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Hinduismus

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Foto: Bewegt und bunt: Blütenblätter und Farbstaub bestimmen die Bilder bei einem hinduistischen Frühlingsfest. Lebendig sind die Götter und sehr wandelbar

Wendy Doniger hat eine Geschichte des Hinduismus vorgelegt,
die auf der Vielfalt dieser Religion besteht: Souverän, humorvoll und mit Eigensinn:

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   Wendy Doniger ist die Nachfolgerin von Mircea Eliade am Religionswissenschaftlichen Institut der Universität Chicago. Seit Jahrzehnten schreibt die Indologin über Indien, besonders über die Mythologie des Hinduismus. Sie hat grundlegende Texte übersetzt, darunter den Rigveda, das Kamasutra oder Manus Gesetzbuch. Manche ihrer Bücher entfachten Diskussionen, aber ihr neuestes, „The Hindus -An Alter- native History", hat einen Sturm der Entrüstung, vor allem in Indien, ausgelöst. Es gibt wütende Rezen- sionen in führenden Zeitungen, persönliche Angriffe, hasserfüllte Websites und eine Online-Petition an den Penguin Verlag, das Buch sofort vom Markt zu nehmen.
   Der Fall ist exemplarisch und ein Warnsignal für die akademische Freiheit in Zeiten transkultureller Verwicklungen. Blasphemie oder auch eine „Talibanisierung" des Hinduismus werden der Autorin vorge- worfen. Tatsächlich ist das wissenschaftliche Schreiben über den Hinduismus immer öfter Ziel von Angrif- fen konservativer Hindus.
   Aus der Sicht der meist hindu-nationalistisch eingefärbten Kritiker mangelt es einigen westlichen Autoren an Respekt gegenüber „dem Hinduismus". Schließlich seien es überwiegend Nicht-Hindus, die über diese Religion schrieben und dabei mit westlichen, „weißen" Wertvorstellungen verunglimpften. Dagegen müsse man sich wehren, ja einen Glaubenskampf führen.
   Wenn es um Fundamentalismus bei Religionen geht, saßen bislang eher die monotheistischen Religionen auf der Anklagebank. Schon Arthur Schopenhauer hatte festgestellt, dass „fanatische Greuel uns doch nur von den Anhängern der monotheistischen Religionen, also allein des Judentums und seiner zwei Verzweigungen, Christentum und Islam, bekannt sind. Von Hindu und Buddhaisten wird Dergleichen uns nicht berichtet."
   Das war damals so falsch wie heute, denn auch die Geschichte des sogenannten „Hinduismus" kennt fanatische Auswüchse gegen Andersgläubige. Fragt sich nur, wer diese Hindus eigentlich sind. Den Begriff „Hinduismus" gibt es erst seit dem Ende des 18. Jahrhunderts; er stammt von den Briten. Die Inder selbst nannten noch weit in das 20. Jahrhundert hinein ihre Kaste, wenn sie, zum Beispiel bei den britischen Volkszählungen, nach ihrer Religion gefragt wurden. Erst in Abgrenzung zu Fremdherrschern(Muslimen, Briten) und anderen Religionen (Islam, Christentum) sahen sie sich zunehmend als Anhänger einer Religion. Eine einheitliche Identität des Hinduismus gibt es freilich nach wie vor nicht. Weder kennt man einen Stifter oder ein religiöses Oberhaupt wie den Papst noch eine einheitliche Doktrin, ein allseitig akzeptiertes Symbol, ein religiöses Zentrum, eine einheitliche Priesterschaft oder einen für alle verbind- lichen heiligen Text. Die Briten versuchten, ebendiese Einheit des Hinduismus herzustellen. Es gelang ihnen teilweise, aber nur, indem sie sich überwiegend auf die traditionellen Schriftgelehrten Indiens, die Brahmanen, und deren Sanskrittexte verließen.
   Wendy Donigers Buch hat vor allem zum Ziel, andere Stimmen zu Gehör zu bringen, die das über- kommene Bild des Hinduismus zurechtrücken sollen: die Stimmen der Frauen und die Stimmen von Mitgliedern anderer Religionen, Kulturen, Kasten, Unterdrückten, ja sogar die Stimmen der Tiere, beson- ders von Pferd und Hund. Es geht ihr, wie sie sagt, nicht immer nur um „Brahmanen, Sanskrit und die Bhagavadgita". Es geht ihr eben um eine alternative Geschichte des Hinduismus, aber auch um eine Geschichte der Subalternen. Sie wendet sich gegen die Vorstellung, dass der Hinduismus immer nur exotisch, erotisch, spirituell und darüber hinaus ewig unveränderlich sei.
   Dabei ziehen sich bestimmte Themen, durch ihr Buch: Gewalt und Gewaltlosigkeit (ahimsa) gegenüber Menschen und Tieren, damit auch religiöse Toleranz, Vegetarismus und Tieropfer, genauso wie die Span- nungen zwischen Askese, Sexualität und Leidenschaft. Alle großen Themen des Hinduismus kommen zur Sprache: Reinkarnation und Karma, Opfer, die devotionale Verehrung von Göttern (bhakti), Befreiung(moksha), Tantra ebenso wie Rudyard Kiplings Roman „Kim" oder Mahatma Gandhis Einfluss auf den Hinduismus.
   Doniger räumt mit liebgewordenen Vorurteilen oder Klischees auf. Sie führt vor, dass Indien nicht nur spirituell, sondern sehr weltlich gewesen ist, nicht nur tolerant und friedlich, sondern besonders in den Epen gewalttätig und brutal, nicht nur rein und keusch, sondern sexualisiert und lüstern. Sie zeigt auf, dass die Muslime dem Hinduismus nicht, wie die HinduNationalisten behaupten, nur geschadet haben, auch wenn sie viele Tempel zerstörten und Konversionen erzwangen. Das ausgeprägte Wallfahrtswesen, die Ashrams und Sekten, ja sogar die hingebungsvolle Verehrung der Götter Rama und Krishna verdanken dem Ein fluss des Islams vieles.
   In Detailstudien, mitunter preziösen Vignetten, analysiert sie Götter - wenn auch in eigenwilliger Form: Krishna etwa ist bei ihr ein Kriegstreiber, weil er in der Bhagavadgita Arjuna anhält, seine Verwandten zu töten; der Dämon Ravana, der Sita nach Lanka entführt und als Inbild des grausamen Dämons gilt, kommt dafür vergleichsweise gut weg. Oder sie behauptet, dass Sita nicht nur die reine, keusche Frau Ramas war, sondern auch ein begehrendes Auge auf Ramas Bruder Lakshman geworfen habe. Für diese Darstellung und ihre psychoanalytische Auslegung der Epen und Mythen wurde Doniger bereits 2003 in London von einem fanatischen Hindu-Aktivisten attackiert.
   Donigers Buch ist geprägt vom persönlichen Stil und von den Vorlieben der Autorin. Sie bedient sich streckenweise ei¬ner umgangssprachlichen, mitunter sexualisierten Sprache. Immer wieder bringt sie Assoziationen zur Gegenwart an, etwa wenn George W. Bush als eine zeitgenössische Form von Kalki - Vishnus Erscheinungsform als zerstörerisches Pferd am Ende eines Zyklus der Weltperioden - beschworen wird. Sie ist voller Humor, liebt Wortspiele - etwa linga franca für die Ubiquität des Linga, des Symbols für den Gott Shiva -, verweist auf Filme, vorzugsweise von Woody Allen, und moderne Literatur. Das ist nicht jedermanns Geschmack, aber ihr souveräner Umgang mit der Sprache ist oft durchaus ein Lesevergnügen.
   Was uns vorliegt, ist Wendy Donigers Hinduismus, getragen von profundem Wissen, großer Sympathie für ein komplexes und sich ständig wandelndes Indien und voll von originellen Ideen. Wer schon etwas mit Indien vertraut ist, wird von dem Buch lernen können.
   Das Buch muss manchen als Bedrohung des Projekts eines homogenen, hinduistisch dominierten Nationalstaates erscheinen. Doniger führt vor Augen, was diese Kritiker leugnen: Vielfalt statt Einheit, Lebendigkeit statt Sturheit, idiosynkratische Qualitäten statt Dogmatik. Die Hindu-Rechten wollen, wie Doniger selbst bemerkt, eine Art Papsttum und die Idee von Orthodoxie in den Hinduismus schmuggeln. Für die Forscherin sind Hindus aber das „Regenbogenvolk", ein Vorbild für eine multikulturelle, multireli- giöse, hybride Welt. Für diese Idee opfert sie sogar die Definition des Hinduismus. Wo keine Einheit ist, kann es keine Definition geben.
   Leider verfehlt Doniger, diese Fähigkeit zur Vielfalt als das bestimmende Merkmal des Hinduismus oder, wie man treffender sagen sollte, der Hindu-Religionen herauszuarbeiten. Denn bei allen anderen Weltreligionen lassen sich durch die ganze Geschichte einheitliche Merkmale bezüglich Stifter, Lehren oder Symbolen festhalten. Nicht so beim Hinduismus. Ihn charakterisiert, was ich selbst den identifika- torischen Habitus nennen würde: die Fähigkeit, Verschiedenes gleichsetzen zu können.
   Solche Auseinandersetzungen könnten auf die akademische Welt begrenzt bleiben. Doch drängt es hindu-nationalistische Kritiker, mehr und mehr öffentlichen Einfluss auszuüben. Offen fordern sie, dass nur noch Hindus den Hinduismus lehren dürften. Aber wem gehört eigentlich der Hinduismus? Die rechten Hindus sollten sich klarmachen, dass der Hinduismus-Begriff aus dem Westen stammt. Wenn sie dann, wie bei manchen Städtenamen, auf alte indische Bezeichnungen zurückgreifen wollen, sind sie in großer Verlegenheit.
   Was wäre denn der indische Begriff für „Hinduismus"? Sie werden nicht anders können und wie Wendy Doniger gerade die transkulturelle Vielseitigkeit des Hinduismus darstellen müssen. Diese Fähigkeit, vieles zu ertragen und nicht nur das eine zu wollen, kann durchaus als ein Modell für das unvermeidliche Zusammenwachsen der Religionen und Kulturen dienen. FAZ100510AxelMichaels
Wendy Doniger: „The Hindus. An Alternative History” The Penguin Press, London 2009. 800 .„ geb., 26,99 €.

