kbwn

E-mail

tn_PrLogo303_jpg
Liebst du mich?

online:
www.
kbwn.de

Auf dieser Seite erklären wir die wesentliche Botschaft des Chrisentums: Gott ist die Liebe!
Lesen Sie, bitte, die folgenden drei Abschnitte:
1. Papst Benedikt hat seine erste Enzyklika über diese Liebe geschrieben: > Deus Caritas 
100.000e Jugendliche ruft er auf dem Weltjugendtag zur dieser unverlierbaren Liebe auf.
2. Begründung dieser frohen Botschaft aus dem Envangelium: Petrus hatte seinen Freund und
Meister Jesus vor dem Hohenpriester allein gelassen. “Ich kenne diesen Menschen nicht!”
In der ersten Begegnung mit dem Auferstandenen hält dieser ihm nicht den Verrat vor,
sondern stellt ihm die dreifache Frage: “Simon, liebst du micht?” Lesen Sie seine Antwort.
3. Jeder Mensch, der Gott sucht, wird erkennen, dass Gott ihn zuerst geliebt hat. Dann wird er
nicht anders können, als diese Liebe zu erwidern. Wir berichten von solchen Menschen unserer Zeit.

B-K02x Fotos: WJT Köln B-K12x

1.   Liebe Jugendliche,
   anlässlich des XXII. Weltjugendtages, möchte ich Euch zur Meditation diese Worte Jesu vorschlagen: „Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben” Joh 13,34.

Ist es möglich zu lieben?
   Jeder Mensch verspürt den Wunsch, zu lieben und geliebt zu werden. Und dennoch: Wie schwierig ist es zu lieben; wie viele Irrtümer und Fehlschläge sind bei der Liebe zu verzeichnen! Manch einer kommt sogar dazu, daran zu zweifeln, dass die Liebe möglich ist. Wenn aber emotionale Mängel oder Enttäuschungen im Gefühlsleben auch daran denken lassen, dass Liebe eine Utopie ist, ein un- erreichbarer Traum: darf man deshalb resignieren? Nein! Die Liebe ist möglich, und Ziel dieser meinen Botschaft ist es, einen Beitrag zu leisten, damit in jedem von Euch, die Ihr die Zukunft und die Hoffnung der Menschheit seid, das Vertrauen in die wahre, treue und starke Liebe neu geweckt wird - eine Liebe, die Frieden und Freude hervorbringt; eine Liebe, die die Menschen untereinander verbindet, so dass sie sich in gegenseitiger Achtung frei fühlen. Lasst uns also gemeinsam drei Stationen des Weges hin zur „Entdeckung” der Liebe beschreiten.
Gott, Quelle der Liebe
   Die erste Station betrifft die Quelle der wahren Liebe. Es gibt nur eine einzige Quelle der Liebe, und das ist Gott. Der heilige Johannes macht dies deutlich,  wenn er erklärt, dass Gott „die Liebe” ist 1 Joh 4, 8.16. Nun will er nicht nur sagen, dass Gott uns liebt, sondern dass das Wesen Gottes selbst Liebe ist. Wir stehen hier vor der hellsten Offenbarung der Quelle der Liebe, die das Geheimnis der Dreifaltigkeit ist: Im einen und dreifaltigen Gott findet zwischen den Personen des Vaters und des Sohnes ein ewiger Austausch der Liebe statt; und diese Liebe ist keine Energie oder ein Gefühl, sondern eine Person: der Heilige Geist.
Das Kreuz Christi offenbart die Liebe Gottes in Fülle
   Wie offenbart sich uns Gott, der die Liebe ist? Wir sind hier an der zweiten Station unseres Weges angelangt. Auch wenn es schon in der Schöpfung deutliche Spuren der göttlichen Liebe gibt, so ge- schah die volle Offenbarung des innersten Geheimnisses Gottes in der Fleischwerdung, als Gott selbst Mensch wurde. In Christus, wahrer Gott und wahrer Mensch, haben wir die Liebe in ihrer ganzen Trag- weite kennen gelernt. In der Tat, so habe ich in der Enzyklika Deus Caritas est [siehe: Deus Caritas] geschrieben, sind „das eigentlich Neue des Neuen Testaments (...) nicht neue Ideen, sondern die Gestalt Christi selber, der den Gedanken Fleisch und Blut, einen unerhörten Realismus gibt” (12). Die Offenbarung der göttlichen Liebe ist total und vollkommen am Kreuz, wo - wie der heilige Paulus sagt - „Gott aber (...) seine Liebe zu uns darin erwiesen (hat), dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren” Röm 5,8. Jeder von uns kann somit wahrhaft sagen: „Christus hat mich geliebt und sich für mich hingegeben” vgl. Eph 5,2. Da es durch sein Blut erlöst wurde, ist kein menschliches Leben unnütz oder von geringem Wert, denn wir alle werden persönlich von ihm mit einer leidenschaftlichen und treuen Liebe geliebt, einer Liebe ohne Grenzen. Das Kreuz - Torheit für die Welt, Ärgernis für viele Gläubige - ist hingegen „Weisheit Gottes” für all diejenigen, die sich in den Tiefen des eigenen Seins berühren lassen, „denn das Törichte an Gott ist weiser als die Menschen und das Schwache an Gott ist stärker als die Menschen” vgl. 1 Kor 1,24- 25. Ja, mehr noch: Der Gekreuzigte, der nach der Aufer- stehung die Male seines Leidens für immer trägt, lässt die „Täuschungen”  und Lügen in Bezug auf Gott, die in der Gestalt von Gewalt, Rache und Abweisung auftreten, offenbar werden. Christus ist das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt auf sich nimmt und den Hass aus dem Herzen des Menschen vertreibt. Das ist die wahre „Revolution”, die er bringt: die Liebe.
Den Nächsten lieben wie Christus uns liebt
   So sind wir bei der dritten Station unserer Überlegung angekommen. Am Kreuz ruft Christus: „Mich dürstet” Joh 19,28. So offenbart er den brennenden Durst danach, zu lieben und von einem jeden von uns geliebt zu werden. Nur wenn es uns gelingt, die Tiefe und Intensität dieses Geheimnisses zu erfas- sen, wird uns die Notwendigkeit und die Dringlichkeit klar, ihn unsererseits zu lieben wie er uns geliebt hat. Das bringt die Bemühung mit sich, getragen von Seiner Liebe auch das eigene Leben für die Brüder hinzugeben, falls es notwendig sein sollte. Schon im Alten Testament hat Gott gesagt: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst” Lev 19,18. Die Neuheit Christi aber besteht in der Tat- sache, dass „wie er lieben” heißt: alle lieben, ohne Unterschied; auch die Feinde, „bis zur Vollendung” vgl. Joh 13,1.
Zeugen der Liebe Christi
   Jetzt möchte ich bei drei Bereichen des alltäglichen Lebens innehalten, in denen Ihr, liebe Jugend- liche, besonders aufgerufen seid, die Liebe Gottes offenbar werden zu lassen. Der erste Bereich ist die Kirche, die unsere geistliche Familie ist und sich aus allen Jüngern Christi zusammensetzt. Fördert - eingedenk seiner Worte: „Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid: wenn ihr einander liebt”Joh 13,35- mit Eurem Enthusiasmus und mit Eurer Liebe die Tätigkeiten der Pfarreien, der Gemein- schaften, der kirchlichen Bewegungen und der Jugendgruppen, denen Ihr angehört. Sorgt Euch darum, das Wohl des anderen zu suchen, in Treue zu den eingegangenen Verpflichtungen. Zögert nicht, mit Freude auf einige Eurer Vergnügungen zu verzichten. Nehmt frohen Herzens die notwendigen Opfer auf Euch. Bezeugt Eure treue Liebe zu Jesus, indem Ihr sein Evangelium besonders unter Euren Alters- genossen verkündigt.
Sich auf die Zukunft vorbereiten
   Der zweite Bereich, in dem Ihr dazu berufen seid, die Liebe zum Ausdruck zu bringen und in ihr zu wachsen, ist Eure Vorbereitung auf die Zukunft, die Euch erwartet. Wenn Ihr verlobt seid, hat Gott einen liebevollen Plan für Eure Zukunft als Ehepaar und Familie, und deshalb ist es so wesentlich, dass Ihr ihn mit Hilfe der Kirche entdeckt, frei vom verbreiteten Vorurteil, dass das Christentum mit seinen Geboten und Verboten der Freude der Liebe Hindernisse in den Weg lege und im besonderen verhindere, jenes Glück zu genießen, das Mann und Frau in ihrer gegenseitigen Liebe suchen. Die Liebe des Mannes und der Frau steht am Ursprung der menschlichen Familie, und das aus Mann und Frau gebildete Paar hat seinen Grund im ursprünglichen Plan Gottes vgl. Gen 2,18-25. Zu lernen, sich als Ehepaar zu lieben, ist ein wunderbarer Weg, der nichtsdestoweniger eine anspruchsvolle Lehrzeit erfordert. Die Zeit der Verlobung ist grundlegend für die Formung des Paares; sie ist eine Zeit der Erwartung und der Vorbereitung, die in der Keuschheit der Gesten und der Worte zu leben ist. Dies gestattet es, in der Liebe, in der Fürsorge und in der Aufmerksamkeit dem anderen gegenüber zu reifen; es hilft, Selbst- beherrschung zu üben und die Achtung vor dem anderen zu entwickeln. All dies sind Kennzeichen der wahren Liebe, die an erster Stelle weder die eigene Befriedigung noch das eigene Wohlergehen sucht. Bittet im gemeinsamen Gebet den Herrn darum, dass er Eure Liebe behüte und vermehre und sie von jeglichem Egoismus reinige.Zögert nicht, dem Ruf des Herrn großherzig zu folgen, denn die christliche Ehe ist eine wahre Berufung in der Kirche. Liebe junge Männer und Frauen, seid gleichermaßen bereit, Ja zu sagen, wenn Gott Euch ruft, ihm auf dem Weg des Priestertums oder des geweihten Lebens nachzufolgen. Euer Vorbild wird viele andere Eurer Altersgenossen, die auf der Suche nach dem wahren Glück sind, ermutigen.
Jeden Tag in der Liebe wachsen
   Der dritte Bereich des Einsatzes, den die Liebe mit sich bringt, ist der des alltäglichen Lebens mit seinen mannigfaltigen Beziehungen. Ich beziehe mich insbesondere auf die Familie, die Schule, die Arbeit und die Freizeit. Liebe Jugendliche, pflegt Eure Talente nicht nur, um einen sozialen Status zu erreichen, sondern auch, um den anderen beim „Wachsen” zu helfen. Entwickelt Eure Fähigkeiten nicht nur, um „konkurrenzfähiger” und „produktiver” zu werden, sondern um „Zeugen der Nächstenliebe” zu sein. Verbindet mit der Berufsausbildung die Bemühung, religiöse Kenntnisse zu erwerben, die nützlich sind, um Eure Sendung auf verantwortliche Weise verwirklichen zu können. Ich lade Euch insbesondere dazu ein, die Soziallehre* der Kirche zu vertiefen, damit ihre Prinzipien Euer Handeln in der Welt in- spirieren und erleuchten. Der Heilige Geist mache Euch erfindungsreich in der Nächstenliebe, standhaft in den Aufgaben, die Ihr übernehmt, und kühn in Euren Initiativen, damit Ihr Euren Beitrag zum Aufbau der „Zivilisation der Liebe” leisten könnt. Der Horizont der Liebe ist wirklich grenzenlos: er ist die ganze Welt!  * Die neue Sozialenyklika ist am 29. Juni 2009 erschienen > Caritas in veritate
Dem Beispiel der Heiligen folgend „die Liebe wagen”
   Liebe Jugendliche, ich möchte Euch dazu einladen, „die Liebe zu wagen”; das heißt, nichts Gerin- geres für Euer Leben zu ersehnen als eine starke und schöne Liebe, die fähig ist, das ganze Dasein zu einer freudigen Verwirklichung der Gabe Eurer selbst an Gott und die Brüder zu machen, in Nachahmung dessen, der durch seine Liebe für immer den Hass und den Tod besiegt hat  vgl. Offb 5, 13. Die Liebe ist die einzige Kraft, die imstande ist, die Herzen der Menschen und der ganzen Menschheit zu wandeln und die Beziehungen zwischen Männern und Frauen, zwischen Reich und Arm, zwischen Kulturen und Zivilisationen fruchtbringend zu machen. Davon legt das Leben der Heiligen Zeugnis ab, die als wahre Freunde Gottes Weg und Abglanz dieser ursprünglichen Liebe sind. Bemüht Euch darum,  sie besser kennen zu lernen; vertraut Euch ihrer Fürsprache an und versucht, wie sie zu leben. Ich beschränke mich darauf, Mutter Teresa zu zitieren: Weil sie auf den Ruf Christi „Mich dürstet!” - einen Schrei, der sie zutiefst bewegte - prompt antworten wollte, begann sie, todkranke Menschen auf den Straßen Kalkuttas in Indien aufzunehmen. Von da an bestand die einzige Sehnsucht ihres Lebens darin, den Durst Jesu nach Liebe zu löschen - nicht mit Worten, sondern mit konkreten Handlungen, wobei sie dessen entstelltes, nach Liebe dürstendes Antlitz im Gesicht der Ärmsten unter den Armen erkannte. Die selige Teresa setzte die Lehre des Herrn in die Praxis um: „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan” vgl. Mt 25,40. Und die Botschaft dieser demüti- gen Zeugin der göttlichen Liebe hat sich in der ganzen Welt verbreitet.
Das Geheimnis der Liebe
  Einem jeden von uns ist es gegeben, diesen Grad an Liebe zu erreichen - aber nur, wenn wir die unverzichtbare Hilfe der göttlichen Gnade in Anspruch nehmen. Nur die Hilfe des Herrn erlaubt es uns nämlich, angesichts der gewaltigen Größe der zu bewältigenden Aufgabe nicht der Resignation zu er- liegen, und nur sie verleiht uns den Mut, das zu verwirklichen, was nach menschlichem Ermessen undenkbar ist. Vor allem die Eucharistie ist die große Schule der Liebe. Nimmt man regelmäßig und mit Ehrfurcht an der Heiligen Messe teil, verbringt man in Gesellschaft mit dem eucharistischen Jesus lange Momente der Anbetung, so ist es leichter, die Länge, Breite, Höhe und Tiefe seiner Liebe zu begreifen, die jede Erkenntnis übersteigt vgl. Eph 3,17-18. Durch das Teilen des eucharistischen Brotes mit den Schwesetern und Brüdern der kirchlichen Gemeinschaft wird man dann dazu angetrieben, die Liebe Christi  „mit Eile”, wie es die Jungfrau gegenüber Elisabeth getan hat, in einen großherzigen Dienst an den Schwestern und Brüdern umzusetzen.    + Benedikt pp XVIMehr zum Thema > Weltjugendtag

