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Heilung und Hilfe. Wir lesen für Sie die norddeutsche und überregionale Presse und Fachzeitschriften. Was immer für Blinde und Sehbehinderte von Interesse sein könnte, suchen wir für unsere Mitglieder heraus und berichten hier barrierefrei darüber.

„Hab' ein Auge auf die Augen” - Der Rückgang der Sehkraft im Alter kennt viele Ursachen
Es sind im Wesentlichen diese vier Augenerkrankungen, die sich während des Älterwerdens allmählich einstellen können: der Graue Star(Katarakt), der Grüne Star (Glaukom), der Verlust des scharfen Sehens (Makuladegeneration) und die Augenschäden als Folge der Zuckerkrankheit (diabetische Retinopathie). Wenn man in die Jahre kommt, lohnt es sich also, den Appell „Hab' ein Auge auf deine Augen" zu beherzigen. Früherkennung und vorbeugende Behandlung können viel Leid verhindern und Lebens- qualität bewahren. Wenn es damit losgeht, dass sich der Blick eintrübt und man ständig dabei ist, die vermeintlich verschmutzten Brillengläser zu putzen, dann ist meistens die Brille in Ordnung und es hat vielmehr die Eintrübung der Augenlinse eingesetzt. Die so genannte Katarakt ist heute relativ leicht zu beseitigen, indem der Arzt in einer kurzen ambulanten Operation mit einem kleinen Schnitt die trübe Linse seitlich am Auge herausholt und eine klare Kunststofflinse einschiebt. Der Eingriff wird in Deutschland jährlich 350.000 Mal gemacht. > Grauer Star Grüner Star: Ungleich schwieriger ist die Behandlung des Grünen Stars, der Folge eines erhöhten Augeninnendrucks ist und bemerkbar wird, wenn sich von den Seiten her das Gesichtsfeld einengt. Etwa zwei bis drei Millionen Menschen leiden in Deutschland an einem Glaukom. Der hohe Druck entsteht, weil im Ziliarkörper des Auges mehr Kammerwasser produziert wird als abfließen kann. Ein gesunder Augeninnendruck liegt zwischen 10 und 20 Millimeter/Quecksilbersäule. Außer dem erhöhten Druck lassen sich in Einzelfällen noch andere Ursachen anführen: dünne Hornhaut, Venenverschlüsse im Auge, hohe Kurz- und hohe Weitsichtigkeit, niedriger und schwankender Blutdruck, Diabetes und hohes Alter. Die Behandlung beginnt zunächst mit Augentropfen, später kann Laser-Energie eingesetzt werden, und notfalls muss operativ ein neuer Abfluss für das Kammerwasser angelegt werden. > Glaukom Je mehr alte Menschen es gibt, desto häufiger tritt heute auch die Makula-Degeneration auf, die all- mähliche graue Eintrübung des nur etwa drei Quadratmillimeter großen Punktes auf der Netzhaut, der allein das scharfe Sehen ermöglicht. Der Patient sieht nunmehr alles mehr und mehr unscharf und verzerrt. In 80 Prozent der Fälle ist es die trockene Form der Degeneration, bei der Ablagerungen das Pigmentepithel der Netzhaut schädigen. Etwa 20 Prozent entfallen auf die feuchte Form, die sich unter der Netzhaut mit der unkontrollierten Neubildung von Blutgefäßen entwickelt, was die Sehkraft zu- nehmend reduziert. Die therapeutischen Möglichkeiten - eine Heilung ist nicht möglich - sind für beide Formen sehr gering. Von Medikamenten, die zum Teil direkt ins Auge gespritzt werden, und von der Laser-Energie erhofft man sich, das Fortschreiten der Erkrankung wenigstens verlangsamen zu können. > Makula-Degeneration Diabetische Retinopathien: Probleme mit den Augen haben nicht zuletzt auch viele Diabetiker. Die diabetischen Retinopathien werden in den nächsten Jahren, ebenso wie die Zahlen der Zuckerkranken, enorm zunehmen. Der Diabetes, insbesondere der Altersdiabetes des Typs II, führt dazu, dass große Areale der Netzhaut nicht mehr ausreichend durchblutet und mit Sauerstoff versorgt werden. Das schränkt immer mehr die Sehfähigkeit ein und kann zur Erblindung führen. Für jeden Diabetiker ist es deshalb wichtig, in kurzen Zeitabständen den Hämoglobinzucker zu bestimmen, um mit einem kon- stanten Normwert den Verlust der Seh-kraft aufhalten zu können. > Diabetes HA090225MaxConradt

Magnetfelder helfen bei Halbseitenblindheit. Patient erkannte nach Test die Farbe Rot wieder
Eine Behandlung mit Magnetfeldern lässt Menschen mit Halbseitenblindheit wieder Farben sehen, wie britische Forscher gezeigt haben. Bei dieser Form der Blindheit sind nicht die Augen, sondern eines der Sehzentren im Gehirn geschädigt, so dass die Betroffenen ihre Umwelt auf einer Seite nicht bewusst wahrnehmen können. Wird nun die beeinträchtigte Seite mit der sogenannten transkraniellen Magnetstimulation (TMS) be- handelt,bei der Magnetfelder von außen auf den Schädel einwirken, organisiert das Gehirn die Aufgaben- verteilung um. Dabei übernehmen intakte Bereiche der gesunden Hirnseite die Funktion des geschädigten Sehzentrums, und der Patient kann Farben wieder bewusst wahrnehmen. Das berichten Juha Silvanto von der Universität von Essex in Colchester und ihr Team im Fachmagazin „Current Biology”. Die Wissen- schaftler untersuchten einen Patienten, dessen sogenannter visu- eller Cortex, das Hauptsehzentrum, in der linken Hirnhälfte geschädigt war. Der Patient, den die Forscher als GY bezeichnen, kann wegen dieser Schädigung nichts bewusst wahrnehmen, was sich im rechten Gesichtsfeld befindet. Während des Experiments selbst sollte GY mit dem rechten Auge für eine Weile einen roten Bildschirm ansehen, so dass sich das Gehirn auf die Farbe einstellen konnte. In dieser Zeit ließ die Aktivität der Nervenzellen nach, die für die Wahrnehmung der Farbe Rot zuständig sind. In früheren Studien hatte sich gezeigt, dass solche Neuronen besonders gut auf die transkranielle Magnetstimulation ansprechen. Als die Forscher anschließend den gesamten visuellen Cortex magnetisch, anregten, konnte GY die Farbe bewusst wahrnehmen. Verantwortlich dafür sei die gesunde Hirnhälfte gewesen, die die Arbeit des geschädigten Sehzentrums zum Teil übernommen habe, erläutern die Forscher. Dies geschehe aber nicht automatisch, sondern werde künstlich durch die Magnetstimulation provoziert. Im Gegensatz zum künstlich herbeigeführten bewussten Farbsehen funktioniert die unbewusste Wahrnehmung bei den meisten Patienten mit Halbseitenblindheit auch ohne äußeren Einfluss. So liegen sie etwa in den meisten Fällen richtig, wenn sie angeben sollen, welche Art von Bewegung vor ihrem beeinträchtigten Auge abläuft. Die hier gefundene Wirkung lässt sich auch umkehren: In früheren Experimenten hatten Forscher bei gesunden Personen Halbseitenblindheit hervorgerufen, indem sie das Sehzentrum mit Hilfe der TMS außer Kraft setzten. Auch wenn diese Probanden angaben, nichts zu sehen, konnten sie dennoch in den meisten Fällen gezeigte Farben erraten. NOZ081029ddp
Sehen mit den Ohren
Dass Menschen tatsächlich wie Fledermäuse oder Delfine in der Lage sind, Gegenstände anhand ihres Echos zu erkennen - ganz ohne Augen - ist bekannt. Einige Blinde schnalzen mit der Zunge, andere klopfen mit dem Stock auf den Boden. Man braucht dazu offenbar nicht mal besondere Fähigkeiten - etwas Training reicht. Spanische Wissenschaftler haben ausprobiert, welche Geräusche sich besonders gut eignen, um Schall und Echo zur Orientierung zu nutzen: Danach ist die beste Technik ein spezielles Klickgeräusch, dass man mit Zunge und Gaumen produziert. Acta Acustica united with Acustica /Leonardo090701
Der große Stern-Vergleich: Sehhilfen und OPs
Brillengräser für Kurzsichtige
so funktioniert es: Bei kurzsichtigen Menschen ist meist nur der Augapfel zu lang. Dadurch treffen sich einfallende Lichtstrahlen von fern gelegenen Gegenständen nicht auf der Netzhaut, sondern ein Stück davor. Ein unscharfes Bild entsteht. Konkave Brillengläser, die am Rand dicker sind als in der Mitte, streuen die Strahlen und lassen sie exakt auf der Netzhaut zusammentreffen. Vor- und Nachteile: Brillengläser verkleinern das optische Bild. Sie schränken das Gesichtsfeld ein, weil der Brillenträger nur durch die Glasmitte richtig scharf sieht. Bei stark Kurzsichtigen haben die Gläser einen breiten Rand und können sehr schwer werden. Große Unterschiede in der Dioptrienzahl zwischen den Augen können nicht ausgeglichen werden. Es würden unterschiedlich große Bilder entstehen, die das Gehirn nicht verarbeiten kann. Kosten (bei -2 Dioptrien): Kunststoff / Glas einfach: etwa 17 Euro / 13 Euro pro Glas; Luxusversion bei beiden Materialien etwa 95 bis 120 Euro pro Glas.