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Der Hinduismus - Die vermutlich älteste und rätselhafteste der Weltreligionen

   Der Hinduismus ist die drittgrößte Weltreligion - und die rätselhafteste. Statt eines einzigen kennt sie zahllose Götter. Es gibt keinen Gründer, kein verbindliches heiliges Buch, keine Kirche, kein allgemeines Dogma. Manche sagen, der Hinduismus sei gar keine Religion.
Die Ursprünge verlieren sich im Dunkel der Zeit
   Die Schwierigkeiten fangen schon bei den Ursprüngen an: Wann ist der Hinduismus entstanden? Niemand kann das genau sagen. Ein Gründungsereignis oder ein Stifter wie Christus, Abraham, Mohammed oder Buddha fehlen. Fest steht lediglich, dass irgendwann vor rund 4.000 Jahren im Indus-Tal - im Gebiet des heutigen Indien und Pakistan - eine Zivilisation blühte, deren Religion ein Vorläufer des heutigen Hinduismus war. Die Menschen verehrten Tiere, Pflanzen, eine Art Muttergottheit und andere, oft vielköpfig dargestellte Gottheiten.
Die Arier brachten die kriegerischen Götter mit
   Dieser bunte Götterpantheon vermischte sich um 1800 vor Christus mit den Glaubensvorstellungen eines zentralasiatischen Nomadenvolkes, das in Nordindien eingefallen war: den Ariern. Das Reitervolk brachte kriegerische, männliche Götter mit, deren Geschichten in den vier Veden erzählt werden. Diese uralten Texte prägen bis heute den Hinduismus; es sind die ältesten, aber nicht die einzigen religiösen Schriften der Hindus.
Jainas, Sikhs und chistliche Missionare
Verwirrende Vielfalt an Göttergestalten

   Viele weitere Einflüsse haben den Hinduismus seither geprägt. Der Naturglaube der indischen Ureinwohner vermischte sich mit dem der arischen Invasoren. Buddhismus und Jainismus, die ebenfalls in Indien entstanden, hinterließen Spuren. Ebenso die Muslime, die im 16. und 17. Jahrhundert weite Teile Indiens erobert hatten. Als Reaktion darauf entstand die Religion der Sikhs. Und schließlich kamen die Briten und hatten christliche Missionare im Schlepptau. Die Briten waren es auch, die um 1830 den Begriff des Hinduismus als Religionsbezeichnung überhaupt erst einführten. Vorher galt Hindu als Sammelbezeichnung für Anhänger indischer, nicht-muslimischer Glaubensrichtungen. Ursprünglich stammt das Wort von den Persern, die damit die Menschen bezeichneten, die am Fluss Indus lebten.
Einer, mehrere oder tausende Götter
Lebenseinstellung Hinduismus

   Es ist umstritten, den Hinduismus, der aus so vielfältigen Strömungen besteht, als eine einzige Religion zu betrachten. Viele Hindus verstehen ihre Religion eher als Weltanschauung. Unter ihnen gibt es solche, die an ein Pantheon unzähliger Götter glauben. Andere verehren einen höchsten Gott unter vielen oder glauben, dass alle Götter Manifestationen einer einzigen Gottheit sind. Wieder andere bestreiten die Existenz von Göttern, glauben aber an das Göttliche in jedem Lebewesen.
   Drei Hauptrichtungen des Hinduismus lassen sich immerhin ausmachen: Schivaismus, Vischnuismus und Schaktismus. Die ersten beiden Strömungen stellen Schiva oder Vischnu als obersten Gott in den Mittelpunkt. Anhänger des Schaktismus verehren Schakti, die weibliche Urkraft des Universums, die sich in einer oder mehreren weiblichen Gottheiten manifestiert. Der Schaktismus ist eng verwoben mit dem Tantrismus.

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Wenn Hindus zu Christus beten
Die Götter sind immer präsent

   So unterschiedlich die Glaubensrichtungen im Hinduismus aber auch sind, jede von ihnen wird toleriert, keine gilt als ketzerisch. Und mehr noch: Selbst Götter und Heilige ganz anderer Religionen finden mitunter den Weg in das Pantheon. Buddha zum Beispiel wird als Reinkarnation des Gottes Vischnu gesehen. Es ist auch nicht ungewöhnlich, dass Hindus Christus anbeten oder zu einem muslimischen Heiligenschrein pilgern. Zwar gibt es auch unter Hindus Extremisten, Glaubenskriege jedoch gingen nie von Hindus aus.
   Bei aller Unterschiedlichkeit ist der Hinduismus trotzdem nicht beliebig. Es finden sich durchaus Merkmale, die ihn als einheitliche Religion erscheinen lassen. Die überaus große Bedeutung der Riten und Rituale zum Beispiel, die den Alltag der Hindus vollkommen bestimmen. Der Glaube an Lehrmeister (Gurus) und Asketen (Sadhus). Und die Vorstellung vom Kreislauf der Wiedergeburten von Karma und Erlösung (Mokscha). Das Kastenwesen schließlich ist die wichtigste gesellschaftliche Ausprägung des Hinduismus.
Ohne missionarischen Eifer
   Geschätzte 900 Millionen Menschen sind heute Anhänger dieser mysteriösen, möglicherweise ältesten Weltreligion. Missionarischen Eifer haben die Hindus nie entwickelt, und so leben die meisten von ihnen nach wie vor in Indien. Die Bevölkerungsmehrheit stellen sie zudem in Nepal und auf Bali. Größere Minderheiten gibt es unter anderem auf Sri Lanka, in Bangladesch und Großbritannien. In Deutschland leben geschätzt mehr als 90.000 Hindus. Die meisten davon sind Einwanderer aus Südasien. Es gibt aber auch Deutsche, die sich von der Mystik und Philosophie angezogen fühlen - und vielleicht auch davon, dass der Hinduismus grundlegend anders ist. wdr080215RainerKellers

dia-Hinduismus-xx  elefantenköpfiger Gott Ganesha

 Gottheiten der Hindus
Vischnu gilt vielen hinduistischen Strömungen als höchster Gott. Er zeigt sich in zehn Inkarnationen -
in Form von Tieren, Menschen oder Fabelwesen. Diese Erscheinungsformen nennen sich Avatare.

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Foto: Landesweit - wie hier in Neu-Delhi - protestieren Christen gegen die Übergriffe radikaler Hindus.
“Auge um Auge führt dazu, dass die Welt blind wird!” 
   "Die Fundamentalisten lehnen unsere Verfassung ab", sagt Erzbischof Vincent Concessao, der sich unter die Demonstranten gemischt hat; "sie haben keinen Respekt vor den Menschenrechten, vor der Glaubensfreiheit – wir Christen fühlen uns jetzt sehr unsicher."
   Spannungen zwischen Christen und Hindus gibt es in Orissa schon lange. 1999 verbrannten der Missionar Graham Staines und seine beiden Söhne dort bei lebendigem Leib, als radikale Hindus ihren Wagen in Brand setzten. Anlass der jüngsten Übergriffe war der Tod von  Laxmanananda Saraswati, eines führenden Vertreters des Welthindurates. Die Polizei vermutet Maoisten hinter der Tat, Hindu- Gruppen machten jedoch umgehend Christen für die Tat verantwortlich. Denn Saraswati hatte eine Kampagne zur Konvertierung von Christen zum Hinduismus angeführt.

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Viele Christen gehören den untersten Schichten an
Foto: Das Dorf Tengedapathar, im Distrikt Kandhamal gelegen, wurde bei einem Überfall radikaler Hindus zerstört. Die Bewohner flohen in ein Lager.
   Indiens Christen rekrutieren sich zu einem großen Teil aus Ureinwohnern und auch aus ehemaligen Hindus, die den niedrigen Kasten angehören, oder Dalits, Unberührbare, sind. Von der Bekehrung zum Christentum erhoffen sie sich die Befreiung von den Benachteiligungen des indischen Kastensystems. Dass Papst Benedikt XVI. die Überfälle auf Christen scharf verurteilt hat, begrüßten Vertreter der indi- schen Gemeinden jetzt: "Der Papst hat damit den Christen, eigentlich allen Glaubensgruppen, auf- getragen, dass sie sich für Frieden einsetzen und für Dialog engagieren sollen, der zur Versöhnung führt", sagt Ram Gidoomal, Chef der christlichen Lobby-Gruppe "South Asian Concern".
   Vertreter der Christen tragen den indischen Premierminister Manmohan Singh und verlangten die sofor- tige Intervention seiner Regierung, um die Gewalt in Orissa zu beenden. Mehr als 3.000 Polizisten wurden unterdessen in dem Bundesstaat stationiert. Die Welle der Gewalt ebbte dadurch aber noch nicht ab. wdr080215

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Foto: Christen suchen in den verbrannten Überresten ihres Hauses im Distrikt Kandhamal im Bundesstaat Orissa nach verwertbaren Gegenständen.
Indiens Christen wehren sich gegen Gewalt radikaler Hindus
Landesweite Proteste gegen tödliche Übergriffe

   "Wir wollen Gerechtigkeit": In Indien demonstrieren Christen gegen radikale Hindus, die im Bundesstaat Orissa Kirchen in Brand setzen und kirchliche Einrichtungen zerstören. Auch Todesopfer gab es bereits, zahlreiche Christen sind auf der Flucht. Sabina Matthay, ARD-Hörfunkstudio Südasien
   Christen sind in Indien eine verschwindend kleine religiöse Minderheit, doch jetzt waren sie in vielen Städten des Subkontinents laut und deutlich zu vernehmen: "Wir wollen Gerechtigkeit!", skandierten diese Demonstranten in der indischen Hauptstadt Neu Delhi. Sie protestierten gegen religiös motivierte Gewalt im Bundesstaat Orissa.
"Wir Christen fühlen uns jetzt sehr unsicher"
   Seit einigen Jahren setzen Hindus dort Kirchen in Brand, zerstören sonstige kirchliche Einrichtungen, errichten Straßenblockaden und liefern sich Zusammenstöße mit der Polizei. Als sie ein Waisenhaus in Brand setzten, kam eine Frau in den Flammen ums Leben. Mehrere Menschen sind bei Überfällen und Brandstiftungen getötet worden sein. Hunderte flohen vor der Gewalt.

