kbwn

E-mail

tn_PrLogo303_jpg
Lourdes

online:
www.
kbwn.de

Lou2x  Fünf neue Wunder in Lourdes?

  Im französischen Wallfahrtsort Lourdes hat es in den vergangenen Jahren fünf medizinisch nicht erklärbare Heilungen gegeben, die nun möglicherweise als Wunder anerkannt werden.
   Die bis ins Jahr 2004 zurückreichenden Fälle seien als bemerkenswerte Spontanheilungen anerkannt worden, teilte das internationale medizinische Komitee von Lourdes nach seiner jährlichen Sitzung mit. Es handele sich um Menschen zwischen 40 und 69 Jahren, die an unheilbaren Krankheiten gelitten hätten. Damit sind die Fälle aber noch nicht als Wunder anerkannt. Dazu ist nach einem Antrag der Heimat- diözese der Geheilten eine kircheninterne Prüfung notwendig.
   Jährlich pilgern rund sechs Millionen Menschen in die Wallfahrtsstätte im Südwesten Frankreichs, wo dem 14jährigen Hirtenmädchen Bernadette Soubirous vor 150 Jahren die Jungfrau Maria erschienen ist. Von 7.000 registrierten Spontanheilungen in Lourdes seit Ende des 19. Jahrhunderts hat die katho- lische Kirche nur 67 als Wunderheilungen anerkannt. Zwischen dem Ende der 70er-Jahre und heute gab es nur fünf anerkannte Wunder. Bei gleich fünf Fällen, die der medizinische Rat nun als nicht erklärbar einstufte, könnte nun jedoch eine Wende eintreten. NOZ081202AFP
aktuelle wissenschaftlich nicht erklärbare Heilungen finden Sie > Lourdes I

Nach Rückkehr von seiner Pilgerreise nach Lourdes zog der Papst Bilanz

  „Die feierlichen Gottesdienste und die Begegnungen mit unzähligen Gläubigen und Pilgern in Paris und vor allem in Lourdes haben mich und viele Menschen sehr berührt. Lourdes ist wirklich eine Stätte des Lichtes, des Gebets, der Hoffnung und der Bekehrung. Mit Maria betrachten wir das Geheimnis des Kreuzes und lernen, die Kreuze des eigenen Lebens im Licht des Kreuzes Christi zu sehen. Es erinnert uns daran, dass wahre Liebe auch das Leid einschließt und wir berufen sind, für unsere Mitmenschen, besonders für die Leidenden, da zu sein. Maria hat in Lourdes einen bevorzugten Ort der Begegnung mit der Liebe Gottes aufgetan, die gesund macht und Heil schenkt. Dafür wollen wir dem Herrn danken.” Dann erklärte Benedikt in mehreren Sprachen: „Am Kreuz hat uns Christus Maria zur Mutter gegeben. Wir dürfen darauf vertrauen, dass sie als Mutter immer für die Nöte ihrer Kinder da ist. Im Licht, das von ihrem Antlitz und von ihrem Lächeln ausgeht, scheint das Erbarmen Gottes durch. Bitten wir Maria, mit uns den Weg unserer irdischen Pilgerschaft gehen. Von Herzen segne ich euch alle.”rv080917bp

Papst Benedikt XVI. pilgerte nach Lourdes: “150 Jahre Marien-Erscheinung in Lourdes”

LoP45x LoP01x

Der Wallfahrtsort Lourdes - „Stern der Hoffnung”
   Niemand muss an Lourdes glauben. Daran, dass vor 150 Jahren, von Februar 1858 an, die Jungfrau Maria, Mutter des Jesus Christus, 18-mal einem 14 Jahre alten Mädchen, Bernadette Soubirous, er- schienen sei. Auch kein gläubiger Christ muss das glauben. Und es ist nicht einmal sicher, ob Papst Benedikt XVI. einfach blind daran glaubt oder ob er nicht vielmehr in den weiten Räumen seiner theo- logischen Vernunft auch dafür ein Plätzchen gefunden hat. Aber wer nach Lourdes, zu einem ganz auf religiösen Tourismus eingestellten Städtchen mit 15.000 Einwohnern am Fuß der französischen Pyre- näen, pilgert, so wie es Benedikt jetzt tat, erlebt ein anderes Wunder: Viele glauben etwas mehr an die Menschen, an die eigene Kraft und die des Nächsten, einander beizustehen. Die „Visionen” der Berna- dette, geistliche Gesichte von Maria - als der „Unbefleckten Empfängnis”, der vollkommenen Frau, die erst vier Jahre zuvor, am 8. Dezember 1854, ihren dogmatischen Siegeszug in der Kirche angetreten hatte -, wurden von Anfang an, gerade auch von den amtlichen Vertretern der Kirche, mit Misstrauen beargwöhnt. Aber das gläubige Kirchenvolk stimmte einfach mit den Füßen ab, später mit Fuhrwerken, Eisenbahn, Autos und Flugzeugen aus aller Welt. Im 21. Jahrhundert kommen bis zu sechs Millionen jährlich aus 70 Ländern.
   An den „Wundern” allein kann es nicht liegen. Es geschieht sehr selten, dass jemand nach einem Schluck vom heilbringenden Lourdes-Wasser aus der damals entsprungenen Quelle - mineralogische Untersuchungen erbrachten ganz normale Befunde - seine Krücken wegwirft und nach Hause springt. Von den Abermillionen Pilgern, physisch und seelisch Kranken und ihren Begleitern, meldeten nur 7.000 in 150 Jahren dem offiziellen Gesundheitsbüro in Lourdes eine spontane Heilung. Von diesen wurden nur 68 von der Kirche „als Wunder-Geschehnisse” anerkannt. Skeptiker geben dagegen viel zu bedenken, zum Beispiel, dass die Madonna mit Vorliebe (80 Prozent) Frauen heile.
   Aber Heilungen sind ohnehin nicht das Geheimnis von Lourdes. Atheisten, Schriftsteller, Kranke kamen in den Wallfahrtsort und fanden - Hoffnung. Vom „Stern der Hoffnung” sprach auch Benedikt.Die Kranken, die häufig in Sonderzügen kommen und gewöhnlich nicht Heilung finden, kehren fast immer gestärkt zurück. Getröstet in ihrer Krankheit, gefestigter in ihrem christlichen Glauben. Auch Benedikt setzt nicht auf Wunder. Nach der feierlichen Messe sagte er zu den deutschen Pilgern: „Maria ist unsere Mutter. Als ihre Kinder wollen wir Maria unser Leben anvertrauen - Freuden und Sorgen, Krankheit und Leid, all unsere Anliegen. Denn wir wissen: Maria führt uns sicher zu ihrem Sohn Jesus Christus.” FAZ080915hjf

B-305FLxx

Foto oben: Plakatwand in Lourdes zur Vorbereitung auf den Papstbesuch
Foto unten links: Lourdes Foto unten rechts: Akunft auf dem Flughafen Lourdes-Tarbes

B-309FLx B-331FLxx

Papstbotschaft an Frankreich: „Bete für den Weltfrieden"

