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Regionaltreffen in Lage / Osnabrück

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56 Mitglieder des kbwn nahmen an unserer Wallfahrt zum Fest Kreuzerhöhung in Lage-Rieste teil: Der Tag begann mit einer Festmesse mit unserem Bischof Dr. Franz-Josef Bode.
   Anschließend führte uns Pfarrer Dr. Heinrich Bernhard Kraienhorst durch die Wallfahrtskirche. Nach- mittags trafen wir uns im Priesterseminar zu Osnabrück. Bei Kaffee und Kuchen gab uns die Leiterin des Diözesanmuseums Osnbrück, Frau Dr. Marie-Luise Schnackenburg, einen einfühlsamen Einblick in ihre Arbeit. Ausgewählte Exponate wurden uns erklärt - und wir durften sie begreifen. 

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Oldenburger Volkszeitung: Das Kreuz als Hoffnungszeichen
Diözesanwallfahrt mit Kranken und für Kranke zum Lager Kreuz

  Ermutigung, Aufrichtung, Hoffnung und Liebe solle den kranken Menschen zuteil werden, sagte Bischof Dr. Franz-Josef Bode in seiner Predigt, die er anlässlich der Diözesanwallfahrt mit Kranken und für Kranke in Lage hielt. Rund 1.300 Menschen, darunter viele Kranke und Behinderte, waren zur Wallfahrt gekommen, die nun schon zum zwölften Mal stattfand. Während des Gottesdienstes wurde jeder einzelne Teilnehmer gesegnet.
   Terror, Gewalt, Ausbeutung und Taubheit gegenüber den Worten Gottes seien an der Tagesordnung, sagte der Osnabrücker Bischof Bode und griff damit die Gedanken Papst Benedikts auf. Das Kreuz werde im Alltag seiner Bedeutung oft beraubt, aber es trage die Botschaft der Gewaltlosigkeit und der Barmherzigkeit.
   Der Respekt vor anderen Kulturen werde nicht verletzt, indem man sich zum Kreuz bekenne, so der Bischof. Der christliche Gott sei ein Gott der Gewaltlosigkeit, betonte er, und ihn aus den Augen zu verlieren heiße, den Frieden zu verlieren. Mehr und mehr sei das Kreuz in Lage zum Zeichen der Hoffnung geworden, und er hoffe, dass die Menschen dadurch Stärkung erführen.  In  den  vergange- nen  Jahren nähmen immer mehr Kranke an der Wallfahrt teil, hieß es. Aus Bremen war eigens eine Gruppe blinder Menschen angereist. Die Blinden und Sehbehinderten waren aufgefordert worden, nach dem Gottesdienst nach vorn zu kommen, um mit ihren Händen das Lager Kreuz zu begreifen, was die Augen nicht sehen können...
   Musikalisch wurde dieser Wallfahrts-Gottesdienst mit Kranken und für Kranke vom Instrumental Musikverein Neuenkirchen unter der Leitung von Heiko Maschmann und dem ökumenischen Gospelchor Verden unter der Leitung vom Michael Imsieke begleitet.
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Pfarrer Dr. Heinrich Bernhard Kraienhorst: Die Wallfahrt zu Kreuzerhöhung nach Lage