B-K07xx

2. An einem Frühlingsmorgen begegnet Petrus dem auferstandenen Jesus am Ufer des Sees von Tiberias. Es ist der Evangelist Johannes, der uns das Gespräch überliefert, das bei dieser Gelegenheit zwischen Jesus und Petrus stattfindet. Hier tritt uns in den Verben ein sehr bedeutsames Wortspiel entgegen. Im Griechischen drückt das Verb philéo die freundschaftliche Liebe aus, die zwar zärtlich, aber nicht allumfassend ist, während das Verb agapáo die vorbehaltlose, allumfassende und bedingungslose Liebe bedeutet. Die deutsche Sprache kennt dafür nur das eine Wort: Liebe.
Den Unterschied zur Sprache der Bibel drücken wir hier in Farbe aus.

   Jesus fragt Petrus beim ersten Mal: „Simon..., liebst du mich“ mit dieser allumfassenden und bedingungslosen Liebe vgl. Joh 21,15? Vor der Erfahrung des Verrates hätte der Apostel sicherlich gesagt: „Ich liebe dich bedingungslos." Jetzt, da er die bittere Traurigkeit der Untreue, das Drama der eigenen Schwäche kennengelernt hat, sagt er voll Demut: „Herr, ich habe dich lieb", das heißt: „Ich liebe dich mit meiner armseligen menschlichen Liebe". Christus fragt noch einmal: „Simon, liebst du mich mit dieser allumfassenden Liebe, die ich will?" Und Petrus wiederholt die Antwort seiner demütigen menschlichen Liebe: „Herr, ich habe dich lieb, so wie ich liebzuhaben vermag". Beim dritten Mal sagt Jesus zu Simon mur: Hast du mich lieb?". Simon versteht, dass Jesus seine armselige Liebe genügt, die einzige, zu der er fähig ist, und trotzdem ist er traurig darüber, dass der Herr so zu ihm sprechen musste. Deshalb antwortet er ihm: „Herr, du weißt alles; du weißt, dass ich dich lieb habe.
   Man möchte fast sagen, dass Jesus sich eher an Petrus angepasst hat als Petrus an Jesus! Gerade dieses göttliche Anpassen schenkt dem Jünger, der das Leid der Untreue kennengelernt hat, Hoffnung. Daraus erwächst das Vertrauen, das ihn zur Nachfolge bis ans Ende fähig macht. Nach diesen Worten sagte er zu ihm: Folge mir nach!"
Joh 21,19.                            Benedikt pp XVI.

3. Jeder Mensch, der Gott sucht, wird erkennen, dass Gott ihn zuerst geliebt hat. Dann wird er nicht anders können, als diese Liebe zu erwidern. Wir berichten von solchen Menschen in unserer Zeit:

B-299Axx

Schweizer Firmling freut sich
 Beim Weltjugendtag wird nicht nur gebetet und fröhlich gefeiert. Beim Abschlussgottesdienst spendet Papst Benedikt XVI. 24 junge Erwachsene persönlich das Sakrament der Firmung. Unter ihnen ist auch ein Schweizer: Der 24-jährige Baselbieter Student Dean Causevic freut sich auf diesen besonderen Moment in seinem Leben. Im „Interview der Woche” mit Radio Vatikan erzählt er mehr über diesen unver- esslichen Tag im Rahmen des Weltjugendtages.
   Vor wenigen Jahren hätte Dean Causevic wohl nicht im Traum gedacht, sich vom obersten Hirten der katholischen Kirche firmen zu lassen. Wie kam es aber nun dazu?
   „Das ist eine lange Geschichte. Es fing aber alles damit an, dass ich während des Studiums in Fribourg durch den Kontakt mit anderen Studenten und Priesteramtskandidaten den Wunsch geäußert habe, getauft zu werden. Ich war nämlich zu diesem Zeitpunkt noch nicht getauft. Sie haben mir den Regens des Salesianum in Fribourg sehr empfohlen und so bereitete ich mich auf meine Taufe vor. Der Regens Thomas Ruckstuhl ist auch der geistliche Begleiter der Schweizer Gruppe, die nach Sydney reist und er hat mich  darauf  aufmerksam gemacht, dass es in Australien auch eine Firmung mit dem Papst geben wird.”
   Nicht jeder Katholik kann von sich behaupten vom Papst persönlich gefirmt zu werden. Was bedeutet das für dich selber, von Benedikt XVI. dieses Sakrament zu empfangen?
   „Es ist schon etwas Spezielles. Mein ganzer Fall wird dadurch außergewöhnlich, dass ich als Er- wachsener getauft und gefirmt werde. Das macht man in solchen Fällen zusammen. Da es aber in Sydney die Möglichkeit geben wird, vom Papst persönlich gefirmt zu werden, haben wir beschlossen, zuerst die Taufe durchzuführen und dann eben die Firmung in Sydney. Es ist schon etwas Außergewöhn- liches vom Papst dieses Sakrament zu erhalten.Das wird mir sicher mein Leben lang in Erinnerung bleiben. Ich kann die Bedeutung noch gar nicht richtig abschätzen. Das werde ich wohl erst vor Ort merken.”
   Bist du aufgeregt? Hunderttausende von Jugendliche und Millionen von Menschen werden dich live oder im Fernsehen sehen.
   „Im Moment weiß ich noch gar nicht, was mich erwarten wird. Natürlich ist eine gewisse Nervosität oder Vorfreude da. Ich bin im Moment mit anderen Dingen beschäftigt, die die Organisation der Reise betreffen.Das lenkt mich ab. Kurz vor der Heiligen Messe wird sicherlich die Nervosität riesengroß sein.”
   Kannst du uns auch erläutern, wie die Firmung in Sydney durchgeführt wird?
„Die Firmung wird beim Abschlussgottesdienst des Weltjugendtags stattfinden. Den genauen Ablauf kenne ich noch nicht. Ich bin in einer speziellen Pilgergruppe eingeteilt worden. Es handelt sich um die internationale Liturgiegruppe. Wir werden die ganze Woche in Sydney den Ablauf der Feier proben.”
rv080706

B-300Axx

Schweizer erlebt „unvergessliche” Firmung
   Ein „unvergessliches Erlebnis” war die Firmung für den Baselbieter Dean Causevic. Er war einer von 24 jungen Menschen, die bei diesem Weltjugendtag den Heiligen Geist empfingen - sakramentale Um- setzung des Mottos: „Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen …“.
Im Gespräch mit Radio Vatikan berichtet der 24-Jährige:
  „Man musste eigentlich nur ‚Amen’ sagen und dann auf den englischen Friedenswunsch antworten. Ich habe dann auf Deutsch geantwortet, was den Papst wohl überrascht hat - ich habe mich darüber gefreut. Das war eigentlich alles. Ich habe dann noch das Kreuz auf die Stirn gezeichnet bekommen mit dem Chrisam.”
   Dean ist erst vor kurzem getauft worden; beim Weltjugendtag vom Papst gefirmt zu werden ist für ihn etwas ganz besonderes:
   „Schon die ganzen letzten zwei Wochen waren unbeschreiblich. Und ich kann wohl mit Recht behaupten, das waren die schönsten zwei Wochen meines Lebens. Der ganze Weltjugendtag stand unter dem Motto der missionarischen Kirche und ich freu mich ungemein, wenn ich die Möglichkeit er- halte, allen anderen zu erzählen, wie toll das hier war.”
Für den Schweizer ist klar: Das war nicht der letzte Weltjugendtag!
   „Ich habe das gemeinsame Gebet mit Jugendlichen hier erfahren. Ich habe erfahren wie es ist, bei wildfremden Leuten empfangen zu werden, als ob man sich lange kennt. Ich kam in Sydney dann zur internationalen Liturgiegruppe, wo ich Leute aus der ganzen Welt kennengelernt habe, die eines gemeinsam hatten: Nämlich ihren Glauben und das waren wirklich sehr bewegende Momente. Ich kann jedem empfehlen, der das hier hört, 2011 nach Madrid zu kommen.”
rv 080720mcBP

aepDr.WernerThissen HHepThissenTomBuhrow-x HH-TomBuhrow-xx

 Fotos oben: Erzbischof Werner Thissen, Hamburg, und "Tagesthemen"-Moderator Tom Buhrow:
Wie Menschen heutzutage als Christen leben.

