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Internet

1,3 Millionen Papst-Abonnenten auf Instagram        fs-130-instagram-Z

Der Papst auf Instagram
   Einen Tag nach seiner Freischaltung hat das Konto von Papst Franziskus auf der Foto- und Video-Plattform Instagram bereits 1,3 Millionen Abonnenten. Bisher hat Franziskus drei Bilder und ein Video posten lassen. Das erste Foto am Samstag zeigte ihn kniend mit geschlossenen Augen im Gebet versunken. Der Papst will unter dem Namen „@franciscus“ regelmäßig Bildmaterial auf dem Online-Medium veröffentlichen. Laut Vatikan sollen ausgewählte Aufnahmen die Nähe des Papstes zu den Menschen zeigen. Es gehe darum, das Pontifikat von Franziskus "gerade auch unter einem emotionalen Aspekt mit allen zu teilen", so der Chef des vatikanischen Mediensekretariates Dario Edoardo Viganò. Rv160320mg

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Papst mahnt zu „vorsichtigem Umgang“ mit Facebook & Co.

   Die sozialen Netzwerke wie Facebook oder Twitter sind schön und gut, aber man sollte behutsam damit umgehen. Das schreibt der Papst in seiner Botschaft zum 50. Welttag der sozialen Kommunikationsmittel, der am 5. Mai begangen wird. Die Botschaft wurde am Freitag im vatikanischen Pressesaal vorgestellt.
   Der Präfekt des neuen Sekretariats für die vatikanischen Medien, Dario Edoardo Viganò, beteuerte einmal mehr, bei der Medienreform der vatikanischen Medien – dazu zählt auch Radio Vatikan – würden keine Mitarbeiter entlassen. Etwa 700 Menschen arbeiten bei den vatikanischen Medien: vom Internetdienst über Radio Vatikan und den „L´Osservatore Romano“ bis hin zum Fernsehzentrum CTV.
Anderen nicht schaden
   In seiner Botschaft zum Mediensonntag im Mai erläutert Papst Franziskus, die digitalen Kommunikationsmitteln dürften nicht dazu benutzt werden, um anderen Menschen zu schaden. Wörtlich schreibt er: „Die sozialen Netze sind imstande, Beziehungen zu begünstigen und das Wohl der Gesellschaft zu fördern, aber sie können auch zu einer weiteren Polarisierung und Spaltung unter Menschen und Gruppen führen.“ Die digitale Welt sei „ein Ort der Begegnung, wo man liebkosen oder verletzen, eine fruchtbare Diskussion führen oder Rufmord begehen kann“.
Verantwortung tragen
   Die Menschen hätten in den digitalen Netzen eine Verantwortung für den anderen, „den wir nicht sehen, der aber real ist und seine Würde besitzt, die geachtet werden muss“, betont der Papst. Die modernen Kommunikationstechnologien hätten bei vielen Menschen zu einer Horizonterweiterung geführt. Das sei durchaus „ein Geschenk Gottes“, bringe aber eine große Verantwortung mit sich.
Hintergrund
   Paul VI. hat den Tag der sozialen Kommunikationsmittel 1967 als „Welttag der Massenmedien“ eingeführt. Mit Blick auf diesen Tag wendet sich der jeweilige Papst alljährlich mit einer Botschaft zur Ethik der Massenmedien an die Gläubigen. rv160122mg

Twittern . . . int-0140-zx-Twitter . . . bis es keiner mehr liest

Der Nachrichtendienst will die Beschränkung auf 140 Zeichen koppen - und so mehr Nutzer gewinnen
Foto: Ende der Kurzbotschaften? 10.000 Zeichen sind bald erlaubt.

   Mit nur 140 Zeichen lässt sich kaum begründen, warum sich die Kundschaft künftig nicht mehr kurz fassen muss - nicht einmal als Chef von Twitter, der diese Begrenzung einmal eingeführt hat. Jack Dorsey musste jetzt etwas ausholen und veröffenlichte eine deutlich längere Nachricht auf seinem Kurznachrichtendienst.  Solcherlei Ausnahmen, so die Botschaft, sollen zur Regel werden: Als Limit gelten künftig 10.000 Zeichen.
   Mit seinen mehr als 300 Millionen Nutzern gehört Twitter zu den größten sozialen Netzwerken im Internet. Für viele ist der stete Nachrichtenfluss inzwischen die erste Informationsguelle, wenn irgendwo auf der Welt etwas Überraschendes passiert. Aber viele sind eben nicht genug, wenn man an der Börse notiert ist, hohe Verluste schreibt und die enttäuschten Aktionäre wenigstens mit der Aussicht auf Wachstum bei Laune halten will - dafür müssen es immer mehr werden. Doch daran haperte es zuletzt, die Akquise neuer Nutzer stagniert.
   Die Beschränkung der Twitter-Nachrichten auf 140 Zeichen stammt noch aus der Zeit, als die Länge einer SMS- Nachricht das Maß aller Dinge war: Nach 160 Zeichen wurde die Botschaft in zwei Teile geteilt. Twitter benötigte aber noch 20 Zeichen für den Nutzer-Namen, das ging zulasten des Inhalts. Da aber Kürze und Prägnanz nicht gerade ein Wesensmerkmal der Online-Kommunikation sind, suchte sich die plauderwillige Klientel einen Umweg: Man fotografiert längere Texte auf dem Bildschirm und fügt sie als Bild dem Tweet bei. So hat es der Twitter-Chef jetzt auch gemacht.
   Diesen Aufwand will Twitter den Vielschreibern nun ersparen, um so für mehr Menschen attraktiv zu werden. Gleichzeitig treibt das Unternehmen aber offenbar die Sorge um, dadurch bei der Stammklientel an Beliebtheit einzubüßen - wer professionell Nachrichten verschickt und liest,
möchte notorische Schwätzer vielleicht lieber umgehen. Laut „Wall-Street-Journal" will Twitter deshalb weiterhin zur Mäßigung anhalten: Sobald ein Nutzer mehr als 140 Zeichen tippt, soll er darauf dezent hingewiesen werden. Zudem will der Dienst längere Nachrichten nicht in Gänze anzeigen - ein Leser müsste also eigens auf die Botschaft klicken, um sie bis zum Ende verfolgen zu können.
   Diesen Aufwand werden sich vermutlich viele sparen, wenn es den ersten 140 Zeichen an Aussagekraft mangelt. Insofern dürfte sich für die Mehrzahl der Nutzer nicht viel ändern: Wer gelesen werden will, muss sich kurz fassen. HAZ160107JensHeitmann

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Religionsunterricht per Internet - Digitale Klassenräume

   Wo Christen in der Diaspora leben, sollte ihnen der Zugang zum Religionsunterricht per Internet ermöglicht werden. Das schlägt der Bischof von Erfurt, Ulrich Neymeyr, in einem Interview mit der Katholischen Nachrichtenagentur vor. Durch die Einführung von eLearning würde Oberstufenschülern in der Diaspora der Zugang zum katholischen Religionsunterricht erleichtert. Das Modell könne bereits im übernächsten Schuljahr an Thüringer Gymnasien zum Einsatz kommen. Die Schulabteilung des Bistums habe das Konzept zusammen mit dem Thüringer Institut für Lehrerfortbildung entwickelt und am vergangenen Freitag grünes Licht für die Weiterentwicklung bekommen, berichtete Neymeyr der Nachrichtenagentur.
  Hintergrund für das neue Modell sei das zunehmende Problem, dass Schüler vor allem in den ländlichen Diasporagebieten oft weite Wege zurücklegen müssten, um an einzelnen Schulen gesammelt am katholischen Religionsunterricht teilzunehmen, erklärte der Bischof. Rv150527lh 

ff-219-Internet  Franziskus chattet mit Jugendlichen aus fünf Kontinenten

   Bei einem Video-Chat mit Jugendlichen aus fünf Kontinenten hat Papst Franziskus die Jugend zum gemeinsamen Widerstand gegen den Krieg aufgerufen. »Seid auf der Hut! Wenn es Gruppen gibt, die Zerstörung und Krieg suchen und nicht als Team spielen können, dann verteidigt euch als Team, als eine Gruppe«, sagte er bei dem Gespräch im sozialen Netzwerk »Google Hangouts«. Die Jugend wolle den Frieden, »und das müsst ihr aus eurem Herzen herausrufen, aus eurem Innersten«, so Franziskus zu einem Jungen aus der Türkei.
  Der Papst war Teil eines Treffens von Franziskus mit den internationalen Leitern der Einrichtung
»Scholas occurentes«. Die an der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften angesiedelte Organisation kümmert sich weltweit um Bildungsprojekte für Kinder und Jugendliche. Mit dem Chat eröffnete Franziskus die neue Kommunikationsplattform der von »Scholas occurentes« geförderten Bildungseinrichtungen auf Basis von »Google Hangouts«. Dabei können sich jeweilige Gruppen weltweit per Videoverbindung miteinander austauschen. Franziskus’ junge Gesprächspartner hatten sich aus Israel, der Türkei, El Salvador, Südafrika und Australien zugeschaltet.
   Er habe zwar keine Kristallkugel, doch die Zukunft gehöre der Jugend und könne besser werden, wenn junge Menschen mit Herz und Hand für das Gute arbeiteten. Sie besäßen Flügel, um eine bessere Welt zu erträumen und gegen das Böse zu protestieren. Doch junge Menschen brauchen nach den Worten des Papstes auch »Wurzeln«, um die Erfahrung und Weisheit ihrer Großeltern und Eltern in sich aufnehmen zu können. Beides sei wichtig für den Bau einer friedlichen und gerechten Welt, so der Papst. Deshalb sollten die Jugendlichen sich gegen eine »Wegwerfkultur« wehren, in der alte Menschen keinen Platz hätten.
   Im Gespräch mit einem jungen Australier lobte Franziskus die wachsende globale Kommunikation, bei der Menschen von der Erfahrung anderer lernen könnten. Kommunikation hat Papst Franziskus zufolge aber auch viel mit Respekt zu tun. Niemals dürfe die Diskriminierung dabei einen Raum finden.
   »Ich hoffe, dass ihr gut gesät habt, dann wird auch die Ernte gut sein. Und vielen Dank für die Mühen, die ihr unternommen habt.« Mit diesen Worten leitete der Papst die Videoschaltung mit Schülern aus fünf Ländern ein, die die fünf Kontinente repräsentierten. Franziskus antwortete auf Spanisch auf die in Englisch oder Spanisch gestellten Fragen der Jugendlichen.
   Die erste Frage kam von Cameron, Schüler des St. Joseph’s College in Queensland, Australien. Er erzählte von den positiven Erfahrungen seiner Schule mit dem »Scholas-Programm« und wollte wissen, was man tun müsse, damit dieses neue Kommunikationssystem zwischen den Schulen für die Jugendlichen und die Gesellschaft eine Hilfe sein kann, um Fortschritte zu machen?
   Papst Franziskus: Danke. Und danke auch für das, was du mir gesagt hast über das, was du tust und was ihr tut. Ich versuche, auf deine Frage zu antworten. Wie kann »Scholas« Fortschritte machen in dieser Kommunikation und Brücken bauen? Bevor ich dir antworte, greife ich den Ausdruck auf, den du gebraucht hast: »Brücken bauen«. Im Leben kannst du zwei entgegengesetzte Dinge tun: entweder Brücken bauen oder Mauern aufrichten. Mauern trennen, sie spalten. Brücken bringen einander näher.
   Ich antworte auf deine Frage: Was könnt ihr tun? Ihr könnt damit fortfahren, untereinander zu kommunizieren und die Erfahrungen – die Erfahrungen, die ihr macht – mitteilen. Ihr tragt viel im Herzen. Ihr könnt viele Dinge verwirklichen. Gerade das hast du mir gesagt, als du dich vorgestellt hast. Es weitersagen, damit andere sich daran inspirieren können, und von den anderen hören, was sie dir sagen werden. Und bei dieser Kommunikation gibt es keinen, der Befehle gibt, aber alles funktioniert. Das ist die Spontaneität des Lebens, es bedeutet, ein Ja zum Leben zu sagen. Kommunikation heißt geben, Kommunikation ist Großherzigkeit, Kommunikation ist Respekt, Kommunikation heißt, jede Art von Diskriminierung zu vermeiden. Macht weiter, Kinder. Und mir gefällt, was ihr gesagt habt, über das, was ihr tut. Gott segne euch. [...]

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Franziskus twittert: „Wir dürfen nicht dem Bösen glauben“ der uns einredet, dass wir gegen die Gewalt, die Ungerechtigkeit und die Sünde nichts tun können“. RV130324sta

    Papst Franziskus hängt Obama auf Twitter ab    ff-82-K-Z 

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  Im Kurznachrichtendienst Twitter kann niemand Barack Obama das Wasser reichen. Die Botschaften des amerikanischen Präsidenten verfolgen aktuell 43 Millionen Menschen. Mit dieser Anzahl sogenannter Follower führt Obama die Twitter-Rangliste weiterhin klar an. Doch mehr Einfluss hat ein anderer: Papst Franziskus. Das geht aus einer Untersuchung der PR-Agentur Burson-Marsteller hervor.
   Der veröffentlichten Studie „Twiplomacy" zufolge wird jeder Tweet Obamas - also jede seiner maximal 140 Zeichen langen Kurznachrichten - im Schnitt 1.400 Mal retweetet. Mit einem Retweet leiten Twitter-Nutzer Nachrichten, die sie für interessant halten, an ihre eigenen Follower weiter. Burson-Marsteller misst den Einfluss eines Twitter-Nutzers an der Zahl seiner Retweet ist in dieser Disziplin ist der katholische Pontifex ungeschlagen. Auf seinen neun verschiedenen Twitter-Konten vereint Franziskus zwar „nur" 14 Millionen Follower, also knapp 30 Millionen weniger als der amerikanische Präsident. Jeder seiner spanischsprachigen Tweets jedoch wird durchschnittlich mehr als 10.000 Mal weitergeleitet.
  Ansonsten spielen auf Twitter Politiker eine erhebliche Rolle, die man nicht unbedingt auf der Rechnung hat. Indiens Premierminister Narendra Modi (Benutzername: @NarendraModi) ist seit seiner Wahl auf Rang vier der Spitzenpolitiker mit den meisten Followern vorgerückt. Ihm folgten 4.981.777 Nutzer des Kurznachrichtendienstes. Damit überholte er jetzt den offiziellen Account des Weißen Hauses in Washington (@WhiteHouse). Dritter im Ranking der Spitzenpolitiker mit der größten Twitter-Anhängerschaft ist Indonesiens Präsident Susilo Bambang Yudhoyono (@SBYudhoyono).
   Burson-Marsteller untersucht die Twitternutzung führender Politiker auf der ganzen Welt jedes Jahr. Die Ergebnisse zeigen, dass mehr als 83 Prozent der Regierungen von UN-Staaten auf Twitter vertreten sind, Zwei Drittel ihrer Regierungschefs und Staatsoberhäupter besitzen einen persönlichen Twitter-Account. Anfang Juni 2014 wurden hierzu 644 Accounts von Staatsoberhäuptern, Regierungen, Außenministern und deren Institutionen in 161 Ländern ausgewertet.
   Die meisten Politiker nutzen Twitter als Plattform, um Botschaften und Äußerungen zu verbreiten. Ein Teil, vor allem die Außenminister, setzt den Kurznach­richtendienst als diplomatisches Netzwerk ein. Frankreichs Außenminister Laurent Fabius etwa hat sich mit 91 seiner Amtskollegen vernetzt und hält damit die meisten Verbindungen. Dagegen folgen @BarackObama und @White-House nur drei anderen Accounts: der norwegischen Ministerpräsidentin Erna Solberg, dem russischen Premier Dmitry Medvedev sowie der Regierung Großbritanniens.
   Deutsche Spitzenpolitiker dagegen scheinen von Twitter weiterhin nicht viel zu halten. „Nach wie vor ist die Bundesrepublik die einzige der führenden Wirtschaftsnationen, in denen weder Regierungschefin noch Staatsoberhaupt einen Twitter-Account besitzen", heißt es in der Studie. Lediglich Regierungssprecher Steffen Seibert gilt mit seinem Account @RegSprecher als eifriger Twitterer.
   Burson-Marsteller zeigt Verständnis für die Abstinenz der Bundeskanzlerin. „Es passt zu Angela Merkels präsidialem Führungsstil, dass sie nicht per Twitter kommuniziert. Die meisten Spitzenpolitiker twittern ohnehin nicht selbst. Dass Merkel das Twittern Steffen Seibert überlässt, wirkt mit Blick auf ihre Persönlichkeit und ihren Habitus authentisch", sagt der Managing Director der Agentur, Christian Thams. Und warnt zugleich, dass die deutsche Politik „den Anschluss an die digitalen Medien nicht verpassen" dürfe. Sollte Merkel 2017 einen Nachfolger bekommen, werde dieser „wahrscheinlich kaum um Twitter herum kommen", prognostiziert Thams.
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 int-Twitter-Z Papst hat 27 Millionen Follower ff-Priesterweihe-Z

   Drei Jahre nach dem ersten Tweet von Papst Benedikt dem XVI., hat Papst Franziskus mit all seinen neun Twitteraccounts die 26-Millionen-Follower Grenze überschritten. Der Papst twittert unter seinem Namen @pontifex-de fast täglich Kurznachrichten zu aktuellen Ereignissen, Gebete aber auch privates. Sein Tweet vom Samstag erinnerte zum Beispiel an seinen persönlichen Jahrestag der Priesterweihe.
   Papst Franziskus feiert den 45. Jahrestag seiner Priesterweihe. Am 13. Dezember 1969 hatte der damals 32 Jahre alte Jesuit Jorge Mario Bergoglio Foto in Buenos Aires die Weihe empfangen. In seinem Tweet von diesem Samstag erinnert Franziskus an den Jahrestag und bittet darum, für ihn „und für alle Priester zu beten“.
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Mehr als 27 Millionen Papsttweet-Follower
   Während seiner Mexikoreise hat der Twitter-Account des Papstes @Pontifex in neun Sprachen mehr als 27 Millionen Follower erreicht. In diversen Tweets hat Papst Franziskus seine Dankbarkeit für die enthusiastische Gastfreundschaft, die er in dem lateinamerikanischen Land erfahren hat, zum Ausdruck gebracht: „In Mexiko hat man mich voller Zuneigung und Hoffnung empfangen: danke, dass ihr mir die Türen eures Lebens aufgetan habt“. „Danke an Mexiko und die Mexikaner. Mögen der Herr und die Jungfrau von Guadalupe uns stets begleiten“.
   Weitere Tweets des vergangenen Tages waren seinen Erlebnissen in der Grenzstadt Ciudad Juarez gewidmet:
   „Vergesst nicht, dass die göttliche Barmherzigkeit unser Schild, die stärkste Waffe gegen Ungerechtigkeit, Zerfall und Unterdrückung ist.“
„Verdienst und Kapital sind keine Güter, die über dem Menschen stehen – sie stehen im Dienst des Gemeinwohls.“
„Wir alle müssen darum kämpfen, dass die Arbeit zu einer Gelegenheit der Humanisierung und der Zukunft wird.“
„Liebe Häftlinge, ihr habt viel Schmerz erfahren, ihr könnt Propheten einer Gesellschaft sein, die keine Gewalt und Ausgrenzung mehr kennt.“
   Nach wie vor ist der spanischsprachige Account mit mehr als 11 Millionen Followern der meist gelesene Account, dicht gefolgt von Englisch (8.680.000), Italienisch (3.365.500), Portugiesisch (1.909.000), Polnisch (566.700), Französisch (433.000), Lateinisch (419.300), Deutsch (299.200) und zuletzt Arabisch (234.200).
Benedikt XVI. hat den Account @Pontifex mit dem ersten Tweet vom 12. Dezember 2012 eingerichtet. Rv160218cs

