte Dreifaltigkeitsbasilika. DTkna071016

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Foto oben: Dreifaltigkeitsbasilika in Fátima.   Foto rechts: Kardinal Tercisio Bertone
   Rund dreihunderttausend Pilger aus dreißig Ländern haben den portugiesischen Marien-Wallfahrtsort Fátima besucht, um an den abschließenden Feierlichkeiten zum 90. Jahrestag der Erscheinungen der Muttergottes teilzunehmen, die von Kardinal-Staatssekretär Tarcisio Bertone, geleitet wurden.
   Auch Kardinal Jose Saraiva Martins, der Präfekt der Kongregation für die Heiligsprechungen, war aus Rom angereist, um im Rahmen der Feierlichkeiten an einem Kongress über die Bedeutung von Fátima für das 21. Jahrhundert teilzunehmen. Zur erwarteten Heiligsprechung der Seherinnen sagte der Kardinal: „Bevor wir nicht das Gutachten der Ärzte in der Hand haben, das besagt, dass es sich tatsächlich um ein Wunder handelt, kann die Kongregation mit dem Heiligsprechungsprozess nicht fortfahren. Das Wunder ist sozusagen eine Bestätigung des Himmels, dass die beiden Hirtenkinder auch wirklich im Himmel sind”, so der Kardinal. Manche Pilger hatten sich erhofft, dass das Datum der Heiligsprechung der Seligen Francisco und Hiazintha würde an jenem vergangenen Wochenende bekanntgegeben.
   Es hätte den Ereignissen rund um Fátima eine weitere symbolische Bedeutung verliehen, zumal der 13. Oktober den Tag des Sonnenwunders in Erinnerung ruft, das sich im Jahre 1917 vor den Augen von 70.000 Menschen ereignet hatte. Doch die Kirche hat Zeit und will der Prüfung der Wissenschaft nicht vorauseilen.
   Anlass für Aufregung unter Fátima-Pilgern hatte in den vergangenen Jahren die neue Basilika geboten, deren Architektur Proteste provozierte.  Jetzt wurde die vom griechischen Architekten Alexandras N. Tombazis errichtete Rundbaukirche, die der Heiligen Dreifaltigkeit gewidmet ist, nun zum ersten Mal zugänglich gemacht und vom Bischof von Leiria-Fátima, Antonio Mafto, eingeweiht. Das Gotteshaus bietet rund 9.000 Menschen Platz. Im Inneren der Kirche leuchtet den Besuchern ein überdimensionales, in hellen Farben gehaltenes Mosaik entgegen, das sich hinter dem schweren Bronzekreuz der irischen Künstlerin Catherine Green befindet. Es stammt vom bekannten slowenischen Künstler Pater Marko Ivan Rupnik SJ, der vor einigen Jahren gemeinsam mit einem russisch- orthodoxen Künstler auch die Kapelle im Vatikan gestalten durfte, in der sich der Papst gemeinsam mit den Kurienkardinälen jedes Jahr für die Exerzitien zurückzieht. Wie schon im Vatikan, so sollte auch in dieser neuen Dreifaltigkeitsbasilika der Gedanke der Einheit zwischen westlicher und östlicher Christenheit in der Prozession der Heiligen,, die sich zum Neuen Jerusalem hin bewegen, zum Ausdruck kommen. JonMarieCzerninDT071018 
    
Derselbe Künstler hat auch das Mosaik  “Die Farben des Lichts” in der St. Michaelskirche in Grosuplje, Slowenien,geschaffen. Es zeigt einen Engel der Jesus begleitet beim Abstieg in das Reich des Todes.-
siehe dazu das vergrößerte Foto unter:
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 Marko Ivan Rupnik SJ:     St-RupnikEngel-x     De Farben des Lichts

Dreifaltigkeitskirche in Fatima geweiht

  Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone hat im Rahmen seines Besuches in Fatima eine der größten Kirchen der Welt, die Dreifaltigkeitskirche, geweiht. An der Weihezeremonie für das neue Gotteshaus nahmen rund 9.000 Menschen teil, darunter zahlreiche Bischöfe aus aller Welt.
  Die Dreifaltigkeitskirche in Fatima, von dem griechischen Architekten Alexandras Tombazis entworfen, hat einen Durchmesser von 125 Metern und verfügt über etwa 8.800 Sitzplätze. Fatima, 130 Kilometer nördlich von Lissabon gelegen, ist einer der meistbesuchten Wallfahrtsorte der Welt.
    Bei der Einweihung des neuen Pressezentrums von Fatima sagte Kardinalstaatssekretär Bertone, viele Meinungsführer in Kultur und Kunst, in Wirtschaft und Politik, in Wissenschaft und Medien leugneten die Existenz wahrer und beständiger Werte. Sie versuchten alles, um die Christen mit ihrem religiösen Menschen- und Weltbild zum Schweigen zu bringen. Das Mindeste, was die Christen gegen diese Anmaßungen tun müssten, sei, mutig zu widersprechen.  OR071015

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Foto: Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone bei der Weihe der Dreifaltigkeitskirche in Fatima.
Feierlicher Gottesdienst in Fatima anläßlich des 90. Jahrestage der Erscheinung der Junfgrau Maria.
Predigt von Kardinal Bertone in Fatima am 14. Oktober 2007:
Fatima - Leuchtfeuer tröstlicher Hoffnung und Aufruf zur Umkehr 

