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Rente & Steuer

Sie lesen auf dieser Seite:
1. neue Steuergesetze
2. Wie viel Steuern zahlen Rentner?
3. Arbeiten im Alter - Lohnt sich Zuverdienst für Rentner?
4.  Auch wer gesetzliche Alterseinkünfte bezieht, kann zur Steuerpflicht herangezogen werden
5. Finanzämter prüfen Ruheständler / Steuerpflicht hängt von Rentenhöhe und -beginn ab
6. Frührentner dürfen mehr dazuverdienen
7. Änderungen auch für Frührentner - Minijobs: Ab 2013 gilt die 450-Euro-Grenze
8. Ruheständler dürfen Finanzamt nicht vergessen. Steuerpflicht hängt vom Jahr des Rentenbeginns ab
9. Experten in Sachen Rente
10. Auch Rentner können manchen Euro sparen, wenn sie die Steuerregeln nutzen
11. Steuerrückzahlung für Rentner
12. Krankenkassen erheben in bestimmten Konstellationen zu viel Beitrag - Erstattung möglich
13. Bund der Steuerzahler gibt Rentnern Antworten auf die wichtigsten Fragen
14. Rentner sind meist zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet, bleiben aber oft steuerfrei
15. Günstigerprüfung kann sich in der Steuererklärung lohnen. Vier Experten beantworteten Fragen
16. Steuerratgeber hilft Rentnern bei Steuererklärung
17.  Rentnern bieten sich viele Möglichkeiten, ihre Steuerschuld zu reduzieren
18. Zinsen für Rentner oft steuerfrei
19. Bestimmte Renten nicht steuerpflichtig
20. Experten-Rat: Wie man die Steuerlast senken kann
21. Steuererentlastung sollte für zusätzliches Alterseinkommen genutzt werden
22. Informationen: Hilfe im Internet
23. Tipps für die Rente
24. Neues Steuergesetz kann auch gutsituierte Rentner in Finanzklemme bringen
25. Versorgungsausgleich: Scheiden tut jetzt auch Rentnern weh
26. Doppelte Steuer nach Geldgeschenk
27. Steuern sollen direkt von Rente abgezogen werden

neue Steuergesetze

Renten-Steuer:
  Arbeitnehmer können etwas mehr von den gesetzlichen Rentenbeiträgen steuerlich absetzen - statt bisher 48 Prozent des Arbeitnehmeranteils nun 52 Prozent. Die Beträge sind in den Vorsorgepauschalen nach Angaben des Neuen Verbandes der Lohnsteuerhilfevereine (NVL) bei der Lohnsteuerberechnung schon eingearbeitet.
NOZ121228

Übungsleiterpauschale:
  
Nebenberufliche Tätigkeiten wie die Arbeit als Trainer, Ausbilder oder Betreuer sollen künftig stärker begünstigt werden. Die steuerfreie Übungsleiterpauschale steigt von derzeit 2.100 auf 2.400 Euro. Zudem soll auch die sogenannte „Ehrenamtspauschale" um 220 auf 720 Euro steigen. NOZ121228

Minijobber:
   Die Verdienstobergrenze für Minijobber steigt um 50 auf 450 Euro. Wer eine solch geringfügig entlohnte Be- schäftigung 2013 erstmals annimmt, muss Beiträge zur Rentenversicherung abführen. Betroffene können sich aber auf Antrag von der Versicherungspflicht befreien lassen. Die höhere Minijob-Grenze kommt auch Frührentnern zugute: Sie dürfen dann bis zu 450 Euro im Monat hinzuverdienen, ohne dass dies rentenmindernd angerechnet wird. Studierende haben nichts von der neuen Verdienstgrenze. Zumindest dann nicht, wenn sie BAföG beziehen. Beim BAföG bleibt es bei der Zuverdienstgrenze von 400 Euro im Monat. NOZ121228

re-gRente2z   Wie viel Steuern zahlen Rentner?

Die Berechnung ist kompliziert. Je nach Zeitpunkt des Renteneintritts gibt es unterschiedliche Freibeträge.
Auch die Ausgaben für Medikamente, Arztbesuche und Brillen unbedingt in der Steuererklärung mit aufführen,
so lässt sich die Steuer drücken, wenn eine bestimmte Grenze der zumutbaren Belastung überschritten wird.

