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Neue digitale TV-Zeitschrift
TV-Zeitschriften gibt es nicht nur am Kiosk: Digital-Fans können nun die erste kostenlose Version der elektronischen Fernsehzeitung „TV-Browser" auf Notebook, Tablet oder PC installieren. Nach Angaben des Entwicklers erfasst die werbefreie und personalisierbare Software mehr als 1.000 TV- und mehr als 100 Radiosender. Neben einer Suchfunktion bietet das Programm auch eine Erinnerungsfunktion kurz vor Beginn einer vorgemerkten Sendung. Auch Erweiterungen sind verfügbar - von der Aufnahme- steuerung für TV-Karten bis zur Twitter-Anbindung. Der TV-Browser 3.0 arbeitet unabhängig vom Betriebssystem und erfordert Java ab Version 5.0. HAZ110419dpa
Gesucht – gefunden: Spiritualität im Internet
Das Internet: ein unendlicher Raum, in dem sich unzählbar vieles zu Spiritualität und Kirche findet. Eine der klassischen Zeitschriften in diesem Bereich – Geist und Leben – hat jetzt den Schritt in die Virtualität gemacht, neben der gedruckten Ausgabe gibt es nun alles, was jemals dort erschienen ist, auch als Datei. 4.500 Artikel es seit 1926, in ihnen zeigt sich die gesamte reflektierte Spiritualitäts- geschichte im deutschsprachigen Raum. Pater Andreas Schönfeld, Chefredakteur von ‚Geist und Leben’: „Um diesen Schatz an geistlichen Texten zur Verfügung zu stellen, macht es eben Sinn, das alles zu digitalisieren, aber das nicht nur durch einzelne PDF-Dateien, sondern insgesamt mit den gesamten Metadaten, so dass man weiß, wo die Texte im Ursprünglichen Zusammenhang verortet waren. Über dieses chronologische Archiv hinaus haben wir eine Datenbank, in der die gesamten 4.500 Artikel enthalten sind. Dort kann ich einen Begriff eingeben wie ‚Karl Rahner’, und dann werden mir alle Artikel in chronologischer Folge angezeigt.“ Rufe man zum Beispiel Ratzinger auf, findet sich ein Artikel zu „Christi Himmelfahrt“ oder seinen Artikel samt Briefwechsel mit Ida Friederike Görres zum priesterlichen Amt. Die Zeitschrift und ihr Vorgänger ZAM ist komplett im Internet abrufbar, die letzten 5 Jahrgänge allerdings nur für Abonnenten. Der Rest ist frei zugänglich unter www.geistundleben.de. „Die Idee war nicht, die Zeitschrift durch die Digitalisierung zu stabilisieren. Meine Idee war, dass diese Digitalisierung einfach notwendig ist. Wenn wir das Internet in Verbindung mit dem Printmedium nicht nutzen, wäre das nicht sehr sinnvoll. Der Hauptgedanke war der der Innovation, die Zeitschrift gemeinnütziger zu machen und für mehr Leute zu erschließen.“ Und all dies jetzt im Internet unter www.geistundleben.de. RV110115ord
Neue Suchmaschhine “www.wolframalpha.com”
Die neue Suchmaschine WolframAlpha ist gestartet unter www.wolframalpha.com. Sie legt ihren Fokus auf statistische Informationen und deren Aufbereitung - und erlaubt die Darstellung vergleichender Daten, etwa wenn man nach „IBM Apple" sucht: Dann erstellt die Maschine eine Tabelle mit den wichtigsten Finanzdaten der beiden Unternehmen und stellt sie fein säuberlich nebeneinander. Aber auch semantische Abfragen sind möglich: „weather Hannover the day John F. Kennedy died" zeigt - wie ein Test in den vergangenen Tagen ergab - tatsächlich auf Anhieb die Wetterlage in ausführlichen Daten und Kurven, die bei Hannover am Flughafen Langenhagen an jenem Tag gemessen worden ist, als die Schüsse auf John F. Kennedy fielen. Im Hintergrund greift WolframAlpha auf eigene Daten- banken in der Größenordnung von 10 Terabyte zurück. Mit Google dürfte das System dennoch kaum konkurrieren, es handelt sich um ein gravierend anderes Konzept. Auffindbar sind lediglich von WolframAlpha bereitgestellte Daten mit Schwerpunkt US-amerikanischer Herkunft, während Google jegliche im Web auffindbaren Daten maschinell untersucht, gewichtet und aufbereitet. Eine der vielen großen Lücken im Datenmaterial von WolframAlpha sind etwa von politischen Wahlen. Hier gibt es noch viel zu tun - ebenso wie bei der Angabe der Quellen, aus denen das Material stammt. Nicht immer ist die Quelle eindeutig angegeben. HA090514msc
Tipps und Tricks für’s Suchen im Internet
Suchbegriffe eintragen: Die allgemein übliche Google-Suche besteht darin, Suchbegriffe nacheinander ohne Kommas ein- zutragen - die Begriffe müssen auch nicht durch „und" verknüpft sein. Google findet daraufhin Doku- mente, in denen die Suchwörter möglichst prominent vorkommen und nahe beieinander stehen. Die im Folgenden genannten weiteren Beispiele und Tipps basieren auf Anleitungen von Google selbst sowie einer Zusammenstellung der Universität Köln. Groß- und Kleinschreibung: Google unterscheidet nicht zwischen Groß- und Kleinschreibung. Häufig verwendete Begriffe: Wörter wie „der", „die", „das", „wo" und „wie" und im Englischen „I" kommen sehr häufig in den Doku- menten des Webs vor und werden deshalb von Google bei normalen Abfragen ignoriert. Sind diese Wörter jedoch für die Abfrage wichtig, kann man sie entsprechend kennzeichnen: mit einem vor dem Suchbegriff eingetragenen Plus-Zeichen. Statt „Star Wars I" sollte man „Star Wars +1" eingeben - dann berücksichtigt Google das römische „I" gesondert. Nach Datum sortieren: Suchergebnisse werden normalerweise nach Relevanz sortiert, eingeschätzt von Google. Über einen Link „Nach Datum sortieren" lassen sich die Funde entsprechend zeitlich sortieren. Suche verfeinern: Findet man zu viele Treffer für eine Suche, kann man die Abfrage durch weitere Suchwörter ver- feinern oder auch durch Ausschließen von Suchbegriffen konzentrieren: Ein vorangestelltes Minus- zeichen stellt sicher, dass der entsprechende Suchbegriff in den Funden nicht vorkommt. Beispiel: „Saturn -Handelskette -Gott" schließt Treffer zum Thema „Saturn" aus, die sich um die gleichnamige Handelskette oder den römischen Gott drehen. Genaue Suche: Anführungszeichen vor und hinter einer Suchanfrage helfen beim Finden von Wortgruppen in exakt der gewünschten Schreibweise - etwa bei dem Musiktitel „Hoch auf dem gelben Wagen". Datumssuche: Es ist möglich, die Suche auf einen bestimmten Zeitraum einzugrenzen. Dazu benutzt man am einfach- sten die „Erweiterte Suche", die Google rechts neben dem Eingabefeld angibt, in dem anschließend angezeigten Formular kann man unter „Datum" beispielsweise die Angabe „in den letzten 24 Stunden" eintragen. Erweitertes Suchen: Über das entsprechende Suchformular sind eine Vielzahl weiterer Eingrenzungen möglich, zum Beispiel bei der Suche nach den Begriffen in einer bestimmten Sprache oder auch bei der Suche nach bestimm- ten Dokumententypen beispielsweise dem PDF- oder Word-Dokument-Format Domain-Suche: Wer bereits weiß, dass eine bestimmte Information auf einer besonderen Website abgelegt ist, sie dort aber nicht mehr wiederfindet, kann über den „site:"-Befehl Google derart einschränken, dass die Maschine ausschließlich Treffer der entsprechenden Website zeigt. Z.B. listet „kbwn:kirche" nur Seiten des kbwn auf, die sich mit dem Thema Kirche befassen. Der Suchbegriff wird dabei ohne Leerzeichen hinter dem Doppelpunkt geschrieben. Suchen im Cache: Manchmal löschen Websitebetreiber ihre Seiten, oder deren Server ist just nicht erreichbar – häufig ist das bei brisantem Material der Fall. Google hält jedoch unter Umständen Kopien dieser Seiten in einem „Cache" (Zwischenspeicher) vor. Dann kann man nach „cache:www.domain.de" danach bei Google suchen. HAZ090514msc
Für unsere Mitglieder ein beachtenswerter Bericht und Kommentar der FAZ als Hilfe bei bei der Anschaffung eines neuen Computers: Google sagt Windows den Kampf an
Der Internetkonzern bringt nach einigen Verzögerungen die ersten Laptops mit dem Chrome-Betriebs- system heraus. Er startet damit seinen Angriff auf das dominierende Betriebssystem von Microsoft. Chrome ist als internetbasiertes Programm konzipiert, während Windows auf der Computerfestplatte installiert wird. Der amerikanische Internetkonzern Google macht Ernst mit seinem schon seit einiger Zeit geplanten Angriff auf Windows, dem bislang marktbeherrschenden Betriebssystem für Personalcomputer des Softwarekonzerns Microsoft. Jetzt kommen die ersten beiden Mini-Laptops oder Netbooks auf Basis des von Google entwickelten Betriebssystems „Chrome OS" in den Vereinigten Staaten, Deutschland und fünf anderen Ländern auf den Markt. Die zwei „Chromebooks" werden nicht von Google selbst, sondern von den Computerherstellern Acer und Samsung produziert. Nach seinem Erfolg mit dem Betriebssystem Android, das in internetfähigen Handys (Smartphones) und Tabletcomputern zum Einsatz kommt, will sich Google damit auch als Plattform auf Personal- computern etablieren. Das Manöver kommt zu einer Zeit, in der Windows Schwächen zeigt und ver- wundbar scheint. Microsoft meldete in seinem jüngsten Quartalsbericht einen Umsatzrückgang in der Windows-Sparte. Google verfolgt mit den Chromebooks einen anderen Ansatz als Windows. Chrome OS ist als internetbasiertes Programm konzipiert, in dem fast alle Aktivitäten online stattfinden, während Win- dows mit seinen vielen Komponenten auf der Computerfestplatte installiert wird. Das neue Be- triebssystem basiert auf dem Internetzugangsprogramm Chrome, das seit seiner Einführung im Jahr 2008 dem rivalisierenden Microsoft-Programm Explorer stetig Marktanteile abgenommen hat. Der internetbasierte Ansatz erlaubt den Chromebooks eine schlanke Struktur und macht es nach Angaben von Google möglich, dass die Rechner innerhalb von acht Sekunden hochgefahren werden können. Windows-Geräte brauchen dagegen oft mehrere Minuten zum Starten. Weil sich das meiste Geschehen im Internet abspielt, entfällt für den Nutzer auch die Notwendigkeit, sich selbst um Updates seiner Software zu kümmern, denn dies erledigt Google selbst online oder in der sogenannten „Cloud". Auch müssen Chromebook-Nutzer nach Darstellung des Internetkonzerns ihre Daten nicht mehr auf externen Speichermedien absichern. Google-Mitgründer Sergey Brin sagte bei der Vorstellung der Chromebooks in San Francisco, bisherige Betriebssysteme machten es zu einer Qual für die Nutzer, den Computer zu verwalten. „Dies ist ein fundamental fehlerhaftes Modell. Chromebooks stehen für ein neues Modell, das die Last, den Computer zu verwalten, nicht mehr auf einen selbst legt." Das Konzept von Google hat aber auch Kehrseiten. Ohne Verbindung zum Internet sind die Chromebooks nur begrenzt einsatzfähig. Allerdings verspricht das Unternehmen, dass eine Reihe von internetbasierten Applikationen für die Laptops auch genutzt werden können, wenn der Rechner offline ist. Der „Cloud"- Ansatz verlangt wiederum von den Nutzern die Bereitschaft, Google die Gewalt über ihre Daten zu überlassen. Google hofft, sowohl Endverbraucher als auch Unternehmenskunden für die Chromebooks begeistern zu können. Die Geräte werden in Amerika von 349 Dollar an verkauft. Für Unternehmenskunden bietet Google ein Abonnementmodell für 28 Dollar im Monat je Nutzer an. Google gibt seine Chrome-Software - ebenso wie Android - kostenlos an die Hersteller ab, hofft aber, auf indirektem Wege Geld zu verdienen, etwa über Werbung. Von den Abonnementgebühren soll Google einen nicht näher bezifferten Anteil bekommen. Die Netbook-Offensive von Google kommt zu einer Zeit, in der dieses vor wenigen Jahren noch rasant wachsende Segment erheblich unter Druck gerät - vor allem durch die Konkurrenz von Tablet- computern wie dem iPad von Apple. Microsoft gab vor wenigen Wochen in seinem Quartalsbericht bekannt, dass der Umsatz im Geschäft mit diesen kleinen Laptops gegenüber dem Vorjahr um 40 Pro- zent abgestürzt ist. Diese Schwäche wurde maßgeblich für den Umsatzrückgang bei Windows verantwortlich gemacht. Google steht im wachstumsstarken Tabletgeschäft anders als im Smartphone- Markt noch am Anfang. Der Markt wird bislang klar von iPad dominiert. FAZ110513lid Angebot mit Tücken Nach dem Erfolg seines Handy-Betriebssystems Android will der Internetkonzern Google nun auch Personalcomputer erobern. In Kürze sollen die ersten Laptops auf den Markt kommen, die mit dem Google-Betriebssystem Chrome OS arbeiten - eine Attacke auf den Softwarekonzern Microsoft und sein Allerweltsprogramm Windows. Es ist aber schwer vorstellbar, dass die neuen Chromebooks in naher Zukunft mehr als Nischenprodukte sein werden. Vieles an dem internetbasierten Konzept klingt zwar verführerisch: Das Windows-Ärgernis des ewigen Hochfahrens entfällt, Software-Updates erle- digen sich ohne Zutun des Nutzers in der „Cloud". Das Modell verlangt aber von den Nutzern, die Kontrolle über ihre Daten an Google abzugeben, und hierin liegt gehöriges Abschreckungspotential. Nicht nur steht Google im Ruf, sorglos mit persönlichen Daten umzugehen. Auch an der technischen Zuverlässigkeit von Cloud-Angeboten gibt es heute noch berechtigte Zweifel, wie gerade eine Panne von Amazon unterstrichen hat. Gerade in Unternehmen, die für Google bei dem Projekt eine wichtige Zielgruppe sind, ist keine massenweise Abwanderung von Windows-Rechnern zu Chromebooks zu erwarten. FAZ110513RolandLindner