   Am 14. September feiern die Kirchen des Ostens und des Westens alljährlich die Erhöhung des Kreuzes Jesu Christi. Das erinnert an einen Brauch, der ursprünglich in Jerusalem gepflegt wurde: Das Kreuz wird in alle vier Himmelsrichtungen emporgehoben und so der Segen Gottes auf die ganze Welt herabgerufen. Dieses Fest der Kreuzerhöhung ist von Anfang an auch am Wallfahrtsort zum Heiligen Kreuz in Lage begangen worden. 
Kommende und Kirche der Johanniter von Lage
  Im Jahre 1245 schenkte Graf Otto von Tecklenburg seinen Gutshof Lage in der Bauerschaft Rieste dem Ritterorden der Johanniter. Diese Ordensgemeinschaft entstand um 1100 aus einer Bruderschaft zur Pflege der kranken Pilger im Hospital des heiligen Johannes zu Jerusalem. Seit 1530 hatte der Orden seinen Sitz auf Malta und  wird deshalb auch Malteserorden genannt.
   Im Jahre 1810 wurde die Niederlassung (Kommende) der Johanniter zu Lage verstaatlicht, seit dem Jahr 2000 gehört das Gebäude dem Bischof von Osnabrück und beherbergt das Dominikanerinnenkloster “Zum gekreuzigten Erlöser”.
   Neben der Kommende bauten die Ordensritter die Johanneskirche, die 1426 geweiht wurde. Nach dem Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) entwickelte sich an dieser Kirche eine katholische Kirchengemeinde, die 1815 als Pfarrei anerkannt wurde. Zu dieser Pfarrei gehören heute knapp 1.800 Katholiken in Rieste, Bieste und Klein Drehle.
Das Kreuz zu Lage
   Ausdruck der Verbundenheit mit Jerusalem und dem Heiligen Land ist bis heute das Lager Kreuz aus dem frühen 14. Jahrhundert, das zuletzt 2003 restauriert wurde. Tausende von Pilgern tragen das Jahr hindurch das fast 140 kg schwere Kreuz auf ihren Schultern um die Lager Kirche. Sie beten dabei für Kranke und Sterbende, für das Gedeihen der Feldfrüchte, für die Anliegen der Kirche und für den Frieden in der Welt.
  Zweimal im Jahr nehmen auch die Gläubigen der Pfarrgemeinde Lage das Kreuz in feierlicher Prozession auf ihre Schultern: Am Karfreitag wird es zu den Toten auf dem Friedhof getragen und bei der Bitt- prozession am Montag vor Christi Himmelfahrt durch die Felder. Ziel dieser Bittprozession ist der Kreuzberg, wo einst zwei Johanniter den Entschluss fassten, das Kreuz zu schnitzen.
Die Entstehungslegende erzählt von einer Vision, die der Priester Johannes und der Ritter Rudolf um das Jahr 1300 hatten. Am Himmel erblickten sie ein strahlendes Kreuz, und eine Stimme forderte sie auf, nach diesem Vorbild mit eigener Hand ein Kreuz anzufertigen: “Dieses Kreuz soll in Lage in der Kirche mit gebührender Ehrfurcht aufgestellt werden. Durch dieses Kreuz werden kraft des Leidens Christi viele Betrübte und Bedrängte Gnade empfangen.” Nach einer Überlieferung weihte Bischof Engelbert von Osnabrück am 29. August 1315 das Lager Kreuz und fügte ihm Steinchen aus dem Heiligen Land und Reliquien heiliger Märtyrer ein.
   Die Prozession zum Kreuzberg am Montag der Bittwoche wurde ursprünglich am Fest Kreuzerhöhung gehalten. Im Jahre 1490 schreibt Heinrich Wormsberg, Priester des Johanniterordens in Lage: “Damit nun nicht ein so ungewöhnliches Geschenk Gottes  der Vergessenheit anheimfiele, wurde festgesetzt und angeordnet und bis in die Gegenwart[1490] erfüllt, dass in jedem Jahr am Fest Kreuzerhöhung das Kreuz feierlich zu jenem Ort getragen wird, wo die gesamte Erscheinung und Offenbarung geschah.”

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Wallfahrtstage und Ablassfeste auf Lage
  Neben der Karwoche kennt man auf Lage bis heute zwei große Wallfahrtsfeste: Johanni und Kreuz- erhöhung. In alter Zeit kamen an diesen Tagen bis zu zwölf Priester aus Osnabrück oder den umlie- genden Gemeinden zur Aushilfe nach Lage: Sie wirkten als Beichtväter in der Kirche und im Festsaal der Kommende. Im 18. Jahrhundert vermerken die jährlich gedruckten “Staatskalender für das Hochstift Osnabrück” beide Tage als Ablassfeste in Lage.
  Auch nach der römischen Ablassordnung von 1999 können die Pilger am Johannesfest und an Kreuz- erhöhung beim Besuch der Lager Kirche einen vollkommenen Ablass gewinnen, wenn sie (bis zu drei Wochen vorher oder nachher) zur Beichte gehen, am Festtag selbst die heilige Kommunion empfangen sowie beim Kirchenbesuch das Vater unser und das Glaubensbekenntnis sprechen und in der Meinung des Papstes beten. 
  Mit dem Patronatsfest am Johannestag (24. Juni) verbindet sich das Gedächtnis an die Kirchweihe am 23. Juni 1426. So wird bis heute am 4. Sonntag im Juni die Lager Kirmes gefeiert, während die frühere Herbstkirmes am 14. September nach dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr wieder auflebte.
Vom Priestertreffen zur Krankenwallfahrt
    Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erlebte die Pfarrei Lage eine Blüte geistlicher Berufe. Außer zahl- reichen Ordensfrauen entstammten sieben Priester der Gemeinde. Zum 14. September kamen sie all- jährlich in ihre Heimatkirche und feierten ein festliches Levitenamt mit anschließender Prozession. So war dieser Tag ein Festtag für die ganze Gemeinde - und die Schüler hatten schulfrei. Heinrich Stickfort als der letzte Priester dieses “Siebengestirns” starb im Jahre 2002.
   Im Jahre 1995 war die 750-Jahrfeier der Gründung der Kommende Lage. Aus diesem Anlass planten die Gemeinde Rieste und die Pfarrgemeinde Lage eine Sternwallfahrt von verschiedenen Stellen aus zur Wallfahrtskirche. Diese Überlegungen kreuzten sich mit den Plänen des Bistums, und so entstand die Wallfahrt “mit Kranken und für Kranke” am Sonntag nach Kreuzerhöhung, die in würdiger Weise das Brauchtum zum 14. September weiterführt. Seit 1996 ist der 14. September auch der Eucharistische Gebetstag der Pfarrei Lage im Zyklus des “Ewigen Gebetes” im Bistum Osnabrück.
Dr.Heinrich Bernhard Kraienhorst, Pfarrer von Lage und Vörden