Der Erzbischof von Bangalore, Bernard Moras, fordert Sanktionen gegen einen Hindu-Politiker, der eine „Ausrottung des Christentums in Indien“ gefordert hatte. Die Regierung müsse hier exemplarisch handeln, forderte er in einem Brief an den Premierminister Manmohan Singh und die nationale Menschenrechts- kommission. Prahlad Remani, ein Abgeordneter der nationalistischen Hindu-Partei BJP, hatte am Wochenende zum Unabhängigkeitstag Indiens Hindus und andere Religionen zur „Ausmerzung des Christentums" aufgerufen. Christen seien ein wesentlicher Teil des Landes, betonte der Erzbischof weiter. Ihm sei unverständlich, wie man sie Fremde nennen könne. Aus dem Vorstoß Remanis könne leicht eine Kampagne gegen Christen in Indien entstehen. RV100819kipa

Ein nationalistischer Hindu-Abgeordneter im Parlament des Bundesstaates Orissa
ist zu sieben Jahren Haft verurteilt worden.

   Der Mann soll die antichristliche Gewalt in Orissa im Sommer 2008 angestachelt haben. Der örtliche Erzbischof nennt das Urteil „ein gutes Signal“: Es zeige der Bevölkerung, „dass Kriminelle nicht der Strafe entkommen, auch wenn es manchmal etwas länger dauert“. Erzbischof Raphael Cheenath von Cuttack- Bhubaneswar hofft, dass Christen jetzt wieder Vertrauen in die Justiz schöpfen. RV100701asianews

Vor einem „Nationalen Volkstribunal“ in Neu Delhi sollen die Gewalttaten verhandelt werden, denen im August und September 2008 zahlreiche Christen, vor allem Katholiken, im Bundesstaat Orissa ausgesetzt waren. Auslöser der Gewaltwelle war die Ermordung des rechtsgerichteten Hindu Swami Lakshmanananda Saraswati gewesen. Das Tribunal nahm seine dreitägige Arbeit auf. Dieses Volkstribunal habe keine juristische Bedeutung, erklärte der katholische Priester und Menschenrechtler Arjay Singh im Gespräch mit der Katholischen Nachrichtenagentur (KNA). Es handele sich eher um eine Art „Wahrheitskommission“, die bewusst machen solle, dass die betroffenen Menschen im Kandhamal Distrikt bisher keine Ge- rechtigkeit erfahren hätten. Die Mitglieder des Tribunals, darunter hochrangige pensionierte Richter, wollen Opfer und Zeugen der 43 grausamsten Fälle anhören.Aussagen wird auch eine katholische Ordens- frau, die von Hinduaktivisten vergewaltigt wurde. Nach Angaben auf der Webseite der katholischen Indischen Bischofskonferenz wurden bei den bis in den Oktober 2008 dauernden Ausschreitungen 70 Menschen, darunter drei protestantische Pastoren und ein katholischer Priester, ermordet. 315 christliche Dörfer wurden zerstört, mehr als 4.600 Häuser der Christen niedergebrannt und mehr als 300 Kirchen, Gebetshäuser und Schulen zerstört. RV100822kna

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“Ich, Schwester Meena, wurde von Hindus vergewaltigt, während die Polizei zusah.”
Foto Mitte: Schwester Meena Barwa bei der Presseerklärung

   Die folgende Erklärung gab Sr. Meena Barwa im Indischen Sozialinstitut vor der Presse ab. Zwei Monate nach dem furchtbaren Erlebnis überwand die Ordensschwester Schock und Scham und sprach erstmals über die Gewalt und die Vergewaltigung, die ihr von radikalen Hindus angetan wurde. Sie klagte öffentlich die Polizei von Orissa an, mit den Angreifern gemeinsame Sache gemacht zu haben. Sr. Meena arbeitete im Divajyoti Pastoralzentrum in K Nuagaon im Distrikt Kandhamal (Orissa) zusammen mit Pater Thomas Chellan, der ebenfalls misshandelt und erniedrigt wurde. Da die Polizei in Orissa die Tat verdecken wollte, wandte sich Sr. Meena an die Öffentlichkeit. Unter den Hindu-Fundamentalisten behaupteten einige, die sexuellen Handlungen wären im gegenseitigen Einverständnis erfolgt.
Die Presse-Agentur AsiaNews berichtet aus Neu Delhi den vollständigen Wortlaut der Erklärung von Sr. Meena Barwa:
   „Am 24. August 2010 gegen 16.30 Uhr hörten wir eine große lautschreiende Menge am Tor von Divyaj- yoti Pastoral Zentrum. Ich rannte durch den rückwärtigen Haustür und entkam mit einigen anderen in den Wald. Wir sahen unser Haus lichterloh in Flammen. Gegen 20.30 Uhr verließen wir den Wald und gingen zum Haus eines Hindu, der uns Schutz gewährte.  Am Tag darauf um 13.30 Uhr drang ein gewaltbereiter Mob in das Haus, in dem wir uns aufhielten. Zwei von ihnen hielten meinen Nacken so, um meinen Kopf mit der Axt abzuschlagen. Andere riefen man solle mich an die Straße bringen. Ich sah, dass sie Pater Chellan in ihre Gewalt gebracht hatten und schlugen. Der Mob bestand aus 40-50 Männern, die mit Latten, Äxte, Spaten, Brechstangen, Eisenstangen und Sicheln bewaffnet waren.
Die Männer brachten uns beide zur Hauptstraße. Dann führten sie uns zum niedergebrannten Janavikas Gebäude und sagten, dass sie uns nun in das noch schwelende Feuer werfen wollten.
   Als wir das Janavikas Gebäude erreichten, warfen sie mich auf dem Weg zum Esszimmer auf die Veranda, die übersät war mit Asche und zerbrochenen Glasstücken. Einer der Männer riss mir die Bluse vom Leib, andere meine Unterwäsche. Pater Chellan protestierte; darauf schlugen sie ihn und drängten ihn aus der Veranda. Sie zogen mir  nun meinen Sari aus. Einer der Männer trat auf meine rechte Hand, ein anderer auf meine linke; ein anderer Mann vergewaltigte mich auf der schon erwähnten Veranda. Als das vorüber war, konnte ich aufstehen und nach meinem unterrock und Sari greifen. Dann ergriff mich ein anderer junger Mann und führte mich in einen Raum nahe beim Treppenhaus. Er öffnete seine Hose und versuchte, mich zu vergewaltigen als die übrigen Männer dazukamen. Ich versteckte mich unter der Treppe. Die Horde schrie: „Wo ist diese Schwester? Kommt, lasst uns sie vergewaltigen, mindestens hundert Leute sollten sie vergewaltigen.“ Sie fanden mich unter der Treppe und brachten mich an die Straße. Da sah ich wie Pater Chellan auf den Knien lag und die Horde auf ihn einschlug.
   Nun suchten sie ein Strick, um uns beide zusammenzubinden und uns im Feuer zu verbrennen. Einer machte den Vorschlag, uns nackt vorzuführen. Wir mussten dann etwa 500 Meter auf der Straße zum Nuagoan Markt gehen. Sie zwangen uns unsere Hände zu falten und zu gehen. Ich trug nur den Unter- rock und meinen Sari. Meine Bluse und meine Unterwäsche hatten sie schon weggeworfen. Sie ver- suchten mich erneut zu entkleiden, doch ich wehrte mich. Dann schlugen sie mich weiter, auf den Rücken, an den Kopf und auch mit mehrmals Stöcken auf den Rücken.
   Als ich den Markplatz erreichte, befanden sich dort ein Dutzend Polizisten. Ich lief auf sie zu und bat sie, mich zu beschützen und ich setzte mich zwischen zwei Polizisten, aber sie bewegten sich nicht. Einer aus der Horde zog mich von da weg. Sie wollten uns in ihrem Hindu-Tempel Mandap einsperren. Die Menge führte dann Pater Chellan und mich zum Nuagaon Block und sagten, sie würden uns der Polizei übergeben. Von da brachte der Mob uns zusammen mit dem Blockbeamten zur Außenstelle der Polizei nach Nuagaon. Andere Polizeibeamte hielten sich von uns fern. Die Männer sagten nun, sie wollten nun zum Essen gehen. Einer von den Männern, die mich angegriffen hatten, blieb zurück auf dem Außen- posten der Polizei. Die Beamten sprachen sehr freundlich mit dem Mann, der mich angegriffen hatte, und hielten sich zurück. Wir blieben in der Außenstelle der Polizei bis der diensthabende Inspektor von Balli- guda mit seinen Leuten kam. Dann brachten sie uns nach Balliguda. Sie hatten Angst, uns direkt in die Polizeistation zu bringen und  ließen uns in ihren Jeep steigen. Schließlich brachten sie uns von der Garage auf die Polizeistation.
   Der diensthabende Inspektor und andere Staatsbeamte nahmen mich beiseite und fragten, was mir zugestoßen sei. Ich berichtete alles genau: wie ich angegriffen worden bin, vergewaltigt wurde, von den Polizisten weggeholt wurde, halbnackt über die Straße geführt wurde und dass die Polizeibeamten mir nicht geholfen haben, als sie um Hilfe bat, während ich bitterlich weinte. Ich sah, dass der Inspektor das niederschrieb. Der Inspektor fragte mich: „Sind Sie daran interessiert, dass wir ein Protokoll aufnehmen? Wissen Sie, was das für Folgen haben wird?“
   Gegen 22 Uhr wurde ich zur medizinischen Untersuchung  ins Balliguda Hospital gebracht, begleitet von zwei Polizeibeamtinnen. Sie hatten Angst uns auf der Polizeistation zu behalten, und meinten, der Mob könnte die Polizeistation angreifen. So brachten sie uns in einen Untersuchungs-Bungalow.
   Am 26. August gegen 9 Uhr, wurden wir in die Polizeistation Balliguda gebracht. Während ich meinen Bericht niederschrieb, bat mich der Beamte mich zu beeilen und nicht Einzelheiten zu erwähnen. Als ich damit begann über die Polizei zu schreiben, belehrte mich der Inspektor: „So schreibt man keinen Bericht! Machen Sie es kurz!“ So schrieb ich nun meinen dritten Bericht auf einundeinhalb Seiten. Die Akte wurde angelegt, aber ich erhielt keine Kopie davon.
   Gegen 16 Uhr setzten uns die Beamten der Polizeistation und einige Staatsbeamte in den Bus nach Bhubaneswar zusammen mit anderen gestrandeten Passagieren. Die Polizei war mit dabei bis Rangamati, wo alle das Abendessen einnahmen. Danach sah ich keine Polizeibeamten mehr. Wir gingen hinab in die Nähe von Nayagarh, setzten den Weg mit Privatfahrzeugen fort und erreichten am 27. August um 2.00 Uhr Bhubaneswar.
   Die Staatspolizei ist erfolglos in der Verbrechensbekämpfung, hat mich nicht vor den Angreifern ge- schützt, und sie waren sehr freundlich gegenüber den Angreifern. Sie versuchten alles, mir klar zu machen, dass es das Beste sei, kein Protokoll aufzusetzen und keine Beschuldigungen gegen die Polizei zu erheben; die Polizei nahm meinen detaillierten Tatbericht nicht an, und brachten mich davon ab, Klage zu erheben. Ich wurde vergewaltigt, doch nun möchte ich nicht auch noch zum Opfer der Polizei von Orissa werden. Ich verlange ein Ermittlungsverfahren.
Gott segne Indien! Gott segne Sie alle.”
Sr. Meena Barwa