Verehrte Mitbrüder im bischöflichen und im priesterlichen Dienst, liebe Brüder und Schwestern!
   Mit diesem feierlichen Gottesdienst endet der Auftrag, den der Heilige Vater mir anvertraut hat, das heißt, ihn hier in Fatima zu vertreten anlässlich des 90. Jahrestages der Erscheinungen der Jungfrau Maria vor den Hirtenkindern in der Cova d'Iria. Gestern war Samstag, wie am 13. Oktober 1917. Heute versammeln wir uns erneut, um am Tag des Herrn, dem wöchentlichen Ostern, die Eucharistie zu feiern in dieser schönen Kirche, die ich zu meiner Freude vor zwei Tagen der Heiligsten Dreifaltigkeit geweiht habe. Wir haben soeben die Worte des Apostel Paulus gehört: »Denk daran, dass Jesus Christus, der Nachkomme Davids, von den Toten auferstanden ist« 2 Tim 2,8-13. Am Sonntag, an jedem Sonntag, wird diese Aufforderung erneuert, und wir danken Gott, dass wir sie heute hier in Fatima an dem Ort hören durften, den die Gottesmutter Maria auserwählt hat, um durch die drei Hirtenkinder ihre mütterliche Botschaft an die Kirche und an die ganze Welt zu richten.
   Ich möchte dem Bischof von Leiria-Fatima und seinen Mitarbeitern für die freundliche Aufnahme danken, die mir als Päpstlichem Legaten erwiesen wurde. Ich konnte mich wieder mit Freude von der tiefen Verehrung für den Nachfolger Petri überzeugen, die in Portugal und insbesondere in diesem gesegneten Landstrich zu spüren ist. Ich grüße die Bischöfe, die Priester, die Ordensleute, die Obrigkeiten und alle Pilger, die hier versammelt sind. Ich grüße die Gläubigen, die in Portugal, Italien und den übrigen Teilen der Welt über das Fernsehen mit uns verbunden sind. Ein besonderer Gruß gilt den Pfarrangehörigen von Fatima und den drei Nachbarpfarreien des Heiligtums. Allen und jedem einzelnen übermittle ich mit Freude den Segensgruß Seiner Heiligkeit Benedikt XVI., dessen Stimme wir beim Angelusgebet am Schluss dieser heiligen Messe hören werden.
   Liebe Brüder und Schwestern, versuchen wir jetzt, das soeben verkündete Wort Gottes zu verstehen. Im Evangelium wird von der Begegnung Jesu mit zehn Aussätzigen berichtet. Sie werden von ihm geheilt, aber nur einer, ein Samariter, kehrt zurück, um ihm zu danken, und Jesus sagt zu diesem dankbaren Fremden: »Dein Glaube hat dir geholfen« Lk 17,19. Alle zehn sind also von ihrer Krankheit »geheilt« worden, aber nur einer wurde »gerettet«: derjenige, der durch seinen Glauben Gott gepriesen und Jesus gedankt hat. Der heilige Lukas betont die Tatsache, dass der gerettete Aussätzige ein Fremder war. Ein Fremder war auch Naaman, der aussätzige Feldherr der Aramäer, von dem in der ersten Lesung die Rede ist. Er wurde geheilt, als er dem Wort des Propheten Eli- scha gehorchte und sich im Wasser des Jordanflusses wusch. Das Wort Gottes betont - so wie wir im Antwortpsalm gesungen haben -, dass »vor den Augen der Völker der Herr sein gerechtes Walten enthüllt«. Die universale Öffnung des Heils und die Treue zum Volk Israel, die auf den ersten Blick gegensätzlich erscheinen, sind in Wirklichkeit zwei untrennbare und sich ergänzende Aspekte des gleichen Heilsmysteriums. Gerade die Stärke und Tiefe der Liebe Gottes zum auserwählten Volk machen diese Liebe zu einem »Segen« für alle Völker vgl. Gen 12,3. Das offenbart sich auf vollkommenste Weise im Kreuz Christi, dem äußersten Zeichen seiner Hingabe an die verlorenen Schafe des Hauses Israel und zugleich Zeichen der Rettung der ganzen Menschheit.
  Das Wort Gottes, das heute in der Liturgie der ganzen Welt erklingt, hat eine besondere Bedeutung für uns, weil wir es an diesem geheiligten Ort hören, der vor 90 Jahren von der Anwesenheit Marias geprägt worden ist. Hier wird immer noch alles von dieser spirituellen Anwesenheit erhellt, die uns auch die Botschaft der Heiligen Schrift in einer neuen Perspektive anbietet, die wir so zusammenfassen können: Maria wurde vor der Lepra der Sünde bewahrt; sie hat in ständiger Danksagung an Gott gelebt und ist zu einer Ikone des Heils geworden; »voll der Gnade«, ist sie Zeichen der Treue Gottes zu seinen Verheißungen, Bild und Vorbild der Kirche, neues Israel, das allen Völkern offen steht; Maria hat am Ostergeheimnis ihres Sohnes ganz teilgehabt; sie ist mit ihm gestorben und lebt mit ihm; sie ist mit ihm standhaft geblieben, und sie herrscht mit ihm für immer  vgl. 2 Tim 2,11-12.
   Unsere Liebe Frau stellt sich den Hirtenkindern im strahlenden Licht vor; aber ihre Worte und manchmal auch ihr ernster und trauriger Gesichtsausdruck sind ein ständiger Hinweis auf die Wirklichkeit der Sünde. Sie zeigt den Kindern ihr dornengekröntes Unbeflecktes Herz und erklärt ihnen, dass ihr Beten und ihr Opfern zur Sühne der vielen Sünden,  die Gott beleidigen, notwendig ist, um das Ende des Krieges und den Frieden für die Welt zu erlangen. Marias Sprache ist einfach, den Kindern angemessen, aber keineswegs süßlich oder märchenhaft; nein, in sehr realistischen Worten führt sie diese in die Dramatik des Lebens ein. Sie bittet um ihre Mitarbeit, und nachdem Jacinta, Francisco und Lucia großherzige Verfügbarkeit gezeigt haben, sagt sie: »Ihr werdet viel leiden müssen, aber die Gnade Gottes wird euch stärken« Erste Erscheinung, 13. Mai 1917. Die Jungfrau Maria erwählt unschuldige Kinder zu ihren bevorzugten Mitarbeitern, um mit den Waffen des Gebets und der Buße, des Opfers und Leidens den furchtbaren Aussatz der Sünde zu bekämpfen, der die Menschheit verdirbt. Warum tut sie dies? Vielleicht weil das der Art und Weise Gottes entspricht, denn »das Schwache in der Welt hat Gott erwählt, um das Starke zuschanden zu machen, ...das, was nichts ist, um das, was etwas ist, zu vernichten« 1 Kor 1,27.28. Wir denken zum Beispiel an die vielen Kinder, die Leid und Krankheit mit Gelassenheit ertragen haben und auch heute noch ertragen, so dass sie den Eltern und Angehörigen in einer so schweren Zeit der Prüfung Trost spenden können. Unter diesen wunderbaren kleinen Aposteln Christi möchte ich an das außerordentliche Zeugnis von Silvio Dissegna, einem Jungen aus Piemont, erinnern, der mit zwölf Jahren an Krebs gestorben ist und dessen Seligsprechungsprozeß bereits eingeleitet wurde.
   Neunzig Jahre nach den Erscheinungen ist Fatima weiterhin ein Leuchtfeuer tröstlicher Hoffnung, aber auch ein deutlicher Aufruf zur Umkehr. Das Licht, das Maria vor den Augen der Hirtenkinder erstrahlen ließ und das sich vor so vielen Menschen beim Sonnenwunder am 13. Oktober gezeigt hat, bedeutet, dass die Gnade Gottes stärker ist als Sünde und Tod. Aber Maria ermahnt alle zu Umkehr und Buße. Sie will einfache Herzen, die es auf sich nehmen, großmütig zu beten und zu leiden als Sühne für die Sünden, sowie als Bitte um die Bekehrung der Sünder und für das Heil der Seelen. Maria wartet auf die Antwort aller ihrer Kinder!
   Liebe Brüder und Schwestern, nehmen wir ihre Einladung an, und bleiben wir unserer christlichen Berufung treu. Bringen wir jeden Tag innige Gebete, besonders den heiligen Rosenkranz, und unsere Leiden zur Sühne für die Sünden und für den Frieden in der Welt dar. Betrachten wir uns als ihre kleinen und einfachen Kinder, die zur Ehre und zum Lobpreis der Heiligsten Dreifaltigkeit leben wollen, der diese Kirche geweiht ist. Amen! OR071015