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Erinnerungen von Pfarrer Bernhard Holtmann

Zu den frühesten heiligen Stätten, die von Christen zunächst einzeln und seit dem 4. Jahrhundert auch in Gruppen pilgernd aufgesucht wurden, gehören die Orte in Palästina, die mit dem Leben und Sterben Jesu Christi besonders verbunden waren. Vor allem die unter Kaiser Konstantin (+ 337) errichtete Grabeskirche in Jerusalem mit dem nach legendären Berichten am 14. September 320 wieder aufge- fundenen und aufgerichteten Kreuz Christi war das Ziel frommer Wallfahrten. Als diese im 11. Jahr- hundert nach der Eroberung Vorderasiens durch die islamischen Seldschuken auf dem Landweg nicht mehr möglich waren, wurde jene bewaffnete Massenwallfahrt zur Befreiung des “Heiligen Landes” aus- gelöst, die über 200 Jahre als Kreuzzugsbewegung anhielt und die Geschichte der abendländischen Christenheit nachhaltig prägte. Bedingt durch die Kreuzzugsmentalität und beeinflusst durch den Ver- lust des legendären wahren Kreuzes Jesu Christi in der Schlacht bei Hattin in Galiläa 1187  ...

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   ... rückte die Verehrung des heiligen Kreuzes tief in das Bewusstsein der Gläubigen. Viele Kreuz- kapellen, Kreuzberge und Kreuze in neuer Gestalt entstanden. Häufig waren die Kruzifixe mit Reliquien besetzt, mit so genannten Kreuzpartikeln, denen große Verehrung entgegengebracht und besondere Heilkraft zugesprochen wurde.
   In dieser volksnahen Frömmigkeit hat die Wallfahrt zum Heiligen Kreuz von Lage ihre historischen Wurzeln. In dem etwa 25 km nördlich von Osnabrück gelegenen Ort in der Gemarkung Rieste hatte 1245 Graf Otto von Tecklenburg eine Kommende des knapp 100 Jahre zuvor gegründeten Ritterordens vom Hospiz des heiligen Johannes zu Jerusalem gestiftet. Bis etwa 1300 entwickelte sich das Johanniterhaus zu einer der bedeutendsten Kommenden des Ordens im nordwestdeutschen Raum. Dieser Aufschwung Kreuztracht in Lage förderte nachhaltig die Verehrung des Heiligen Kreuzes von Lage, das um 1300 eindrucksvoll aus besonderem Holz geschnitzt und 1315 vom Osnabrücker Bischof Engelbert II. (1308- 1320) feierlich benediziert war. Der Andrang der Pilger wurde so stark, dass 1313 neben der Konvents- kirche eine eigene Wallfahrtskirche errichtet werden musste. Von der Lager Wallfahrt und von den bald legendär ausgestalteten Umständen beim Finden des besonderen Kreuzesholzes berichtete 1490 der Johanniterprior Heinrich Wormsberch.
   Ein halbes Jahrhundert später war die Wallfahrt infolge der Reformation fast zum Erliegen gekommen. In Verbindung mit den erfolgreichen regionalen katholischen Reformbewegung in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts erholte sie sich jedoch und kam bald wieder zu hoher Blüte. Wie zuvor wurden das Ordenspatronatsfest St. Johannes Baptist am 24. Juni und das Fest Kreuzerhöhung am 14. September besonders gut besuchte Wallfahrtstage.Typisch für Lage war dabei die Prozession um die Kirche herum. Die Aufklärung im 18. Jahrhundert, der Abgang des letzten (Johanniter-) Malteserritters 1783 aus Lage und die unter Napoleon durch französische Regierungsdekrete verfügte Säkularisation der Kommende 1811 führten erneut zu einem Abklingen der Lager Wallfahrt.
   Erst die Konsolidierung der politischen und kirchlichen Verhältnisse gegen Ende des 19. Jahrhunderts brachte eine erneute Belebung. Der südoldenburgische Kreuzkampf während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft 1936 und der Beginn der Kreuztracht 1957 in den Abendstunden des Freitags gaben der Wallfahrt zum Heiligen Kreuz von Lage jene Bedeutung, die sie heute für das Emsland, das Südoldenburger Land und Osnabrücker Land hat. Lage wird oft besucht von Einzelpilgern, Familien und Gruppen, die immer wieder betend das Heilige Kreuz um die Kirche tragen. Dabei wird bei jedem Umgang das Kreuz vor der Sandsteinplastik „Christus in der Rast“ (15. Jahrhundert) abgesetzt, die in die Ost- wand der heutigen Pfarrkirche eingelassen ist.  