   Papst Benedikt XVI. wollte als „Bote des Friedens und der Brüderlichkeit” nach Frankreich reisen. In einer Botschaft an das Volk und alle Bewohner „dieser geliebten Nation” sagte das Kirchenoberhaupt am Ende einer Generalaudienz noch in Rom vor der Pilgerreise nach Frankreich:
   „Euer Land ist mir nicht unbekannt. Mehrmals hatte ich die Freude dort zu sein und seine reiche Tradition der Gastfreundschaft und der Toleranz zu erfahren, gleiches gilt für die Stärke des christ- lichen Glaubens und seine hohe menschliche wie geistliche Kultur.”
   Benedikt XVI. war in Paris und Lourdes zum ersten Mal als Papst. Es sei ihm nach der Station in der Hauptstadt eine große Freude, sich unter die Menge der Pilger zu mischen, die sich im Jubiläumsjahr der Marienerscheinungen auf die Spuren der Heiligen Bernadette Soubirous machen. Am Ort der ersten Erscheinung, in der Grotte von Massabielle, wolle er für die Kirche und den Weltfrieden beten, so Papst Benedikt in seiner Botschaft weiter.
   „Zu Füßen unserer lieben Frau werde ich intensiv für die Anliegen der ganzen Kirche beten, in besonderer Weise für die Kranken und die Vernachlässigten, aber auch für den Frieden in der Welt. Maria soll Euch allen, aber vor allem den jungen Menschen, eine Mutter sein, die stets für die Bedürfnisse ihrer Kinder sorgt, ein Licht der Hoffnung, das eure Wege erhellt und euch führt.”
   Benedikt bat um Gebet für das Gelingen der Reise. Alle Franzosen, ihre Familien und Gemeinschaften, vertraute er der Fürsprache der Mutter Gottes von Lourdes und dem Segen Gottes an.
rv080910bp  

B-332FLx B-321FLx

 Lourdes: “Es geht zuerst um die Seele”- Fotos oben: Die Grotte Massabielle in Lourdes

  Vor 150 Jahren erschien die Gottesmutter der 14-jährigen Bernadette Soubirous. Seit damals reißt der Pilgerstrom nicht ab, auch weil es in Lourdes in diesen 150 Jahren zu amtlich nachgewiesenen Wunder- heilungen kam. Wir sprachen in unserem Wocheninterview mit Pater Uwe Barzen OMI, der seit mehreren Jahren als Pilgerseelsorger in Lourdes wirkt, und fragten ihn zunächst, ob die Wallfahrer in erster Linie wegen der Wunder kommen.
   „Viele kommen zur Wallfahrt nach Lourdes, weil sie neugierig auf den Ort sind. Andere kommen jedes Jahr, weil sie spüren, dass es gut für ihre Seele ist, ein paar Tage aufzutanken. Natürlich kommen auch viele Kranke, die sich auch eine Besserung ihres Zustandes erhoffen oder sogar eine Heilung. Aber das kommt nur sehr selten vor, deshalb warne ich immer davor, dass man zu große Erwartungen in dieser Hinsicht hat. Aber die meisten, die kommen und nicht gesund werden, fühlen doch sich innerlich gestärkt, sodass es nicht umsonst ist, dass man hier nach Lourdes kommt.”
Bernadette und auch die Gottesmutter Maria sind letztlich Nebenpersonen,
die die Aufgabe haben, auf Christus zu verwiesen. Ist das allen klar, die kommen?

   „Es ist auf jeden Fall so, dass die Leute spüren, dass Gott im Mittelpunkt steht. Wir haben täglich viele Gottesdienste, die eucharistische Prozession, praktisch eine Fronleichnamsprozession, in der Christus im Allerheiligsten Sakrament durch den Wallfahrtsbezirk getragen wird, und jeden Tag schließt der Tag an der Grotte mit einer eucharistischen Anbetung. Der Mensch wird so schon klar, dass es hier um Christus geht, dass Maria zu Christus führen will.”
Wie würden Sie den Geist des Ortes beschrieben?
   „Was man hier spüren kann, ist die Weltkirche. Ein Volk aus allen Nationen, wie es in der Heiligen Schrift heißt. Besonders deutlich wird das abends bei der Lichterprozession, wo das “Gegrüßet seist du Maria” in vielen Sprachen gebetet wird. Kennzeichnend für den Ort ist auch die Hilfsbereitschaft für die Kranken und Behinderten. Es sind ja Tausende von ehrenamtlichen Helfern, die sich da einsetzen.”
Technisch betrachtet waren die Marienerscheinungen von Lourdes Privatoffenbarungen. Diese gehören nicht zum Glaubensgut der Katholischen Kirche. Wofür steht denn dann Bernadette Soubirous?
   „Bernadette hat eine wunderbare Erfahrung gemacht. Wir brauchen auch selbst immer wieder Er- fahrungen, die unseren Glauben bestärken. Da ist ein Ort wie Lourdes oder andere Wallfahrtsorte eine gute Möglichkeit, aus dem Alltag herauszukommen, sich auf den Weg zu machen, Exerzitien auf Rädern zu machen. Die Botschaft von Lourdes hilft ja auch dabei, in sich hinein zu blicken – gerade die Botschaft der Buße. Wir sehen ja, wie viele hier zur Beichte kommen. An diesem Ort geht es nicht nur um die Heilung des Leibes, sondern vor allem geht es um das Heil der Seele.”
Als Sie als Schüler zum ersten Mal an diesen Ort gekommen sind, haben Sie der Rummel und die Geschäftsmacherei in Lourdes so sehr gestört, dass Sie sich vorgenommen haben, nie mehr hinzugehen. Es hat sich dann anders für Sie entwickelt – was raten Sie Menschen, die heute zum ersten Mal nach Lourdes kommen?
   „Ich denke man sollte die Pilger, wenn man in organisierten Wallfahrten kommt, darauf vorbereiten und all das, was wir als Kitsch bezeichnen, da sollte man, denke ich, auch nicht so arrogant sein, sondern anderen gefällt es, also lassen wir das den anderen. Wichtig ist, dass man da auch eine gewisse Liberalität an den Tag legt.”
rv080824gs 

tn_LourdesJPII_psd tn_JP328_jpg

Andreas Englisch erklärt in der Internet-Ausgabe von  BILD das Geheimnis der 68 Marien-Wunder.
Foto oben links: Johannes Paul II in Lourdes  Foto oben rechts: Andreas Englisch

   Es ist ein Herzenswunsch, den sich Benedikt XVI. erfüllt: Zum ersten Mal reist er als Papst nach Lourdes, um an der Grotte Massabielle zu beten – an jener Höhle, in der alles begann ... 68 Wunder von Lourdes hat die katholische Kirche offiziell anerkannt. Demnach konnten Lahme wieder laufen, Blinde wieder sehen. Auch Krebskranke seien geheilt worden.
Was ist das Geheimnis des Wallfahrts-Ortes?
  Die Geschichte geht so: An einem kalten Morgen im Februar 1858 sammelte Bernadette Soubirous (14), Tochter eines Müllers, bettelarm und asthmakrank, nahe der Grotte Feuerholz. „Ich hörte ein Ge- räusch”, notierte sie später, „dann sah ich eine Dame in weißem Gewand mit blauer Schärpe. Auf jedem Fuß trug sie eine gelbe Rose.” Immer wieder kehrt die Müllerstochter in den Wochen darauf zur Grotte zurück, immer wieder erscheint ihr die Gestalt, insgesamt 18-Mal.
   Das Mädchen erzählt dem Dorfpfarrer von der Erscheinung, der wünscht: „Erfrage ihren Namen!” Bernadette tut wie ihr geheißen, die Erscheinung antwortet: „Ich bin die Unbefleckte Empfängnis” – die Mutter Gottes. Gleich darauf, sagt das Mädchen später, sei in der Grotte ein Quell entsprungen. Die Mutter Gottes habe ihr zudem aufgetragen, eine Kapelle zu errichten. Während der Dorfpfarrer und Bernadettes Eltern noch zweifeln, macht das Wort von der Marien-Erscheinung die Runde. Pilger strömen in Scharen nach Lourdes. Das Wasser aus dem Quell, heißt es bald, heile Schwerstkranke.
   Bis heute bekennen 30.000 Pilger, das Wasser aus der Grotte habe ihnen geholfen, 68 Heilungen erkannte die katholische Kirche offiziell als Wunder an, als medizinisch nicht erklärbar.
   Das Mädchen Bernadette bekam von all dem nur noch wenig mit: Sie starb 1879 an Tuberkulose – im Alter von nur 35 Jahren. Erst 12 Jahre später erkannte Papst Leo XIII. ihre Marien-Visionen offiziell an. 1925 wurde Bernadette selig, 1933 heilig gesprochen.
  Das Foto unten zeigt den unverwesten Leichnam der heiligen Bernadette Soubirous in Nevers.

