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Vom 15.-21.Juni 2009 führte uns unsere religiöse Sommerkulturfahrt in die Eifel nach Kyllburg. Den Reisebericht und die schönen Erlebnisfotos verdanken wir unserem stellv. Vorsitzenden Herbert Foit

Die Jahresfahrt des Katholischen Blindenwerkes Norddeutschland e.V. 2009
Eine Fahrt nach Kyllburg in die Südeifel vom 15. bis 21. Juni 2009 Ein Reisetagebuch, geschrieben von Herbert und Margarita Foit, soll allen Teilnehmern, aber auch allen Daheimgebliebenen die Erlebnisse und Stationen dieser Reise in Erinnerung rufen bzw. nahe bringen. Nehmen wir Sie also mit auf unsere Reise und beginnen am: 15. Juni, Montag Es ist wieder einmal soweit. Die Reisegruppe des KBWN trifft sich am 15. Juni auf dem Raschplatz vor dem Hauptbahnhof in Hannover um gemeinsam die Jahresfahrt 2009 zu beginnen. Nach herzlicher Be. grüßung und freudigem Wiedererkennen vieler Teilnehmer von den Fahrten vergangener Jahre starten wir um 10.00 Uhr. Ziel ist die Eifel, genauer gesagt die Südeifel, und hier die mit 1.200 Einwohnern kleinste Stadt in Rheinland-Pfalz, Kyllburg. Die Eifel, sie liegt eingerahmt von den Flusslandschaften des Rheins und der Mosel, im Südwesten begrenzt durch Sauer und Our. Im Westen in die belgischen Ardennen und Luxemburg übergehend und im Norden läuft sie aus in die Rheinische Tiefebene, mit solch bekannten Städten wie Köln und Aachen. Seit 2004 ist die Eifel, eine Fläche von 110 Quadratkilometern, mit 240 Kilometern Wanderwegen und mehr als 900 gefährdeten Tier- und Pflanzenarten als 14. deutscher Nationalpark streng geschützt. Aber nun - genug der Einleitung – der Bus rollt seinem Ziel entgegen, 435 Fahrkilometer liegen vor uns. Die Mittagspause fällt kurz aus. Um Zeit zu sparen gibt es Kartoffelsalat mit Würstchen, denn wir wollen möglichst früh in Kyllburg ankommen. Der Wunsch, der Vater des Gedanken, wie er oft genannt wird, geht nicht in Erfüllung. Im Großraum Köln kommen wir in einen zeitraubenden Stau und erreichen dadurch Kyllburg erst um 20.00 Uhr. Wir beziehen im Bildungs- und Freizeitzentrum, das in privater Trägerschaft ist, Quartier. Ein Abendbrot ist vorbereitet. Eine Begrüßung durch die Leitung des Hauses und Vorstellung des verantwortlichen Personals findet nicht statt und wird es bis zu unserer Abreise auch nicht geben. Nur ein Willkommensgruß für die Gruppe des KBWN an der Wandtafel zeigt uns, dass man uns erwartet hat. Aber reicht das aus und entspricht das dem Gebot der Höflichkeit ? Wir sind enttäuscht über diese Art von Begrüßung.