Googeln für Fortgeschrittene 
Einmal mehr überarbeit die Internet-Suchmaschine Google ihre Eingabemaske und ergänzt faszinie- rende neue Möglichkeiten der Suche im Web. Dabei waren bereits die bisherigen Suchmöglichkeiten ausgefeilt. Vor unseren Augen entsteht soeben, ohne dass wir es recht bemerken oder jemand dafür auf den roten Startknopf gedrückt hat, ein neues World Wide Web. Es ist das „semantische Web" - ein Netz zuverlässig zugänglicher Datenbanken, die miteinander verknüpft werden können. Dabei klingt der Begriff des „semantischen Webs" viel zu theoriebeladen, als dass man damit selbst ambitionierte Internetnutzer hinter dem Ofen hervorlocken könnte. Erst die konkreten Anwendungsmöglichkeiten machen den Nutzen deutlich. „Wie häufig war in den vergangenen zehn Jähren Vollmond, als Zeitungen einen Tag darauf über Amokläufe an Schulen berichteten?" Das wäre so eine Frage, die das semantische Web irgendwann beantworten kann. Davon allzu weit entfernt sind wir nicht mehr - die Wetterlage in einer beliebigen Stadt am Tag einer einzelnen Amoktat lässt sich schon jetzt abfragen (über die Suchmaschine WolframAlpha - siehe oben auf dieser Seite). Wohl auch wegen der teils beeindruckenden Ergebnisse von WolframAlpha hat die mit großem Abstand führende Suchmaschine Google jetzt Neuheiten für ihre Abfrage- und Antworttechnik angekündigt. So erweitert Google seine Internet-Suche um mehrere Funktionen, die Nutzern die Navigation erleichtern sollen. Die Ergebnisse lassen sich künftig nach den unterschiedlichen Inhalten sortieren und tabellarisch wie auch in einer Begriffswolke anzeigen. Auf der US-Website sind einige dieser Neuerungen bereits verfügbar, in anderen Ländern werden sie nach Angaben eines Sprechers bald eingeführt. Sichtbar machen kann man sie sich, indem man auf der US- Seite von Google unter www.google.com/en den leicht versteckt angezeigten Link „Show options“ aufruft, dann lassen sich Funde und Veröffentlichsdatum, Art des Inhalts wie Forumseintrag, Video, Foto oder Rezension einschränken. Über eine „Timeline“ (einen Zeitstrahl) kann man sich zudem die Fundstellen zeitlich sortiert aufrufen. Beispiel: Bei der Suche nach „Hannover 96“ reicht der Zeitstrahl bis ins Jahr 1896 und sogar noch weiter zurück und verlinkt zu einigen US-amerikanischen Websites, die das Geburtsjahr des hannoverschen Vereins als einen Themenaspekt behandeln. Zudem können Nutzer sich anzeigen lassen, welche verwandten Themen es gibt. Bei „Hannover 96" werden nahe- liegend weitere Bundesligavereine und „Robert Enke" und angeboten. Und über ein „Wonderwheel", eine Art Zauberrad, werden Oberbegriffe angeboten - zu „Robert Enke" etwa seine früheren Vereine „CD Teneriffa" oder der 96-Gegner von vor Kurzem, Eintracht Frankfurt. Wie Google weiter bekanntgab, soll im öffentlich zugänglichen „Labor" von Google unter labs.google.com ein Dienst namens „Squared" starten, übersetzt: „im Quadrat". Dabei werden Funde in Tabellen sortiert. Eine Suche nach „Kameras 8 Megapixel" bringt dann (zunächst auf Englisch) eine verzeichnishafte Übersicht über Kameras mit- samt Fotos und weiteren technischen Daten. WolframAlpha startete am Montag, dem 18. Mai 2009. HAZ090515MarcusSchwarze
Microsoft startet neue Offensive gegen Google
Der Softwarekonzern Microsoft stellt seine neue Internetsuchmaschine vor und will damit endlich Marktanteile gewinnen. Noch immer steht auch die Frage nach einer Allianz mit Yahoo im Raum. Der weltgrößte Hersteller von Computerprogrammen, Microsoft, startet eine weitere Offensive, um die dominierende Position von Google in der Internetsuche anzugreifen. Nachdem die Bemühungen um eine Allianz mit dem Google-Wettbewerber Yahoo bislang zu keinem Ergebnis geführt haben, versucht es Microsoft diesmal wieder aus eigener Kraft eine neue Version seiner Suchmaschine vorzustellen. Das neue Programm, das bislang unter dem Codenamen „Kümo" bekannt war, soll eine Weiterentwicklung des derzeitigen Microsoft-Suchdienstes „Live" sein. Nach einem Bericht des „Wall Street Journal" setzt Microsoft auf eine stärkere Kategorisierung der Suchergebnisse. Die Idee dahinter ist, den Nutzer bei der Internetsuche nicht mehr wie bisher mit einer Liste von Links zu anderen Seiten weitgehend alleinzulassen, sondern Ergebnisse zu gruppieren. So können bei der Suche nach einem bestimmten Automodell die Treffer nach verschiedenen Kategorien sortiert werden, etwa Gebrauchtwagen, Zubehör, Videos oder Diskussionsforen. Microsoft plant eine groß angelegte Werbekampagne, um seine neue Suchmaschine bekannt zu machen. Auch der Wett- bewerber Yahoo hat in der vergangenen Woche eine Weiterentwicklung seiner Internetsuche hin zu einer stärkeren Sortierung der Ergebnisse angekündigt. FAZ090525lid

Bei den Konkurrenten von Google Bing, Yahoo, Wolfram Alpha, Metager: Wer im Internet etwas sucht, muss nicht immer den Marktführer nutzen.
Google ist für viele das Maß der Dinge, wenn man eine Information im Internet sucht. Weltweit hat die Suchmaschine einen Marktanteil von mehr als 90 Prozent. Doch sind in jüngster Zeit zwei weitere Suchmaschinen angetreten, dem Giganten Marktanteile im Browsermarkt abzutrotzen. Microsoft hat seine Maschine „Bing" unter www.bing.de veröffentlicht, und unter www.wolframalpha.com ist eine neue Suchadresse von Wolfram Alpha aufgetaucht, die verspricht, Antworten auf vor allem statis- tische Anfragen zu geben. Wolfram Alpha geht dabei anders als Google und Bing vor: Ausgeworfen werden überprüfte und vor- geblich seriöse Informationen von Behörden und statistischen Erhebungen - während Google und Bing auch Webseiten in ihren Index aufnehmen, die von wem auch immer ins Internet gestellt wurden. Bei Google und Bing kommt man daher nicht umhin, stets die Seriosität einer gefundenen Seite in Augen- schein zu nehmen. Wolfram Alpha ist da verlässlicher. Nicht zu vergessen ist, dass es mit Yahoo noch einen weiteren großen Mitbewerber im Such- maschinenmarkt gibt. Allerdings ist Bing direkt nach seinem Marktstart vor wenigen Monaten an Yahoo vorbeigezogen. Aus Deutschland ist zudem Metager www.metager.de erwähnenswert, das von der Universität Hannover aus mehrere Suchmaschinen auf eine einzelne Anfrage hin befragt. Im sogenann- ten Live-Web gewinnt zudem die Suchen-Funktion von Twitter unter search.twitter.com an Bedeu- tung: Sie durchsucht in Echtzeit die kurzen Beiträge von Teilnehmern am sozialen Netzwerk Twitter. Dabei können sich durchaus Goldstücke ansammeln: Der Trick von Twitter besteht darin, dass Teilneh- mer Links zu empfehlenswerten Webseiten verbreiten, es sich also um Webseiten handelt, die offen- bar eine gute Quelle sind. Diese von Menschen vorgenommene Prüfung einer Webseite kennen Google und Bing nicht, dort arbeiten stumpf Maschinen das Web ab und bewerten die Seiten nach intelligenten, maschinellen Algorithmen, die so geheim sind wie das Rezept für Coca-Cola. So kann Twitter bei aktuellen Ereignissen durchaus Google und Co. den Rang ablaufen. Wenn etwa irgendwo ein Flugzeug abgestürzt ist, findet sich bei Twitter mit Sicherheit jemand, der auf die Schnelle und knapp darüber berichtet und einen Link zur ersten Quelle im Internet nennt. An- dererseits können über Twitter auch viele Falschinformationen oder Propaganda verbreitet werden. Während der Demonstrationen nach der Wahl in Iran nutzten viele dieses Live-Web, um an den staatlichen Medien und der Zensur vorbei Dinge zu veröffentlichen. Den Wahrheitsgehalt konnte man nur schlecht überprüfen. Faszinierend aber war und ist noch immer an der Suchen-Funktion, dass man sich darüber auf die Schnelle ein „Bild" machen kann: durch Verwendung eines „Hashtags", nämlich der Raute #, einem Stichwort wie zum Beispiel „iranelection" und durch die Eingrenzung auf eine Sprache wie zum Beispiel Arabisch. Twitter übersetzt diese Beiträge auf Wunsch mikrosekundenschnell ins Englische. HAZ090914MarcusSchwarzeErnstKorinthDirkKirchberg

Leserlieferanten für Nachrichtenseiten Besucheranteile deutscher Nachrichtenseiten, die von Facebook und Google kommen, in Prozent
Facebook gewinnt als Leserlieferant für die Nachrichtenseiten an Bedeutung. Nach Messungen von Comscore kommen inzwischen 14 Prozent der Bild.de-Leser direkt von Facebook. Im Vergleich zum Vor- jahr haben zwar alle deutschen Nachrichtenseiten ihren Facebook-Anteil kräftig erhöht, doch niemand zieht einen so großen Nutzen daraus wie der Springer-Titel, der mit 400.000 Fans klar vor dem „Spiegel" (170.000), N-TV (68.000), „Süddeutsche Zeitung" (35.000), FAZ (25.000), „Focus" (16.000) und „Welt" (13.000) liegt und überdies Facebook-Funktionen besonders stark in seine Seite integriert hat. Auf Facebook verbringen die deutschen Internetnutzer inzwischen rund 13 Prozent ihrer gesamten Zeit, das sind 10 Prozentpunkte mehr als vor einem Jahr. Google scheint dagegen als Leserlieferant für die Nachrichtenseiten an Bedeutung zu verlieren. Die Zahlen berücksichtigen allerdings noch nicht den Start des sozialen Netzwerkes Google+ und auch nicht das sogenannte Panda-Update, mit dem Google originäre Inhalte besser in den Suchergebnissen platzieren will. Beide Effekte könnten den Google-Anteil wieder erhöhen - müssen das aber nicht in jedem Fall. Denn von Panda profitieren nach ersten Be- rechnungen zwar viele große Nachrichtenseiten, aber Regionalzeitungen, die häufig das gleiche Agen- turmaterial auf ihren Seiten veröffentlichen, werden tendenziell abgestuft. Der Einfluss des Kurz- nachrichtendienstes Twitter auf die Leserschaft der Nachrichtenseiten ist bisher kaum messbar ge- wesen, da die Nutzer viele verschiedene Dienste eingesetzt haben. Twitter hat aber nun den einheit- lichen Linkverkürzer t.co eingeführt, der die Messung des Gesamteffektes ermöglichen soll. FAZ110823ht
Wie Browser und Webseiten funktionieren Der Netz-Navigator führt heute zu einem Handbuch, das das Internet erklärt
Fast drei Viertel aller Deutschen nutzen das Internet, in mehr als 90 Prozent aller Haushalte gibt es einen Breitbandanschluss. Die Zahlen des Branchenverbands Bitkom und des Statistischen Bundesamts zeigen: Der vernetzte Computer ist aus dem Alltag nicht wegzudenken. Dennoch wissen viele Anwender oftmals gar nicht so genau, was passiert, wenn sie eine Website aufrufen, wofür ihr Browser Kekse - also Cookies - braucht und warum sie sich vielleicht langsam von ihrem lieb gewonnenen, aber steinalten Internet Explorer 5 verabschieden sollten. „20 Dinge, die ich über Browser und das Web gelernt habe" schafft Abhilfe. Die Grundlagen des Umgangs mit dem modernen Internet vermittelt die als Buch aufgemachte Website in einfachen Worten. Durch den Fachsprechdschungel, in dem so kuriose Pflanzen wie HTML und URL, EV-SSL-Zertifikat und DNS gedeihen, schlägt das Handbuch eine verständliche Schneise und erklärt unter anderem, wie neue Programmier- techniken Webseiten besser machen und wie sich übelwollende Software Zugang zu persönlichen Daten verschaffen kann. Dass Google und seine Produkte im Verlauf des Textes erstaunlich häufig auftauchen, ist kein Wunder: „20 Dinge" wurde vom Google-Team in Auftrag gegeben. Den Informationswert mindert der Fokus auf den Fir- mengiganten aus Kalifornien jedoch nicht. Die Grundlagen des Netzes gelten schließlich für alle gleicher- maßen. HA110829josi Einfach erklärt: www.20thingsilearned.com
Das Buch zur Serie „So klappt's mit dem Internet".
Verlegt bei Madsack Supplement. 226 Seiten, 14,90 Euro. Zu bestellen unter https://shop.haz.de beim Buchhandel oder telefonisch unter 0 18 01 – 51 85 18 (3,9 Cent pro Minute aus dem Festnetz der T-Com, aus dem Mobilfunknetz ggf. teurer). Der Versand kostet 2,80 Euro.