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   Papst Franziskus sendete seinen ersten Tweet über den Account @pontifex-de ab. Der Papst, der selbst als Kardinal ein aktiver „Twitterer“ war, übernahm nun den bislang ruhenden Account seines zurückgetretenen Vorgängers und setzte u.a. für die deutschsprachigen Follower seine erste Kurznachricht ab: „Liebe Freunde, ich danke euch von Herzen und bitte euch, weiterhin für mich zu beten. Papst Franziskus“, lautet der Tweet. Rv130317cs
Papst twittert nach seiner Amtseinführung
   Kurz nach der feierlichen Messe zur Amtseinführung hat Papst Franziskus wieder getwittert. Knapp eine dreiviertel Stunde nach Ende der Messe appellierte er an alle Twitter-User:
   „Achten wir darauf, Christus in unserem Leben gegenwärtig zu halten. Achten wir aufeinander und haben wir sorgsam Acht auf die Schöpfung.“
   20 Minuten später veröffentlichte Franziskus einen weiteren Tweet, in dem er noch einmal die Macht des Dienens betonte: „Die wahre Macht liegt im Dienen. Der Papst muss allen dienen, besonders den ganz Armen, Schwachen und Geringen.“ Mit seinen Tweets schließt Franziskus an seine Predigt zur Amtseinführung an, in der er die Linien seines Pontifikats dargelegt hat.  RV130913pd
Papst Franziskus: Mach einen Schritt auf Jesus zu
   Ostersonntag hat Papst Franziskus wieder getwittert: Vor Beginn der großen Ostermesse sendete er über seinen Account @pontifex_de folgenden Tweet, der an seine Worte während der Ostervigil anschließt:
„Lass Jesus, den Auferstandenen, in dein Leben. Warst du auch fern, mach nur einen Schritt zu ihm hin: Er erwartet dich mit offenen Armen.“RV130331cs

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   Letzte Twitter-Nachricht vo Papst Benedikt XVI.: „Habt Freude am Christ-Sein! „Danke für eure Liebe und Unterstützung. Ich wünsche, dass ihr immer Freude dabei erfahrt, Christus in die Mitte eures Lebens zu stellen.“ Das schreibt Benedikt XVI. in seiner letzten Twitter-Botschaft. Der Tweet wurde um 17.15 Uhr in neun Sprachen veröffentlicht. RV130228pr Wie können wir das Jahr des Glaubens in unserem Alltag besser leben?“ Die Antwort von Benedikt XVI.: „Sprich mit Jesus im Gebet. Hör Jesus zu, der im Evangelium zu dir spricht. Finde Jesus in den Notleidenden.“ Mit seinem Rücktritt wird Benedikt XVI. keine weiteren Twitter-Nachrichten versenden. 

kip-PAntonioSpadaro-x   Antonio Spadaro SJ  -  Erstes Heiliges Jahr im Twitter-Zeitalter

   Vor drei Jahren, im September 2012, drückte Benedikt XVI. auf einen Knopf – und eröffnete damit seinen Twitter- Account @Pontifex. Ausgerechnet der Bücherpapst war damit ein Pionier in den sozialen Netzwerken. Heute hat der Account, der längst von seinem Nachfolger Franziskus bespielt wird, mehr als 25 Millionen Follower. Die Tweets werden in neun Sprachen veröffentlicht, von Arabisch bis Latein. Und die Präsenz des Papstes in den sozialen Netzwerken ist etwas sehr Wichtiges, sagt uns der Jesuit Antonio Spadaro, ein Vertrauter von Franziskus, Direktor der Jesuitenzeitschrift „Civiltà Cattolica“ und Autor des Buches „Wenn der Glaube social wird“.
   „Mein erster Gedanke ist: Franziskus ist ein taktiler, ein sehr körperlicher Papst: Er fasst gerne andere Menschen an, umarmt gerne. Gerade diese körperliche Dimension wird im Digitalen gerne geteilt; es gibt gar keinen Bruch zwischen dem Körperlichen und dem Digitalen. Gerade seine Aufmerksamkeit für den Einzelnen, für das Menschliche, für Gesten stimuliert das digitale Teilen. Und dann gibt es in den sozialen Netzwerken ein Riesenbedürfnis nach Weisheit, nach Reflexion – diese Reflexion muss sehr kurz sein, aber doch dazu imstande, in die Tiefe zu gehen. Und das kann der Papst auch: einen kurzen, aber zugespitzten Tweet schreiben. In einem solchen Fall ist die Kürze eines Tweet keine Einschränkung, sondern genau richtig, um den Menschen mitten in einem frenetischen Leben zu helfen, mal kurz nachzudenken.“

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   Manche machen es diesem Papst ja schon fast zum Vorwurf, dass er derart in der Kürze, im Zuspitzen brilliert. Als sei er gar nicht zur Langstrecke imstande wie sein emeritierter Vorgänger. „Der Papst ist auch zu extrem breiten und komplexen Ausführungen imstande; man muss doch einfach nur mal lesen, was er früher geschrieben hat, bevor er Papst, ja bevor er Erzbischof wurde. Allerdings ist ihm klar geworden, dass die Weisheit des Evangeliums sich durch einfache und kurze Botschaften vermitteln lässt, dass sich dadurch ein Auf-den-Punkt-Nachdenken auslösen lässt.“ Natürlich seien 25 Millionen Follower bei Twitter eine stolze Zahl, so der Jesuit. „Aber die Zahl, die uns noch mehr zum Nachdenken bringen sollte, ist die der Menschen, die die Worte des Papstes teilen. Und in dieser Hinsicht ist Franziskus ein globaler Führer. Nicht nur seine Worte werden im Innern der sozialen Netzwerke, die ja oft Freundschafts-Netze sind, stark weitergeteilt, sondern auch die Bilder, also die Gesten, die der Papst setzt.“

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   Vor zwanzig Jahren war noch Steinzeit: Da veranlasste der heilige Johannes Paul II. die Gründung der Homepage vatican.va, und der Heilige Stuhl stolperte in die Internet-Ära. Bis heute fühlen sich nicht alle Vatikanmenschen so richtig wohl im Digitalen. Pater Spadaro rät dazu, sich klarzumachen, warum die Kirche ins Netz geht. „Die Mission – wenn wir so wollen, die Berufung – der Kirche ist, dort zu sein, wo die Menschen sind. Und heute sind die Menschen eben im Netz. Also muss die Kirche auch dort sein! In dieser Hinsicht müssen wir sozusagen inkarniert sein. Auch im Netz kann man sich inkarnieren, denn es ist kein kalter, technologischer Ort, wie sich einige das so vorstellen, wo es nur Kabel, Computer und Maschinen gibt. Nein, in Wirklichkeit ist es ein sehr warmer Ort, wo die Menschen heute auch religiöse Bedürfnisse und Vorstellungen äußern.“
   Heißt das, Papst Franziskus sollte auch im Internet eine Heilige Pforte der Barmherzigkeit öffnen, so wie er das vor ein paar Tagen ganz analog am Petersdom getan hat? Spadaro: „Die Herausforderung speziell bei diesem Heiligen Jahr besteht nicht darin, das Netz zu benutzen, um eine Botschaft darin zu verbreiten. Das Netz ist kein Werkzeug, es ist ein Ambiente, ein Lebensumfeld, in dem man seine eigenen Erfahrungen mit anderen teilt. Was mir bei diesem Heiligen Jahr also wichtig scheint, ist, dass man Erfahrungen der Barmherzigkeit mit anderen teilt, dass man Barmherzigkeit zu einem „key word“ im Netz macht.“
Rv151212sk

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   Der Heilige Stuhl möchte sich die Rechte an der Internet-Adress-Endung „.catholic“ sichern. Man habe sich an die Internet-Adressverwaltung (ICANN) gewandt und dort einen Antrag auf „.catholic“ als eigene Adress-Endung gestellt, erklärte der Sekretär des Päpstlichen Medienrates Paul Tighe. Eine solche Top-Level-Domain solle gewährleisten, dass es sich bei bestimmten Internet-Seiten tatsächlich um katholische Inhalte und kirchliche Institutionen handle. Am gleichen Tag hatte ICANN in London die neueste Generation von so genannten Top-Level- Domains vorgestellt. Unter den rund 1.930 Anträgen sind Endungen wie „.bank“, „.doctor“ oder „.hamburg“. RV120604kap
Vatikan bekommt Top-Level-Domain auf Chinesisch
   Der Vatikan bekommt eine der 27-Top-Level-Domains der neuen Generation von Internet-Endungen. Das berichtet die Katholische Nachrichten-Agentur. Die Vergabeorganisation hat das Kürzel „.catholic“ für chinesische Web-Adressen abgesegnet. Diese Endung gehört zu den ersten 27, die abschließend evaluiert wurden und voraussichtlich im Juni freigeschaltet werden. Bei allen neuen Adressen handelt es sich um Adress-Endungen für das nichtlateinische Schriftsystem. Diese zielen auf die nächste Milliarde Nutzer, die nicht englischsprachig seien. Außer der chinesischen hat der päpstliche Medienrat auch die Kürzel in Arabisch, Kyrillisch und Englisch reserviert.
RVpd130325kna

  Brevier   kk-SebastianHartmannDT--   Beten 2.0: online     be-GeorgRatz-Brevier-Z

   Nachdem ich in der letzten Fastenzeit eisern auf die private Nutzung von Handy und PC verzichtet habe, hat mich ein halbes Jahr später die digitale Welt wieder fest im Griff. „Immer online mit Jesus" so lautet der Titel eines Liederbuchs im Hünfelder Oblaten Kloster.
   Und tatsächlich stolperte ich erst kürzlich wieder über den digitalen Gott. Ich habe im Internet ein Programm für mein Handy gefunden, das sich „Komplet" nennt und genau das bietet, was der Name vermuten lässt. Jeden Tag die aktuelle Komplet zum Mitnehmen für die Hosentasche. Und wenn man bereit ist, 16 Euro zu bezahlen, bekommt man das komplette Brevier auf sein Handy. Auf den ersten Blick mag es befremdlich wirken und ich war zunächst mehr als skeptisch: Denn Fortschritt hin oder her, wie sinnvoll ist es, das Brevier als „App" (Anwendung) auf seinem Handy zu haben. Ich machte den Test und habe sehr schnell die Vorzüge kennen- und liebengelernt. Zunächst einmal habe ich das Handy immer bei mir und somit auch das Stundenbuch stets und überall griffbereit. Es nimmt lediglich virtuellen  Speicherplatz in Anspruch. Das macht es komfortabel, gerade wenn man unterwegs ist. Ein weiterer Vorteil ist, dass man auch als Brevier-Neuling mit einem „Klick" auf das entsprechende Gebet sofort die Texte in der richtigen Reihenfolge vorfindet. Hier gibt es von Laudes über Vesper bis zur Komplet wirklich alles ohne umständliches Hantieren mit Lesebändchen. Für das Stundengebet mit größeren Gruppen scheint dies ein Vorteil zu sein, da meist nicht so viele Stundenbücher vorhanden sind wie benötigt werden.
   Aber es gibt auch Kritikpunkte. So kann das Handy-Programm nicht mit schicken Ledereinbänden punkten. Außerdem kann man bei der Komplet spät abends direkt mit in das Gebet einschließen, dass der Akku bis zum Salve Regina durchhalten möge.
   Doch auch wenn ich selbst erst skeptisch war und noch immer finde, dass man nicht alles digital erledigen muss, ist das Stundengebet am Handy eine tolle Sache, der man auf jeden Fall eine Chance geben sollte. Denn wo sonst kann man schon auf Fingerberührung zwischen lateinischem und deutschem nunc dimittis auswählen? Am Anfang mag das Beten vom Handybildschirm etwas ungewohnt sein, aber Gott kann einem überall begegnen und auf die unterschiedlichste Art und Weise. Für mich ist es eine wirklich sinnvolle Funktion meines kleinen Alltagbegleiters und ich habe bereits Ausschau nach weiteren Anwendungen wie der „Bibel-App" und der „Messordnungs-App" gehalten. Es ist toll zu sehen, dass unser Gott auch digital ist und das Internet gefüllt ist mit Spuren von ihm. Ich bin dann mal wieder online. DT121027SebastianHartmann Foto oben
Brevier.App.Beschreibung
Stundengebet mit Inventatorium, Lesehore, Laudes, Terz/Sext/Non, Vesper, Komplet

   Das Stundenbuch ist ein Gebet- und Andachtsbuch für das Stundengebet. Beten, das bedeutet mit Dank und Bitten vor den Herrn treten und ihm Lob darbringen. Diese Applikation enthält die Gebetszeiten Invitatorium, Lesehore, Laudes, Terz, Sext, Non, Vesper und Komplet. Alle Texte nur Deutsch! Wer nur die Komplet beten will, kann die Gratis-Version nehmen: Komplet - Abendgebet. Diese hat für die Komplet und das Invitatorium auch die englischen und lateinischen Texte!
   Das Stundengebet schöpft aus dem reichen Schatz der Bibel, vor allem aus den Psalmen und den Hymnen des Alten und Neuen Testaments. Es verbindet Menschen in der ganzen Welt im Gebet das überall auf dem Globus am gleichen Tag mit den gleichen Gebeten gehalten wird - vom seiner Berufstätigkeit nachgehenden arbeitenden Laien über Priester und Mönche bis zum Papst, werden zu gleichen Zeiten die gleichen Gebete, Psalmen und Hymnen gesprochen.
   Laudes und Vesper sind die wichtigsten Horen - der Tagesabschluss mit der Komplet ist eine schöne Möglichkeit den Tage vor den Herrn zu reflektieren. In der Lesehore stehen eine Lesung aus der Bibel und eine längere Lesung aus den Kirchenvätern oder Heiligenbiographien im Zentrum.
   Die App. braucht die Internetverbindung zur Lizenzabfrage mit dem Google-Server, kommt aber in den Ferien bis zu 4 Wochen ohne Internet aus. Werbefrei! Alle Texte sind lokal gespeichert. App2SD unterstützt. Seite hoch/runter mit Swipe (Wischen) links/rechts, Tab linker/rechter Rand und Lautstärketasten (in Einstellungen aktivieren).
Tipp: Radio Horeb überträgt täglich die Laudes um 7 Uhr (teilweise gesungen!), die Sext um 11:45 und die Vesper um 17:30 und die Komplet um 21:40.    http://stundenbuch.uservoice.com/

ttt-internet-x Suchmaschhine “www.wolframalpha.com”

    Die Suchmaschine WolframAlpha ist gestartet unter www.wolframalpha.com. Sie legt ihren Fokus auf statistische Informationen und deren Aufbereitung - und erlaubt die Darstellung vergleichender Daten, etwa wenn man nach „IBM Apple" sucht: Dann erstellt die Maschine eine Tabelle mit den wichtigsten Finanzdaten der beiden Unternehmen und stellt sie fein säuberlich nebeneinander. Aber auch semantische Abfragen sind möglich: „weather Hannover the day John F. Kennedy died" zeigt - wie ein Test in den vergangenen Tagen ergab - tatsächlich auf Anhieb die Wetterlage in ausführlichen Daten und Kurven, die bei Hannover am Flughafen Langenhagen an jenem Tag gemessen worden ist, als die Schüsse auf John F. Kennedy fielen. Im Hintergrund greift WolframAlpha auf eigene Datenbanken in der Größenordnung von 10 Terabyte zurück. Mit Google dürfte das System dennoch kaum konkurrieren, es handelt sich um ein gravierend anderes Konzept. Auffindbar sind lediglich von WolframAlpha bereitgestellte Daten mit Schwerpunkt US-amerikanischer Herkunft, während Google jegliche im Web auffindbaren Daten maschinell untersucht, gewichtet und aufbereitet. Eine der vielen großen Lücken im Datenmaterial von WolframAlpha sind etwa von politischen Wahlen. Hier gibt es noch viel zu tun - ebenso wie bei der Angabe der Quellen, aus denen das Material stammt. Nicht immer ist die Quelle eindeutig angegeben. HA090514msc 

Spurenlose Internetsuche

    Die US-Suchmaschine Google beherrscht den deutschen Markt - und nutzt die IP-Adresse des Nutzers sowie die Suchbegriffe, um aus den Anfragen personalisierte Werbung und Benutzerprofile zu erstellen. Wer dies vermeiden will, kann alternative Suchmaschinen aufrufen. Der Verein Verbraucher Initiative (VI) empfiehlt vier Anbieter als besonders sicher: Die deutsche Suchmaschine MetaGer www.metager.de wird von einem gemeinnützigen Verein zusammen mit der Universität Hannover betrieben. Er nutzt mehrere Suchdienste, darunter auch einen eigenen, und „legt höchsten Wert auf Datensicherheit und Privatsphäre", so die VI. Auch die niederländischen Suchmaschinen Ixquick www.ixquick.de und Startpage www.startpage.com garantieren anonymisierte Suchen, die Adressaten von www.duckduckgo.com versprechen, sämtliche Nutzerdaten unangetastet zu lassen. DuckDuckGo und Ixquick haben aber Server in den USA und müssen US-Behörden Zugriff gewähren. HA150727

int-Google-x  Tipps und Tricks für’s Suchen im Internet

Suchbegriffe eintragen:
   Die allgemein übliche Google-Suche besteht darin, Suchbegriffe nacheinander ohne Kommas einzutragen - die Begriffe müssen auch nicht durch „und" verknüpft sein. Google findet daraufhin Dokumente, in denen die Suchwörter möglichst prominent vorkommen und nahe beieinander stehen. Die im Folgenden genannten weiteren Beispiele und Tipps basieren auf Anleitungen von Google selbst sowie einer Zusammenstellung der Universität Köln.
Groß- und Kleinschreibung:
   Google unterscheidet nicht zwischen Groß- und Kleinschreibung.
Häufig verwendete Begriffe:
 Wörter wie „der", „die", „das", „wo" und „wie" und im Englischen „I" kommen sehr häufig in den Dokumenten des Webs vor und werden deshalb von Google bei normalen Abfragen ignoriert. Sind diese Wörter jedoch für die Abfrage wichtig, kann man sie entsprechend kennzeichnen: mit einem vor dem Suchbegriff eingetragenen Plus- Zeichen. Statt „Star Wars I" sollte man „Star Wars +I" eingeben - dann berücksichtigt Google das römische „I" gesondert.
Nach Datum sortieren:
   Suchergebnisse werden normalerweise nach Relevanz sortiert, eingeschätzt von Google. Über einen Link „Nach Datum sortieren" lassen sich die Funde entsprechend zeitlich sortieren.
Suche verfeinern:
   Findet man zu viele Treffer für eine Suche, kann man die Abfrage durch weitere Suchwörter verfeinern oder auch durch Ausschließen von Suchbegriffen konzentrieren: Ein vorangestelltes Minuszeichen stellt sicher, dass der entsprechende Suchbegriff in den Funden nicht vorkommt. Beispiel: „Saturn-Handelskette-Gott" schließt Treffer zum Thema „Saturn" aus, die sich um die gleichnamige Handelskette oder den römischen Gott drehen.
Genaue Suche:
   Anführungszeichen vor und hinter einer Suchanfrage helfen beim Finden von Wortgruppen in exakt der gewünschten Schreibweise - etwa bei dem Musiktitel „Hoch auf dem gelben Wagen".
Datumssuche:
   Es ist möglich, die Suche auf einen bestimmten Zeitraum einzugrenzen. Dazu benutzt man am einfachsten die „Erweiterte Suche", die Google rechts neben dem Eingabefeld angibt, in dem anschließend angezeigten Formular kann man unter „Datum" beispielsweise die Angabe „in den letzten 24 Stunden" eintragen.
Erweitertes Suchen:
   Über das entsprechende Suchformular sind eine Vielzahl weiterer Eingrenzungen möglich, zum Beispiel bei der Suche nach den Begriffen in einer bestimmten Sprache oder auch bei der Suche nach bestimmten Dokumententypen beispielsweise dem PDF- oder Word-Dokument-Format
Domain-Suche:
   Wer bereits weiß, das eine bestimmte Information auf einer besonderen Website abgelegt ist, sie dort aber nicht mehr wiederfindet, kann über den „site:"-Befehl Google derart einschränken, dass die Maschine ausschließlich Treffer der entsprechenden Website zeigt. Z.B. listet „site:kbwn.de kirche" ausschließlich Seiten des kbwn auf, die sich mit dem Thema Kirche befassen. site:kbwn.de wird dabei ohne Leerzeichen hinter dem Doppelpunkt geschrieben.
Suchen im Cache:
   Manchmal löschen Websitebetreiber ihre Seiten, oder deren Server ist just nicht erreichbar – häufig ist das bei brisantem Material der Fall. Google hält jedoch unter Umständen Kopien dieser Seiten in einem „Cache" (Zwischenspeicher) vor. Dann kann man nach cache:www.domain.de danach bei Google suchen. HAZ090514ms