Brillengläser für Weitsichtige 
so funktioniert es: Weitsichtige Menschen haben einen zu kurzen Augapfel, die Lichtstrahlen würden sich erst hinter der Netzhaut treffen. Ein konvexes Brillenglas, das in der Mitte dicker ist als an seinen Rändern, bündelt die Lichtstrahlen so, dass sie auf der Netzhaut auftreffen. Vor- und Nachteile: Der Weitsichtige sieht die Welt vergrößert durch seine Brillengläser. Da er nur in der Glasmitte richtig scharf sieht, ist sein Gesichtsfeld eingeschränkt. Bei stark Weitsichtigen können die Gläser sehr schwer werden. Große Unterschiede in der Dioptrienzahl können nicht ausgeglichen werden. Kosten: Kosten (bei +2 Dioptrien): Kunststoff / Glas einfach: etwa 17 Euro / 13 Euro pro Glas; Luxusversion bei beiden Materialien 95 bis 120 Euro pro Glas.
Kontaktlinsen (für Kurz- und Weitsichtige) 
hart so funktioniert es: Harte oder formstabile Kontaktlinsen schwimmen auf der Tränenflüssigkeit, die bei jedem Lidschlag unter der Linse herausgepresst und erneuert wird. Damit wird die Sauerstoffversorgung der Hornhaut gesichert. Vor- und Nachteile: Harte Linsen lassen viel Sauerstoff ans Auge und lagern kaum Eiweiß oder Schmutz ein. Allerdings fällt es den meisten Fehlsichtigen schwer, sich an das Fremdkörpergefühl im Auge zu gewöhnen. Kosten: etwa 70 bis 100 Euro pro Linse (hält Monate bis Jahre).
weich so funktioniert es: Im Gegensatz zu den harten Linsen schmiegen sich weiche eng an die Hornhaut des Auges. Weniger Tränenflüssigkeit gelangt ans Auge, so dass die Sauerstoffversorgung weniger gut ist als bei formsta- bilen Linsen. Am besten ist sie noch bei weichen Kontaktlinsen aus Silikon-Hydrogel. Vor- und Nachteile: Weiche Linsen haben einen viel höheren Tragekomfort als harte Linsen. Doch lassen sie weniger Sauerstoff ans Auge und neigen dazu, Eiweiß einzulagern, was die Sauerstoffdurchlässigkeit weiter reduziert. Die Pflege der weichen Linsen ist aufwendiger als die der harten. Kosten (für ein Auge pro Jahr): Jahreslinsen: etwa 50 bis 200 Euro, Monatslinsen: etwa 40 bis 150 Euro, Tageslinsen: etwa 300 bis 430 Euro.
orthokeratologisch so funktioniert es: Orthokeratologische Linsen werden nur nachts getragen und flachen die Hornhaut von Kurzsichtigen ab, so dass sie tagsüber keine Brille tragen müssen. Die Korrektur ist bis -4,5 Dioptrien möglich. Vor- und Nachteile: Diese Linsen ermöglichen es, tagsüber auf Sehhilfen zu verzichten. Bei schlechter Hygiene kann es jedoch zu gefährlichen Hornhautentzündungen kommen. Nicht alle Träger dieser Linsen sind mit der erreichten Sehschärfe zufrieden. Manche klagen auch über störende Lichthöfe um Lichtquellen, vor allem abends. Kosten: 50 bis 70 Euro Leasingkosten pro Monat mit einer Anpassungsgebühr von 150 bis 250 Euro.
Lasik-Methode (für Kurz- und Weitsichtige)
so funktioniert es: Hornhaut und Bindehaut werden mit Augentropfen betäubt und ein Saugring wird zum Fixieren des Auges angelegt. Eine winzige Klinge schneidet dann eine rund 0,15 Millimeter dicke Lamelle der obersten Hornhautschicht auf, die wie ein Buchdeckel aufgeklappt wird. Anschließend verdampft der Excimer- Laser darunterliegendes Hornhautgewebe zur Korrektur des Sehfehlers, Nach dem Lasern wird der Deckel zurückgeklappt und angedrückt. Vor- und Nachteile: Der Patient braucht bei gutem Operationsergebnis keine Sehhilfe mehr. Allerdings ist die Methode nur bis -10 Dioptrien und + 4 Dioptrien empfohlen. Viele Experten lasern sogar nur bis - 8 Dioptrien, da sonst die Hornhaut zu dünn werden könnte. Dann würde sie sich womöglich vorwölben - eine gefürchtete Komplikation mit Verlust des Sehvermögens. Es kann zu Schnittfehlern kommen, selten auch zu Infektionen. Etwa fünf Prozent der Patienten klagen nach der Operation dauerhaft über verstärkte Blendempfindlichkeit. Kosten (pro Auge): etwa 1.900 bis 2.400 Euro.
Femto-Lasik (für Kurz- und Weitsichtige)
so funktioniert es: Bei dieser Methode wird die Hornhautlamelle nicht mit einem Hobel geschnitten, sondern es werden mittels Femtosekunden-Laser kleine Bläschen in die Hornhaut gesetzt. So lösen sich obere von den unteren Hornhautschichten, und eine Lamelle entsteht. Vor- und Nachteile: Verfechter der Femto-Lasik argumentieren, dass die Hornhautlamelle dünner und gleichmäßiger ausfällt als mit dem Hobel. Das Risiko von Schnittfehlern wird vermieden und die Hornhaut geschont. Dass die Patienten tatsächlich einen Vorteil gegenüber der Standard-Lasik haben, wurde in Studien bislang allerdings nicht gezeigt. Kosten (pro Auge): etwa 2.000 bis 2.900 Euro
Epi-Lasik (für Kurzsichtige) 
so funktioniert es: Bei dieser Technik wird keine Lamelle der Hornhaut erzeugt, sondern nur die oberste Zellschicht der Hornhaut mit einer stumpfen Klinge zurückgeschoben. Dann korrigiert der Excimer-Laser den Sehfehler direkt an der Oberfläche der Hornhaut. Vor- und Nachteile: Die Methode kommt bei Patienten zur Anwendung, die eine sehr dünne Hornhaut haben. Allerdings sollte nur bis etwa -6 Dioptrien gelasert werden. Die Betroffenen sollten wissen, dass die Methode recht schmerzhaft ist und dass sie erst nach Wochen scharf sehen können. Kostem (pro Auge): etwa 1.900 bis 2.300 Euro.