Erbsenzähler unter sich Der raue Umgangston in der Online-Enzyklopädie Wikipedia verprellt immer mehr Autoren
Das Online-Lexikon Wikipedia eilt von Bestmarke zu Bestmarke. Fast jeden Monat verkündet Sue Gardner, Direktorin der Wikimedia Foundation, Rekorde bei den Zugriffszahlen, allein im März 2011 suchten weltweit 400 Millionen Menschen nach Informationen. Die deutschen Wikipedianer, wie sich die Wissenssammler nennen, wollen das Projekt sogar zum Weltkulturerbe ernennen lassen. Es könnten also goldene Zeiten anbrechen - doch das Gegenteil ist der Fall: Der Internet-Enzyklopädie laufen im zehnten Jahr des Bestehens die ehrenamtlichen Autoren davon. Laut einer Studie der Wikimedia Foundation werden die Artikel von immer weniger unterschiedlichen Personen geschrieben. Immer seltener bleiben Neulinge dem Autorenkreis erhalten, die meisten haben nach einem Jahr wieder aufgegeben. Und besonders gravierend ist die Situation in der deutsch- sprachigen Wikipedia, schreiben die Macher der Studie. Schuld daran sei ein nervenaufreibender und im Umgangston rauer Kleinkrieg, der seit Langem hinter den Kulissen der deutschen Wikipedia tobt. Dabei geht es stets um die Relevanzfrage: Was darf rein und was nicht? Das ursprüngliche Ziel von Wikipedia-Gründer Jimmy Wales lautete, „jeder Person freien Zugang zum gesamten Wissen der Menschheit zu ermöglichen". Nur - was umfasst das „gesamte Wissen"? Alles, was relevant ist - darauf haben sich die Wikipedianer geeinigt. Regeln soll das ein detaillierter Kriterien- katalog, der wichtige von unwichtigen Artikeln unterscheidet. Auf den 30 DIN-A4-Seiten steht zum Beispiel, dass ein Busunternehmen mindestens eine Million Kilometer pro Jahr zurücklegen und ein Wein- gut zwei Staatsehrenpreise bekommen haben muss, um als „relevant" zu gelten. Nicht nur für Neulinge ein schwer zu durchschauendes Sammelsurium. Was gegen diese Kriterien verstößt, wird zum Löschen vorgeschlagen. So erging es auch Ernie G. Wasson, der unlängst zum Sinnbild der ausufernden Relevanzdebatte geworden ist. Der Beitrag über den US-Salbeiforscher war Ende 2009 der einmillionste Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia. Ein Teil der Wikipedia-Gemeinde verfuhr mit dem Jubiläumseintrag jedoch äußerst rabiat: Wasson sollte gelöscht werden. Der sei nur ein simpler Gärtner, monierte ein Nutzer, und löste damit eine wochenlange Diskussion über Sinn und Unsinn der Relevanzkriterien aus. Die Debatte offenbarte ein Dilemma, das die Wikipedia bis heute verfolgt: Da fast alle großen Themen aus- führlich behandelt sind, wird es für Autoren zunehmend schwerer, nicht mit den Relevanzkriterien zu kollidieren. Eine Gruppierung innerhalb der Autorengemeinschaft, die sogenannten Inklusionisten, fordert dennoch, weiterhin möglichst viele Informationen in die Wikipedia aufnehmen. Überzeugte Inklusionisten haben gar ein Wiki für gelöschte Wikipedia-Artikel ins Netz gestellt www.pluspedia.de. Die Gruppe der Exkludisten dagegen will die Zahl der Einträge beschränken und stattdessen die Qualität der bestehenden Artikel erhöhen. Die Heftigkeit der Debatte zwischen den Gruppen zieht einen tiefen Graben durch die Community und verprellt immer mehr Neuautoren. Auch die rund 280, von der Autorengemeinschaft gewählten Administratoren sind sich untereinander nicht grün. In einer Umfrage kritisierten sie im vergangenen Jahr die „unterirdische" Diskussionskultur sowie eine „feindliche Atmosphäre". Einige Administratoren attestierten ihren Kollegen gar eine „Eliten- bildung und Abschottung". Jeder Vierte gab an, „frustriert zu sein". Unklar ist, warum besonders die deutsche Wiki-Community offenbar zu Erbsenzählerei und Kleinkrieg neigt. Immer schneller greift man sich immer heftiger an, dabei geht es nicht selten um Eitelkeiten statt um Sachargumente. Und was sagt Lexikon-Gründer Jimmy Wales? Der hat sich in der Debatte unlängst auf die Seite der Exkludisten geschlagen. „Es gibt einige Dinge, die man getrost rausschmeißen könnte", sagte er im Interview. Die Artikelanzahl allein sei nicht entscheidend. Er wolle die Qualität erhöhen und mehr Aka- demiker zum Schreiben animieren. Ohnehin sieht Wales die Löschdebatten als Garant für Neutralität und Qualität. Denn nicht alles, was zum Löschen vorgeschlagen wird, verschwindet zwangsläufig. Wie Ernie G.Wasson: Der Salbeiforscher durfte online bleiben, nachdem eifrige Autoren das Netz nach Bele- gen durchstöberten hatten, dass Wasson eben doch mehr als nur ein Gärtner ist. 110405FreerkSchenker
Gesucht – gefunden: Spiritualität im Internet
Das Internet: ein unendlicher Raum, in dem sich unzählbar vieles zu Spiritualität und Kirche findet, das meiste eher dubiosen Ursprungs und zweifelhafter Qualität. Eine der klassischen Zeitschriften in diesem Bereich – Geist und Leben – hat in dieser Woche den Schritt in die Virtualität gemacht, neben der gedruckten Ausgabe gibt es nun alles, was jemals dort erschienen ist, auch als Datei. 4.500 Artikel es seit 1926, in ihnen zeigt sich die gesamte reflektierte Spiritualitätsgeschichte im deutschsprachigen Raum. Pater Andreas Schönfeld, Chefredakteur von ‚Geist und Leben’: „Um diesen Schatz an geistlichen Texten zur Verfügung zu stellen, macht es eben Sinn, das alles zu digitalisieren, aber das nicht nur durch einzelne PDF-Dateien, sondern insgesamt mit den gesamten Metadaten, so dass man weiß, wo die Texte im Ursprünglichen Zusammenhang verortet waren. Über dieses chronologische Archiv hinaus haben wir eine Datenbank, in der die gesamten 4.500 Artikel enthalten sind. Dort kann ich einen Begriff eingeben wie ‚Karl Rahner’, und dann werden mir alle Artikel in chronologischer Folge angezeigt.“ Rufe man zum Beispiel Ratzinger auf, findet sich ein Artikel zu „Christi Himmelfahrt“ oder seinen Artikel samt Briefwechsel mit Ida Friederike Görres zum priesterlichen Amt. Die Zeitschrift und ihr Vorgänger ZAM ist komplett im Internet abrufbar, die letzten fünf Jahrgänge allerdings nur für Abon- nenten. Der Rest ist frei zugänglich unter www.geistundleben.de. „Die Idee war nicht, die Zeitschrift durch die Digitalisierung zu stabilisieren. Meine Idee war, dass diese Digitalisierung einfach notwendig ist. Wenn wir das Internet in Verbindung mit dem Printmedium nicht nutzen, wäre das nicht sehr sinnvoll. Der Hauptgedanke war der der Innovation, die Zeitschrift gemeinnütziger zu machen und für mehr Leute zu erschließen.“ Und all dies jetzt im Internet unter www.geistundleben.de. RV110115ord
Internet: Zahlen, Daten und Fakten
■Laut einer aktuellen Studie des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnologie waren 2008 erstmals mehr als 70 Prozent der Deutschen online. Eine Studie der Arbeitsgemeinschaft Online Forschung geht von 42,84 Millionen Menschen. (66 Prozent der deutschen Bevölkerung ab 14 Jahren) aus, die das Netz nutzen. Zum Vergleich: In den Niederlanden beträgt der Anteil 81 Prozent, auf Island 86, in Italien 34, in Griechenland 28 Prozent. ■Weltweit werden jeden Tag rund 120 Milliarden eMails verschickt. Geschätzte 90 Prozent davon sind unerwünschte Werbe-Mails (Spam). ■Neun von zehn Surfern gehen von zu Hause aus ins Internet, ein Drittel am Arbeitsplatz und knapp ein Drittel bei Freunden oder Verwandten. Die beliebteste Art, sich ins WWW reinzuklicken, ist mit Abstand DSL, das in den eigenen vier Wänden von 69,1 Prozent der Onliner genutzt wird (ISDN: 19 Prozent). ■Für die Übertragung von Daten ist das Internet Protokoll zuständig. IP-Adressen sorgen - ähnlich wie Briefadressen - dafür, dass Datenpakete ihre Empfänger erreichen. Ein neuer technischer Standard erlaubt, dass etwa 340 Sextillionen solcher IP-Adressen vergeben werden könnten. ■Chinesische Wissenschaftler haben errechnet, dass das Internet ganz regelmäßig wächst und sich alle 5,32 Jahre verdoppelt. ■2008 sind in Deutschland nach Angaben der Gesellschaft für Konsumforschung (GFK) 29,5 Millionen Kunden im Internet auf Einkaufstour gegangen (ein Plus von zwölf Prozent). Dabei gaben die Verbraucher rund 13,6 Milliarden Euro aus - fast ein Fünftel mehr als im Jahr zuvor. ■Einer der beliebtesten Artikel, die Kunden beim Online-Shopping erwerben, sind Bücher. HA090323

Die Entwicklungsländer holen im Internet auf. Foto: Wissbegierige Computernutzer in Tansania. In diesem Jahr gehen schätzungsweise knapp eine viertel Milliarde Menschen erstmals online. Die meisten von ihnen kommen aus Entwicklungsländern. Hier gibt es noch viel Potential. Im Mobilfunk sind die Ärmeren schon deutlich weiter. Für immer mehr Menschen auf der ganzen Welt werden die modernen Kommunikationstechnologien zu einer Selbstverständlichkeit. Gehören Internet und Handy in den Industrieländern längst zum bürger- lichen Standard, ziehen nun auch die Entwicklungsländer mit hohem Tempo nach. Das zeigen die jüngsten Statistikzahlen der Internationalen Fernmeldeunion (ITU), einer Organisation der Vereinten Nationen. Demnach kommen die meisten neuen Internet-Nutzer des Jahres 2010 nicht aus Industrie-, sondern aus Entwicklungsländern. Die ITU prognostiziert, dass in diesem Jahr fast eine viertel Milliarde Menschen erstmals im Netz surfen. Von den 226 Millionen Neulingen kommen 162 Millionen aus Entwick- lungsländern. FAZ101026tih

Internetnutzung 2001 - 2111 in Deutschland

Internet schlägt Fernsehen? Fernsehen schlägt Internet? Wahrscheinlicher ist: Beide wachsen zusammen wie hier in Sonys ersten Internetfernseher

Jeden Tag mehr als eineinhalb Stunden im Netz Das Internet gewinnt weiter an Bedeutung - als Umsatzbringer, Werbeträger, Informationsquelle und Nachrichtenmedium. Die anderen Medien können sich aber behaupten. Die Transformation in eine digitale Medienwelt läuft ungebrochen weiter. Seit 2002 hat sich die tägliche Internetzeit eines Erwachsenen in Deutschland im Durchschnitt von 30 auf 95 Minuten pro Tag erhöht. Das ermittelte der Fernsehvermarkter SevenOne Media im Rahmen einer Repräsentativ- befragung von 4.400 Menschen in Deutschland. Der Anteil an der Gesamtmedienzeit der Menschen beträgt inzwischen 18 Prozent und wird weiter zulegen. Neun von zehn Menschen rechnen künftig mit einer steigenden oder stark steigenden Bedeutung des Netzes. Die Allensbacher Computer- und Technikanalyse (Acta) hat ergeben, dass inzwischen 82 Prozent der Deutschen das Internet nutzen, davon 59 Prozent täglich. Für kein anderes Medium geben die Deut- schen so viel Geld aus. Allein für breitbandige und mobile Internetzugänge sind es in diesem Jahr mehr als 9 Milliarden Euro. Das errechnete die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PwC in ihrem „German Entertainment and Media Outlook 2010-2014". Zusammen mit der Online-Werbung werden 2010 im Internet 12,5 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaft, fast dreimal so viel wie vor fünf Jahren. Bis 2014 könnte der Umsatz aus Zugängen und Werbung schon auf 17,5 Milliarden Euro steigen, angetrieben vor allem von mobilen Internetzugängen und der Suchmaschinenwerbung. Umsätze mit dem Verkauf von Inhalten sind in diesen Zahlen nicht enthalten. Werden die gesamten Medienmärkte betrachtet, fließt in diesem Jahr erstmals mehr Geld für Zu- gänge und Werbung ins Internet als in das Fernsehen, wie PwC ausgerechnet hat. Der Vorsprung des Netzes wird sich in den kommenden Jahren vergrößern, aber die klassischen Medien können ihre Um- sätze zumindest halbwegs stabil halten, lautet die Prognose der Prüfer. Das Internet ist also auf dem Weg zum Leitmedium, hat diesen Status aber erst bei den jungen Menschen erreicht - in der Gesamt- bevölkerung (noch) nicht. Das Wachstum im Netz scheint die meisten anderen Medien auch in der Gunst der Nutzer nicht zu verdrängen. Besonders das Fernsehen scheint unter dem Aufschwung des Internets gar nicht zu leiden. Im Gegenteil: Das Fernsehen hat seine Nutzungsdauer in den vergangenen acht Jahren sogar um 9 Prozent auf 206 Minuten am Tag ausgebaut, während das Radio und die Printmedien in diesem Zeitraum verloren haben. Während heute im Durchschnitt noch 120 Minuten am Tag Radio gehört wird, waren es am Beginn des Jahrzehnts noch 160 Minuten. Unter den Printmedien scheinen die Zeitschriften die großen Ver- lierer des Medienwandels zu sein, da sie fast die Hälfte ihrer täglichen Nutzungsdauer auf nur noch 9 Minuten am Tag eingebüßt haben, während mit der Zeitungslektüre noch 18 statt vorher 24 Minuten am Tag verbracht werden. Die Aufteilung des auf 9 Stunden täglich gewachsenen Medienbudgets sieht das Fernsehen mit einem Anteil von 39 Prozent und das Radio mit 23 Prozent weiterhin ganz vorne. Allerdings schrumpft der Vorsprung vor dem Internet. Das Buch hat einen Anteil von 6 Prozent an der täglichen Medienzeit. Auf Computer- und Videospiele entfallen heute 5 Prozent, gefolgt von Zeitungen und Videos mit jeweils 4 Prozent und Zeitschriften mit nur noch 2 Prozent. Die Perspektive für die Zeit- schriften scheint besonders düster zu sein, denn 44 Prozent erwarten einen weiter fallenden Stellen- wert der Zeitschrift im Media-Mix. Damit liegt die Zeitschrift am Ende der Skala, die klar vom Internet angeführt wird. Mit der zunehmenden Medienzeit steigt auch die Parallelnutzung, die besonders häufig zwischen Fernsehen und Internet festzustellen ist. Dabei wird im Fernsehen geschaut und im Internet meist kommuniziert, wie eine Microsoft-Studie ergeben hat. 75 Prozent der Multitasker gaben an, während- dessen eMails zu schreiben, 49 Prozent halten sich in sozialen Netzwerken auf, und 39 Prozent nutzen Instant Messenger. „Von einer Kannibalisierung des Fernsehens kann nicht die Rede sein", sagt Daniel Haberfeld, Marktforschungsdirektor bei SevenOne Media. Vielsurfer sind laut der Studie häufig auch Vielseher. Die 14- bis 49-Jährigen, die vergleichsweise lange im Internet unterwegs sind, verbringen täglich 20 Minuten mehr mit Fernsehen als ihre Altersgenossen, die kürzer online sind. Auch die Detailbetrachtung der Zielgruppen 14 bis 29 Jahre sowie 30 bis 49 Jahre bestätigt diesen Fakt. Die Tatsache, dass nur ein Bruchteil der Internetnutzung auf Medieninhalte entfällt, widerlegt die These der Kannibalisierung. 