B-322FLxx

  Benedikt XVI. empfängt die Lichterprozession.
Papstworte bei der berühmten Lichterprozession von Lourdes auf der Esplanade du Rosaire:

LoP27y  LoP44x

Lieber Bischof Perrier von Tarbes und Lourdes,
Liebe Mitbrüder im bischöflichen und priesterlichen Dienst,
liebe Pilger, liebe Brüder und Schwestern!

  Vor hundertfünfzig Jahren, am 11. Februar 1858, sah ein einfaches Mädchen aus Lourdes, Bernadette Soubirous, an diesem Ort außerhalb der Stadt, der sogenannten Grotte von Massabielle, ein Licht und in diesem Licht eine junge Dame, „schön, über alles schön”. Diese Dame wandte sich mit Güte und Liebens- würdigkeit, mit Achtung und Vertrauen an sie. „Sie siezte mich”, erzählt Bernadette, „ … Möchten Sie mir den Gefallen tun, in den nächsten fünfzehn Tagen hierher zu kommen?” fragt die Dame sie. „…Sie schaute mich an wie ein Mensch, der mit einem anderen Menschen spricht.” In dieser Unterhaltung, in diesem ganz von Feingefühl geprägten Dialog beauftragt die Dame sie, einige ganz einfache Botschaften über das Gebet, die Buße und die Umkehr zu vermitteln. Dass Maria schön ist, überrascht nicht, offen- bart sie doch in der Erscheinung vom 25. März 1858 ihren Namen so: „Ich bin die Unbefleckte Empfängnis”.
   Betrachten wir unsererseits diese „mit der Sonne bekleidete Frau”, die uns die Schrift vor Augen stellt vgl. Offb 12,1. Die Allerseligste Jungfrau Maria, die glorreiche Frau der Geheimen Offenbarung, trägt auf ihrem Haupt einen Kranz von zwölf Sternen, welche die zwölf Stämme Israels, das ganze Volk Gottes, die gesamte Gemeinschaft der Heiligen darstellen, und zugleich hat sie unter ihren Füßen den Mond, das Bild des Todes und der Sterblichkeit. Maria hat den Tod hinter sich gelassen; sie ist ganz vom Leben bekleidet, vom Leben ihres Sohnes, des auferstandenen Christus. So ist sie das Zeichen für den Sieg der Liebe und des Guten, für den Sieg Gottes. Sie gibt unserer Welt die Hoffnung, die sie braucht. Richten wir heute Abend unseren Blick auf Maria, die so glorreich und so menschlich ist, und lassen wir uns von ihr zu Gott, dem Sieger, führen.
   Zahlreiche Menschen haben es bezeugt: Die Begegnung mit dem leuchtenden Antlitz von Bernadette verwandelte die Herzen und die Blicke. Sowohl während der Erscheinungen als auch, wenn sie davon erzählte, begann ihr Gesicht über und über zu strahlen. Bernadette war bereits erfüllt von dem Licht von Massabielle. Das alltägliche Leben der Familie Soubirous bestand jedoch aus Elend und Traurigkeit, aus Krankheit und Unverständnis, aus Ablehnung und Armut. Auch wenn es in den familiären Beziehungen nicht an Liebe und Wärme fehlte, war es doch schwierig, im cachot („Verließ”) zu leben. Aber die Schatten der Erde haben das Licht des Himmels nicht daran gehindert zu leuchten: „Das Licht leuchtet in der Finsternis …” Joh 1,5.
   Lourdes ist einer der Orte, die Gott erwählt hat, um dort einen besonderen Strahl seiner Schönheit leuchten zu lassen; daher rührt die Bedeutung, die hier das Symbol des Lichtes bekommt. Von der vierten Erscheinung an entzündete Bernadette, wenn sie an der Grotte ankam, jeden Morgen eine ge- segnete Kerze und hielt sie in der linken Hand, bis die Jungfrau sich zeigte. Sehr bald übergaben ver- schiedene Personen Bernadette eine Kerze, damit sie diese in der Tiefe der Grotte in die Erde stecke. Sehr bald brachten andere Menschen auch selbst Kerzen an diesen Ort des Lichtes und des Friedens. Die Muttergottes tat selber kund, dass ihr diese berührende Huldigung dieser Tausenden Kerzen gefiel, die seitdem zu ihrer Ehre ununterbrochen den Felsen der Erscheinung erleuchten. Von jenem Tag an glüht vor der Grotte Tag und Nacht, im Sommer wie im Winter, ein brennender Dornbusch, entzündet vom Gebet der Pilger und der Kranken, die ihre Sorgen und Nöte, vor allem aber ihren Glauben und ihre Hoffnung zum Ausdruck bringen.

LoP21x  LoP35x

  Da wir als Pilger hier nach Lourdes kommen, wollen wir auf den Spuren Bernadettes in diese außer- gewöhnliche Nähe zwischen Himmel und Erde eintreten, die sich niemals widersprochen hat und die sich unaufhörlich weiter festigt. Während der Erscheinungen ist zu bemerken, dass Bernadette den Rosen- kranz unter den Augen Marias betet, die im Moment der Doxologie mit einstimmt. Diese Tatsache bestätigt den zutiefst theozentrischen Charakter des Rosenkranzgebets. Wenn wir den Rosenkranz beten, leiht uns Maria ihr Herz und ihre Augen, um das Leben ihres Sohnes, Christus Jesus, zu betrachten. Mein verehrter Vorgänger Papst Johannes Paul II. ist zweimal hierher nach Lourdes gekommen. Wir wissen, wie sehr sich in seinem Leben und in seinem Dienst das Gebet auf die Für- sprache der Jungfrau Maria stützte. Wie viele seiner Vorgänger auf dem Stuhl Petri hat auch er das Rosenkranzgebet nachdrücklich gefördert; er hat dies unter anderem in einer ganz besonderen Weise getan, indem er es durch die Betrachtung der lichtreichen Geheimnisse bereichert hat. Sie sind übrigens auf der Fassade der Basilika in den neuen, im vergangenen Jahr eingeweihten Mosaiken dargestellt. Wie bei allen Geschehnissen im Leben Christi, die sie in ihrem Herzen bewahrte und überdachte vgl. Lk 2,19, lässt Maria uns alle Etappen seines öffentlichen Wirkens als einen Teil der Offenbarung der Herrlichkeit Gottes begreifen. Möge der lichterfüllte Ort Lourdes eine Schule zum Erlernen des Rosenkranzgebets bleiben, das die Jünger Jesu in Gegenwart seiner Mutter in einen echten und herzlichen Dialog mit ihrem Meister einführt!

LoP19xx 

   Durch den Mund Bernadettes hören wir die Bitte der Jungfrau Maria an uns, in Prozession hierher zu kommen, um in Einfachheit und mit Eifer zu beten. Die Lichterprozession vermittelt unseren sinnlichen Augen das Geheimnis des Gebetes: In der Gemeinschaft der Kirche, welche die Erwählten des Himmels und die Pilger der Erde miteinander vereint, entspringt das Licht aus dem Gespräch zwischen dem Menschen und seinem Herrn, und eine leuchtende Straße öffnet sich in der Geschichte der Menschen, auch in den dunkelsten Augenblicken. Diese Prozession ist ein Moment großer kirchlicher Freude, aber auch eine Zeit tiefen Ernstes: Die Anliegen, die wir mit uns tragen, unterstreichen unsere tiefe Verbundenheit mit allen, die leiden. Denken wir an die unschuldigen Opfer, die unter Gewalt, Krieg, Terrorismus und Hungersnot leiden oder die die Folgen von Ungerechtigkeiten, Plagen und Unheil, von Hass und Unterdrückung, von Angriffen auf ihre Menschenwürde und ihre Grundrechte, auf ihre Handlungs- und Gedankenfreiheit zu tragen haben. Denken wir auch an jene, die familiäre Probleme erleben oder die infolge von Arbeitslosigkeit, Krankheit, Gebrechen, Einsamkeit oder ihrer Situation als Einwanderer leiden. Außerdem möchte ich diejenigen nicht vergessen, die um des Namens Christi willen leiden und für ihn sterben.