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   Fünf Millionen Pilger kommen jährlich zum portugiesischen Wallfahrtsort Fátima, sagt Bischof Antonio Augusto dos Santos Marto, seit einem Jahr zuständig für Fatima. Und jetzt, im Jubiläumsjahr 2007, werden es noch mehr werden, die Fátimas Botschaft annehmen.„Glaube, Liebe, Hoffnung” enthalte sie, versichert der Bischof, sie sei aber auch „ein Aufschrei des Schmerzes, damit die Kirche sich der Dimension des Bösen” bewusst werde. Mon- signore dos Santos Marto hofft, dass auch Papst Benedikt zum Jubiläum nach Fatima kommt - vielleicht um die neue Basilika einzuweihen.
   Es ist ein Bau von gigantischen Ausmaßen, der gegenüber der alten Basilika entsteht. Eine Kirche, in der neuntausend Pilger Platz finden werden. Mit Klimaanlage und toller Akustik, mit Pressezentrum und VIP-Bereich, mit drei unterirdischen Kapellen und einem großen Raum für Beichten. Eine Arena des Glaubens.
   Siebenundneunzig Jahre alt wurde die Seherin Schwester Lúcia, und als sie am 13. Februar 2005 im Kloster Santa Teresain Coimbra starb, ahnten die Mitschwestern, dass ihr Kloster nicht mehr dasselbe sein würde. „Die Erregung wuchs”, notierte die Äbtissin, „als uns bewusst wurde, dass uns ein großer Schatz verließ.” Die stets bescheidene Schwester Maria Lúcia vom Jesus des unbefleckten Herzens hatte die Gläubigen angezogen wie ein Magnet. Pfarrer Bouche ist mit dem bayerischen Pilgerbüro schon mehr als hundertmal nach Fátima auf Wallfahrt gegangen, noch heute ist er von der Ausstrahlung der Schwester Lúcia beeindruckt: „Ich habe ihr gesagt, dass ich meine Berufung in Fátima erfahren habe.  Da hat sie mich umarmt.” Und er erinnert sich an den Triumphzug, zu dem die Umbettung des Sarges nach Fatima wurde. Die zweihunderttausend Gläubigen („es war, als sei Lúcia unter ihnen”), der Sturzregen, der blitzartig aufhörte, als die Prozession mit dem Sarg nach draußen kam, der Sonnenschein, der über den Menschen lag wie eine Gloriole, und das schlimme Unwetter, das losbrach, als alle sicher in der Basilika versammelt waren.
   Solche Phänomene sind nichts Neues für Fátima. Der kleine Francisco berichtete: „Wir brannten in jenem Licht, das Gott ist, aber wir verbrannten nicht.” Und damals, als kaum jemand den Kindern glauben mochte und trotzdem die Neugierigen in Scharen nach Fátima strömten, hat es eine phantastische Himmelserscheinung gegeben, die auch die Ungläubigen sahen. Während Lúcia und ihre kleinen Freunde in den Anblick der weiß ge- kleideten Dame vertieft waren, tanzte die Sonne über Fatima und versetzte die neugierige Masse zunächst in Angst und Schrecken und dann in Ehrfurcht.
  Die Bürger von Aljustrel leben unter dem Geheimnis von Fátima. Ein Fußweg führt hinaus aus dem Dorf, hin zu dem Kreuzweg, den Exilungarn spendeten. Für viele ist das ein Höhepunkt ihrer Wallfahrt, ein Ort der Volksfrömmigkeit. Eine Familie geht vorbei, Rosenkränze um die Hände geschlungen. Der Vater betet vor, Mutter und Kinder sprechen ihm nach. Singend nähert sich eine andere Gruppe. Auch Pfarrer Bouche spricht ein Gebet, in dem er für das Wunder von Fatima dankt.
  Was ist ein Wunder für ihn? Der Priester muss nicht lange nachdenken. „Ein Wunder?  Das ist alles, was sich der menschlichen Vorstellungskraft entzieht.” In diesem Sinn ist Fátima ein Wunder - bis heute. LiloSolcherFAZ070419

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  Anreise: Fátima ist am besten über Lissabon zu erreichen, etwa mit der portugiesischen TAP. Aktuelle Flugpreise im Reisebüro oder im Internet unter www.flytap.com. Von Lissabon dann mit dem Mietwagen oder per Bus nach Fátima.
  Veranstalter: Das Bayerisches Pilgerbüro bietet Reisen zu dem Marienheiligtum an, zum Beispiel fünf Tage Fátima mit Aljustrel inklusive Flug, Vollpension und geistlicher Begleitung für 660 Euro im Pilgerhaus Casa Beato Nuno. Fátima und Lissabon verbindet eine andere Reise in sieben Tagen (845 Euro). Auch Fátima und Santiago de Compostela lassen sich kombinieren, Auskunft: Bayerisches Pilgerbüro, Dachauer Straße 9, 80335 München, Telefon: 089/54581110, Internet: www.pilgerreisen.de
  Die Botschaft von Fátima: Lange Zeit blieb Fatima trotz der Marienerscheinungen im Jahr 1917 ein weißer Fleck auf der Landkarte des Glaubens. Erst das Eintreten der von der Gottesmutter im Juli 1917 prophezeiten geschichtlichen Ereignisse machte das portugiesische Dorf weltberühmt.
  Die drei Geheimnisse, jene Botschaften, die Lucia, Francisco und Jacinta von der Muttergottes empfangen hatten, wurden lange Zeit unter Verschluss gehalten. Die ersten beiden wurden 1942 veröffentlicht, das dritte im Jahr 2000. (ausführlicher Bericht unter: Fatima-Geheimnis)
   Das erste Geheimnis enthält die Vision der Hölle. „Wir sahen gleichsam ein Feuermeer und eingetaucht in dieses Feuer die Teufel und Seelen, als ob sie durchscheinend und schwarz oder bronzefarbig glühende Kohlen in menschlicher Gestalt seien, die in diesem Feuer schwammen.”
   Das zweite Geheimnis enthält die Ankündigung des Zweiten Weltkriegs und die Bekehrung Russlands: „Ihr habt die Hölle gesehen, wohin die Seelen der armen Sünder kommen. Um sie zu retten, will Gott in der Welt die Andacht zu meinem Unbefleckten Herzen begründen. Wenn man tut, was ich euch sage, werden viele Seelen gerettet werden, und es wird Friede sein. Der Krieg wird ein Ende nehmen.  Wenn man aber nicht aufhört, Gott zu beleidigen, wird unter dem Pontifikat von Papst Pius XI. einanderer, schlimmerer beginnen.”
   Das dritte Geheimnis schließlich wurde als Hinweis auf das Attentat auf Papst Johannes Paul II. interpretiert: „Bevor er dort ankam, ging der Heilige Vater durch eine große Stadt, die halb zerstört war, und halb zitternd mit wankendem Schritt, von Schmerz und Sorge gedrückt, betete er für die Seelen der Leichen, denen er auf seinem Weg begegnete. Am Berg angekommen, kniete er zu Füßen des großen Kreuzes nieder. Da wurde er von einer Gruppe von Soldaten getötet, die mit Feuerwaffen und Pfeilen auf ihn schossen.”

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  Der Rosenkranz wird heute mit den Marien-Wallfahrtsorten in Lourdes und Fátima in Verbindung gebracht. Papst Johannes Paul II. war davon überzeugt, dass er das Attentat auf ihn Foto links nur mit Hilfe der Jungfrau von Fatima überlebt hatte. Deswegen kam er als frommer Pilger nach Fatima, um der Mutter des Herrn an ihrem Erscheinungsort Dank zu sagen. Die Kugel, die ihn beinahe tötete, ist jetzt in die Krone der Marienstatue von Fatima eingefügt. (Man kann die Kugel im Foto rechts unter der perlenbesetzten Weltkugel sehen).  Foto: CNS

Die letzte Seherin von Fátima. Schwester Lúcia dos Santos ist im Alter von 97 Jahren verstorben
Sie wurde nach Fátima überführt  Foto unten.

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   Der Erzbischof der Diözese Leiria-Fátima, Serafim de Sousa Ferreira e Silva, hat den letzten Wunsch der im Februar 2005 verstorbenen Schwester Lúcia erfüllt und die sterblichen Überreste der Seherin in der Rosenkranzbasilika des portugiesischen Wallfahrtsortes beigesetzt. Dort ruht sie im linken Seitenschiff neben den seligen Jacinta und Francesco.
   Schwester Lúcia hatte zu Lebzeiten mehrfach den Wunsch geäußert, in Fátima bestattet zu werden. „Ich möchte dem ausdrücklichen Wunsch meiner Mitschwestern entsprechen und nach meinem Tod im Kloster St. Teresa beerdigt werden. Dort möchte ich vor der Heimkehr in die Rosenkranzbasilika von Fátima wenigstens ein Jahr lang bleiben.” Dann wollte sie in Fátima neben Francesco und Jacinta ruhen und der Gottesmutter damit ihren Dank für die erwiesene Gnade bezeugen.
   Jetzt hatten sich gut hunderttausend Pilger aus mehr als zehn Ländern auf dem Platz vor der Rosenkranzbasilika versammelt, um Schwester Lúcia die letzte Ehre zu erweisen. Gegen 14 Uhr Uhr nahmen Karmeliter den Sarg in Empfang und trugen ihn über den Rosenkranzplatz in die Erscheinungskapelle in der Cova da Iria - dem Ort,  an dem die Gottesmutter den Seherkindern am 13. Mai 1917 erstmals erschienen war. Nach der Messe, in der 250 Priester und achtzehn Bischöfe konzelebrierten,  wurde der Sarg im Rahmen einer kurzen Zeremonie im linken Seitenschiff der Rosenkranzbasilika beigesetzt. Dabei wurde noch einmal der Bericht Lücias über die erste Erscheinung Mariens am 13. Mai 1917 verlesen. Die Feierlichkeiten schlossen mit der traditionellen Abschiedsprozession, bei der die Statue der Jungfrau von Fátima durch die Reihen der Pilger getragen wurde.
   Die Grabplatte über der letzten Ruhestätte Schwester Lúcias trägt die Inschrift: „Schwester Maria Lúcia von Jesus und vom Unbefleckten Herzen, der Unsere Liebe Frau erschien”. Darüber hinaus sind die Lebensdaten und der Tag der Überführung angegeben: „22.  März 1907 - 13. Februar 2005; Überführung in diese Basilika am 19. Februar 2006”. ReginaEinigDT060223