39 Prozent der Online-Zeit wird für Information und Unterhaltung genutzt. Der weit größere Teil der Nutzungszeit entfällt auf Einkauf, Bankgeschäfte, Kommunikation und soziale Netzwerke. Die Internetnutzung schwankt allerdings erheblich mit dem Alter. Zum Beispiel verwenden junge Men- schen bis 19 Jahre mehr als die Hälfte ihrer Online-Zeit mit Kommunikation und sozialen Netzwerken, während die älteren Nutzer stärker mit dem Einkaufen oder Bankgeschäften beschäftigt sind. Die Rolle der Medien für die aktuelle Information ändert sich ebenfalls im Zeitverlauf. Die Acta sieht weiterhin Fernsehen und die Zeitung als wichtigste Informationsquellen, wenn auch mit abnehmender Bedeutung. Das Internet holt als Nachrichtenquelle stetig auf, liegt mit einem Anteil von 34 Prozent aber nur an vierter Stelle, noch hinter dem Radio. Wird die Gruppe der 20 bis 39 Jahre alten Akademiker betrachtet, hat das Internet in diesem Jahr die Zeitung als zweitwichtigstes Nachrichtenmedium überholt. Vorne liegt auch unter den jungen Akademikern das Fernsehen. Dagegen haben die Print- medien in der vergangenen Dekade in dieser Gruppe deutlich an Relevanz eingebüßt. Generell scheinen Nachrichten im Netz aber eher gelegentlich konsumiert zu werden. Zwar geben mehr als die Hälfte der Befragten an, Nachrichten zu Politik und Wirtschaft im Internet anzuschauen, aber nur 18 Prozent lesen regelmäßig Politiknachrichten und nur 10 Prozent informieren sich stetig über Wirtschaft. Deutlich stärker nachgefragt als vor drei Jahren werden Informationsangebote zu den Themen Gesundheit, Immobilien, Wetter, Computer- und Online-Themen sowie Sport. Deutlicher zeigt sich die Verschiebung der Informationsnachfrage ins Internet bei allgemeinen Themen. Auf die Frage, in welchem Medium man sich näher informiere, antworten inzwischen 71 Prozent der Menschen mit „Internet". Mit Ausnahme des Radios sind die Anteile aller anderen Medien in den vergangenen zehn Jahren zum Teil deutlich gesunken. In der Gruppe der jungen Menschen zwischen 20 und 29 Jahren bevorzugen sogar 82 Prozent das Internet als Informationsmedium. Ein großer Wachstumstreiber für das Internet sind mobile Geräte wie Smartphones und künftig Tablet- Computer wie das iPad von Apple. Nach Allensbach Angaben gehen rund 5,2 Millionen Deutsche - in der Mehrzahl jüngere Männer - mit ihrem Handy (Smartphone) mobil ins Internet. Die aufgesuchten Seiten sind meist Wetterangebote, aber auch Nachrichtenseiten wie Bild Mobil, Sportl.de und Spiegel Mobil, die nach dieser Befragung rund eine halbe Million Besucher im Monat haben. Die öffentlich- rechtlichen Handyangebote von ARD und ZDF kommen auf knapp 200.000 Besucher im Monat. Unter den Menschen, die schon Mini-Anwendungen (Apps) auf ihr Gerät geladen haben, stehen das Twittern und das Verfassen von Kommentaren in Blogs oder Foren ganz oben. Hieran zeigt sich, dass vor allem die digitale Avantgarde heute mobil im Internet unterwegs ist. 17 Millionen Menschen nutzen soziale Netzwerke wie Facebook oder Xing. Mehr als die Hälfte tut dies regelmäßig, 28 Prozent ge- legentlich und 21 Prozent ganz selten. Überraschend hoch ist die Nutzung des Kurznachrichtendienstes Twitter. Danach lesen 3,7 Millionen Menschen gelegentlich oder häufig Twitter-Nachrichten. Google bleibt nach dieser Prognose auch in den kommenden Jahren der beherrschende Akteur auf dem deutschen Online-Werbemarkt. In dessen Taschen fließen, je nach Marktabgrenzung, auch in den kommenden Jahren mindestens die Hälfte aller im deutschen Internet ausgegebenen Werbe-Euro. Da auch die grafische Online-Werbung, die Kleinanzeigen und die mobile Werbung weiter steigen, könnte der gesamte Online-Werbemarkt bis 2014 auf ein Volumen von 6,2 Milliarden Euro wachsen. „Der Siegeszug der Online-Werbung war absehbar", sagt Werner Ballhaus, Leiter des Bereichs Technologie, Medien und Telekommunikation bei PwC. Durch die Wirtschaftskrise habe sich der strukturelle Wandel der Medienbranche erheblich beschleunigt. Die Konsumenten wanderten verstärkt ins Internet und ver- brächten immer mehr Zeit online. „Diesem Trend folgen die Werbebudgets. Zusätzlichen Schub gewinnt die Entwicklung durch das mobile Internet, das dank attraktiver Endgeräte, schneller Mobilfunknetze und Datenflatrates zunehmend an Bedeutung gewinnt", sagt Ballhaus. FAZ101019HolgerSchmidt
Pilotprojekt: Deep Web – Konkurrent für Experten beantworten (fast) jede Frage kostenlos
Hamburger Bücherhallen und Bibliotheken bieten einzigartige Serviceleistungen im Internet. Sie eröffnen den Zugriff zu speziellen Datenbanken oder elektronischen Fachzeitschriften. Das einzige Manko: Kaum jemand nutzt das Angebot - bislang. Ach ja, es ist ein Elend mit der Jugend. Da surft sie stundenlang in der schönen neuen Datenwelt. Mal ein Buch anfassen? Fehlanzeige. Doch darum muss man ja nicht den Kopf in den Sand stecken. Im Gegenteil. „Wenn die jungen Leute nicht zu uns kommen, dann kommen wir eben zu ihnen”, bringt es Wolfgang Tiedtke (58) von den Bücherhallen Hamburg auf den Punkt. Der Diplombibliothekar ist in der Hauptverwaltung am Hühnerposten verantwortlich für den Internetauftritt und alle anderen virtuellen Aktivitäten seines Hauses. Seit Jahren registrieren die Bücherhallen einerseits einen stetigen Rückgang der Besucherzahlen in den Bücherhallen - auf der anderen Seite steigt die Zahl der aus geliehenen Bücher und anderer Medien. Erklärlich ist dies nur, weil immer mehr Hamburger online im Katalog surfen, Verlängerungen notieren und Bücher vorbestellen. Oder sie nutzen den neuen eMedien-Service und laden sich Texte, Hörbucher, Musik öder Videos direkt auf den PC oder PDA herunter. Hamburg ist federführend im eMedien-Angebot seiner öffentlichen Bibliotheken. Zusammen mit einigen Häusern in Würzburg, Köln und München hat man sich für Pilotprojekte zusammengeschlossen. Bei all den Aktivitäten geht es auch darum, die Ressourcen, die das Internet bietet, zu nutzen. Deep Web lautet das Stichwort. Normaluser kennen das: Man sitzt vor dem PC und googelt sich durchs Netz. Irgendwann landet man bei Wikipedia und hat das Gefühl: Jetzt weiß ich Bescheid. Der entschei- dende Denkfehler, sagte Anne Christensen Foto unten von der Staats- und Universitätsbibliothek in Hamburg: „Google und Co. sind nur die Spitze des Eisberges”, so die 33-Jährige aus der IT-Abteilung der Stabi. Ungefähr 550-mal größer sei dagegen das Deep Web. Das auch als „verstecktes Web” bezeichnet den Teil des World Wide Webs, der bei einer Recherche über normale Suchmaschinen nicht auffindbar ist. Zusammen mit Wolfgang Tiedtke und anderen Kollegen aus Hamburger Bibliotheken hat Christensen einen wegweisenden Service entwickelt: „Fragen Sie Hamburger Bibliotheken”: Die Bedie- nung ist einfach, für Fachleute wie Laien, jede Frage wird von einem der gerade diensthabenden Biblio- thekare am anderen Ende der Leitung geprüft und weitergeleitet - zum Beispiel an die TU-Harburg, die Bücherhallen, die Helmut-Schmidt-Universität oder an die Deutsche Zentralbibliothek für Wirtschafts- wissenschaften in Hamburg und Kiel, das einstige HWWA. Hier wie dort sitzen die Experten den ganzen Tag vor dem Bildschirm, die Beantwortung der Fragen ist für sie eine Art Nebentätigkeit - schließlich verfügt jede der teilnehmenden Bibliotheken auch über eine eigene Website und dort verlinkte eigene Frageportale. Was also bringt der Zusammenschluss? Für Anne Christensen keine Frage: „Das ist ja genau das Tolle am Internet, dass wir uns im Gegensatz zu früher so einfach vernetzen können.” Hinzu kommt: Die fortschreitende Vernetzung sei eine wichtige Voraussetzung für das Überleben einer jeden Bibliothek im Zeitalter des Internet. Wer gegen Google und andere kostenlose Websites bestehen wolle, müsse intelligente und zukunftsweisende Dienste für seine Kunden bereithalten - zum Beispiel „Fragen Sie Hamburger Bibliotheken”. Und was kostet nun so eine Anfrage? Eine kaum zu beantwortende Frage. Für die Bücherhallen ist die Kulturbehörde zuständig, für die Stabi die Wissenschaftsbehörde, für die Helmut-Schmidt-Uni- versität die Bundeswehr - um nur die wichtigsten Geldgeber zu nennen. Hinzu kommen EU-Fördergelder und viele Drittmittel, es geht ja um das Gemeinwohl, also die Informationsmöglichkeiten für jeden Bürger. Anne Christensen kann nur eine „Milchmädchenrechnung” aufmachen, wenn sie von einer Handvoll Euro spricht, die eine Anfrage an direkten Kosten hervorruft. Doch was ist mit den Stabi- Computern, die auch für alle anderen Dienste genutzt werden oder mit den Kosten für hoch- spezialisierte Datenbanken? All dies müsste eigentlich hinzugerechnet werden, aber wie? Direkte Kosten hin, direkte Kosten her, noch ist der Dienst kostenlos für den Nutzer. Alle Be- teiligten hoffen, dass es noch lange so bleibt, denn auf diesem Wege gewinnen sie neue Kunden. Doch ein Manko gibt es: Die Nachfrage könnte viel stärker sein. Der Dienst leidet darunter, dass er zu wenig bekannt ist. Infos im Internet: www.hamburger-bibliotheken.de HADorotheaHeintze080326
Anne Christiansen über das “Deep Web” 
Anne Christensen Foto arbeitet in der IT-Abteilung der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg. Sie hat gemeinsam mit anderen Kollegen aus Hamburger Bibliotheken den Service entwickelt.
Interview von Dorothea Heintze vom Hamburger Abendblatt mit Anne Christensen: "Aktuelle und verlässliche Infos" Was bringt mir das Wissen über das Deep Web? Unglaublich viel - aber wichtig ist nicht nur die Masse. Das Deep Web bietet ganz andere Inhalte, z.B. spezielle Datenbanken oder elektronische Fachzeitschriften. Diese Ressourcen sind für die wissen- schaftliche Arbeit unerlässlich: Wer zu Impfstoffen für Noroviren oder dem Kriminalroman in der DDR forscht, benötigt möglichst vollständige, aktuelle und verlässliche Informationen darüber, was die jeweiligen Kollegen im In- und Ausland bereits zu dem Thema publiziert haben. Genau hier können wir Fachleute helfen. Ist „Fragen Sie Hamburger Bibliotheken” kostenlos für den Nutzer? Ja. Und über uns kommen Sie kostenlos an Datenbanken, für deren Dienste Sie normalerweise schon mal 30 Euro pro Anfrage zahlen müssten. Gute Datenbanken sind teuer. Wir haben im vergangenen Jahr für 700.000 Euro Lizenzen für die Nutzung von Deep-Web-Ressourcen gekauft. Bekommen Sie mehr Anfragen von Laien oder von Wissenschaftlern? Aber vor Ort überwiegt die Nutzung durch Studierende und Lehrende der Universität. Aber der Ser- vice wird intensiv auch von Bürgern der Stadt genutzt. Und doch gibt es einen Nachfragemangel. Erstaunt Sie das? Ja, denn unser Service ist wirklich, da muss ich jetzt mal Eigenlob betreiben, großartig. Wir be- fragen für den Kunden spezielle Datenbanken und Verzeichnisse, er bekommt Hinweise auf Literatur zu seinem Thema und Tipps für weitere Recherchequellen. Oder wir geben handfeste Auskünfte zu Ländern, Personen und Statistiken. Wer schnuppern will, was das Deep Web an Informationen bereithält, ist bei uns genau richtig. Die Bedienung ist denkbar einfach, für Fachleute wie Laien: Jede Frage wird von einem der gerade diensthabenden Bibliothekare am anderen Ende der Leitung geprüft und weitergeleitet.