LoP28x 

  Maria lehrt uns, zu beten und unser Gebet zu einem Akt der Gottes- und der Nächstenliebe zu machen. Wenn wir mit Maria beten, nimmt unser Herz die Leidenden auf. Wie könnte unser Leben dabei unverändert bleiben? Warum sollte unser Sein und unser ganzes Leben nicht Ort der Gastfreundschaft für unseren Nächsten werden? Lourdes ist ein Ort des Lichtes, weil es ein Ort der Gemeinschaft, der Hoffnung und der Umkehr ist.

LoP40xx LoP41xx

   Nun, beim Einbruch der Nacht, sagt Jesus zu uns: „Laßt eure Lampen brennen!” Lk 12,35: die Lampe des Glaubens, die Lampe des Gebetes, die Lampe der Hoffnung und der Liebe! Dieses Gehen in der Nacht mit dem Licht in der Hand spricht unser Inneres nachdrücklich an, es berührt unser Herz und besagt viel mehr als jedes andere gesprochene oder gedachte Wort. Diese Geste erfasst allein unsere Lage als Christen unterwegs: Wir brauchen Licht und sind zugleich berufen, Licht zu werden. Die Sünde macht uns blind; sie hindert uns daran, unsere Mitmenschen führen zu können, und bewirkt, dass wir ihnen misstrauen und uns selber nicht führen lassen. Wir haben es nötig, erleuchtet zu werden, und wieder- holen die flehentliche Bitte des blinden Bartimäus: „Rabbuni, ich möchte wieder sehen können!”Mk 10,51. Mach, dass ich meine Sünde sehe, die mich hemmt, doch vor allem: Herr, gib, dass ich deine Herrlichkeit sehe! Wir wissen, dass unser Gebet schon erhört ist, und wir sagen Dank, denn, wie der heilige Paulus im Epheserbrief sagt: „Christus wird dein Licht sein” 5,14, und der heilige Petrus fügt hinzu: „Er hat euch aus der Finsternis in sein wunderbares Licht gerufen” 1 Petr 2,9.
   Zu uns, die wir nicht das Licht sind, kann Christus nun sagen: „Ihr seid das Licht der Welt” Mt 5, 14, indem er uns aufträgt dafür zu sorgen, das Licht der Liebe leuchten zu lassen. Wie der Apostel Johannes schreibt: „Wer seinen Bruder liebt, bleibt im Licht; da gibt es für ihn kein Straucheln” 1 Joh 2, 10. Die christliche Liebe leben bedeutet, das Licht Gottes in die Welt zu tragen und zugleich auf seine wahre Quelle hinzuweisen. Der heilige Leo der Große schreibt:„Wer nämlich fromm und keusch in der Kirche lebt, wer seinen Sinn auf das Himmlische und nicht auf das Irdische lenkt vgl. Kol 3,2, ist in gewisser Weise dem himmlischen Licht gleich; während er selbst auf den Glanz eines heiligen Lebens achtet, weist er wie ein Stern vielen den Weg, der zu Gott führt” Serm. III,5. In diesem Wallfahrtsort Lourdes, auf den die Christen der ganzen Welt ihren Blick richten, seit die Jungfrau Maria hier die Hoffnung und die Liebe hat erstrahlen lassen, indem sie den Kranken, den Armen und den Kleinen den ersten Platz zuwies, sind wir eingeladen, die Einfachheit unserer Berufung zu entdecken: Denn es genügt zu lieben.
   Morgen wird uns die Feier der Kreuzerhöhung direkt ins Herz dieses Geheimnisses einführen. In dieser Vigil richtet sich unser Blick schon auf das Zeichen des Neuen Bundes, auf das das ganze Leben Jesu zuläuft. Das Kreuz ist der höchste und vollkommenste Akt der Liebe Jesu, der sein Leben für seine Freunde hingibt. „So muß der Menschensohn erhöht werden, damit jeder, der an ihn glaubt, in ihm das ewige Leben hat“ Joh 3,14-15.
   Wie es in den Liedern vom Gottesknecht angekündigt wurde, ist der Tod Jesu ein Tod, der zum Licht für die Völker wird;es ist ein Tod, der in Verbindung mit der Sühneliturgie die Versöhnung bringt, ein Tod, der das Ende des Todes bedeutet. Von da an ist das Kreuz ein Zeichen der Hoffnung, ein Banner des Sieges Jesu, denn „Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat” Joh 3,16. Durch das Kreuz empfängt unser ganzes Leben Licht, Kraft und Hoffnung. Mit ihm ist die ganze Tiefe der Liebe offenbart, die im ursprünglichen Plan des Schöpfers enthalten war; mit ihm ist alles geheilt und zur Vollendung geführt. Das ist der Grund, warum das Leben im Glauben an den gestorbenen und auferstandenen Christus Licht wird.
   Die Erscheinungen waren von Licht umflutet, und Gott hat im Blick von Bernadette eine Flamme ent- zündet, die zahllose Herzen bekehrt hat. Wie viele Menschen kommen hierher, um ein Wunder zu sehen, und hoffen vielleicht insgeheim, eines an sich selbst zu erfahren; auf dem Heimweg, nachdem sie eine geistliche Erfahrung eines echten kirchlichen Lebens gemacht haben, ändert sich dann ihr Blick auf Gott, auf die anderen und auf sich selbst. Eine kleine Flamme, die sich Hoffnung, Mitleid und Zartgefühl nennt, wohnt in ihnen. Die verborgene Begegnung mit Bernadette und mit der Jungfrau Maria kann ein Leben verändern, denn sie sind an diesem Ort Massabielle gegenwärtig, um uns zu Christus zu führen, der unser Leben, unsere Kraft und unser Licht ist. Mögen die Jungfrau Maria und die heilige Bernadette Euch helfen, als Kinder des Lichtes zu leben, um alle Tage Eures Lebens zu bezeugen, dass Christus unser Licht, unsere Hoffnung und unser Leben ist! r
v080913gs

LoP20xx

Stichwort: Grotte von Massabielle

LourdesGrotte-bxx

   Die 18 Marienerscheinungen der Bernadette Soubirous trugen sich sämtlich in der Grotte von Massa- bielle zu. Bei einer der Erscheinungen bat die Gottesmutter das Mädchen, Wasser aus einer Quelle in der Grotte zu schöpfen und es zu trinken. Bernadette, die keine Quelle sah, begann im Erdboden zu graben, und wenig später sprudelte Wasser hervor. Die Grotte - und ihr Wasser - ist heute das Ziel der zahl- reichen Pilger, die aus aller Welt anreisen. Etwa 120.000 Liter fließen täglich aus der Quelle. Dem Wasser werden heilende Kräfte nachgesagt. Die Kirche hat im Lauf der Jahrzehnte nach jeweils langwierigen wissenschaftlichen Untersuchungen mehrere Dutzend Wunderheilungen bestätigt.
   An der Stelle der Marienerscheinung ziert eine Madonnenfigur die Grotte, und in näherer Umgebung befinden sich zahlreiche Kirchen, die Basilika der unbefleckten Empfängnis, eine Rosenkranz-Basilika und ein Prozessionsplatz.
rv080913jl

tn_Lourdes 405_psd Lou11aqx

Papstmesse in Lourdes: Durch Maria zu Christus

LoP07xx

   Mit einer großen Messe unter freiem Himmel hat Papst Benedikt XVI. der Marienerscheinungen in Lourdes vor 150 Jahren gedacht. Die Kirche in Frankreich ermutigte er dabei zu neuem missionarischem Geist. Vor allem junge Menschen rief er zu einem entschiedenen christlichen Einsatz in der Kirche und der Welt auf.
   „Die erste Berufung des Heiligtums von Lourdes ist jene, ein Ort der Begegnung mit Gott im Gebet zu sein und ein Ort des Dienstes an den Brüdern, besonders durch die Aufnahme der Kranken, der Armen und all jener Menschen, die leiden.”
   Das Wasser für den Ritus der Taufererinnerung war von der Lourdesquelle genommen, die in der Grotte während der Erscheinungen 1858 entsprungen war und in deren Wasser Pilger gebadet werden. 150.000 Gläubige hatten sich um die Altarinsel auf der „Prairie” genannten Freifläche gegenüber der Grotte und den Badehallen versammelt. Lourdes ist ein internationaler Ort, mehrere Millionen Pilger kommen jährlich aus aller Welt hierher. Auch der Gottesdienst mit dem Oberhaupt der Weltkirche zeugte davon, Lieder, Fürbitten und Lesungen wurden in verschiedenen Sprachen vorgetragen. Mächtig wirkte die Musik in diesem Gottesdienst; Pauken ertönten und Trompeten erschallten zum Fest Kreuzerhöhung.