   In der Kirche, sagt Tom Buhrow, würde er nicht predigen. Er überlegt sich gut, was und wie viel die Öffentlichkeit von ihm als Privatmensch erfährt. Das Bekenntnis, katholisch zu sein,gibt er aber gerne ab. Gemeinsam mit dem Hamburger Erzbischof Werner Thissen ging er bei einer Veranstaltung der Schweriner Bundesgartenschau der Frage nach, warum Menschen als Christen leben.
   Die Kirche ist auf dem Ausstellungsgelände mit der "Kirche am Ufer" präsent. Eine Holzplattform ragt zwischen schwimmenden Wiesen und englischen Landschaftsgärten in den Schweriner See. So bleibt unter freiem Himmel viel Raum für Gottesdienste, Konzerte oder Begegnungen wie die Reihe "Ufer- gespräche".
   Viele der Besucher bleiben stehen, als Buhrow von seiner Zeit als Messdiener erzählt. Eher "halb im Spaß" habe er mal erwähnt, dass dieses Amt auf den Alltag im TV-Geschäft vorbereite, weil es "gewisse Rituale und das große Theater" gebe. So sei auch Show-Größen wie Thomas Gottschalk oder Günther Jauch der Dienst am Altar nicht fremd.
   Die beiden Katholiken plaudern über "Gott und die Welt".
   So wollte Buhrow bis zum Abitur Wirtschaftswissenschaften studieren. Am Journalismus gefiel ihm unter anderem "der verlotterte Lebensstil". Thissen zog es zunächst zur Medizin, dann wollte er mal Jurist, mal Naturwissenschaftler werden. Glücklich und in ihrer "Berufung" angekommen sind sie beide, so betonen sie. Der Glaube hat sie dabei immer begleitet. Trotz Blue-Jeans-Verbot in der Kirche durch den Vater blieb Buhrow dem Katholizismus treu: "Ich habe Kirche nie als eine Zwangsveranstaltung kennen- gelernt."
   Buhrow und Thissen haben einige Lebensphasen ähnlich erlebt, unterschiedlich bleibt ihr Alltag. Der Erzbischof sieht in der Kirche den Vorteil, auch mal von der Tagesaktualität abzukommen, die Themen breiter anzugehen. Dann lebe man "nicht so eindimensional". Der Tagesthemen-Frontmann bejaht dies. Sein Job sei das Diesseits, die Kirche widme sich eher der Welt dahinter. Unterschiede seien hier wichtiger als Gemeinsamkeiten.
   Schließlich wird es konkret: Der Erzbischof kritisiert eine Fixierung der Medien auf bestimmte Themen innerhalb der Kirche. Über die Pius-Bruderschaft sei zwar, was die Fakten betreffe, richtig berichtet worden. Immer stehe aber der Konflikt im Mittelpunkt. Stets werde gerne über das Negative berichtet - das, "was Rabatz macht", berichtet. Das sei aber nur ein Teilbild, beklagt der Bischof. Buhrow kontert zunächst und sagt, dass die Nachricht über ein Raubtier im Gebüsch schon für unsere Vorfahren wichtiger gewesen sei als die schöne Blume auf der Wiese. Bei seinem Gegenüber stößt er damit auf wenig Verständnis.
   Schließlich räumt auch Buhrow ein, dass im Journalismus ein gewisser Zynismus verbreitet sei. Gegen die Einstellung, dass sowieso alles schlecht sei, kämpfe er auch in seiner Branche.
   Den Zuschauern scheinen die offenen Worte der beiden zu gefallen. Prompt bitten sie Buhrow und Thissen nach der Diskussion um Autogramme. Auch hier harmonieren sie prima: Gegenseitig bieten einander den Rücken als Schreibunterlage an.
HA090722JuliaGrimminger

be-105-RosiMittermaier-  Rosi Mittermaier   be-105aRosiMittermaier-xx

Der Papst fragte Gold-Rosi „Liegt daheim schon Schnee?“

   „Ich kann die gut gebrauchen”, sagte Papst Benedikt XVI. zu Rosi Mittermaier, als sie ihm in der Audienzhalle im Vatikan zwei Stöcke für Nordic Walking überreichte, in die auch sein Name eingraviert worden war.
   Gold-Rosi übergab zusammen dem Papst neben den Stöcken auch eine Kopie einer Muttergottes- statue aus Regensburg. „Ich habe ihm gesagt, dass er doch immer so gern in der Natur spazieren geht und dass wir ihm deshalb die Stöcke geschenkt haben. Der Papst hat mich gefragt, ob schon Schnee gefallen sei in Garmisch Partenkirchen, ich hab gesagt, dass ja, aber nur auf der Südseite.“
   Dann holte Rosi zur Überraschung des Papstes eine Jesus-Kind-Figur aus einer Schachtel und sagte: „Segnen Sie das doch bitte.“ Der Heilige Vater kam der Bitte nach. „Ist doch einfach toll, dass meine Familie, wenn sie zu Weihnachten an der Krippe stehen wird, ein Jesus-Kind verehren kann, das vom Papst persönlich gesegnet wurde“, sagte gegenüber BILD.
1011AndreasEnglisch

GL-ElisVThurnUTaxis-x       bu-T&T-fromm-x

Liebeserklärung an die Kirche
Schön schnörkellos: Elisabeth von Thurn und Taxis überzeugt mit ihrem Buch „fromm!"

   Christliche Biografien sind rare Erscheinungen in der Generation der unter Dreißigjährigen. Den einen fehlt das Startkapital einer gläubigen Erziehung, andere fürchten, über der Nachfolge komme ihnen wo- möglich die mühsam errungene Coolness abhanden. Umso mehr lohnt sich der Blick auf die zeit- genössischen Publikationen, in denen junge Katholiken öffentlich mit dem Talent ihrer Glaubens- erfahrungen wuchern.
   Elisabeth von Thurn und Taxis legt in ihrem ersten Buch „fromm!", einer Sammlung ihrer im Vatican- Magazin erschienenen Kolumnen, unprätentiös und vollkommen authentisch dar, warum junge Katholiken auch heute ihre Hoffnung auf die katholische Kirche setzen und in ihr Orientierung und Halt finden. Dabei wuchert die weltläufige Prinzessin mit dem Talent ihrer gläubigen Erziehung und entstaubt den Begriff der Frömmigkeit nach allen Regeln der Kunst. Zwischen Volksfrömmigkeit und feierlicher Liturgie entdeckt Elisabeth von Thurn und Taxis mit wachem Blick die vielen Pluspunkte der Kirche: „Das ist ja das Tolle an den Katholiken: Dass sie in einer immer säkularer werdenden Welt das Feierliche nicht vergessen.
   Den katholischen Glauben selbstverständlich im Alltag zu praktizieren - vom Bekreuzigen mit Weihwasser, Rosenkranzgebet über die Heiligenverehrung bis zum regelmäßigen Besuch der Sonntags- messe ist die Prinzessin von klein auf gewöhnt. Das prägt. Mut zum „schrecklich schönen Beichten" kann die Prinzessin aus Erfahrung machen, die Freuden einer anstrengenden Pilgerfahrt nach Lourdes hat sie selbst erlebt. „Ein Ort voll von Gegensätzen, an dem ich meine eigenen Sorgen völlig vergesse und die Hektik und Aufreibung des Lebens verschwindet. Wenn ich abends todmüde in mein unbequemes Bett falle, bin ich seltsamerweise ganz und gar glücklich."
  Ihre kindliche Freude an der Volksfrömmigkeit im Allgemeinen („man könnte sogar sagen, dass Wallfahren süchtig macht") und der Verehrung der Gottesmutter im Besonderen („so ein enges Verhältnis habe ich sonst zu niemandem") teilt die Prinzessin mit vielen jungen Katholiken. Wer sich auf die heilige Messe freuen kann „wie auf ein köstliches Stück Kuchen" und beobachtet hat, dass Leid „ein unum- gänglicher Teil des Lebens" bleibt, auch wenn die Gesellschaft Abtreibung, Scheidung und Sterbehilfe toleriert, hat genug Lebens- und Glaubenserfahrung, um Vorurteile über die angebliche Weltfremdheit der Katholiken auszuräumen.  DZ091029ReginaEinig

Elisabeth von Thurn und Taxis: fromm! Mit einem Vorwort von Georg Ratzinger und einem Nachwort von Wilhelm Imkamp. Fe-Medienverlag, 2009 Kißlegg, kartoniert, 193 Seiten, EUR 9,95

Ulla Hahn, Schriftstellerin:  HH-DomUllaHahn-  Erfrischt im Dom

   Bei der Wiedereinweihung des Neuen Mariendoms in Hamburg traute ich meinen Augen nicht: So hell und weit war die vorher eher düstere, ärmlich wirkende Kirche geworden. Seither zieht es mich immer wieder, nicht nur zu Gottesdiensten, an diesen Ort der Stille und des Lichts, im Sommer kühl, im Winter geschützt gegen Wind und Wetter. Bedrückt mich etwas oder brauche ich Abstand vom Schreibtisch, mache ich mich zu Fuß auf den Weg: über die Krugkoppelbrücke, wo mich die Doppeltürme in der Ferne an ihren großen Bruder, den Kölner Dom, meine Heimat, erinnern. Die Außenalster entlang gehe ich, durchs Getümmel von St. Georg, wo die Türme zwischen den Häusern verschwinden, bis er plötzlich vor mir steht, der be¬scheidenste Dom Deutschlands, und ich durchs Seitenportal ins Kircheninnere schlüpfen kann. Hier setze ich mich in eine Bank nahe beim Taufbecken, schließe die Augen oder grüße Jesus am Kreuz und seine Mutter Maria in der Kuppel überm Altar, grüße das Licht, das vom Himmel durch die Scheiben ins Kirchenschiff fällt. Die schlichte klare Schönheit lädt zur Sammlung ein, erfrischt Geist und Sinnen. Gar nichts tun muss ich, einfach nur zur Ruhe kommen, zu mir, und manchmal, glaub ich, gibt mir der liebe Gott persönlich einen kleinen Rippenstoß: weitermachen. Auch Jesus am Kreuz ist hier als der Auferstandene dargestellt. Er steht aufrecht und breitet die Arme aus.
   Irgendwann atme ich tief durch, zünde vor dem Marienbild eine Kerze an und sage: Danke. Jahr- hundertelang mussten die Hamburger Katholiken warten, ehe sie hier in der Diaspora eine Domkirche bekamen. Sie haben nie aufgegeben. Auch von ihrem Glauben, ihrer Kraft, der Kraft des Trotz alledem nehme ich jedes Mal etwas mit nach Hause.
HA090711 Ulla Hahn

LM-SarahBauer-x Sarah Bauer LM-SarahBauer-xx

US-amerikanische Sängerin: Sarah Bauer: Ihre leidenschaftlichen Lieder offenbaren ihren Glauben
„Ich ging noch zum Gymnasium als ich mich total in Jesus verliebte. In Einkehrtagen unserer Klasse geschah es: Ich war verliebt in Jesus. Plötzlich erkannte ich: Jesus existiert ganz real.
Es war so, als ob der Glaube meiner Kindheit wieder lebendig wurde.“
Hier lässt uns die junge katholische Sängerin teilhaben an ihrem Glauben.