Deutschlandweite Hotline für Apotheken-Notdiens
Krankheit richtet sich nicht nach Öffnungszeiten. Jede Nacht, an Wochenenden und an Feiertagen haben in Deutschland rund 2.000 Apotheken Notdienst und versorgen dann mehr als 20.000 Patienten. Welche Apotheke in Ihrer Nähe Notdienst hat, können Sie bei der kostenlosen, deutschlandweiten Hotline erfahren. Telefon: 0800 / 00 22 8 33 HA101002cre
Religionen im Internet
Vatikan: „Per Facebook und Twitter mit dabei“
Die Seligsprechung von Papst Johannes Paul II. an diesem Sonntag wird auch auf Facebook und Twitter ein Ereignis. Das hat der Vatikan an diesem Freitag angekündigt. Auf einer Pressekonferenz wies einer der Haupt-Organisatoren der Seligsprechung, Don Walter Insero, auf die Internetseite pope2you.net hin, die in den letzten Wochen in der „digitalen Welt“ auf das Ereignis aufmerksam gemacht hat. Darauf will der Vatikan jetzt aufbauen. „Auf dem offiziellen Twitter-Kanal, den der Vatikan für die Seligsprechung des Papstes eingerichtet hat http://twitter.com/#!/Pope2YouVatican, und auf der Facebook-Seite von Radio Vatikan facebook. com/#!/vatican.johnpaul2 wird sich die Feier der Seligsprechung live mitverfolgen lassen. Auf der Webseite „Pope2You“ wird man außerdem ein Streaming haben, das es auch für iPhone und iPad gibt. Ein weiteres Live-Streaming gibt es auch auf der Webseite vatican.va/videopotremo. Das alles ist ein weiterer großer Schritt der Kirche ins digitale Netz: Alle Katholiken sollen miteinbezogen werden in dieses Ereignis des Gebets und der Evangelisierung. Der Petersplatz soll um all die Gläubigen erweitert werden, die geistlich und im Gebet dabei sein wollen.“ Die bisherigen Aktivitäten des Vatikans im Internet hätten das Interesse vieler Blogger aus den USA, Italien und Spanien auf sich gezogen, so Insero. Es gebe allenthalben den Wunsch, die speziell zu diesem Anlass eingerichteten Facebook-Gruppen auch nach dem 1. Mai beizubehalten. Über pope2you. net seien fast 40.000 digitale Postkarten mit Worten des neuen Seligen an Jugendliche geschickt worden. RV110429sk
Papst auf YouTube
Papst Benedikt XVI. und der Vatikan haben den Schritt ins Internet getan: Ab sofort ist das katho- lische Kirchenoberhaupt auf der Online-Videoplattform You Tube mit einem eigenen Kanal präsent. Erste Videoclips zeigen Joseph Ratzinger mit Ausschnitten seiner Weihnachtsbotschaft sowie mit seiner Sicht zum Nutzen der Medien für den Frieden im „digitalen Zeitalter". Clips und Texte des Papstes oder des Vatikans werden unter youtube.com/vaticanit in Englisch, Spanisch, Deutsch und Italienisch an- geboten. HAZ090124dpa
Terminal: www.vatikan.va
Unser Papst hat nicht viel zu lachen gehabt in jüngster Zeit. Aber zumindest auf seiner Homepage ist ihm das Lächeln nicht abhandengekommen. Gütig grüßt er mit erhobenem Arm auf der offiziellen Website des Heiligen Stuhls www.vatican.va die Besucher und erklärt ihnen in acht Sprachen, darunter Latein, den Vatikan in allen Einzelheiten. Kongregationen, Gerichtshöfe, Synoden werden vorgestellt, auch das Arbeitsamt des Apostolischen Stuhls, das Amt für Philatelie und Numismatik sowie das Vatikanische Geheimarchiv. Es gibt einen liturgischen Kalender, viele Ansprachen des Papstes, Apostolische Schreiben und Enzykliken, eine Liste mit allen Heiligsprechungen der vergan- genen Jahre bis Alfonsa von der Unbefleckten Empfängnis aus Kudamalur in Indien und virtuelle Besichtigungstouren durch die Museen und Papstbasiliken. Interessant ist die offizielle Webpage des „Staates der Vatikanstadt" www.vaticanstate.va, die eng mit der Seite des Heiligen Stuhls vernetzt ist. Auch sie kennt die Institutionen bis hin zum Vatikanischen Filmarchiv, der Vatikanischen Sternwarte und der Vatikanischen Apotheke. Daneben bietet sie Webcams vom Grab Johannes Pauls II. oder vom Castel Gandolfo und vor allem eine interaktive Karte mit ausführlichen Präsentationen der Museen und Basiliken; allein der Sixtinischen Kapelle sind sechs Seiten gewidmet. In einem Online-Shop kann man sich anschließend mit Museumsdevotionalien, Münzen und Briefmarken eindecken. Der Geschichte des Vatikans widmet sich die Seite www.vaticanhistory.de die sämtliche Päpste und Gegenpäpste und die aktuellen Kardinäle in toto von Geraldo Majella Agnelo aus Brasilien bis Gabriel Zubeir Wako aus dem Sudan kennt, selbstverständlich auch alle apostolischen Reisen, Papstwappen und Papstgrabstätten. Erstaunlich aber ist die Hitparade der längsten Pontifikate. Spitzenreiter ist Petrus mit stolzen sechsunddreißig Jahren, gefolgt von Pius IX. mit zweiunddreißig Jahren, dann kommt schon Johannes Paul II. mit sechsundzwanzig Jahren. FAZ090409str.
Informationsangebot über die Europäische Union
Die katholische Kirche modernisiert ihr Informationsangebot über die Europäische Union aus christlicher Perspektive: Ab sofort erscheint die Zeitschrift „Europe Infos“ in einem neuen und farbigen Online-Format sowohl als elektronischer Newsletter als auch als eigene Internetseite. Als käufliche Zeitschrift wird „Europe Infos“, die seit 14 Jahren erscheint, eingestellt. Dafür kann das neue elektronische Magazin kostenlos abonniert werden. Herausgegeben wird „Europe Infos“ von der ComECE, dem Verbund der katholischen Bischofskonferenzen im EU-Raum mit Sitz in Brüssel sowie vom „Jesuit European Office“ (OCIPE). Mit der Umstellung auf elektronische Medien wolle man zeitgemäßer und schneller reagieren, erklärte der aus Österreich stammende Vize-Generalsekretär der ComECE, Michael Kuhn, gegenüber „Kathpress“. Das Magazin ziele darauf ab, das Europäische Projekt für Europas Bürger zugänglicher und verständlicher zu machen. Neu ist auch die Website, wo man den Newsletter abonnieren und auch alle Artikel finden kann. RVpm110122kap > www.europe-infos.eu
Ratgeber: praktische Tipps für die Suche im weltweiten Netz
Information und technische Vernetzung sind untrennbar geworden. Das hat die Internationale Funkausstellung in Berlin gezeigt. Doch die tägliche Praxis in der Nutzung des Internet ist nicht immer so einfach, wie es von den Messespezialisten gern vorgeführt wird. Nicht jeder Einsteiger weiß auch, was eine HTML-Seite oder eine URL ist, oder der Unterschied zwischen .com und .org. Ein weiteres ist das Auffinden der Internetseiten, die Christen interessieren. Einige Tipps hierfür gibt jetzt ein Taschenbuch, das Johann Bauer unter dem Titel “Internet und Religion - Ein praktischer Ratgeber” Paulusverlag Freiburg Schweiz, 2006, 191 S., ISBN 3-7728-0657-7, EUR 18,- herausgegeben hat. Nach einer leicht verständlichen Einführung in das Internet werden Internetseiten aus der Kirche in den deutschsprachigen Ländern genannt und kurz erklärt. Den Anfang macht hier die “Privatinitiative” www.kath.de, in der Katholiken in einer gemeinsamen Web-Präsenz die aktuellen Inhalte für ihre “Bistümer, Akademien, Verlage und Medienstellen” anbieten. Diese Site arbeitet ohne Kontrolle oder Zwischeninstanzen, daher schnell, unkompliziert und kostenfrei. Dann folgt die Seite der Deutschen Bischofskonferenz mit www.katholische-kirche.de. Der Autor lobt die Übersicht über das Geschehen in den einzelnen Bistümern sowie die Links für Gemeindearbeit, Weltkirche oder Ökumene. Die offizielle Seite des Heiligen Stuhls lautet www.vatican.va, auf der es auch eine deutsche Seite gibt mit Zu- gängen zu verschiedenen Themen wie Bibliotheken oder Museen, aber auch etwa zu München, Alt- ötting oder Regensburg. Auch die Orthodoxe Kirche in Deutschland ist in dem Band aufgeführt, ihr liebevoll gestalteter Internetauftritt werde jedoch nur etwa alle zwei Monate erneuert: www.kokid.de. Interessant sind auch die Hinweise zu theologischen Fakultäten, Bistümern, Orden und kirchlichen Organisationen. Auch hier ist keine erschöpfende Übersicht möglich, nur eine Auswahl, die aber auch weiterleitende Links zur Verfügung stellt. Die Ordensgemeinschaften in Deutschland bietet www.orden.de an mit Informationen über das Or- densleben, Adressen, Angeboten über Klosterprodukte, geistliche Begleitung oder Literatur hierzu. Ein- zelne Orden sind leicht auffindbar unter deren Namen wie www.augustiner.de oder www.jesuiten.de. Wer sich über die Kirchenväter informieren will, findet mehr als 300 Querverweise auf der Internetseite www.newadvent. org/fathers auf der Grundlage einer englischsprachigen Homepage. Als Beispiele für die Exegese des Alten und Neuen Testaments nennt der Autor: www.uni-regensburg.de/Fakultaeten/Theologie/at-exegese/mat sowie die Seite www.theol.uni-graz.at/nt/heil/index.html. Die Informationen des Bandes sind insgesamt recht knapp gehalten und so nimmt der Überblick über verschiedene Religionen, Sekten und Geschichtliches beinahe eben soviel Raum ein wie die Hinweise, die Christen unmittelbar interessieren. Doch gibt es Hinweise zu sehr umfangreichen Darstellungen des Judentums, unter anderem mit Thora-Unterweisungen oder neuen Nachrichten aus Israel unter www.fas.harvard.edu/-cis auf englisch oder die Online-Enzyklo- pädie des Judaismus mit mehr als 200 Seiten unter www.jewfaq. org, (faq!) ebenfalls auf englisch. Umfangreiche Informationen zum Islam mit mehr als 55.000 Einträgen gibt es unter www.al-islam.com, die deutsche Präsentation zum Islam gibt der Zentralrat der Muslime in Deutschland heraus www.islam.de, über das “mathematische Wunder des Koran” und einiges mehr informiert www.nur-koran.de. Auch das kulturelle Leben hat Bauer mit verschiedenen Internetseiten berücksichtigt, etwa zur geistlichen Musik, zur Malerei oder Berührungspunkten des Glaubens mit den Naturwissenschaften. Tipps für Projektarbeiten oder für den Religionsunterricht in der Schule erweitern das Spektrum. Insgesamt ist der Band doch besonders für den Interneteinsteiger empfehlenswert, denn er führt eine Auswahl für den Gläubigen auf, die eine rasche Orientierung möglich machen. Bei einer Neuauflage wäre noch eine Erweiterung der Internetseiten wünschenswert. AlexanderRiebel

Ein Gespräch mit Bischof Franz-Josef Overbeck über die Bedeutung des Internets für die Katechese Kommunikation hat mit Communio zu tun
Ein frischer Wind weht vom Ruhrgebiet aus durch die katholische Welt, seit Franz-Josef Overbeck, Jahrgang 1964, zum Bischof der Diözese Essen ernannt wurde. Overbeck ist ein Intellektueller unserer Zeit, der keine Berührungsängste gegenüber den modernen Kommunikationsmitteln hat. Herr Bischof Overbeck, googeln Sie sich von Zeit zu Zeit? Ja, dies tue ich regelmäßig. Und wie kommunizieren Sie mit dem Vatikan? Per SMS und eMail? Für mich ist es selbstverständlich, per SMS und eMail zu kommunizieren. Je nach Anlass und Person trete ich aber auch per Brief und Telefon mit unterschiedlichsten Menschen in Verbindung. Stellt das Internet, das Papst Benedikt XVI. kürzlich mit dem „Vorhof der Völker" des Jerusalemer Tempels verglichen hat, die letzte große Missionsherausforderung für die katholische Kirche dar? Es ist und bleibt eine der großen Aufgaben der Kirche, Menschen, die Gott nicht kennen oder ihn vergessen haben, wieder neue Wege aufzuzeigen, Gott zu finden und in die Gemeinschaft der Kirche zu kommen. Auf diesem Weg kann auch das Internet - richtig genutzt - eine gute Hilfe sein. Doch bei aller Bedeutung ersetzt es nicht die unmittelbare Begegnung und das persönliche Lebenszeugnis. Ist es aber nicht auch Aufgabe der Kirche, eine gewisse Distanz zu dieser beschleunigten Welt und zu ihren Beschleunigern zu halten? Zu den Menschen zu gehen bedeutet nicht, alles mitzumachen, was Menschen heute umtreibt. In diesem Sinne gehört die Entdeckung der Langsamkeit und des Suchens von Ruhe und Stille zu den Aufgaben der Kirche. Deshalb gilt: Was von Bedeutung ist, das braucht einen besonderen Ort, eine besondere Begegnung und eine besondere Beziehung. Dieses zu pflegen heißt oft, sich in die Distanz zu unserer sich in vielen Beschleunigungsprozessen befindlichen Welt zu begeben. Priester sollen nun also, so will es Rom, „von den Möglichkeiten der neuen Generation audiovisueller Medien (Foto, Video, Blog, Website) Gebrauch machen". Gibt es dafür überhaupt genug Interesse, Kapazitäten und Kompetenzen in der Priesterschaft? Es gibt mittlerweile viele Priester und andere im Dienst der Kirche engagiert arbeitende Menschen, die mit großer Selbstverständlichkeit und zugleich Wachheit und Differenzierungsvermögen die moder- nen Medien nutzen, um die Botschaft des Evangeliums vielen Menschen zu vermitteln. In diesem Zusammenhang haben schon viele, gerade unter den Priestern, die Bedeutung der modernen Medien für die Katechese und so weiter entdeckt und nutzen sie selbstverständlich. Das Interesse ist hoch, Kapazitäten und Kompetenzen gibt es erfreulich viele, dies gehört zur Zeitgenossenschaft der Kirche. Die Männer Gottes haben die Aufgabe, „dem ununterbrochenen Kommunikationsstrom des Internets eine Seele zu geben ". Was meint der Heilige Vater denn damit? Kommunikation ist mehr als die Vermittlung von Worten, Bildern und einer Vielfalt von Informationen. Kommunikation hat vom Wortsinn her mit „communio", Gemeinschaft, zu tun. Diese zu pflegen und unter ethischen Gesichtspunkten den Menschen dienlich zu machen gehört zu dem, was die Seele des Menschen anrühren kann. Ist das Internet nicht vielleicht seelenlos, weil es das Medium des absoluten Zweifels ist? Zu jeder Wahrheit findet sich schließlich eine Gegenwahrheit. Das von Ihnen angesprochene Problem gibt es in jeder Form von Kommunikation, da diese immer medial bedingt ist. Das ist gerade dem Christentum als Religion des Logos bewusst. Der Zweifel ist im Übrigen kein Feind des Glaubens, sondern gehört dazu. Unter den heutigen Bedingungen geht die christliche Botschaft zudem immer