Ein christliches Mädchen ist in der südöstlichen Region Kandhamal vergewaltigt und ermordet worden. Bauern haben am 11- Mai 2011 die Leiche der 17 Jahre alten Nirupama Pradhan in der Nähe eines Sees entdeckt. Vier Tage vorher war die Schülerin spurlos aus ihrem Ort verschwunden. Der Vater des Mädchens hat Anzeige erstattet und dem Weltweiten Rat der indischen Christen mitgeteilt, dass er einen radikalen Hindu verdächtige, seine Tochter vergewaltigt und dann ermordet zu haben. Der zu- ständige Ermittler der örtlichen Polizei hat sich zu dem Verdacht nicht äußern wollen. Vor drei Jahren war es bereits in der Region zu antichristlicher Gewalt gekommen. Das regionale Büro des Weltkirchenrates in Orissa sprach von einem beginnenden „Völkermord“ und forderte „ernsthafte polizeiliche Ermittlungen“. Nach Ansicht des Rates, der sich als Nichtregierungsorganisation für den Schutz der Rechte von Christen einsetzt, verbergen sich hinter dieser jüngsten Gewalttat dieselben hinduistischen Extremisten, die auch für die Massaker 2008 verantwortlich waren. asianews110516fides

   Christen in Indien sind häufig Angriffsziel von Indern, die in der Kirche eine ausländische Religion sehen – obgleich das Christentum auf diesem Subkontinent seit über tausend Jahren präsent ist. Wir erleben hier eine Christenverfolgung, die in heutiger Zeit ohne Beispiel ist. Der weithin ländliche Ort im Kandhamal Bezirk im Orissa-Staat im östlichen Indien erlebte eine Serie von Übergriffen. Hier sind seit 2009 sind mehr als 56.000 Menschen auf der Flucht und mehr als 6.000 Häuser wurden niedergebrannt. Von den Gewalt- taten sind in diesem Bezirk 300 Dörfer betroffen, 500 Menschen wurden getötet, darunter der katholische Priester Bernard Digal, 290 Kirchen und Kapellen wurden entweiht. Die meisten Opfer der Christenverfol- gung von Orissa im Jahr 2008 warten immer noch auf Gerechtigkeit. Darauf weist asianews hin. Von mehr als 3.000 eingereichten gerichtlichen Klagen seien bisher nur 327 überhaupt vor dem Richter gelandet. Die Hälfte dieser Fälle endete mit Freisprüchen der Angeklagten. Christen würden an den Gerichten systematisch eingeschüchtert. So seien regelmäßig bei den Verhandlungen Gruppen radikaler Hindu- Nationalisten anwesend. asiaNews/CT/RV110512

dia-HinduAepVincentConcessa   Erzbischof Vincent Concessao von New Delhi

Indien: Protest gegen Benachteiligung christlicher Dalits
   Tausende Menschen haben gegen die Benachteiligung von Christen und Muslimen aus den unteren Kasten protestiert. An der vierstündigen Sitzblockade in der Hauptstadt New Delhi nahmen auch führende Kirchenvertreter teil, darunter der Sekretär der katholischen Bischofskonferenz, Erzbischof Stanislaus Fernandes.  sagte, solange religiöse Minderheiten diskriminiert würden, könne sich Indien nicht als säkularer Staat bezeichnen. Die Demonstranten gehörten mehrheitlich der Gruppe der so genannten Dalits an. Darunter werden die Angehörigen der niedersten Kasten zusammengefasst. Anders als Dalits, die Hindus, Buddhisten oder Sikhs sind, haben christliche und muslimische Dalits keinen kostenfreien Zugang zum Erziehungswesen. Sie werden auch nicht bei der Vergabe von Arbeitsplätzen in staatlichen Behörden berücksichtigt. Rund zwei Drittel der 27 Millionen Christen Indiens sind Dalits. In einer Erklärung appellierte die nationale Vereinigung der christlichen Dalits an die verantwortlichen Politiker, auf gesetzlichem Wege die Ausgrenzung der christlichen Dalits zu beenden. rv091119

Indien: Armut ist größeres Thema als Religion
    Die Religion spielt keine große Rolle bei den Wahlen in Indien. Das sagte der Generalsekretär der katholischen Bischofskonferenz in Indien im Gespräch mit Radio Vatikan. Bei maoistischen Terror- anschlägen starben zum Auftakt 18 Personen. Die Bischöfe hatten im Vorfeld die Katholiken dazu aufgerufen, ihre Bürgerpflicht wahrzunehmen und am politischen Leben Indiens teilzunehmen. Erzbischof Stanislaus Fernandez, der Generalsekretär der Bischofskonferenz:
   „Bestimmte Kreise waren in der Vergangenheit bemüht, das Thema religiöse Konflikte hochzuspielen. Es begann in Orissa, ging über auf Karnataka, einzelne Vorkommnisse gab es in Andhra Pradesh und sogar in Kerala (wo zehn Prozent Christen leben). Doch in Wahrheit sind viele Themen essentiell für Indien: Wohlstand, Schulbildung, Lebensunterhalt.Viele Bauern begehen Selbstmord aus Armut und Verzweiflung. Sicher, es gibt nationalistische Strömungen und Ausschreitungen im Nordosten. Die Ursache liegt auch hier in der Armut, die zu illegaler Migration führt. Ethnische Spaltungen existieren, aber Religion als solche ist sicher nicht die Ursache für die Störungen.“
   In Indien leben zwei Drittel der Bevölkerung lebt in Armut, die Wirtschaftskrise dürfte ihre Lage weiter verschlimmern. rv090417gs

   „Mit allen Mitteln für mehr Respekt, Vertrauen und Kooperation eintreten.“ Das wünscht sich der Vatikan von den Hindus. Der Vatikan-Verantwortliche für den Dialog der Religionen, Kardinal Jean-Louis Tauran, hat zu ihrem traditionellen Lichterfest „Diwali“ an Hindus in aller Welt geschrieben. In der Grußbotschaft ermuntert der Kardinal dazu, „unsere Freundschaft zu vertiefen“ und „jeder Form von Gewalt, Vernachlässigung oder Gleichgültigkeit“ eine Absage zu erteilen. rv101028
   Der indische Kirchenrat verurteilt alle Diskriminierungen gegen die so genannten Kastenlosen, die Dalit. In einer Erklärung spricht der Rat von „Sünde“ und „Schande“. Teilnehmer einer Konferenz des Kirchen- rates nannten das aus dem Hinduismus stammende Kastensystem „unmenschlich“; es verurteile Millionen von Indern zu „Leiden auf sozialem, politischem und wirtschaftlichem Gebiet“. Katholiken und andere christliche Gemeinschaften wollen im Einsatz für Kastenlose künftig noch enger zusammenarbeiten.
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Politischer Druck zeigt Wirkung. Vorsitzender der Indischen Bischofskonferenz: Situation der Christen hat sich verbessert. Angriffe auf Christen in Orissa haben die Regierungen westlicher Länder aufgeschreckt. Foto: Dorfbewohner in den Trümmern seines Hauses.