LM-SarahBauer-CD-x LM-SarahBauer-CD2-x LM-SarahBauer-CD3-

   Sarah ist jung, hübsch, frech und cool katholisch. Sie ist so frisch wie Hannah Montana – mit einer bezaubernden Stimme, die sogar Somon Cowell die Sprache verschlägt. Und wirklich, wer immer junge Menschen zum Glauben führen will, sollte sich ein Album von Sarah anhören, oder noch besser: eines ihrer Konzerte besuchen.  
   Noch war die Nordamerikanerin, die in Carmel, Indiana, zuhause ist, nicht in Europa. Doch TV- Spartensender EWTN können Fans sie schon erleben. „Ich würde gern nach Europa kommen“, lächelt sie. „Aber meine Tournee durch die Vereinigten Staaten nimmt mich sehr in Anspruch. In Australien erlebte ich den Weltjugendtag. Es war unglaublich schön, junge katholische Christen aus der ganzen Welt zu treffen, die Jesus lieben. Manchmal könnte man denken, dass es kaum noch junge katholische Christen gibt, und dann erkennst du, wie falsch dieser Gedanke ist. Die Kirche lebt – und sie ist jung!”
   Sarah Bauer, 24, war noch Studentin, als sie auf einer Talentshow die Menge begeisterte. Diese Erfahrung machte ihr Mut, bei ihren Lehrern und Eltern fand sie Unerstützung, kurz: Sarahs Musiktalent bekam Flügel. In der Uni sang sie mit in Chören, machte mit in Musicals und auch in Jugend- gemeinschaften. Dann machte sie ihren Abschluss in der Purdue Universität mit dem Diplom in Englisch. Sie war entschlossen, Musik zu ihrem Beruf zu machen und realisierte ihre erste CD: „Delighting in Dreams“.
   „Von früher Kindheit an bin ich katholisch und meinen Eltern so dankbar für ihr echtes Besipiel im Glauben“, sagt Sarah. „Aber ich ging noch zum Gymnasium als ich mich total in Jesus verliebte. In religiösen Einkehrtagen unserer Klasse geschah es: ich war verliebt in Jesus. Plötzlich erkannte ich: Jesus existiert ganz real. Es war so, als ob der Glaube meiner Kindheit wieder lebendig wurde.“
  Durch den Erfolg ihres ersten Albums entdeckte Sarah im Gebet, dass es ihre besondere Berufung sei, junge Leute zu großen Träumen zu begeistern, auf dass sie die großen Pläne erkennen, die Gott mit ihnen hat. Mit ihrem zweiten Album „Lead me Home immediately“ erreichte sie weithin große Aufmerk- samkeit. Dieser Erfolg ermutigte sie zu ihrer ersten USA-weiten Tournee. Sie meint: „Ich singe gern in kleinen Gemeinden aber auch in großen Konzerthallen. Beides gibt mir die Möglichkeit mit vielen jungen Christen in Kontakt zu kommen. Ich denke, sie suchen positive Leitbilder. Manchmal bin ich traurig über Leute wie Britney Spears. Ich verurteile sie nicht, aber ich bin überzeugt, dass besonders junge katholische Mädchen Leitbilder suchen, zu denen sie aufschauen können. Sie suchen Licht in der Dunkelheit von all dem Müll, der ihnen aus dem Fernsehen und aus Zeitschriften entgegenschlägt. Ich möchte jungen Mädchen helfen, zwischen Musik und Lifestyle zu unterscheiden. Manchmal sehe ich Mädchen mit ihren Müttern, die in der Kirche Klamotten tragen, die für den Strand geeignet wären. Ein- mal hörte ich in einer Gemeinde, wie ein Priester dazu aufforderte, sich anständig zu kleiden und die Kultur zu wahren. Einige nahmen ihm das übel, aber ich fand es mutig. Das musst mal gesagt werden.“
   Sarah spricht weiter: „Die Rolle der Eltern ist sehr bedeutend. Wenn sie eine tiefe Beziehung zu ihrer Tochter haben, kann man auch darüber reden. Ich denke auch, dass das gemeinsame Gebet eine große Hilfe ist. Euer Licht muss leuchten, es darf nicht die Augen blenden, sondern die Herzen erleuchten, dann erzielt es die größte Wirkung.“
   Sie freut sich über die christliche Musik unserer Zeit. Sie mag alle Instrumente, die Gott preisen. Sie ist ein Fan des 2. Vatikanischen Konzils und würde es sehr wünschen, wenn mehr moderne christliche Musik in den Gottesdiensten zu hören wäre. „Die lateinische Messe finde ich schön, aber ich möchte lieber verstehen, was gesagt wird. Viele Priester und Chöre finde ich offen für zeitgemäße Musik. Für Jugendmessen finde ich Gitarren und Klavier mehr angemessen. Aber damit möchte ich nichts gegen die Orgel sagen. Wer einmal eine afrikanische Messe erlebt hat, ist begeistert von den Trommeln und diesen mitreißenden Rhythmen aus Afrika. Diese Musik zum Lob Gottes ist vergleichbar mit einem Stück auf der Orgel.“
   Anfang 2006 brachte sie die CD „All Access“ auf den Markt – das Thema der franziskanischen Jugend. Danach begann sie mit ihrem dritten Album: „Radiance“. Zuvor noch vertiefte sie sich in ein andereres kreatives Unternehmen, das Video Magazin www.sarahbauer.tv [direkt im Internet unter:
www.sarahbauer.watchourvideos.com]. Sie nennt dieses Projekt eine „reality show – einen Insider- Blick in ihre musikalische Arbeit; sie berichtet von ihrer Berufung, Lieder zu schreiben. In einem vier- teiligen Video verbringt sie einen Tag mit einem jungen Menschen, und lebt mit ihnen ihre einzigartige Berufung ihres Lebensweges. Diese Experimente führten Sarah dann auf den Weg zu ihrem neuen Album „Radiance“. Es kam 2007 auf den Markt und gilt in der Kritik als ihr schönstes Werk bis heute. 
   Letztes Jahr heiratete sie Christopher. Beide arbeiten nun gemeinsam. „Wir waren Freunde und ver- liebten uns“, lächelt sie. Es ist etwas Schönes, mit jemand unseren katholischen Glauben zu teilen und zu wissen, wie wichtig Gott in unserem Leben ist.“ Ihre zahlreichen Auftritte über EWTN-TV öffnen ihre Musik für einen neuen Fan-Kreis. Sie hat fest vor, mit dieser religiösen Musikweiter zu machen . Doch eher traditionelle Liebeslieder wird sie auch in Zukunft nicht singen. „Ich denke, unsere Rolle als katholische Christen ist es, Gott in allem zu verkünden, was immer wir tun. Ich könnte nicht einfach Schlager über die Liebe singen. Ich möchte mehr. Ich habe eine bedeutendere Botschaft als nur ‚Mädchen liebt Junge‘. Ich hörte einmal einen Künstler sagen, wenn er ein Autoschlosser wäre, würde er nicht nur Autos reparieren, die Christen gehören. Er würde alle Fahrer willkommen heißen in seiner Werkstatt. Das würde ihm die Chance geben die Liebe Gottes darin zu zeigen, indem er ehrlich arbeitet und ihnen eine Freude macht. So ist es auch in der Musik: Ich habe über die Liebe gesungen. Es möge eine Liebe unter Menschen sein, die auf Gottes Liebe für uns gründet.“
CT0903JamesHastings

GL-janneHaaland-xxa Gl-JanneHaaland-LoveSt-x

Prof. Janne Haaland Matláry in Päpstliche Akademie für Sozialwissenschaften berufen

   Benedikt XVI. hat die norwegische Politikwissenschaftlerin Janne Haaland Matlary als Mitglied in die Päpstliche Akademie für Sozialwissenschaften berufen. Die frühere Vize-Außenministerin ihres Landes gehört bereits dem Päpstlichen Rat für Gerechtigkeit und Frieden an und ist Beraterin beim Päpstlichen Familienrat. Mehrmals entsandte sie der Heilige Stuhl zu internationalen Konferenzen. Haaland Matlary, vierfache Mutter, gehört der kleinen katholischen Minderheit Norwegens an. Ihr Buch: „So wurde ich katholisch“ wurde mit einem Vorwort von Joseph Kardinal Ratzinger ausgezeichnet. Rv091003

GL-PlacidoDomingo-x  Star-Tenor Placido Domingo . . .

. . . betet nach eigenem Bekunden vor jedem Auftritt. „Ich bitte um die Kraft, die mich trägt", sagte der 68-Jährige in einem Interview der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Das geschehe nicht aus Eitelkeit, sondern „um den Genies zu dienen, die diese wunderbaren Opern geschaffen haben", die er interpretiere. Deshalb wende sich der gebürtige Mexikaner im Gebet vor jedem Auftritt an die Heilige Cäcilia als Schutzpatronin der Musik und den Heiligen Blasius. Domingo bekräftigte zudem seine Bewunderung für Papst Johannes Paul II. „Karol Wojtyla war eigentlich ein ganz normaler Mensch, einer wie du und ich, und so blieb er auch später, als Papst". DT090317

bl-AndreaBocelli-z

Andrea Bocelli’s Mutter wählte das Leben

   Der blinde italienische Tenor Andrea Bocelli erzählt sie Geschichte von der Schwangerschaft seiner Mutter. Bei einer Untersuchung riet der Arzt seiner Mutter zum Schwangerschaftsabbruch, weil sein Kind mit einer Behinderung geboren würde. In einem neuen Video lobt Bocelli seine Mutter dafür, dass sie „die rechte Wahl“ getroffen hätte, und fügt hinzu, dass andere Mütter sollten durch seinen Bericht ermutigt werden.
   In einem YouTube-Video erzählt Andrea Bocelli eine „kleine Geschichte“ über die Abtreibung. Der Star- Sänger sitzt an einem Klavier und erzählt den Zuhörern eine Geschichte über eine junge schwangere Frau, die in ein Krankenhaus wegen einer „einfachen Blinddarmentzündung“ eingeliefert wurde. „Die Ärzte legten einen Eisbeutel auf den Magen, und nach der Operation wollten sie das Kind abtreiben. Sie sagten der Mutter, es wäre die beste Lösung, denn das Baby käme mit einer Behinderung auf die Welt. Aber die tapfere junge Frau entschied sich gegen die Tötung und das Kind wurde geboren.
   Diese Frau war meine Mutter, und ich war das Kind. Vielleicht bin ich befangen, wenn ich sagen kann: es war die rechte Wahl.“ Andrea Bocelli hofft, dass diese Geschichte seines Lebens viele Mütter in „schwierigen Situationen“ ermutigen könnte, auch das Leben ihrer Kinder zu retten.
   Andrea Bocelli hat als Geburtsfehler den „Grünen Star“. Im Alter von 12 Jahren verlor er die Sehkraft während eines Kopfstoßes während eines Fußballspiels. CT100611TimConroy

Reverend Jeffrey Steenson Ök-angJeffreySteenson-x

Ein Gespräch mit dem ehemaligen Bischof der Episkopalkirche Reverend Jeffrey Steenson