  Bereits seit Ende 2009 nimmt das Finanzamt Rentner stärker ins Visier. Viele glauben, nichts mehr mit dem Fiskus zu tun zu haben. Doch das kann sich als trügerisch erweisen. Denn die Höhe der Rente, auch von privaten Ver- sicherungen, wird seit diesem Zeitpunkt an die Finanzämter gemeldet. Diese prüfen rückwirkend ab 2005, ob nicht doch Steuern zu zahlen sind.
   Die Besteuerung der Rentner ist eine kompliziertes Kapitel. Denn je nach Zeitpunkt des Renteneintritts gibt es unterschiedliche Freibeträge. Jeder Rentnerjahrgang muss deshalb separat rechnen. 2005 wurde die Besteuerung der Alterseinkünfte neu geregelt. Vorher war die Steuerpflicht von Rentnern so unwahrscheinlich, dass sie ver- nachlässigt werden konnte. Jetzt gilt: Je nach Rentenbeginn ist von der gesetzlichen Rente unterschiedlich viel steuerfrei. Höchstens 50 Prozent sind es für jene, die bis Ende 2005 in Rente gegangen sind. Wer im Jahr 2010 in den Ruhestand ging, muss 60 Prozent seiner gesetzlichen Brutto-Rente versteuern. Für neu hinzukommende Rentnerjahrgänge steigt der Steueranteil von Jahr zu Jahr.
   Auf der Basis dieses Prozentsatzes wird ein steuerfreier Betrag festgeschrieben, der bis zum Lebensende gilt. Bei 1.200 Euro Rente ab 2010 sind es also 480 Euro. Alle späteren Rentenerhöhungen werden so voll steuer- pflichtig. Damit erhöht sich im Laufe der Zeit der steuerpflichtige Anteil der Rente. Auch wer jetzt noch keine Einkommensteuererklärung abgeben muss, kann also im Laufe der Zeit in die Steuerpflicht hineinwachsen.
  Wer  ist  als  Rentner  steuerpflichtig?  Wurde die erste Rente 2010 gezahlt, fallen bei einer Bruttorente bis 1.353 Euro monatlich keine Steuern an. Bei Ehepaaren sind 2.706 Euro steuerfrei. Das Problem: Für jeden Renten- jahrgang fallen die Zahlen anders aus. „Mit zusätzlichen Miet-, Zins- oder Dividendeneinkünften gilt aber eine solche Faustformel nicht mehr", sagt Stephanie Zipp von „Finanztest" der Stiftung Warentest. Ein genauerer Maß- stab ist deshalb das steuerliche Existenzminimum. Bleiben nach Abzug aller Pauschalen, Freibeträge und Ausga- ben im Jahr nicht mehr als 8.004 Euro (Ehepaare 16.008 Euro), besteht keine Steuerpflicht.
Renten aus einer Direktversicherung sind nur zu 18 Prozent steuerpflichtig
   ‘Viele Rentner haben gute Chancen, diese Grenzen zu unterschreiten, wenn alle Steuersparmöglichkeiten aus- geschöpft werden. So sind Beamtenpensionen oder lohnsteuerpflichtige Pensionen aus Direktzusagen oder Unter- stützungskassen durch den Versorgungsfreibetrag und einen Zuschlag zum Teil steuerfrei. Allerdings fällt dieser Betrag von Jahrgang zu Jahrgang unterschiedlich aus.
   „Einkünfte wie Mieten oder Bruttolöhne können um den Altersentlastungsbetrag gemindert werden", sagt Uwe Rauhöft vom Neuen Verband der Lohnsteuerhilfevereine. Für Renten und Pensionen kann er nicht in Anspruch ge- nommen werden. Ausnahmen sind wiederum die Riesterrente oder eine Direktversicherung.
   Renten aus privaten Versicherungen oder einer Direktversicherung sind nur zu 18 Prozent steuerpflichtig, sofern das Alter bei Rentenbeginn 65 war. Wer schon mit 63 Jahren in den Ruhestand gegangen ist, muss 20 Prozent dieser Einkünfte versteuern. Das gilt aber nicht für die Riesterrente, die voll steuerpflichtig ist.
  Von Renten und Pensionen gehen jeweils 102 Euro für Werbungskosten oder höhere nachgewiesene Kosten ab. Außerdem gibt es eine Sonderausgabenpauschale von 36 Euro pro Person. „Die Pauschbeträge können ohne Nachweis angesetzt werden", sagt Rauhöft. Liegen die tatsächlichen Aufwendungen höher, werden diese in die Steuererklärung eingetragen.
Abzugsfähig sind auch Beiträge für eine Unfallversicherung
   Abzugsfähig sind auch Versicherungsbeiträge wie Kranken- und Pflegeversicherung oder eine Unfall- oder Haft- pflichtversicherung. „Aber keine Sachversicherungen wie Hausratversicherungen", schränkt Rauhöft ein. Die ent- sprechenden Ausgaben für Versicherungen sollten unbedingt in die Steuererklärung eingetragen werden. Inwie- weit sie berücksichtigt werden, ermittelt das Finanzamt. HA110709SteffenPreisler
Tipps zur Rentensteuer
  