Kunstlinse (für extrem Kurz- und Weitsichtige) 
so funktioniert es: Diese Kunstlinsen werden meist an der Iris befestigt. Manche von ihnen sind starr, so dass ein Schnitt von 5 Millimetern nötig ist, um sie ins Auge einzuführen. Bei den neueren, faltbaren Linsen reduziert sich der Schnitt auf 2-3 Millimeter. Vor- und Nachteile: Hilft auch Patienten, deren Fehlsichtigkeit mit Laser nicht operabel ist (empfohlen ab-10 bzw.+4 Dioptrien). Die Linse kann die Rückseite der Hornhaut schädigen, so dass kontinuierlich Zellen zugrunde gehen.Es kann zu einer chronischen Reizung der Iris kommen und sehr selten zu einer verzogenen Pupille. Kosten (pro Auge): etwa 1.700 bis 3.200 Euro
so funktioniert es: Die Linse wird direkt vor die natürliche Augenlinse gesetzt und ist damit von außen unsichtbar. Allerdings ist sie nur bis zu einer Dioptrienzahl von -14 oder +8 verwendbar, weil sie bei höheren Werten zu viel Raum beansprucht. Vor- und Nachteile: Hilft auch Patienten, deren Fehlsichtigkeit mit Laser nicht operabel ist (empfohlen ab -10 bzw. +4 Dioptrien). Sitzt sie zu dicht an der Augenlinse, kann diese eintrüben - ein Grund, weshalb viele Operateure die Vorderkammerlinse bevorzugen. Kosten (pro Auge): etwa 1800 bis 3200 Euro.
Scharfer Blick mit 50. Gleitsichtbrille, Laserbehandlung, Speziallinsen - was hilft gegen die Alterssichtigkeit?
Die natürliche Augenlinse verliert ab dem 40. Lebensjahr an Elastizität. Sie kann sich nicht mehr so stark abrunden, so dass sich das Auge nicht mehr gut auf das Nahsehen einstellt. Sieht ein 30-Jähriger noch in einem Abstand von 12 Zentimetern scharf, sind es zehn Jahre später schon 20 Zentimeter, mit 50 Jahren dann mehr als 60 Zentimeter. Der Mensch wird (alters-)weitsichtig. Ein zuvor Normalsichtiger von 60 Jahren braucht eine Nahkorrektur von etwa plus drei Dioptrien, um in 30 Zentimeter Entfernung scharf zu sehen. Brille Schon lange lässt sich Alterssichtigkeit mit einer Brille korrigieren. Bei der Zweistärkenbrille ist die obere Hälfte für die Fernsicht, die untere für die Nahsicht geeignet. Allerdings stört viele Träger der Bildsprung im Brillenglas und auch die von außen deutlich sichtbare Kante im Material. Bei einer Gleitsichtbrille gehen diese Zonen kontinuierlich ineinander über - doch kommt nicht jeder mit diesen Gläsern zurecht. Kontaktlinsen Inzwischen gibt es auch Kontaktlinsen, die wie ein Gleitsichtglas auf dem Auge funktionieren. Bei manchen dieser Linsen ist der obere Teil für die Fernsicht vorgesehen. Senkt der Träger seinen Blick zum Lesen, sieht er durch den unteren Teil der Linse, der für das Nahsehen gedacht ist. Damit sich die Linse nicht dreht, hat sie unten einen dickeren Rand als oben. Andere Modelle verfügen über eine ringförmige Randzone für die Nahsicht, Ideal sind die Linsen für Alterssichtige, die schon seit Jahren normale Kontaktlinsen tragen. Menschen, die mit einer Gleitsichtbrille schlecht zurecht- kommen, werden aber vermutlich auch mit den Speziallinsen Probleme haben. Laser Die Korrektur der Alterssichtigkeit mit einer „normalen” Laser-OP ist nicht möglich. Was sich hingegen per Laser machen lässt, ist der „Goethe-Blick” - so genannt, weil der Dichter auf einem Auge kurzsichtig, auf dem anderen normalsichtig gewesen sein soll. Bei einer solchen „Monovision” orientiert sich das Gehirn je nach Entfernung des fixierten Objekts an dem einen oder dem anderen Auge - eine Leistung, die längst nicht jedem möglich ist. Deshalb muss vor dem Eingriff mit Hilfe von Kontaktlinsen geprüft werden, ob der Patient monovisionsfähig ist. Konduktive Keratoplastik Dabei wird das Hornhautgewebe mit Radiowellen ringförmig geschrumpft. Die Hornhaut wölbt sich vor, so dass der Patient wieder ohne Brille lesen kann. Ähnlich wie bei der oben beschriebenen Lasermethode erzeugen die Ärzte mit Hilfe der Radiowellen eine Monovision - es gelten die gleichen Vorbehalte. Außerdem warnen Experten, dass sich die Hornhaut wieder abflache und der Eingriff nach wenigen Jahren wiederholt werden müsse. Multifokallinsen Diese Kunstlinsen werden anstelle der natürlichen Linsen eingesetzt und erzeugen dann zwei Brenn- punkte im Auge - zum Beispiel einen für die Ferne und einen für die Nähe. Aber: Bei manchen Typen sehen die Patienten in den Entfernungen dazwischen nicht richtig scharf. Darum gehen die Meinungen der Experten sehr auseinander: Die einen loben die neuen Multifokallinsen, die anderen warnen, es sei viel zu früh, sie zu empfehlen. Wer sich auf Multifokallinsen einlässt, sollte in jedem Fall wissen, dass das Autofahren bei Nacht damit schwerfallen kann, wenn etwa Lichtkränze und Reflexe um Scheinwerfer gesehen werden. Akkommodative Linsen Der Traum aller Augenärzte sind künstliche Linsen, die sich - wie ihre natürlichen Vorbilder - abrunden, wenn der Träger etwas in der Nähe erkennen möchte. Tatsächlich bieten manche Hersteller sogenannte akkommodative Linsen an. Sie sollen nach dem „focus-shift”-Prinzip arbeiten, sich also beim Nahsehen nach vorn bewegen, um ein scharfes Bild zu erzeugen. Doch zeigte eine Studie der Uni-Augenklinik in Wien, dass ein Typ dieser Linsen sich im Auge nicht von der Stelle rührte. SternAstridViciano0745
Neue Linse statt Brille
Viele Menschen ab dem 45. Lebensjahr sind von der Alterssichtigkeit betroffen. Nun kann in einer Routineoperation eine neue Generation von Multifokallinsen (Mehr-Stärken-Linsen) für ein brillenfreies Leben sorgen. Diese sollen die Kurzsichtigkeit, die Weitsichtigkeit und die Alterssichtigkeit beheben können. Die OP-Technik ist laut Klinik für Augenheilkunde (Uni Frankfurt) so weit fortgeschritten, dass die meisten Patienten nach dem Einsatz der Linsen in beiden Augen keine Brille mehr benötigen. HA090312mp
Wie das Sehen funktioniert - bei gesunden und fehlsichtigen Menschen




8 Fragen & Antworten. Testen Sie Ihr Wissen über unser Sehorgan, seine Stärken und Schwächen