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Neue Forschungen von Pfarrer Dr. Heinrich Bernhard Kraienhorst:

 “Natürlich war die Aufklärung der Wallfahrten nicht freundlich gesinnt, “der Abgang des letzten (Johan- niter-)Malteserritters 1783 aus Lage” war aber keineswegs die Zäsur, als die auch Pfarrer Bernd Holt- mann sie hinstellte. Dieser “Abgang” ist der Tod des drittletzten Komturs von Lage, Fidelis Ignatius von Schönau zu Wehr. Er liegt unter dem heutigen Altar von Lage begraben. Er war nicht der letzte Komtur von Lage, es folgten noch zwei andere, die aber nicht auf Lage lebten. Das war nicht verwunderlich, denn wohl alle Komture des 18. Jahrhunderts hatten mehrere Kommenden.
   Fidelis Josef von Schönau zu Wehr war also der letzte, der auf Lage lebte. Aber auch seine Vor- gänger starben meistens außerhalb von Lage. Dazu habe ich in einem Vortrag im Jahre 2003 gesagt:
   „Das letzte Begräbnis eines Komturs in Lage [vor 1783] hatte im Jahre 1702 stattgefunden. Alle sechs Komture der letzten 81 Jahre waren außerhalb von Lage gestorben und begraben. Im 18. Jahr- hundert war die Abwesenheit eines Komturs von der Kommende nicht ungewöhnlich. Viele Ritter hatten mehrere Kommenden, und zudem war der Orden stark auf die Insel Malta fixiert.
   Holtmann bemerkt weiter: “Das Leben am Ort gestaltete der vom Orden eingesetzte Geistliche, der zugleich als Verwalter fungierte. Seit 1783 wurde diese Verwaltung ausgeübt durch ein Mitglied der Benediktinerabtei Iburg.” Die letzte Feststellung entspricht nicht den Tatsachen, denn 1783 war Ka- nonikus Creutzmann Pastor und Verwalter von Lage und sollte es noch siebzehn Jahre bleiben. Erst nach seinem Tode im Jahre 1800 übernahm der Iburger Benediktiner P. Ludger Pölking die Seelsorge und die Verwaltung von Lage, wozu der Iburger Abt seine Zustimmung gab. Organisatorisch blieben die Abtei Iburg und die Kommende Lage aber unzweifelhaft getrennt.
   Fassen wir zusammen: Mit dem Tode des Komturs Fidelis Joseph im Jahre 1783 änderte sich in Lage grundsätzlich gar nichts: Pastor und Pater wohnen in der Kommende und erhalten dort ihre Verpfle- gung; die Wohnräume des Komturs werden so erhalten, dass der Nachfolger jederzeit kommen kann.” (Soweit aus meinem Vortrag.)
   Die Säkularisation von Lage erfolgte durch das Königreich Westfalen, dessen König der Bruder Napo- leons war, und zwar nicht 1811, wie bisher immer vermutet, sondern im Jahre 1810. Dies habe ich im Staatsarchiv Osnabrück herausgefunden und auch in einem Sammelband über die Säkularisation veröffentlicht:
Heinrich Bernhard Kraienhorst, Das Beispiel Lage - Von der Kommende zur Pfarrei,
in: Thomas Scharf-Wrede (Hrsg.), Umbruch oder Übergang? Die Säkularisation von 1803 in Nord- deutschland, Hildesheim 2004, S. 356-391

Fotos von unserem Regionaltreffen in Lage 2005

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. . . hier sind die schönsten Erinnerungsfotos von Lage  

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   Ein Kleinod im nördlichen Osnabrücker Land ist die Kommende Lage in Rieste, die auf eine Johanniter- Stiftung zurückgeht. Graf Otto von Tecklenburg hat seinen Herrenhof im 13. Jahrhundert dem „Hospital in Jerusalem” übertragen.
 Mittelpunkt der katholischen Johannes-Gemeinde ist der Ortsteil Lage mit der Wallfahrtskirche aus dem Jahr 1426. Hier steht das Lager Kreuz, ein lebensgroßer Kruzifixus aus dem 14. Jahrhundert, noch heute für die Verbundenheit mit dem Heiligen Land und den Stätten der Erlösung in Jerusalem. Nach einer alten Überlieferung hat der Osnabrücker Bischof Engelbert am 29. August 1315 das Kreuz geweiht. Im Kopf des Gekreuzigten wurden Steinchen aus dem Heiligen Land und Reliquien eingelassen. Wallfahrer tragen  das 150 Kilogramm schwere Holzkreuz auf ihren Schultern und beten dabei besonders für Kranke und Sterbende.
   In der ehemaligen Kommende neben der Wallfahrtskirche gründete Bischof Franz-Josef Bode im Jahr 2000 ein Dominikanerinnenkloster, in dem heute 14 Schwestern leben. 2001 wurde die gotische Wallfahrtskirche mit ihrer barocken Ausstattung renoviert.
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Neue Forschungen von Pfarrer Dr. Heinrich Bernhard Kraienhorst:

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   Die Beteiligung der Gläubigen an den Wallfahrtstagen Johanni und Kreuzerhöhung blieb im Anfang des 19. Jahrhunderts meines Wissens unverändert. Das Problem waren eigentlich die Beichtväter für die beiden Wallfahrtstage. Da es in Osnabrück keine Klöster der Dominikaner und Franziskaner mehr gab, musste man auf die Geistlichen der Nachbarschaft zurückgreifen. Und dies war manchmal schwierig.
 Auch Bischof Paulus Melchers war zu Johanni 1864  auf Lage – er blieb zwei Tage, zur Wallfahrt und zur Firmung. Dabei ging er selbst einige Stunden in den Beichtstuhl. Das zeigt, dass der Ansturm noch bedeutend war.
    Von einem besonderen Ansturm am Gründonnerstag und Karfreitag hört man eigentlich im 18. Jahr- hundert nichts. Dies ist wohl eine Entwicklung des 19. und 20. Jahrhunderts. So kann man also eher von Verschiebungen in der Frequenz sprechen. Sicherlich gab es auch ein Auf und Ab, aber Genaueres weiß man eigentlich nicht.
   Auf jeden Fall ist durch die Mobilisierung der Menschen die spontane Wallfahrt nach Lage zum Kreuz- tragen bei Unglücksfällen und schweren Erkrankungen wesentlich stärker geworden. Früher gab es oft den Fall, dass die Angehörigen selbst nicht nach Lage kommen konnten und deshalb dem Pastor oder dem Küster einen Obolus schickten, damit das Kreuz von den Kolpingssöhnen getragen wurde. Das gibt es heute nur noch ganz selten.

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DAS KREUZ ZU LAGE
  Die Kirche in Lage „birgt ein Kreuz, an dessen besonderer Auszeichnung wohl niemand zweifeln kann”. Die Entstehung des Kreuzes wird von Kunsthistorikern um 1300 vermutet. Hiermit stimmt die Angabe des Entstehungsberichtes von Heinrich Wormsberch überein. Der Stamm des Kreuzes hat eine Länge von 3,55 m, die Breitspanne beträgt 1,55 m. Es ist eine gotische Holzskulptur, von tiefer Frömmigkeit und originellem, hohem künstlerischen Wert. Der Korpus ist scharf herausgearbeitet. Der ausgemergelte Körper trägt alle Spuren des furchtbaren Leidens. Das Haupt ist auf die Brust gesenkt als Ausdruck des Schmerzes. Die brechenden Augen künden von der sich verströmenden Erlöserliebe. Da die jetzige Kolorierung sowie die Form des Haupthaares, der Dornenkrone und des Barthaares nicht ursprünglich sind, war das Ergebnis der Renovierungsarbeiten, die der Künstler W. Wiegard im Jahre 1956 in Osnabrück vornahm, von großem Interesse. Der Gesichtausdruck in der ursprünglichen Form ist leidend und göttlich erhaben zugleich. Die jetzige Form lässt mehr die Leidenszüge zum Ausdruck kommen. Doch treten vor allem im abendlichen Kerzenschein auch die Züge einer verklärten Gestalt eindrucksvoll hervor. Das Kreuz wiegt 150 kg. Es wird bis heute von Hilfesuchenden um die Kirche getragen. Drei bis vier Männer oder etwa acht bis zehn Frauen tragen die schwere Last auf ihren Schultern. Die ununterbrochene große Verehrung,  die dem Kreuz in Lage durch die Jahrhunderte bis zur Gegenwart zuteil wurde, ist ein eindrucksvolles Glaubenszeugnis. Nicht unbedeutend ist die Tatsache, dass bereits im Jahre 1315 der Bischof von Osnabrück, Engelbert II., das Kreuz weihte. Eine alte Inschrift lautet: „Engelbert, Bischof von Osnabrück, weihte im Jahre 1351 (richtig: 1315) am Fest der Enthauptung des heiligen Johannes jenes große Kreuz, das sich bis jetzt dort (in Lage) unter großer Verehrung des Volkes wegen der Wunder, die Gott gewährte, befindet ... und fügte ihm viele und kostbare heilige Reli- quien ein. Zwei Jahre vorher (1313) hatte der Osnabrücker Weihbischof Hermann von Belville einen Kreuzaltar in der Lager Kirche konsekriert. Er gehörte wahrscheinlich dem Johanniterorden an.
ERINNERUNGSMALE
  