LoP08x LoP34x

Papst Benedikt:
   „Die Kirche lädt uns ein, dieses glorreiche Kreuz voll Stolz zu erheben, damit die Welt sehen kann, wie weit die Liebe des Gekreuzigten zu den Menschen gegangen ist. Sie lädt uns ein, Gott zu danken, denn von einem Baum, der den Tod gebracht hat, ist das Leben neu hervorgegangen. … Mitten unter uns ist jener, der uns so sehr geliebt hat, dass er sein Leben für uns hingegeben hat, jener, der jeden Menschen einlädt, vertrauensvoll zu ihm zu kommen.”
   Lourdes ist einer der größten Marienwallfahrtsorte überhaupt; doch die Botschaft bleibt nicht beim Bild der Licht umstrahlten „schönen Dame” stehen. Lourdes will durch Maria zu Christus führen. Ihre erste Erscheinung vor Bernadette begann mit dem Kreuzzeichen, erinnerte auch der Papst.
   „Mehr als um ein einfaches Zeichen handelt es sich dabei um eine Einführung in die Geheimnisse des Glaubens, die Bernadette von Maria erhält. Das Kreuzzeichen ist gewissermaßen die Zusammenfassung unseres Glaubens, denn es sagt uns, wie weit Gottes Liebe zu uns gegangen ist.” Die Universalität dieser Liebe Gottes zu den Menschen habe Maria bei ihren Erscheinungen hier in Lourdes offenbart.
   „Sie lädt alle Menschen guten Willens ein, alle, die seelisch oder körperlich leiden, die Augen zum Kreuz Jesu zu erheben, um dort die Quelle des Lebens, die Quelle des Heils zu finden. … Heute kommt Maria uns entgegen, um uns die Wege für eine Erneuerung des Lebens unserer Gemeinden und unseres eigenen Lebens aufzuzeigen.”
   Die Kirche habe einen klaren Auftrag - weltweite Verkündigung. In der Annahme des Sohnes liege eine Kraftquelle, so Benedikt XVI. weiter, an der die Kirche sich für ihren Dienst stärken könne. „Jesus, geboren von Maria, ist der Sohn Gottes, der einzige Erlöser aller Menschen, der in seiner Kirche und in der Welt lebt und wirkt. Die Kirche hat überall in der Welt die Sendung, diese eine Botschaft zu ver- künden und die Menschen einzuladen, sie durch eine echte Bekehrung des Herzens aufzunehmen.”
   Nach dem Dialog über die Trennung von Kirche und Staat, dem Plädoyer für die Rückbesinnung auf christliche Wurzeln in Paris folgte an diesem Sonntag ein Appell an die Kirche Frankreichs: „Im Gefolge der großen Glaubensboten Eures Landes möge der missionarische Geist, der im Lauf der Jahrhunderte so viele Männer und Frauen Frankreichs erfüllt hat, weiterhin Euer Stolz und Eure Aufgabe sein.” Doch die Botschaft Marias, ihre Glaubensunterweisung an Bernadette, gelte auch jedem Einzelnen, so der Papst. Mit dem Blick auf Maria finde der Mensch seine Würde wieder.
   „Sich ganz Gott überlassen bedeutet den Weg der wahren Freiheit finden. Denn wenn er sich zu Gott wendet, wird der Mensch er selbst. Er findet seine ursprüngliche Berufung als Person wieder, die nach dem Bild Gottes und ihm ähnlich geschaffen ist.”
Maria lädt zum Gebet ein - für den Christen eine unverzichtbare Kraftquelle, mahnte der Papst:
   „Wer betet, vertut nicht seine Zeit, selbst wenn die Situation alle Anzeichen der Dringlichkeit besitzt und einzig zum Handeln zu treiben scheint. … Sich ganz von den Aktivitäten in Anspruch nehmen lassen bringt die Gefahr mit sich, dass das Gebet seine spezifische christliche Bedeutung und seine wahre Wirksamkeit verliert.”
   Auch das in Lourdes so zentrale Rosenkranzgebet führe letztlich „zur Betrachtung des Antlitzes Christi”. Wie die Kirche als Ganzes rufe die Botschaft von Lourdes auch einzelne Männer und Frauen in die Nachfolge, so Benedikt, der die zahlreichen jungen Pilger und Freiwilligen in Lourdes einmal mehr zum entschiedenen „Ja” zu einer christlichen Berufung animierte, in der Ehe, als Priester oder in einer Ordensgemeinschaft.
Er selbst, betonte der Papst, nenne Maria gern „Stern der Hoffnung”.
   „Auf den Wegen unseres Lebens, die so oft dunkel sind, ist sie das Licht der Hoffnung, das uns erleuchtet und uns auf unserm Pfad die Richtung weist. Durch ihr ,Ja’, durch das großherzige Geschenk ihrer selbst hat sie Gott die Türen unserer Welt und unserer Geschichte geöffnet. Und sie lädt uns ein, wie sie in einer unerschütterlichen Hoffnung zu leben und nicht auf jene zu hören, die behaupten, wir seien Gefangene des Schicksals.”

LoP05x LoP09xx

   Ihre mütterliche Gegenwart begleite alle Männer und Frauen, die Familien und Nationen. Auch im abschließenden Angelusgebet ging der Papst in seinen Grußworten darauf noch einmal ein. Seine Worte auf Deutsch:
   „Von Herzen grüße ich die Pilger deutscher Sprache hier in Lourdes, besonders die Kranken, sowie alle, die über Rundfunk und Fernsehen mit uns verbunden sind. Maria ist unsere Mutter. Mit ihrer mütterlichen Fürsorge ist sie uns nahe. Dies dürfen wir immer wieder erfahren, gerade auch an diesem Wallfahrtsort. Als ihre Kinder wollen wir Maria unser Leben anvertrauen – Freuden und Sorgen, Krankheit und Leid, all unsere Anliegen. Denn wir wissen: Maria führt uns sicher zu ihrem Sohn Jesus Christus, dem Quell der Hoffnung und des Heils. Der Herr schenke euch und euren Lieben die Fülle seiner Gnade.”
rv080914bp

LoP38xx

Messe in Lourdes - Die Predigt

Liebe Kardinäle, lieber Bischof Perrier,
liebe Mitbrüder im bischöflichen und priesterlichen Dienst,
liebe Pilger, liebe Brüder und Schwestern!
   „Geht und sagt den Priestern, man solle in Prozession hierher kommen und eine Kapelle errichten.” Das ist die Botschaft, die Bernadette von der „Schönen Dame” bei der Erscheinung am 2. März 1858 empfangen hat. Seit 150 Jahren haben die Pilger nie aufgehört, zur Grotte von Massabielle zu kommen, um die an sie gerichtete Botschaft der Umkehr und der Hoffnung zu hören. Und auch wir stehen an diesem Morgen hier zu Füßen Marias, der Unbefleckten Jungfrau, um uns mit der kleinen Bernadette in ihre Schule zu begeben.