Wächst sich Fehlsichtigkeit bei Kindern noch aus? Babys oder kleine Kinder sind oft weitsichtig. Im Laufe des Wachstums kann sich der zu kurz geratene Augapfel aber wieder normalisieren, so dass die Fehlsichtigkeit abnimmt oder gar ganz verschwindet. Bei Kurzsichtigen kommt es nicht zu diesem Ausgleich, der im Übrigen für den Einzelfall auch nicht prognostizierbar ist. Wie kann es sein, dass manche Menschen eine Sehschärfe von mehr als 100 Prozent haben? Eine 100-prozentige Sehschärfe beschreibt keinen Maximalwert, sondern gilt als Maß für gutes Sehen. Die Werte junger Menschen können weit darüber liegen. Ist Arbeit am PC schlecht für die Augen? Wenn die Augen über Stunden konzentriert auf den PC gerichtet sind, werden sie trocken - weil die Lidschlaghäufigkeit sich drastisch verringert (von 20- bis 25-mal auf ein- bis zweimal pro Minute) und dadurch weniger von den am Augenrand produzierten Fetten an den Tränenfilm abgegeben werden. Vor diesem „Office Eye” können benetzende Augen- tropfen oder Sprays schützen. Verstärken Brillen auf Dauer die Kurzsichtigkeit? Alle Fehlsichtigen gewöhnen sich an das scharfe Sehen mit Brille oder Linse, so dass ihnen der Blick ohne Sehhilfen nach einer Weile unschärfer erscheint als früher. Die Anatomie des Auges wird durch Brille oder Linsen aber nicht verändert - und sie ist der Grund für Kurz- oder Weitsichtigkeit. Hilft Sehgymnastik? Es gibt immer wieder Erfahrungsberichte von Kurzsichtigen, die versichern, dass sich ihre Werte nach „Augengymnastik” um mehrere Dioptrien verbessert hätten. Für Wissenschaftler ist dergleichen nicht nachvollziehbar. Die Augen - der „Spiegel der Seele”? Oft hat es den Anschein, als würden die Augen eines Menschen viel über seine Stimmung oder gar über seine Persönlichkeit sagen. Tatsächlich entstehen unsere Eindrücke aber normalerweise nicht durch das Auge selbst, sondern durch die Mimik, die das Sehorgan „wütend” oder „sanft”, „dumm” oder „weise” wirken lässt. Mit viel mehr Recht könnte man die Augen als „Spiegel des Körpers” bezeichnen, denn ein Blick auf den Augenhintergrund kann etwa Hinweise liefern auf Entzündungen und Arteriosklerose, auf Diabetes und Bluthochdruck. Der Grund: Die gut einsehbaren Gefäße im Augenhintergrund sind besonders stark durchblutet und geben so sehr gut Aufschluss über den Zustand des gesamten Gefäßsystems. Dagegen lassen sich aus der Beschaffenheit der Iris keinerlei Schlüsse ziehen. Kann Kurzsichtigkeit eine Alterssichtigkeit ausgleichen? Ja. Ein 60-jähriger Kurzsichtiger mit -3 Dioptrien etwa kann ohne Brille Kleingedrucktes lesen. Die braucht er aber weiter für den Blick in die Ferne. Was bedeutet es, wenn man morgens erst einmal nicht scharf sehen kann? Betroffen sind in der Regel Menschen, die unter trockenen Augen leiden. Die Tränenproduktion nimmt mit zunehmendem Alter ab. Auch bei Rauchern, bei Diabetikern oder Patienten mit einer Erkrankung der Schilddrüse kann ein trockenes Auge entstehen. Wenn das Phänomen besonders ausgeprägt ist, können die Augen auch über Nacht trocken werden. Die Sehfähigkeit ist dann in den ersten Minuten nach dem Aufwachen eingeschränkt. Erst nach ein paar Minuten hat sich der Tränenfilm stabilisiert, die Horn- hautoberfläche ist geglättet, und der Blick wird scharf. Oft hilft es, vor dem Schlafengehen benetzende Tropfen oder Gel ins Auge zu träufeln. SternNicoleSimon0745
Immer mehr Augenkranke
2030 werden Deutschlands Augenärzte 50 Prozent mehr Patienten behandeln als heute. Die demogra- fische Entwicklung lasse altersabhängige Erkrankungen wie den grünen oder grauen Star oder Netz- hautablösungen steigen, teilte die Ophthalmologische Gesellschaft mit. Dann würden fast eine Million Menschen am grünen Star leiden und bei jedem dritten Bürger im Alter eine Netz- hauterkrankung die Sehkraft beeinträchtigen. HAkna070921
Uni Tübingen: Steigerung der Sehkraft
Auch geschwächte Augen können genügend Sehkraft für den Alltag aufbringen. Doch viele Sehbe- hinderte unterschätzen die Möglichkeiten, ergab ein Reha-Programm der Uni-Augenklinik Tübingen. Das Ergebnis: eine Steigerung der Lesefähigkeit von 13 Prozent der Patienten vor der Behandlung auf 90 Prozent danach. Zunächst wurde die Restsehfähigkeit untersucht, Spezial-Sehhilfen (Brille, Lupen, Computerprogramme) ausgesucht und der Umgang trainiert. mpHA070310
So funktioniert das Auge
Das menschliche Auge ist ein annähernd kugelförmiges Organ. Es ist durch sechs Muskeln in alle Richtungen beweglich. Eine Bindehaut schützt den Augapfel vor eindringenden Krankheitserregern. Der Augapfel selber wird von drei übereinander liegenden Häuten umhüllt: der festen Lederhaut, die an der Vorderseite durch- sichtig ist und dort als Hornhaut bezeichnet wird; der Aderhaut, die auf der Vorderseite des Auges die Regenbogenhaut (Iris) bildet, die dem Auge die Augenfarbe verleiht. Die innerste Haut bildet dann die Netzhaut (Retina) mit ihren lichtempfindlichen Zellen. Die Iris reguliert die Lichtmenge, die durch die Pupille - die Öffnung in der Mitte der Iris - auf die Netzhaut fällt. Deren lichtempfindlichen Zellen nehmen die Information auf und leiten sie durch den Sehnerv zum Gehirn weiter. Damit das Gehirn scharfe Bilder sieht, wird die Linse - die hinter der Iris liegt - verformt. Wird ein fernes Objekt betrachtet, ist die Linse flach; je näher das Objekt rückt, desto kugelförmiger wird die Linse. Das Auge hat drei Hohlräume: die vordere Augenkammer, die hinter der Hornhaut und vor der Iris liegt; die hintere Augenkammer, die hinter der Iris und vor der Linse liegt: und den Glaskörperraum. Die beiden ersten Hohlräume enthalten klares Kammerwasser; den dritten füllt der gallertartige Glaskörper aus. angHA030206
Albrecht von Graefe
Medizingeschichte: Mekka der Augenkranken: Albrecht von Graefe (1828-1870) ist mit 42 Jahren zwar nicht alt geworden, aber als Augenarzt kam er zu Weltruhm. Er gründete in Deutschland das selbständige Fach Opthalmologie, die Augenheilkunde
Graefe wurde am 28. Mai 1828 in Berlin geboren. Er studierte in Berlin Medizin, Mathematik, Physik und Chemie. 1847 verfasste er als einer der letzten seine Dissertation in lateinischer Sprache. Seine Lehr- und Assistenzjahre führten ihn zunächst nach Prag. Dort wandte er sich ganz der Augenmedizin zu. Anschließend forschte und operierte er bei renommierten Augenärzten in Paris.1852 kehrte er nach Berlin zurück und richtete nach seiner Habilitation eine Privatklinik ein. Schnell wurde sie das Mekka der Augen- kranken. Graefe behandelte Ende der 1850er Jahre über 50.000 Patienten im Jahr. Noch heute erinnern Begriffe wie „Graefe-Fleck” oder der „Graefe-Reflex” an den berühmten Augenarzt. hpsp/HA041106
Bizarrer Wettlauf um die Patienten
Die Krankenkassen werben für Chronikerprogramme: Foto: Arzt Udo Niedergerke denkt nicht, dass sich die Versorgung der Patienten durch Chronikerprogramme verbessert