durch das kritische Moment des Zweifels im Sinne einer Gegen- probe. Doch sind wir Christen freilich davon überzeugt, dass die Wahrheit des Evangeliums jeder Gegenprobe standhält. Allerdings wirkt das Internet in großen Teilen nicht nur laizistisch, sondern dezidiert antireligiös. Kann man dagegen noch ankommen? Die Welt des Internets bietet einen deutlichen Hinweis auf die Vielschichtigkeit und Meinungs- vielfalt, in denen sich jeder Mensch heute bewähren muss. Die Kirche selbst hat im Lauf ihrer Geschichte viele Phasen durchlebt, in denen sie dezidiert antireligiösen, antichristlichen und anti- kirchlichen Bewegungen standhalten musste und diese von innen her überwinden konnte. Auf diese Kraft der Wahrheit des Evangeliums setzt die Kirche und setze ich auch heute mit großer Selbst- verständlichkeit. Es gibt ja auch schon länger Versuche, Schritt zu halten. Ihr Essener Bistum twittert fleißig. Das Kölner Erzbistum hat die Plattform „medien-tube " ins Leben gerufen, die „eine Art katholisches Youtube" sein soll. Zu sehen sind Predigtmitschnitte, die Abrufzahlen sind meist nicht einmal dreistellig. Dagegen wurde die Pressekonferenz, die Sie nach Ihrer Ernennung zum Diözesanbischof gegeben haben, bei Youtube schon mehrtausendfach angesehen. Ist es also wichtiger, sich in die bestehenden Strukturen einzubringen, als parallele aufzubauen? Das ist eine Frage der Medienstrategie. Letztlich ist im Internet jedes Angebot nur einen Klick vom nächsten entfernt. Es ist daher sicher ratsam, verschiedene Plattformen zu nutzen und sich nicht nur auf einen Anbieter zu beschränken. So haben wir beispielsweise auch Videos in das Medien-Tube- Portal des Erzbistums Köln eingestellt. Auch muss man sehen, dass selbst bei einem Portal wie You- tube das Gros der Filme zumeist nur geringe Abrufzahlen aufweist. Im Übrigen hat sich das Kölner Domradio aus Sicht nicht nur des Ruhrbistums zu einem herausragenden Medienportal entwickelt, das den Nutzern qualitativ hoch-wertige Text-, Audio- und Videobeiträge anbietet. Muss aber Öffnung für das neue Medium nicht auch Öffnung für eine mit diesem Medium inzwischen fest verbundene Lebenswelt heißen? Hätte die katholische Kirche dann nicht neue Positionen zu beziehen in manchen Bereichen, etwa beim Thema Sexualität? Die katholische Kirche steht mit ihrer Verkündigung mitten im Leben. Aus guten und mit dem Evan- gelium und der Tradition unserer Kirche verbundenen Gründen nehmen wir zu wesentlichen Lebens- themen sehr eindeutige Positionen ein. Es ist eine Chance, die Medien zu nutzen, um gerade in dem von Ihnen angesprochenen Bereich der Sexualität Positionen zu beziehen, die der Würde des Menschen auf Dauer und dem Wohl der Gesellschaft und Vergemeinschaftung aller Menschen am meisten dienen. Hierüber gilt es in einen immer wieder deutlichen Diskurs einzutreten, ohne die klaren Positionen zu verwischen. Wäre in Zukunft auch ein ökumenisches Webangebot denkbar? Die Themen der Ökumene werden sicherlich eine Rolle spielen ebenso wie die wichtigen Fragen des Dialoges der Religionen. Dabei sind die jeweiligen Standpunkte gut zu beachten. Nur so kann Ökumene wie auch der Dialog der Religionen sinnvoll und zukunftsweisend sein. Im Übrigen sind wir weiter, als Sie denken. So gibt es ja zum Beispiel eine gemeinsame Plattform der katholischen und der evange- ischen Kirche, die deutschlandweit über Angebote zu Weihnachts- und Ostergottesdiensten informiert. Es geht voran! Wann werden Sie also nun mit dem Bloggen beginnen? Einen konkreten Termin kann ich Ihnen wenige Wochen nach meinem Amtsantritt als Ruhrbischof noch nicht nennen. Bloggen, nur um dabei zu sein, ist meine Sache jedenfalls nicht. Ich denke aber, dass Sie von mir lesen werden. FAZ100412InterviewOliverJungen.
Papst-Wort online direkt über Radio Vatican
Der Vatikan geht neue Wege bei der Verbreitung von Gottes Wort: Nachdem der Papst seit Jahren bereits über eine aufwendige Webseite http://www.vatican.va siehe Fotobericht unten auf dieser Seite verfügt, setzt Radio Vatikan jetzt auch auf die bei Jugendlichen so beliebten iPods-Audio-player, auf denen etwa Musik gespeichert und dann abgespielt werden kann. Jetzt können Interessierte unter dem Menüpunkt „podcasting” Predigten und Papst-Interviews aus dem Internet auf die Mini-Computer laden und über Kopfhörer abspielen. Das Angebot wird gut aufgenommen, wie die Jesuiten-Zeitschriaft „Civilta Cattolica” berichtet. Die Jesuiten fordern die Pfarrgemeinden auf, nicht die Möglichkeit zu unterschätzen, das Evangelium online zu verbreiten. So wurde der iPod bereits in iGod umgetauft. 051109NOZdpa Radio Vatikan, Deutsche Abteilung, I-00120 Città del Vaticano,T: +390669884101 - Fax+390669883844 eMail: deutsch@vatiradio.va Deutschsprachige Sendungen sind online live auf Abruf zu hören:www.radiovaticana.de.
Neue Internetseite für Jugendliche Der Vatikan gewinnt immer mehr Raum im Cyberspace. „Pope2you“ heißt das neue Internetportal aus der vatikanischen Medienfabrik. „Das sollte eine Seite für junge Menschen werden“, erklärt der Präsident des Päpstlichen Medienrats, Erzbischof Claudio Maria Celli bei der Vorstellung: „Schon die Eingangsseite zeigt das: der Papst und die Jugendlichen.“ Über „Pope2you“ - frei übersetzt: „Der Papst kommt zu Dir“ - ist Benedikt XVI. mit einem eigenen Profil im Internet-Netzwerk Facebook vertreten; zwar schreibe er dort noch nicht selbst, schmunzelt Celli, aber die Nutzer lernten seine Ideen, seine Predigten und Botschaften aus erster Hand kennen, könnten Bilder sehen und mit Freunden über die Inhalte diskutieren. Celli: „Das ist ein erster Versuch. Diese Seite sucht das Gespräch mit jungen Leuten: ein reichhaltiges, angenehmes, offenes und herzliches Gespräch.“ Speziell für i-Phones haben die vatikanischen Medienleute gemeinsam ein eigenes Format der Videonews entwickelt. Bereits seit Ende Januar zeigt der Vatikan diese Nachrichtenfilme in einem eigenen Kanal auf der Internetseite Youtube. Erzbischof Celli zum neuen www.pope2you.net: „Der Vatikan will sich dieser Lebensart, der Kultur der Jugendlichen nähern; nah dran sein an dieser digitalen Generation’, wie der Papst sie nennt.“ Ab 21. Mai 2009 ist die Seite im World Wide Web frei geschaltet und bietet Inhalte in fünf Sprachen an (italienisch, englisch, französisch, spanisch,deutsch). Warum gerade jetzt: Sie ist die vatikanische Initiative zum Welt-Medientag, der katholischen Kirche. Das Thema: „Neue Technologien - neue Verbindungen. Für eine Kultur des Respekts, des Dialogs, der Freundschaft“. Rv090519
St. Galler Handschriften im Internet
Einige der schönsten mittelalterlichen Handschriften aus der Stiftsbibliothek St. Gallen sind jetzt im Internet zugänglich. Wissenschaftler und interessierte Laien können derzeit 24 bis zu 1300 Jahre alte Dokumente in einer virtuellen Bibliothek bestaunen, erklärte Projektleiter Christoph Flüeler in St. Gallen. Die elektronische Erfassung der wertvollen Dokumente sei ein großer Schritt für die Handschriften- forschung und erlaube zudem die Schonung der wertvollen Bücher. Das unter dem Titel »Codices Electronici Sangallenses (CESG)« konzipierte Unternehmen wird von der Universität Freiburg (Schweiz) und von der St. Galler Stiftsbibliothek verwirklicht. Näheres unter www.cesg.unifr.ch 0OR90530
Videospiel für Blinde. Tonkulisse leitet Sehbehinderte durch Abenteuerwelt
Auf die Idee kam der Videospiel-Anhänger Franck Lucéa, als er eine Augenbinde tragen musste: „Da wurde mir erst klar, dass Blinde von Videospielen bisher ganz ausgeschlossen sind”, erinnert sich der 32-jährige Lehrer aus dem ostfranzösischen MontbéIiard. Gemeinsam mit seinem 38jährigen Kollegen Claude Bourdon machte sich Lucéa daran, das erste Videospiel für Sehbehinderte zu entwickeln, bei dem Töne und ein sensibler Joystick die Bilder auf dem Schirm ergänzen. Die Das Spiel setzt den blinden Samurai Tachido in Szene, der die Ehre seines Vaters rächen will und nach Meistern sucht, die ihn in die Kunst des Säbelkampfes einweisen. Bei der Spielentwicklung halfen Multimedia-Studenten, Grafiker, Programmierer und ein Spezialist für Akustik. Letzterer hatte die wichtigste Aufgabe zu bewältigen. Schließlich ist es vor allem die Tonkulisse, die den Sehbehinderten durch die Szenerie führt. Über vier Lautsprecher kann sich der Spieler akustisch orientieren. Links vorne hört er dann etwa eine Quelle, rechts hinten die Schritte des Helden. An ihrem Klang ist zu erkennen, ob die Figur auf dem Bildschirm durch Gras läuft oder über Asphalt. Durch die virtuelle Welt leitet den Spieler außerdem ein Joystick, der vibriert und je nach Phase langsamer oder schneller reagiert. Die Erfindung wurde kürzlich vom französischen Wissenschaftsministerium ausgezeichnet. Dadurch ermutigt, wollen die beiden Lehrer nun eine Vertriebsgesellschaft gründen. Blinden- organisationen sagten nach Angaben der werdenden Jungunternehmer bereits ihre Unterstützung zu. NOZafpSophieMakris040113
Barrierefreies Internet - Surfen ohne Stolpersteine
80 Prozent der Behinderten benutzen das Internet. Der größte Stolperstein ist dabei für Blinde und Sehbehinderte die Art und Weise, wie Internetseiten “gestrickt” sind. Für motorisch Behinderte, zum Beispiel Menschen mit einer Spastik, kann es ein Problem sein, die Maus exakt zu führen. Um Links an- zuklicken, müssen klare Abstände zwischen ihnen bestehen. Einfacher zu finden sind sie, wenn sie grundsätzlich links stehen und blau unterstrichen sind. Web-Designer erhalten Hilfe für die Erstellung barrierefreier Seiten. Nähere Infos dazu z.B. beim Projekt BIK - Barrierefrei Informieren und Kommuni- zieren auf der Homepage des Verbands der Blinden und Sehbehinderten in Deutschland [1]. Offene Türen? Teilhabe, Selbstbestimmung, Selbständigkeit sollen allen Menschen Türen öffnen, egal ob und wie behindert sie sind. Barrierefreiheit schafft Hindernisse aus dem Weg und hilft damit allen. Aber für alle (Gehörlose, Sehbehinderte, Spastiker, Farbenblinde etc.) kann nicht die gleiche Programmierung ge- wählt werden. Weitere Infos gibt es beim Multi-Media-Center Bonn, einem Studien-, Medien- und Internetcafe für Behinderte und Nichtbehinderte. Dort werden auch spezielle Internet-Kurse angeboten [2]. Umfangreiche Tipps für Programme, die für Sehbehinderte und Blinde besonders geeignet sind, findet man auf den Seiten von Heinz Bormann [3] Brücken bauen Barrierefreiheit baut Brücken und bedeutet: - Ein- und Ausgabegeräteunabhängigkeit - denn nicht alle arbeiten mit Maus oder Tastatur - Die Inhalte müssen erreichbar sein - d.h. es muss immer Alternativen geben, zum Beispiel Text für jede Grafik - Inhalt und Layout sind zu trennen - Damit Screenreader leichter lesen können, sind Standards einzuhalten (z.B. HTML) - einfache Sprache - Auf englisch heißt Barrierefreiheit “Accessibility”. Das World Wide Web Konsortium W3C hat “Quick Tips” zur Erstellung barrierefreier Internetseiten herausgebracht. Die deutsche Übersetzung findet man bei der Fern-Uni Hagen [4]. Gebärdensprache Schaut man die Nachrichten des Senders Phoenix, sieht man regelmäßig Gebärdendolmetscherinnen bei der Arbeit. Ein Beispiel für die Übersetzung einer Webinformation in die Deutsche Gebärdensprache (als Video) ist auch im Internet zu finden [5]. Freie Sicht am Rhein Beispiel Bürgerdienste Mülheim: Die Georg-Simon-Ohm-Schule in Köln hat im Rahmen ihrer Schüler- projektwoche 2002 wichtige Tipps in übersichtlicher Form zum Thema Barrierefreiheit zusammengestellt [6]. Als ein Beispiel für die Änderung von Internet-Seiten in die barrrierefreie Form wurde die Homepage der Bürgerdienste Mülheim umgestaltet, die öffentliche und soziale Dienstleistungen des Kölner Stadt- teils anbietet [7]. Und was tut der Staat? Seit dem vorigen Jahr gilt in Deutschland das Behindertengleichstellungsgesetz (BGG). § 11 schreibt vor: Träger öffentlicher Gewalt gestalten ihre Internetauftritte (nach und nach) so, dass sie von behinderten Menschen grundsätzlich uneingeschränkt genutzt werden können. Umgesetzt werden diese Bestimmungen durch die BITV (Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung), die eine Liste von Prioritäten für Barrierefreiheit aufstellt. Ein gutes Beispiel für deren (noch nicht vollständige) Um- setzung bietet der Deutsche Bundestag [8]. Literaturtipp Eine kleine, aber feine Broschüre mit vielen Beispielen zur Programmierung: Jan Eric Hellbusch, Barriere- freies Webdesign, Verlag KnowWare Extra, Nähere Infos dazu auch auf der Homepage des Verlags[10]. Links www.dvbs-online.de [1] Der Verband für Blinde und Sehbehinderte mit dem Projekt BIK - Barrierefrei Informieren und Kommunizieren www.mmc-bonn.de [2] Multi-Media-Center Bonn, Studien-, Medien- und Internetcafe für Behinderte und Nicht- behinderte im Gustav-Heinemann-Haus, Waldenburger Ring 44, 53119 Bonn-Tannenbusch info@mmc-bonn.de http://heinz4p.de [3] Software, die für Sehbehinderte und Blinde gut bedienbar ist www.fernuni-hagen.de/FTB/news/service/eaccess/doc/access-d.htm [4] Anleitung zum Erstellen barrierefreier Internetseiten www.ressort-mensch.de [5] Webinformation in die Deutsche Gebärdensprache übertragen www.gso-koeln.de [6] Schüler-Tipps zum Thema Barrierefreiheit www.koeln.de/muelheim [7] Beispiel für eine barrierefrei umgestaltete Seite www.bundestag.de [8] Beispiel für eine barrierefrei umgestaltete Seite www.ejmb2003.de [9] Infos zum Jahr der Behinderten www.knowware.de [10] Verlagsinformationen zur genannten Broschüre www.einfach-fuer-alle.de Projekt zur Gestaltung barrierefreier Internetseiten der Deutschen Behindertenhilfe “Aktion Mensch e.V.” www.abi-projekt.de Ein Beispiel aus Wetter an der Ruhr vom Aktionsbündnis für barrierefreie IT.