   Die Situation der Christen in Indien hat sich nach Einschätzung der katholischen Bischofskonferenz des Landes deutlich verbessert. Grund sei der politische Druck der Europäischen Union und der Vereinig- ten Staaten auf die indische Zentralregierung, erläuterte der Vorsit¬zende der Bischofskonferenz, Kardinal Oswald Gracias, vor Journalis¬ten in Stuttgart.
   Dort besuchte er Bischof Gebhard Fürst. In einigen indischen Bundesstaaten, vor allem in Orissa im Osten des Subkontinents,  war es in den vergangenen Jahren wiederholt zu Übergriffen sogenannter Hindu-Nationalisten gekommen. Die Gewalt gegen Christen hatte im August 2008 mit einem ungeklärten Mordanschlag auf einen radikalen Hinduführer begonnen. Im Bundesstaat Orissa wurden damals bei ver- meintlichen Racheakten laut Behördenangaben mindestens 22 Christen getötet und viele verletzt.
   Der Kardinal macht die Politik einzelner Bundesstaaten für die damaligen Entwicklungen verantwortlich. Die Religionen seien „politisch instrumentalisiert" worden. Nachdem Behörden und Polizei zunächst nicht auf die Ausschreitungen reagiert hätten, habe sich Ministerpräsident Manmohan Singh bei Auslandsreisen in westliche Länder unangenehme Fragen anhören müssen. Nun sei die Situation zwar „noch nicht ganz normal", und einige Katholiken hätten immer noch etwas Angst. Doch sei die Lage deutlich besser als vor zwei Jahren.
   Auch mit Blick auf die Probleme zwischen Indien und seinem Nachbarland Pakistan zeigte sich Gracias optimistisch. Die Menschen beider Länder wollten in Frieden leben, erklärte er. Zugleich sprach sich der Kardinal für eine Intensivierung des interreligiösen Dialogs in seinem Land aus. Über Terroristen, die beispielsweise für den Anschlag auf das Taj-Mahal-Hotel in Bombay (Mumbai) vor zwei Jahren verant- wortlich waren, sagte Gracias wörtlich: „Terroristen haben keine Religion." Gracias ist Erzbischof von Bombay, der mit 600.000 Katholiken größten Diözese des Landes. Die Zahl der sonntäglichen Gottes- dienstbesucher schätzt der Erzbischof auf 85 Prozent. Die Katholiken mit einem Bevölkerungsanteil von gut 1,8 Prozent gehörten zwar nicht zu den reichsten Schichten in Indien, doch es hungere auch so gut wie niemand, so Gracias. Als Schwerpunkte des kirchlichen Engagements nannte er neben der Seelsorge Bildung, Gesundheit sowie Jugend- und Sozialarbeit.

   Das ist der Triumph der Ungerechtigkeit: Mit solchen Gefühlen blicken die Christen im Bundesstaat Orissa auf die letzten drei Jahre zurück. In dieser Zeit sei nichts geschehen, um die Verantwortlichen für antichristliche Massaker zur Rechenschaft zu ziehen, so Kirchenvertreter zum vatikanischen Fidesdienst. Der Rechtsstaat sei gescheitert. Am 24. August 2011 werden die Christen von Orissa der Opfer im Gebet gedenken. Bei den Aktionen von Hindu-Extremisten im Distrikt Khandamal im Jahr 2008 wurden mehr als 56.000 Christen aus ihren Häusern und von ihrem Land vertrieben. In 400 Dörfern wurde eine ,,Säuberung von den Christen" vorgenommen und ca. 300 Kirchen verbrannt. Es gab ca. 100 Tote, Tausende von Verletzten, zahlreiche Frauen wurden vergewaltigt. RV110724fides

   Christen in Orissa begrüßen Versuche der indischen Autoritäten, die Hintergründe der Christenverfol- gung von Orissa weiter aufzuklären. Der Oberste Gerichtshof von Orissa wolle weitere Zeugen zu den Ur- sachen des Pogroms befragen, berichtet die Agentur Ucanews. In Orissa im Distrikt Kandhamal kam es im Sommer 2008 zu massiver Christenverfolgung. Anlass war der Vorwurf radikaler Hindus, Christen hätten einen Hindu- Führer ermordet, obwohl sich maoistische Rebellen bereits zu der Bluttat bekannt hatten. Im Rahmen des als „unparteilich“ beschriebenen Prozesses sind laut Ucanews bereits 14 Zeugen vernommen worden.
v110706ucanews

„Die meisten Hindus sind tolerant“
     Immer wieder gibt es Berichte über
Christenverfolgungen oder die Diskriminierung von Christen in Teilen Indiens. Bei den Gewalttaten handelt es sich meistens um Angriffe von Hindu-Fundamentalisten. Man sollte da allerdings vorsichtig mit Verallgemeinerungen sein, sagt gegenüber Radio Vatikan der Bischof von Bhopal, Leo Cornelio. Die meisten Hindus seien durchaus tolerant, „vor allem die gebildeten Hindus“. Doch leider gebe es „kleinere Hindu-Gruppen, die sehr extremistisch sind“. Sie würden oft von Politikern manipuliert – von Politikern, die übrigens auch ein Interesse daran hätten, dass die meisten Inder so arm bleiben wie bisher... rv110915

Kauder setzt sich für Christen ein
   Die CDU/ CSU-Bundestagsfraktion wird sich nach Auskunft ihres Vorsitzenden Kauder um die Sicherheit von Christen in Indien kümmern. Dies kündigte er während eines Besuches im indischen Bundesstaat Orissa an: „Die Christen dort brauchen unsere Unterstützung. Wir werden stets wachsam sein." 2008 hatten radikale Hindus in der Region Kandhamal Dutzende von Christen ermordet. Nun wurde Kauder berichtet, es gebe „massive Behinderungen beim Bau von Kirchen"; Christen müssten „erhebliche Ein- schränkungen in ihrem alltäglichen Leben hinnehmen". Kauder sagte, manche sähen sich in einer „hoffnungslosen Lage". In Gesprächen mit dem Ministerpräsidenten des Bundesstaates Naveen Patnaik erhielt Kauder die Zusage, dass die Behörden zum Schutz der Christen alles unternehmen, was in ihrer Macht stehe. FAZ1108121ban 

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Foto rechts: Brahma Halebid      Foto links: Pater James Manjackal MSFS:
Yoga in Philosophie und Praxis unvereinbar mit dem Christentum

   Als katholischer Christ wurde ich in einer traditionell katholischen Familie in Kerala in Indien geboren, habe aber unter den Hindus gelebt. Ich bin jetzt katholischer Priester und charismatischer Prediger in 60 Ländern auf allen Kontinenten, und ich habe etwas über die schlechte Wirkung von Yoga auf die christ- liche Spiritualität und das christliche Leben zu sagen. Ich weiß, dass auf der ganzen Welt, auch unter den Christen, wachsendes Interesse an Yoga besteht und dass sich dieses Interesse auch auf andere esoterische und New Age Praktiken wie Reiki, Reinkarnation, Akupressur, Akupunktur, Prana-Heilung, Reflexzonenmassage, usw. erweitert. Diese sind Methoden, vor denen der Vatikan in seinem Dokument „Jesus Christus, Träger des Wassers des Lebens“ warnte.
   Für manche ist Yoga eine Hilfe zur Erholung und zum Spannungsabbau, für andere sind es Übungen, die der Fitness und der Gesundheit dienen,und für einige wenige ist es ein Mittel zur Heilung von Krankheiten. Es herrscht viel Verwirrung in den Gedanken der Durchschnittskatholiken - Laien und Klerus - weil das Yoga, das unter Katholiken verbreitet wird, weder ausschließlich eine gesundheitliche, noch ausschließlich eine geistige Disziplin ist, sondern manchmal das eine, manchmal das andere, und oft eine Mischung von beiden. Aber Tatsache ist, dass Yoga hauptsächlich eine geistige Disziplin ist, und ich weiß, dass Yoga sogar von Priestern und Ordensschwestern in den Seminaren und Noviziaten als Hilfe zur Meditation und zum Gebet empfohlen wird. Es ist traurig, dass heutzutage viele Katholiken das Vertrauen auf die großen geistigen und mystischen Übungen für das Gebet und die Disziplin verlieren, die sie von großen Heiligen wie Ignatius von Loyola, Franz von Assisi, Franz von Sales, der heiligen Theresia von Avila, usw., erhalten haben, und jetzt östlichen Spiritualitäten und Mystiken nachgehen, die aus dem Hinduismus und Buddhismus stammen. Diesbezüglich sollte sich ein aufrichtiger Christ über die Vereinbarkeit von Yoga mit der christlichen Spiritualität, und über die Weisheit, seine Methoden in christliche Gebete und Meditation einzubauen, erkundigen.
Was ist Yoga?