   Reverend Jeffrey Steenson strahlt jugendliche Glaubensfreude aus. 1980, mit 28 Jahren, wurde er zum Priester der Episkopalkirche der Vereinigten Staaten von Amerika geweiht, einer Provinz der Anglika- nischen Gemeinschaft, 2005 zum Bischof von Rio Grande (New Mexiko, USA). Zwei Jahre später legte er sein Bischofsamt nieder und konvertierte zur katholischen Kirche, am 21. Februar 2009 empfing er die katholische Priesterweihe. Er ist einer der über 70 ehemaligen Priester der Episkopalkirche der Vereinigten Staaten, die diesen Weg gegangen sind, seit 1980 die „Pastoral Provision" in Kraft getreten ist. Sie gestattet die Errichtung katholischer Pfarreien, die anglikanische Gebräuche pflegen, sowie die Priester- weihe verheirateter anglikanischer Priester, die zum Katholizismus übergetreten sind. Nach seiner Priesterweihe kam Steenson gemeinsam mit seiner Frau Deborah - sie sind seit 35 Jahren verheiratet und haben drei erwachsene Kinder - für einige Monate nach Rom, wo er sich dem Studium und der Lehre der Kirchenväter widmet. Von “Der Tagespost” sprach Claudia Kock mit ihm über seine Konversion.
Welcher Prozess liegt Ihrer Konversion zugrunde?
   Innerlich waren bei mir die Kirchenväter entscheidend. Als Doktorand in Oxford las ich John Henry Newman über die Entwicklung der Lehre und merkte, dass der Protestantismus mit der Alten Kirche kaum vereinbar ist. Aber wie viele Anglikaner glaubte ich, dass es das Beste sei, geduldig auf die Versöhnung unserer Kirche mit der römisch-katholischen Kirche hinzuarbeiten. Meine Hoffnungen wurden jedoch enttäuscht. Schon bald kam es zur Kontroverse über die Frauenordination und dann über die Ordination und Ehe homosexueller Personen. Es waren keine Kernfragen, aber es war symptomatisch für das, was im Anglikanismus, besonders in der Episkopalkirche, vor sich ging.
   2006 hatte ich ein Schlüsselerlebnis. Wir Bischöfe arbeiteten damals an einer Antwort der Episkopal- kirche auf den „Windsor Report" des Erzbischofs von Canterbury. Er schlug für alle Provinzen der Angli- kanischen Gemeinschaft eine einheitliche Kirchendisziplin vor. Bei wichtigen Entscheidungen sollten die einzelnen Provinzen sich dem Urteil der Anglikanischen Geemeinschaft fügen. Meine Kollegen sagten: „Das werden wir nicht tun, denn die Episkopalkirche ist von ihrem Wesen her demokratisch geordnet." Da wurde mir plötzlich bewusst, dass ich in einem Zug saß, der nicht in Richtung der katholischen Einheit fuhr, sondern in die andere Richtung. Viele meiner Freunde wollten damals eine „alternative" Anglika- nische Gemeinschaft schaffen. Ich konnte diesen Weg nicht mitgehen, denn es schien mir eine rein protestantische Lösung zu sein. Im Protestantismus fängt man einfach wieder neu an, wenn einem etwas nicht gefällt - aber das entsprach ganz und gar nicht meinem Kirchen- verständnis. Ich beschäftigte mich schon lange mit Irenäus von Lyon. In geinem Werk „Gegen die Häresien" schreibt er, dass alle Kirchen im Einklang stehen müssen mit der Kirche von Rom, wegen ihrer apostolischen Gründung. Dieser Text wurde für mich zum Prüfstein. Die Zeit war reif, und meine römisch-katholischen Freunde machten mir Mut. Es war nicht einfach, als Mittfünfziger noch einmal von vorne anzufangen. Ich bin dankbar für meine Amtsjahre in der Episkopalkirche, aber ich bin sehr glücklich, katholisch zu sein.
Sie haben einmal gesagt: „Um die katholische Eucharistie herum ist die Luft dichter,
und das liegt nicht am Weihrauch, denn in der anglikanischen Kirche benutzen wir mehr Weihrauch".

   Die anglikanische Hochkirche ist sehr stolz auf ihre schöne Liturgie: der Weihrauch, die Musik, die herrlichen Gotteshäuser, die wunderbare liturgische Sprache. Aber all das erschien mir nicht real. Wir schaffen uns damit eine Atmosphäre. In der katholischen Kirche dagegen nehmen wir etwas wahr, das nicht aus uns selbst kommt, sondern von weit außerhalb: die Präsenz Christi. Christus ist wirklich präsent. Er wird durch mein Zutun nicht mehr präsent als er es im Sakrament bereits ist. Daher ist auch in der einfachsten, bescheidensten katholischen Kirche alles realer. Philosophisch könnte man von Nominalismus sprechen: Der Anglikanismus gibt vor, eine katholische Liturgie zu haben, ich glaube jedoch, dass er nominalistisch ist.
2006 wurde Katherine Jefferts Schori zum Primas der Episkopalkirche gewählt  mehr dazu >Angllikaner, als erster weiblicher Primas innerhalb der Anglikanischen Kommunion. Da nicht alle Diözesen die Bischofs- weihe von Frauen anerkennen, ist ihre Wahl umstritten. Wurde Ihre Konversion davon beeinflusst?
   Nein. Ich hatte mich schon vor ihrer Wahl dazu entschlossen. Katherine war für mich ein Geschenk, das die Entscheidung, die ich im Herzen trug, bestätigte. Sie ist ein sehr liebenswerter Mensch. Theo- logisch haben wir nicht viel gemeinsam, aber sie hat die Probleme in der Episkopalkirche nicht verursacht.
Waren Sie sicher, auch nach Ihrer Konversion als Priester dienen zu können?
   Nein, und ich war mir dessen bewusst. Das war sehr schwer. Man muss den Schritt im Glauben tun. Als Konvertit muss man lernen, die Entscheidungen der Kirche zu akzeptieren. Das Wichtigste ist, Katholik zu sein. Ob ich Priester bin oder nicht, ist zweitrangig. Ich wäre auf jeden Fall konvertiert. Ich wusste, dass ich nicht bleiben konnte. Wenn man sich einem Weg nicht aus ganzem Herzen hingeben kann, dann sollte man ihn nicht weitergehen.
Wie hat die anglikanische Kirche reagiert?
   Die Ultraliberalen jubelten. Sie waren wahrscheinlich froh, dass ich ging. Die Konservativen taten sich schwer mit meiner Entscheidung. Sie hatten gehofft, dass ich mich für einen konservativen, biblischen Anglikanismus einsetzen würde, von der Episkopalkirche getrennt. Sie waren sehr betroffen. Es war eine schwere Entscheidung. Als ich den katholischen Erzbischof von Santa Fe um Rat fragte, sagte er: „Sagen Sie den Menschen, dass es eine Gewissensentscheidung ist. Das werden sie akzeptieren". Er hatte recht. Als ich in New Mexiko zum Priester geweiht wurde, gab es darüber einigen Unmut. Das war sehr unangenehm. Aber die Zeit heilt alle Wunden. Aus den Augen, aus dem Sinn: Auch deshalb verbringe ich dieses Jahr in Rom, damit sich die Situation entspannt.
Wie steht Ihre Familie, besonders Ihre Ehefrau, zu Ihrer Entscheidung?
   Meine Frau Debbie und ich haben solange gewartet, bis auch sie zu diesem Schritt bereit war. Ich hätte es schon früher getan. Aber es war besser zu warten, bis wir es gemeinsam tun konnten. Sie ist sehr glücklich darüber. Kardinal Law hat uns 2007 gemeinsam in die Kirche aufgenommen, hier in Rom, in Santa Maria Maggiore, wo ich ein Jahr später auch zum Diakon geweiht wurde. Bevor Kardinal Law Erzbischof von Boston wurde, arbeitete er an der „Pastoral Provision". Ich kannte ihn schon lange; es war mein großer Wunsch, von ihm in die Kirche aufgenommen zu werden. Johannes Paul II. hat die „Pastoral Provision" 1980 approbiert. Als er 1978 gewählt wurde, war ich Student in Harvard. Im Fernsehen sah ich, wie er die Loggia des Petersdoms betrat, und da hatte ich das seltsame Gefühl - fast eine mystische Schau -, dass ich eines Tages zu seiner Kirche gehören würde. Ich wollte unter ihm katholisch werden. Aber ich verpasste die Gelegenheit. Als er starb, war ich sehr unglücklich darüber, dass ich es mir nicht zum Ziel gesetzt hatte. Benedikts Wahl war jedoch ein Segen. Ich war ihm 1993 begegnet und bewundere ihn sehr. Diese zweite Gelegenheit wollte ich nicht verpassen.
Welche Hoffnungen haben Sie für den ökumenischen Dialog?
   Meine Hoffnungen sind größer denn je, auch wenn sie jetzt natürlich andere Formen annehmen. Letztes Jahr sagte Kardinal Kasper, dass der bisher beschrittene Weg einer Änderung bedarf. Es gibt eine große Mauer. Wenn die anglikanische Kirche weiter weibliche Bischöfe weiht, dann ist das ein unüber- windliches Problem. Es ist wichtig, die Türen offenzuhalten und die Gespräche fortzusetzen. Die katho- lische Kirche kann und sollte ihre Lehre nicht ändern. Aber vielleicht erleben viele Protestanten eine Umkehr des Herzens. Ich kenne zwei Frauen, die Priester in der Episkopalkirche waren und ihr Amt aufgegeben haben, um katholisch zu werden. Ich bewundere sie sehr. Ich bewundere ihren Mut. Solche Menschen sind für mich wirkliche Helden. Für mich war es nicht so schwer, aber sie haben ein großes Opfer gebracht. Kürzlich habe ich„Lumen gentium" noch einmal gelesen. Auch hier wird deutlich, dass die Annäherung letztlich zur katholischen Einheit führt. Es hat mir auch gutgetan, durch „Lumen gentium" noch einmal daran erinnert zu werden, dass jeder, der überzeugt ist, dass Christus die katholische Kirche gegründet und sie dem Petrus anvertraut hat, verpflichtet ist, entsprechend zu handeln; es wird für ihn zur Frage des Heils. Diese Botschaft möchte meinen Freunden, die noch Protestanten sind, vermitteln. In Gottes Zeit wird sich alles zum Guten wenden. Darauf vertraue ich. Die katholische Kirche braucht keinen Triumphalismus. Ich möchte nur Zeugnis geben von meiner Dankbarkeit und meiner Freude, katholisch zu sein. DT090707

GL-BangalyMarra-  Die Geschichte von Bangaly Marra:

Der 38-Jährige war Moslem und ist jetzt katholischrt Priester

   Vor sechzehn Jahren kam er – als illegaler Einwanderer und Fabrikarbeiter von der Elfenbeinküste nach Norditalien – jetzt ist er katholischer Priester. Zwei Jahre lang blieb er ein „Clandestino“, wie man hierzulande sagt. „Es gab damals noch keine Visa-Vereinbarung zwischen Elfenbeinküste und Italien“, erzählt er, „und so war ich eben ein Illegaler. Aber das wahre Problem war die Sprache... Ich fand freundliche Leute, die mir keine Probleme bereitet haben.“
   Marra war Moslem und kam in Italien zum ersten Mal so richtig in Kontakt mit dem Christentum. „Sagen wir es so: Ich war mit meinem islamischen Kontext nicht zufrieden, ich suchte etwas, was darüber hinausging. Das war eine lange Suche nach etwas Größerem. Ich habe dann für mich die Antwort gefunden, als ich die Evangelien las – da war das, was ich suchte. Das hat mich dazu bewegt, mich auch in den Dienst an den anderen zu stellen; auch darum habe ich beschlossen, Priester zu werden.“
   Die Familie in Elfenbeinküste ist zuerst natürlich nicht begeistert über diesen Religionswechsel. Marra muss viel erklären; er betont, dass er seine Wahl frei getroffen hat. „Da haben sie verstanden, dass ich es ernst meinte und dass das kein Witz war. Ich habe wirklich in mir gespürt, ass das meine Straße war. Das haben sie schließlich verstanden und mich meinen Weg gehen lassen.“
   Marra arbeitet damals noch in einer Fabrik: „Eine wirklich schöne Erfahrung. Erschöpfend natürlich auch. Aber wenn ich jetzt mit Arbeitern rede, dann weiß ich, wie die leben. Ich habe auch dort den Herrn getroffen.“ Im Juni wurde er in Mailand zum Priester geweiht; heute ist Marra Kaplan in einem Städtchen in der Provinz Mailand. Die Leute dort haben ihn gut aufgenommen, sagt er. Das derzeitige Priesterjahr „ist nicht nur für die Priester da“, sinniert Marra – und hat auch einen Wunsch an die derzeitige Afrika-Bischofssynode im Vatikan:
   „Dass die Bischöfe die wahren Probleme Afrikas erkennen. Afrika hätte es nötig, das Wort Gottes richtiggehend zu kauen, um ins Geheimnis des Evangeliums einzutreten. Der Geschmack des Wortes Gottes würde Afrika gut tun.” Denn, davon ist der Kaplan überzeugt: „Im Wort Gottes finden wir alles – für den Nächsten, für die Armen, für die Fremden. Wenn sie an unsere Türen klopfen, dann sollten wir keine Angst vor ihnen haben, sondern sie aufnehmen und ihnen helfen.“ So wie er es ja selbst erlebt hat, als er von Afrika nach Italien kam. Rv091006  Rv090914
   > In Deutschland gibt es  jährlich rund 150 Muslime, die um die Aufnahme in die katholische Kirche bitten.