Ein Bericht von Josef Nyáry  arte-JosefNyary-xx  im Hamburger Abendblatt:

Die letzte Seherin von Fatima. Aus den Visionen von der Gottesmutter, die ihr 1917 erschien,
deutete Lúcia dos Santos unter anderem das Attentat auf den Papst – das später auch geschah.
Jetzt starb sie 97jährig. War ihre Mission auf Erden erfüllt?

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Sr. Lucia dos Santos auf dem Totenbett

   Als die drei Hirtenkinder wie gewöhnlich den Rosenkranz gebetet hatten, vertrieben sie sich die Zeit damit, aus Steinen ein kleines Haus zu bauen. Plötzlich sahen sie ein strahlendes Licht. Sie hielten es für einen Blitz und wollten davonlaufen, doch ein zweites Licht hielt sie auf, und dann erblickten sie Wundersames: Über einer kleinen Steineiche erschien eine Dame, strahlender als die Sonne; in ihren Händen hielt sie einen weißen Rosenkranz.
 Es war die Gottesmutter, und sie zeigte den staunenden Kindern das künftige Schicksal der Welt, in drei Visionen, die als die „drei Geheimnisse von Fatima” christliche und kritische Geister bis heute bewegen: War es wirklich eine Botschaft vom Himmel oder nur Einbildung, eine Selbsttäuschung aus übersteigerter kindlicher Frömmigkeit?

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   Jetzt scheint die Antwort klar: Die Prophezeiung ist erfüllt, die letzte der drei Zeugen zu ihrem Schöpfer heimgekehrt. Jetzt starb Lucia dos Santos im Alter von 97 Jahren in ihrem Kloster in Coimbra - ihre heilige Mission, so scheint es, war erfüllt.
   Kaum eine andere Prophezeiung in der langen und reichen Geschichte der Kirche hat soviel Glauben und so viele Zweifel geweckt, so viele Spekulationen befördert und soviel Angst ausgelöst wie die Botschaft von Fatima: Der Name des portugiesischen Städtchens, in das jedes Jahr sechs Millionen Wallfahrer strömen, wurde zum Symbol für das unmittelbare, Furcht und Schrecken erregende Eingreifen Gottes in den Gang der Geschichte.
    Kaum ein anderes Wunder ist so umfassend dokumentiert: Die vom Vatikan herausgegebene deutsche Fassung schildert die Visionen in rund 750 Wörtern, der Streit um die Wahrheit füllt weit über hundert Bücher.
    Die Kinder stammten aus dem Weiler Aljustrel: Lucia dos Santos (10), ihr Vetter Francisco Marto (9) und dessen Schwester Jacinta (7). Die Älteste spielte dabei unbestritten die wichtigste Rolle, und sie hatte schon früher Visionen empfangen: Als die Sechsjährige auf Rat ihres Beichtvaters vor einer Marienstatue ihr Herz in die Hände der Gottesmutter empfahl, sah sie, wie das Bildnis lächelte und ihr durch Blicke zu verstehen gab, dass die Bitte in Erfüllung gehen werde.
 1915 folgten Engelsvisionen, und da wundert es wenig, dass auch die erste Marienerscheinung vom 13. Mai 1917 auf Unglauben stieß - zu sehr schien sie einer von Bibellektüre und Gebet angeregten Mädchenphantasie zu entstammen: „Unsere Liebe Frau zeigte uns ein großes Feuermeer, das in der Tiefe der Erde zu sein schien”, schilderte Lucia später in einem Bericht für den Bischof von Leira-Fatima das erste Geheimnis. „Eingetaucht in dieses Feuer sahen wir die Teufel und die Seelen, als seien es durchsichtige schwarze oder braune, glühende Kohlen in menschlicher Gestalt. Sie trieben im Feuer dahin, unter Schmerzensgeheul und Verzweiflungsschreien, die einen vor Entsetzen erbeben und erstarren ließen.”
  Das Schreckensbild zerrann indes schon nach Sekunden, und die Madonna tröstete die Erschrockenen: „Wenn man tut, was ich euch sage, werden viele Seelen gerettet, und es wird Frieden sein. Der Krieg wird ein Ende nehmen.” Doch sie warnte auch: „Wenn man aber nicht aufhört, Gott zu beleidigen, wird unter dem Pontifikat von Papst Pius XII. ein anderer, schlimmerer beginnen”, sagte sie im zweiten Geheimnis. „Wenn man auf meine Wünsche hört, wird Russland sich bekehren und es wird Friede sein. Wenn nicht, wird es seine Irrlehren über die Welt verbreiten, wird Kriege und Kirchenverfolgungen heraufbeschwören. Die Guten werden gemartert werden, der Heilige Vater wird viel zu leiden haben, verschiedene Nationen werden vernichtet werden.”
    Auch im dritten Geheimnis ging es um Glauben und Tod. Außerdem sagte die Himmelskönigin: „Jacinta und Francisco werde ich bald holen” - die Geschwister starben 1919 und 1920.
    Insgesamt sechsmal erschien die Gottesmutter den Kindern, immer am 13., zuletzt im Oktober. Da  hatte sich das Wunder schon so weit herumgesprochen, dass mehr als 50.000 Menschen zu der Stätte pilgerten. Vor der Steineiche bat Lucia das Volk, mit ihr den Rosenkranz zu beten. Da erschien die Madonna, und die staunenden Menschen sahen die Sonne zehn Minuten lang rotieren, tanzen und springen - für dieses „Sonnenwunder von Fatima” finden Wissenschaftler bis heute keine Erklärung.
   Lucia ging 1921 ins Kloster. 1929 schrieb sie ihre Visionen nieder, 1930 wurde die Wallfahrt kirchlich anerkannt. Der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs erinnerte viele Christen an das „zweite Geheimnis”, und als endlich Friede war, fürchteten sie das dritte um so mehr, denn als Steigerung schien jetzt nur noch der Weltuntergang per Atomkrieg mit Russland denkbar. Dass der Vatikan den Text nicht veröffentlichte, verstärkte die Furcht. 1981 drohte gar ein Luftpirat, eine auf dem Flug von Dublin nach London entführte Maschine zu sprengen, wenn der Papst das Geheimnis nicht lüfte.