LoP37x Lou04epJaquesPerrier

   Ich danke insbesondere Bischof Jacques Perrier Foto oben, dem Bischof von Tarbes und Lourdes, für die warmherzige Aufnahme, die mir zuteil wurde, und für die freundlichen Worte, die er an mich ge- richtet hat. Ich begrüße auch die Kardinäle, Bischöfe, Priester, Diakone, Ordensleute sowie euch alle, liebe Lourdes-Pilger, ganz besonders die Kranken. Ihr seid in großer Zahl gekommen, um mit mir diese Jubiläumswallfahrt zu machen und um Eure Familien, Verwandten und Freunde sowie alle Eure Anliegen Unserer Lieben Frau anzuvertrauen. Mein Dank gilt auch den zivilen und militärischen Autoritäten, die an dieser Eucharistiefeier teilnehmen.
„Einen so großen Besitz hat das Kreuz geschaffen, und wer ihn erhält, hat einen großen Schatz!
Hl. Andreas von Kreta, Homilie X zur Kreuzerhöhung, PG 97, 1020. An diesem Tag, an dem die Liturgie der Kirche das Fest der Kreuzerhöhung feiert, ruft uns das Evangelium, das wir gerade gehört haben, die Bedeutung dieses großen Geheimnisses in Erinnerung: Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit die Menschen gerettet werden vgl. Joh 3,16. Der Sohn Gottes hat sich verwundbar gemacht, indem er wie ein Sklave wurde, gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz vgl. Phil 2,7-8. Durch sein Kreuz sind wir erlöst. Das Marterwerkzeug, das am Karfreitag das Gericht Gottes über die Welt offenbarte, ist zur Quelle des Lebens, der Vergebung, des Erbarmens, zu einem Zeichen der Versöhnung und des Friedens geworden. „Um von unseren Sünden geheilt zu werden, schauen wir auf den gekreuzigten Christus!”, schrieb der heilige Augustinus Tract. in Johan., XII,11. Wenn wir die Augen zum Gekreuzigten erheben, beten wir den an, der gekommen ist, um die Sünde der Welt hinwegzunehmen und uns das ewige Leben zu schenken. Die Kirche lädt uns ein, dieses glorreiche Kreuz voll Stolz zu erheben, damit die Welt sehen kann, wie weit die Liebe des Gekreuzigten zu den Menschen gegangen ist. Sie lädt uns ein, Gott zu danken, denn von einem Baum, der den Tod gebracht hat, ist das Leben neu hervorgegangen. An diesem Holz offenbart uns Jesus seine erhabene Herrschaft, er offenbart uns, dass er in Herrlichkeit erhöht worden ist. Ja, „kommt, lasset uns anbeten”. Mitten unter uns ist jener, der uns so sehr geliebt hat, dass er sein Leben für uns hingegeben hat, jener, der jeden Men- schen einlädt, vertrauensvoll zu ihm zu kommen.
   Das ist das große Geheimnis der Liebe Gottes, das uns Maria auch an diesem Morgen anvertraut, da sie uns einlädt, uns ihrem Sohn zuzuwenden. Es ist in der Tat bezeichnend, dass Maria, als sie Berna- dette zum ersten Mal erschien, ihre Begegnung mit dem Kreuzzeichen beginnt. Mehr als um ein ein- faches Zeichen handelt es sich dabei um eine Einführung in die Geheimnisse des Glaubens, die Berna- dette von Maria erhält. Das Kreuzzeichen ist gewissermaßen die Zusammenfassung unseres Glaubens, denn es sagt uns, wie weit Gottes Liebe zu uns gegangen ist; es sagt uns, dass es auf der Welt eine Liebe gibt, die stärker ist als der Tod, stärker als unsere Schwächen und unsere Sünden. Die Kraft der Liebe ist stärker als das Böse, das uns bedroht. Das ist das Geheimnis der Universalität der Liebe Gottes zu den Menschen, das Maria hier in Lourdes offenbart hat. Sie lädt alle Menschen guten Willens ein, alle, die seelisch oder körperlich leiden, die Augen zum Kreuz Jesu zu erheben, um dort die Quelle des Lebens, die Quelle des Heils zu finden.
  Die Kirche hat die Sendung empfangen, allen dieses liebende Antlitz Gottes zu zeigen, das in Christus offenbar wurde. Sind wir in der Lage zu verstehen, dass im Gekreuzigten von Golgota unsere Würde als Kinder Gottes liegt, die von der Sünde verdunkelt war und die uns wiedergeschenkt wurde? Richten wir unsere Blicke auf Christus.  Er ist es, der uns frei machen wird, damit wir lieben können, wie er uns liebt, und damit wir eine versöhnte Welt aufbauen. Denn auf diesem Kreuz hat Jesus die Last aller Leiden und der Ungerechtigkeiten unserer Menschheit auf sich genommen. Er hat die Demütigungen und Diskrimi- nierungen getragen, die Qualen, die so viele unserer Brüder und Schwestern in zahlreichen Regionen der Welt aus Liebe zu Christus erleiden. Wir ver- trauen sie Maria an, der Mutter Jesu und unserer Mutter, die unterm Kreuz stand.
   Damit wir dieses glorreiche Kreuz in unserem Leben empfangen können, lässt uns die Feier des Jubiläums der Erscheinungen Unserer Lieben Frau in Lourdes einen Weg des Glaubens und der Umkehr beschreiten. Heute kommt Maria uns entgegen, um uns die Wege für eine Erneuerung des Lebens unserer Gemeinden und unseres eigenen Lebens aufzuzeigen. Wenn wir ihren Sohn aufnehmen, den sie uns zeigt, tauchen wir ein in eine lebendige Quelle, in der der Glaube neue Kraft zu finden vermag, an der sich die Kirche stärken kann, um das Geheimnis Christi immer mutiger zu verkünden. Jesus, geboren von Maria, ist der Sohn Gottes, der einzige Erlöser aller Menschen, der in seiner Kirche und in der Welt lebt und wirkt. Die Kirche hat überall in der Welt die Sendung, diese eine Botschaft zu verkünden und die Menschen einzuladen, sie durch eine echte Bekehrung des Herzens aufzunehmen. Diese Sendung, die Jesus seinen Jüngern anvertraut hat, erhält hier anlässlich dieses Jubiläums neuen Schwung. Im Gefolge der großen Glaubensboten Eures Landes möge der missionarische Geist, der im Lauf der Jahr- hunderte so viele Männer und Frauen Frankreichs erfüllt hat, weiterhin Euer Stolz und Eure Aufgabe sein.
   Wenn wir auf den Spuren von Bernadette den Jubiläumsweg beschreiten, wird uns das Wesentliche der Botschaft von Lourdes in Erinnerung gerufen. Bernadette ist die älteste Tochter einer sehr armen Familie, ohne Wissen und Macht, von schwacher Gesundheit. Maria hat sie ausgewählt, um ihre Bot- schaft der Umkehr, des Gebets und der Buße zu übermitteln, in vollem Einklang mit den Worten Jesu: „All das hast du den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart” Mt 11,25. Auf ihrem geistlichen Weg sind auch die Christen aufgerufen, die Gnade ihrer Taufe fruchtbar werden zu lassen, sich von der Eucharistie zu nähren und im Gebet die Kraft zu schöpfen, um Zeugnis abzulegen und solidarisch zu sein mit allen ihren Brüdern und Schwestern. Es ist also eine wirkliche Katechese, die uns unter dem Blick Marias dargeboten wird.Lassen auch wir uns von Maria belehren und auf dem Weg leiten, der in das Reich ihres Sohnes führt.