Otto Genz kennt das schon. Mindestens einmal im Jahr setzt ihm der Doktor eine Stimmgabel ans Bein. Es ist ein Test für die Nerven:Wenn Diabetiker ihr Schmerzempfinden, verlieren, können selbst kleine Ver- letzungen große Komplikationen nach sich ziehen - bis hin zur Amputation eines Fußes. Der zuckerkranke Patient bleibt gelassen: „Ich bin inzwischen ein echter Profi.” Wie er seinen Blutzucker misst, auf was beim Essen zu achten ist und wie man sich Insulin spritzt - das müsse ihm keiner mehr erklären, sagt Genz. Wer seit mehr als zehn Jahren an Diabetes leide, der wisse in der Regel, was zu tun ist, meint auch Udo Niedergerke. Trotzdem hat der Arzt den 75-Jährigen beim DMP eingeschrieben. Das Kürzel steht für „Disease-Management-Programm”. Unter dem Titel bieten die Krankenkassen spezielle Behandlungskonzepte für chronisch Kranke an. Neben dem so genannten Altersdiabetes gibt es auch DMPs für Brustkrebs und koronare Herzkrankheiten. Als nächstes starten Programme für chronische Atemwegsbeschwerden wie Asthma bronchiale und Bronchitis. Ziel ist es, die Betreuung der Patienten so zu verbessern, dass seltener Komplikationen auftreten und sich so teure Klinik- aufenthalte vermeiden lassen. Doch ob das tatsächlich gelingt - darüber gehen die Meinungen auseinander. „Für einen gut ein- gestellten Diabetiker wendet die Krankenkasse jährlich 1.700 Euro auf”, rechnet der Gesundheitsökonom Karl Lauterbach vor. „Für einen schlecht eingestellten hingegen bis zu 5.600 Euro.” Gesundheitsministerin Ulla Schmidt sieht die gesetzliche Krankenversicherung dank der DMPs bereits „auf dem Weg zu einer neuen Versorgungskultur”. Andere sind weniger euphorisch. Norbert Klüsen, Chef der Techniker-Krankenkasse, spricht von einem „Irrweg”. Die Chronikerprogramme seien zu teuer, zu bürokratisch und nutzten dem Patienten kaum oder gar nicht. Statt einer Senkung der Beiträge befürchtet er eine Erhöhung. Schuld sei die Verknüpfung der Programme mit dem Risikostrukturausgleich unter den Krankenkassen. „Dadurch werden Menschen eingeschrieben, die gar nicht in Behandlungsprogramme gehören”, moniert Klüsen. Der Risikostrukturausgleich ist das große Geldkarussell der Kassen. Der gemeinsame Finanztopf ist dazu da, um die Kostenrisiken, die sich aus der unterschiedlichen Zusammensetzung der Versicherten ergeben, abzumildern. Kassen, die mehr ältere Menschen, Familien mit Kindern und Berufs- unfähige versichern, bekommen Geld; Kassen mit vielen jungen, gesunden und gut verdienenden Mitgliedern müssen zahlen. Seit neuestem bekommen die Kassen auch mehr Geld für Versicherte, die in ein DMP eingeschrieben sind - nach Expertenschätzungen etwa 5.000 Euro je Patient. Wer also zu wenig Chroniker im Bestand hat, der zahlt drauf. Dadurch ist ein bizarres Wettbieten um die Kranken entbrannt. Die Deutsche Angestellten-Krankenkasse hat gerade „DMP-Wochen” ausgerufen.Ärzte können sich von Diabetikern„zusätzlich zur Dokumentations- pauschale eine separate Beratungspauschale von 20 Euro” sichern, wenn sie ihre Patienten zur Ein- schreibung in das Chronikerprogramm überreden. Auch die AOK Niedersachsen ist bereit, für diesen Zu- bringerdienst Extra-Euro locker zu machen - allerdings nur, wenn bis Ende Juni mindestens 55.000 AOK- Patienten mitmachen. Udo Niedergerke beeindrucken diese Schreiben wenig. „Durch die DMP wird die Versorgung nicht schlechter, aber auch nicht besser”, sagt der Internist. 25 Euro bekommt er für die Einschreibung eines Patienten, 15 Euro für die Folgedokumentation, die alle drei oder sechs Monate fällig wird. Für die Ernährungsberatung hat er eigens eine Halbtagskraft eingestellt, von dem zusätzlichen Honorar bleibe daher nichts hängen, sagt er. „Das ist ein Nullsummenspiel.” Das Ausfüllen der Formulare koste ihn jeweils mindestens eine Viertelstunde unbezahlte Mehrarbeit. Nicht immer jedoch landen diese sensiblen Daten am richtigen Ort. Zuletzt tauchten Unterlagen von Diabetes-Patienten in Südostasien wieder auf. Ein in Bamberg ansässiges Unternehmen, das von den Kassen und Kassenärztlichen Vereinigungen in sieben Bundesländern mit der Aufarbeitung der Datensätze beauftragt wurde, soll einen externen Dienstleister mit der Weiterverarbeitung beauftragt haben. An der Einschreibepraxis ändert das nichts. Im Herbst 2004 verzeichneten die Kassen bereits eine Millionen DMP-Patienten, in diesem Jahr sollen es mehr als doppelt so viele werden. Entsprechend zur Zahl der offiziellen Chroniker schnellen die Ausgaben der Kassen in die Höhe: Für die Verwaltung und Dokumentation jedes Chronikers veranschlagt der so genannte GKV- Schätzerkreis knapp 160 Euro - das macht rund 320 Millionen Euro bis Ende 2005. Wie sinnvoll dieses Geld angelegt ist, weiß derzeit niemand. Die vom Gesetzgeber geforderte Aus- wertung der Chronikerprogramme lässt auf sich warten. Mit ersten Ergebnissen sei frühestens Endes dieses Jahres zu rechnen, heißt es beim Bundes- versicherungsamt in Bonn. ThomasHAZJensHeitmann050405
Gesundheitstipps:
Frische Luft hilft gegen Kurzsichtigkeit - Draußenkinder seltener betroffen -Versuche mit Brillengläsern. Foto: Kinderaugen entwickeln sich gesünder, wenn die Kleinen öfters draußen spielen, statt in der Stube zu hocken
Kurzsichtigkeit entsteht durch eine Wechselwirkung von Genen und Umwelteinflüssen. So kann etwa die häufige Bewegung eines Kindes an der frischen Luft sein Risiko für die Fehlsichtigkeit beeinflussen. Dieses Ergebnis haben Forscher laut Professor Frank Schaeffel vom Universitätsklinikum Tübingen auf einer Konferenz in Australien vorgestellt. Studien aus den USA, Australien und Singapur haben sich mit dem Thema beschäftigt. Danach werden Kinder, die sich mindestens zehn Stunden pro Woche im Freien aufhalten, seltener kurzsichtig als Stubenhocker. Warum dieser Effekt auftritt, ist allerdings noch nicht klar. Wichtig ist auch die Sehfähigkeit der Eltern: Sind Mutter und Vater kurzsichtig, ist das Risiko für die Kurzsichtigkeit des Kindes um ein Sechsfaches erhöht, bei einem betroffenen Elternteil immer noch um ein Dreifaches. Bei Kurzsichtigkeit erhält die Netzhaut des Betroffenen ein unscharfes Bild, wenn er in die Weite blickt. Grund für diesen Effekt ist ein Fehler bei der Entwicklung der Augen, sie wachsen zu sehr in die Länge. Wissenschaftler versuchen nun, das Augenwachstum durch spezielle Brillengläser zu hemmen. Die meisten Gläser erzeugen eine relative Weitsichtigkeit in den äußeren Bereichen der Netzhaut. Das Auge versucht deshalb, diesen Fehler abzugleichen und verstärkt das Wachstum. Es werden deshalb jetzt Gläser hergestellt, die in den äußeren Regionen statt der Weitsichtigkeit eine Kurzsichtigkeit schaffen. Da in diesem Bereich des Auges grundsätzlich nicht sehr hoch aufgelöst gesehen wird, soll die leichte Unscharfe dort kaum stören. Wenn sich die Versuche als erfolgreich erweisen, könnte auch die Brillenindustrie die neuen Erkenntnisse in Zukunft für die Verbesserung ihrer Produkte nutzen. NOZ080731