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   Johannes Paul II. verstand das “dritte Geheimnis”, als die Prophezeiung in Erfüllung gegangen war: Lucia hatte von “einem in Weiß gekleideten Bischof” geschrieben, „wir hatten die Ahnung, dass es der Heilige Vater war”, und „verschiedene andere Bischöfe, Priester, Ordensmänner und Ordensfrauen” geschildert, „die einen steilen Berg hinaufstiegen, auf dessen Gipfel sich ein großes Kreuz befand ...” Dort aber wurde der weiße Bischof „von einer Gruppe von Soldaten getötet, die mit Feuerwaffen und Pfeilen auf ihn schossen”.  Am 13. Mai 1981, am Jahrestag der Erscheinung von Fatima, feuerte der Türke Mehmet Ali Agca auf den Papst zwei Kugeln ab. Die erste, auf den Kopf gezielt, ging fehl, weil Johannes Paul II. sich gerade zu einem Mädchen herunterbeugte.  Die zweite traf ihn in den Bauch, schlug aber einen Bogen um die lebenswichtigen Organe:  „Als ob eine Macht, eine unsichtbare Hand, sie abgelenkt hätte”, staunte sein Chirurg.
  Inzwischen ist Russland wieder ein christliches Land und will auch nicht mehr „seine Irrlehren über die Welt ver- breiten”. Am 13. Mai 2000 gab Kardinal Sodano im Vatikan das dritte Geheimnis bekannt. Vom Weltuntergang redet keiner mehr. Der Papst sprach Francisco und Jacinta Marto im Mai 2000 selig. Lucia besuchte er zuletzt 2001. Fast blind und taub, schlug sie ihm vor, die Gehstöcke zu tauschen. Sie ist ihm vorangegangen und Johannes Paul II. ist ihr alsbald gefolgt.
   Dunkel bleibt die Prophezeiung, die den Papst gehen sah „durch eine große Stadt, die halb zerstört war”; „halb zitternd mit wankendem Schritt, von Schmerz und Sorge gedrückt, betete er für die Seelen der Leichen, denen er auf seinem Weg begegnete”. HAJosefNyary050215A

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Sr. Lucia von Fatima, der 1917 die Gottesmutter erschien, starb im Alter von 97 Jahren
Foto oben rechts: Papst Paul VI. mit Sr. Lucia in Fátima

    Schwester Maria Lucia de Jesus vom Unbefleckten Herzen, die letzte der drei Seher von Fatima ist tot. Lucia dos Santos starb am Sonntag, dem 13. Februar, im Alter von 97 Jahren in Coimbra / Portugal. Schwester Lucia hatte vom 13. Mai bis 13. Oktober 1917 gemeinsam mit den inzwischen selig gesprochenen Francisco und Jacinta Marto mehrere Erscheinungen der Muttergottes. Sie ermahnte die Kinder, viel zu beten und lud sie ein, in den fünf Monaten jeweils am 13. zur selben Zeit wieder an diesen Ort zu kommen.  Maria erschien jeweils am 13. Juni, Juli, September und Oktober und sprach mit ihnen. Im August zeigte sich die Gottesmutter einige Tage später, da die Kinder am 13. im Gefängnis festgehalten wurden. Bei der letzten Erscheinung am 13. Oktober waren mehr als siebzigtausend Menschen anwesend. Maria teilte den Kindern mit, dass sie Unsere Liebe Frau vom Rosenkranz sei und man ihr zur Ehre eine Kapelle an dieser Stelle bauen solle. Nach der Erscheinung konnten alle Anwesenden das den Kindern schon im Juli und September versprochene Wunder sehen: Sie sahen eine Sonne, die einer Silberscheibe ähnlich wurde, die sich wie ein Feuerrad drehte und zur Erde zu stürzen schien.
   Die Kinder erhielten drei Offenbarungen. Francisco und Jacinta starben bereits drei Jahre nach der Erscheinung. Lucia trat 1921 bei den Dorotheenschwestern ein; ihr erschien Maria später noch dreimal. Sie ließ sich Maria Lucia von den Schmerzen nennen und legte ihre zeitlichen Gelübde am 03. Oktober 1928 und die ewigen am 03. Oktober 1934 ab. Am 25. März 1948 wechselte sie nach Coimbra, wo sie in den Karmel eintrat. Dort nahm sie den Namen Schwester Maria Lucia vom Unbefleckten Herzen an. Am 31. Mai 1949 folgten die feierlichen Gelübde.
 Papst Pius XII. vollzog 1942 die Weihe der Welt an das Unbefleckte Herz Maria,  die Unsere Liebe Frau von Fatima ausdrücklich gewünscht hatte. Zwei Jahre später ordnete er für die ganze Kirche das Fest vom Unbefleckten Herzen Maria am 22. August an. Im Heiligen Jahr 1950 verkündete er das Dogma von der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel. Die katholische Kirche hat die Erscheinungen 1930 anerkannt.
 In einer der Fatima-Botschaften unterstreicht die Muttergottes selbst die Bedeutung von Lucia: „Jacinta und Francisco werde ich bald holen. Du bleibst noch einige Zeit hier. Jesus möchte sich deiner bedienen, damit die Menschen mich erkennen und lieben. Er möchte auf Erden die Verehrung meines Unbefleckten Herzens begründen.  Wer sie annimmt, dem verspreche ich das Heil, und diese Seelen werden von Gott geliebt wie die Blumen, die von mir hingestellt sind, um seinen Thron zu schmücken.”
    Im Zusammenhang mit der Seherin Lucia gab es immer auch Spekulationen um das so genannte „Dritte Geheimnis von Fatima”, das jahrzehntelang nicht veröffentlicht wurde. In den ersten beiden Teilen des Geheimnisses, die bald nach den Erscheinungen bekannt wurden, wurde der Zweite Weltkrieg und das Aufkommen des Kommunis- mus vorausgesagt. Im Jahr 2000 hatte Papst Johannes Paul II. entschieden, den Wortlaut des dritten Teils des „Geheimnisses von Fatima” zu veröffentlichen. Der Vatikan hat dazu eine umfassende Dokumentation veröffentlicht.
    Einen besonderen Bezug zu Fatima hat Papst Johannes Paul II.: Am 13. Mai 1981 überlebte er das Attentat am Petersplatz. Ein Jahr später pilgerte er nach Fatima und dankte der Muttergottes für die Rettung. Einer der letzten Besucher bei Lucia war Mel Gibson. Der amerikanische Schauspieler und Regisseur Mel Gibson ist im vergangenen Sommer mit der Sr. Lucia dos Santos zusammengetroffen. Dabei gab es eine private Vorführung von Mel Gibsons Film „Die Passion Christi”. DTkath.net050215kna

Die bekanntesten Prophezeiungen
 
Wie die Hirtenkinder von Fatima empfangen auch andere Gläubige himmlische Visionen.

Die bekanntesten:
   Die Augustinerin Anna Katharina Emmerich (1774-1824) aus Flamschen bei Coesfeld im Münsterland sah von den Evangelien nicht überlieferte Einzelheiten der Leiden Christi. Mel Gibson baute ihre Visionen in seinen erschüttern den Jesusfilm ein. [Mel Gibson: Passion.  Bericht über die Seligsprechung: Heilige - ?]
   Zwei Hirtenkinder aus La Salettebei Grenoble, Melanie Mathieu (15) und Maximin Giraud (11), erblickten am 19. September 1846 die Gottesmutter und empfingen Botschaften von ihr. Die Vision wurde 1851 kirchlich anerkannt, seither ist das Dorf Wallfahrtsort. Zufall?
   Schon die ersten Zeugen, die von Jesu Geburt erfuhren, waren Hirten.
   Der heilige Johannes Don Bosco (1815-1888), ein Pionier der Jugendarbeit, hatte schon als Kind Visionen über das Papsttum, die Flucht des Papstes und andere Heimsuchungen. Außerdem erblickte er düstere endzeitliche Zukunftsbilder. 