Frist: Anders als beim Lohn von Arbeitnehmern wird von Rente nicht automatisch eine Steuer einbehalten. Rent- ner müssen selbst klären, ob sie zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet sind. Für 2011 lief die Frist am 31. Mai 2012 ab. Das ist aber kein Problem. Es kann formlos eine Verlängerung beantragt werden. Wer sich professio- neller Hilfe von Beratern bedient, hat bis Ende des Jahres für die Abgabe einer Einkommensteuererklärung Zeit.
Kapitaleinkünfte:
Seit Einführung der Abgeltungssteuer müssen Kapitaleinkünfte wie Zinsen nicht mehr in der Steuererklärung angegeben werden. Rentner sollten es aber dennoch tun, weil sie häufig einen niedrigen Steuer- satz haben. Nur so können sie den Altersentlastungsbetrag auch für Kapitaleinkünfte nutzen. Dazu muss eine „Günstigerprüfung" beantragt werden. Geschieht dies nicht, berücksichtigt das Finanzamt den Altersentlastungs- betrag bei Kapitalerträgen nicht mehr. HA110709SteffenPreisler

Der Fiskus nimmt sich die Rentner vor
Auch wer gesetzliche Alterseinkünfte bezieht, kann zur Steuerpflicht herangezogen werden

   In diesem Jahr werden viele Rentner Post vom Finanzamt bekommen. Die Finanzbehörden arbeiten seit Jahren die Rentenbezugsmitteilungen der gesetzlichen und privaten Rentenversicherer durch. Ab 2012 widmen sie sich jenen Rentnern, die sich bisher überhaupt nicht gerührt haben. Manche von ihnen sind durch das Alterseinkünfte- gesetz von 2005 steuerpflichtig geworden.
   Im Einzelfall kann der Brief vom Finanzamt zu beträchtlichen Nachforderungen führen. Das Landesamt für Steuern und Finanzen in Sachsen will in einem ersten Schub am 04. Januar 335 Anschreiben auf die Post geben. „Das sind alles Fälle, wo der Abgleich der Daten mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Steuerpflicht ergeben hat", erklärte eine Sprecherin gegenüber der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung. Eine genauere Auswertung werde zu weiteren Aufforderungen führen.
    In Schleswig-Holstein ergab eine erste Übersicht, dass 60 Prozent der Rentenfälle keiner Steuernummer zuzu- ordnen seien. Diese Diskrepanz werde abgearbeitet, so ein Sprecher. Man vermute überwiegend technische Grün- de. „Alleinstehende, krankenversicherungspflichtige Rentner, die keine weiteren Einkünfte beziehen, müssen bei einer Jahresrente von rund 19.000 Euro regelmäßig keine Steuern zahlen - wenn sie 2005 in Rente gegangen sind oder bereits Altersbezüge bezogen haben. Bei Verheirateten verdoppelt sich die Summe auf 38.000 Euro", heißt es vom Bundesfinanzministerium.
   Im Jahr 2005 wurde die Besteuerung gesetzlicher Renten neu geordnet. Bis dahin wurde nur der Ertragsanteil der Rente, also die Verzinsung der Beiträge, besteuert, „also etwa 27 bis 31 Prozent", wie Wechmann erläuterte. Der Gesetzgeber entschied sich, von der vorgelagerten Besteuerung zur nachgelagerten Besteuerung überzu- gehen. Vorsorgeleistungen im aktiven Berufsleben werden Schritt für Schritt bis zum Jahr 2025 umfassend von der Steuer befreit. Die Rente wird im Gegenzug bis zum Jahr 2040 voll steuerpflichtig. Für Rentner, die bis zum Jahr 2005 ihre Rente angetreten haben, wird 50 Prozent der gesetzlichen Rente einer Besteuerung unterzogen. Der Anteil steigt für Neurentner ab 2006 in den ersten zehn Jahren jeweils um zwei Prozentpunkte, danach steigt er jährlich nur noch um ein Prozent. Arbeitnehmer, die 2012 ihre Rente antreten, müssen also 64 Prozent ihrer Renteneinnahmen versteuern.
   „Für den Steuerpflichtigen ist das ein Nullsummenspiel", betonte eine Sprecherin des Bundesfinanzministeriums. In gewissem Sinne hat er sogar Vorteile. Er wird in seiner aktiven Berufsphase, wo er einem hohen Steuersatz unterliegt, steuerlich entlastet und dafür später zu einem niedrigeren Steuersatz herangezogen.
   Statistisch ist die Altersbesteuerung ein dunkles Feld. Die frischeste Daten stammen aus dem Jahr 2007. In diesem Jahr zahlten 2,66 Millionen Rentner Steuern. Die Einkommensteuer dieser Gruppe nahm nach Zahlen des Finanzministeriums von 2004 bis 2007 um 6,5 Milliarden Euro oder 51 Prozent rapide zu. Allerdings ist das im Kern auf höhere Vermögenseinkünfte zurückzuführen und entfällt nur zum geringen Anteil auf Steuerpflichtige mit aus- schließlichen oder überwiegenden Renteneinkünften (plus 300 Millionen Euro). Die durchschnittliche Einkommen- steuer für Steuerpflichtige mit überwiegend Renteneinkünften wuchs in dieser Zeit von 38 auf 180 Euro pro Monat. HAZ120103 MichaelMGrüter