Internetportal für Blinde
Das Internetportal zum Recht der Europäischen Union ist jetzt auch für blinde Menschen zugänglich: www.europa.eu.int/eurlex Ein so genanntes Screenreader-Computerprogramm setze die schriftlichen Informationen in gesprochene Texte um, heißt es im EU-Amt für Veröffentlichungen. Ein Internetportal ist eingerichtet worden, das nicht nur Blinden, sondern auch Menschen mit anderen Behinderungen einen gut strukturierten Zugang ermöglicht. friFAZ040120
Media Player für Menschen mit Behinderung Studentin aus Kaiserslautern entwickelt neues Programm
Komplizierte Software kann für Menschen mit körperlicher Behinderung zum Problem werden. Moderne Multimedia-Programme setzen motorische Fertigkeiten voraus, über die Computeranwender mit Behinderung, etwa einer spastischen Lähmung, mitunter nicht verfügen. Eine Studentin der Fach- hochschule Kaiserslautern hat jetzt einen behindertengerechten Media Player entwickelt. Der sogenannte One-Click-Player ermögliche Menschen mit unterschiedlichen Behinderungsgraden eine einschränkungsfreie Bedienung moderner Multimedia, teilt die Hochschule mit. Eine Beschreibung des Tools sowie eine kostenlose Download-Möglichkeit gibt es im Internet unter oneclickplayer.henrysworkshop.de, Die im Rahmen einer Diplomarbeit entworfene Software basiert auf dem Betriebssystem Windows. Auf einem Bildschirm zeigen einfach erlernbare und abwechselnd farbig hinterlegte Symbole die Programmauswahl an. Je nachdem welches Symbol markiert ist, löst ein Klick mit dem Bedienelement den Befehl aus. Die Bedienelemente können mit den Händen, Füßen oder Knien betätigt werden. Für blinde und sehbehinderte Menschen geben akustische Signale die Programm- auswahl vor. Der „besondere Clou” des Media Players sei, dass Betreuer die Benutzeroberfläche auf die indivi- duellen Bedürfnisse des Anwenders einstellen könnten, schreibt die Hochschule. So sei ein Kom- munikationsmedium geschaffen worden, das sich an verschiedenste Behinderungen anpassen lasse. NOZddp071110
Kleine Stifte überlisten die Dunkelheit. Gerd Kozyk tastet sich Wort für Wort an Informationen heran: Mit elektronischer Unterstützung kann der blinde 53-Jährige am Computer arbeiten. Bild rechts unten: Die Stifte der “Braille”-Zeile übersetzen Bildschirmtexte; Bild links unten: Gerd Kozyk.

Am Computer einen Text zu lesen, ohne Bildschirm, ist Alltag für Gerd Kozyk Der 53-Jährige ist blind. Er benutzt einen herkömmlichen Rechner, zum Lesen aber ist er auf seinen Tastsinn angewiesen. Seine Fingerspitzen gleiten über eine lange Reihe kleiner weißer Stifte, die aus einem länglichen, flachen Gerät herausragen. Diese so genannte “Braille”-Zeile ist eine elektronische Hilfe. Sie steht vor einer Tastatur und ist an den PC angeschlossen. Anstatt die Blindenpunktschrift “Braille” auf Papier zu prägen, formen die höhenverstellbaren Stifte die Schriftzeichen. So wird der Inhalt der Bildschirmzeile, an der Kozyk gerade arbeitet, Wort für Wort wiedergegeben. Immer nur diese eine Zeile, von links nach rechts, kann er so ertasten. Der Rest des Bildschirminhaltes bleibt für ihn in diesem Moment buchstäblich unsichtbar. Seine Finger auf den weißen Stiften des Gerätes stoppen: Er hat einen Fehler im Text gefunden. Er drückt das falsche Schriftzeichen auf der “Braille”-Zeile. Der Cursor springt auf dem Schirm an die entsprechende Stelle. Nun kann er den Fehler mit der Tastatur korrigieren. Das Schreiben ist für den gelernten Physiotherapeuten kein Problem: Kozyk kennt die Position jedes Schriftzeichens auf der Tastatur. Immerhin benutzt er den Rechner schon seit über zehn Jahren, schreibt Texte, versendet eMails und surft im Internet. Und er pflegt Datenbänke, die er für seine Arbeit als Schwerbehinderten-Vertrauensperson des Landschaftsverbandes Rheinland und als Vorsitzender des Blindenvereins Düsseldorf benötigt. Eine wichtige Ergänzung zur “Braille”-Zeile ist für Kozyk die Sprachausgabe, eine künstliche männliche Stimme aus einem Lautsprecher. “Dokument eins Bindestrich Microsoft Word Dokument Eingabefeld” - stakkatohaft, unpersönlich, ohne Betonung liest ihm die Stimme den Bildschirminhalt vor. Die Hilfsmittel brauchen eine besondere Software, genannt “Screenreader”. Dieses Bildschirm- Leseprogramm übersetzt die Texte, Grafiken und den Bildschirm-Aufbau für die “Braille”-Zeile und die Sprachausgabe. Für Blinde könne auch das Internet eine wertvolle Hilfe sein, sagt Kozyk, allerdings mit Ein- schränkungen. “Ein Blinder, der sich Favoriten anlegt, kann in online-Katalogen suchen und einkaufen oder Texte lesen.” Es eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten der Kommunikation. “Wir können theo- retisch selbstständig an Informationen gelangen, ohne andere um Hilfe bitten müssen.” Schwierig wird es für Kozyk jedoch, wenn er im Internet auf Barrieren stößt. Wenn ein Bild oder eine Grafik Informationen enthält, die nicht auch im Text vorkommen.Diese Infos kann er nicht wahrnehmen, weil seine Hilfsmittel keine Bilder und Grafiken darstellen können. “Sie sollten beschriftet werden”, mahnt er. Ein weiteres Problem sind die Links”, sagt Kozyk. Manche Internetseiten haben über 250. Doch im Gegensatz zu Sehenden, die sich in wenigen Augenblicken orientieren können, muss Kozyk in einer besonderen Link-Liste die richtige Verbindung suchen.Link für Link muss er die Liste durchsuchen. Das kann dauern. “Ich kenne Blinde, die im Internet einkaufen und ihre Bankgeschäfte erledigen”, sagt Kozyk. “Aber mir ist das einfach zu zeitaufwendig und mühsam.” SvenAretz WZ030520
Fakten: Von den Blinden und Sehbehinderten können 35 Prozent die Blindenschrift lesen, so Eugen Schäfer von der Medtec-AG in Stuttgart, die “Braille”-Zeilen herstellt. Bisher seien Computer vor allem beruflich genutzt worden, erst langsam entstehe ein privater Markt. Zwar arbeiten immer mehr junge Seh- behinderte mit Computern. “Die Kosten für einen blindengerechten Arbeitsplatz sind aber sehr hoch. Die “Braille”-Zeile etwa kostet 3.500 bis 12.000 Euro. Computerkurse bieten Blinden- und Sehbehin- dertenschulen und Berufsförderungswerke an. Informationen im Internet: www.dbsv.org und www.bik-on-line.info und www.incobs.de Weitere Informationen finden Sie auf unserer Site > Braille-Zeile

Virtueller Weg zu Dokumenten des Vatikans. Website des vatikanischen Geheimarchivs. Möglichkeiten zu interessanten Entdeckungen. Foto oben links: die Darstellung der “Konstantinischen Schenkung” - 1613/1614; Foto rechts: die dazugehörige Urkunde.
Das Vatikanische Archiv hat eine Website (asv.vatican.va) eingerichtet. Sie ist bislang in ita- lienischer und englischer Sprache verfügbar, wird aber in Kürze auch in Deutsch, Französisch, Spanisch und Portugiesisch genutzt werden können. Für die technische Realisierung der von den Mitarbeitern des Archivs ausgearbeiteten Website war Antonio Cappella zuständig, der für die Informatik verantwortlich ist. Der Benutzer kann zwischen zehn verschiedene Seiten wählen. Auf der ersten geht es um die Geschichte des Archivs, erläutert wird die historische Entwicklung der Einrichtung. Der Begriff »segreto« - der lange mit Eigenschaften wie »geheimnisumwoben« in Verbindung gebracht wurde, was zu vielen Missverständnissen geführt hat - heißt im eigentlichen Sinne nicht »geheim«, sondern »privat«. Es handelt sich also um das »Privatarchiv« der Päpste. Bei einem »virtuellen Besuch« kann man die Räume des Archivs durchschreiten. Der kulturelle Wert und Auftrag des Vatikanischen Archivs besteht auch in der direkten Gegenüberstellung von Fresken und den entsprechenden Urkunden. Eine Innovation sind die dreidimensionalen Bilder, die einen Eindruck von der Raumtiefe geben. Durch Navigation in der Urkunde selbst kann diese vergrößert und dadurch anschaulicher gemacht werden. Auf diesem Weg durch die Geschichte gelangt der Besucher auch in die »Sala della Meridiana« im »Torre dei Venti«, dem eigens für die Kalenderreform Gregors XIII. (1582) konstruierten Saal mit seinen wunderbaren Fresken; darüber hinaus wird in einem kleinen Film gezeigt, wie die Sonnenstrahlen in diesen Raum zu Frühlings- und Herbstbeginn durch das Loch in der Wand fallen.