Google: Viele Änderungen am Suchalgorithmus
   Genau 52 Änderungen hat Google jetzt an seinem Suchalgorithmus vorgenommen. Darunter waren große wie das Update des Ranking-Verfahrens, aber auch jede Menge kleinerer Anpassungen. Eine ausführliche Auflistung hat Google im offiziellen Blog veröffentlicht.
   Die Änderung namens "Xirtam3" soll dort für verschiedenartigere Ergebnisse sorgen, wo die Trefferliste bislang von Inhalten dominiert wurde, die über mehrere Seiten verteilt sind. Dafür, dass einzelne Domains in der Liste der Suchergebnisse nicht zu sehr bevorteilt werden, wurde wiederum das Update namens "Horde" eingeführt. Inhalte, die aktuell scheinen, beispielsweise Nachrichten, sollen dank "sep" und "citron" stärker gewichtet werden und dadurch prominenter in der Trefferliste erscheinen. Dafür, dass Inhalte von "niedriger Qualität" nicht von bloßer Aktualität profitieren, soll wiederum "NoRot" Sorge tragen. Dank dem Update "Raquel" soll die Sprache stärker in die Suche nach Webadressen einbezogen werden, sodass beispielsweise portugiesischsprachigen Nutzern bei der Suche nach "bol.com" der brasilianische eMail-Dienst dieses Namens zuerst angezeigt wird und nicht der holländische Online-Buchhändler. Damit bei Organisationen die Wahrscheinlichkeit steigt, dass die landesspezifische Domain ganz oben erscheint, soll die Änderung "ImpOrgMap2" bewerkstelligen. Ähnlich wirkt sich "Sudoku" aus, dank dem neben Domains, Subdomains und Verzeichnisse jetzt auch einzelne Seiten hinsichtlich ihrer Relevanz für bestimmte Länder bewertet werden.
  In 33 weiteren Sprachen kann jetzt direkt nach der Zeit des Sonnenauf- und Sonnenuntergangs gesucht werden ("sunrise-i18n"). Außerdem wurde die erweiterte Rechtschreibkorrektur, die bereits Vorschläge macht, bevor das Wort zu Ende getippt wurde, um 60 Sprachen erweitert. Die Qualität dieser Vorschläge hat Google nach eigener Aussage für 27 Sprachen verbessert.
   Weiterhin wurde der Bereich zum Auslösen der Vorschaufunktion "Instant Preview" verkleinert. Durch zwei Änderungen soll außerdem die Qualität der Vorschautexte hilfreicher werden. Auch die Funktion "SafeSearch" wurde überarbeitet, um noch zuverlässiger Bilder und Videos auszusortieren.
   Die Ergebnisse der spanischen Primera División Bei Korrekturvorschlägen unter dem Stichwort "Meinten sie:" wird dank "idymsup" jetzt zuerst überprüft, wie sinnvoll der neue Vorschlag hinsichtlich der dann erscheinenden Suchergebnisse ist. Darüber hinaus wurde auf der englischen Seite von Google die Suchfunktion für mehrere Sportarten erweitert. So liefert die Suche nach der Formel 1, der Major League Baseball (MLB), der nordamerikanischen Eishockey-Liga NHL und der spanischen Primera División direkt aktuelle Ergebnisse oder Tabellen.

Googeln für Fortgeschrittene    am-Google

   Einmal mehr überarbeit die Internet-Suchmaschine Google ihre Eingabemaske und ergänzt faszinierende neue Möglichkeiten der Suche im Web. Dabei waren bereits die bisherigen Suchmöglichkeiten ausgefeilt.   
   Vor unseren Augen entsteht soeben, ohne dass wir es recht bemerken oder jemand dafür auf den roten Startknopf gedrückt hat, ein neues World Wide Web. Es ist das „semantische Web" - ein Netz zuverlässig zugänglicher Datenbanken, die miteinander verknüpft werden können. Dabei klingt der Begriff des „semantischen Webs" viel zu theoriebeladen, als dass man damit selbst ambitionierte Internetnutzer hinter dem Ofen hervorlocken könnte. Erst die konkreten Anwendungsmöglichkeiten machen den Nutzen deutlich.
   „Wie häufig war in den vergangenen zehn Jähren Vollmond, als Zeitungen einen Tag darauf über Amokläufe an Schulen berichteten?" Das wäre so eine Frage, die das semantische Web irgendwann beantworten kann. Davon allzu weit entfernt sind wir nicht mehr - die Wetterlage in einer beliebigen Stadt am Tag einer einzelnen Amoktat lässt sich schon jetzt abfragen (über die Suchmaschine www.wolframalpha.com) - Lesen Sie dazu den Artikel oben auf dieser Seite!. Wohl auch wegen der teils beeindruckenden Ergebnisse von WolframAlpha hat die mit großem Abstand führende Suchmaschine Google jetzt Neuheiten für ihre Abfrage- und Antworttechnik angekündigt. So erweitert Google seine Internet-Suche um mehrere Funktionen, die Nutzern die Navigation erleichtern sollen. Die Ergebnisse lassen sich künftig nach den unterschiedlichen Inhalten sortieren und tabellarisch wie auch in einer Begriffswolke anzeigen. Auf der US-Website sind einige dieser Neuerungen bereits verfügbar, in anderen Ländern werden sie nach Angaben eines Sprechers bald eingeführt. Sichtbar machen kann man sie sich, indem man auf der US-Seite von Google unter www.google.com/en  den leicht versteckt angezeigten Link „Show options“ aufruft, dann lassen sich Funde und Veröffentlichsdatum, Art des Inhalts wie Forumseintrag, Video, Foto oder Rezension einschränken. Über eine „Timeline“ (einen Zeitstrahl) kann man sich zudem die Fundstellen zeitlich sortiert aufrufen. Beispiel: Bei der Suche nach „Hannover 96“ reicht der Zeitstrahl bis ins Jahr 1896 und sogar noch weiter zurück und verlinkt zu einigen US-amerikanischen Websites, die das Geburtsjahr des hannoverschen Vereins als einen Themenaspekt behandeln. Zudem können Nutzer sich anzeigen lassen, welche verwandten Themen es gibt. Bei „Hannover 96" werden naheliegend weitere Bundesligavereine und „Robert Enke" und angeboten. Und über ein „Wonderwheel", eine Art Zauberrad, werden Oberbegriffe angeboten - zu „Robert Enke" etwa seine früheren Vereine „CD Teneriffa" oder der 96- Gegner von vor Kurzem, Eintracht Frankfurt.   Wie Google weiter bekanntgab, soll im öffentlich zugänglichen „Labor" von Google unter labs.google.com ein Dienst namens „Squared" starten, übersetzt: „im Quadrat". Dabei werden Funde in Tabellen sortiert. Eine Suche nach „Kameras 8 Megapixel" bringt dann (zunächst auf Englisch) eine verzeichnishafte Übersicht über Kameras mitsamt Fotos und weiteren technischen Daten.  HAZ090515MarcusSchwarze

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Bei den Konkurrenten von Google Bing, Yahoo, Wolfram Alpha, Metager:
Wer im Internet etwas sucht, muss nicht immer den Marktführer nutzen.

   Google ist für viele das Maß der Dinge, wenn man eine Information im Internet sucht. Weltweit hat die Such- maschine einen Marktanteil von mehr als 90 Prozent. Doch sind in jüngster Zeit zwei weitere Suchmaschinen angetreten, dem Giganten Marktanteile im Browsermarkt abzutrotzen. Microsoft hat seine Maschine „Bing" unter www.bing.de veröffentlicht, und unter www.wolframalpha.com ist eine neue Suchadresse von Wolfram Alpha aufgetaucht, die verspricht, Antworten auf vor allem statistische Anfragen zu geben.
  Wolfram Alpha geht dabei anders als Google und Bing vor: Ausgeworfen werden überprüfte und vorgeblich seriöse Informationen von Behörden und statistischen Erhebungen - während Google und Bing auch Webseiten in ihren Index aufnehmen, die von wem auch immer ins Internet gestellt wurden. Bei Google und Bing kommt man daher nicht umhin, stets die Seriosität einer gefundenen Seite in Augenschein zu nehmen. Wolfram Alpha ist da verlässlicher.
   Nicht zu vergessen ist, dass es mit Yahoo noch einen weiteren großen Mitbewerber im Suchmaschinenmarkt gibt. Allerdings ist Bing direkt nach seinem Marktstart an Yahoo vorbeigezogen. Aus Deutschland ist zudem Metager www.metager.de erwähnenswert, das von der Universität Hannover aus mehrere Suchmaschinen auf eine einzelne Anfrage hin befragt. Im Live-Web gewinnt zudem die SuchenFunktion von Twitter unter search.twitter.com an Bedeutung: Sie durchsucht in Echtzeit die kurzen Beiträge von Teilnehmern am sozialen Netzwerk Twitter. Dabei können sich durchaus Goldstücke ansammeln: Der Trick von Twitter besteht darin, dass Teilnehmer Links zu empfehlenswerten Webseiten verbreiten, es sich also um Webseiten handelt, die offenbar eine gute Quelle sind.
  Diese von Menschen vorgenommene Prüfung einer Webseite kennen Google und Bing nicht, dort arbeiten stumpf Maschinen das Web ab und bewerten die Seiten nach intelligenten, maschinellen Algorithmen, die so geheim sind wie das Rezept für Coca-Cola.
  So kann Twitter bei aktuellen Ereignissen durchaus Google und Co. den Rang ablaufen. Wenn etwa irgendwo ein Flugzeug abgestürzt ist, findet sich bei Twitter mit Sicherheit jemand, der auf die Schnelle und knapp darüber berichtet und einen Link zur ersten Quelle im Internet nennt. Andererseits können über Twitter auch viele Falschinformationen oder Propaganda verbreitet werden. Während der Demonstrationen nach der Wahl in Iran nutzten viele dieses Live-Web, um an den staatlichen Medien und der Zensur vorbei Dinge zu veröffentlichen. Den Wahrheitsgehalt konnte man nur schlecht überprüfen.
   Faszinierend aber war und ist noch immer an der Suchen-Funktion, dass man sich darüber auf die Schnelle ein „Bild" machen kann: durch Verwendung eines „Hashtags", nämlich der Raute #, einem Stichwort wie zum Beispiel „iranelection" und durch die Eingrenzung auf eine Sprache wie zum Beispiel Arabisch. Twitter übersetzt diese Beiträge auf Wunsch mikrosekundenschnell ins Englische.
HAZ090914MarcusSchwarzeErnstKorinthDirkKirchberg

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Alte Bücher gehen online.
Fotos oben:
Bodleian Libreries, Oxford University Fotos unten: Neueste Erwerbung in Apostolischen Vatikanischen Bibliothek Foto unten links:  Papyrus XIV aus der Sammlung Bodmer - ein aus dem Beginn des 3. Jahrhunderts erhalten gebliebenes Manuscript des Lukas-Evangeliums 11,1-13. In den Zeilen 7-13 findet sich die älteste Überlieferung des Vaterunsers nach Lukas in der griechischen Schrift.

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Die Universität Oxford und der Vatikan wollen gemeinsam alte Texte frei zugänglich machen – online
   Das Projekt wird 1,5 Millionen Seiten von der Sammlung Bodleian Libraries und von der Apostolischen vatikanischen Bibliothek in den nächsten vier Jahren digitalisieren. Die Werke umfassen griechische Manuskripte, gedruckte Bücher aus dem 15. Jahrhundert und hebräische Manuscripte und gedruckte Bücher.
   „Digitalisierung bedeutet, kulturelle Güter besser zu bewahren, Informationen sind im Internet schneller erreichbar. Außerdem wird eine Reproduktion in hoher Qualität ermöglicht, bevor die Originale sich verschlechtern und viel mehr Menschen können online unmittelbar darauf zugreifen“, sagt Msgr. Cesare Pasini, der Präfekt der vatikanischen Bibliothek. „Mit der gemeinsamen Initiative können beide Bibliotheken ihren Auftrag für Wissenschaft und Kultur besser erfüllen. Es ist zugleich ein großer Schritt der vatikanischen Bibliothek in das digitale Zeitalter”.
   Sarah Thomas von der Sammlung Bodley sagt: „Die Übertragung dieser alten Texte und Bilder in digitaler Form hilft die Grenzen von Raum und Zeit zu übersteigen, welche in der Vergangenheit den Zugang zum Wissen erschwert hat. Gelehrte werden diese Dokumente befragen können und haben so leichten Zugriff, wenn sie online sind. Die Bodleian Libraries sind erfreut über die Chance, eng mit der vatikanischen Apostolischen Bibliothek interkulturell zusammenzuarbeiten.“
   Zwei Drittel der Werke kommen vom Vatikan, die übrigen Werke von der Bodleian Sammlung. Die Themen werden ausgewählt „nach dem Arbeitsvermögen beider Bibliotheken und entsprechend der Bedeutung für die Forschung auf diesen Gebieten“, erklärt ein Sprecher der Universität Oxford. Lord Patten of Barnes, Kanzler der Univerität Oxford, meint: „Indem wir diese Sammlungen online erreichbar machen, geben wir einer größeren Öffentlichkeit Zugriff zu einem kleinen aber bedeutenden Teil des Weltkulturerbes.“
   Die Polonsky Foundation unterstützt dieses Projekt mit £ 2 Millionen. Die vatikanische Bibliothek bringt Werke von Homer, Sophokles, Plato, Hippocrates, Manuscripte vom Neuen Testament und von den frühen Kirchenvätern. CT120422LaurenTurnerCindyWooden

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Fotos oben: Der Papst sieht sich den Papyrus "Bodmer XIV-XV", der erst seit kurzem der Vatikan-Bibliothek gehört; er enthält die früheste Niederschrift von Teilen des Lukas- und des Johannes-Evangeliums.

Neue digitale TV-Zeitschrift

   TV-Zeitschriften gibt es nicht nur am Kiosk: Digital-Fans können nun die erste kostenlose Version der elektronischen Fernsehzeitung „TV-Browser" auf Notebook, Tablet oder PC installieren. Nach Angaben des Entwicklers erfasst die werbefreie und personalisierbare Software mehr als 1.000 TV- und mehr als 100 Radiosender. Neben einer Suchfunktion bietet das Programm auch eine Erinnerungsfunktion kurz vor Beginn einer vorgemerkten Sendung. Auch Erweiterungen sind verfügbar - von der Aufnahmesteuerung für TV-Karten bis zur Twitter-Anbindung.Der TV-Browser 3.0 arbeitet unabhängig vom Betriebssystem und erfordert Java ab Version 5.0. HAZ110419dpa

Gesucht – gefunden: Spiritualität im Internet

   Das Internet: ein unendlicher Raum, in dem sich unzählbar vieles zu Spiritualität und Kirche findet. Eine der klassischen Zeitschriften in diesem Bereich – Geist und Leben – hat jetzt den Schritt in die Virtualität gemacht, neben der gedruckten Ausgabe gibt es nun alles, was jemals dort erschienen ist, auch als Datei. 4500 Artikel sind es seit 1926, in ihnen zeigt sich die gesamte reflektierte Spiritualitätsgeschichte im deutsch-sprachigen Raum. Pater Andreas Schönfeld, Chefredakteur von ‚Geist und Leben’:
  „Um diesen Schatz an geistlichen Texten zur Verfügung zu stellen, macht es eben Sinn, das alles zu digitalisieren, aber das nicht nur durch einzelne PDF-Dateien, sondern insgesamt mit den gesamten Metadaten, so dass man weiß, wo die Texte im Ursprünglichen Zusammenhang verortet waren. Über dieses chronologische Archiv hinaus haben wir eine Datenbank, in der die gesamten 4.500 Artikel enthalten sind. Dort kann ich einen Begriff eingeben wie ‚Karl Rahner’, und dann werden mir alle Artikel in chronologischer Folge angezeigt.“
   Rufe man zum Beispiel Ratzinger auf, findet sich ein Artikel zu „Christi Himmelfahrt“ oder seinen Artikel samt Briefwechsel mit Ida Friederike Görres zum priesterlichen Amt. Die Zeitschrift und ihr Vorgänger ZAM ist komplett im Internet abrufbar, die letzten 5 Jahrgänge allerdings nur für Abonnenten.
   Der Rest ist frei zugänglich unter www.geistundleben.de. „Die Idee war nicht, die Zeitschrift durch die Digitalisierung zu stabilisieren. Meine Idee war, dass diese Digitalisierung einfach notwendig ist. Wenn wir das Internet in Verbindung mit dem Printmedium nicht nutzen, wäre das nicht sehr sinnvoll. Der Hauptgedanke war der der Innovation, die Zeitschrift gemeinnütziger zu machen und für mehr Leute zu erschließen.“ Und all dies jetzt im Internet unter www.geistundleben.de. RV110115ord

Für unsere Mitglieder ein beachtenswerter Bericht und Kommentar der FAZ
als Hilfe bei bei der Anschaffung eines neuen Computers: Google sagt Windows den Kampf an