Ab wann ein Rentner Steuern zahlt
Die Summe hängt vom Rentenbeginn ab. Abzugsfähig sind ferner Beiträge für Unfall- und Hausratversicherung

Elke und Günter Johanning aus Reinbek.
Für Rentner kann die Rente zu einem Problem werden, da Erhöhungen steuerpflichtig sind

   Viele Rentner bekommen inzwischen „blaue Briefe" vom Finanzamt. Darin werden sie aufgefordert, zum Teil für mehrere Jahre rückwirkend Steuer­erklärungen abzugeben. Dabei denken noch viele Rentner, dass sie mit dem Finanzamt nichts mehr zu tun haben. Doch das ist schon seit 2005 anders.
   Zu diesem Zeitpunkt wurde die Besteuerung der Alterseinkünfte neu geregelt. Zwar war auch vorher ein Teil der Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung steuerpflichtig. Doch sie wurden nur mit dem Ertragsanteil besteuert, der je nach Renteneintrittsalter zwischen 27 und 32 Prozent der Rente lag. Wegen dieser niedrigen Werte blieben die meisten Rentner von Steuerzahlungen verschont.
   Jetzt gilt: Je nach Rentenbeginn bleibt von der gesetzlichen Rente ein bestimmter Teil steuerfrei. „Je später das Jahr des Rentenbeginns, desto kleiner wird dieser Anteil", sagt Uwe Rauhöft vom Neuen Verband der Lohnsteuerhilfevereine. Höchstens 50 Prozent sind es für jene, die bis Ende 2005 in Rente gegangen sind. Wer erst im vergangenen Jahr Rentner geworden ist, für den sind nur noch 34 Prozent seiner Bruttorente steuerfrei. Für neu hinzukommende Rentnerjahrgänge sinkt der Anteil von Jahr zu Jahr. 2014 bleiben 32 Prozent der Rente steuerfrei. Personen, die im Jahr 2040 in den Ruhestand gehen, müssen ihre Rente voll versteuern
Richtwerte dienen Orientierung, falls gesetzliche Rente einzige Einkünfte sind
  