LMAnneRice- LMAnneRiceVxx

Anne Rice Foto oben links lebte 40 Jahre fernab vom Glauben, bevor sie sich ihrer Not bewusst wurde
und in die Kirche zurückkehrte. Die Bestseller-Horror-Autorin, die 100 Millionen Bücher verkauft hat, berichtet hier von ihrem großen Glück, wie sie vom Blut der Vampire zum Blut Christi zurückfand.

LMAnneRice-Vx

   Die Romanschriftstellerin Anne Rice ist nicht schreckhaft. Vampire, Geister und Gegenstände, die nachts rumpoltern, haben diese berühmte bestseller-Autorin nie gestört. 40 Jahre lang hat die heute 68jährige schreckliche Bücher geschrieben. Einige dieser Romane brachte Hollywood als ebenso erfolg- reiche wie grausame Horrorfilme auf die Leinwand. Ihr bekanntester Roman „Interview with the Vampire” erschien 1973 als erste von ihren Vampir-Geschichten. Er wurde zum Blockbuster-Event und machte Brad Pitt und Tom Cruise zu Weltstars. Der Erfolg ermutigte sie, weitere makabre Geschichten zu erfinden, darunter auch einige nicht jugendfreie Bücher. In der Gesamtauflage erreichte sie mehr als 100 Millionen verkaufte Bücher.
  Aber eines jagte ihr doch Schauer über den Rücken: der Tag, an dem sie sich bewusst wurde, dass sie jeden Kontakt zu ihrem einst tiefen katholischen Glauben verloren hatte. Nachdem sie so 40 Jahre als in der Wolle gefärbte Atheistin gelebt hatte, beendete sie das Kapitel der blutsaugenden Bücher und öffnete die lebensspendenden Seiten des Katechismus. „Ich machte einen furchtbaren Fehler, ich habe meinen Glauben verloren, weil ich meinte, ich könne nicht in den Grenzen der Kirche leben; und weil ich dies unmöglich fand, bildete ich mir ein, dass die Kirche sich irrt und Gott vielleicht gar nicht existiert.“ Ich hörte auf mit Gott zu sprechen. Ich hörte auf, Gott um etwas zu bitten. Ich hörte auf zu beten. Mein Fehler war die Sturheit, es fehlte mir jegliche Elastizität, kurz: ich war unfähig mich für neue Erfahrungen zu öffnen und vollzog damals einen totalen Bruch mit der Kirche.“  
   Anne Rice verbrachte ihre Kindheit in New Orleans, eine Stadt, die bekannt ist für die Vermischung von Religion, heidnischen Feiern und Okkultismus. Seit ihrer Jugend war sie von dieser multi-kulti-Melange fasziniert – und das findet sich auch in ihren Büchern wieder. Sie entstammte einer tiefreligiösen irischen Familie. Als sie mit 18 Jahren den Dichter und überzeugten Atheisten Stan Rice heiratete, legte sie ihren Glauben ab. Sie spricht ganz offen über ihre Jugendzeit in New Orleans, ihre Trauer über die Alkohol- abhängigkeit ihrer Mutter und ihr Leben im radikalen Berkeley, California, während der Hippie-Ära.
  Alle ihre Erinnerungen sind eingewebt wie in einen reichen Wandteppich. Eindrucksvoll beschreibt sie ihre kleinen Abendspaziergänge mit ihrer Familie durch den Garten-Distrikt in New Orleans im Jahre 1940. Der Weg führte zu einer kleinen Kapelle zur Muttergottes von der Immerwährenden Hilfe an der Prytaniastraße, wo sie manchmal hingingen, um zu beten. Sie erzählt von den riesigen alten Eichen und den „eindrucksvollen Häusern mit ihren korinthischen und dorischen Säulen“, jedes für sich wie ein Denkmal. In ihrer Erinnerung erscheinen die purpurroten Wandelröschen und die eisblauen Bleiwurz. gewächse, die sich durch die Latten der schwarzen, eisernen Umzäunung hindurchdrängten. Die katho- lische Kapelle „stand hinter einer hohen, schwarzen Lattenumzäunung; die Tür stand immer offen, und eine kleine Flucht von weißen Marmorstufen führte in das Portal, das mit weißem Marmor aus- gekleidet war“. Dann erzählt sie von „dem Wachs der flackernden Kerzen“ drinnen und „dem bleibenden Duft von Weihrauch“.
   „Als Atheistin hatte ich immer eine ganze Reihe von Argunmenten gegen Jesus“, sagt Anne Rice. Am Ende fand ich meine Zweifel nicht sonderlich überzeugend, während gleichzeitig die Kraft des Evan- geliums mich ‚aus den Socken riss‘. Als ich nun wieder begann mit Jesus zu sprechen, tat ich es mit großem Vertrauen. An jenem Nachmittag im Jahre 1998, als der Glaube zurückkehrte, erlebte ich einen Hauch der grenzenlosen Macht und Majestät Gottes, die mich überzeugte, dass Gott alle Antworten kannte auf die theologischen und sozialen Fragen, die mich seit vielen Jahren quälten. In einem prägenden Augenblick sah ich, dass Gott, der die Doppelhelix und auch die Schneeflocke erschaffen konnte, der die schwarzen Löcher im Weltraum schuf und die Lilien auf dem Feld, dass dieser Gott grenzenlos alles machen konnte und absolut alles weiß.“’
   Nun erwachte in ihr eine Sehnsucht nach dem Glauben, sie besuchte oft die in der Nähe liegenden Kirchen, in der Hoffnung, einen Priester zu treffen. Langsam entwirrte sie ihre 40-jährige Wildnis, sie erschrak darüber, wie weit sie gegangen war. Als ihre Vampir-Romane immer grausamer wurden und ihr Erfolg immer größer, wurde sie immer unglücklicher, je mehr sie von Gott wegging. „Ich war schuld- beladen und übertrug dieses auf meine Romanfiguren“, erklärt sie ihre Situtation. „Die Vampire waren eine Metapher für die Seelen, die sich vom Licht Christi entfernen in die Dunkelheit der Nacht. In diesen Jahren spiegelten meine Romanfiguren meine Verzweiflung, meine Schuld und die Suche nach Sinn und nach dem Glauben“.
  Es ist fast unglaublich, aber als Anne Spice auf der Suche nach neuen Ideen für ihre Romane und Geschichten war, begann sie den katholischen Glauben wieder zu entdecken. Die ersten Vampire wurden in den Romanen des l8. Jahrhunderts erfunden, aber Anne Spice entschied sich, noch weiter zurück- zugehen. 
   „Als ich das erste Jahrhundert erreichte und begann, den Ursprung des Christentums zu erforschen und wie es damals in der römischen Welt zuging, erkannte ich Raster, die ich nicht erklären konnte – es sei denn dass es einen Gott gibt, der in der Geschichte wirkt. Durch Lesen und Schreiben führte mich meine Suche zurück in die Kirche. Dann kam der Tag, als ich dachte: ‚Sieh an, du glaubst an Christus, du liebst ihn, du möchtest heimkehren zur Kirche, du möchtest zurückkehren zum Festmahl und du möchtest die Heilige Kommunion wieder empfangen. Das heißt doch, du bist nicht länger mehr eine Atheistin, meine Dame!‘“
   Anne Rice fand nun, dass sie nicht länger von den großen Fragen gequält wurde wie diese: warum das Böse exisiert, oder warum gute Menschen leiden müssen. Inzwischen lebte sie wieder in New Orleans ganz in der Nähe der Pfarrkirche „Nativity of Our Lord in Kenner“ und nahm jetzt wieder regelmäßig an der Heiigen Messe teil und war auf der Suche nach einem Priester, von dem sie eine geistliche Führung erwartete.
   Jetzt suchte Anne Rice auch eine neue Identität als Schriftstellerin. Ihr Talent war nicht verloren, aber die Themen mussten sich ändern. Das Ergebnis waren Christus-Bücher, die sich beschäftigten mit dem Leben Jesu als junger Mann in Nazaret, vor seinem öffentlichen Wirken. Überrascht wurde sie durch einige Kritiken, die sie erhielt. Einige von ihnen waren zu erwarten gewesen, sie kamen von Protestanten, die die Jungfräulichkeit Mariens nicht anerkennen. Sie erhielt aber auch Kritik von Seiten katholischer Christen, weil sie die Legenden über Eltern Mariens, Anna und Joachim, in ihre Texte übernahm. „Meine Christus-Bücher sind echt katholische Bücher, aber ich hoffe, dass sie alle Christen ansprechen“, sagt Anne Rice, die sich sehr verärgert zeigte, als Dan Brown’s Da Vinci Code ein bestseller wurde mit dem SuperStar Tom Hanks. Die Menschen wünschen sich korrekte biblische Filme, beson ders nach dem Da Vinci Code. Es war eine Katastrophe, eine solche lächerliche Geschichte auf den Markt zu bringen und schlimmer noch, dass die Leute solchen Unsinn auch noch glaubten.
   „Mein zweiter Christus-Roman „I see The Road to Cana“ war eine direkte Antwort auf den Da Vinci Code. Nein, und nochmals nein: unser Herr heiratete nicht Maria Magdalena. Er lebte im Zölibat und ohne Sünde.
   Ich glaube an ihn. Das ist ganz einfach, und doch schwierig. Ich glaube an Jesus Christus, Gott und Mensch, der auf die Erde kam, der als kleines Kind geboren wurde und dann über 30 Jahre mitten unter uns lebte. Meine Gebete und Meditationen sind auf diesen Christus gerichtet. Meine Bücher für Jesus wurden zur Berufung, die meine früheren Romane verblassen ließen.“
   Als Anne Rice mit ihrem ersten Christus-Buch begann, plante sie nicht über die Passion zu schreiben. Aber ihre Erfahrungen mit Schmerz und Schaden habe sie zur Einsicht gebracht, diese Buch-Reihe weiterzuführen.
   Ihre Tochter starb an Leukämie im Alter von fünf Jahren. Ihr Ehemann starb nach 41 Ehejahren an Gehirntumor. Ihre Eltern sind längst verstorben und ihre ältere Schwester Alice starb 2007. Diese Verluste haben ihr ein „tiefes Verständnis“ dafür gegeben, wie wichtig es ist, jemand zu lieben, und wie wertvoll jeder Moment und jeder Tag ist: „Du beobachtest, was Menschen erleiden, und wie sie sterben; du siehst, denke ich, das Erbarmen des Herrn, das zarte Erbarmen des Herrn.“
   50 Jahre ist Anne Rice nun bestseller-Autorin. Nun hat sie ihre neue Rolle für ihre Feder entdeckt, die sie einst in das Blut von Vampiren tauchte – jetzt schreibt sie über das Blut Jesu. „Wir müssen wieder und wieder zurückfinden zu Jesus Christus, nach all unseren Fehlern, und ihn ihm suchen wir – in seiner ehrfurchtgebietenden Majestät und Macht – die kreativen Lösungen unserer Probleme“. Da ist sich Anne Rice jetzt ganz sicher. 
CT090329JamesHastings 

Buc-AnneRice-Franzisc-xx Buc-AnneRiceXLord-x

Foto links: Anne Rice in Meditation vor Christus und Franziskus. Foto rechts: Christ the Lord -Reihe

Anja Silja, Opernsängerin     GL-AnjaSilja-x

Anja Silja (68), Sopran, hat die Gestalt von Papst Benedikt XVI. als Beweggrund
für ihre 2006 erfolgte Taufe bezeichnet.