Vorsicht bei Augenjucken Bindehautentzündungen mit geröteten, juckenden und tränenden Augen werden oft nicht ernst genug genommen und mit rezeptfreien Tropfen aus der Apotheke selbst behandelt. Doch der Berufsverband der Augenärzte warnt: Diese Selbstbehandlung unterdrücke meist nur die Symptome, ohne die Erkrankung dauerhaft zu bekämpfen. Damit steige auch die Ansteckungsgefahr: Eine virale oder bakterielle Bindehautentzündung könne sich von einem Auge auf das andere ausbreiten, auch Freunde und Familienangehörige seien gefährdet. ap/HA 030408
Blind nach Entzündung Eine nicht rechtzeitig erkannte Entzündung der Schläfenarterien kann zu Erblindung führen. Die „Riesenzell-Arteriitis” befällt manchmal jene Arterie, die den Sehnerv mit Blut versorgt, berichtet der Freiburger Mediziner Dieter Schmidt in der „Deutschen Medizinischen Wochenschrift". Wenn Gefäße oder deren Verästelungen veröden, erblinde der Patient. Von 100 000 Menschen über 80 Jahren seien 50 betroffen, oft ohne es zu wissen. Eine knötchenförmige Verdickung der Schläfenarterie weist darauf hin. apHA050913
Stetige Kontrolle - Frühchen anfällig für Augenprobleme Kommen Kinder zu früh auf die Welt, sollte ein Arzt ihre Augen genau untersuchen. „Ist die Netz- haut bei der Geburt noch nicht voll ausgereift, kann es zu einer Ablösung kommen”, sagt Professorin Birgit Lorenz von der Abteilung für Pädiatrische Ophthalmogenetik am Universitätsklinikum Regensburg. Unbehandelt könne dadurch das Sehvermögen bedroht werden. Besonders gefährdet sind „Frühchen”, die vor der 32. Schwangerschaftswoche geboren werden oder weniger als 1500 Gramm wiegen. Zudem könne eine längere künstliche Beatmung mit Sauers- toff das Risiko erhöhen. „Behandlungsbedürftig sind die Augen von etwa fünf Prozent dieser Kinder. Aber die müssen unbedingt rechtzeitig gefunden werden, denn je früher eine Therapie beginnt, desto erfolg- versprechender ist sie”, sagt Lorenz. Eine drohende Netzhautablösung kann in der Regel durch eine Lasertherapie verhindert werden, in schwierigen Fällen sind auch Operationen möglich. Selbst wenn der Augenarzt bei einem Säugling nichts entdeckt, seien lebenslange Kontrollen wichtig. „Frühgeborene tragen bis weit ins Erwachsenenalter ein erhöhtes Risiko, eine Augenkrankheit zu ent- wickeln”, betont Lorenz. Damit es nicht so weit kommt, sei im Kindesalter ein Besuch beim Augenarzt zweimal jährlich rat- sam. Erkennt er keine Defekte, genügen später jährliche Kontrollen. ddpNOZ070216
Sehstörung bei Kindern Um eine bestmögliche Entwicklung der Sehfähigkeit zu gewährleisten, müssen Sehstörungen bereits in den ersten drei Lebensjahren erkannt und behandelt werden, so der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands. In den ersten Lebensmonaten sollten Eltern auf Auffälligkeiten der Babyaugen wie Pupillenver- änderungen oder Augenzittern achten. Bei familiären Risiko für Schielen oder Fehlsichtigkeit empfehle sich eine Augenkontrolle zwischen zwischen dem sechsten und zwölften Lebensmonat. HA0302
Tränende Augen können Hinweis auf Allergie seinRote und entzündete Augen können bei Kindern auf eine Allergie hinweisen. Tränten die Augen das ganze Jahr über, etwa bei Allergien gegen Hausstaubmilben oder Tierhaare, und fehle ein allergischer Schnupfen, vermuten Eltern oft eine Bindehautentzündung, so Monika Niehaus vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte. Bei 32 Prozent der allergischen Kinder äußert sich die Überempfindlichkeit nur «durch tränende Augen. Quälender Juckreiz, Tränenfluss, Rötung und Brennen seien typisch. Wenn Bakterien eine Bindehautentzündung auslösten, seien die Augen meist morgens verklebt. HA090515AP
Wenn Augen und Nacken wehtun Zwischen Nackenschmerzen und Problemen mit dem Sehvermögen gibt es möglicherweise einen Zusammenhang. Lässt die Muskelspannung im Auge nach, beeinflusst dies die Nervenimpulse im Nacken und in den Schultern. Das hat ein schwedisch-amerikanisches Neurologenteam herausgefunden. Weitere Studien sollen nun zeigen, ob Augenprobleme Muskelbeschwerden auslösen oder sich umgekehrt Muskelbeschwerden auf die Augen auswirken. Die Arbeit wurde in der Fachzeitschrift „European Journal of Neuroscience“ Bd. 21 veröffentlicht. Mehr als 60 Millionen Menschen in der Europäischen Union arbeiten täglich mit dem Computer. Viele haben müde, trockene oder gereizte Augen und klagen zudem oft über Kopfschmerzen sowie Nacken- und Schulterverspannungen. Für die Fokussierung der Linse müssen verschiedene Nerven und Muskelgruppen im Auge und in der Nacken- und Schulterregion zusammenspielen. ddpNOZ060627
Hinweise auf auf Sehfehler Hält ein Kleinkind seinen Kopf oft ohne erkennbaren Grund schief, kann ein Sehfehler vorliegen und der Augenarzt aufgesucht werden. Darauf weist die Techniker-Krankenkasse hin. Auch Augenreiben, starre Pupillen, getrübte Hornhaut und Lichtempfindlichkeit sind Signale. Die Augen sollten spätestens im dritten Lebensjahr geprüft werden, bei Frühgeborenen, Kindern von schielenden, stark fehlsichtigen Eltern sowie Kindern mit Entwicklungsstörungen im ersten Lebensjahr. HA091004
Anwenden von Augentropfen Nach der Einnahme von Augentropfen sollte das Auge eine Minute lang geschlossen bleiben. So könne die Arznei optimal aufgenommen werden. Darauf weist die „Ärzte-Zeitung” unter Berufung auf Matthias Huber, Pharmakologe an der Berliner Charité, hin. Sind verschiedene Tropfen zur Behandlung notwendig, sollte zwischen der Einnahme eine Pause von zehn Minuten liegen. So werde sichergestellt, dass sich unterschiedliche Wirkstoffe bei der Aufnahme nicht gegenseitig behindern. dpaHA060923
Augentropfen: Hilfe von Experten Augentropfen aus Quetschflaschen sind für ältere Menschen nur bedingt empfehlenswert. Sind Kraft oder Feinmotorik der Hand eingeschränkt - etwa durch Arthrose -, lassen sich Tropfen aus den Flaschen schwer herausdrücken, warnt die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. Bei Problemen mit der Anwendung sollten sich Patienten nach Hilfen erkundigen oder sich die korrekte Anwendung vom Experten demonstrieren lassen. HA080523dpa
Brille gegen trockene Augen Spezielle Brillengläser für Arbeit am Computer können Beschwerden wie tränenden oder trockenen Augen, Sehstörungen, Kopfschmerzen und erhöhte Lichtempfindlichkeit vorbeugen, berichtet das Kura- torium Gutes Sehen. ap060111