   Der Internetkonzern bringt nach einigen Verzögerungen die ersten Laptops mit dem Chrome-Betriebssystem heraus. Er startet damit seinen Angriff auf das dominierende Betriebssystem von Microsoft. Chrome ist als internetbasiertes Programm konzipiert, während Windows auf der Computerfestplatte installiert wird.
   Der amerikanische Internetkonzern Google macht Ernst mit seinem schon seit einiger Zeit geplanten Angriff auf Windows,  dem bislang marktbeherrschenden Betriebssystem für Personalcomputer des Softwarekonzerns Microsoft. Jetzt kommen die ersten beiden Mini-Laptops oder Netbooks auf Basis des von Google entwickelten Betriebssystems „Chrome OS" in den Vereinigten Staaten, Deutschland und fünf anderen Ländern auf den Markt. Die zwei „Chromebooks" werden nicht von Google selbst, sondern von den Computerherstellern Acer und Samsung produziert.
   Nach seinem Erfolg mit dem Betriebssystem Android, das in internetfähigen Handys (Smartphones) und Tablet- Computern zum Einsatz kommt, will sich Google damit auch als Plattform auf Personalcomputern etablieren. Das Manöver kommt zu einer Zeit, in der Windows Schwächen zeigt und verwundbar scheint. Microsoft meldete in seinem jüngsten Quartalsbericht einen Umsatzrückgang in der Windows-Sparte.
   Google verfolgt mit den Chromebooks einen anderen Ansatz als Windows. Chrome OS ist als internetbasiertes Programm konzipiert, in dem fast alle Aktivitäten online stattfinden, während Windows mit seinen vielen Komponenten auf der Computerfestplatte installiert wird. Das neue Betriebssystem basiert auf dem Internetzugangsprogramm Chrome, das seit seiner Einführung im Jahr 2008 dem rivalisierenden Microsoft- Programm Explorer stetig Marktanteile abgenommen hat.
   Der internetbasierte Ansatz erlaubt den Chromebooks eine schlanke Struktur und macht es nach Angaben von Google möglich, dass die Rechner innerhalb von acht Sekunden hochgefahren werden können. Windows-Geräte brauchen dagegen oft mehrere Minuten zum Starten. Weil sich das meiste Geschehen im Internet abspielt, entfällt für den Nutzer auch die Notwendigkeit, sich selbst um Updates seiner Software zu kümmern, denn dies erledigt Google selbst online oder in der sogenannten „Cloud". Auch müssen Chromebook-Nutzer nach Darstellung des Internetkonzerns ihre Daten nicht mehr auf externen Speichermedien absichern. Google-Mitgründer Sergey Brin sagte bei der Vorstellung der Chromebooks in San Francisco, bisherige Betriebssysteme machten es zu einer Qual für die Nutzer, den Computer zu verwalten. „Dies ist ein fundamental fehlerhaftes Modell. Chromebooks stehen für ein neues Modell, das die Last, den Computer zu verwalten, nicht mehr auf einen selbst legt." Das Konzept von Google hat aber auch Kehrseiten.Ohne Verbindung zum Internet sind die Chromebooks nur begrenzt einsatzfähig. Allerdings verspricht das Unternehmen, dass eine Reihe von internetbasierten Applikationen für die Laptops auch genutzt werden können, wenn der Rechner offline ist. Der „Cloud"-Ansatz verlangt wiederum von den Nutzern die Bereitschaft, Google die Gewalt über ihre Daten zu überlassen.
  Google hofft, sowohl Endverbraucher als auch Unternehmenskunden für die Chromebooks begeistern zu können. Die Geräte werden in Amerika von 349 Dollar an verkauft. Für Unternehmenskunden bietet Google ein Abonnementmodell für 28 Dollar im Monat je Nutzer an. Google gibt seine Chrome-Software - ebenso wie Android - kostenlos an die Hersteller ab, hofft aber, auf indirektem Wege Geld zu verdienen, etwa über Werbung. Von den Abonnementgebühren soll Google einen nicht näher bezifferten Anteil bekommen.
  Die Netbook-Offensive von Google kommt zu einer Zeit, in der dieses vor wenigen Jahren noch rasant wachsende Segment erheblich unter Druck gerät -  vor allem durch die Konkurrenz von Tabletcomputern wie dem iPad von Apple. Microsoft gab vor wenigen Wochen in seinem Quartalsbericht bekannt, dass der Umsatz im Geschäft mit diesen kleinen Laptops gegenüber dem Vorjahr um 40 Prozent abgestürzt ist. Diese Schwäche wurde maßgeblich für den Umsatzrückgang bei Windows verantwortlich gemacht. Google steht im wachstumsstarken Tabletgeschäft anders als im Smartphone-Markt noch am Anfang. Der Markt wird bislang klar von iPad dominiert. FAZ110513lid
Angebot mit Tücken
   Nach dem Erfolg seines Handy-Betriebssystems Android will der Internetkonzern Google nun auch Personalcomputer erobern. In Kürze sollen die ersten Laptops auf den Markt kommen, die mit dem Google- Betriebssystem Chrome OS arbeiten - eine Attacke auf den Softwarekonzern Microsoft und sein Allerweltsprogramm Windows. Es ist aber schwer vorstellbar, dass die neuen Chromebooks in naher Zukunft mehr als Nischenprodukte sein werden. Vieles an dem internetbasierten Konzept klingt zwar verführerisch: Das Windows-Ärgernis des ewigen Hochfahrens entfällt, Software-Updates erledigen sich ohne Zutun des Nutzers in der „Cloud". Das Modell verlangt aber von den Nutzern, die Kontrolle über ihre Daten an Google abzugeben, und hierin liegt gehöriges Abschreckungspotential. Nicht nur steht Google im Ruf, sorglos mit persönlichen Daten umzugehen. Auch an der technischen Zuverlässigkeit von Cloud-Angeboten gibt es heute noch berechtigte Zweifel, wie gerade eine Panne von Amazon unterstrichen hat. Gerade in Unternehmen, die für Google bei dem Projekt eine wichtige Zielgruppe sind, ist keine massenweise Abwanderung von Windows-Rechnern zu Chromebooks zu erwarten. FAZ110513RolandLindner

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Leserlieferanten für Nachrichtenseiten
Besucheranteile deutscher Nachrichtenseiten, die von Facebook und Google kommen, in Prozent

   Facebook gewinnt als Leserlieferant für die Nachrichtenseiten an Bedeutung. Nach Messungen von Comscore kommen inzwischen 14 Prozent der Bild.de-Leser direkt von Facebook. Im Vergleich zum Vorjahr haben zwar alle deutschen Nachrichtenseiten ihren Facebook-Anteil kräftig erhöht, doch niemand zieht einen so großen Nutzen daraus wie der Springer-Titel, der mit 400.000 Fans klar vor dem „Spiegel" (170.000), NTV (68.000), „Süddeutsche Zeitung" (35.000), FAZ (25.000), „Focus" (16.000) und „Welt" (13.000) liegt und überdies Facebook-Funktionen besonders stark in seine Seite integriert hat. Auf Facebook verbringen die deutschen Internetnutzer inzwischen rund 13 Prozent ihrer gesamten Zeit, das sind 10 Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr. Google scheint dagegen als Leserlieferant für die Nachrichtenseiten an Bedeutung zu verlieren. Die Zahlen berücksichtigen allerdings noch nicht den Start des sozialen Netzwerkes Google+ und auch nicht das sogenannte Panda-Update, mit dem Google originäre Inhalte besser in den Suchergebnissen platzieren will. Beide Effekte könnten den Google-Anteil wieder erhöhen - müssen das aber nicht in jedem Fall. Denn von Panda profitieren nach ersten Berechnungen zwar viele große Nachrichtenseiten, aber Regionalzeitungen, die häufig das gleiche Agenturmaterial auf ihren Seiten veröffentlichen, werden tendenziell abgestuft. Der Einfluss des Kurznachrichtendienstes Twitter auf die Leserschaft der Nachrichtenseiten ist bisher kaum messbar gewesen, da die Nutzer viele verschiedene Dienste eingesetzt haben. Twitter hat aber nun den einheitlichen Linkverkürzer t.co eingeführt, der die Messung des Gesamteffektes ermög- lichen soll. FAZ110823ht

int-Facebook--    Facebook? Ohne mich! - int-Facebook--

 Genervt von der Informationsflut wollen sich manche Nutzer aus dem Netzwerk wieder abmelden -
und sollten dabei einiges beachten

   Ein Leben ohne Facebook? Was für viele Menschen unvorstellbar erscheint, ist für Leonie Reppich mittlerweile Normalität. Irgendwann hatte die heute 22-jährige Stewardess die Nase voll vom sozialen Netzwerk, hatte keine Lust mehr auf Werbung und unbedeutende Kommentare auf ihrer Pinnwand. Sie tat das, was nur wenige tun, die sich einmal bei Facebook angemeldet haben - sie löschte ihr Nutzerkonto. Ganz einfach war das allerdings nicht - unter anderem weil Facebook einem den Abschied nicht gerade leicht macht.
   „Letztendlich habe ich über Google gesucht", erinnert sie sich. Erst nach der Eingabe von „Facebook-Konto löschen" spuckte die Suchmaschine den richtigen Link aus. „Das ist schon auffällig", sagt Sabine Petri, Rechtsanwältin bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (VZ NRW). Innerhalb von Facebook ist die Löschoption über die Hilfe und die Eingabe von „Konto löschen" auf Umwegen zu erreichen. Die richtige Adresse lautet
www.facebook.com/help/ delete_account. Mit wenigen Klicks wird hier das Nutzerkonto gelöscht. Aber nicht endgültig. 14 Tage Zeit hat man, um die Entscheidung zu überdenken. Dazu reicht eine einfache Anmeldung inklusive einer Bestätigung des Löschabbruchs - schon ist man wieder drin.
   Wer sich nur zeitlich begrenzt oder zur Probe von Facebook verabschieden will, kann sein Konto deaktivieren. Dann wird es nur stillgelegt, kann aber jederzeit wieder aktiviert werden. Auch diese Funktion ist gut versteckt. Am rechten Rand der Suchleiste ist neben der Weltkugel für die Benachrichtigungen ein kleiner PfeU. In diesem Aufklappmenü klickt man auf „Einstellungen", dann auf „Sicherheit". Hier findet sich die Option „Deaktiviere dein Konto". Facebook beschreibt nun den Vorgang und drückt auf die Tränendrüse. „375 Freunde können dann nicht mehr mit dir im Kontakt bleiben" steht dort, inklusive der Büder einiger Freunde, die einen bald vermissen werden. „Man wird emotional unter Druck gesetzt", sagt Verbraucherschützerin Petri.
   Facebook sieht das anders: Wir erinnern unsere Nutzer daran, mit welchen Menschen sie verbunden sind. Von ,unter Druck setzen' kann hier keine Rede sein", erklärt ein Sprecher. Wie man in diesem Moment trotzdem stark bleiben kann? Petri rät, die Ebenen zu trennen. „Das Interesse von Facebook besteht weniger im Aufrechterhalten von Freundschaften, sondern vielmehr in monetären und wirtschaftlichen Zielen", sagt sie. Leonie Reppich ist stark geblieben. Für sie war das Leben ohne Facebook anfangs eine Befreiung.
   „Ich dachte erst, über Facebook Kontakthalten zu können. Allerdings hat man  sich gegenseitig eher gestalkt als miteinander gesprochen." Dazu die Werbung und unzähligen Informationen zu Veranstaltungen oder Gespräche zwischen Dritten.
   Medienpsychologin Christiane Eichenberg von der Wiener Sigmund- Freud-Universität kennt dieses Phänomen. Viele Nutzer löschen ihren Account, weü sie von den überflutenden Informationen genervt sind: „Diese Gruppe von Aussteigem konzentriert sich dann wieder mehr auf die engsten Freunde.  Das  klassische Telefonieren oder die SMS können dann wieder in den Fokus rücken." Für Leonie wurde der Abschied nach einigen Wochen dann doch spürbar. Einladungen für Partys erreichten sie nicht mehr, einige Freunde vergaßen ihren Geburtstag.
   Viele Nutzer empfinden nach ihrer Abmeldung eine Leere. Oft, wenn sie auf Facebook viel Zeit verbracht haben. „Diese Leere muss ersetzt werden. Beispielsweise durch andere Freizeitaktivitäten", sagt Prof. Eichenberg. Damit man als gelöschter Nutzer nicht in Vergessenheit gerät, rät Eichenberg: „Man muss es mit den engsten Freunden besprechen und klar sagen, dass man nicht mehr dort erreichbar ist."
Sind Daten sicher?
Nach der Abmeldung:
Das Konto ist erfolgreich gelöscht - doch was passiert mit den Tausenden Likes, Fotos oder Nachrichten? Beim Deaktivieren hält der Konzern die Daten zurück - verspricht aber offiziell, in dieser Zeit die Daten nicht zu nutzen. Beim Löschvorgang sollen innerhalb von 90 Tagen auch die Daten vernichtet werden. Mit dem Löschvorgang ist der Vertrag über die Nutzungsbedingungen nichtig. Facebook hat keinerlei Rechte, die Daten weiter zu nutzen, erklärt Verbraucherschützerin Sabine Petri. „Was aber in der Praxis beziehungsweise in der Zukunft mit den gespeicherten Daten geschieht, wissen wir nicht."  HAZ151214NoraWanzke

Wie Browser und Webseiten funktionieren
Der Netz-Navigator führt heute zu einem Handbuch, das das Internet erklärt

   Fast drei Viertel aller Deutschen nutzen das Internet, in mehr als 90 Prozent aller Haushalte gibt es einen Breitbandanschluss. Die Zahlen des Branchenverbands Bitkom und des Statistischen Bundesamts zeigen: Der vernetzte Computer ist aus dem Alltag nicht wegzudenken.
   Dennoch wissen viele Anwender oftmals gar nicht so genau, was passiert, wenn sie eine Website aufrufen, wofür ihr Browser Kekse - also Cookies - braucht und warum sie sich vielleicht langsam von ihrem lieb gewonnenen, aber steinalten Internet Explorer 5 verabschieden sollten.
   „20 Dinge, die ich über Browser und das Web gelernt habe" schafft Abhilfe. Die Grundlagen des Umgangs mit dem modernen Internet vermittelt die als Buch aufgemachte Website in einfachen Worten. Durch den Fachsprechdschungel, in dem so kuriose Pflanzen wie HTML und URL, EV-SSL-Zertifikat und DNS gedeihen, schlägt das Handbuch eine verständliche Schneise und erklärt unter anderem, wie neue Programmiertechniken Webseiten besser machen und wie sich übelwollende Software Zugang zu persönlichen Daten verschaffen kann.
   Dass Google und seine Produkte im Verlauf des Textes erstaunlich häufig auftauchen, ist kein Wunder: „20 Dinge" wurde vom Google-Team in Auftrag gegeben. Den Informationswert mindert der Fokus auf den Firmengiganten aus Kalifornien jedoch nicht. Die Grundlagen des Netzes gelten schließlich für alle gleichermaßen. HA110829josi
Einfach erklärt: www.20thingsilearned.com

bu-HAZ-SoKlappt_s--  Das Buch zur Serie „So klappt's mit dem Internet".

Verlegt bei Madsack Supplement. 226 Seiten, 14,90 Euro. Zu bestellen unter shop.haz.de beim Buchhandel oder telefonisch unter 0 18 01 – 51 85 18 (3,9 Cent pro Minute aus dem Festnetz der T-Com, aus dem Mobilfunknetz ggf. teurer). Der Versand kostet 2,80 Euro.

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Erbsenzähler unter sich
Der raue Umgangston in der Online-Enzyklopädie Wikipedia verprellt immer mehr Autoren

   Das Online-Lexikon Wikipedia eilt von Bestmarke zu Bestmarke. Fast jeden Monat verkündet Sue Gardner, Direktorin der Wikimedia Foundation, Rekorde bei den Zugriffszahlen, allein im März 2011 suchten weltweit 400 Millionen Menschen nach Informationen. Die deutschen Wikipedianer, wie sich die Wissenssammler nennen, wollen das Projekt sogar zum Weltkulturerbe ernennen lassen. Es könnten also goldene Zeiten anbrechen - doch das Gegenteil ist der Fall: Der Internet-Enzyklopädie laufen im zehnten Jahr des Bestehens die ehrenamtlichen Autoren davon.
   Laut einer Studie der Wikimedia Foundation werden die Artikel von immer weniger unterschiedlichen Personen geschrieben. Immer seltener bleiben Neulinge dem Autorenkreis erhalten, die meisten haben nach einem Jahr wieder aufgegeben. Und besonders gravierend ist die Situation in der deutschsprachigen Wikipedia, schreiben die Macher der Studie. Schuld daran sei ein nervenaufreibender und im Umgangston rauer Kleinkrieg, der seit Langem hinter den Kulissen der deutschen Wikipedia tobt. Dabei geht es stets um die Relevanzfrage: Was darf rein und was nicht?
   Das ursprüngliche Ziel von Wikipedia-Gründer Jimmy Wales lautete, „jeder Person freien Zugang zum gesamten Wissen der Menschheit zu ermöglichen". Nur - was umfasst das „gesamte Wissen"? Alles, was relevant ist - darauf haben sich die Wikipedianer geeinigt. Regeln soll das ein detaillierter Kriterienkatalog, der wichtige von unwichtigen Artikeln unterscheidet. Auf den 30 DIN-A4-Seiten steht zum Beispiel, dass ein Busunternehmen mindestens eine Million Kilometer pro Jahr zurücklegen und ein Weingut zwei Staatsehrenpreise bekommen haben muss, um als „relevant" zu gelten. Nicht nur für Neulinge ein schwer zu durchschauendes Sammelsurium. Was gegen diese Kriterien verstößt, wird zum Löschen vorgeschlagen.
   So erging es auch Ernie G. Wasson, der unlängst zum Sinnbild der ausufernden Relevanzdebatte geworden ist. Der Beitrag über den US-Salbeiforscher  war Ende 2009 der einmillionste Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia. Ein Teil der Wikipedia-Gemeinde verfuhr mit dem Jubiläumseintrag jedoch äußerst rabiat: Wasson sollte gelöscht werden. Der sei nur ein simpler Gärtner, monierte ein Nutzer, und löste damit eine wochenlange Diskussion über Sinn und Unsinn der Relevanzkriterien aus. Die Debatte offenbarte ein Dilemma, das die Wikipedia bis heute verfolgt:  Da fast alle großen Themen ausführlich behandelt sind, wird es für Autoren zunehmend schwerer, nicht mit den Relevanzkriterien zu kollidieren. Eine Gruppierung innerhalb der Autorengemeinschaft, die sogenannten Inklusionisten, fordert dennoch, weiterhin möglichst viele Informationen in die Wikipedia aufnehmen. Überzeugte Inklusionisten haben gar ein Wiki für gelöschte Wikipedia-Artikel ins Netz gestellt www.pluspedia.de. Die Gruppe der Exkludisten dagegen will die Zahl der Einträge beschränken und stattdessen die Qualität der bestehenden Artikel erhöhen. Die Heftigkeit der Debatte zwischen den Gruppen zieht einen tiefen Graben durch die Community und verprellt immer mehr Neuautoren.
   Auch die rund 280, von der Autorengemeinschaft gewählten Administratoren sind sich untereinander nicht grün. In einer Umfrage kritisierten sie im vergangenen Jahr die „unterirdische" Diskussionskultur sowie eine „feindliche Atmosphäre". Einige Administratoren attestierten ihren Kollegen gar eine „Elitenbildung und Abschottung". Jeder Vierte gab an, „frustriert zu sein". Unklar ist, warum besonders die deutsche Wiki-Community offenbar zu Erbsenzählerei und Kleinkrieg neigt. Immer schneller greift man sich immer heftiger an, dabei geht es nicht selten um Eitelkeiten statt um Sachargumente.
   Und was sagt Lexikon-Gründer Jimmy Wales? Der hat sich in der Debatte unlängst auf die Seite der Exkludisten geschlagen. „Es gibt einige Dinge, die man getrost rausschmeißen könnte", sagte er im Interview. Die Artikelanzahl allein sei nicht entscheidend. Er wolle die Qualität erhöhen und mehr Akademiker zum Schreiben animieren. Ohnehin sieht Wales die Löschdebatten als Garant für Neutralität und Qualität. Denn nicht alles, was zum Löschen vorgeschlagen wird, verschwindet zwangsläufig. Wie Ernie G. Wasson: Der Salbeiforscher durfte online bleiben, nachdem eifrige Autoren das Netz nach Belegen durchstöberten hatten, dass Wasson eben doch mehr als nur ein Gärtner ist. 110405FreerkSchenker