Der je nach Rentenbeginn festgeschriebene Satz verleitet zu der Annahme, auch in den Folgejahren wäre dieser Prozentsatz der Rente steuerfrei. Doch die tatsächliche Berechnung ist etwas komplizierter. „Der Prozentsatz wird auf die Jahresrente angewendet, die im Jahr nach Rentenbeginn erzielt wird", sagt Rauhöft. Ausschlaggebend ist immer die Bruttorente vor Abzug der Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge.
   Dazu ein Beispiel: Die Ludwigs sind seit 2012 Rentner. Die Bruttorente des Ehemannes betrug im vergangenen Jahr 16.000 Euro. Davon sind 5.760 Euro (36 Prozent) steuerfrei. Das ist der persönliche Rentenfreibetrag, der bis zum Tod gilt. Auch seine Frau, die ebenfalls 2012 das Rentenalter erreicht hat, muss so rechnen. Ihre Bruttorente lag 2013 bei 7800 Euro. Ihr lebenslanger Rentenfreibetrag ist 2.808 Euro.
   Geht man davon aus, dass die Ludwigs zusammen für die Steuer veranlagt werden, hatten sie 2013 Rentenbezüge in Höhe von 23.800 Euro (16.000 + 7800 Euro). Davon wird der persönliche Rentenfreibetrag von zusammen 8.568 Euro (5.760 + 2.808 Euro) abgezogen. Es verbleiben 15.232 Euro, und die Ludwigs können sich entspannt zurücklehnen. Denn für 2013 liegt der steuerliche Grundfreibetrag, der das Existenzminimum sichern soll, bei 8130 Euro. Bis zu dieser Höhe fallen überhaupt keine Steuern an. Ehepaare können den Betrag verdoppeln und müssen sich folg­lich bis 16.260 Euro überhaupt keine Gedanken über eine Steuererklärung machen. Weitere Abzugsmöglichkeiten wie die Beiträge zur Kranken- und Pfle­geversicherung und eine Werbungskostenpauschale von 102 Euro pro Person, die das Ehepaar noch hat, müssen also noch nicht einmal berücksichtigt werden.
   Dennoch kann die Steuer für viele Rentner im Laufe der Zeit zu einem Problem werden. Denn Rentenerhöhungen werden stets in vollem Umfang steuerpflichtig. Auch wer jetzt noch kei­ne Einkommenssteuererklärung abgeben muss, kann im Laufe der Zeit in die Steuerpflicht hineinwachsen. Außerdem beziehen viele Senioren nicht nur ihre gesetzliche Rente. Betriebsrenten, Pensionen, private Rentenversicherungen, Mieteinnahmen oder Zinsen erhöhen, Mieteinnahmen oder Zinsen erhöhen die Einkünfte im Alter und können schnell zu einer Steuerpflicht führen. Außerdem hat die Finanzverwaltung einen immer besseren Überblick über die Einkünfte der Rentner. „Daraus erklärt sich auch, dass die Rentner von den Finanzämtern angeschrieben werden", sagt Rauhöft. Außerdem funktioniert das Kontrollsystem erst seit 2012 besser. Die Rententräger müssen dem Bundeszentralamt für Steuern ihre Rentenzahlungen melden.
   Wer ist als Rentner nun aber steuerpflichtig? „Es gibt Richtwerte, an denen man sich orientieren kann, wenn keine weiteren Einkünfte außer der gesetzlichen Rente bestehen", sagt Experte Rauhöft. So bleibt etwa eine Jahresrente bis 14.830 Euro steuerfrei, wenn der Rentenbeginn 2013 war. Ehepaare können den Betrag verdoppeln. Wurde die erste Rente bereits 2007 gezahlt, fallen bei einer Bruttojahresrente bis circa 17.500 Euro keine Steuern an (siehe Tabelle unten). Das Problem: Für jeden Rentenjahrgang fallen die Zahlen anders aus. „Mit zusätzlichen Miet-, Zins­oder Dividendeneinkünften gilt auch eine solche Faustformel nicht mehr", sagt Rauhöft.
   Viele Rentner müssen deshalb alle Steuersparmöglichkeiten ausschöpfen. Das ist besonders wichtig, wenn sie zur gesetzlichen Rente weitere Einkünfte haben. So sind Beamtenpensionen oder lohnsteuerpflichtige Pensionen aus Direktzusagen oder Unterstützungskas­sen durch den Versorgungsfreibetrag und einen Zuschlag zum Teil steuerfrei. Allerdings fällt dieser Betrag von Jahrgang zu Jahrgang unterschiedlich aus, je nachdem, in welches Jahr der Pensionsbeginn fällt. Wer 2013 erstmals Pension bezogen hat, erhält 27,2 Prozent (maximal 2040 Euro) Versorgungsfreibetrag und 612 Euro Zuschlag. Den einmal ermittelten Versorgungsfreibetrag gewährt das Finanzamt auch in den Fol­gejahren bis zum Tod.
   „Einkünfte wie Zinsen, Mieten oder Bruttolöhne können um den Altersentlastungsbetrag gemindert werden", sagt Rauhöft. Für Renten und Pensionen kann er nicht in Anspruch genommen werden. Die Höhe des Altersentlastungsbetrages hängt davon ab, wann das 64. Lebensjahr vollendet wurde. 2012 wurden die Ludwigs 65 Jahre alt. Daraus ergibt sich für sie ein Altersentlastungsbetrag von maximal 1368 Euro.
   Renten aus privaten Versicherungen oder einer Direktversicherung sind nur zu 18 Prozent steuerpflichtig, sofern das Alter bei Rentenbeginn 65 war. Wer schon mit 63 Jahren in den Ruhestand gegangen ist, muss 20 Prozent dieser Einkünfte versteuern.
   Von Renten und Pensionen gehen jeweils 102 Euro für Werbungskosten oder höhere nachgewiesene Kosten ab. Außerdem gibt es eine Sonderausga­benpauschale von 36 Euro pro Person. „Die Pauschbeträge können ohne Nachweis angesetzt werden", sagt Rauhöft. Liegen die tatsächlichen Aufwendungen höher, werden diese in die Steuererklärung eingetragen. „Werbungskosten im Zusammenhang mit der Rente entstehen, wenn ein Rentenberater konsultiert wird oder ein Rechtsstreit mit der Rentenversicherung geführt wird" erläutert Uwe Rauhöft. Auch Gewerkschaftsbeiträge zählen zu den Werbungskosten. Spenden oder Kirchensteuern sind Sonderausgaben und mindern das zu versteuernde Einkommen ebenfalls.
   Abzugsfähig sind ebenfalls Versicherungsbeiträge wie Kranken- und Pflegeversicherung oder eine Unfall­ oder Haftpflichtversicherung. Die entsprechenden Ausgaben für Versicherungen sollten unbedingt in die Steuererklärung eingetragen werden. Inwieweit diese dann auch berücksichtigt werden, ermittelt das Finanzamt.
Die Ausgaben für Brillen zählen zu außergewöhnlichen Belastungen
   Mit Belegen für Medikamente, Arztbesuche und Brillen lässt sich die Steuer außerdem drücken, wenn eine bestimmte Grenze der zumutbaren Belastung überschritten wird. Diese Grenze liegt bei Verheirateten mit Einkünften bis zu 15.340 Euro bei vier Prozent (Alleinstehende fünf Prozent), bei höheren Einkünften bei fünf Prozent (Alleinstehende sechs Prozent). Diese Ausgaben zählen zu den außergewöhnlichen Belastungen.
   Ältere Menschen benötigen häufig Hilfe in ihrem Haushalt. Die versicherungspflichtige Beschäftigung einer Haushaltshilfe mit mehr als 450 Euro Monatslohn wird ebenso steuerlich gefördert wie haushaltsnahe Dienstleistungen. Bei Letzteren werden 20 Prozent der Arbeitskosten von bis zu 20.000 Euro, also maximal 4.000 Euro, direkt von der Steuerschuld abgezogen. Es gibt demnach viele Möglichkeiten, auch als Rentner, die Steuerschuld zu drücken. Allerdings ist die Rentenbesteuerung deutlich komplizierter als etwa die Steuererklärung für einen Arbeitnehmer. Hilfestellung gibt es deshalb bei Lohnsteuerhilfevereinen oder einem Steuerberater. Zumindest einmal sollte fachmännisch geklärt werden, ob eine Steuerpflicht besteht. HAZ140125SteffenPreissler