   In der weiteren Folge ihrer Katechese nennt die „Schöne Dame” Bernadette ihren Namen: „Ich bin die Unbefleckte Empfängnis”. Maria offenbart ihr so die außerordentliche Gnade, die sie von Gott empfangen hat, nämlich dass sie ohne Sünde empfangen wurde, denn „auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut” Lk 1,48. Maria ist jene Frau unserer Erde, die sich Gott völlig überlassen und die von ihm das Vorrecht empfangen hat, seinem ewigen Sohn das menschliche Leben zu schenken. „Ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe, wie du es gesagt hast” Lk 1,38. Sie ist die verklärte Schönheit, das Bild der neuen Menschheit. Indem sich Maria so in ihrer totalen Abhängigkeit von Gott zeigt, bringt sie in Wirklichkeit eine Haltung völliger Freiheit zum Ausdruck, die darin gründet, dass sie ihre wahre Würde ganz erkennt. Dieses Gnadengeschenk betrifft auch uns, denn es zeigt uns unsere eigene Würde als Männer und Frauen, die zwar von der Sünde gezeichnet, aber auf Hoffnung hin gerettet sind, eine Hoffnung, die uns erlaubt, uns unserem täglichen Leben zu stellen. Dies ist der Weg, den Maria auch dem Menschen eröffnet. Sich ganz Gott überlassen bedeutet den Weg der wahren Freiheit finden. Denn wenn er sich zu Gott wendet, wird der Mensch er selbst. Er findet seine ursprüngliche Berufung als Person wieder, die nach dem Bild Gottes und ihm ähnlich geschaffen ist.
   Liebe Brüder und Schwestern, die erste Berufung des Heiligtums von Lourdes ist jene, ein Ort der Begegnung mit Gott im Gebet zu sein und ein Ort des Dienstes an den Brüdern, besonders durch die Aufnahme der Kranken, der Armen und all jener Menschen, die leiden. An diesem Ort kommt Maria zu uns als die Mutter, die immer für die Nöte ihrer Kinder da ist. Im Licht, das von ihrem Antlitz ausgeht, scheint das Erbarmen Gottes durch. Lassen wir uns von ihrem Blick berühren, der uns sagt, dass wir alle von Gott geliebt sind und er uns nie verlässt! Maria ruft uns hier in Erinnerung, dass das innige und demütige, vertrauensvolle und beständige Gebet einen zentralen Platz in unserem christlichen Leben haben soll. Das Gebet ist unerlässlich, um die Kraft Christ empfangen zu können.„Wer betet, vertut nicht seine Zeit, selbst wenn die Situation alle Anzeichen der Dringlichkeit besitzt und einzig zum Handeln zu treiben scheint” Enzyklika Deus caritas est, Nr.36. Sich ganz von den Aktivitäten in Anspruch nehmen lassen bringt die Gefahr mit sich, dass das Gebet seine spezifische christliche Bedeutung und seine wahre Wirksamkeit verliert. Das Rosenkranzgebet, das Bernadette und den Lourdes-Pilgern so teuer ist, enthält in sich die Tiefe der Botschaft des Evangeliums. Es führt uns zur Betrachtung des Antlitzes Christi hin. Aus diesem Gebet der Demütigen können wir reiche Gnaden schöpfen.
  Die Gegenwart der jungen Menschen in Lourdes ist eine weitere wichtige Tatsache. Liebe Freunde, die ihr heute morgen rund um das Weltjugendtagskreuz versammelt hier zugegen seid, als Maria den Besuch des Engels empfing, war sie eine Jugendliche von Nazaret, die das einfache und tapfere Leben der Frauen ihres Ortes führte. Und wenn sich der Blick Gottes in besonderer Weise auf sie richtete und er sein Vertrauen auf sie setzte, dann will Euch Maria damit erneut sagen, dass keiner von Euch Gott gleichgültig ist. Er richtet seinen liebenden Blick auf jeden von Euch und ruft Euch zu einem glücklichen und sinnerfüllten Leben. Lasst Euch von den Schwierigkeiten nicht entmutigen! Maria erschrak, als ihr der Engel verkündete, dass sie die Mutter des Erlösers werden sollte. Sie spürte, wie schwach sie angesichts der Allmacht Gottes war. Dennoch hat sie ohne zu zögern „Ja” gesagt. Und dank ihres „Ja” ist das Heil in diese Welt gekommen und hat die Geschichte der Menschheit verändert. Auch Ihr, liebe Jugendlichen, fürchtet Euch nicht, „Ja” zu sagen zum Ruf des Herrn, wenn er Euch einlädt, ihm nach- zufolgen. Antwortet großzügig dem Herrn! Er allein kann die tiefsten Sehnsüchte Eures Herzens stillen. Ihr kommt in großer Zahl nach Lourdes, um einen fürsorglichen und großherzigen Dienst an den Kranken oder an den übrigen Pilgern zu leisten und so Christus, dem Diener, nachzufolgen. Der Dienst an den Brüdern und Schwestern öffnet das Herz und macht einsatzbereit. In der Stille des Gebets sei Maria Eure Vertraute, sie, die es verstand, zu Bernadette in Achtung vor ihrer Person und voll Vertrauen ihr gegenüber zu sprechen. Maria helfe jenen, die zur Ehe berufen sind, die Schönheit einer wahren und tiefen Liebe zu erkennen, die als gegenseitiges und treues Geschenk gelebt wird! All jenen unter Euch, die er ruft, ihm in der Priester- oder Ordensberufung zu folgen, möchte ich sagen, welch großes Glück darin liegt, sein Leben ganz für den Dienst an Gott und den Menschen hinzugeben. Die Familien und die christlichen Gemein- schaften seien Orte, wo solide Berufungen zum Dienst an der Kirche und der Welt entstehen und aufblühen können!
   Die Botschaft Marias ist eine Botschaft der Hoffnung für alle Männer und Frauen unserer Zeit, aus welchem Land sie auch stammen mögen. Gern rufe ich Maria als Stern der Hoffnung an Enzyklika Spe salvi, Nr. 50. Auf den Wegen unseres Lebens, die so oft dunkel sind, ist sie das Licht der Hoffnung, das uns erleuchtet und uns auf unserm Pfad die Richtung weist. Durch ihr „Ja”, durch das großherzige Geschenk ihrer selbst hat sie Gott die Türen unserer Welt und unserer Geschichte geöffnet. Und sie lädt uns ein, wie sie in einer unerschütterlichen Hoffnung zu leben und nicht auf jene zu hören, die behaupten, wir seien Gefangene des Schicksals. Sie begleitet uns mit ihrer mütterlichen Gegenwart inmitten der Geschehnisse im Leben der einzelnen, der Familien und der Nationen. Glücklich die Männer und Frauen, die ihr Vertrauen auf den setzen, der, als er sein Leben für unser Heil hingab, uns seine Mutter schenkte, damit sie unsere Mutter sei!
   Liebe Brüder und Schwestern, hier auf dem Boden Frankreichs wird die Mutter des Herrn in unzähligen Wallfahrtsorten verehrt, die so den Glauben zeigen, der von Generation zu Generation weitergegeben wurde. Als die in den Himmel Aufgenommene ist sie die geliebte Patronin Eures Landes. Möge sie stets mit Eifer in allen Euren Familien, in Euren Ordensgemeinschaften und Pfarrgemeinden verehrt werden! Maria wache über alle Bewohner Eures schönen Landes und über die Pilger aus anderen Ländern, die zur Feier dieses Jubiläums gekommen sind! Sie möge für alle die Mutter sein, die ihren Kindern in den Freuden wie in den Prüfungen zur Seite steht! Heilige Maria, Mutter Gottes, unsere Mutter, lehre uns, mit dir glauben, hoffen und lieben. Zeige uns den Weg zum Reich deines Sohnes Jesus! Stern des Meeres, leuchte uns und führe uns auf unserem Weg! vgl. Enzyklika Spe salvi, Nr. 50. Amen.