   Das Wort Yoga bedeutet „Vereinigung“. Das Ziel von Yoga ist es, das vergängliche (vorübergehende) Selbst, „JIVA“ mit dem unendlichen „BRAHMAN“, des hinduistischen Gottesbildes zu vereinen. Dieser Gott ist kein persönlicher Gott, sondern eine unpersönliche geistige Substanz, die eins ist mit der Natur und dem Kosmos. Brahman ist eine unpersönliche göttliche Substanz, die „alles durchdringt, einhüllt, und allem zugrunde liegt“. Yoga hat seine Wurzeln in den Hindu Upanisaden, die bis auf das Jahr 1000 vor Christus zurückgehen und Folgendes über Yoga sagen: „Vereinige das Licht in dir mit dem Licht des Brahman“. „Das Absolute liegt in einem selbst“ sagen die Chandogya Upanisaden: „TAT TUAM ASI“ oder „IHR SEID DAS“. Das Göttliche wohnt in jedem einzelnen von uns durch seinen mikro-kosmischen Stellvertreter, das persönliche ich, genannt Jiva. In Bhagavad Gita, beschreibt der Herr Krishna das Jiva als „mein eigener ewiger Anteil“, und „die Freude von Yoga kommt zum Yogi, der mit Brahman eins ist“.
   Im Jahr 150 n. Chr. erklärte der Yogi Patanjali die acht Wege, die die Yoga Übungen von Unwissenheit zur Erleuchtung führen – die acht Wege sind wie eine Treppe – Es sind Selbstbeherrschung yama, religiöser Brauch niyama, Haltungen asana, Atemübungen pranayama, Beherrschung der Sinne praty- ahara, Konzentration dharana, tiefe Kontemplation dhyana, Erleuchtung samadhi.Es ist interessant, hier zu bemerken, dass Haltungen und Atemübungen, die im Westen oft als das ganze Yoga angesehen werden, die Stufen 3 und 4 auf dem Weg zur Vereinigung mit Brahman sind! Yoga ist nicht nur ein umfangreiches System von physischen Übungen. Es ist eine geistige Disziplin, die vorgibt, die Seele zur samadhi, zur vollkommenen Einheit mit dem göttlichen Wesen zu führen. Samadhi ist der Zustand, in dem das Natürliche und das Göttliche eins werden, der Mensch und Gott werden eins, ohne Unterschied. Quelle: Brad Scott: Exercise or religious practice? Yoga: What the teacher never taught you in that Hatha Yoga class” - in the Watchman Expositor Vol. 18, Nr. 2, 2001.
   Eine solche Sichtweise steht dem Christentum radikal entgegen, das zwischen Schöpfer und Geschöpf, zwischen Gott und Mensch, klar unterscheidet. Im Christentum ist Gott der „Andere“, nie das Selbst. Es ist traurig, dass einige Förderer von Yoga, Reiki und anderen Disziplinen und Meditationen einzelne Bibelstellen falsch zitierten, um ihre Argumente zu untermauern. Zum Beispiel, „du bist der Tempel Gottes“, „das lebendige Wasser fließt aus dir“, „du wirst in mir sein, und ich in dir“, „nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir“, usw., wurden zitiert, ohne den Kontext und die Bedeutung dieser Worte in der Bibel zu verstehen. Es gibt sogar Leute, die Jesus als Yogi darstellen. Wir können heute solche Bilder von Jesus in Klosterkapellen und Sakristeien sehen – Jesus dargestellt in Yogi Haltungen zur Meditation!
   Jesus „einen Yogi“ zu nennen, bedeutet, seine ihm innewohnende Göttlichkeit, Heiligkeit und Vollkom- menheit zu leugnen. Es erweckt den Eindruck, dass Er eine gefallene Natur besitzt, die der Unwissenheit und der Illusion Maya unterworfen ist, und dass Er durch die Übungen und der Disziplin des Yoga vom Zustand seines Menschseins befreit werden müsste. Yoga ist nicht vereinbar mit der christlichen Spiri- tualität weil es pantheistisch ist (Gott ist alles, und alles ist Gott), und weil daran festgehalten wird, dass es nur eine Wirklichkeit gibt und dass alles andere Illusion oder Maya ist. Wenn es nur eine absolute Realität gibt und alles andere unwirklich ist, dann kann es keine Beziehung und keine Liebe geben. Der Mittelpunkt des christlichen Glaubens ist der Glaube an die Heilige Dreifaltigkeit, Vater, Sohn, und Heiliger Geist, drei Personen in einem Gott, das vollkommene Modell einer liebevollen Beziehung. Das Christentum dreht sich um Beziehungen, Beziehungen zu Gott und unter den Menschen: „Du sollst den Herrn deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit all deinen Gedanken. Das ist das wichtigste und erste Gebot. Ebenso wichtig ist das zweite: Du sollst deinen Nächsten Lieben wie dich selbst.“ Mt 22,37-39.

mis-SwamiVivekanandaJaipur- Swami Vivekananda miss-PJamesManjackalMSFS-x P.James Manjackal

   Im Hinduismus sind Gut und Böse, ebenso wie Schmerz und Vergnügen imaginär Maya, und deshalb unwirklich. Vivekananda, die meist beachteten Ikonen des modernen Hinduismus sagten: „Gut und Böse sind ein und dasselbe“ Quelle: Vivekananda: „The yogas and other works“ published, Ramakrishna Vivekananda Centre NY 1953. Im Christentum ist das lästige Problem der Sünde als eine Beleidigung gegen die Heiligkeit Gottes, untrennbar von unserem Glauben, weil die Sünde der Grund ist, weshalb wir einen Erlöser brauchen. Die Menschwerdung, das Leben, das Leiden, der Tod und die Auferstehung von Jesus sind für uns Mittel zum Heil, das uns von der Sünde und ihren Folgen befreien wird. Wir dürfen diesen grundlegenden Unterschied nicht ignorieren, um Yoga und andere östliche Meditationsmethoden in die christliche Spiritualität einzufügen. Die Praktik des Yoga ist bestenfalls heidnisch, schlimmstenfalls okkult. Das ist die Religion des Antichristen und zum ersten Mal in der Geschichte wird sie überall in der westlichen Welt und in Amerika wie wild praktiziert. Es ist lächerlich, dass sogar Yoga Meister ein Kreuz oder ein christliches Symbol tragen, und die Menschen täuschen indem sie sagen, dass Yoga mit dem Hinduismus nichts zu tun habe, und dass es lediglich die Akzeptanz anderer Kulturen sei. Manche haben Yoga eine Maske von christlichen Gesten aufgesetzt und nennen es „Christliches Yoga“. Hier geht es nicht um ein Annehmen einer Kultur anderer Menschen; es geht um die Annahme einer anderen Religion, die mit unserer Religion und unseren religiösen Auffassungen nichts gemein hat.
   Es ist schade, dass sich Yoga überall wild verbreitet hat, vom Kindergarten bis zu allen Formen von Ausbildungseinrichtungen in der Medizin, der Psychologie, usw. Es nennt sich eine Wissenschaft, wobei es überhaupt keine Wissenschaft ist. Es wird unter dem Titel „Entspannungstherapie“, „Selbsthypnose“, „kreative Visualisation“, „Centering“, usw. verkauft. Das Hatha Yoga, eine in Europa und Amerika weit verbreitete Art, dient zur Entspannung und sorgt für nicht anstrengende Übungen; es ist eines der sechs anerkannten Systeme des orthodoxen Hinduismus. Seine Wurzeln sind religiös und mystisch, eine der gefährlichsten Formen von Yoga. Quelle: Dave Hunt: „the seduction of Christianity“ Seite 110. Denken Sie an die Worte des heiligen Paulus: „Kein Wunder, denn auch der Satan tarnt sich als Engel des Lichts“ 2 Kor 11,14. Es stimmt, dass viele Menschen durch Yoga und andere östliche Methoden der Meditation und des Gebets geheilt werden. Hier sollten Christen sich fragen, ob sie Heilung und materielle Gaben brauchen, oder ihren Gott Jesus Christus, an Den sie glauben, Der die Quelle aller Heilungen und der guten Gesundheit ist.
   Der Wunsch, Gott zu werden ist die erste und die zweite Sünde in der Schöpfungsgeschichte, wie sie chronologisch in der Bibel dargestellt wird: „Du aber hattest in deinem Herzen gedacht: Ich ersteige den Himmel; dort oben stelle ich meinen Thron auf, über den Sternen Gottes; auf den Berg der (Götter) Versammlung setze ich mich, im äußersten Norden. Ich steige weit über die Wolken hinauf, um dem Höchsten zu gleichen.“ Jes 14,13-14. Die Schlange sagte zur Frau: „Nein, ihr werdet nicht sterben. Gott weiß vielmehr: Sobald ihr davon esst, gehen euch die Augen auf; ihr werdet wie Gott und erkennt Gut und Böse.“ Gen 3,4-5. Die Philosophie und die Ausübung von Yoga basieren auf dem Glauben dass Gott und der Mensch eins sind. Es wird einem gelehrt, sich auf sich selbst, statt auf den Einen Wahren Gott zu fokussieren. Die Teilnehmer werden ermutigt, die Antworten auf die Probleme und Fragen des Lebens in ihren eigenen Gedanken und ihrem Gewissen zu suchen, anstatt die Lösungen durch den Heiligen Geist im Wort Gottes zu finden, wie das im Christentum der Fall ist. Definitiv wird man der Täuschung durch den Feind Gottes ausgesetzt, der nach Opfern sucht,die er Gott und der Kirche entreißen kann.1 Petr 5,8.
   Die letzten acht Jahre predige ich das Wort Gottes hauptsächlich in den Europäischen Ländern, die einst die Wiege des Christentums waren. Von dort kamen Verkünder, Missionare, Märtyrer und Heilige. Können wir Europa heute noch christlich nennen? Stimmt es nicht, dass Europa all seine christlichen Konzepte und Werte aus dem Leben ausradiert hat? Warum schämt sich Europa, sich zu seinen christlichen Wurzeln zu bekennen? Wo sind die moralischen Werte und die Ethik, die seit Jahrhunderten von den Europäern praktiziert, und durch die kühne Verkündigung des Evangeliums Christi an andere Länder und Kulturen weitergegeben worden sind? An den Früchten werdet ihr den Baum erkennen! Ich glaube, dass diese Zweifel und Verwirrungen, Glaubensabfall und Untreue, religiöse Kälte und Gleich- gültigkeit nach Europa gekommen sind, seit die östliche Mystik und Meditation, Esoterik und New Age Praktiken in den Westen gebracht wurden. In meinen charismatischen Exerzitien kommt die Mehrheit der Teilnehmer mit verschiedenen moralischen, spirituellen, psychischen und physischen Problemen, um be- freit und geheilt zu werden, und um durch die Kraft des Heiligen Geistes ein neues Leben zu empfangen. Mit aller Herzensaufrichtigkeit kann ich sagen, dass 80% bis 90% der Teilnehmer bei Yoga, Reiki, Reinkarnation, usw. gewesen sind, die zu den Praktiken der östlichen Religionen gehören. Dort haben sie den Glauben an Jesus Christus und an die Kirche verloren. In Kroatien, Bosnien, Deutschland, Österreich und Italien hatte ich eindeutige Fälle, bei denen einzelne Personen, die von den Mächten der Finsternis besessen waren, ausriefen: „Ich bin Reiki“, „Ich bin Mr. Yoga“. Sie haben sich als Personen mit diesen Konzepten identifiziert, während ich um Heilung für sie betete. Später musste ich ein Befreiungsgebet über sie sprechen, um sie von der Besessenheit durch das Böse zu befreien.
   Es gibt Menschen, die sagen: „Es ist nicht falsch, diese Übungen zu machen, es reicht, wenn man nicht an die Philosophien glaubt, die dahinter stecken.“ Die Förderer von Yoga, Reiki, usw., bestätigen selber ganz klar, dass man die Philosophie und die Praxis nicht trennen kann. Ein Christ kann also auf keinen Fall die Philosophie und die Praxis von Yoga akzeptieren, denn das Christentum und Yoga sind zwei unterschiedliche Sichtweisen, die sich gegenseitig ausschließen. Das Christentum sieht in der Sünde das Hauptproblem des Menschen, der Misserfolg beiden zu entsprechen: dem Charakter und den Richtlinien eines moralisch vollkommenen Gottes. Der Mensch ist von Gott entfremdet, und er braucht die Ver- söhnung. Die Lösung ist Jesus Christus „Das Lamm Gottes, das die Sünden der Welt hinwegnimmt“. Durch den Tod Jesu am Kreuz, hat Gott die Welt mit sich versöhnt. Jetzt ruft Er den Menschen dazu auf, in Freiheit alle Erträge seines Heils, durch den Glauben an Christus allein, zu empfangen. Im Gegensatz zu Yoga, sieht das Christentum die Erlösung als ein freies Geschenk, das nur empfangen, nie aber verdient oder durch eigene Anstrengung oder Werke erreicht werden kann. Was man heute in Europa und anderswo braucht, ist die kraftvolle Verkündigung der Botschaft Christi, die aus der Bibel stammt und von der Kirche ausgelegt wird, um die Zweifel und Verwirrungen auszuräumen, die unter den Christen im Westen weit verbreitet sind, und sie zum Weg, zur Wahrheit und zum Leben zu bringen: zu Jesus Christus. Nur die Wahrheit kann uns befreien.
Lesen Sie mehr über den indischen Salesianer Pater James Manjackal im Internet > www.jmanjackal.net