Internet: Zahlen, Daten und Fakten

■ Laut einer aktuellen Studie des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnologie waren 2008 erstmals mehr als 70 Prozent der Deutschen online. Eine Studie der Arbeitsgemeinschaft Online Forschung geht von 42,84 Millionen Menschen aus (66 Prozent der deutschen Bevölkerung ab 14 Jahren) aus, die das Netz nutzen. Zum Vergleich: In den Niederlanden beträgt der Anteil 81 Prozent, auf Island 86, in Italien 34, in Griechenland 28 Prozent.
■ Weltweit werden jeden Tag rund 120 Milliarden eMails verschickt. Geschätzte 90 Prozent davon sind unerwünschte Werbe-Mails (Spam).
■ Neun von zehn Surfern gehen von zu Hause aus ins Internet, ein Drittel am Arbeitsplatz und knapp ein Drittel bei Freunden oder Verwandten. Die beliebteste Art, sich ins www reinzuklicken, ist mit Abstand DSL, das in den eigenen vier Wänden von 69,1 Prozent der Onliner genutzt wird (ISDN: 19 Prozent).
■ Für die Übertragung von Daten ist das Internet Protokoll zuständig. IP-Adressen sorgen - ähnlich wie Briefadressen - dafür, dass Datenpakete ihre Empfänger erreichen. Ein neuer technischer Standard erlaubt, dass etwa 340 Sextillionen solcher IP-Adressen vergeben werden könnten.
■ Chinesische Wissenschaftler  haben  errechnet, dass  das  Internet ganz regelmäßig wächst und sich alle 5,32 Jahre verdoppelt.
■ 2008 sind in Deutschland nach Angaben der Gesellschaft für Konsumforschung (GFK) 29,5 Millionen Kunden im Internet auf Einkaufstour gegangen (ein Plus von zwölf Prozent). Dabei gaben die Verbraucher rund 13,6 Milliarden Euro aus - fast ein Fünftel mehr als im Jahr zuvor.
■ Einer der beliebtesten Artikel, die Kunden beim Online-Shopping erwerben, sind Bücher.
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Die Entwicklungsländer holen im Internet auf. Foto: Wissbegierige Computernutzer in Tansania.
   In diesem Jahr gehen schätzungsweise knapp eine viertel Milliarde Menschen erstmals online. Die meisten von ihnen kommen aus Entwicklungsländern. Hier gibt es noch viel Potential. Im Mobilfunk sind die Ärmeren schon deutlich weiter.
   Für immer mehr Menschen auf der ganzen Welt werden die modernen Kommunikationstechnologien zu einer Selbstverständlichkeit. Gehören Internet und Handy in den Industrieländern längst zum bürgerlichen Standard, ziehen nun auch die Entwicklungsländer mit hohem Tempo nach. Das zeigen die jüngsten Statistikzahlen der Internationalen Fernmeldeunion (ITU), einer Organisation der Vereinten Nationen.
   Demnach kommen die meisten neuen Internet-Nutzer des Jahres 2010 nicht aus Industrie-, sondern aus Ent- wicklungsländern. Die ITU prognostiziert, dass in diesem Jahr fast eine viertel Milliarde Menschen erstmals im Netz surfen. Von den 226 Millionen Neulingen kommen 162 Millionen aus Entwicklungsländern. FAZ101026tih

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Jeden Tag mehr als eineinhalb Stunden im Netz
   Das Internet gewinnt weiter an Bedeutung - als Umsatzbringer, Werbeträger, Informationsquelle und Nachrichtenmedium. Die anderen Medien können sich aber behaupten.
   Die Transformation in eine digitale Medienwelt läuft ungebrochen weiter. Seit 2002 hat sich die tägliche Internetzeit eines Erwachsenen in Deutschland im Durchschnitt von 30 auf 95 Minuten pro Tag erhöht. Das ermittelte der Fernsehvermarkter SevenOne Media im Rahmen einer Repräsentativbefragung von 4.400 Menschen in Deutschland. Der Anteil an der Gesamtmedienzeit der Menschen beträgt inzwischen 18 Prozent und wird weiter zulegen. Neun von zehn Menschen rechnen künftig mit einer steigenden oder stark steigenden Bedeutung des Netzes.
  Die Allensbacher Computer- und Technikanalyse (Acta) hat ergeben, dass inzwischen 82 Prozent der Deutschen das Internet nutzen, davon 59 Prozent täglich. Für kein anderes Medium geben die Deutschen so viel Geld aus. Allein für breitbandige und mobile Internetzugänge sind es in diesem Jahr mehr als 9 Milliarden Euro. Das errechnete die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PWC in ihrem „German Entertainment and Media Outlook 2010- 2014". Zusammen mit der Online-Werbung werden 2010 im Internet 12,5 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaft, fast dreimal so viel wie vor fünf Jahren. Bis 2014 könnte der Umsatz aus Zugängen und Werbung schon auf 17,5 Milliarden Euro steigen, angetrieben vor allem von mobilen Internetzugängen und der Suchmaschinenwerbung. Umsätze mit dem Verkauf von Inhalten sind in diesen Zahlen nicht enthalten.
   Werden die gesamten Medienmärkte betrachtet, fließt in diesem Jahr erstmals mehr Geld für Zugänge und Werbung ins Internet als in das Fernsehen, wie PWC ausgerechnet hat. Der Vorsprung des Netzes wird sich in den kommenden Jahren vergrößern, aber die klassischen Medien können ihre Umsätze zumindest halb- wegs stabil halten, lautet die Prognose der Prüfer. Das Internet ist also auf dem Weg zum Leitmedium, hat diesen Status aber erst bei den jungen Menschen erreicht - in der Gesamtbevölkerung (noch) nicht.
   Das Wachstum im Netz scheint die meisten anderen Medien auch in der Gunst der Nutzer nicht zu verdrängen. Besonders das Fernsehen scheint unter dem Aufschwung des Internets gar nicht zu leiden. Im Gegenteil: Das Fernsehen hat seine Nutzungsdauer in den vergangenen acht Jahren sogar um 9 Prozent auf 206 Minuten am Tag ausgebaut, während das Radio und die Printmedien in diesem Zeitraum verloren haben.
   Während heute im Durchschnitt noch 120 Minuten am Tag Radio gehört wird, waren es am Beginn des Jahrzehnts noch 160 Minuten. Unter den Printmedien scheinen die Zeitschriften die großen Verlierer des Medienwandels zu sein, da sie fast die Hälfte ihrer täglichen Nutzungsdauer auf nur noch 9 Minuten am Tag eingebüßt haben, während mit der Zeitungslektüre noch 18 statt vorher 24 Minuten am Tag verbracht werden. Die Aufteilung des auf 9 Stunden täglich gewachsenen Medienbudgets sieht das Fernsehen mit einem Anteil von 39 Prozent und das Radio mit 23 Prozent weiterhin ganz vorne. Allerdings schrumpft der Vorsprung vor dem Internet. Das Buch hat einen Anteil von 6 Prozent an der täglichen Medienzeit. Auf Computer- und Videospiele entfallen heute 5 Prozent, gefolgt von Zeitungen und Videos mit jeweils 4 Prozent und Zeitschriften mit nur noch 2 Prozent. Die Perspektive für die Zeitschriften scheint besonders düster zu sein, denn 44 Prozent erwarten einen weiter fallenden Stellenwert der Zeitschrift im Media-Mix. Damit liegt die Zeitschrift am Ende der Skala, die klar vom Internet angeführt wird.
   Mit der zunehmenden Medienzeit steigt auch die Parallelnutzung, die besonders häufig zwischen Fernsehen und Internet festzustellen ist. Dabei wird im Fernsehen geschaut und im Internet meist kommuniziert, wie eine Microsoft-Studie ergeben hat. 75 Prozent der Multitasker gaben an, währenddessen eMails zu schreiben, 49 Prozent halten sich in sozialen Netzwerken auf, und 39 Prozent nutzen Instant Messenger. „Von einer Kanniba- lisierung des Fernsehens kann nicht die Rede sein", sagt Daniel Haberfeld, Marktforschungsdirektor bei SevenOne Media. Vielsurfer sind laut der Studie häufig auch Vielseher.
   Die 14- bis 49-Jährigen, die vergleichsweise lange im Internet unterwegs sind, verbringen täglich 20 Minuten mehr mit Fernsehen als ihre Altersgenossen, die kürzer online sind. Auch die Detailbetrachtung der Zielgruppen 14 bis 29 Jahre sowie 30 bis 49 Jahre bestätigt diesen Fakt. Die Tatsache, dass nur ein Bruchteil der Internetnutzung auf Medieninhalte entfällt, widerlegt die These der Kannibalisierung. 39 Prozent der Online-Zeit wird für Information und Unterhaltung genutzt. Der weit größere Teil der Nutzungszeit entfällt auf Einkauf, Bankgeschäfte, Kommunikation und soziale Netzwerke.
   Die Internetnutzung schwankt allerdings erheblich mit dem Alter. Zum Beispiel verwenden junge Menschen bis 19 Jahre mehr als die Hälfte ihrer Online-Zeit mit Kommunikation und sozialen Netzwerken, während die älteren Nutzer stärker mit dem Einkaufen oder Bankgeschäften beschäftigt sind.
   Die Rolle der Medien für die aktuelle Information ändert sich ebenfalls im Zeitverlauf. Die Acta sieht weiterhin Fernsehen und die Zeitung als wichtigste Informationsquellen, wenn auch mit abnehmender Bedeutung. Das Internet holt als Nachrichtenquelle stetig auf, liegt mit einem Anteil von 34 Prozent aber nur an vierter Stelle, noch hinter dem Radio. Wird die Gruppe der 20 bis 39 Jahre alten Akademiker betrachtet, hat das Internet in diesem Jahr die Zeitung als zweitwichtigstes Nachrichtenmedium überholt. Vorne liegt auch unter den jungen Akademikern das Fernsehen. Dagegen haben die Printmedien in der vergangenen Dekade in dieser Gruppe deutlich an Relevanz eingebüßt.
   Generell scheinen Nachrichten im Netz aber eher gelegentlich konsumiert zu werden. Zwar geben mehr als die Hälfte der Befragten an, Nachrichten zu Politik und Wirtschaft im Internet anzuschauen, aber nur 18 Prozent lesen regelmäßig Politiknachrichten und nur 10 Prozent informieren sich stetig über Wirtschaft. Deutlich stärker nachgefragt als vor drei Jahren werden Informationsangebote zu den Themen Gesundheit, Immobilien, Wetter, Com- puter- und Online-Themen sowie Sport. Deutlicher zeigt sich die Verschiebung der Informationsnachfrage ins Inter- net bei allgemeinen Themen. Auf die Frage, in welchem Medium man sich näher informiere, antworten inzwischen 71 Prozent der Menschen mit „Internet". Mit Ausnahme des Radios sind die Anteile aller anderen Medien in den vergangenen zehn Jahren zum Teil deutlich gesunken. In der Gruppe der jungen Menschen zwischen 20 und 29 Jahren bevorzugen sogar 82 Prozent das Internet als Informationsmedium.
   Ein großer Wachstumstreiber für das Internet sind mobile Geräte wie Smartphones und Tablet-Computer wie das iPad von Apple. Nach Allensbach Angaben gehen rund 5,2 Millionen Deutsche - in der Mehrzahl jüngere Männer - mit ihrem Handy (Smartphone) mobil ins Internet. Die aufgesuchten Seiten sind meist Wetterangebote, aber auch Nachrichtenseiten wie Bild Mobil, Sportl.de und Spiegel Mobil, die nach dieser Befragung rund eine halbe Million Besucher im Monat haben. Die öffentlichrechtlichen Handyangebote von ARD und ZDF kommen auf knapp 200.000 Besucher im Monat.
   Unter den Menschen, die schon Mini-Anwendungen (Apps) auf ihr Gerät geladen haben, stehen das Twittern und das Verfassen von Kommentaren in Blogs oder Foren ganz oben. Hieran zeigt sich, dass vor allem die digitale Avantgarde heute mobil im Internet unterwegs ist. 17 Millionen Menschen nutzen soziale Netzwerke wie Facebook oder Xing. Mehr als die Hälfte tut dies regelmäßig, 28 Prozent gelegentlich und 21 Prozent ganz selten. Überraschend hoch ist die Nutzung des Kurznachrichtendienstes Twitter. Danach lesen 3,7 Millionen Menschen gelegentlich oder häufig Twitter-Nachrichten.
   Google bleibt nach dieser Prognose auch in den kommenden Jahren der beherrschende Akteur auf dem deutschen Online-Werbemarkt. In dessen Taschen fließen, je nach Marktabgrenzung, auch in den kommenden Jahren mindestens die Hälfte aller im deutschen Internet ausgegebenen Werbe-Euro. Da auch die grafische Online- Werbung, die Kleinanzeigen und die mobile Werbung weiter steigen, könnte der gesamte Online-Werbemarkt bis 2014 auf ein Volumen von 6,2 Milliarden Euro wachsen. „Der Siegeszug der Online-Werbung war absehbar", sagt Werner Ballhaus, Leiter des Bereichs Technologie, Medien und Telekommunikation bei PWC. Durch die Wirtschaftskrise habe sich der strukturelle Wandel der Medienbranche erheblich beschleunigt. Die Konsumenten wanderten verstärkt ins Internet und verbrächten immer mehr Zeit online. „Diesem Trend folgen die Werbebudgets. Zusätzlichen Schub gewinnt die Entwicklung durch das mobile Internet, das dank attraktiver Endgeräte, schneller Mobilfunknetze und Datenflatrates zunehmend an Bedeutung gewinnt", sagt Ballhaus.
FAZ101019HolgerSchmidt    

Pilotprojekt: Deep Web– Konkurrent für int-Google-x

Experten beantworten (fast) jede Frage kostenlos
  Hamburger Bücherhallen und Bibliotheken bieten einzigartige Serviceleistungen im Internet. Sie eröffnen den Zugriff zu speziellen Datenbanken oder elektronischen Fachzeitschriften. Das einzige Manko: Kaum jemand nutzt das Angebot - bislang.
  Ach ja, es ist ein Elend mit der Jugend. Da surft sie stundenlang in der schönen neuen Datenwelt. Mal ein Buch anfassen? Fehlanzeige.
   Doch darum muss man ja nicht den Kopf in den Sand stecken. Im Gegenteil. „Wenn die jungen Leute nicht zu uns kommen, dann kommen wir eben zu ihnen”, bringt es Wolfgang Tiedtke (58) von den Bücherhallen Hamburg auf den Punkt. Der Diplombibliothekar ist in der Hauptverwaltung am Hühnerposten verantwortlich für den Internetauftritt und alle anderen virtuellen Aktivitäten seines Hauses.
   Seit Jahren registrieren die Bücherhallen einerseits einen stetigen Rückgang der Besucherzahlen in den Bücherhallen - auf der anderen Seite steigt die Zahl der aus geliehenen Bücher und anderer Medien. Erklärlich ist dies nur, weil immer mehr Hamburger online im Katalog surfen, Verlängerungen notieren und Bücher vorbestellen. Oder sie nutzen den neuen eMedien-Service und laden sich Texte, Hörbucher, Musik öder Videos direkt auf den PC oder PDA herunter. Hamburg ist federführend im eMedien-Angebot seiner öffentlichen Bibliotheken. Zusammen mit einigen Häusern in Würzburg, Köln und München hat man sich für Pilotprojekte zusammengeschlossen.
   Bei all den Aktivitäten geht es auch darum, die Ressourcen, die das Internet bietet, zu nutzen. Deep Web lautet das Stichwort. Normaluser kennen das: Man sitzt vor dem PC und googelt sich durchs Netz. Irgendwann landet man bei Wikipedia und hat das Gefühl: Jetzt weiß ich Bescheid. Der entscheidende Denkfehler, sagte Anne Christensen Foto unten von der Staats- und Universitätsbibliothek in Hamburg: „Google und Co. sind nur die Spitze des Eisberges”, so die 33-Jährige aus der IT-Abteilung der Stabi. Ungefähr 550-Mal größer sei dagegen das Deep Web. Das auch als „verstecktes Web” bezeichnet den Teil des World Wide Webs, der bei einer Recherche über normale Suchmaschinen nicht auffindbar ist. Zusammen mit Wolfgang Tiedtke und anderen Kollegen aus Hamburger Bibliotheken hat Christensen einen wegweisenden Service entwickelt: „Fragen Sie Hamburger Bibliotheken”: Die Bedienung ist einfach, für Fachleute wie Laien, jede Frage wird von einem der gerade diensthaben- den Bibliothekare am anderen Ende der Leitung geprüft und weitergeleitet - zum Beispiel an die TU-Harburg, die Bücherhallen, die Helmut-Schmidt-Universität oder an die Deutsche Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften in Hamburg und Kiel, das einstige HWWA. Hier wie dort sitzen die Experten den ganzen Tag vor dem Bildschirm, die Beantwortung der Fragen ist für sie eine Art Nebentätigkeit - schließlich verfügt jede der teilnehmenden Bibliotheken auch über eine eigene Website und dort verlinkte eigene Frageportale. Was also bringt der Zusammenschluss? Für Anne Christensen keine Frage: „Das ist ja genau das Tolle am Internet, dass wir uns im Gegensatz zu früher so einfach vernetzen können.” Hinzu kommt: Die fortschreitende Vernetzung sei eine wichtige Voraussetzung für das Überleben einer jeden Bibliothek im Zeitalter des Internet. Wer gegen Google und andere kostenlose Websites bestehen wolle, müsse intelligente und zukunftsweisende Dienste für seine Kunden bereithalten - zum Beispiel „Fragen Sie Hamburger Bibliotheken”.
   Und was kostet nun so eine Anfrage? Eine kaum zu beantwortende Frage. Für die Bücherhallen ist die Kulturbehörde zuständig, für die Stabi die Wissenschaftsbehörde, für die Helmut-Schmidt-Universität die Bundeswehr - um nur die wichtigsten Geldgeber zu nennen. Hinzu kommen EU-Fördergelder und viele Drittmittel, es geht ja um das Gemeinwohl, also die Informationsmöglichkeiten für jeden Bürger. Anne Christensen kann nur eine „Milchmädchenrechnung” aufmachen, wenn sie von einer Handvoll Euro spricht, die eine Anfrage an direkten Kosten hervorruft. Doch was ist mit den Stabi-Computern, die auch für alle anderen Dienste genutzt werden oder mit den Kosten für hochspezialisierte Datenbanken? All dies müsste eigentlich hinzugerechnet werden, aber wie?
  Direkte Kosten hin, direkte Kosten her, noch ist der Dienst kostenlos für den Nutzer. Alle Beteiligten hoffen, dass es noch lange so bleibt, denn auf diesem Wege gewinnen sie neue Kunden. Doch ein Manko gibt es: Die Nachfrage könnte viel stärker sein. Der Dienst leidet darunter, dass er zu wenig bekannt ist. Infos im Internet: www.hamburger-bibliotheken.de  HADorotheaHeintze080326

  Anne Christiansen über das “Deep Web”    INT-AnneChistiansenDeepWeb-z

 Anne Christensen Foto arbeitet in der IT-Abteilung der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg.
Sie hat gemeinsam mit anderen Kollegen aus Hamburger Bibliotheken den Service entwickelt.