Im Haupt des Kruzifixes ruhen unter einer Silberplatte etwa 25 Reliquien. Ein Verzeichnis nennt außer einigen unbekannten folgende Reliquien: „vom Kreuze Christi”, „3 Partikel vom Holze unseres Herrn Jesus Christus”, „vom Kalvarienberg”, „vom Berg Sinai”, „vom Grabe Christi”, „vom weißen Gewand des Herrn”, „von der Krippe des Herrn”. Außerdem Reliquien von folgenden Heiligen: Apostel Andreas und Bartolomäus, Martyrer Georg, Petronella, Regina, Barbara, Sebastian, Margarita, Erzbischof Thomas Becket von Canterbury, Cordula. Die Reliquien wurden innerhalb der letzten 200 Jahre dreimal unter- sucht und neu eingefügt, zuletzt im Jahre 1956. Vorrangig interessiert heute ihre symbolische Be- deutung. Im christlichen Mittelalter betrachtete man Reliquien und Erinnerungsstücke von Heiligen als große Kostbarkeit, insbesondere alles, was an die Person und den Opfertod des Herrn erinnerte. Wie der Drang zum Heiligen Land die Herzen bewegte in einer heute kaum mehr fassbaren Begeisterung und Hingabefreudigkeit, so wurden Erinnerungsmale an Jesu Leben und Sterben - ähnlich wie die Heiligen Stätten selbst - verehrt und geschätzt.
   Seit urchristlicher Zeit verehrte man auch die Märtyrer, die durch Hingabe ihres Lebens für Christus Zeugnis ablegten. Später erkannte man immer mehr auch in den heldenhaften Christen, die wir mit Recht Heilige nennen, die Früchte der Erlösungsgnade. Gemäß dem Apostelwort: „Wenn wir mit ihm leiden, werden wir auch mit ihm verherrlicht“, erblickte man in ihrer Verähnlichung mit dem leidenden Herrn den nachahmenswerten Weg zum Heil. Durch die Heiligen wird uns das Kreuz als Weg zur Herrlichkeit bestätigt.
URSPRUNG DES KREUZES
   
Über die Entstehung des Kreuzes ist uns ein Bericht des Priors Heinrich Wormsberch aus dem Jahre 1490 erhalten. Das Manuskript ist eine vom bischöflichen Notar Caspar Windhorst beglaubigte Kopie aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts. Der Bericht führt die Entstehung des Kreuzes auf übernatürliche Geschehnisse zurück. Es sei hingestellt, der Verfasser habe in seine Darstellungen legendäre Züge eingeflochten, so werden erst recht Einschätzungen und Wertung von Legenden interessieren.
   Legenda bedeutet wörtlich: das Auszulesende, das zu Lesende, was gelesen, überdacht und er- wogen werden muss - also lesenswert ist. Man macht sich heute vielfach kaum Gedanken über den Wert dessen, was man liest, etwa wenn man die Sensationsmeldungen der Tageszeitungen zu er- haschen pflegt. „Die Augen des modernen Menschen sind durch die Lektüre von Zeitungen und Illu- strierten, durch das Anschauen von Film und Television zum mindesten empfindlich geschwächt”.
   Legenden sind nicht Aufnahme eines Protokolls; vielmehr gehören sie einem höheren Sein an und wissen um einen viel tieferen Sinn des Lebens.  Sie „verkünden eine Wahrheit, die alle historische Genauigkeit weit übertrifft, da in ihnen das erhellende Licht von oben in das finstere Dasein einfällt”. Ganz abgesehen von dem, was sich wirklich ereignet hat, dem historischen Kern, einem Erleben, einer Erfahrung, bedeutet Legende in der Regel nicht mangelnde Wahrheit, sondern tiefere Wahrheit.
DER BERICHT
  