Foto-Impressionen von Lourdes

LoP45x LoP44x

                         LoP42x

LoP36xx         

LoP39xx

LoP33x LoP18x

LoP16x LoP06x

LoP31x           

                     LoP11xx

LoP25xx LoP03x

LoP24xx

LoP13xx LoP12xx

LoP14x

LoP15xx

LoP23xx

Ansprache des Papstes zum Angelus-Gebet in Lourdes –

Liebe Pilger, liebe Brüder und Schwestern!
  Jeden Tag gibt uns das Gebet des Engel des Herrn die Möglichkeit, inmitten unserer Tätigkeiten einige Augenblicke über das Geheimnis der Menschwerdung des Sohnes Gottes nachzudenken. Zu Mittag, wenn wir schon die Mühe der ersten Stunden des Tages spüren, werden unsere Einsatzbereitschaft und unsere Großmut durch die Betrachtung des „Ja” Marias erneuert. Dieses klare und vorbehaltlose „Ja” wurzelt im Geheimnis der Freiheit Marias, einer vollkommenen und unversehrten Freiheit vor Gott, die dank des Vorrechts ihrer unbefleckten Empfängnis von jeder Verstrickung in die Sünde frei ist.
   Dieses der Jungfrau Maria gewährte Vorrecht, welches sie von unserer allgemeinen menschlichen Verfasstheit unterscheidet, entfernt sie nicht von uns, sondern bringt sie uns im Gegenteil näher. Während die Sünde trennt und uns voneinander entfernt, bringt ihre Reinheit Maria unseren Herzen unendlich nahe, indem sie jedem von uns ihre Aufmerksamkeit schenkt und unser wahres Glück wünscht. Ihr könnt es hier in Lourdes wie in allen Marienwallfahrtsorten beobachten, wie riesige Menschenmengen zu Marias Füßen zusammenströmen, um ihr das anzuvertrauen, was jeder im Innersten trägt und was ihm besonders am Herzen liegt. Das, was viele aus Verlegenheit und Scham manchmal sogar ihren Nächsten nicht anzuvertrauen wagen, bringen sie zu ihr, der Ganz Reinen, zu ihrem unbefleckten Herzen: mit Schlichtheit, ohne Getue, in Aufrichtigkeit. Gerade wegen ihrer Reinheit zögert der Mensch nicht, sich vor Maria in seiner Schwachheit zu zeigen, seine Fragen und Zweifel vorzubringen, seine Hoffnungen und geheimsten Wünsche auszusprechen. Die mütterliche Liebe der Jungfrau Maria entwaffnet jede Form von Stolz. Sie macht den Menschen fähig zu erkennen, wer er ist. Sie erweckt in ihm das Verlangen, sich zu bekehren, um Gott die Ehre zu geben.
   Maria zeigt uns so die rechte Weise, vor den Herrn hinzutreten. Sie lehrt uns, sich ihm in Auf- richtigkeit und Schlichtheit zu nähern. Dank ihrer entdecken wir, dass der christliche Glaube keine Last ist, sondern gleichsam Flügel verleiht, die uns erlauben, in höchste Höhen zu fliegen, um in den Armen des Herrn Zuflucht zu finden.
   Das Leben und der Glaube der Christen offenbaren, dass das Vorrecht der unbefleckten Empfängnis, das Maria verliehen wurde, nicht nur eine persönliche Gnade ist, sondern allen gilt, also eine Gnade ist, die dem gesamten Volk Gottes zuteil wird. In Maria kann die Kirche bereits das betrachten, was zu werden sie berufen ist. In ihr kann jeder Gläubige jetzt schon die endgültige Vollendung seiner per- sönlichen Berufung schauen. Möge jeder von uns unentwegt Dank sagen für das, was der Herr in seinem Heilsplan durch das Geheimnis Marias offenbaren wollte. In dieses Geheimnis sind wir auf ganz unmittel- bare Weise eingeschlossen, denn vom Kreuz herab, dessen wir gerade heute in Verehrung gedenken, wurde uns aus dem Mund Jesu selbst kundgetan, dass seine Mutter unsere Mutter ist. Als Söhne und Töchter Marias können wir aus den Gnadengaben, die ihr geschenkt worden sind, Gewinn ziehen, und die unvergleichliche Würde, die ihr das Vorrecht der unbefleckten Empfängnis verleiht, kommt auch uns, ihren Kindern, zu.
   Hier in der Nähe der Grotte und in besonderer Gemeinschaft mit allen Pilgern, die an den Marien- wallfahrtsorten zugegen sind, und mit all den Kranken an Leib und Seele, die Trost suchen, preisen wir den Herrn für die Gegenwart Marias inmitten seines Volkes und an sie richten wir gläubig unser Gebet: „Heilige Maria, die du dich hier vor hundertfünfzig Jahren der jungen Bernadette gezeigt hast, du bist wirklich ein „lebendiger Hoffnungsquell” Dante, Par., XXXIII, 12.
   Als vertrauensvolle Pilger, die von überall hierher gekommen sind, wollen wir noch einmal an der Quelle deines unbefleckten Herzens Glauben und Trost, Freude und Liebe, Sicherheit und Frieden schöpfen: Monstra te esse Matrem! Erweise dich als Mutter aller, o Maria! Und schenke uns Christus, die Hoffnung der Welt! Amen. 
rv080914mc

Benedikt beendet Besuch. Messe mit Kranken in Lourdes / Unauflöslichkeit der Ehe

   Papst Benedikt XVI. hat vor seiner Rückreise nach Rom im Marienwallfahrtsort Lourdes eine Messe mit Kranken gefeiert. Krankheit, so predigte Benedikt, mindere niemals die Würde des Menschen; ein längeres physisches Leiden führe um so intensiver zum wahren, tiefen Sinn des Lebens als Geschenk Gottes. Mit Blick auf seine Begegnung am Freitagabend mit Vertretern der Kultur sagte der Papst vor seinem Abflug in Tarbes, die „Kultur und ihre Interpreten sind nach meiner Ansicht der bevorzugte Pfad im Dialog zwischen Glauben und Vernunft, Gott und dem Menschen”. In seinen Reden am Freitag und Samstag in Paris hatte der Papst diesen Dialog auch auf eine engere Zusammenarbeit und bessere Übereinstimmung zwischen Staat und Kirche in den pluralistischen Gesellschaften Europas ausgedehnt. Seinen besonderen Dank sprach Benedikt den französischen Katholiken für ihren „starken und entschiedenen Glauben” aus. Durch die Begegnung mit ihnen fühle er sich selbst gestärkt. Besonders seien „die Begeisterung und die Zuneigung der jungen Leute eine Ermutigung” für ihn, sagte er. Die religiösen Feiern in Lourdes hätten ihn in seiner Überzeugung bestärkt, „dass die Zeiten reif sind für eine Rückkehr zu Gott”.
   Benedikt schärfte den Bischöfen die Lehre von der Unauflöslichkeit der Ehe ein. Das bedeute, so der Papst, dass Geschiedene nicht ein zweites Mal den kirchlichen Segen der Eheschließung noch die volle Gemeinschaft der Kommunion erhalten könnten. Dennoch werde, so Benedikt, „die Kirche mit der größten Zuneigung jene Männer und Frauen umfangen, welche die sakramentale Unauflöslichkeit nicht aufrechterhalten können”.
FAZ080916hjf

LoP30xx

LoP18x LoP17xx

Lesen Sie mehr über Lourdes. Der Bischof von Lourdes erklärt die Wallfahrtsstätte > Lourdes I
aktueller Fotobericht über die Reise des Papstes nach Paris > Papst

[kbwn] [Blindenwerk] [Reisen Fahrten] [Hörbücher] [Heilung] [HiTech] [Kirche] [Glaube & Leben] [Himmel & Erde] [Santiago de Compostela] [Lourdes] [Lourdes I] [Fatima] [Fatima-Erscheinungen] [Fatima-Geheimnis] [Fatima-prophetisch] [Guadalupe] [Zeitun, Kairo] [Rosenkranz] [Zeichen am Himmel] [Wunder & Zeichen] [Heilige - ?] [Kardinal von Galen] [Priester] [Ordensschwestern] [sterben in Würde] [Kultur des Todes] [Reliquien] [Engel] [Dialog der Religionen] [Recht] [Alterssicherung] [Galerie]