Schielen Frühzeitige Untersuchung kann Schäden verhindern In der Bundesrepublik schielen rund vier Million Bürger. Bei Kleinkindern ist die Krankheit oftmals kaum zu erkennen. Der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA) rät zur frühzeitigen Unter- suchung. Bereits im Alter von drei Jahren sinken die Heilungschancen erheblich und führen in den meisten Fällen zur einseitigen Amblyopie, einer Sehschwäche. HAz100812hsppj
Bildschirm Bewusstes Blinzeln hilft gegen angestrengte Augen Blinzeln ist gut für das Auge, dabei wird die Hornhaut befeuchtet und das Auge mit Sauerstoff versorgt. Wer viel vor dem Bildschirm sitzt, sollte mehrfach bewusst blinzeln, da bei dieser konzentrierten Tätigkeit das reflexartige Blinzeln reduziert wird, so der Qualitätsverbund Fränkischer Augenärzte (QFA). Bei normaler Augenbelastung blinzelt der Mensch rund 20-mal in der Minute. HAz010812hsppj
Sonnenbrille Auf 100-prozentigen UV-Schutz achten Die Sonne kann das Auge verbrennen, daher darf auf die Sonnenbrille nicht verzichtet werden. Doch eine falsche Brille fügt dem Auge mehr Schaden zu als ihr Fehlen. Daher sollte man beim Kauf einer Sonnenbrille auf eine gute Passform, 100-prozentigen UV-Schutz, Blendschutz und auf das CE-Zeichen achten, rät der Zentralverband der Augenoptiker. HAz100812hsppj
Ernährung Spinat und Brokkoli enthalten schützendes Lutein Lutein kann das Auge gegen aggressive Sonneneinstrahlungen schützen. Den Naturstoff kann der Körper nicht selber bilden, daher muss er über die Nahrung zugeführt werden. Spinat, Rosenkohl, Mais oder Brokkoli enthalten beispielsweise diesen wichtigen Zusatzstoff. Die empfohlene Menge liegt bei 6 mg pro Tag, eine normale Mahlzeit enthält meist 2,2 mg. Es gibt auch Kapseln in der Apotheke. HA100807hsppj
Augenarzt Uwe Kraffel
Gersten- und Hagelkörner gelten zwar als harmlos, doch Gerstenkörner können auch recht schmerzhaft sein und Hagelkörner groß wie Erbsen werden. Wie man sie behandelt, erklärt Uwe Kraffel, erster Vorsitzender des Berufsverbandes deutscher Augenärzte.
Wärme gegen lästige Körner
Wie entstehen eigentlich die sogenannten Hagel- und Gerstenkörner am Auge? Auf unterschiedliche Art und Weise. Gerstenkörner beispielsweise bilden sich, weil sich die Talgdrüsen entzünden, wenn Bakterien in sie eindringen. Hauptsächlich werden Gerstenkörner durch Staphylokokken verursacht. Diese Talgdrüsen sitzen an den Rändern der Augenlider, wo sie unter anderem auch unsere Tränenflüssigkeit produzieren. Bei Hagelkörnern dagegen kommt es zu einer Art Verstopfung in den Talg- drüsen, so dass mit der Zeit ein kleines Hörnchen wachsen kann. Wie behandelt der Augenarzt solche Entzündungen? Bei Gerstenkörnern wird der Augenarzt antibiotische Salben oder eine Wärmebehandlung verordnen oder auch eine Kombination aus beidem anwenden. Bei der Wärmebehandlung wird in der Regel trockene Wärme - etwa Rotlichtbestrahlung - empfohlen. Trockene Wärme ist besser, weil sich bei feuchtwarmen Umschlägen Keime leichter verbreiten können. Durch die Wärme öffnen sich die Gefäße, so kann das Gerstenkorn schneller „reifen”. So bricht es auf, und der Eiter fließt ab. Hagelkörner können dagegen operativ entfernt werden. Können Gersten- oder Hagelkörner auch gefährlich werden? Im Allgemeinen nicht. Allerdings sollte man Gerstenkörner nicht drücken, weil sonst leicht Bakterien in die Blutbahn eindringen können. In seltenen Fällen können die Erreger auf diesem Weg auch ins Gehirn gelangen und dort eine gefährliche Hirnhautentzündung auslösen. Hagelkörner sind im Normalfall unge- fährlich und verschwinden manchmal auch von selbst wieder. Allerdings muss man sie von einem Augen- arzt untersuchen lassen, um eine Tumorerkrankung der Drüsen auszuschließen. Was kann man tun, wenn man öfter unter diesem Problem leidet? Auf jeden Fall sollte man beim Augenarzt überprüfen lassen, ob am Auge alles in Ordnung ist. Gerstenkörner bilden sich zum Beispiel gern, wenn man eine falsche Brille oder auch überhaupt keine Brille trägt, obwohl es eigentlich nötig wäre. Menschen, die anfällig für Gerstenkörner sind, sollten vor allem Zugluft meiden. Und dem Entstehen der Gerstehkörner vorbeugen können sie beispielsweise mit heißen Kompressen auf die Augen, die in diesem Fall auch feucht sein dürfen. Man kann sich auch, wenn man will, die Augenlider täglich ein bisschen kneten. Es gibt sogar Hinweise, dass sich auch eine vorzugsweise vegetarische Ernährung günstig auswirkt, weil sie Gerstenkörner verhindert. AngelikaFriedlHAZ070207
Wie entsteht Augenlidzucken?
Obwohl es sich um ein allgemein bekanntes Phänomen handelt, hat die Wissenschaft bisher noch keine schlussendliche Antwort auf die Frage gefunden, wodurch Augenlidzucken entsteht. Feuernde Nerven Das leise Pochen unter der Haut tritt oft in Situationen auf, in denen man sich gestresst und angespannt fühlt. Meist handelt es sich dabei um unwillkürliche Entladungen der Muskulatur, die nicht be- wusst gesteuert werden. D.h. die feinen Enden des Gesichtsnervs (Nervus facialis) feuern Impulse an die dünnen Lidmuskeln, speziell den Musculus orbicularis oculi, und bringen sie so zum Zucken. Sensible Region Warum sich der Nerv spontan genau an einer bestimmten Stelle entlädt ist noch nicht hundert- prozentig wissenschaftlich abgeklärt. Muskelzuckungen können in sämtlichen Körperregionen immer wieder vorkommen. Am Auge werden sie wahrscheinlich nur intensiver wahrgenommen, da die Lidmuskulatur sehr klein ist und in einer besonders empfindsamen Region arbeitet. Meist ist ein solches Lidzucken relativ harmlos und verschwindet von ganz allein wieder. Mineralstoffhaushalt Mögliche Ursachen für das Augenlidzucken können Stoffwechsel- oder Ernährungsstörungen sein. Menschen, die häufiger Muskelzuckungen haben sollten daher ihren Mineralstoffhaushalt überprüfen lassen. Er spielt möglicherweise deshalb eine Rolle, weil er wichtig für die Reizweiterleitung ist. Beeinflusst werden kann er zum Beispiel durch Stress oder Übermüdung. Selten gefährlich In seltenen Fällen kann das Lidzucken auch Symptom für eine ernsthafte Erkrankung des Gehirns oder des Zentralen Nervensystems sein, allerdings tritt es dann nicht nur ab und zu auf, sondern dauerhaft. Dann sollte ein Augenarzt oder Neurologe aufgesucht werden. Fachlatein Der Fachbegriff für Augenlidzucken ist übrigens „benigne Faszikulation“, was so viel bedeutet wie gutartige Muskelzuckung. Leonardo091119
 
Buchtipp. Simon Ings: Das Auge. Meisterstück der Evolution