16. Juni, Dienstag Wir treffen uns um 7.45 Uhr in der Kapelle des Hauses zum Morgenlob. Mit der 15–minütigen Andacht, vorbereitet und gestaltet von Margrita Appelhans, sie ist im Bistum Hildesheim mitverantwortlich für die Arbeit mit Menschen mit Behindergung, werden wir auch die kommenden Tage beginnen. Danach geht es in den Speisesaal, wo uns ein gutes Frühstück mit aufgebackenen Brötchen und kräftigem Kaffee serviert wird. Um 9.30 Uhr treffen wir die Stadtführerin, wobei die Bezeichnung Stadt bei 1.200 Einwohnern ziemlich gewagt ist. Aber im Jahr 1332 erscheint Kyllburg im Sammelprivileg des Kaisers Ludwigs des Bayern unter den mit dem Frankfurter Stadtrecht begabten Orten und seitdem sprechen die Kyllburger mit Stolz von und über Ihre Stadt. Wir beginnen die Führung auf dem Platz vor unserer Unterkunft, dem Bildungs- und Freizeithaus. Franziskanerinnen eröffneten hier 1889 eine Krankenstation. 1900 erfolgte der Bau eines Kranken- hauses mit Kapelle. Nach der Schließung des Klosters 1969 übernimmt das Bistum Trier die Gebäude und betreibt dort bis zum Jahr 2006 die Bildungsstätte Katholische Landvolkhochschule. Seit 2006 befindet sich das Haus in privater Trägerschaft. Es geht weiter zur Stiftskirche, die Erzbischof Heinrich II. 1276 auf dem höchsten Punkt des Berges, zu Ehren der Jungfrau Maria, erbauen lässt. Im 14. Jahrhundert werden der zweigeschossige Anbau und der Kreuzgang fertiggestellt. In der Kirche fallen die 1533/34 gestifteten Glasgemälde, der mit Schnitzereien verzierte Holzaltar und die wunderbare Akustik auf. Wir singen den Kanon „Lobet und preiset ihr Völker den Herrn“. Auch befinden sich in dieser zwei Orgeln, die große Hauptorgel und eine kleinere englische Orgel, links vor dem Altarraum, die der Gemeindepfarrer aus eigenen Mitteln gekauft und aufbauen lassen hat. Vorbei an der Stiftsfreiheit, dem ehemaligen Gerichtskreuz, hier wurde in früheren Zeiten Recht gesprochen, einem 1658 erbauten Kanonikerhaus, dem heutigen Pfarrhaus und dem Bergfried, hier stand einmal die 1239 erbaute Burg Kyllburg, von der nur noch ein fünfgeschossiger Bergfried vorhanden ist, gelangen wir in die Stiftstraße. Hier finden sich nur Bauten jüngeren Datums, die nach dem 2. Weltkrieg erbaut wurden. Kyllburg lag wie so viele Städte und Dörfer der Eifel im Aufmarschgebiet der Alliierten Truppen während der Ardennenoffensive und wurde daher stark zerstört. Auf Kyllburg fielen ca. 300 Bomben. Am Marktplatz endet die Führung. Nachdem Mittagessen fahren wir nach Bernkastel-Kues. Für die Altstadt mit ihren herrlichen Fachwerkbauten bleibt jedoch keine Zeit. Wir besteigen ein Flussfahrtschiff und fahren auf der Mosel nach Traben-Trabach. Die zweistündige Fahrt führt vorbei an herrlichen Weinberglagen. Wir genießen die wunderschöne Landschaft bei einer Tasse Kaffe und einem Schoppen Moselriesling. In Traben-Trabach besteigen wir den Bus und fahren Richtung Osann. Der Ort liegt in einem Seiten- tal zur Mosel hin. Das Ziel ist das Weingut der Familie Braun. Nachdem uns im Weinkeller vom Senior der Familie vieles über den Weinanbau, Weinernte, Gärprozess und, und, und – erzählt wurde und alle Fragen beantwortet sind geht es zur Weinprobe. Bei deftiger Schinken- und Käseplatte und der Verkostung von acht Weinen, Dornfelder, Rivaner und Riesling wird die Stimmung zusehends aufgekratzter und als wir um 21.30 Uhr die Heimreise antraten hat so mancher einige Flaschen Wein oder Obstbrand im Gepäck.