Paul Datta, Kalkutta, Indien: Alle Ehre und aller Lobpreis gebührt Jesus!

   Ich wurde in eine indische Hindu-Familie in Kalkutta-Stadt geboren. Ich wusste nichts über Jesus und besuchte zuvor auch keine Kirche. Mit 18 entschied ich mich in einen anderen Bundesstaat, Maharastra, zu gehen, um dort höhere Studien zu betreiben. Ich bekam die Erlaubnis an einer Ingenieur-Hochschule in einer Kleinstadt namens Kolhapur zu studieren. Meine Hochschule war in dessen Randgebiet, wie es üblich ist für die Hochschulen dort. Im dritten Jahr litt ich unter Depressionen in meinem Innern und alles wurde unberechenbar. Ich wohnte in einem Jungen-Wohnheim, alles geschah dort, ausser etwas mit Gott. Irgendwie bekam ich von jemandem ein Buch mit den WLIG-Botschaften, Band IV. Ich hatte keine Ahnung, um was es da ging. Das war im Jahr 2000.
   Als ich das Buch durchlas, war alles, was ich verstand, dass einer mit dem Namen Jesus auf dem Weg zu Seiner Wiederkunft ist. Als ich weiterlas bekam ich Furcht, tief in meinem Herzen: Ich begann Seine Göttlichkeit zu verstehen und realisierte, dass, wenn Er jetzt wiederkehrt und mich in diesem Zustand sieht, es für mich nicht schön werden würde. In dieser Nacht begriff ich, dass Er mein Retter ist, und dass Er mich liebt. Ich begann auf das Bild auf dem Bucheinband zu schauen und betete. Tränen strömten aus meinen Augen. Die Tränen gaben mir eine so tiefe Befreiung und eine Freude, so dass ich es mochte. Der Same wurde bereits gepflanzt!
   Was später folgte war wie die Strömung eines Flusses. Ich floss mit dem Fluss. Ich konnte nicht verstehen, was mit mir geschah. Ich verstand, was Sünde ist und was nicht. Ich nahm eine Bibel und begann zu lesen. Ich habe zuvor viele Bücher gelesen, jedoch nie und nimmer fand ich ein Buch (WLIG), das so göttlich, so rein war und so viel Freude brachte, während dem ich es las. Noch mehr wartete auf mich!
   Während meines Urlaubs ging ich nicht nach Hause, wie es sonst alle tun, sondern ging in das "Divine Retreat Centre" (Anmerkung: Christliches-Einkehrtage-Zentrum in Kerala. Diese 10 Tage haben mich völlig umgewandelt. Ich las die Botschaften und ich wusste, dass sie für mich geschrieben wurden. Jesus gebrauchte Vassula's Hand um zu schreiben, damit ich es lesen konnte. Sogar bevor ich die Einleitung(zum Lesen der Botschaften) las, inspirierte mich der Heilige Geist, Vassula's Namen herauszunehmen und meinen Namen anstelle einzusetzen. Ich habe tagelang bitterlich geweint. Es war mir nicht möglich, meine Augen zu dem gekreuzigten Herrn zu erheben, weil der Anblick des Kreuzes in meinem Inneren einen so tiefen Schmerz hinterliess. Ich spürte das Leiden meines Jesus. Ich hörte Jesus, wie er mich beim Namen "Paulus" rief (Ich wusste nicht, dass es einen Paulus in der Bibel gab). Ich wurde innerlich geschüttelt. Von diesem Augenblick an war ich völlig von Jesus eingehüllt. Sein Geist bedeckte mich völlig. Ich konnte die Botschaften vom Herrn an bestimmte Personen weitergeben. Sie waren überrascht, wie ich über ihr Leben bescheid wusste. Die Heilige Muttergottes war da während meiner Reinigung. Ich brauchte einen einzigen Tag um den Rosenkranz zu beten und die Gebete zu erlernen, mit der Hilfe Unserer Mutter. Jesus, eines Tages, gab mir - durch die Botschaften - den Geist der Einheit, und bat mich, diesen bis zum letzten Tag zu verteidigen. Es gab noch weitere solche Begebenheiten und es gab keinen der mir über Jesus berichtete oder mir Ratschläge gab. Alles was ich hatte war der Rosenkranz, die Bibel und das WLIG-Buch. Jesus inspirierte alles.
   In einer Vision wurde mir von Jesus versichert, dass es keinen Widerstand von meiner Familie geben würde - und so war es! Meine irdische Mutter hat mich sehr unterstützt und half mir viel.
   Das Beste, was mir geschah, nachdem ich Jesus durch die Botschaften kennengelernt hatte, war die Eucharistie. Darin liegt soviel Kraft und Gnade, die aus diesem Gesegneten Sakrament kommt! Es war wegen der Eucharistie, dass ich näher und immer näher in die Mutter Kirche gezogen wurde. Als ich nachhause ging, surfte ich im Internet, um mehr über die Botschaften zu erfahren und Informationen über das WLIG zu bekommen. Die Botschaften lehrten mich eine Menge über die Kirche und halfen mir in die Mysterien Gottes vorzudringen.
   Ich dachte, dass jeder über Vassula Bescheid wusste, aber zu meinem grössten Erstaunen, wusste niemand etwas über sie! Eines Tages traf ich (Ich wurde zwischenzeitlich getauft), wie durch ein Wunder nach der Anbetung zwei Ordensschwestern, die im WLIG in Kalkutta sind. Sie gaben mir die restlichen Bücher und ich schloss mich dann ihnen an.
   Das Ausmaß der Gnaden und der Segnungen, die ich durch das Lesen der Botschaften erfahren habe ist enorm und kann nicht auf Papier gebracht werden, sondern nur im innersten gefühlt werden. Alles was ich weiß ist, dass diese Liebes-Hymne echt ist und wenn diese Botschaften nicht das Herz einer Person ändern können, dann kann es nichts. Möge Sein Königreich kommen! Amen.
Paul Datta Kalkutta,Indien

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po-UlrichDelius-    Christen sind die weltweit am meisten verfolgte Gruppe

Islamisten, radikalen Hindus und autoritären Regimes sind die Gläubigen ein Dorn im Auge.
Oft rettet nur Flucht vor Mord und Verfolgung.