Interview von Dorothea Heintze vom Hamburger Abendblatt mit Anne Christensen:
"Aktuelle und verlässliche Infos"
Was bringt mir das Wissen über das Deep Web?
  Unglaublich viel - aber wichtig ist nicht nur die Masse. Das Deep Web bietet ganz andere Inhalte, z.B. spezielle Datenbanken oder elektronische Fachzeitschriften. Diese Ressourcen sind für die wissenschaftliche Arbeit unerlässlich: Wer zu Impfstoffen für Noroviren oder dem Kriminalroman in der DDR forscht, benötigt möglichst vollständige, aktuelle und verlässliche Informationen darüber, was die jeweiligen Kollegen im In- und Ausland bereits zu dem Thema publiziert haben. Genau hier können wir Fachleute helfen.
Ist „Fragen Sie Hamburger Bibliotheken” kostenlos für den Nutzer?
   Ja.  Und  über  uns  kommen Sie kostenlos an Datenbanken, für deren Dienste Sie normalerweise schon mal 30 Euro pro Anfrage zahlen müssten. Gute Datenbanken sind teuer. Wir haben im vergangenen Jahr für 700.000 Euro Lizenzen für die Nutzung von Deep-Web-Ressourcen gekauft.
Bekommen Sie mehr Anfragen von Laien oder von Wissenschaftlern?
  Aber vor Ort überwiegt die Nutzung durch Studierende und Lehrende der Universität. Aber der Service wird intensiv auch von Bürgern der Stadt genutzt.
Und doch gibt es einen Nachfragemangel. Erstaunt Sie das?
   Ja, denn unser Service ist wirklich, da muss ich jetzt mal Eigenlob betreiben, großartig. Wir befragen für den Kunden spezielle Datenbanken und Verzeichnisse, er bekommt Hinweise auf Literatur zu seinem Thema und Tipps für weitere Recherchequellen. Oder wir geben handfeste Auskünfte zu Ländern, Personen und Statistiken.
Wer schnuppern will, was das Deep Web an Informationen bereithält, ist bei uns genau richtig.
   Die Bedienung ist denkbar einfach, für Fachleute wie Laien: Jede Frage wird von einem der gerade diensthabenden Bibliothekare am anderen Ende der Leitung geprüft und weitergeleitet.

InternetVat   Religionen im Internet

Terminal: www.vatikan.va

    Der Papst grüßt gütig er mit erhobenem Arm auf der offiziellen Website des Heiligen Stuhls www.vatikan.va die Besucher und erklärt ihnen in acht Sprachen, darunter Latein, den Vatikan in allen Einzelheiten. Kongregationen, Gerichtshöfe, Synoden werden vorgestellt, auch das Arbeitsamt des Apostolischen Stuhls, das Amt für Philatelie und Numismatik sowie das Vatikanische Geheimarchiv. Es gibt einen liturgischen Kalender, viele Ansprachen des Papstes, Apostolische Schreiben und Enzykliken, eine Liste mit allen Heiligsprechungen der vergangenen Jahre bis Alfonsa von der Unbefleckten Empfängnis aus Kudamalur in Indien und virtuelle Besichtigungstouren durch die Museen und Papstbasiliken.
   Interessant ist die offizielle Webpage des „Staates der Vatikanstadt" www.vaticanstate.va, die eng mit der Seite des Heiligen Stuhls vernetzt ist. Auch sie kennt die Institutionen bis hin zum Vatikanischen Filmarchiv, der Vatikanischen Sternwarte und der Vatikanischen Apotheke. Daneben bietet sie Webcams vom Grab Johannes Pauls II. oder vom Castel Gandolfo und vor allem eine interaktive Karte mit ausführlichen Präsentationen der Museen und Basiliken; allein der Sixtinischen Kapelle sind sechs Seiten gewidmet. In einem Online-Shop kann man sich anschließend mit Museumsdevotionalien, Münzen und Briefmarken eindecken.
   Der Geschichte des Vatikans widmet sich die Seite www.vaticanhistory.de die sämtliche Päpste und Gegenpäpste und die aktuellen Kardinäle in toto von Geraldo Majella Agnelo aus Brasilien bis Gabriel Zubeir Wako aus dem Sudan kennt, selbstverständlich auch alle apostolischen Reisen, Papstwappen und Papstgrabstätten. Erstaunlich aber ist die Hitparade der längsten Pontifikate. Spitzenreiter ist Petrus mit stolzen sechsunddreißig Jahren, gefolgt von Pius IX. mit zweiunddreißig Jahren, dann kommt Johannes Paul II. mit sechsundzwanzig Jahren. FAZ090409str.

Informationsangebot über die Europäische Union

   Die katholische Kirche modernisiert ihr Informationsangebot über die Europäische Union aus christlicher Perspektive: Ab sofort erscheint die Zeitschrift „Europe Infos“ in einem neuen und farbigen Online-Format sowohl als elektronischer Newsletter als auch als eigene Internetseite. Als käufliche Zeitschrift wird „Europe Infos“, die seit 14 Jahren erscheint, eingestellt. Dafür kann das neue elektronische Magazin kostenlos abonniert werden. Herausgegeben wird „Europe Infos“ von der ComECE, dem Verbund der katholischen Bischofskonferenzen im EU- Raum mit Sitz in Brüssel sowie vom „Jesuit European Office“ (OCIPE). Mit der Umstellung auf elektronische Medien wolle man zeitgemäßer und schneller reagieren, erklärte der aus Österreich stammende Vize-Generalsekretär der ComECE, Michael Kuhn, gegenüber „Kathpress“. Das Magazin ziele darauf ab, das Europäische Projekt für Europas Bürger zugänglicher und verständlicher zu machen. Neu ist auch die Website, wo man den Newsletter abonnieren und auch alle Artikel finden kann.www.europe-infos.eu   RVpm110122kap 

Ratgeber: praktische Tipps für die Suche im weltweiten Netz

  Information und technische Vernetzung sind untrennbar geworden. Das hat die Internationale Funkausstellung in Berlin gezeigt. Doch die tägliche Praxis in der Nutzung des Internet ist nicht immer so einfach, wie es von den Messespezialisten gern vorgeführt wird. Nicht jeder Einsteiger weiß auch, was eine HTML-Seite oder eine URL ist, oder der Unterschied zwischen .com und .org. Ein weiteres ist das Auffinden der Internetseiten, die Christen interessieren. Einige Tipps hierfür gibt jetzt ein Taschenbuch, das Johann Bauer unter dem Titel “Internet und Religion - Ein praktischer Ratgeber” Paulusverlag Freiburg Schweiz, 2006, 191 S., ISBN 3-7728-0657-7, EUR 18,- herausgegeben hat.
   Nach einer leicht verständlichen Einführung in das Internet werden Internetseiten aus der Kirche in den deutschsprachigen Ländern genannt und kurz erklärt. Den Anfang macht hier die “Privatinitiative” www.kath.de, in der Katholiken in einer gemeinsamen Web-Präsenz die aktuellen Inhalte für ihre “Bistümer, Akademien, Verlage und Medienstellen” anbieten. Diese Site arbeitet ohne Kontrolle oder Zwischeninstanzen, daher schnell, unkompliziert und kostenfrei. Dann folgt die Seite der Deutschen Bischofskonferenz mit www.katholische-kirche.de. Der Autor lobt die Übersicht über das Geschehen in den einzelnen Bistümern sowie die Links für Gemeindearbeit, Weltkirche oder Ökumene. Die offizielle Seite des Heiligen Stuhls lautet www.vatican.va, auf der es auch eine deutsche Seite gibt mit Zugängen zu verschiedenen Themen wie Bibliotheken oder Museen, aber auch etwa zu München, Altötting oder Regensburg.  Auch die Orthodoxe Kirche in Deutschland ist in dem Band aufgeführt, ihr liebevoll gestalteter Internetauftritt werde jedoch nur etwa alle zwei Monate erneuert: www.kokid.de.
  Interessant sind auch die Hinweise zu theologischen Fakultäten, Bistümern, Orden und kirchlichen Organisationen. Auch hier ist keine erschöpfende Übersicht möglich, nur eine Auswahl, die aber auch weiterleitende Links zur Verfügung stellt. Die Ordensgemeinschaften in Deutschland bietet www.orden.de  an mit Informationen über das Ordensleben, Adressen, Angeboten über Klosterprodukte, geistliche Begleitung oder Literatur hierzu. Einzelne Orden sind leicht auffindbar unter deren Namen wie  www.augustiner.de oder www.jesuiten.de. Wer sich über die Kirchenväter informieren will, findet mehr als 300 Querverweise auf der Internetseite www.newadvent. org/fathers auf der Grundlage einer englischsprachigen Homepage. Als Beispiele für die Exegese des Alten und Neuen Testaments nennt der Autor: www.uni-regensburg.de/Fakultaeten/Theologie/at-exegese/mat sowie die Seite
www.theol.uni-graz.at/nt/heil/index.html. Die Informationen des Bandes sind insgesamt recht knapp gehalten und so nimmt der Überblick über verschiedene Religionen, Sekten und Geschichtliches beinahe ebensoviel Raum ein wie die Hinweise, die Christen unmittelbar interessieren. Doch gibt es Hinweise zu sehr umfangreichen Darstellungen des Judentums, unter anderem mit Thora-Unterweisungen oder neuen Nachrichten aus Israel unter:
www.fas.harvard.edu/-cis auf englisch oder die Online-Enzyklopädie des Judaismus mit mehr als 200 Seiten unter www.jewfaq.org, (faq!) ebenfalls auf englisch. Umfangreiche Informationen zum Islam mit mehr als 55.000 Einträgen gibt es unter www.al-islam.com, die deutsche Präsentation zum Islam gibt der Zentralrat der Muslime in Deutsch- land heraus www.islam.de, über das “mathematische Wunder des Koran” und einiges mehr informiert:
www.nur-koran.de.
   Auch das kulturelle Leben hat Bauer mit verschiedenen Internetseiten berücksichtigt, etwa zur geistlichen Musik, zur Malerei oder Berührungspunkten des Glaubens mit den Naturwissenschaften. Tipps für Projektarbeiten oder für den Religionsunterricht in der Schule erweitern das Spektrum.
   Insgesamt ist der Band doch besonders für den Interneteinsteiger empfehlenswert, denn er führt eine Auswahl für den Gläubigen auf, die eine rasche Orientierung möglich machen. Bei einer Neuauflage wäre noch eine Erweiterung der Internetseiten wünschenswert. AlexanderRiebel

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Ein Gespräch mit Bischof Franz-Josef Overbeck über die Bedeutung des Internets für die Katechese
Kommunikation hat mit Communio zu tun

   Ein frischer Wind weht vom Ruhrgebiet aus durch die katholische Welt, seit Franz- Josef Overbeck, Jahrgang 1964, zum Bischof der Diözese Essen ernannt wurde. Overbeck ist ein Intellektueller unserer Zeit, der keine Berührungsängste gegenüber den modernen Kommunikationsmitteln hat.
Herr Bischof Overbeck, googeln Sie sich von Zeit zu Zeit?
   Ja, dies tue ich regelmäßig.
Und wie kommunizieren Sie mit dem Vatikan? Per SMS und eMail?
   Für mich ist es selbstverständlich, per SMS und eMail zu kommunizieren. Je nach Anlass und Person trete ich aber auch per Brief und Telefon mit unterschiedlichsten Menschen in Verbindung.
Stellt das Internet, das Papst Benedikt XVI. kürzlich mit dem „Vorhof der Heiden" des Jerusalemer Tempels verglichen hat, die letzte große Missionsherausforderungfür die katholische Kirche dar?
   Es ist und bleibt eine der großen Aufgaben der Kirche, Menschen, die Gott nicht kennen oder ihn vergessen haben, wieder neue Wege aufzuzeigen, Gott zu finden und in die Gemeinschaft der Kirche zu kommen. Auf diesem Weg kann auch das Internet - richtig genutzt - eine gute Hilfe sein. Doch bei aller Bedeutung ersetzt es nicht die unmittelbare Begegnung und das persönliche Lebenszeugnis.
Ist es aber nicht auch Aufgabe der Kirche, eine gewisse Distanz zu dieser beschleunigten Welt und zu ihren Beschleunigern zu halten?
   Zu den Menschen zu gehen bedeutet nicht, alles mitzumachen, was Menschen heute umtreibt. In diesem Sinne gehört die Entdeckung der Langsamkeit und des Suchens von Ruhe und Stille zu den Aufgaben der Kirche. Deshalb gilt: Was von Bedeutung ist, das braucht einen besonderen Ort, eine besondere Begegnung und eine besondere Beziehung. Dieses zu pflegen heißt oft, sich in die Distanz zu unserer sich in vielen Beschleunigungs- prozessen befindlichen Welt zu begeben.
Priester sollen nun also, so will es Rom, „von den Möglichkeiten der neuen Generation audiovisueller Medien(Foto, Video, Blog, Website) Gebrauch machen". Gibt es dafür überhaupt genug Interesse, Kapazitäten und Kompetenzen in der Priesterschaft?
   Es gibt mittlerweile viele Priester und andere im Dienst der Kirche engagiert arbeitende Menschen, die mit großer Selbstverständlichkeit und zugleich Wachheit und Differenzierungsvermögen die modernen Medien nutzen, um die Botschaft des Evangeliums vielen Menschen zu vermitteln. In diesem Zusammenhang haben schon viele, gerade unter den Priestern, die Bedeutung der modernen Medien für die Katechese und so weiter entdeckt und nutzen sie selbstverständlich. Das Interesse ist hoch, Kapazitäten und Kompetenzen gibt es erfreulich viele, dies gehört zur Zeitgenossenschaft der Kirche.
Die Männer Gottes haben die Aufgabe, „dem ununterbrochenen Kommunikationsstrom des Internets eine Seele zu geben ". Was meint der Heilige Vater denn damit?
   Kommunikation ist mehr als die Vermittlung von Worten, Bildern und einer Vielfalt von Informationen. Kommunikation hat vom Wortsinn her mit „communio", Gemeinschaft, zu tun. Diese zu pflegen und unter ethischen Gesichtspunkten den Menschen dienlich zu machen gehört zu dem, was die Seele des Menschen anrühren kann.
Ist das Internet nicht vielleicht seelenlos, weil es das Medium des absoluten Zweifels ist? Zu jeder Wahrheit findet sich schließlich eine Gegenwahrheit.
   Das von Ihnen angesprochene Problem gibt es in jeder Form von Kommunikation, da diese immer medial bedingt ist. Das ist gerade dem Christentum als Religion des Logos bewusst. Der Zweifel ist im Übrigen kein Feind des Glaubens, sondern gehört dazu. Unter den heutigen Bedingungen geht die christliche Botschaft zudem immer durch das kritische Moment des Zweifels im Sinne einer Gegenprobe. Doch sind wir Christen freilich davon überzeugt, dass die Wahrheit des Evangeliums jeder Gegenprobe standhält.
Allerdings wirkt das Internet in großen Teilen nicht nur laizistisch, sondern dezidiert antireligiös. Kann man dagegen noch ankommen?
   Die Welt des Internets bietet einen deutlichen Hinweis auf die Vielschichtigkeit und Meinungsvielfalt, in denen sich jeder Mensch heute bewähren muss. Die Kirche selbst hat im Lauf ihrer Geschichte viele Phasen durchlebt, in denen sie dezidiert antireligiösen, antichristlichen und antikirchlichen Bewegungen standhalten musste und diese von innen her überwinden konnte. Auf diese Kraft der Wahrheit des Evangeliums setzt die Kirche und setze ich auch heute mit großer Selbstverständlichkeit.
Es gibt ja auch schon länger Versuche, Schritt zu halten. Ihr Essener Bistum twittert fleißig. Das Kölner Erzbistum hat die Plattform „medien-tube " ins Leben gerufen, die „eine Art katholisches Youtube" sein soll. Zu sehen sind Predigtmitschnitte, die Abrufzahlen sind meist nicht einmal dreistellig. Dagegen wurde die Pressekonferenz, die Sie nach Ihrer Ernennung zum Diözesanbischof gegeben haben, bei Youtube schon mehrtausendfach angesehen. Ist es also wichtiger, sich in die bestehenden Strukturen einzubringen, als parallele aufzubauen?
   Das ist eine Frage der Medienstrategie. Letztlich ist im Internet jedes Angebot nur einen Klick vom nächsten entfernt. Es ist daher sicher ratsam, verschiedene Plattformen zu nutzen und sich nicht nur auf einen Anbieter zu beschränken. So haben wir beispielsweise auch Videos in das Medien-Tube-Portal des Erzbistums Köln eingestellt. Auch muss man sehen, dass selbst bei einem Portal wie You-tube das Gros der Filme zumeist nur geringe Abrufzahlen aufweist. Im Übrigen hat sich das Kölner Domradio aus Sicht nicht nur des Ruhrbistums zu einem herausragenden Medienportal entwickelt, das den Nutzern qualitativ hochwertige Text-, Audio- und Videobeiträge anbietet.
Muss aber Öffnung für das neue Medium nicht auch Öffnung für eine mit diesem Medium inzwischen fest verbundene Lebenswelt heißen? Hätte die katholische Kirche dann nicht neue Positionen zu beziehen in manchen Bereichen, etwa beim Thema Sexualität?
   Die katholische Kirche steht mit ihrer Verkündigung mitten im Leben. Aus guten und mit dem Evangelium und der Tradition unserer Kirche verbundenen Gründen nehmen wir zu wesentlichen Lebensthemen sehr eindeutige Positionen ein. Es ist eine Chance, die Medien zu nutzen, um gerade in dem von Ihnen angesprochenen Bereich der Sexualität Positionen zu beziehen, die der Würde des Menschen auf Dauer und dem Wohl der Gesellschaft und Vergemeinschaftung aller Menschen am meisten dienen. Hierüber gilt es in einen immer wieder deutlichen Diskurs einzutreten, ohne die klaren Posi¬tionen zu verwischen.
Wäre in Zukunft auch ein ökumenisches Webangebot denkbar?
   Die Themen der Ökumene werden sicherlich eine Rolle spielen ebenso wie die wichtigen Fragen des Dialoges der Religionen. Dabei sind die jeweiligen Standpunkte gut zu beachten. Nur so kann Ökumene wie auch der Dialog der Religionen sinnvoll und zukunftsweisend sein. Im Übrigen sind wir weiter, als Sie denken. So gibt es ja zum Beispiel eine gemeinsame Plattform der katholischen und der evangelischen Kirche, die deutschlandweit über Angebote zu Weihnachts- und Ostergottesdiensten informiert.
Es geht voran! Wann werden Sie also nun mit dem Bloggen beginnen?
   Einen konkreten Termin kann ich Ihnen nach meinem Amtsantritt als Ruhrbischof noch nicht nennen. Bloggen, nur um dabei zu sein, ist meine Sache jedenfalls nicht. Ich denke aber, dass Sie von mir lesen werden. 
FAZ100412InterviewOliverJungen.