Freizeitzentrum Stiftsburg


17. Juni, Mittwoch Heute erwarten wir Pater Thörner. Er ist vielen Emsländern von seiner Tätigkeit, im Raum Cloppenburg, bestens bekannt. Als er eintrifft ist die Wiedersehensfreude groß. Wir versammeln uns im kleinen Saal des Hauses, wo Pater Thörner zu dem Thema „Glück und Glücksmomente“ referiert. Schnell vergeht die Zeit mit dem begnadeten Rhetoriker. Er erzählt von seiner Arbeit in Jünkerath, wo er eine große Einrichtung der Salesianer leitet. Hier werden Problemkinder, aber auch gestrauchelte Jugendliche und Erwachsene auf ihren Weg ins normale Leben zurück, betreut. Das Referat des Salesianerpaters ist angefüllt mit Ratschlägen, Tipps und Beispielen für ein erfülltes Leben. Am Schluß zitierte er aus dem Testament der Mutter Theresa. Hier noch einmal die Sätze aus ihrem Vermächtnis. Trotzdem Die Leute sind unvernüftig,unlogisch und selbstbezogen, LIEBE SIE TROTZDEM. Wenn du Gutes tust, werden sie dir egoistische Motive und Hintergedanken vorwerfen, TUE TROTZDEM GUTES. Wenn du erfolgreich bist, gewinnst du falsche Freunde und echte Feinde,SEI TROTZDEM ERFOLGREICH. Das Gute, das du tust, wird morgen vergessen sein, TUE TROTZDEM GUTES. Ehrlichkeit und Offenheit machen dich verwundbar, SEI TROTZDEM EHRLICH UND OFFEN. Was du in jahrelanger Arbeit aufgebaut hast, kann über Nacht zerstört werden, BAUE TROTZDEM. Deine Hilfe wird wirklich gebraucht, aber die Leute greifen dich vielleicht an, wenn du ihnen hilfst, HILF IHNEN TROTZDEM. Gib der Welt dein Bestes, und sie schlagen dir die Zähne aus, GIB DER WELT TROTZDEM DEIN BESTES. Diese Zeilen findet man auf einem Schild an der Wand von Shishu Bhavan, dem Kinderheim in Kalkutta. Am Nachmittag hält Pater Thörner eine Heilige Messe im Freien. Mit herzlichem Händedruck, besten Wünschen und einer guten Kollekte für seine Arbeit verabschieden wir den Pater.



Glockenstube 
18. Juni, Donnerstag Die Ziele unseres heutigen Tagesausflugs heißen Mayen und Maria Laach. Nach eineinhalbstündiger Fahrt, dass entspricht ca. 100 Kilometer erreichen wir Mayen. Die erste Ansiedlung datiert auf 3000 v. Ch., Kelten und Römer haben ihre Spuren hinterlassen. Heute zählt Mayen mit seinen Stadtteilen etwa 20.000 Einwohner. Mittelpunkt der Stadt ist die „Genovevaburg“. Erzbischof Heinrich von Finstingen ließ sie 1280 erbauen. Der 34 m hohe Goloturm überragt noch immer die Stadt. Heute finden im Innenhof der Burg alljährlich die Burgfestspiele statt. Mit der Burg verbunden sind auch Teile der gut erhaltenen Stadtmauer mit dem nach dem Krieg restaurierten Wehrgang. Sehenswert ist auch die 1911 bis 1912, im neuromanischen Stil, erbaute Herz-Jesu-Kirche. Im 2. Weltkrieg schwer zerstört, wurde die Kirche, mit ihren beiden 43 m hohen Türmen , 1952 wieder aufgebaut. Interessant ist auch die St. Clemens Kirche aus dem 13. Jahrhundert mit ihrem konstruktionsbedingten schiefen Turm, der 1,70 m aus dem Lot geraten war. Nach dem Krieg wieder aufgebaut ist sie die zweitgrößte Hallenkirche mit einem 30 m langen, 20 m breiten und 15 m hohen Kirchenschiff. Die Zeit bis zum Mittagessen ist allerdings zu kurz. Sie reicht nur für einen Spaziergang über das Burggelände und für ein kurzes Hineinschauen in die Herz-Jesu-Kirche. Dann geht es durch einige romantische Gassen der Altstadt zum „Alten Backhaus“ einem Gasthaus in der Kirchgasse. Nachdem Mittagstisch fahren wir zur Abtei Maria Laach. Die Abtei Maria Laach, gelegen am Laacher See, ist eine hochmittelalterliche Klosteranlage, die zwischen 1093 und 1216 als Stiftung Heinrichs des II. und seiner Frau Adelheid erbaut wurde. Ihren heutigen Namen erhielt sie 1863. Die sechstürmige Klosterkirche gilt als eine der schönsten Denkmäler romanischer Baukunst aus der Zeit der