re-Freibeträge-Z

LohnsteuerHilfe Hamburg, Langenhorner Markt 11, 22415 Hamburg,
Telefon: 040/533 24 64, eMail: info@lohi-hamburg.de,
www.lohi-hamburg.de

Buchtipp
Die Stiftung Warentest
informiert ausführlich über das Thema in einem Ratgeber. Nach einer Einführung wird Schritt für Schritt erklärt, wie die einzelnen Steuerformulare auszufüllen sind. Dazu gibt es viele nützliche Tipps sowie Musterformulare und Tabellen. „Stiftung Warentest, Steuererklärung 2013, 2014 für Rentner und Pensionäre", 207 Seiten, 14,90 Euro, (stp) 

Wenn auch Rentner ran müssen ...
Finanzämter prüfen Ruheständler / Steuerpflicht hängt von Rentenhöhe und -beginn ab

   Die Finanzverwaltung von Nordrhein-Westfalen hat bereits begonnen, Rentenbezugsmitteilungen auszuwerten. Rentner werden rückwirkend zur Abgabe von Steuererklärungen aufgefordert, wenn das Finanzamt mit einer Steuernachzahlung rechnet. Die Finanzverwaltung in anderen Bundesländern wird Schritt für Schritt nachziehen. Für viele Rentner stellt sich deshalb die Frage, ob sie eine Steuererklärung beim Finanzamt abgeben müssen. Der Neue Verband der Lohnsteuerhilfevereine (NVL) in Berlin hilft bei der Antwort.
   Seit 2005 ist die Besteuerung der Renten aus gesetzlichen Versicherungen wie Alters-, Erwerbsunfähigkeits- oder Hinterbliebenenrente neu geregelt. Der steuerpflichtige Rentenanteil mit Rentenbeginn bis 2005 beträgt 50 Prozent der Bruttorente. Für jeden neu hinzukommenden Rentenjahrgang steigt dieser Prozentsatz bis 2020 jährlich um 2 Prozent, danach um ein Prozent. Folglich muss beispielsweise ein Rentner, der ab Januar 2012 eine Altersrente bezieht, 64 Prozent seiner Bruttorente versteuern. Ab dem Jahr 2040 sind die Neurenten dann zu 100 Prozent steuerpflichtig.
   Der einmal festgelegte Besteuerungsanteil gilt für die gesamte Laufzeit der Rente. Nach aktueller Gesetzeslage bedeutet dies für einen Rentner, der ab Januar 2012 eine gesetzliche Rente bezieht, dass er oder sie auch in zehn Jahren 64 Prozent der anfänglich gezahlten Bruttorente versteuern muss. Der steuerfreie Anteil bleibt also in Euro konstant. Dies bedeutet jedoch, dass eine Rentenerhöhung immer zu 100 Prozent steuerpflichtig ist. Durch die jährliche Erhöhung des steuerpflichtigen Rentenanteils und durch Rentenerhöhungen sind immer mehr Rentner zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet.
   Wer neben der gesetzlichen Rente keine weiteren Einnahmen erzielt, kann sich an der Tabelle des NVL orien- tieren. Liegt die Jahresbruttorente 2011 unter dem angegebenen Wert, bleibt die Rente steuerfrei und es muss keine Einkommensteuererklärung abgegeben werden. Für Ehepaare gilt der doppelte Betrag. Hat ein Rentner beispielsweise 2007 das erste Mal eine gesetzliche Rente bezogen und im Jahr 2011 eine Bruttorente von 18.000 Euro erhalten, besteht eine Abgabepflicht.
                                                                   STEUERPFLICHT
                                                      