 „Seine Bescheidenheit und Klugheit, sein Minimalismus, das kann ich alles sehr gut nachvollziehen", sagte die gebürtige Berlinerin in einem Interview des Berliner „Tagesspiegel". Sie bewundere das Kirchenoberhaupt unendlich. Ausschlaggebend für ihre Entscheidung zur Taufe sei auch die Oper „Dialoge der Karmeliterinnen" gewesen, die Francis Poulenc (1899-1963) im Jahr 1957 geschrieben hat, erläuterte Silja. Die Sopranistin verwies darauf, Religion, Spiritualität, Mystik, Ruhe und Stille seien ihr schon immer im Leben wichtig gewesen. DT090127

kk-AndreaRiiccardi-x   Andrea Riccardi

Deutschland/Italien: Karlspreis an Andrea Riccardi von Sant’Egidio

   Der Internationale Aachener Karlspreis 2009 wurde an Christi Himmelfahrt an den italienischen Historiker Andrea Riccardi verliehen. Der Gründer der ökumenischen Gemeinschaft Sant’Egidio sei „ein großer Europäer, der mit leidenschaftlichem Engagement für die Verständigung über alle konfessionellen und nationalen Grenzen hinweg“ eintrete, begründete das Karslpreis-Direktorium seine Entscheidung. Mit der Gemeinschaft Sant’Egidio habe Riccardi einen bedeutenden Beitrag für eine friedlichere und gerechtere Welt geleistet. Insofern bedeute die Auszeichnung mit dem Aachener Karlspreis eine große Verantwortung, sagte uns Riccardi:
   „Nicht nur für mich, sondern für die ganze Gemeinschaft! Denn den Preis erhalte nicht ich, sondern die Gemeinschaft. Die Verantwortung, die wir fühlen, Männer und Frauen zu sein, die für das Evangelium leben. Europäer, die nicht ihre Wurzeln vergessen. Das Christsein und das Dasein für die anderen sind in ihre Zukunft eingeschrieben.“
   Die ökumenische Bewegung hat heute nach eigenen Angaben rund 50.000 Mitglieder in 70 Ländern. Riccardi, damals Student, gründete Sant’Egidio 1968 in Rom zusammen mit einigen Mitstreitern. Man traf sich mit Armen und Obdachlosen und las mit ihnen aus dem Evangelium. Das Evangelium ist es, das die Gemeinschaft seit ihrer Gründung in die Tat umsetzen will. In den 80er Jahren erweiterte Sant’Egidio seinen Aktionskreis nach Afrika. 1992 glückte nach hartnäckiger Vermittlungsarbeit der Gemeinschaft ein Friedensabkommen in Mosambik, das bis heute hält. Unter anderem dafür und erhielt Sant’Egidio 1999 den Friedenspreis der UNESCO. Für das Aids-Projekt „Dream“ in Afrika, eines der wichtigsten Programme zur Bekämpfung der Immunschwächekrankheit, wurde Sant’Egidio 2004 mit einem Sonderpreis der renom- mierten Schweizer Balzan-Stiftung geehrt. In Italien setzt sich die Gemeinschaft besonders für illegale Bootsflüchtlinge aus Afrika ein. Riccardi:
   „Sant’Egidio ist eine europäische Tatsache. Als eine kleine, umgrenzte Gemeinschaft, die befreundet ist mit den Armen, will Sant’Egidio Europa sagen, dass es nicht für sich allein leben kann. Vielmehr muss es für die anderen leben. Wir dürfen nicht wie eingeschlossen in unseren nationalen Grenzen leben, sondern müssen die Würde entdecken, Europäer zu sein - verschieden, aber nicht getrennt.“
   Der Karlspreis wird seit 1950 traditionell am Fest Christi Himmelfahrt an Personen oder Institutionen verliehen, die sich um die Einigung Europas verdient gemacht haben. 2004 erhielt Papst Johannes Paul II. einen Außerordentlichen Karlspreis. Weitere Träger waren Konrad Adenauer, Francois Mitterand, Helmut Kohl, Vaclav Havel, Tony Blair, Bill Clinton und Angela Merkel. Rv090520kna
Wofür steht Andrea Riccardi?
   Der Karlspreisträger des Jahres 2009 passt in kein Schema. Nie hat er ein öffentliches Amt bekleidet, ein politisches Mandat besessen oder eine Diplomatenakademie besucht. Doch als Gründer der „Gemein- schaft Sant'Egidio" hat Riccardi womöglich mehr zum Frieden in der Welt und zur Versöhnung zwischen den Völkern beigetragen als manch ein Preisträger vor ihm.
   Die Bekehrung des Sohnes aus gutbürgerlichem Haus fiel in das Jahr 1968. In der Tschechoslowakei hatten Panzer den „Prager Frühling" niedergewalzt, im Westen revoltierten Studenten, auch in der katholischen Kirche brodelte es. „Alles kann sich ändern", so beschreibt der 1950 geborene Römer die Lehre jenes Jahres, „aber ohne Gewalt - und die Veränderung muss bei mir anfangen." Die „Dritte Welt" der Gymnasiasten, die Riccardi um sich scharte, lag nicht jenseits des Atlantiks, sondern in den Baracken der römischen Vorstädte, ihre Lektüre war nicht die Mao-Bibel, sondern das Matthäusevangelium, die Inspiration ihrer Lieder nicht das Stampfen der Stiefel, sondern die byzantinische Liturgie. In ein Schema Schema pressen ließ sich die „Gemeinschaft Sant'Egidio", wie sie sich seit 1974 nach dem Ort ihres täglichen Abendgebetes nennt, noch nie - wie ihr Gründer.
   „Ich reise, ich unterhalte mich, und dann studiere ich die Geschichte, um zu sehen, was hinter den Worten steckt": So entwickelte sich der Jurist nicht nur zu einem Geschichtsprofessor, der sich mit Büchern wie dem über die Christenverfolgung im 20. Jahrhundert einen Namen gemacht hat. Vor allem wurde Riccardi zum „Spiritus Rector" einer Bewegung, die seit 1986 päpstlich anerkannt ist und mittlerweile 50 000 Mitglieder und Freunde in allen Kontinenten zählt.
   Ihr Markenzeichen sind die sieben „Werke der Barmherzigkeit" - Hungrige speisen, Durstige tränken, Fremde beherbergen, Nackte kleiden, Kranke pflegen, Gefangene besuchen, Tote bestatten - nicht weniger als die Verpflichtung, vor dem Bösen in der Welt nicht zu resignieren. Ob in den achtziger Jahren im Libanon, in den neunziger Jahren in Mocambique und Algerien, in Guatemala und dem Kosovo oder jüngst in der Elfenbeinküste - in vielen innerstaatlichen Konflikten haben Riccardi und andere Mitglieder seiner Bewegung geduldig und nicht selten erfolgreich vermittelt.
   Für den Katholiken Riccardi waren der Kampf gegen die Armut und für den Frieden stets zwei Seiten derselben Medaille. Der Europäer Riccardi ist längst nicht am Ziel, der Karlspreis nur eine Etappe auf dem Weg hin zu einem weniger selbstgenügsamen Europa.
  FAZ090520DanielDeckers

Betancourt dankt Jungfrau von Guadalupe: “Ich bin sicher, dass sie da war, um uns zu helfen!”

Nicolas Sarkozy amIngridBetancourt-xx Ingrid Betancourt 

   Die nach fast sechseinhalb Jahren Geiselhaft aus der Gewalt linker FARC-Rebellen befreite frühere kolumbianische Präsidentschaftskandidatin Ingrid Betancourt ist von Bogota aus nach Paris geflogen. Zuvor hatte sie bei einer Pressekonferenz in der französischen Botschaft angekündigt, dass sie von Papst Benedikt XVI. im Vatikan empfangen werde. „Das ist ein Treffen, das man sich nicht entgehen lassen darf, sagte die 46-Jährige. Der genaue Termin sei ihr noch nicht bekannt.
   Betancourt war zusammen mit vierzehn weiteren Geiseln bei der spektakulären Aktion von den Streitkräften durch einen Trick und ohne Blutvergießen befreit worden. Ihre Rettung aus der Hand der Rebellen am Fest Maria Heimsuchung schrieb Betancourt der Fürsprache der Muttergottes zu. Der lateinamerikanische Nachrichtendienst „Noticieros Televisa International” berichtete, dass Betancourt in der Pressekonferenz vor dem Abflug der Jungfrau von Guadalupe gedankt habe: „Ich bin sicher, dass sie da war, um uns zu helfen. Fast sieben Jahre habe ich auf diesen Moment gewartet. Im Dschungel habe ich vor Schmerzen geweint, heute weine ich vor Freude.”
   Schon unmittelbar nach der Ankunft am Flughafen von Bogota nach der Befreiung hatten Betancourt und ihre Angehörigen Gott und der Jungfrau Maria mit einem Gebet auf Knien gedankt. Betancourt berichtete nach der Landung, sie habe am Morgen nach dem Aufstehen den Rosenkranz gebetet. Am linken Handgelenk trug Betancourt während der Befreiungsaktion einen selbstgeknüpften Rosenkranz.
Auf dem Foto unten: Der von Ingrid Betancourt in der Geiselhaft selbst geknüpfte Rosenkranz.
Foto unten rechts: Das Gnadenbild von > Guadalupe

kk-IngridBetancourtRk-x Guadalupe-x

   Die Politikerin stammt aus einer tiefgläubigen Familie. Im Mai hatte ihre Schwester Astrid Betan- court der Zeitschrift „Panorama” gegenüber erklärt, Ingrid und die gesamte Familie vertrauten auf die Gottesmutter und gäben die Hoffnung nicht auf.
   Benedikt XVI., den Betancourts Mutter Yolanda Pulecio Anfang Februar nach der Generalaudienz um sein Gebet für ihre Tochter gebeten hatte, ist erleichtert über die Befreiung, die „Anlass zur Hoffnung” für Kolumbien gibt. Das sagte Vatikansprecher Federico Lombardi, als die Nachricht über die Rettung der Politikerin bekannt wurde. „Die Nachricht von der Befreiung Ingrid Betancourts und der anderen Geiseln ist eine Nachricht, die uns mit großer Freude erfüllt. Natürlich hoffen wir, dass es sich dabei um ein positives Zeichen handelt, dem andere dieser Art folgen werden. Denn unglücklicherweise leiden immer noch viele Personen auf dieselbe Art, infolge der Gewalttat einer Geiselnahme.”, so Lombardi.
   Papst Benedikt hatte oftmals zur Freilassung dieser Geiseln aufgerufen, zuletzt in einer Botschaft an die kolumbianischen Bischöfe, denen er zum 100-jährigen Bestehen ihrer Bischofskonferenz gratulierte. „Der Appell des Papstes hat sein Ergebnis erbracht in dieser Befreiung, die wichtig, aber gleichzeitig begrenzt ist. Wir hoffen, dass alle diese Menschen die Freiheit wiedererlangen, und dass Kolumbien auf Frieden hoffen kann, auf eine Rückkehr zu einem Leben, das frei ist von der entsetzlichen Gewalt, die das Land seit langer Zeit quält.”
  Auch die kolumbianischen Bischöfe, die derzeit zu ihrer Vollversammlung in Bogota versammelt sind, begrüßten die Rettungsaktion. Dies sei eine „großartige Nachricht”,erklärte Kardinal Pedro Rubiano Saenz. Der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Luis Augusto Castro, sieht eine Chance auf ein Ende des bewaffneten Konflikts. Die Guerilla-Organisation müsse begreifen, dass nach einer Freilassung aller Geiseln die Tür für eine Verhandlungslösung offen stehe. 
rvDT080705regDPA