Salierkaiser. Die Abtei gehört zum Orden der Benediktiner. Zur Abtei, die sich wirtschaftlich selbst trägt, getreu dem Grundsatz aus der Tradition der Benediktiner „Ora et labora = Bete und arbeite“, gehören ein „Klostergut“, das als Biobauernhof geführt wird, eine Gärtnerei, ein Kunstverlag, eine Bronzegießerei und vieles andere mehr. Im August des Jahres 1802 wurde die Abtei durch die französische Verwaltung säkularisiert, d.h. aufgehoben und nach mehrmaligem Besitzerwechsel, nach 91 Jahren, am 15. Oktober 1893, zum zweiten Mal konsekriert. Im Jahre 1933 suchte hier der von den Nationalsozialisten abgesetzte Oberbürgermeister von Köln, Konrad Adenauer, Zuflucht. Er lebte hier ein Jahr als Bruder „Konrad“. Auf dem Platz vor der Basilika werden wir vom Prior des Klosters, Bruder „Petrus“ begrüßt. Er gibt uns einen ausführlichen Abriss zur Geschichte der Abtei. Dann betreten wir durch den Westeingang, an dem Sanierungsarbeiten ausgeführt werden, das Innere der Kirche. Wie bei allen romanischen Kirchen, durch deren kleine Fenster nur wenig Licht dringt, empfängt uns eine mystische Dunkelheit. Nach einigen Erklärungen zur inneren Ausgestaltung der Abteikirche geht es hinab in die Krypta. Wir erfahren etwas über die im Laufe der Jahre erfolgten bauliche Veränderungen. Zum Abschluss singen wir das Marienlied „Maria breit den Mantel aus“. Bevor es wieder heimwärts geht schauen wir uns in der Gärtnerei und im Buchladen um. Schöne Dinge gibt es hier, prächtige Blumen und Sträucher, selbstgebrannte Schnäpse, Weine und qualitätsvoll handgearbeitete Kleinkunst aus Bronze, Keramik, Schmuck und vieles andere. Die Preise sind dem Angebot angepasst. Viele Besucher stellen die Waren zurück ins Regal, aber es wird auch gekauft.


19. Juni, Freitag Ein Besuch Triers, der ältesten Stadt Deutschlands, steht heute auf dem Programm. Bei herrlichem Sonnenschein erreichen wir die Stadt und nachdem die Reiseführerin zugestiegen ist beginnen wir unsere Rundfahrt. Über die älteste Stadt Deutschlands und ihre wechselvolle Geschichte gibt es viel zu erzählen. Vor über 2000 Jahren, lebten hier die Treverer, ein Stamm der Kelten. Mit der Inbesitznahme dieses Gebietes durch die Römer kam es unter Kaiser Augustus vor ca. 2000 Jahren zur Gründung der Stadt Augusta Treverorum, aus diesem Namenleitete sich im Laufe der Zeit der Name Trier ab. Eine Blütezeit erlebte die Stadt unter der Herrschaft des römischen Kaiser Konstantin (306 – 337). Die Porta Nigra, die Kaiserthermen und die Konstantinbasilika, alles Bauten die unter römischer Herrschaft entstanden zeugen von der Bedeutung der Stadt, die bereits damals 80000 Einwohner zählte. Heute, 2000 Jahre später, leben in Trier nur wenige tausend Menschen mehr, ca. 103.000. Ende des 5. Jahrhunderts wurde Trier von den Franken erobert und erste Zerstörungen an den prachtvollen römischen Bauten waren die Folge. Als dann im Jahre 882 die Wikinger über die Stadt herfielen wurde diese fast vollständig zerstört. Von der Christianisierung der linksrheinischen Gebiete wurde so eine bedeutende Stadt natürlich nicht ausgenommen. In der zweiten Hälfte des 3. Jahrhun- derts wird Trier erstmals Bischofssitz. Der erste Bischof hieß Eucharius. Die Macht der Erzbischöfe von Trier nahm ständig zu und um die Wende vom 12. zum 13. Jahrhundert erlangten sie die Kurwürde. Von dieser Zeit an, bis zur Auflösung des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation im Jahre 1806, bildeten sie gemeinsam mit zwei weiteren geistlichen und vier weltlichen Kurfürsten das Kollegium, das den deutschen König wählte. Das fürstbischöfliche Palais, nahe der Konstantinbasilika, ist ein Beispiel für ihre Macht- und Prachtentfaltung. Im 2. Weltkrieg wurde auch Trier stark zerstört und