Rentenbeginn      Jahresbruttorente
                                                              2005                    19.100 Euro
                                                              2006                    18.300 Euro
                                                              2007                    17.700 Euro
                                                              2008                    17.400 Euro
                                                              2009                    16.900 Euro
                                                              2010                    16.300 Euro
                                                              2011                    15.700 Euro
   Liegt die Jahresbruttorente unter dem angegebenen Wert, bleibt die Rente steuerfrei, und es muss keine Ein- kommensteuererklärung abgegeben werden. Vorausgesetzt, es liegen keine weitere Einkünfte vor. Quelle:NVL
   Doch auch für Rentner, die unter den angegebenen Werten bleiben, kann sich die Abgabe einer Einkommen- steuererklärung lohnen. Hierzu sollte geprüft werden, ob auf Spareinlagen Abgeltungsteuer von der Bank abge- führt wurde. Auf der von der Bank ausgestellten „Steuerbescheinigung" ist die Höhe der einbehaltenen Steuer ersichtlich. Durch die Abgabe einer Einkommensteuererklärung kann diese Steuer teilweise oder in voller Höhe vom Finanzamt zurückerstattet werden.
   Ist die Jahresbruttorente höher, der Ehepartner noch berufstätig oder liegen andere Einkünfte, zum Beispiel aus Vermietung oder Verpachtung vor, muss in jedem Fall eine Steuererklärung beim Finanzamt eingereicht werden. Der NVL empfiehlt daher diesen Rentnern, eine Einkommensteuererklärung abzugeben. Bei Nichtabgabe kann das Finanzamt auch die Besteuerungsgrundlage schätzen und auf die festgesetzte Steuer einen Verspätungszuschlag fordern. HAZ120220

Frührentner dürfen mehr dazuverdienen     po-UrsulaVdLeyen-z

Ursula von der Leyen  Foto plant Reformpaket: Auch Selbstständige müssen einzahlen

   Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) plant, Selbstständige per Gesetz zur Altersvorsorge zu ver- pflichten, um Altersarmut zu verhindern. Wer jünger als 30 Jahre ist und sich selbstständig macht, muss ab Mitte 2013 regelmäßig gegenüber der gesetzlichen Rentenversicherung eine Basisabsicherung fürs Alter nachweisen. Für 30- bis 50-Jährige gelten abgeschwächte Übergangsregeln; über 50-Jährige bleiben von der Neuregelung ver- schont. Die Versicherungspflicht ist Teil des Rentenreformpakets, das zur Abstimmung an die anderen Ressorts verschickt wird. Es sieht außerdem neue Hinzuverdienstregeln für Frührentner und eine Zuschussrente für Gering- verdiener vor. Selbstständige: Laut einem Eckpunktepapier des Ministeriums, das der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung vorliegt, soll die neue Vorsorgepflicht verhindern, dass immer mehr Selbstständige, also Kleinunternehmer ohne Beschäftigte, im Alter auf staatliche Unterstützung angewiesen sind. Die verpflichtende Basisabsicherung soll ein Alterseinkommen „etwas oberhalb des Grundsicherungsniveaus" garantieren. Das Ministerium schätzt den fälli- gen Monatsbeitrag auf 250 bis 300 Euro; hinzu käme ein Beitrag von rund 100 Euro zur Absicherung gegen Erwerbsminderung im Krankheitsfall. Die Verpflichtung gilt nicht für Freiberufler wie Ärzte und Anwälte mit eigenen Versorgungssystemen.
Kombirente: Von der geplanten Kombirente profitieren Frührentner, die noch arbeiten wollen. Bislang dürfen sie maximal 400 Euro im Monat verdienen; jeder zusätzliche Euro mindert die Rente. Künftig gilt als Obergrenze das höchste  Gehalt  in den zurückliegenden 15 Beschäftigungsjahren. Der Bezieher einer Rente von 1.011 Euro, der früher ein Gehalt von 2.555 Euro bekam, darf also 1.544 Euro dazuverdienen. Voraussetzung ist, dass er 63 Jahre alt ist und mindestens 35 Jahre rentenversichert war.
Zuschussrente: Die Zuschussrente soll verhindern, dass Geringverdiener trotz jahrzehntelanger Beitragszahlung im Alter nur eine Grundsicherung auf Hartz-IV-Niveau bekommen. Niedrigrenten sollen künftig auf bis zu 850 Euro im Monat aufgestockt werden. Bezüge aus einer zusätzlichen Altersvorsorge werden nicht eingerechnet. Voraus- setzung für einen Anspruch auf Zuschussrente sind allerdings 40 Versicherungsjahre und 30 Beitragsjahre. Ab dem Jahr 2019 muss zusätzlich eine private Altersvorsorge von mindestens fünf Jahren nachgewiesen werden.
   Nach Schätzungen des Ministeriums hätten im nächsten Jahr 52.000 Rentner Anspruch auf eine Zuschussrente; 2030 wären es bereits 1,4 Millionen. Im ersten Jahr betragen die Kosten 90 Millionen Euro; 2013 bereits 3,4 Milliarden Euro. Die Reformen müssen weitgehend von den Beitragzahlern bezahlt werden. HAZ120321GabiStief