    Fatima ist ein Marienwallfahrtsort in der Diözese Leiria in Portugal. Im Jahr 1917 sahen drei Kinder neben anderen himmlischen Gestalten Maria, diese Visionen fanden jeweils am 13. der Monate Mai bis Oktober statt. Viele Anwesende nahmen atmosphärische Phänomene (z.B. das Sonnenwunder) wahr. Maria forderte die Menschheit durch die Kinder zur Buße, zum Rosenkranzgebet und zur Weihe der Welt an das Unbefleckte Herz Mariens auf. Der Diözesanbischof erklärte die Erscheinungen nach gründlicher Untersuchung am 13. 10. 1930 als glaubwürdig. Fatima wurde der Ausgangspunkt einer christlichen Erneuerung in Portugal. 1942 weihte Pius XII.die Welt dem Unbefleckten Herzen Mariens.

Die Muttergottes von Fatima wünscht Frieden

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Sr. Lucia die Seherin von Fatima sagt - “Bedenkt: Maria wünscht Frieden!” FrFrancisMarsdenCT050227

   Als den Hirtenkindern 1917 die heilige Jungfrau erschien, wünschte sie Gebete für die Bekehrung Russlands. Es war nicht klug, das zu überhören. Die Visionen erwiesen sich als himmlische Wegweisung und Warnung für das 20. Jahrhundert.
  Wie oben berichtet, starb Schwester Lucia, die einzige noch lebende Fatima-Seherin, friedlich am 13. Februar 2005 um 5.25 Uhr im Karmeliterkloster in Coimbra, Portugal, im Alter von 97 Jahren. Fotos oben: Sr. Lucia im Alter von 13 und 97 Jahren.
   Viele denken, dass Schwester Lucia als Nonne im Karmel in den vergangenen Jahren viele Tausend Rosenkränze geknüpft hat. Die Wirklichkeit ist anders: Schon in den 70er Jahren beantwortete sie mit einer elektrischen Schreibmaschine die unzähligen Wünsche um ein fürbittendes Gebet, die ihr aus aller Welt zugesandt wurden. Und schon 1982 hatte sie einen der ersten Personalcomputer in Portugal. Noch mit 94 Jahren nutzte sie diese moderne Technik.
   Lucia de Jesus dos Santos, war neun Jahre alt und konnte noch nicht lesen und schreiben, als Gott sie erwählte die Jungfrau Maria zu schauen und Mittlerin ihrer Botschaften zu werden. Papst Johannes Paul II. war ihr freund- lich zugetan und nahm Rat von ihr an. Lucia hatte keine vornehmen Allüren und bewahrte in ihrem ganzen Leben einen Sinn für Humor, den sie als jüngstes von sieben Kindern in einer bäuerlichen Familie im Dorf Aljustrel erlebt hatte. Als die drei Hirtenkinder 1915 erzählten, sie hätten etwas Übernatürliches, eine unbeschreibliche Erschei- nung gesehen, ernteten sie nur derben Spott von ihren älteren Geschwistern.  
 Die Erscheinungen der Jungfrau begannen am 13. Mai 1917 in der Cova da Iria. Umkehr, Gebet und Buße war die zentrale Botschaft von Fatima. Die Erscheinungen gingen monatlich bis zum 13. Oktober weiter.  An diesem Tag versammelten sich  auf Grund der Vorhersage eines öffentlichen Wunders etwa 50.000 Zuschauer.
    In der antikirchlichen Tageszeitung „O Seculo” ergoss Avelino de Almeida, seinen satirischen Spott über Fatima: „Man konnte sehen, wie sich die große Menschenmenge der Sonne zuwandte, die an einem wolkenlosen Himmel im Zenit stand. Sie sah aus wie eine matte Silberscheibe, die man ohne die geringsten Beschwerden anschauen konnte. Es entstand der Eindruck einer Sonnenfinsternis.
    Aber in diesem Moment erhob sich ein großes Geschrei und man konnte die nahestehenden Zuschauer rufen hören: ‚Ein Wunder! Ein Wunder!’ Vor den erstaunten Augen der Menge, deren Anblick biblisch war, wie sie bar- häuptig da standen und den Himmel staunend beobachteten, zitterte die Sonne und machte plötzlich unglaubliche Bewegungen gegen alle Naturgesetze -  die Sonne 'tanzte’ wie die Menschen es ausdrückten ...  Die Leute begannen dann einander zu fragen, was sie gesehen hätten. Die meisten gaben an, dass sie die Sonne zitternd und tanzend gesehen hätten; andere sagten, sie hätten das Gesicht der heiligen Jungfrau gesehen; andere bezeugten unter Eid, dass die Sonne sich um sich selbst drehte wie ein riesiges Feuerrad und dass sie sich zur Erde senkte, wie um sie mit ihren Strahlen zu verbrennen. Andere sagten, sie hätten gesehen, wie die Sonne ständig ihre Farben wechselte.”
   Lucias Vettern starben in den Jahren 1918-19 an Lungenentzündung. So blieb nur Lucia, um Zeugnis von den Erscheinungen in Fatima zu geben.
   Maria hatte gesagt: „Ich nehme bald Jacinta und Francisco zu mir; aber du bleibst noch einige Zeit bis du zu mir kommst. Jesus möchte dich gebrauchen, damit die Menschen mich kennen und lieben lernen. Jesus will, dass mein Unbeflecktes Herz in der ganzen Welt verehrt wird.”  Die Jungfrau wollte, dass Lucia die Dorfschule besuchen sollte, um lesen und schreiben zu lernen.
    Da Neugierige die Familie ständig belästigten, brachte die Mutter ihre 16-jährige Tochter Lucia 1923 von Fatima weg in die Ordensschule der Dorotheenschwestern in Vilar in der Nähe von Porto. Um sie von der Öffentlichkeit abzuschirmen, gab man ihr den Namen Maria das Dores.
  1925 trat Lucia in das Noviziat der Dorotheenschwestern in Pontevedra in Spanien ein, 1926 wechselte sie in das Noviziat in Tuy. 1928 wurde sie dort Profess-Schwester.
   1925, 1926 und 1929 erlebte sie dort neue Visionen der heiligen Jungfrau mit dem Jesuskind. Maria erinnerte dort Lucia nachdrücklich an den Teil der Fatima-Botschaft: die Forderung nach Sühne für die Sünden der Welt durch Teilnahme an der heiligen Messe am ersten Samstag an fünf aufeinander folgenden Monaten, um für die Bekehrung Russlands zu beten.  Die heilige Jungfrau trug 1929, als der stalinistische Terror begann, Lucia auf, den Papst zu bitten, die ganze Welt – und besonders Russland – dem Unbefleckten Herzen Mariens zu weihen.
    In den nächsten fünf Jahren mussten zehn Millionen ukrainische und russische Bauern verhungern und Millionen starben in den Gulags und bei „Säuberungen”.
    1930 erklärte der Bischof von Leiria, in dessen Diözese Fatima liegt, die Visionen der Kinder für „übernatürlich”.
   Lucia gab die Botschaft der heiligen Jungfrau zuerst Pius XI. und Pius XII., später Johannes XXIII. und Paul VI. Die Demut und die Beharrlichkeit von Schwester Lucia gaben den Ausschlag,  und so wurde der göttliche Auftrag erfüllt. Sr. Lucia schrieb auf Verlangen des Bischofs und Spirituals die Visionen von Fatima in vier Berichten nieder.
    Ein Fatima-Geheimnis war die Warnung der Gottesmutter vor einem zweiten schrecklichen Krieg, wenn die Men- schen nicht aufhören würden, Gott zu beleidigen. Ein großes Licht am nördlichen Himmel wäre das Zeichen, dass dieser Krieg beginnen würde.
    Am 25. Januar 1938 wurde ein höchst ungewöhnliches Polarlicht in ganz Europa und Teilen von Afrika und Asien gesehen. Es bedeckte 500.000 Quadratkilometer mit Strahlen, die eine Höhe von 700 km erreichten. Die “New York Times” berichtete darüber am 26. Januar 1938: “Das in Süd- und Westeuropa selten zu sehende Polarlicht, verbreitete letzte Nacht Furcht in Teilen Portugals und Niederösterreich, während Tausende Engländer auf die Straße liefen und sich darüber wunderten.” 
    Das rötliche Glühen ließ viele denken, die halbe Stadt stände in Flammen. Die Feuerwehr von Windsor Castle wurde alarmiert, weil man dachte,  das Schloss würde brennen. Das Licht wurde auch ganz klar in Italien, Spanien und sogar Gibraltar gesehen. Verschneite Alpengipfel in Österreich und der Schweiz wurden in das glühende Licht eingetaucht - ein wunderbarer Anblick -, und Feuerwehren versuchten nicht existierende Feuer zu bekämpfen. 
  Portugiesische Dorfbewohner hasteten vor Schreck aus ihren Häusern, weil sie fürchteten, das Ende der Welt sei gekommen ... das Licht brachte den Schweizer und französischen Behörden Tausende von Telefonanrufen, die sich erkundigten, ob es Feuer, Krieg oder das Ende der Welt wäre.”
    Es kam der Krieg. Zwei Monate später wurde Österreich von Adolf Hitler annektiert und im Sommer besetzte die Wehrmacht die Tchechoslowakei.
   Die unerwünschte Berühmtheit gab Lucia wenig Frieden. Auf offener Straße versuchten die Leute, sie in ihre Häuser oder Autos zu holen;  sie wollten Haarsträhnen als Reliquien von ihr, einige Männer wollten sie küssen. Die Fragen waren immer dieselben und suchten die Sensation: „Wie sieht die heilige Jungfrau aus? – Wie sieht der Himmel aus?” Schließlich beschloss Schwester Lucia Schutz im Karmel zu suchen.  
    Sr. Lucia kehrte 1946 nach Portugal zurück und erbat von Papst Pius XII. die Genehmigung, das Kloster zu wechseln. Der nächste portugiesische Karmel war in Fatima; Sr. Lucia aber meinte, das sei dem Ort der  Erscheinungen zu nah. Darum ersuchte die Oberin des Karmels den Diktator Salazar, das Kloster in Coimbra zurückzugeben, das vom Staat 1844 nach der Vertreibung aller religiösen Orden aus Portugal säkularisiert worden war, und das nun als Kaserne benutzt wurde. Am 25. März 1948 trat Schwester Lucia im Alter von 41 Jahren in den „Karmel Santa Teresa” in Coimbra ein, wo sie die nächsten 57 Jahre verbringen sollte. Was die Weihe der Welt zum Unbefleckten Herzen Mariens betrifft,  so vollzog Papst Pius XII diese Weihe im Jahr 1942. Nur einen Monat später errangen die Allierten den Sieg bei El Alamein über die Achsenmächte – ein Wendepunkt des 2. Weltkrieges im Westen. 
    Erst nach dem Attentat 1984 vollzog Papst Johannes Paul II. in Einheit mit den Bischöfen der Welt  die vollkommene Weihe der Welt an das Unbefleckte Herz Mariens. Als 1991 die Sowjetunion auseinander gefallen war, erklärte Sr. Lucia, dass der Himmel die Weihe angenommen hätte.
   Das „dritte Fatima-Geheimnis”, das der Vatikan im Jahre 2000 veröffentlichte, spricht von einem Bischof, der in Weiß gekleidet ist,  und angeschossen über ein Feld stolperte, das mit Leichen übersät ist, um das Kreuz zu erreichen. Dass Johannes Paul II. das Attentat überlebte, führte er selbst auf das Eingreifen der Jungfrau von Fatima zurück und erklärte: „Eine Hand schoss und eine andere Hand, lenkte die Kugel weg”.
    Lucias englischer Dolmetscher Carlos Evaristo erzählt, dass amerikanische Besucher besonders apokalyptische Fragen stellten: „Wann ist der Weltuntergang? – Wird es Krieg geben?” Lucia verglich jedoch die Botschaft von Fatima mit dem biblischen Bericht über Christi Geburt, als die Engel in Betlehem den Hirten erschienen. Die Engel sagten nicht: „Friede auf Erden allen Menschen”, sondern „den Menschen guten Willens”.  Es ist traurig, dass es auf Erden nie einen vollkommenen Frieden geben wird, weil nicht alle Menschen guten Willens sind. 
    Fatima ist ein arabischer Name. Auch Muslime ehren Maria, und viele Muslime sind von den Fatima-Erscheinungen dort fasziniert. Die Fatima-Botschaft mag sehr wohl eine Rolle beim Entschärfen eines militanten Islamismus haben.
    Als Antwort auf die Fülle von Fragen schrieb Lucia im Jahr 2000 ein 354-seitiges Buch „Apelos da Mensagem de Fátima”, das die Visionen und ihre Botschaft zusammenfasst. Dieses Buch ist bereits in neun Sprachen übersetzt. „Sie sollten mein Buch lesen”, sagte sie. „Rat und Weisung, entsprechen den Wünschen der Muttergottes von Fatima. Gebet und Buße mit starkem Glauben an die Macht Gottes, werden die Welt retten.”