amIngridBetancourt-x amIngrBetaMelanieLorenzo-xx

   Foto oben links: Ingrid Betancourt hat sich im südfranzösischen Wallfahrtsort Lourdes mit bewe- genden Worten bei der Jungfrau Maria für ihre Befreiung aus den Händen der Farc-Rebellen bedankt. „Danke, Maria! Danke für meine Freiheit, danke für das Leben”, sagte sie an der Seite des Erz- bischofs Jacques Perrier vor Tausenden Pilgern. Während des Angelus-Gebets an der Grotte von Massabielle schloss Betancourt die Augen oder blickte gebannt auf die Statue der Heiligen Jungfrau. Mehrmals nahm sie ihre Mutter, ihre Schwester und ihre Kinder Melanie und Lorenzo in den Arm. Die Pilger applaudierten Betancourt anschließend, einige umarmten sie. Am Vormittag hatte sich die Katholikin allein zu einem Gebet in eine Kapelle zurückgezogen. Betancourts Mutter hatte während der Geiselhaft angekündigt, sobald ihre Tochter frei sei, werde die erste Reise der beiden nach Lourdes führen. Foto oben rechts: Ingrid Betancourt mit Tochter Melanie und Sohn Lorenzo. AZ080714AFPkna

amIngridBetancourt-Lorenzo- Lou-Grotte-x

Ingrid Betancourt und ihr Sohn Lorenzo entzündeten Kerzen in der Grotte von Massabielle

  Die franko-kolumbianische Politikerin Ingrid Betancourt hat im südfranzösischen Marienwallfahrtsort Lourdes für ihre Befreiung aus den Händen der kolumbianischen FARC-Rebellen gedankt. Wie französische Medien berichteten, war sie in Begleitung ihrer Mutter Yolanda Pulecia Velez, ihrer Schwester Astrid und ihrer Kinder Melanie und Lorenzo Delloye. Der Bischof von Tarbes und Lourdes, Jacques Perrier, betete mit der Familie an der Grotte von Massabielle das Angelusgebet. „Danke Maria! Danke für meine Freiheit, danke für das Leben”, sagte Betancourt den Berichten zufolge vor mehreren tausend Pilgern. Mit einem Rosenkranz in den Händen fügte sie hinzu: „Ich flehe dich an, meine liebe Maria (...), beschütze diejenigen, die zurückbleiben mussten. Sie brauchen dich, deine Kraft, deine Hoffnung und dein Licht.”
   Die Pilger applaudierten anschließend der 46-jährigen Politikerin, die von einem hohen Aufgebot an Sicherheitskräften begleitet wurde. Am Vormittag hatte sich die katholische Christin allein zu einem Gebet in eine Kapelle zurückgezogen. Nach Angaben der Wallfahrtsstätte hatte Betancourts Mutter während der Geiselhaft den Wunsch geäußert, sich mit ihrer Tochter nach Lourdes zu begeben. Sobald sie frei sei, werde die erste Reise der beiden nach Lourdes führen. Das habe sie der Jungfrau versprochen, wurde Betancourts Mutter zitiert. Betancourt selbst hatte nach ihrer Freilassung mehr- fach erklärt, während ihrer sechs Jahre dauernden Geiselhaft habe sie das Gebet sehr verändert. Sie habe zudem Beistand in Jesus und Maria erfahren.
   In der aktuellen Ausgabe der französischen Zeitschrift „Pelerin” berichtete Betancourt, ihr Glaube sei in der Gefangenschaft kontinuierlich gewachsen. Diese sechs schrecklichen Jahre seien geschehen, „damit ich andere Dinge begreife”. Erst in dieser Zeit habe sie eine Beziehung zur Muttergottes gefunden. Ihr verstorbener Vater sei zwar ein großer Marienverehrer gewesen, doch dies sei ihr früher albern erschienen. Im Dschungel habe sie voller Bewunderung für die Mutter Jesu die Heilige Schrift gelesen. „Um Maria zu verstehen, muss man etwas Lebenserfahrung und Reife haben”, sagte Betancourt, die während der sechsjährigen Gefangenschaft im Dschungel viele Versprechen an die Mutter- gottes abgelegt hat. Sie finde es „sensationell”, wie Maria zu ihrem Kind Ja gesagt habe, obwohl sie ihr Leben ganz anders geplant hatte. „Maria ist jedes Risiko eingegangen”, so die Politikerin. „Ich finde Maria stark, intelligent und humorvoll". Der Dialog zwischen Jesus und Maria bei der Hochzeit zu Kanaa im Johannesevangelium habe in ihr eine tiefe Liebe zu Maria geweckt und sie zugleich an ihre eigene Beziehung zu ihrem Sohn Lorenzo erinnert.
   Am 1. Juni habe sie im Lager durch den katholischen Radiosender „Radio Catolica Mundial” erfahren, dass der Juni der Herz-Jesu-Verehrung geweiht sei. Dies habe sie an die letzte Begegnung mit ihrem Vater erinnert, der am Tag vor ihrer Entführung vor einem Herz-Jesu-Bild für sie gebetet habe. Obwohl sie keine genaue Vorstellungen von einer Herz-Jesu-Weihe hatte, habe sie daraufhin gelobt, sich künftig ganz dem Herzen Jesu zu übereignen, wenn sie im Juni das Datum ihrer Befreiung erfahre. Dabei habe sie gelobt, nach der Befreiung als erstes dem Herrn zu danken. Aus diesem Grund sei ihre erste Geste nach der Landung auf dem Flughafen in Bogota  ein Kreuzzeichen gewesen. Am 27. Juni habe der Kommandant den Befehl zum Aufbruch gegeben, da einer der Geiseln möglicherweise freikommen werde. Auch wenn alles schließlich anders gekommen sei, wisse sie nun: „Jesus hat Wort gehalten. Ich habe ein Wunder erlebt”.
   Das erste Jahr ihrer Gefangenschaft sei sehr hart gewesen. Sie habe im Kampf mit Gott gelegen und ihm den Tod ihres Vaters sehr übelgenommen. Die Frage „warum strafst Du mich so?”, habe sie stark beschäftigt. Im Lauf der Zeit habe sie eingesehen, dass der Tod  ein Segen für ihren Vater gewesen sei, denn er hätte „diese sechs schrecklichen Jahre” niemals durchgestanden. Die Heilige Schrift, mit der sie sich zuvor nicht weiter beschäftigt hatte und ihre Liebe zu Jesus und Maria hätten ihr die Kraft gegeben, den Hass gegen ihre Peiniger zu überwinden. Jedes Mal, wenn sie in der Bibel Jesu Wort von der Feindesliebe gelesen habe, habe sie sich direkt angesprochen gefühlt. Der Text sei ihr sehr nahe gegangen, denn diese Forderung Jesu umzusetzen sei nicht leicht. Sie habe sich dennoch erleichtert gefühlt, wenn sie im Dschungel das „Segne deine Feinde” vor sich hergemurmelt habe, wenn ihr der Sinn überhaupt nicht danach stand. Die Gefangenschaft habe einen Teil ihres Schreckens verloren und sie selbst habe sich verwandelt. Tief beeindruckt habe sie das Pauluswort aus dem Römerbrief „Denn wir wissen nicht, worum wir in rechter Weise beten sollen; der Geist selber tritt jedoch für uns ein mit Seufzen” Röm 8,26. Gegen diese Aussage habe sie sich zunächst empört: „Mein Gott, ich weiß doch, was ich will: frei sein”. Heute habe sie endlich begriffen welches Glück es bedeute, dass das Heilige Geist da sei, um für sie zu beten, denn sie sei nicht imstande, um das Notwendige zu bitten. DT080715
Mehr über Lourdes > Lourdes I

LM-StK-Ruhla-x LM-StKonradRuhla-

Alexander Hoffmann wandert zu Gott

   Alexander Hoffmann aus dem Thüringer Wald hat sich auf den Weg zu Gott gemacht. In der Oster- nacht setzte er mit seiner Taufe in der Kirche Sankt Konrad in Ruhla Foto oben ein Zeichen, dass er zumindest ein Etappenziel erreicht hat. Es sind nicht viele, aber immer mehr Erwachsene, die sich im Bistum Erfurt wie Hoffmann taufen lassen. Ihre Zahl stieg von 37 im Jahr 1996 auf 69 im Jahr 2007. Hoffmann fand über das Radiohören zum Wort Gottes. In seinem Lieblingssender, Bayern 1, weckten die zahlreichen Beiträge über kirchliche Themen sein Interesse. Die Reportagen über die 50 Marienwallfahrts- orte in Unterfranken begeisterten ihn, und der Umgang von Papst Johannes Paul II. mit seinem eigenen Sterben und Tod bewegte ihn. Auf seinen täglichen langen Fußwegen zur Arbeit und nach Hause, aber auch auf seinen Wanderungen näherte sich Hoffmann Gott in Gedanken. Seit dem 2. Dezember 2007, dem ersten Advent, geht Hoffmann zu Fuß an jedem Sonn- und Feiertag zur Heiligen Messe entweder nach Sankt Elisabeth in Eisenach (zwei Mal 13 Kilometer) oder nach Ruhla (zweimal sechs Kilometer). Im August 2008 begann Hoffmanns Katechumenat, die Einführung in den Glauben und das Gemeindeleben. Auch zu den Glaubensstunden wanderte der Taufbewerber. Die Feier der Osternacht war für Hoffmann der 100. Gottesdienst. Addiert er die Wegstrecken, die er zur Messe oder zu den Katechumenatsstunden zurückgelegt hat, kommt er auf knapp 1.400 Kilometer. Das sei ein langer Weg zu Gott, sagt er. „Aber dafür habe ich jetzt ein Ziel in der Ewigkeit." FAZ090409cpm
  
Wurden in den Jahren 1996 bis 2001 insgesamt 222 Männer und Frauen im Bistum Erfurt getauft, empfingen in den darauf folgenden sechs Jahren, also von 2002 bis 2007, 401 Erwachsene das Tauf- sakrament. Als erwachsen gilt, wer mindestens 14 Jahre alt und damit religionsmündig ist.
   «Ich freue mich, dass Menschen auch in einem nicht-christlichen Umfeld eine Heimat in unserer Kirche finden», sagte Domkapitular Gregor Arndt. Jeder, der als Erwachsener getauft werde, ermutige «alte» Christen, auf ungetaufte Arbeitskollegen, Verwandte und Nachbarn zuzugehen. rv0904

. . . weitere Glaubenszeugnisse finden Sie unter > Glaube & Leben

[kbwn] [Blindenwerk] [Reisen Fahrten] [Hörbücher] [Heilung] [HiTech] [Kirche] [Glaube & Leben] [Liebst du mich?] [Weltjugendtag] [Mann und Frau] [Mel Gibson: Passion] [Holocaust] [Weltkirche] [weltweit] [Europa] [Fundamentalismus] [China] [Friedensgebet] [Großdruck & Punktschrift] [Jahr der Bibel] [kirche-online] [Himmel & Erde] [Dialog der Religionen] [Recht] [Alterssicherung] [Galerie]