Die Bedeutung der Kirche als Trägerin der christlichen Wurzeln und Bewahrerin von Bildung und Kultur kommt am eindrucksvollsten in der Unterabteilung »Universitäten« der Seite »Historische Dokumente« zum Ausdruck. Nur wenig bekannt ist, dass die meisten europäischen Universitäten bei ihrer Gründung mit einem päpstlichen Privileg ausgestattet waren, wie zum Beispiel die Universität Oxford bei ihrer Gründung im Jahre 1254. Der oft erhobene Vorwurf, dass es sich um ein »geheimes« Archiv handle, wird auch dadurch widerlegt, dass historisch bedeutende Dokumente wie das der Tempelritter, das »Chinon Pergament« von 1308, oder die Akten des Prozesses gegen Galilei ins Netz gestellt wurden. Wichtige Geschichtszeugnisse Ein weiterer Schwerpunkt ist der »Schedario Garampi« auf der Seite »Archivbestand«. Giuseppe Garampi erstellte einen nach Diözesen geordneten Index der Schriftstücke des Mittelalters und der frühen Neuzeit, bislang eines der wichtigsten Hilfsmittel zum Auffinden von Dokumenten. In diesem Index sind auch Dokumente zur Kirchen- und Weltgeschichte überliefert, deren Originale während des Transportes der päpstlichen Archive unter Napoleon nach Paris verloren gegangen sind. Es handelt sich hierbei also um wichtige Zeugnisse historischer Ereignisse. Die Seite zur »Urkundenlehre« gibt in aufschlussreicher Weise Auskunft über die verschiedensten Arten päpstlicher Schreiben, vom Privileg bis zum einfachen Brief, mit jeweils detaillierten Er- läuterungen. Die drei Teile, aus denen sich eine Urkunde zusammensetzt - Protokoll, Kontext und Eschatokoll -, die in der päpstlichen Kanzlei entwickelt wurden, finden nach wie vor in der öffentlichen Verwaltung Verwendung. Nicht nur das Kursangebot und die Aufnahmebedingungen der »Vatikanischen Schule für Paläo- graphie, Urkundenlehre und Archivkunde« können auf der Website in Erfahrung gebracht werden, sondern es wird auf derselben Seite eine große Vielfalt paläographischen und kodikologischen Materials aus der ganzen Welt zur Ansicht angeboten. Mit Hilfe des ins Internet gestellten Index des Gesamtbestandes des Vatikanischen Archivs mit den dazugehörigen Konkordanzen kann der Benutzer schon von seinem Schreibtisch aus vorbereitende Recherchen für einen Archivbesuch durchführen. Auf der Seite »Veröffentlichungen« sind alle Veröffentlichungen des Archivs verzeichnet, ebenso die bereits auf CD-Rom zum Kauf angebotenen Registerserien. Darüber hinaus sind drei Bände (Avignonregister 10, Vatikanregister 5 und Supplikenregister 961) in ihrem vollem Umfang von 600 Seiten ins Internet gestellt worden. Jede einzelne Seite dieser Register kann durch Navigieren vergrößert und besser lesbar gemacht werden. Die bereits ausverkauften Bände - wie der Prozess gegen Galilei, der »Schedario Baumgarten«, die »Memorie storiche del Vicariato Apostolico dei Galla« und die Bibliographie des Archivs können in ganzer Länge im Internet eingesehen und gratis herunter geladen werden. Durch diese Digitalisierung der Archivalien (Seite »Laboratorien»), die mit einer neu entwickelten Technologie durchgeführt worden ist, will man die wertvollen Originale besser schützen, weil sie auf diese Weise weniger benutzt werden. Aber auch die Zusammenarbeit mit anderen Ein- richtungen, der eine eigene Seite gewidmet ist, dient dem Schutz der einzigartigen Bestände, die durch schnelles Aufarbeiten und Digitalisieren problemloser benutzt werden können. Über die Seite, die den Mitarbeitern gewidmet ist, kann in Erfahrung gebracht werden, welche Inventare und Indices bereits erstellt sind und welche sich in Vorbereitung befinden. Kulturelle Bedeutung Die Vielfalt der Dokumente, von den päpstlichen Bullen mit einzigartigen mittelalterlichen Siegeln über die Bittschrift des englischen Parlaments zur Annullierung der Ehe Heinrichs VIII. von England mit Katharina von Aragon, die Registereintragung der Exkommunikation Luthers vom 20. Juni 1520 bis hin zur Datei der 2,5 Millionen Kriegsgefangenen des Zweiten Weltkriegs (auf CD-Rom) unter- streicht die kulturelle Bedeutung des Vatikanischen Archivs. Die Website des Vatikanischen Archivs wurde vom Präfekten, Pater Sergio Pagano, in Anwesenheit der Kardinäle Jean-Louis Tauran, Luigi Poggi und Jorge Maria Mejia (emeritierte Archivare der Heiligen Römischen Kirche) am 22. Dezember 2005 in der »Vatikanischen Schule für Paläographie, Urkundenlehre und Archivkunde« vorgestellt. ChristineMariaGrafingerOR060324

Das Siegel von Ferdinand IV. von Bourbon kann durch Anklicken gedreht werden
Zehn direkte Zugänge zum Archiv des Papstes
Unter »asv.vatican.va« gelangt der Nutzer nach der Wahl der Sprache (bislang italienisch/englisch) zu zehn Einstiegsmöglichkeiten in das Archiv:- Das Archiv: gestern und heute; - Besuch im Archiv zwischen Fresken und Dokumenten; - Historische Dokumente; - Archivbestand; - Urkundenlehre der päpstlichen Dokumente; - Die Vatikanische Schule für Paläographie, Urkundenlehre und Archivkunde; - Zum Studieren und Nachschlagen - Veröffentlichungen, CD-Rom, DVD - Laboratorien - Projekte der Zusammenarbeit - Mitarbeiter

www.vatican.va Papst Johannes Paul II. sah das Internet als große Chance, das Evangelium zu verkünden.
Foto: Eine Ordensschwester arbeitet für den Internetauftritt des Vatikans. Sr. Judith Zoebelein erreicht 10 Millionen Seitenabrufe pro Tag auf der Homepage des Papstes! www.vatican.va
Seit zehn Jahren ist der Vatikan online: www.vatican.va . Nun ist der Internet-Auftritt des Papstes zum Shooting-Star geworden:einfach Spitze. Nie würde die Vatikan-Site diese Bedeutung erlangt haben, wenn nicht einige technikbegeisterte nordamerikanische Vatikan-Beamte die Idee gehabt und auch das Startkapital aus den USA dazu be- sorgt hätten. Ein visionärer, Papst Johannes Paul II. - ohne jede Computer-Erfahrung gehört natürlich auch zu dieser Geschichte. Joaquin Navarro-Valls, Pressesprecher des Vatikans und einer der ersten Fürsprecher für einen Internet-Auftritt der Kirche, erzählt wie es begann. Der Sprecher beschrieb im Jahre 1995 dem auf- merksam zuhörenden 75-jährigen Papst, was es mit dem Internet auf sich habe, und sah darin eine außerordentliche Möglichkeit für die Mission der Kirche. “Sind wir denn schon im Internet?” fragte der Papst zurück. Und der Pressesprecher gab zur Antwort: “Nein, wir sind nicht im Netz. Noch nicht.” Der Papst darauf: “Nun, wer muss den Startschuss geben?” Navarro-Valls erwiderte lächelnd: “Heiliger Vater, das ist Ihre Sache!”- und Johannes Paul II. ordnete an: “Dann man los!” Aber das war leichter gesagt als getan, musste der Pressesprecher schon bald einsehen. Die vatikanische Verwaltung erledigt ihre Aufgaben seit Jahrhunderten mit Pergament und Siegel. Das war nun gerade nicht die beste Voraussetzung für den technologischen Fortschritt. Zudem sahen einige Prälaten in dieser Technik ein sehr riskantes Unterfangen. Die erste Hürde war die finanzielle Aus- stattung. Navarro-Valls wandte sich an den Finanz-Verwalter des Vatikans, den nordamerikanischen Kardinal Edmund Szoka, die erforderlichen Gelder für dieses Projekt bereitzustellen. Glücklicherweise fand er Ge- fallen an dieser Idee. Schon in den 1980er Jahren, damals noch als Erzbischof von Detroit, sammelte er 80.000 Dollar um die Rota und die anderen vatikanischen Gerichte mit Computern auszustatten. Als er 1990 in den Vatikan kam, um die Leitung der Finanzen und des Rechnungswesens zu übernehmen, tauschte er zuerst die Rechenmaschinen gegen Computer aus und brachte eine Ordensschwester mit, um die Ausbildung der Mitarbeiter sicher zu stellen. Kardinal Szoka versprach Navarro-Valls sein Möglichstes zu tun, griff dann zum Telefon um einige Freunde in den USA anzurufen und so kamen 25.000 Dollar zusammen, um den Internet-Auftritt des Vatikans zu beginnen. Navarro-Valls fand zwei Helfer für seinen Auftrag: einen Argentinier und die Ordensschwester Judith Zoebelein Foto oben. Und er suchte weitere Helfer: Erzbischof John Foley, der Leiter des vatikanischen Rates für soziale Kommunikation, besorgte für den Vatikan-Staat die Länderkennung “va”. Weihnachten 1995 war es dann so weit: www.vatican.va ging online - mit einer einzigen beschei- denen Seite - mit der Weihnachtsansprache des Papstes, seinem Segen und einem Link mit der eMail- Adresse. Die Reaktion war vom ersten Augenblick an überwältigend. Mehr als 300.000 Menschen aus 70 Ländern besuchten diese Seite in den ersten 48 Stunden. Der Papst erhielt beim Internet-Start etwa 1.000 eMails. Beamte des Vatikans fanden das “feedback” zufriedenstellend und sahen sich auf dem rechten Weg. Eine eMail kam von Sarah, einem jungen Mädchen aus den USA. Sie meinte, der Papst habe sich zu Weihnachten erkältet und gab ihm den Ratschlag, er solle Hühnersuppe zu sich nehmen, das würde ihn gesund machen. Ein Priester aus Kanada äußerte seine Freude, dass er die Predigt des Papstes lesen könne, während er seine eigene vorbereite. Diese und weitere eMails überzeugten Johannes Paul II. vom Internet-Auftritt des Vatikans und er war jetzt sicher, dass über dieses Medium nicht nur Informationen der Kirche verbreitet werden könnten, sondern dass das Netz auch als “wertvolles Instrument für die Einheit der Kirche” dienen würde, so berichtet es Navarro-Valls. Trotz dieses Anfangserfolges geschah in den nächsten 15 Monaten nicht viel. Erst zu Ostern 1997 bekam die Site einen modernen und größeren Rahmen. Wenigstens bei zwei Gelegenheiten drängte der Papst zur Eile, auch gegen Widerstände dieses Projekt weiter zu bringen. Unter der Leitung der Franziskaner-Schwester Judith Zobelein ist der Informationswert der Vatikan-Site unaufhörlich ge- stiegen. Zur Zeit bietet der Vatikan 65.000 Dokumente auf rund 200.000 Seiten an (mehr als zwei Gigabyte auf dem Speicher). Wöchentlich kommen etwa 90 Dokumente (Enzykliken, Lehrschreiben, Briefe, Ansprachen) dazu. Täglich werden jetzt von der Homepage des Papstes zehn Millionen Seiten abgerufen und Experten erwarten eine Verdoppelung der Zugriffe, nachdem jetzt eine virtuelle Führung durch die Vatikanischen Museen ermöglicht worden ist. Ein Zeichen für eine weitere Expansion des Internet-Dienstes ist der Umzug der Redaktion in neue Arbeitsräume im Untergeschoss des Apostolischen Palastes, außerhalb der vatikanischen Mauern. Von Pennsylvania aus den USA kommt die neue Computer-Ausstattung. Und es gibt auch Pläne für die nahe Zukunft: Die Homepage soll interaktiv nutzbar werden und eine globale Suchmaschine soll die weltweiten Aktivitäten der universalen Kirche Jesu Christi vernetzen. CT030706 Evangelisation und Internet - wir stehen am Start! Der anglikanische Erzbischof von York, David Hope, meinte vor fünf Jahren: “Das Internet bietet viele Möglichkeiten zum Bösen”. Und er meinte dann weiter, dass der Zauber des Computers eine Gefahr für eine “seelenlose Gesellschaft” sei, die uns letztlich verschlingen könne. Das sah der Papst deutlich anders. Am Weltkommunikationstag verglich Johannes Paul II. das Inter- net mit dem Forum des antiken Rom, “wo Geschäft und Politik stattfand, wo religiöse Pflichten erfüllt wurden, wo ein großer Teil des sozialen Lebens sich ereigneten und wo das Gute und Böse der menschlichen Natur offenbar wurde”. Der Papst sieht im Internet eine Möglichkeit zur Evangelisation und hält es für eine “große Einladung zu dem großen Abenteuer, die frohe Botschaft des Evangeliums zu verkünden”. Das weltweite Netz kennt keine geografischen Grenzen. Das bedeutet, dass auch in restriktiven Gesellschaften Informationen über den Glauben erreichbar sind. Erzbischof Dr. John Foley, Präsident des päpstlichen Rates für Kommunikation bringt es auf den Punkt: “Das Internet bietet Suchenden, oder auch denen, die nur neugierig sind, Möglichkeiten der Inspiration oder Information, zu denen sie sonst keinen Zugang hätten.” Erzengel kämpft gegen die Viren Internetseite des Vatikans - eine der meistbesuchten der Welt - „Gibt es einen Schutzheiligen für das Internet?”, wird Schwester Judith Zoebelein oft gefragt. „Noch nicht, wir warten auf Vorschläge”, antwortet die 55-jährige Web-Expertin des Vatikans den Neugieri- gen aus aller Welt. Den Aufbau der Papst-Homepage hat die in New York geborene Ordensschwester aber auch ohne Schutzpatron sehr gut hinbekommen: Die Web-Seite des Heiligen Stuhls ist heute mit bis zu 10 Millionen Treffern pro Tag eine der meist besuchten der Welt. Das Interesse an Johannes Paul II. war in der Web-Gemeinde riesengroß, sagt die zierliche Frau im dunklen Ordensgewand. „Vor allem wollten die Leute Details aus dem Privatleben des Papstes wissen”, erzählt sie. Rund 180.000 eMails erhielt der Pontifex zu seinem 25. Amtsjubiläum. Der Server hatte Mühe, mit dem riesigen Andrang fertig zu werden. Die Papst-Adresse ist sonst nur an seinen Geburts- tagen von der Vatikan- Homepage: www. vatican.va aus zugänglich. Der Heilige Stuhl ging erstmals Weihnachten 1995 online. „Der Papst ist ein großer Verfechter der modernen Medien, da sie neue Wege der Evangelisierung eröffnen”, sagt Schwester Judith. Nach mehreren Auslandsstationen hatte sich Schwester Judith 1991 beim Vatikan beworben, als dieser eine erfahrene Kraft für den Aufbau seiner Computer-Infrastruktur suchte. Das Interesse für die neuen Medien hatte sie schon von Kindesbeinen an - schließlich arbeitete ihr Vater als Programmier. „Damals gab es hier kaum Computer”, erinnert sie sich.Heute existieren im Vatikan rund 1.000 eMail-Anschlüsse, alle Büros sind vernetzt. Stolze 30 Großrechner füllen den Server-Raum im Apostolischen Palast. Um den zahlreichen neuen Projekten des Vatikans gerecht zu werden, installieren Techniker einer kali- fornischen Computerfirma gerade einen zweiten Server-Raum. „Wir werden unsere Rechner-Kapazität mehr als verdoppeln”, erzählt Koordinator Luigi Salimbeni. In wenigen Wochen beginnt die Testphase für das erste virtuelle Portal katholischer Gemeinden. Dann können die Gläubigen in aller Welt in Newsgroups miteinander chatten. Schwester Judith scheint es gelungen zu sein, das Überirdische auch im profanen Medium Internet angemessen darzustellen.„Die Technik muss das Heilige widerspiegeln”, lautete ihr Credo. So wird die Web-Seite „Gabriel” genannt, wie der Erzengel der Verkündigung. Die Firewall zum Schutz vor Com- puter-Viren heißt „Michael”, wie der Wächter-Engel. Und das Intranet, das nur für die Angestellten zugänglich ist, trägt den Namen „Raphael”, der stets im Geheimen bleibt. NOZdpa041315 Die in China beliebten Internet-Foren Sina.com und Sohu.com hatten Gebete und Kommentare zum Tod von Papst Johannes Paul II. aus dem Netz genommen. Ein Sprecher von Sohu.com bestätigte die Zensur und sagte: “Religiöse Angelegenheiten sind etwas Besonderes. Wir fürchten, dass eventuell Probleme entstehen könnten.” afpNOZ050405 Bejings verschärft erneut die Kontrolle über das Internet. “Das Internet ermöglicht den Leuten neue Wege, sich zu organisieren, und ist deshalb eine wachsende Bedrohung für die Regierung”, sagt Law Yuk-kai von von der Hong-Konger Gruppe “Human Rights Monitor”. rtrHAZ050930
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