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St. Galler Handschriften im Internet

   Einige der schönsten mittelalterlichen Handschriften aus der Stiftsbibliothek St. Gallen sind jetzt im Internet zugänglich. Wissenschaftler und interessierte Laien können derzeit 24 bis zu 1300 Jahre alte Dokumente in einer virtuellen Bibliothek bestaunen, erklärte Projektleiter Christoph Flüeler in St. Gallen. Die elektronische Erfassung der wertvollen Dokumente sei ein großer Schritt für die Handschriftenforschung und erlaube zudem die Schonung der wertvollen Bücher. Das unter dem Titel »Codices Electronici Sangallenses (CESG)« konzipierte Unternehmen wird von der Universität Freiburg (Schweiz) und von der St. Galler Stiftsbibliothek verwirklicht > www.cesg.unifr.ch  0OR90530

Videospiel für Blinde. Tonkulisse leitet Sehbehinderte durch Abenteuerwelt

   Auf die Idee kam der Videospiel-Anhänger Franck Lucéa, als er eine Augenbinde tragen musste: „Da wurde mir erst klar, dass Blinde von Videospielen bisher ganz ausgeschlossen sind”, erinnert sich der 32-jährige Lehrer aus dem ostfranzösischen MontbéIiard. Gemeinsam mit seinem 38jährigen Kollegen Claude Bourdon machte sich Lucéa daran, das erste Videospiel für Sehbehinderte zu entwickeln, bei dem Töne und ein sensibler Joystick die Bilder auf dem Schirm ergänzen.
   Die Das Spiel setzt den blinden Samurai Tachido in Szene, der die Ehre seines Vaters rächen will und nach Meistern sucht, die ihn in die Kunst des Säbelkampfes einweisen. Bei der Spielentwicklung halfen Multimedia- Studenten, Grafiker, Programmierer und ein Spezialist für Akustik. Letzterer hatte die wichtigste Aufgabe zu bewältigen. Schließlich ist es vor allem die Tonkulisse, die den Sehbehinderten durch die Szenerie führt. Über vier Lautsprecher kann sich der Spieler akustisch orientieren. Links vorne hört er dann etwa eine Quelle,  rechts hinten die Schritte des Helden. An ihrem Klang ist zu erkennen, ob die Figur auf dem Bildschirm durch Gras läuft oder über Asphalt. Durch die virtuelle Welt leitet den Spieler außerdem ein Joystick, der vibriert und je nach Phase langsamer oder schneller reagiert. Die Erfindung wurde kürzlich vom französischen Wissenschaftsministerium ausgezeichnet. Dadurch ermutigt, wollen die beiden Lehrer nun eine Vertriebsgesellschaft gründen. Blindenorganisationen sagten nach Angaben der werdenden Jungunter- nehmer bereits ihre Unterstützung zu.   NOZafpSophieMakris040113 

Barrierefreies Internet  - Surfen ohne Stolpersteine

  80 Prozent der Behinderten benutzen das Internet. Der größte Stolperstein ist dabei für Blinde und Sehbehinderte die Art und Weise, wie Internetseiten “gestrickt” sind. Für motorisch Behinderte, zum Beispiel Menschen mit einer Spastik, kann es ein Problem sein, die Maus exakt zu führen. Um Links anzuklicken, müssen klare Abstände zwischen ihnen bestehen. Einfacher zu finden sind sie, wenn sie grundsätzlich links stehen und blau unterstrichen sind. Web-Designer erhalten Hilfe für die Erstellung barrierefreier Seiten. Nähere Infos dazu z.B. beim Projekt BIK - Barrierefrei Informieren und Kommunizieren auf der Homepage des Verbands der Blinden und Sehbehinderten in Deutschland [1].
Offene Türen?
   Teilhabe, Selbstbestimmung, Selbständigkeit sollen allen Menschen Türen öffnen, egal ob und wie behindert sie sind. Barrierefreiheit schafft Hindernisse aus dem Weg und hilft damit allen.  Aber für alle (Gehörlose, Sehbehinderte, Spastiker, Farbenblinde etc.) kann nicht die gleiche Programmierung gewählt werden.
   Weitere Infos gibt es beim Multi-Media-Center Bonn, einem Studien-, Medien- und Internetcafe für Behinderte und Nichtbehinderte. Dort werden auch spezielle Internet-Kurse angeboten [2].
   Umfangreiche Tipps für Programme, die für Sehbehinderte und Blinde besonders geeignet sind, findet man auf den Seiten von Heinz Bormann [3]
Brücken bauen
   Barrierefreiheit baut Brücken und bedeutet:
   - Ein- und Ausgabegeräteunabhängigkeit - denn nicht alle arbeiten mit Maus oder Tastatur
   - Die Inhalte müssen erreichbar sein - d.h. es muss immer Alternativen geben, zum Beispiel Text für jede Grafik
   - Inhalt und Layout sind zu trennen
   - Damit Screenreader leichter lesen können, sind Standards einzuhalten (z.B. HTML)
   - einfache Sprache
   - Auf englisch heißt Barrierefreiheit “Accessibility”. Das World Wide Web Konsortium W3C hat “Quick Tips” zur Erstellung barrierefreier Internetseiten herausgebracht. Die deutsche Übersetzung findet man bei der Fern-Uni Hagen [4].
Gebärdensprache
   Schaut man die Nachrichten des Senders Phoenix, sieht man regelmäßig Gebärdendolmetscherinnen bei der Arbeit. Ein Beispiel für die Übersetzung einer Webinformation in die Deutsche Gebärdensprache (als Video)  ist auch im Internet zu finden [5].
Freie Sicht am Rhein
   Beispiel Bürgerdienste Mülheim: Die Georg-Simon-Ohm-Schule in Köln hat im Rahmen ihrer Schülerprojektwoche 2002 wichtige Tipps in übersichtlicher Form zum Thema Barrierefreiheit zusammengestellt [6].
   Als ein Beispiel für die Änderung von Internet-Seiten in die barrrierefreie Form wurde die Homepage der Bürgerdienste Mülheim umgestaltet, die öffentliche und soziale Dienstleistungen des Kölner Stadtteils anbietet [7].
Und was tut der Staat?
   In Deutschland gilt das Behindertengleichstellungsgesetz (BGG). § 11 schreibt vor: Träger öffentlicher Gewalt gestalten ihre Internetauftritte (nach und nach) so, dass sie von behinderten Menschen grundsätzlich uneingeschränkt genutzt werden können. Umgesetzt werden diese Bestimmungen durch die BITV (Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung), die eine Liste von Prioritäten für Barrierefreiheit aufstellt. Ein gutes Beispiel für deren (noch nicht vollständige) Umsetzung bietet der Deutsche Bundestag [8].
Literaturtipp
   Eine kleine, aber feine Broschüre mit vielen Beispielen zur Programmierung: Jan Eric Hellbusch, Barrierefreies Webdesign, Verlag KnowWare Extra, Nähere Infos dazu auch auf der Homepage des Verlags [10].
Links
     www.dvbs-online.de
     [1] Der Verband für Blinde und Sehbehinderte mit dem Projekt BIK - Barrierefrei Informieren und Kommunizieren
     www.mmc-bonn.de
     [2] Multi-Media-Center Bonn, Studien-, Medien- und Internetcafe für Behinderte und Nichtbehinderte im Gustav-
     Heinemann-Haus, Waldenburger Ring 44, 53119 Bonn-Tannenbusch info@mmc-bonn.de
     http://heinz4p.de
     [3] Software, die für Sehbehinderte und Blinde gut bedienbar ist
     www.fernuni-hagen.de/FTB/news/service/eaccess/doc/access-d.htm
     [4] Anleitung zum Erstellen barrierefreier Internetseiten
     www.ressort-mensch.de
     [5] Webinformation in die Deutsche Gebärdensprache übertragen
     www.gso-koeln.de
     [6] Schüler-Tipps zum Thema Barrierefreiheit
     www.koeln.de/muelheim
     [7] Beispiel für eine barrierefrei umgestaltete Seite
     www.bundestag.de
     [8] Beispiel für eine barrierefrei umgestaltete Seite
     www.ejmb2003.de
     [9] Infos zum Jahr der Behinderten
     www.knowware.de
     [10] Verlagsinformationen zur genannten Broschüre
     www.einfach-fuer-alle.de
     Projekt zur Gestaltung barrierefreier Internetseiten der Deutschen Behindertenhilfe Aktion Mensch eV. 
     www.abi-projekt.de
     Ein Beispiel aus Wetter an der Ruhr vom Aktionsbündnis für barrierefreie IT.

Internetportal für Blinde

  Das Internetportal zum Recht der Europäischen Union ist jetzt auch für blinde Menschen zugänglich: www. europa. eu.int/eurlex Ein so genanntes Screenreader-Computerprogramm setze die schriftlichen Informationen in gesprochene Texte um, heißt es im EU-Amt für Veröffentlichungen. Ein Internetportal ist eingerichtet worden, das nicht nur Blinden, sondern auch Menschen mit anderen Behinderungen einen gut strukturierten Zugang ermöglicht.
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Media Player für Menschen mit Behinderung - Studentin aus Kaiserslautern entwickelt neues Programm

  Komplizierte Software kann für Menschen mit körperlicher Behinderung zum Problem werden. Moderne Multimedia- Programme setzen motorische Fertigkeiten voraus, über die Computeranwender mit Behinderung, etwa einer spastischen Lähmung, mitunter nicht verfügen. Eine Studentin der Fachhochschule Kaiserslautern hat jetzt einen behindertengerechten Media Player entwickelt. Der sogenannte One-Click-Player ermögliche Menschen mit unterschiedlichen Behinderungsgraden eine einschränkungsfreie Bedienung moderner Multimedia, teilt die Hochschule mit.
   Eine Beschreibung des Tools sowie eine kostenlose Download-Möglichkeit gibt es im Internet unter > oneclickplayer.henrysworkshop.de,  Die im Rahmen einer Diplomarbeit entworfene Software basiert auf dem Betriebs- system Windows. Auf einem Bildschirm zeigen einfach erlernbare und abwechselnd farbig hinterlegte Symbole die Programmauswahl an. Je nachdem welches Symbol markiert ist, löst ein Klick mit dem Bedienelement den Befehl aus. Die Bedienelemente können mit den Händen, Füßen oder Knien betätigt werden. Für blinde und sehbehinderte Menschen geben akustische Signale die Programmauswahl vor.
   Der „besondere Clou” des Media Players sei, dass Betreuer die Benutzeroberfläche auf die individuellen Bedürfnisse des Anwenders einstellen könnten, schreibt die Hochschule. So sei ein Kommunikationsmedium geschaffen worden,das sich an verschiedenste Behinderungen anpassen lasse. NOZddp071110

Kleine Stifte überlisten die Dunkelheit. Gerd Kozyk tastet sich Wort für Wort an Informationen heran:
Mit elektronischer Unterstützung kann der blinde 53-Jährige am Computer arbeiten. Bild rechts unten:  Die Stifte der “Braille”-Zeile übersetzen Bildschirmtexte; Bild links unten: Gerd Kozyk. SvenAretz WZ030520 

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Am Computer einen Text zu lesen, ohne Bildschirm, ist Alltag für Gerd Kozyk
   Der 53-Jährige ist blind. Er benutzt einen herkömmlichen Rechner, zum Lesen aber ist er auf seinen Tastsinn angewiesen. Seine Fingerspitzen gleiten über eine lange Reihe kleiner weißer Stifte, die aus einem länglichen, flachen Gerät herausragen. Diese so genannte “Braille”- Zeile ist eine elektronische Hilfe.
  Sie steht vor einer Tastatur und ist an den PC angeschlossen. Anstatt die Blindenpunktschrift “Braille” auf Papier zu prägen, formen die höhenverstellbaren Stifte die Schriftzeichen. So wird der Inhalt der Bildschirmzeile, an der Kozyk gerade arbeitet, Wort für Wort wiedergegeben. Immer nur diese eine Zeile, von links nach rechts, kann er so ertasten. Der Rest des Bildschirminhaltes bleibt für ihn in diesem Moment buchstäblich unsichtbar.
  Seine Finger auf den weißen Stiften des Gerätes stoppen: Er hat einen Fehler im Text gefunden. Er drückt das falsche Schriftzeichen auf der “Braille”-Zeile. Der Cursor springt auf dem Schirm an die entsprechende Stelle. Nun kann er den Fehler mit der Tastatur korrigieren. Das Schreiben ist für den gelernten Physiotherapeuten kein Problem: Kozyk kennt die Position jedes Schriftzeichens auf der Tastatur. Immerhin benutzt er den Rechner schon seit über zehn Jahren, schreibt Texte, versendet eMails und surft im Internet. Und er pflegt Datenbänke, die er für seine Arbeit als Schwerbehinderten-Vertrauensperson des Landschaftsverbandes Rheinland und als Vorsitzender des Blindenvereins Düsseldorf benötigt.
   Eine wichtige Ergänzung zur “Braille”-Zeile ist für Kozyk die Sprachausgabe, eine künstliche männliche Stimme aus einem Lautsprecher. “Dokument eins Bindestrich Microsoft Word Dokument Eingabefeld” - stakkatohaft, unpersönlich, ohne Betonung liest ihm die Stimme den Bildschirminhalt vor. Die Hilfsmittel brauchen eine beson- dere Software, genannt “Screenreader”. Dieses Bildschirm-Leseprogramm übersetzt die Texte, Grafiken und den Bildschirm-Aufbau für die “Braille”-Zeile und die Sprachausgabe.
   Für Blinde könne auch das Internet eine wertvolle Hilfe sein, sagt Kozyk, allerdings mit Einschränkungen. “Ein Blinder, der sich Favoriten anlegt, kann in online-Katalogen suchen und einkaufen oder Texte lesen.” Es eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten der Kommunikation. “Wir können theoretisch selbstständig an Informationen gelangen, ohne andere um Hilfe bitten müssen.”
   Schwierig wird es für Kozyk jedoch, wenn er im Internet auf Barrieren stößt. Wenn ein Bild oder eine Grafik Informationen enthält, die nicht auch im Text vorkommen. Diese Infos kann er nicht wahrnehmen, weil seine Hilfsmittel keine Bilder und Grafiken darstellen können. “Sie sollten beschriftet werden”, mahnt er. Ein weiteres Problem sind die Links”, sagt Kozyk. Manche Internetseiten haben über 250.
  Doch im Gegensatz zu Sehenden, die sich in wenigen Augenblicken orientieren können, muss Kozyk in einer besonderen Link-Liste die richtige Verbindung suchen.Link für Link muss er die Liste durchsuchen. Das kann dauern. “Ich kenne Blinde, die im Internet einkaufen und ihre Bankgeschäfte erledigen”, sagt Kozyk. “Aber mir ist das einfach zu zeitaufwendig und mühsam.”

Fakten:
   Von den Blinden und Sehbehinderten können 35 Prozent die Blindenschrift lesen, so Eugen Schäfer von der Medtec-AG in Stuttgart, die “Braille”-Zeilen herstellt. Bisher seien Computer vor allem beruflich genutzt worden, erst langsam entstehe ein privater Markt. Zwar arbeiten immer mehr junge Sehbehinderte mit Computern. “Die Kosten für einen blindengerechten Arbeitsplatz sind aber sehr hoch. 
  Die “Braille”-Zeile etwa kostet 3.500 bis 12.000 Euro. Computerkurse bieten Blinden- und Sehbehindertenschulen und Berufsförderungswerke an.
Informationen im Internet:
www.dbsv.org  und  www.bik-on-line.info  und  www.incobs.de
Weitere Informationen finden Sie auf unserer Site unter: Braille-Zeile

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   Virtueller Weg zu Dokumenten des Vatikans. Website des vatikanischen Geheimarchivs. Möglichkeiten zu interessanten Entdeckungen. Foto oben links: die Darstellung der “Konstantinischen Schenkung” - 1613/1614;
Foto rechts: die dazugehörige Urkunde.

  Das Vatikanische Archiv hat eine Website asv.vatican.va eingerichtet. Sie ist bislang in italienischer und englischer Sprache verfügbar, kann aber jetzt auch in Deutsch, Französisch, Spanisch und Portugiesisch genutzt werden. Für die technische Realisierung der von den Mitarbeitern des Archivs ausgearbeiteten Website war Antonio Cappella zuständig, der für die Informatik verantwortlich ist.
   Der Benutzer kann zwischen zehn verschiedene Seiten wählen. Auf der ersten geht es um die Geschichte des Archivs, erläutert wird die historische Entwicklung der Einrichtung. Der Begriff »segreto« - der lange mit Eigenschaften wie »geheimnisumwoben« in Verbindung gebracht wurde, was zu vielen Missverständnissen geführt hat - heißt im eigentlichen Sinne nicht »geheim«, sondern »privat«. Es handelt sich also um das »Privatarchiv« der Päpste.
   Bei einem »virtuellen Besuch« kann man die Räume des Archivs durchschreiten. Der kulturelle Wert und Auftrag des Vatikanischen Archivs besteht auch in der direkten Gegenüberstellung von Fresken und den entsprechenden Urkunden. Eine Innovation sind die dreidimensionalen Bilder, die einen Eindruck von der Raumtiefe geben. Durch Navigation in der Urkunde selbst kann diese vergrößert und dadurch anschaulicher gemacht werden. Auf diesem Weg durch die Geschichte gelangt der Besucher auch in die »Sala della Meridiana« im »Torre dei Venti«, dem eigens für die Kalenderreform Gregors XIII. (1582) konstruierten Saal mit seinen wunderbaren Fresken; darüber hinaus wird in einem kleinen Film gezeigt, wie die Sonnenstrahlen in diesen Raum zu Frühlings- und Herbstbeginn durch das Loch in der Wand fallen.