Zwei Johanniterbrüder, ein Priester namens Johannes und ein Ritter namens Rudolf, gingen eines Tages - es war im Jahre 1300 - zu einem Ort, der jetzt Kreuzberg genannt wird, und rasteten dort. Bei klarer, sonniger Luft unterhielten sie sich und betrachteten die Natur. Da nun den Bruder Johannes eine Müdigkeit überkam, schlief er ein. Bruder Rudolf wollte auf ihn warten, um zusammen mit ihm heimzukehren. „Es erschien ihnen nun oben in der Luft ein Kreuz mit dem Bilde des Erlösers aller Jahrhunderte, unseres Herrn Jesu Christi, heller, schöner und glänzender als Sonne, Mond, Sterne und alle Gestirne, welche mit Menschenaugen gesehen werden können ... von solcher Figur und Gestalt wie jenes große Kreuz, welches jetzt in Lage ist.” Beide Brüder sahen dieses Kreuz und hörten eine Stimme vom Himmel - Bruder Johannes im Schlaf, Bruder Rudolf jedoch, wachend mit klaren, offenen und sehenden Augen' und mit wachsamen und aufmerksamen Ohren'.“ Nicht wenig erschrocken vernahmen sie nun einen Auftrag, der an den schlafenden Bruder gerichtet wurde: „Bruder Johannes, es ist der Wille des allmächtigen Gottes, dass du mit deinen eigenen Händen ein Kreuz mit der Gestalt unseres Herrn Jesus Christus anfertigen sollst, so ähnlich - wie es dir nur möglich ist - diesem Kreuzesbild, das ihr, du und dein Mitbruder, in der Luft seht. Dieses Kreuz soll in Lage in der Kirche des Ordens vom heiligen Johannes von Jerusalem mit gebührender Ehrfurcht aufgestellt werden. Durch dieses Kreuz werden kraft des Leidens Jesu Christi viele Betrübte und Bedrängte Gnade empfangen. Wenn du aber dieses Kreuz mit Ausnahme des linken Armes vollendet haben wirst,  wirst du sterben und im glücklichen Ende vollendet werden.  Wenn du aber aus dieser Welt geschieden sein wirst, soll Rudolf, dein hier anwesender Mitbruder, jenen linken Arm fertig stellen. Er wird dieses Kreuz mit dem Bildnis in allem vollenden und dir im glücklichen Ende in die himmlische Herrlichkeit folgen. Erhebe dich also schnell, geh und suche zusammen mit deinem Gefährten nach geeignetem Holz, um dieses Kreuz und Bildnis zu verfertigen. Jesus Christus, der für das Heil aller gekreuzigt ist, wird euer grenzenloser Lohn sein.“ Nachdem nun Bruder Johannes erwacht war, äußerte er sich zunächst verwirrt über die Erscheinung und den Auftrag, der an ihn gerichtet war. Beide stellten darauf fest, dass sie dasselbe gehört und gesehen hatten. Doch wie sollten sie ein Kreuz anfertigen, ohne diese Kunst auch nur im geringsten zu kennen? Dennoch waren sie sich der Pflicht bewusst, der Anordnung Gottes zu gehorchen. Der Priester Johannes sagte: „Niemals habe ich die geringste Fähigkeit gehabt, irgend etwas aus Holz zu verfertigen, ebenso wenig wie Ihr. Wie sollen wir also ein so schönes und geziemendes Kreuz und Bildnis dieser Art machen können?”- „Wenn aber der allmächtige Gott sich würdigt, dass ein Werk dieser Art durch uns geschehen soll, wird er uns Geist, Verstand und Wissen geben, um dieses auszuführen.“ ... „Eines Herzens also und mit gemeinsamer Zustimmung” machen sich die beiden Brüder zu- sammen mit einigen ihrer Mitbrüder auf den Weg, um Holz zur Anfertigung des Kreuzes hier und dort zu suchen. Sie durchwandern zuerst die Mark Malgarten, darauf die Mark Sögeln,  dann die Mark Ryst (Rieste). Nach langem Suchen fanden sie auf Riester Boden zwischen den beiden Höfen Hundewinkel und Sube einen Baum, der ihnen brauchbar, passend und gut schien für jenes Kreuz und ihnen sehr gefiel. Kein Mensch konnte wissen, von welcher Art jener Baum war. Er unterschied sich nämlich in allem von den anderen Bäumen jener Gegend, namentlich in den Blättern, da er rote Blätter hervorbrachte. Bruder Johannes wandte sich zuerst an den Bauer Hundewinkel, dann an Sube, da der Baum an der Grenze beider Höfe stand. Doch weder Hundewinkel, der den Priester an Bauer Sube verwies, weil diesem der Baum gehöre, noch Sube wollten - vor allem um der Schönheit des Baumes willen - diesen abgeben. „Es ist nämlich ein ungewöhnlicher Baum, den Augen aller Vorübergehenden, die ihn betrachten, erfreulich und erbauend.“ Nun erklärte Bruder Johannes dem Bauer Sube den Grund seiner dringlichen Bitte, indem er ihm die Erscheinung auslegte und sein Vorhaben, zusammen mit seinem Mitbruder zu versuchen, Kreuz und Bildnis zu verfertigen, derart, wie es ihnen aufgetragen war. - „Es kamen also diese beiden, Hundewinkel und Sube, die „Worte in ihren Herzen hin und her überlegend,  zusammen zum Bruder. Und halb unwillig schenkten sie den Brüdern jenen Baum.“ Diese ließen ihn daraufhin sogleich fällen. Nachdem der Stamm behauen und zum Abfahren fertig war, erbaten sie von ihren Nachbarn einen Wagen mit Pferden.  Es wurden nun vier Pferde vor den Wagen gespannt, sie konnten jedoch das Holz nicht ziehen. Dann weitere vier Pferde und nochmals vier Pferde, schließlich im ganzen 16 Pferde. Doch der Wagen mit dem Holz blieb stehen. „Sechs dieser Pferde würden jedoch den Wagen mit dem denkwürdigen Holz sehr gut haben ziehen können, wohin man gewollt hätte, wenn nicht der göttliche Wille entgegengestanden hätte.”