Letzte Augenzeugin der Marienerscheinung von Fatima gestorben

   Die katholische Kirche trauert um Schwester Lucia: Als letztes der drei berühmten Hirtenkinder von Fatima, denen 1917 die Jungfrau Maria erschien, starb die Ordensschwester im Alter von 97 Jahren in Portugal. Sr. Lucia lebte seit 1948 im Karmeliterinnen-Kloster von Coimbra, wie die portugisische Nachrichtenagentur Lusa meldete. Das Dorf Fatima wurde zum berühmten Wallfahrtsort. Papst Johannes Paul II. verdankt nach eigener Überzeugung der Muttergottes von Fatima, dass das Attentat 1981 auf ihn fehlschlug.  
    Lucia de Jesus dos Santos kam am 22. März 1907 zur Welt. Am 13. Mai 1917 erschien ihr gemeinsam mit ihrem Vetter Francisco Marto und dessen Schwester Jacinta in der Nähe von Fatima, 130 Kilometer nördlich von Lissabon, mehrmals die Jungfrau Maria.  Die  damals zehnjährige Lucia sagte, Maria sei über einem Olivenbaum erschienen und habe ihr gesagt, sich jeweils am 13. des nächsten Monats am selben Ort einzufinden. Fünf Monate lang haben sich die Marienerscheinungen am 13. des Monats wiederholt.
    Während Jacinta und Francisco bereits 1919 und 1920 starben, ging Lucia ins Kloster und schrieb die Botschaften nieder, die sie von der Jungfrau Maria erhalten hatte. Zunächst waren die Berichte der Hirtenkinder in der katholischen Kirche skeptisch aufgenommen worden. Angesichts der zahlreichen Pilger, die damals schon nach Fatima kamen, erlaubte der Bischof von Leiria 1930 schließlich, den Marienkult in Fatima zu feiern.
    Lucias Aufzeichnungen gingen als die drei “Geheimnisse von Fatima” in die Kirchengeschichte ein. Sie wurden Anfang der vierziger Jahre dem Vatikan übermittelt. Die ersten beiden Geheimnisse wurden als Prophezeiungen über das Ende des Ersten Weltkrieges und den Beginn des Zweiten Weltkrieges sowie den Aufstieg und Zusammenbruch der Sowjetunion gedeutet. Das dritte Geheimnis von Fatima wurde erst im Jahr 2000 enthüllt. Der Vatikan erklärte, der Text, der sich unter anderem auf einen weiß gekleideten Bischof bezieht, habe den Attentatsversuch auf Johannes Paul II. am 13. Mai 1981 vorhergesagt. Der Papst ist überzeugt, dass sich das Geheimnis auf ihn bezog und dass dank der Jungfrau Maria die Kugeln des Attentäters keine lebenswichtigen Organe trafen. DieWelt050216