   Harjit Singhs Albtraum begann mit einer Ohrfeige von seiner Mutter. Es war der Moment, in dem er seiner Familie erzählte, dass er Christ werden wolle und eine Christin heiraten werde. In einer orthodoxen Kirche, mit Gottesdienst und Gebet. Weil seine Familie streng an die Religion der Sikhs glaubt, trafen Singhs Worte wie vergiftete Stacheln die Ohren seiner Mutter. Sie schwieg erbittert, als Singhs Schwager ihn ins Schlafzimmer zerrte, die Tür schloss und drohte, ihm die Beine und Arme zu brechen, wenn er seine Religion verrate.
   Das war im Sommer 2008 und Singh gerade 25 Jahre alt. Ein knappes Jahr lang wurde er Gefangener seiner eigenen Familie. Die Mutter nahm ihm seinen Pass ab, er durfte das Haus in seiner nordindischen Heimatregion Punjab nicht verlassen. „Meine Familie wurde zu meinem ärgsten Feind", sagt Singh. Sein Name ist geändert, seine Geschichte ist echt. Und wenn er sie erzählt, gibt es Momente, in denen er seine Tränen unterdrücken muss.
   In seiner Heimat Indien stehen Christen meist am unteren Ende des hinduistischen Kastensystems. Sie gehören zu den Dalits, den „Unberührbaren". Lauft es harmlos, werden sie nur missachtet - in den Restaurants, in den Familien. Doch radikale Hindus überfallen Kirchen und Geschäfte von Christen. Laut der Evangelischen Allianz Indien (EFI) gab es 152 Angriffe auf Christen in 2009. „Die Polizei ist hilflos", sagt Singh. „Manchmal duldet sie die Gewalt sogar."
   Was Harjit Singh erlebt hat, trifft Christen in aller Welt. Die Evangelische Kirche in Deutschland hat erklärt, keine Glaubensgemeinschaft sei stärker verfolgt als das Christentum. Glaubt man dem christlichen Hilfswerk Open Doors, dann sind von weltweit 2,2 Milliarden Christen 100 Millionen bedroht.
  Nicht nur in Indien sind sie Ziel von Ausgrenzung und Übergriffen - auch im Iran, in Ägypten, in China, Saudi- Arabien, im Jemen, in Nigeria, auf den Malediven oder in Afghanistan. Christenverfolgung ist keine Eigenart fanatischer Islamisten oder Hindus. Auf dem „Weltverfolgungsindex" von Open Doors steht Nordkorea seit Jahren an oberster Position. Der stalinistische Staat ist eine letzte grausame Erinnerung an die systema- tische Christenverfolgung der Diktaturen des 20. Jahrhunderts. Auch die kommunistischen Herrscher im chinesischen Peking verfolgen alle, die den Allmachtsanspruch der Partei infrage stellen.
  Im Norden des Irak wiederum hetzen sunnitische Extremisten gegen Andersgläubige. Ende Februar starben dort mindestens sechs Christen in einer Mordserie innerhalb von sieben Tagen. Meistens sind es fremde Täter, die in die Stadt kommen und Hass verbreiten. Viele vermuten das Terrornetzwerk al-Qaida hinter der Gewalt. Viele werden vertrieben - manche sogar von den eigenen Nachbarn oder Vermietern. Von 1,4 Millionen Christen im Irak Ende der 1980er-Jahre leben jetzt noch knapp 400.000 dort. Europa versprach im vergangenen Jahr, 10.000 Flüchtlinge aus dem Irak aufzunehmen. Etwa die Hälfte von ihnen sind Christen, 38 kamen nach Hamburg. Einer von ihnen ist Faruk A. Und weil er für die Gewalt wenige Worte auf Englisch findet, sagt er nur.- „Es hat Boom gemacht, viele Male. Boom. Boom." Wenn seine damals zehn Jahre alte Tochter zur Schule ging. Oder wenn A. auf dem Weg war zu seinem Geschäft für Bürotechnik im Zentrum von Bagdad. Den Gottesdienst seiner syrisch-orthodoxen Gemeinde besuchte die Familie selten. „Vor allem an Ostern und Weihnachten war das Risiko von Anschlägen auf Kirchen groß", erzählt er. Dass auch A. seinen Namen nicht, verraten mochte, zeigt die Unsicherheit, die der Terror im Irak bei ihm hinterlassen hat.
  Nach Jahren der Anschläge verstummte seine Hoffnung auf ein Leben mit einem sicheren Arbeitsweg. Er, seine Frau, die Tochter und der Sohn flohen nach Jordanien, vor acht Monaten kamen sie mit einem Transport der Uno nach Deutschland. Seitdem leben sie in einem Wohnheim für Flüchtlinge im Norden Hamburgs. Zwei Zimmer, eine Kochnische mit Herdplatten und Waschbecken. Oft hört A. Schreie aus den Nachbarzimmern, manchmal dringt ein Hämmern durch die dünnen Wände. Sein Leben ist jetzt sicher vor Bomben. Glücklich ist A. nicht.
   Auch Harjit Singh konnte aus Indien fliehen. Ein Freund besorgte ihm einen Pass, seine Verlobte schickte Geld für Flugtickets nach Deutschland. In Hamburg traf er seine Verlobte wieder. Was mit Notlügen begann, endet für Singh mit der Flucht vor seiner Familie. „Ich werde nie zurückkehren können", sagt er.
   Freiheit findet Singh auch in Deutschland nicht - und die Angst bleibt, dass seine Familie ihn auch hier finden wird. Deshalb kennt diese Geschichte auch niemand - außer seiner Verlobten und dem Anwalt, der vor Gericht fur Singhs Asyl in Deutschland kämpft. Im Moment lebt Singh in einem Flüchtlingsheim nahe Münster. Nur manchmal darf er seine Verlobte in Hamburg besuchen. Auch sie kam erst vor einem knappen Jahr aus Rumänien nach Deutschland.
   Die Unterdrückung durch seine Familie habe ihn krank gemacht. Aber Gott, sagt Harjit Singh, werde seiner Verlobten und ihm Kraft geben. Er werde ihnen helfen, das auszuhalten. Sonntag will Singh wieder in die Kirche gehen und für sie beide beten. HA100408ChristianUnger

Verfolgung. Wirtschaftliche Gründe spielen Hauptrolle - „Indien verharmlost die Gewalt"
Ulrich Delius Foto oben ist Experte für Afrika und Asien - dort, wo Christen um ihr Leben fürchten.

   Konvertiten leiden besonders unter Repressalien. In den Augen der Fundamentalisten begehen sie Hochverrat, sagt Ulrich Delius von der Gesellschaft für bedrohte Völker.
HAMBURGER ABENDBLATT: Was sind die Ursachen für die starke Verfolgung von Christen?
Ulrich Delius: Oft geht es gar nicht um den Glauben, sondern um die Sicherung der politischen Macht, wirtschaftlichen Neid, soziale Probleme. So wird Religion instrumentalisiert, um unliebsame Minderheiten auszugrenzen.
Was unterscheidet die Verfolgung von Christen in der Welt von der Hetze gegen andere Religionen??
  Als Hochreligion wird das Christentum oft außerhalb Europas mit der westlichen Welt gleichgesetzt und deshalb viel kritisiert. Doch die lebendigsten christlichen Kirchen gibt es nicht in Europa, sondern besonders in Afrika. Ein Problem ist auch der Missbrauch von Religion. So versuchen einige islamische Regierungen, mit Kritik an Christen im Volk Rückhalt zu gewinnen.
Was bedeutet es für einen Menschen, religiös verfolgt zu sein?
   Regelmäßig werden in Pakistan Christen wegen vermeintlicher Gotteslästerung zu Haftstrafen verurteilt. Wegen des Drucks der öffentlichen Meinung wagen viele Richter nicht mehr, Christen trotz offenkundig falscher Anklagen freizusprechen. Selbst bei einem Freispruch bleibt den Christen nur noch die Flucht aus ihrem Heimatort. Besonders schlimm ist die Lage von Konvertiten, sowohl in muslimischen als auch in hinduistischen Gesellschaften. Diese Andersgläubigen,die zum Christentum übergetreten sind, müssen um ihr Leben fürchten.
In vielen Fällen sind die Verfolger radikale Muslime. Warum?
   Die Verfolgung durch Muslime ist nur eine Facette. In China im Untergrund lebende Katholiken und Mitglieder protestantischer Hausgemeinden sind die größten verfolgten christlichen Gemeinschaften. Bedroht werden sie von einem atheistischen Regime. Auch die buddhistische Diktatur in Burma verfolgt christliche Angehörige der Karen.
Welche Rolle hat die Kirche in Ländern, in denen Fundamentalisten auf Christen Jagd machen?
   Sie stehen vor der schwierigen Entscheidung, ob sie die Verfolgung öffentlich machen oder dazu schweigen sollen, um die Konflikte nicht noch mehr anzuheizen. Nicht immer zeigen die Kirchen so viel Mut wie in Indien. Als dort 2008 Pogrome an Christen verübt wurden, forderten sie ihre Gläubigen auf, alle Übergriffe bei der Polizei anzuzeigen. Sie stellten Rechtsanwälte zur Verfügung, um bedrängte Christen zu unterstützen. Denn Indiens Behörden versuchen bis heute die Gewalt zu verharmlosen. HA100408Interview:ChristianUnger

Bei einem großen Hindu-Fest im Bundesstaat Madhya Pradesh

haben einige Redner die Anwesenheit christlicher Missionare in Indien scharf kritisiert. Das berichtet der katholische Priester George Thomas aus Mandala, der als Beobachter am so genannten „Kumbh Mela“ teilgenommen hat. Während des religiösen Großereignisses, zu dem zwei Millionen Menschen kamen, habe man den christlichen Missionaren vorgeworfen, sie wollten mit ihrer sozialen Arbeit Hindus zum Christen- tum bekehren. Bereits vor dem Treffen hatte es eine breite Medienkampagne gegen angebliche Zwangs- bekehrungen durch Christen gegeben. Dieser Vorwurf ist nach Einschätzung indischer Kirchenvertreter nur ein Vorwand: Weil die Christen unterdrückte ethnische Gruppen unterstützen, kämen diese zu mehr Selbstbewusstsein und begehrten auf. Das störe die radikalen Hindus. Rv110215asianews

 

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