nur der großen Aufbauleistung der Brüger und des Staates ist es zu verdanken, dass die vielen kulturhistorischen Baudenkmäler dieser UNESCO Welterbestadt wieder zu bestaunen sind. An den Kaiserthermen verlassen wir den Bus und beginnen unseren Rundgang. Die Reste der über 1700 Jahre alten Mauern und Gebäude des Thermalbades beeindrucken noch immer. Diese Bäder, heute würden wir Wellnesbad sagen, waren öffentlich zugänglich. Wir gehen hinüber zum Kurfürstlichen Palais dessen Südflügel, er wurde im Rokokostil im 18. Jahrhundert um- und ausgebaut, besonders beein- druckt. Die Balthasar-Neumann-Schüler Johannes Seiz und Ferdinand Tietz, letzterer verantwortlich für die bildhauerischen Arbeiten, führten diesen Umbau durch. Die wenige Zeit, die zur Verfügung steht, lässt ein längeres Verweilen nicht zu und wir eilen weiter zur Konstantinbasilika. Die Palastaula ist 67 m lang, 27 m breit und 33 m hoch, für damalige Ver- hältnisse und selbst heute noch, ein beeindruckendes Bauwerk. Kein Pfeiler trägt die Decke, die den Thronsaal überspannt. Wände und Fußboden waren aus Marmor. Die Basilika wurde beheizt. Unter dem doppelten Fußboden befanden sich 5 Brennöfen, aus denen die heiße Luft sowohl zwischen die beiden Fußböden, als auch durch eine Wandverkleidung geleitet wurde. In diesem 1800 Quadratmeter großen Thronsaal empfingen die römischen Würdenträger die Oberhäupter der germanischen Stämme. Eine Aufgabe der Palastaula bestand darin, den germanischen Stammesoberen die Größe und Macht der römischen Herrscher zu demonstrieren. Das dürfte mit Sicherheit gelungen sein. Im Jahre 1856 wurde die Basilika der evangelischen Kirchgemeinde übergeben und wird seitdem als Kirche genutzt. Unser Rundgang endet an der Porta Nigra, auch „Marstor“ oder „Schwarzes Tor“ genannt. Das Tor, nach dem Kriegsgott der Römer Mars genannt, wurde zum „Schwarzen Tor“ wenn sie voll Trauer nach verlorener Schlacht durch dieses Tor in die Stadt zurückkehrten. Heute geht man davon aus das dieses Tor und die dazugehörige Stadtmauer nicht nur der Verteidigung dienten, sondern auch ein Großprojekt mit repräsentativen Aufgaben war. Es wurde nie vollendet und die Geschichte hat ein übriges dazu getan, so dass wir heute nur noch Teile bestaunen können. Es gäbe noch viel zu berichten. Das was wir gesehen haben und hier beschrieben wurde ist nur ein kleiner Auszug aus der Geschichte und Kultur dieser 2000 Jahre alten Stadt. Nachdem opulenten Mittagstisch, es muss erlaubt sein nach den vielen kulturhistorischen Fakten auch dies einmal zu erwähnen, bleibt noch etwas Zeit für die eigene Erkundung der Stadt. Be- dauerlicherweise ist der Dom heute geschlossen. Es finden Proben zu einem Musikstück von Joseph Haydn statt. So schlendern wir über den Boulevard mit seinen schönen Bürgerhäusern, hier fällt uns das „Dreikönigshaus“ auf, und Fachwerkbauten, über den Hauptmarkt vorbei am Petrusbrunnen und Marktkreuz hinüber zur St. Gangolf Kirche. Diese im spätgotischen Stil errichtete Kirche, wird auch Bürgerkirche genannt, da sie mit den Spenden der reichen Trierer Bürger erbaut wurde. In dieser von Häusern völlig umbauten und eingeschlossenen Kirche finden sich am frühen Nachmittag nur wenige Besucher und es empfängt uns wohltuende Ruhe. Wir genießen es und lassen uns Zeit beim Schauen. In einem Restaurant, unmittelbar neben der Porta Nigra, legen wir eine Pause ein und nach dem wir uns bei Kaffe und Cappuccino entspannt haben gehen wir zum Tor hinüber. Wir besteigen den Turm und von dem Umlauf, der die zwei Türme miteinander verbindet, genießen wir die Stadt aus der Vogelperspektive. An der Touristeninformation, unserem vereinbarten Treffpunkt, ist der Tag in Trier für uns zu Ende. Schön, aber viel zu kurz, war er.