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Sr. Lucia sagt ihren eigenen Tod voraus.   BessTwistonDaviesCatholicTime 050220

 Sr. Lucia de Jesus dos Santos, die letzte Seherin der Erscheinungen der Jungfrau Maria im Jahre 1917 von Fatima, hat ihren eigenen Tod vorhergesagt, wie jetzt bekannt wurde.
   Die 97jährige Ordensschwester hat - wie aus portugiesischen Quellen bekannt wurde - verkündet, dass sie am 13. Februar sterben würde. Dieses Datum hat eine symbolische Bedeutung, weil die Jungfrau Maria der Lucia und Jacinta und Francisco Marto am 13. Mai 1917 zum ersten Mal erschienen war. 
  Timothy Tindal-Robertson, ein Fatima-Experte, sagt gegenüber der in Manchester erscheinenden englischen Wochenzeitung „Catholic Times”: „Ich höre von vertrauenswürdigen Quellen in Portugal, dass Sr. Lucia wusste, wann sie sterben sollte und sich wünschte, am 13. Februar zu sterben. Der Vatikan wurde informiert und der Papst Johannes Paul II. konnte Sr. Lucia noch einen Brief senden, den sie kurz vor ihrem Tod gelesen hat.” 
   Sr. Lucia und ihr jüngerer Vetter und ihre jüngere Cousine waren Zeugen der sechs Erscheinungen der Jungfrau Maria und ihrer Botschaft von Gebet, Buße und Opfer. Und danach – entsprechend der Verheißung der Gottesmutter für „ein wunderbares Zeichen, damit alle zum Glauben kämen” - eine Menschenmenge von 50.000 behaupten, dass sie bezeugen können, wie die Sonne rot wurde und  im heftig um den Horizont von Fatima „tanzte”. 
    Nun prüft der Vatikan ein Wunder, das sich offenbar während der heiligen Messe, die der Papst während der Seligsprechung der Seherkinder im Jahre 2000 feierte.
    Ein portugiesisches Kind, das an Diabetes litt, wurde offenbar geheilt, während seine Mutter bei der Fernseh- übertragung der Seligsprechung von Francisco und Jacinta  Francisco um Fürbitte anflehte. Die Mutter hatte schon vor der Taufe ihres Kindes fürbittend an die Hirtenkinder gewandt.
   Die Eltern legten das an Diabetes erkrankte Baby auf die Gruft von Francisco und Jacinta in der Basilika von Fatima  und baten um ihre Hilfe. Nachdem sie die Seligsprechung gesehen hatten, machte die Mutter den täglichen Diabets-Test bei ihrem Kind und fand dass die Krankheit  verschwunden war. Diese Diagnose wurde später von den Ärzten bestätigt.  

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Seligsprechungsprozess für Sr. Lucia dos Santos kann beginnen

   Für die dritte Seherin von Fatima, Schwester Lucia dos Santos, kann nun der Seligsprechungsprozess beginnen. Genau drei Jahre nach ihrem Tod – also zwei Jahre früher als vom Kirchenrecht vorgesehen - hat Papst Benedikt XVI. der Einleitung des Verfahrens zugestimmt. Das sagte der Präfekt der vatikanischen Heiligsprechungskongregation, Kardinal José Saraiva Martins, nach einem Gottesdienst in Coimbra im Gedenken an Schwester Lucia.  Portugal  jubelt, erzählt Bischof von Leiria-Fatima, Antonio dos Santos Marto.
   „Das ist die Anerkennung der Heiligmäßigkeit einer herausragenden Glaubenszeugin. Ihre größte Tugend war, dass sie versuchte, die Botschaft von Fatima mit großer Selbstverständlichkeit zu leben. Schwester Lucias Aufzeichnungen und auch ihr Lebensbeispiel verraten, dass sie verliebt war in die Schönheit Gottes. Dabei war sie auch ansteckend, denn die Menschen haben das gespürt und sie aufgesucht, um sie zu sehen und ihr zuzuhören.”
   Lucia dos Santos erlebte gemeinsam mit ihrem Cousin Francisco Marto und ihrer Cousine Jacinta Marto 1913 mehrere Marienvisionen. Die Botschaften der Gottesmutter enthielten, teils in apokalyptischen Bildern, Aufforderungen zu Sühne und einer „Umkehr der Herzen”. Bischof dos Santos:
  „Das ist die Sprache jener Zeit, doch die Botschaft von Fatima selbst ist zeitlos. Es ist ein Aufruf an die Gläubigen, sich nicht abzufinden mit der Banalität und der Fatalität des Bösen in der Welt. Es geht darum, das eigene Leben und die Welt zu reparieren, also zu erneuern.” Die anderen beiden Seherkinder starben jung und wurden 2000 von Johannes Paul II. heilig gesprochen. Schwester Lucia starb am 13. Februar 2005. Laut Kirchenrecht kann ein Seligsprechungsprozess frühestens fünf Jahre nach dem Tod einer Person beginnen. Ähnliche Ausnahmen von dieser Frist gab es bereits für Mutter Teresa und Papst Johannes Paul II. rv.gs080214

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Morgen beginne ich mit meiner ersten Fünf-Samstage-Andacht – und so bereite ich mich dafür vor
Foto: Papst Franziskus vor der Statue der Mutter Gottes von Fatima

   Die Verehrung wurde Schwester Lucia vor 90 Jahren am von der Mutter Gottes am Samstag, dem 10. Dezember 1925 erklärt. Entgegen der landläufigen Meinung, hat Maria nicht diese Verehrung den sechs Seher-Kinder in Fatima aufgetragen.
   Die Mutter Gottes erwähnte es im Juli 1917 während ihrer Erscheinung in Fatima, als sie sagte, sie würde wieder kommen für den Kommunionempfang zur Wiedergutmachung, um Sühne zu leisten für die Sünden der Welt am ersten Samstag jeden Monats.
   Aber erst im Dezember 1925 geschah es, dass Maria der Schwester Lucia in Ihrem Dorothea-Kloster in Spanien erschien, wo sie der Ordensschwester ihre Bitte erläuterte. Die Mutter Gottes sagte Lucia, dass ihr Herz durch viele Dornen durchbohrt sei wegen der Gotteslästerungen und Undankbarkeit der Sünder. Wer die “fünf-Samstags- Andachten” mitfeiert muss die feste Absicht haben, dass durch diese Andacht zur Sühne für das Unbefleckte Herz Mariens geleistet wird. Es kann für uns hilfreich sein, ein geistiges Bild von einem mit scharfen Dornen umwundenen Herz der Jungfrau Maria zu sehen. Es ist auch ein besonderes Versprechen mit dieser Andacht verbunden. Maria sagte Lucia: “Ich verspreche in der Stunde des Todes allen mit den Gnaden zu helfen, die für die Rettung aller, die am ersten Samstag in fünf aufeinander folgenden Monaten zur Sühne für mich zur Beichte zu gehen, die heilige Kommunion empfangen, fünf Gesätze des Rosenkranz beten und eine viertel Stunde bei mir im Gebet verweilen in der Betrachtung der fünfzehn Geheimnisse des Rosenkranzes.  
CH150731MaryO'Regan

Lesen Sie weiter unter: Fatima-Erscheinungen, Fatima-Geheimnis, Fatima-prophetisch und Rosenkranz

Wesentliche Teile unserer Berichte über Fátima verdanken wir dem
©FATIMA-WELTAPOSTOLAT DER DEUTSCH-SCHWEIZ
Für die freundliche Genehmigung zur Veröffentlichung auf unserer Homepage danken wir sehr.
Weitere fundierte Nachrichten über Fatima finden Sie unter: www.fatima.ch

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