Seit mehr als 500 Millionen Jahren können viele Tiere sich ein Bild von der Welt machen. Denn so lange gibt es Augen, Lichtsinnesorgane, deren Signale in einem mehr oder weniger komplexen Nervensystem verarbeitet werden. Augen haben zur Evolution der Tiere beigetragen. Tiere, die einander sehen konnten, fanden sich leichter zum Fressen. Viele neue Arten entstanden, die sich tarnen, verteidigen und der Beute geschickt auflauern konnten. Und jede Art hat die Augen, die auf ihre Lebensbedürfnisse ab- gestimmt sind - und damit eine eigene Weltsicht. Auf 398 Seiten hat der britische Schriftsteller Simon Ings zusammengetragen, wie Augen entstanden und wie Forscher und Philosophen seit der griechischen Antike vor mehr als 2000 Jahren versuchen, herauszufinden, wie Bilder entstehen und wie Menschen sehen. Ings schreibt in einer klaren Sprache für Leser ohne Vorkenntnisse. Der Autor liefert alles mit, was man wissen muss, um das Buch zu verstehen. Wenn Worte nicht reichen, gibt es aufschlussreiche Abbil- dungen und Anleitungen zu einfachen Experimenten. Wenn Ings schildert, wie Forscher nach und nach die Magie des Auges aufdecken, hat er zu jedem von ihnen eine Geschichte. Die sind für sich alleine zwar oft vergnüglich zu lesen, aber es sind ziemlich viele Geschichten von ziemlich vielen Forschern, ihren Visionen und Konflikten. So viele, dass es mitunter schwerfällt, den roten Faden zu behalten. Aber es bleibt ein spannendes Buch. Denn es arbeitet heraus, dass uns die Augen nie die ganze Wahr- heit zeigen. Wir sehen das, was wir sehen möchten. Leonardo080810 Simon Ings: Das Auge. Meisterstück der Evolution. Verlag Hoffmann und Campe, Hamburg 2008, ISBN 3-455-50072-1 EUR 23,00

Schwere Lider schränken ein - Ein ambulanter Eingriff sorgt für schnelle Abhilfe Ein kleiner Schnitt zeigt große Wirkung: Schlupflider können auch das Sichtfeld beeinträchtigen. Foto rechts: Dr. med. Stephan Vogt
Mit zunehmendem Alter lässt die Elastizität von Haut und Bindegewebe nach. Am Oberlid entsteht dann häufig das sogenannte Schlupflid durch Erschlaffung der Oberlidhaut. Diese Veränderung kann im schlimmsten Fall sogar zu einer Einschränkung des Sichtfeldes führen. Die zunehmende Faltenbildung am Unterlid mit tagesformabhängigen Schwellungen wie Tränensäcken verleihen zusätzlich einen müden Gesichtsausdruck. Eine Operation der Augenlider kann ambulant in lokaler Betäubung durchgeführt werden. Ein kurzer Dämmerschlaf oder eine stationäre Behandlung sind jedoch auf Wunsch ebenfalls möglich. Der Eingriff dauert etwa eine Stunde. „Blaue Augen" und Schwellungen danach sind individuell unterschiedlich ausgeprägt. Die zu erwarten- den Schmerzen sind allenfalls gering und Narben nach kurzer Zeit in der Regel nicht mehr zu erkennen. Nach einer Woche ist der Patient normalerweise wieder fit. Das Risiko einer sogenannten Überkorrektur kann durch die sachgemäße Entfernung von Gewebe und die Stabilisierung der Augenlidstrukturen vermieden werden. Eine Augenlidkorrektur ist eine Privatleistung, die allerdings unter Umständen von den privaten Krankenkassen getragen wird. Die Operation kostet rund 2.000 Euro. Dr. Stephan Vogt von der hannoverschen Klinik am Opernplatz ist Spezialist für Lidchirurgie und bestens mit der Anatomie des Auges vertraut. Neben der Schönheitschirurgie behandelt er auch Er- krankungen der Augenlider wie zum Beispiel bei Tumoren oder nach Unfällen. „In schwierigen Fällen arbeiten wir regelmäßig mit ihm zusammen", erklärt Dr. Stephan Nikolic, Augenarzt und Spezialist für grauen Star. Eine ästhetische Korrektur der Augenlider ist eine verantwortungsvolle Operation und er- fordert sehr viel Erfahrung. Neuste Operationstechniken, die in der Klinik am Opernplatz zum Einsatz kommen, ermöglichen eine größtmögliche Sicherheit bei der natürlichen Verjüngung der Augen. HAZ090425sb Klinik am Opernplatz, Georgstraße 34, 30159 Hannover, Telefon: (0511) 12 31 38 33 Internet: www.klinikamopernplatz.de
Warum verändert sich die Pupille des einen Auges, wenn ich das andere zuhalte?
Stellen Sie sich einmal ganz nach vor den Spiegel, sorgen Sie dafür, dass es hell genug ist in dem Raum und halten sich dann ein Auge mit der Hand zu – was sehen Sie? Die Pupille weitet sich. Ganz richtig. Der Lichteinfall macht’s In diesem Fall hängt die Weitstellung des Auges mit der Lichtmenge zusammen. Je weniger Licht in die Pupille des Auges dringt, desto größer wird sie – umgekehrt funktioniert es genauso. Je mehr Licht eindringt, desto stärker verengt sich die Pupille. Zwei weitere Faktoren sorgen ebenfalls dafür, dass sich die Pupille verändert – zum einen die Tiefenschärfe. Wenn man ein Buch vorm Auge hat, dann wird die Pupille kleiner, damit man die Buchstaben besser erkennen kann. Zum anderen sorgen emotionale Zustände für Pupillenveränderungen: Erregung oder Stress lässt sie weiter werden. Die Iris ist wie die Blende im Fotoapparat Wie funktioniert das? Im für uns sichtbaren Bereich des Auges gibt es die Regenbogenhaut, auch Iris genannt. Die Pigmentierung der Iris bestimmt, ob wir blaue, grüne oder braune Augen haben. Und die Iris oder Regenbogenhaut bildet in der Mitte eine Öffnung, die Pupille. Augenärzte vergleichen diese gerne mit der Blende beim Fotoapparat. Denn die Muskels der Regenbogenhaut ziehen die Pupille bei großer Lichtmenge zum Beispiel zusammen und weiten sie, wenn es dunkel wird – wie es die Blende beim Fotoapparat auch tut. Scharfe Bilder sind der Trick Das ist aber noch nicht alles. Hell oder dunkel mit Hilfe der Pupillomotorik zu regulieren ist ja nur dann sinnvoll, wenn es darum geht, scharf zu sehen. Licht trifft auf die Pupille, wird weitergeleitet auf die Netzhaut. Nun müssen die Informationen ja ans Gehirn weitergeleitet werden. Das tun sie mit Hilfe der Sehfasern oder –nerven. Die Faserbahnen beider Augen laufen aber nicht schnurgerade zum Gehirn. Es geht schließlich darum, dass der Mensch scharf sieht und zwar ein Bild. Das funktioniert nur, wenn die Bildinformationen beider Augen im Hirn einen Stereoeffekt ergeben. Also kreuzen sich Teile der Sehnerven im Hirn mehrmals. Wenn das nicht wäre, würden wir doppelt sehen Durch diese Kreuzungen der Sehfasern können beide Hirnhälften die Bildinformationen beider Augen erhalten und verarbeiten. Und so können die Bilder beider Augen sinnvoll verknüpft werden. Beide Augen bilden also ein gemeinsames System.Wenn das nicht wäre, würde unser Hirn ein sinnloses Durcheinander empfangen und wir würden mindestens doppelt sehen. Bezogen auf die Hörerfrage heißt das, dass sich nicht nur eine Pupille weitet, wenn man ein Auge mit der Hand zuhält, sondern beide Pupillen. Bei der zweiten sieht man es nur nicht, weil ja die Hand davor ist. Leonardo091002
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