20. Juni, Samstag Unser letzter Tagesausflug auf dieser Reise führt uns nach Daun, einem kleinen Ort in der Vulkaneifel. Mit unserem Reiseführer, der in Daun zugestiegen ist, fahren wir hinein in die Vulkanlandschaft. Die Eifel ist mit 10.000 bis 30.000 Jahren das jüngste Vulkangebiet Deutschlands und nur wenige tausend Meter unter der Erdoberfläche brodelt es noch immer. Vor einem Vulkankrater, auch Maare genannt, halten wir und erfahren viel über die Entstehung dieser Maare. Vor 10.000 bis 30.000 Jahren traf weit unter der Erdoberfläche das heiße Lavagestein auf die stark wasserführenden Schichten der Eifel. Der dabei entstehende Dampf entlud sich in einer gewaltigen Dampfexplosion und bahnte sich den Weg an die Erdoberfläche. Die so entstandenen Maare sind heute geschützte Biotope in deren klarem Wasser sich die Fische wohl fühlen. An den Uferrändern nisten Vögel und tummeln sich Kriechtiere. Die Maare liegen eingebettet in die hügelige Landschaft der Eifel, deren höchste Lagen bis auf 740 m ragen. Laub- und Nadelwälder wechseln sich ab mit Weideflächen und verträumten kleinen Ortschaften. Das alles ist für touristische Zwecke mit vielen Kilometern Wanderwegen durchzogen. Die industrieschwache Region ist stark abhängig vom Tourismus. Das was für die Flächenländer des Einzugsgebietes des kbwn zutrifft, gilt auch hier, die jungen Leute wandern ab. Sie ziehen in die gößeren Städte und Industriegebiete, der Arbeit und dem besseren Lebensstandard hinterher. Nach der Mittagspause, wir sind mit dem Bus in Richtung Gerolstein unterwegs, passiert es. Der Bus kann nur eingeschränkt beschleunigen, wir verlieren an Fahrt und kommen nur langsam vorwärts. Der Turboschlauch hat sich gelöst. Nachdem wir Gerolstein erreicht hatten, die Abfahrten nutzend, um Geschwindigkeit aufzunehmen, gehen wir, während Gerd, unser Busfahren den Reparaturservice anruft, zur Erlöserkirche. Hier treffen wir den Küster im Ruhestand und beginnen unsere Führung. Die Erlöserkirche, eine evangelische Kirche, wurde von 1911 bis 1913 erbaut und am 15. Oktober 1913, in Anwesenheit von Kaiser Wilhelm II. eingeweiht. Sie wurde mit finanzieller Unterstützung des Evange- lischen Kirchenbauvereins zu Berlin, aber auch von den Spenden adeliger Herren erbaut. Selbst Kaiser Wilhelm II. steuerte 30.000 Goldmark bei. Die Baukosten betrugen damals ca. 450.000 Goldmark, das entspricht etwa 25 Millionen Euro. Wie kann das sein, in der zu 90 Prozent katholischen Eifel eine evangelische Kirche mit so einer prunkvoller Innenausstattung? Nach den napoleonischen Kriegen, im Ergebnis des Wiener Kongresses, fielen Teile des heutigen Bundeslandes Rheinland-Pfalz an Preußen und Preußen war protestantisch. Nun aber zu dieser prachtvollen Kirche. Der Grundriss widerspiegelt ein einfaches romanisches Kreuz. Über dem Chor erhebt sich die runde Apsis und kurze Seitenarme schließen sich an. Acht rote Gra- nitsäulen tragen das Kuppelgewölbe. Das eigentliche Prunkstück der Kirche ist die reichhaltige Innen- ausstattung. In Anlehnung an die Kirche St. Vitale in Ravenna finden wir an den Wänden der Vorhalle italienischen Marmor, der sich in der Kirche umlaufend bis in Fensterhöhe fortsetzt. Die Gewölbe sind mit goldenem Glasmosaik bekleidet, von denen sich andersfarbige Mosaiksteine abheben. 24 bis 25 Millionen Mosaiksteine aus Glas, jeder nur ungefähr einen Quadratzentimeter groß, mit über 1.000 verschiedenen Farbschattierungen verzieren das Gewölbe. In der Vorhalle finden wir unter anderem die Bilder der deutschen Kaiser Friedrich III. und Wilhelm II. Im Altarraum ist Christi Himmelfahrt dargestellt, in der Gewölbekuppel finden sich die Abbilder deutscher Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, auch Kaiser Barbarossa ist darunter. Die reichhaltige Ausschmückung mit Mosaiken erinnert an die byzantinische Mosaikkunst. Wir finden aber auch in den Resten der zur Besichtigung freigegebenen Berliner Gedächtniskirche solche Arbeiten. Die 1913 ca. 90 Mitglieder zählende evangelische Kirch- gemeinde wollte diese Kirche jedoch nicht haben, zweifelsohne waren die Unterhaltskosten zu hoch. So kam der Evangelische Kirchenbauverein zu Berlin auf die Idee sie dem Kaiser Wilhelm II. anlässlich seines 25-jährigen Regierungsjubiläums zu schenken. Als wir zum Bus kommen ist die Reparatur beendet und die Fahrt Richtung Kyllburg geht in gewohntem Tempo weiter. Auf der Heimfahrt denken wir schon ans Koffer packen und an zu Hause. Der Ausflug endet mit einer Vorabendmesse in der Stiftskirche, die von dem Ortspfarrer Bänder gehalten wird. Erstaunlich wie er die Messe zelebriert und zwischendurch an seine kleine englische Orgel geht und spielt.