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  Die Bedeutung der Kirche als Trägerin der christlichen Wurzeln und Bewahrerin von Bildung und Kultur kommt am eindrucksvollsten in der Unterabteilung »Universitäten« der Seite »Historische Dokumente« zum Ausdruck. Nur wenig bekannt ist, dass die meisten europäischen Universitäten bei ihrer Gründung mit einem päpstlichen Privileg ausgestattet waren, wie zum Beispiel die Universität Oxford bei ihrer Gründung im Jahre 1254. Der oft erhobene Vorwurf, dass es sich um ein »geheimes« Archiv handle, wird auch dadurch widerlegt, dass historisch bedeutende Dokumente wie das der Tempelritter, das »Chinon Pergament« von 1308, oder die Akten des Prozesses gegen Galilei ins Netz gestellt wurden.
Wichtige Geschichtszeugnisse
  Ein weiterer Schwerpunkt ist der »Schedario Garampi« auf der Seite »Archivbestand«. Giuseppe Garampi erstellte einen nach Diözesen geordneten Index der Schriftstücke des Mittelalters und der frühen Neuzeit, bislang eines der wichtigsten Hilfsmittel zum Auffinden von Dokumenten. In diesem Index sind auch Dokumente zur Kirchen- und Weltgeschichte überliefert, deren Originale während des Transportes der päpstlichen Archive unter Napoleon nach Paris verloren gegangen sind. Es handelt sich hierbei also um wichtige Zeugnisse historischer Ereignisse.
  Die Seite zur »Urkundenlehre« gibt in aufschlussreicher Weise Auskunft über die verschiedensten Arten päpstlicher Schreiben, vom Privileg bis zum einfachen Brief, mit jeweils detaillierten Erläuterungen. Die drei Teile, aus denen sich eine Urkunde zusammensetzt - Protokoll, Kontext und Eschatokoll -, die in der päpstlichen Kanzlei entwickelt wurden, finden nach wie vor in der öffentlichen Verwaltung Verwendung.
 Nicht nur das Kursangebot und die Aufnahmebedingungen der »Vatikanischen Schule für Paläographie, Urkunden- lehre und Archivkunde« können auf der Website in Erfahrung gebracht werden, sondern es wird auf derselben Seite eine große Vielfalt paläographischen und kodikologischen Materials aus der ganzen Welt zur Ansicht angeboten. Mit Hilfe des ins Internet gestellten Index des Gesamtbestandes des Vatikanischen Archivs mit den dazugehörigen Konkordanzen kann der Benutzer schon von seinem Schreibtisch aus vor- bereitende Recherchen für einen Archivbesuch durchführen.
  Auf der Seite »Veröffentlichungen« sind alle Veröffentlichungen des Archivs verzeichnet, ebenso die bereits auf CD-Rom zum Kauf angebotenen Registerserien. Darüber hinaus sind drei Bände (Avignonregister 10, Vatikan- register 5 und Supplikenregister 961) in ihrem vollem Umfang von 600 Seiten ins Internet gestellt worden. Jede einzelne Seite dieser Register kann durch Navigieren vergrößert und besser lesbar gemacht werden. Die bereits ausverkauften Bände - wie der Prozess gegen Galilei, der »Schedario Baumgarten«, die »Memorie storiche del Vicariato Apostolico dei Galla« und die Bibliographie des Archivs können in ganzer Länge im Internet eingesehen  und gratis herunter geladen werden.
   Durch diese Digitalisierung der Archivalien (Seite »Laboratorien»), die mit einer neu entwickelten Technologie durchgeführt worden ist, will man die wertvollen Originale besser schützen, weil sie auf diese Weise weniger benutzt werden. Aber auch die Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen, der eine eigene Seite gewidmet ist, dient dem Schutz der einzigartigen Bestände, die durch schnelles Aufarbeiten und Digitalisieren problemloser benutzt werden können.
   Über die Seite, die den Mitarbeitern gewidmet ist, kann in Erfahrung gebracht werden, welche Inventare und Indices bereits erstellt sind und welche sich in Vorbereitung befinden.
Kulturelle Bedeutung
   Die Vielfalt der Dokumente, von den päpstlichen Bullen mit einzigartigen mittelalterlichen Siegeln über die Bittschrift des englischen Parlaments zur Annullierung der Ehe Heinrichs VIII. von England mit Katharina von Aragon, die Registereintragung der Exkommunikation Luthers vom 20. Juni 1520 bis hin zur Datei der 2,5 Millionen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkriegs (auf CD-Rom) unterstreicht die kulturelle Bedeutung des Vatikanischen Archivs.
   Die Website des Vatikanischen Archivs wurde vom Präfekten, Pater Sergio Pagano, in Anwesenheit der Kardinäle Jean-Louis Tauran,  Luigi Poggi und Jorge Maria Mejia (emeritierte Archivare der Heiligen Römischen Kirche) am 22. Dezember 2005 in der »Vatikanischen Schule für Paläographie, Urkundenlehre und Archivkunde« vorgestellt. ChristineMariaGrafingerOR060324

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Das Siegel von Ferdinand IV. von Bourbon kann auf der Vatikanseite durch Anklicken gedreht werden

Zehn direkte Zugänge zum Archiv des Papstes

Unter asv.vatican.va gelangt der Nutzer nach der Wahl der Sprache zu zehn Einstiegsmöglichkeiten in das Archiv:
- Das Archiv: gestern und heute;
- Besuch im Archiv zwischen Fresken und Dokumenten;
- Historische Dokumente;
- Archivbestand;
- Urkundenlehre der päpstlichen Dokumente;
- Die Vatikanische Schule für Paläographie, Urkundenlehre und Archivkunde;
- Zum Studieren und Nachschlagen - Veröffentlichungen, CD-Rom, DVD
- Laboratorien
- Projekte der Zusammenarbeit
- Mitarbeiter

vat-LucioAdrianruisINT-Z      Lucio Adrian Ruiz

20 Jahre vatican.va: „Internet ist ein Geschenk Gottes“

Lucio Adrian Ruiz, der Herr des Vatikan-Internets
   Heute bestimmt es die Kommunikation in der ganzen Welt, das Internet. Es ist nicht mehr wegzudenken aus der Welt der Information. Aber so wirklich alt ist es noch nicht. Die Smartphones von heute sind noch keine zehn Jahre alt und selbst das World Wide Web, wie wir es kennen, ist auch erst um die zwanzig Jahre. Seit der Frühzeit der Entstehung dabei: Der Vatikan. Unter der Adresse vatican.va bietet der Vatikan seit genau zwanzig Jahren Informationen und Dokumente an. Die Internetseite ist die offizielle Seite mit den offiziellen Texten und Übersetzungen. Und auch wenn noch manches hakt und nicht alles perfekt ist, war dieser „prophetische Schritt“, wie ihn Papst Johannes Paul II. damals genannt hatte, wichtig und entscheidend.
   „Internet ist ein Geschenk Gottes“. Das sagt der heutige Leiter des Internetdienstes des Vatikan, Lucio Adrian Ruiz, gegenüber Radio Vatikan zum „Geburtstag“ des Vatikan-Internet-Angebots. Die Präsenz des Vatikan im Internet, wie wir es heute kennen, falle zusammen mit der Entstehung des Internets an sich, so Ruiz. Als sich das Netz immer mehr zur Kommunikationsplattform für jeden entwickelte, hat sich auch der Vatikan entschlossen, präsent zu sein. „Die Kirche hat wirklich die Zeichen der Zeit gelesen, verstanden und sie umgesetzt, wie Jesus und Weihnachten, wenn ich das so sagen darf. Jesus wird Geschichte, Kultur, er geht mit den Menschen, wie auch die Kirche das tun will, in der Kultur der Zeit.“ Man habe ganz klein angefangen, mit den Urbi et Orbi-Grüßen des Papstes vor genau zwanzig Jahren, mehr gab es damals noch nicht. „Aber wir haben uns bemerkbar gemacht: die Kirche hat die Zeichen der Zeit verstanden und hier sind wir, da wo auch die anderen Menschen sind.“
   Man dürfe keine Angst haben vor der Kultur, die dort entstehe, das entspreche auch ganz und gar dem „keine Angst haben“, wie es von den Päpsten Johannes Paul II. und Franziskus so oft betont wurde und werde, so Ruiz. Alles ändere sich dauernd, jeden Tag etwas Neues, dauern müsse man neu lernen, davor dürfe man keine Angst haben. Die Kirche müsse ihre Verkündigung dorthin bringen, wo die Menschen und vor allem die nächsten Generationen heute kommunizieren, erklärt Ruiz, der auch zweiter Mann des neuen Kommunikationssekretariats des Vatikan ist. Deswegen müsse sich auch das Agieren im Netz immer anpassen und ändern, etwa wenn heute das Internet als eigene Welt aufgefasst werde, nicht mehr nur als Mittel.
   „Wenn man sieht, wie vor allem die jungen Menschen sich im Internet treffen, miteinander sprechen, Bilder und Videos teilen, Gedanken und einfach nur Sätze austauschen, dann ist das eine neue Form von Kommunikation. Sie teilen dadurch auch Gefühle, Gedanken, Lebensstile mit. Was wir nun tun müssen ist Begegnung zu ermöglichen, dass die Leute verstehen, dass wenn das Internet wirklich ein Ort geworden ist, sich Menschen dort begegnen und dass bei jeder Begegnung zwischen Menschen auch immer die Begegnung mit Gott dabei ist.“
   Die digitale Realität sei eine neue Weise, sein Leben zu leben, so Ruiz. „Die Entwicklung des christlichen Lebens muss der des normalen Lebens folgen, das heißt die Seelsorge muss in den Netzwerken Raum für neue Entwicklungen finden, wo es eine eigene Sprache gibt. Es ist nicht einfach ein Wechsel zwischen Übertragungsmitteln. Es ist eine ganz neue Chance, es ist wirklich ein Geschenk Gottes.“ Herausforderung genug, auch für die nächsten zwanzig Jahre Vatikan im Internet. Rv151223ord

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Papst Johannes Paul II. sah das Internet als große Chance, das Evangelium zu verkünden. www.vatican.va

Foto: Eine Ordensschwester arbeitet für den Internetauftritt des Vatikans. Sr. Judith Zoebelein erreicht
10 Millionen Seitenabrufe pro Tag auf der Homepage des Papstes!
www.vatican.va  

  Seit siebzehn Jahren ist der Vatikan online: www.vatican.va. Nun ist der Internet-Auftritt des Papstes zum Shooting- Star geworden:einfach Spitze.
   Nie würde die Vatikan-Site diese Bedeutung erlangt haben, wenn nicht einige technikbegeisterte nordamerikanische Vatikan-Beamte die Idee gehabt und auch das Startkapital aus den USA dazu besorgt hätten. Ein visionärer, Papst Johannes Paul II. - ohne jede Computer-Erfahrung gehört natürlich auch zu dieser Geschichte.
   Joaquin Navarro-Valls, Pressesprecher des Vatikans und einer der ersten Fürsprecher für einen Internet-Auftritt der Kirche, erzählt wie es begann. Der Sprecher beschrieb im Jahre 1995 dem aufmerksam zuhörenden 75- jährigen Papst, was es mit dem Internet auf sich habe, und sah darin eine außerordentliche Möglichkeit für die Mission der Kirche.
   “Sind wir denn schon im Internet?” fragte der Papst zurück. Und der Pressesprecher  gab zur Antwort: “Nein, wir sind nicht im Netz. Noch nicht.” Der Papst darauf: “Nun, wer muss den Startschuss geben?” Navarro-Valls erwiderte lächelnd: “Heiliger Vater, das ist Ihre Sache!”- und Johannes Paul II. ordnete an: “Dann man los!”
   Aber das war leichter gesagt als getan, musste der Pressesprecher schon bald einsehen. Die vatikanische Verwaltung erledigt ihre Aufgaben seit Jahrhunderten mit Pergament und Siegel. Das war nun gerade nicht die beste Voraussetzung für den technologischen Fortschritt. Zudem sahen einige Prälaten in dieser Technik ein sehr riskantes Unterfangen. Die erste Hürde war die finanzielle Ausstattung.
   Navarro-Valls wandte sich an den Finanz-Verwalter des Vatikans, den nordamerikanischen Kardinal Edmund Szoka, die erforderlichen Gelder für dieses Projekt bereitzustellen. Glücklicherweise fand er Gefallen an dieser Idee. Schon in den 1980er Jahren, damals noch als Erzbischof von Detroit, sammelte er 80.000 Dollar um die Rota und die anderen vatikanischen Gerichte mit Computern auszustatten. Als er 1990 in den Vatikan kam, um die Leitung der Finanzen und des Rechnungswesens zu übernehmen, tauschte er zuerst die Rechenmaschinen gegen Computer aus und brachte eine Ordensschwester mit, um die Ausbildung der Mitarbeiter sicher zu stellen.
   Kardinal Szoka versprach Navarro-Valls sein Möglichstes zu tun, griff dann zum Telefon um einige Freunde in den USA anzurufen und so kamen 25.000 Dollar zusammen, um den Internet-Auftritt des Vatikans zu beginnen. Navarro-Valls fand zwei Helfer für seinen Auftrag: einen Argentinier und die Ordensschwester Judith Zoebelein Foto oben. Und er suchte weitere Helfer: Erzbischof John Foley, der Leiter des vatikanischen Rates für soziale Kommunikation, besorgte für den Vatikan-Staat die Länderkennung “va”.
  Weihnachten 1995 war es dann so weit: www.vatican.va ging online - mit einer einzigen bescheidenen Seite - mit der Weihnachtsansprache des Papstes, seinem Segen und einem Link mit der eMail-Adresse. Die Reaktion war vom ersten Augenblick an überwältigend. Mehr als 300.000 Menschen  aus  70  Ländern  besuchten  diese Seite in  den ersten 48 Stunden. Der Papst erhielt beim Internet-Start etwa 1.000 eMails. Beamte des Vatikans fanden das “feedback” zufriedenstellend und sahen sich auf dem rechten Weg. Eine eMail kam von Sarah, einem jungen Mädchen aus den USA.Sie meinte, der Papst habe sich zu Weihnachten erkältet und gab ihm den Ratschlag, er solle Hühnersuppe zu sich nehmen, das würde ihn gesund machen. Ein Priester aus Kanada äußerte seine Freude, dass er die Predigt des Papstes lesen könne, während er seine eigene vorbereite.
   Diese und weitere eMails überzeugten Johannes Paul II. vom Internet-Auftritt des Vatikans und er war jetzt sicher, dass über dieses Medium nicht nur Informationen der Kirche verbreitet werden könnten, sondern dass das Netz auch als “wertvolles Instrument für die Einheit der Kirche” dienen würde, so berichtet es Navarro-Valls.
  Trotz dieses Anfangserfolges geschah in den nächsten 15 Monaten nicht viel. Erst zu Ostern 1997 bekam die Site einen modernen und größeren Rahmen. Wenigstens bei zwei Gelegenheiten drängte der Papst zur Eile, auch gegen Widerstände dieses Projekt weiter zu bringen. Unter der Leitung der Franziskaner-Schwester Judith Zobelein ist der Informationswert der Vatikan-Site unaufhörlich gestiegen. Zur Zeit bietet der Vatikan 65.000 Dokumente auf rund 200.000 Seiten an (mehr als zwei Gigabyte auf dem Speicher). Wöchentlich kommen etwa 90 Dokumente (Enzykliken, Lehrschreiben, Briefe, Ansprachen) dazu.
  Täglich werden jetzt von der Homepage des Papstes zehn Millionen Seiten abgerufen und Experten erwarten eine Verdoppelung der Zugriffe, nachdem jetzt eine virtuelle Führung durch die Vatikanischen Museen ermöglicht worden ist.
   Ein Zeichen für eine weitere Expansion des Internet-Dienstes ist der Umzug der Redaktion in neue Arbeitsräume im Untergeschoss des Apostolischen Palastes, außerhalb der vatikanischen Mauern. Von Pennsylvania aus den USA kommt die neue Computer-Ausstattung. Und es gibt auch Pläne für die nahe Zukunft: Die Homepage soll interaktiv nutzbar werden und eine globale Suchmaschine soll die weltweiten Aktivitäten der universalen Kirche Jesu Christi vernetzen.  CT030706

Evangelisation und Internet  -  wir stehen am Start!        JPII-66x

   Der anglikanische Erzbischof von York, David Hope, meinte vor fünf Jahren: “Das Internet bietet viele Möglichkeiten zum Bösen”.  Und er meinte dann weiter, dass der Zauber des Computers eine Gefahr für eine “seelenlose Gesellschaft” sei, die uns letztlich verschlingen könne.
   Das sah der Papst deutlich anders. Am Weltkommunikationstag verglich Johannes Paul II. Foto oben das Internet mit dem Forum des antiken Rom, “wo Geschäft und Politik stattfand, wo religiöse Pflichten erfüllt wurden, wo ein großer Teil des sozialen Lebens sich ereigneten und wo das Gute und Böse der menschlichen Natur offenbar wurde”. Der Papst sieht im Internet eine Möglichkeit zur Evangelisation und hält es für eine “große Einladung zu dem großen Abenteuer, die frohe Botschaft des Evangeliums zu verkünden”.
   Das weltweite Netz kennt keine geografischen Grenzen. Das bedeutet, dass auch in restriktiven Gesellschaften Informationen über den Glauben erreichbar sind. Erzbischof  Dr. John Foley, Präsident des päpstlichen Rates für Kommunikation bringt es auf den Punkt: “Das Internet bietet Suchenden, oder auch denen, die nur neugierig sind, Möglichkeiten der Inspiration oder Information, zu denen sie sonst keinen Zugang hätten.”
Erzengel kämpft gegen die Viren Internetseite des Vatikans  - eine der meistbesuchten der Welt -
  „Gibt es einen Schutzheiligen für das Internet?”, wird Schwester Judith Zoebelein oft gefragt. „Noch nicht, wir warten auf Vorschläge”, antwortet die 55-jährige Web-Expertin des Vatikans den Neugierigen aus aller Welt.
  Den Aufbau der Papst-Homepage hat die in New York geborene Ordensschwester aber auch ohne Schutzpatron sehr gut hinbekommen: Die Web-Seite des Heiligen Stuhls ist heute mit bis zu 10 Millionen Treffern pro Tag eine der meist besuchten der Welt.
   Das Interesse an Johannes Paul II. war in der Web-Gemeinde riesengroß, sagt die zierliche Frau im dunklen Ordensgewand. „Vor allem wollten die Leute Details aus dem Privatleben des Papstes wissen”, erzählt sie. Rund 180.000 eMails erhielt der Pontifex zu seinem 25. Amtsjubiläum. Der Server hatte Mühe, mit dem riesigen Andrang fertig zu werden. Die Papst-Adresse ist nur an seinen Geburtstagen von der Vatikan-Homepage:  www. vatican.va aus zugänglich. 
   Der Heilige Stuhl ging erstmals Weihnachten 1995 online. „Der Papst ist ein großer Verfechter der modernen Medien, da sie neue Wege der Evangelisierung eröffnen”, sagt Schwester Judith. Nach mehreren Auslandsstationen hatte sich Schwester Judith 1991 beim Vatikan beworben, als dieser eine erfahrene Kraft für den Aufbau seiner Computer-Infrastruktur suchte. Das Interesse für die neuen Medien hatte sie schon von Kindesbeinen an - schließlich arbeitete ihr Vater als Programmier. „Damals gab es hier kaum Computer”, erinnert sie sich. Heute existieren im Vatikan rund 1.000 eMail-Anschlüsse,  alle Büros sind vernetzt. Stolze 30 Großrechner füllen den Server-Raum im Apostolischen Palast.
   Um den zahlreichen neuen Projekten des Vatikans gerecht zu werden, installieren Techniker einer kalifornischen Computerfirma gerade einen zweiten Server-Raum. „Wir werden unsere Rechner-Kapazität mehr als verdoppeln”,  erzählt  Koordinator Luigi Salimbeni. In wenigen Wochen beginnt die Testphase für das erste virtuelle Portal katholischer Gemeinden. Dann können die Gläubigen in aller Welt in Newsgroups miteinander chatten.
  Schwester Judith scheint es gelungen zu sein, das Überirdische auch im profanen Medium Internet angemessen darzustellen. „Die Technik muss das Heilige widerspiegeln”, lautete ihr Credo. So wird die Web-Seite „Gabriel” genannt, wie der Erzengel der Verkündigung. Die Firewall zum Schutz vor Computer-Viren heißt „Michael”, wie der Wächter-Engel. Und das Intranet, das nur für die Angestellten zugänglich ist, trägt den Namen „Raphael”, der stets im Geheimen bleibt. NOZdpa041315 Die in China beliebten Internet-Foren Sina.com und Sohu.com hatten Gebete und Kommentare zum Tod von Papst Johannes Paul II. aus dem Netz genommen.
  Ein Sprecher von Sohu.com bestätigte die Zensur und sagte: “Religiöse Angelegenheiten sind etwas Besonderes. Wir fürchten, dass eventuell Probleme entstehen könnten.” afpNOZ050405
    Bejings verschärft erneut die Kontrolle über das Internet. “Das Internet ermöglicht den Leuten neue Wege, sich zu organisieren, und ist deshalb eine wachsende Bedrohung für die Regierung”, sagt Law Yuk-kai von von der Hong-Konger Gruppe “Human Rights Monitor”. rtrHAZ050930

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