  Als nun alle sich wunderten, sagte Hundewinkel: „Ich habe vier Pferde, die mir niemals versagten, etwas von der Stelle zu ziehen. Ich will sie anspannen, und wenn es der Wille Gottes sein wird, werde ich versuchen, den Stamm nach Lage zu fahren. Nun bekenne ich die Wahrheit; ich habe quasi unwillig die Zustimmung gegeben zum Fällen dieses Baumes, weil er selten und ungewöhnlich war und den Augen aller hier Vorübergehenden erbauend. Doch durch die Barmherzigkeit und die Gnade Gottes wird er zu dem uns erklärten „Werk verwendet werden. So wird er durch viele Zeiten hindurch den Augen vieler zur Erinnerung  an  das  Leiden unseres Herrn Jesus Christus überaus erbauend sein.” „Und was ich vorher verweigerte, zu seiner Ehre zu geben, will ich nunmehr gutmachen durch Abfahren des Stammes, wenn es Gott gefällt. Nachdem nun die 16 Pferde abgespannt waren, spannte er seine vier Pferde an, die ohne Verzug und ohne irgendeine Schwierigkeit mit dem Wagen und dem Stamm ihre Schritte geradewegs nach Lage richteten. „Wo immer nun der Weg versperrt war, wurden ge- schlossene Tore, Wälle, Türen und andere Hindernisse sogleich geöffnet ohne die geringste mensch- liche Hilfe. “In Lage glücklich angelangt, legte man den Stamm ab. So begann der Priesterbruder Johannes seine Arbeit. Alles ging ihm von der Hand, als wenn er von den Tagen seiner Jugend an jene Kunst gekonnt hätte, und so ebenmäßig wurde das Holz geschnitzt, als wenn es gehobelt gewesen wäre, wie auch dem, der dieses Kreuz betrachtet, hinreichend ersichtlich ist. Als Bruder Johannes nun bereits das Kreuz mit dem Bildnis Jesu Christi außer dem linken Arm verfertigt hatte, erkrankte er sogleich, wie ihm vorausgesagt war. In klarer Erinnerung an die Stimme, die zu ihm gesprochen hatte, bekannte er seine Sünden, empfing den Leib und das Blut Jesu Christi und die Krankensalbung. Und nach wenigen Tagen starb er. Seinen Leichnam geleitete man ehrfurchtsvoll zum Begräbnis auf den Friedhof zu Lage. Zweifellos hofft man dass seine Seele in die himmlische Welt aufgenommen ist nach der ihm zuteil gewordenen Verheißung.
  Nachdem nun dieser ehrwürdige Bruder heimgerufen war, trat der Laienbruder Rudolf an das Kreuz und verfertigte den linken Arm mit größter Sorgfalt, und so vollendete er in allem das Kreuz mit dem Bildnis zum Lob unseres Herrn Jesus Christus. So wurde nun das Kreuz von allen Brüdern des Hauses demütig und mit aller Ehrfurcht zur Kirche in Lage hinab getragen und an einem hergerichteten Ort ehrerbietig aufgestellt. Unter den Anwesenden befand sich der schlichte Bruder Rudolf, welcher sogleich erkrankte und mit den Sakramenten der Kirche versehen im Herrn heimging. Es drang nun dieses wunderbare Ereignis in die ganze umliegende Gegend, und alle wunderten sich und wünschten das von Gott dort so wunderbar bestimmte Kreuzesbild zu sehen. Viele kamen, herbei, die von verschiedenen Leiden, Schwächen, Schmerzen, Krankheiten und Gefahren bedrängt waren. Alle wurden befreit und kehrten gesund nach Hause zurück. Abschließend berichtet der Schreiber von einigen Heilungen, die noch in der allerletzten Zeit vor der Niederschrift dieses Berichtes geschehen seien.
  Von besonderem Interesse ist die schon vorher von ihm eingeflochtene Bemerkung über die all- jährliche Prozession zum Kreuzberg: „Damit nun nicht ein so ungewöhnliches Geschenk Gottes der Vergessenheit anheim fiele, wurde festgesetzt und angeordnet und bis in die Gegenwart“ - d.h. bis zum Jahre 1490 einschließlich - „erfüllt, dass in jedem Jahr am Tag Kreuzerhöhung selbst das Kreuz feierlich zu jenem Ort getragen wird, wo die genannte Erscheinung und Offenbarung geschah.”
   Diese Prozession mit dem Kreuz, die auch heute noch jährlich am ersten Bittag stattfindet, war also bereits damals ein lebendiges Zeugnis für den Ursprung des Kreuzes in Lage. -
   Die Annahme wird nahe liegen, dass dieses Kreuzesbild auf eine übernatürliche Eingebung hin geschnitzt worden ist. Auch geben die Grundzüge des Berichtes etwas Geschehenes wieder, einen Werdegang aus göttlicher Anordnung. Die Möglichkeit einer Vision sowie göttlicher Fügungen und Hilfen,  die das menschliche Handeln zielsicher leiten, ist dem Bericht zu entnehmen.

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Weitere Informationen über das “Lager Kreuz”:
   Neuere Restaurierungen: 1987 durch Restaurator Icks aus Engter und im Jahre 2002/2003 von Uwe Pleninger in den Werkstätten des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalspflege in Hannover.
   Seitdem wiegt das Kreuz 134,5 kg (eine eiserne Verstrebung hinter dem Rücken des Crucifixus  ist bei der letzten Restaurierung entfernt worden). Auch die Reliquien sind unter Leitung von Pastor Otting 1987 durch Schönstatt-Schwestern von Neuenkirchen i. O. erneut geöffnet und neu eingefasst wor- den. Dabei wurden Stoffreliquien der nunmehr seligen Schwester Euthymia Foto oben und des (noch nicht kanonisierten) Pater Josef Kentenich hinzugefügt.
Lesen Sie mehr dazu unter:  www.kkg-lagerieste.de

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