21. Juni, Sonntag Wir wurden nicht begrüßt und auch zum Abschied winkt keiner, die wunderbare Woche lässt das aber nichtig erscheinen. Wir erinnern uns an die vielen Ausflüge, an die gemütlichen Abende vor und in der Klause bei guten Gesprächen, Bier und Wein. Viele Mitglieder haben sich besser kennengelernt und neue Bekanntschaften wurden geknüpft. Pater Thörner ist gekommen, um uns zu verabschieden und den Reisesegen zu spenden. Nun bleibt nur noch Danke zu sagen für diese Fahrt. Danke allen die mitgeholfen haben das diese Fahrt so gut verlaufen ist und uns noch lange in Erinnerung bleiben wird. Aus dem nichtgenannten Kreis, derer denen wir Danke sagen, heben wir zwei Personen heraus, Karl-Heinz Dittert, den Vorsitzenden des kbwn und seine Frau Hildegard Foto oben rechts, die diese Reise organisiert haben. Das war die Jahresfahrt des KBWN 2009. Die Gedanken der Verantwortlichen eilen aber schon ein Jahr voraus. Die Jahresfahrt 2010 führt uns nach Mecklenburg, in das Ostseebad Boltenhagen. Der Vorstand des Vereins lädt Sie herzlich ein und freut sich auf Sie. Eine ausführliche Voraus-Information bringen wir hier an dieser Stelle in den nächsten Tagen! Herzliche Grüße von Herbert und Margarita Foit Foto oben links





















Am Südhang der Eifel liegt (zwischen 300 und 500 m ü.NN) das Feriengebiet der Kyllburger Waldeifel. Mit ihrer Nähe zu Frankfreich, Luxenburg, Belgien und den Niederlanden liegt die Kyllburger Waldeifel mitten im Herzen Europas. Die Kyllburger Waldeifel ist eine beliebte Ferienregion in waldreicher Umgebung mit über 60 Beher- berungsbetrieben. Für die Freizeitgestaltung stehen Ihnen von Wandern bis Angeln, von Schwimmen bis Golfen alle Möglichkeiten zur Verfügung. Bildungs- und Freizeitzentrum "Stiftsberg" 54655 Kyllburg Das Ferienzentrum „Stiftsberg“ liegt inmitten der traumhaften Kyllburger Waldeifel. Die attraktive Um- gebung des Ferienzentrums bietet neben der schönen Landschaft der Eifel auch zahlreiche Kultur- denkmäler, Sport- und Ausflugsmöglichkeiten zu Zielen in der Eifel, an der Mosel, nach Trier und dem benachbarten Luxemburg. Ob bei Wanderungen, Radtouren oder Ausflügen, das „Miteinander“ steht an erster Stelle. Wir hatten Zeit für einen Besuch der Stadt Trier, der Abtei Maria Laach, einer Mosel- Schifffahrt, für eine Weinprobe und einen Besuch der Eifel-Maare bei Daun.







Nächsten Monat finden Sie diese Seite unter “Galerie” mit den Fotos unser früheren Fahrten kbwn
. . . und wenn Sie im nächsten Jahr wieder mit uns reisen wollen: Wir fahren an die Ostsee nach Boltenhagen > Boltenhagen

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