Minijobber dürfen 50 Euro mehr verdienen
   Minijobber dürfen ab 2013 50 Euro mehr abgabenfrei verdienen. Die vom Bundestag beschlossene Anhebung der sogenannten Geringfügigkeitsgrenze auf 450 Euro ist allerdings mit Änderungen bei der Versicherungspflicht verbunden, wie die Minijobzentrale erläutert. Künftig sind Minijobber automatisch rentenversichert, sofern sie nicht eine Befreiung beantragen. Nach derzeit geltendem Recht ist es genau umgekehrt: Geringfügig Beschäftigte zahlen keine eigenen Beiträge, können den Arbeitgeberbeitrag aber freiwillig aufstocken und damit die volle Absi- cherung in der Rentenversicherung bekommen.
   Wer bereits einen 400-Euro-Job hat, bleibt auch 2013 versicherungsfrei. Steigt das Gehalt aber über 400 Euro, gilt das neue Recht. Der Minijob wird versicherungspflichtig, eine Befreiung ist aber auch in diesem Fall möglich. Nicht von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen können sich geringfügig Beschäftigte, die derzeit bereits den Aufstockungsbetrag zahlen.
   Minijobber, die sich für die Aufstockungsoption entscheiden, sammeln nicht nur Beitragszeiten für ihre Alters- rente. Vielmehr haben geringfügig Beschäftigte mit vollwertiger Rentenversicherung auch Anspruch auf Reha- bilitations- und Eingliederungsleistungen, beispielsweise nach einem Unfall. Da der Arbeitgeber in jedem Fall den Pauschalbeitrag zur Rentenversicherung von 15 Prozent zahlt, müssen Aufstocker nur die Differenz von vier Pro- zentpunkten selbst übernehmen. In Privathaushalten ist der Eigenanteil mit 14 Prozent allerdings höher, da hier der Arbeitgeber lediglich fünf Prozent zahlt. Geringfügig Beschäftigte mit sehr niedrigem Verdienst müssen zudem beachten, dass der Rentenversicherungsbeitrag auf Grundlage eines Mindesteinkommens berechnet wird. Diese Mindestbemessungsgrenze steigt zum 1. Januar 2013 von 155 auf 175 Euro. Wer beispielsweise nur 100 Euro mo- natlich verdient, müsste als Aufstocker trotzdem 24,50 Euro an die Rentenversicherung abführen.  HA121026dapd
Minijobber dürfen künftig 450 Euro verdienen
   Geringfügig Beschäftigte dürfen künftig bis zu 450 Euro im Monat verdienen. Der Bundestag beschloss in Berlin, die Minijob-Verdienstgrenze zum 1. Januar 2013 um 50 Euro anzuheben; es ist die erste Erhöhung seit 2003. Bei den sogenannten Midijobs soll die Grenze von 800 auf 850 Euro steigen. Künftig gilt überdies eine Renten- versicherungspflicht: Minijobber sollen danach die Rentenpauschale des Arbeitgebers auf den vollen Renten- beitrag aufstocken. Sie können sich aber von dieser Pflicht befreien lassen. Für bestehende Arbeitsverhältnisse sollen Übergangsregelungen gelten. Die Neuregelung führt für die öffentliche Hand zu Steuermindereinnahmen von 210 Millionen Euro im Jahr.
   Während Union und FDP betonten, die Anhebung der Verdienstgrenze sei in Anbetracht der allgemeinen Lohnentwicklung sachgerecht, lehnte die Opposition sie ab. „Die Erhöhung der Verdienstgrenze macht es noch leichter, normale Jobs in Minijobs zu zerlegen", bemängelte etwa die SPD-Abgeordnete Anette Kramme. Sie monierte eine Diskriminierung der Minijobber in der Lohnhöhe sowie bei Urlaub und Mutterschutz. Die Links- fraktions-Abgeordnete Diana Golze wertete die Erhöhung der Verdienstgrenze als „Verschärfung der prekären Beschäftigung". Minijobber steuerten zwangsläufig auf Altersarmut zu, warnte sie. Wer 45 Jahre in einem Minijob für 450 Euro arbeite, komme gerade einmal auf eine Rente von 205,70 Euro. Karl Schiewerling (CDU) und Johan- nes Vogel (FDP) hingegen sagten, Minijobs böten eine Alternative zur Schwarzarbeit. Für Studenten, Rentner und Frauen seien sie ein gute Möglichkeit, etwas dazuzuverdienen. Ihnen tue die Koalition mit der Heraufsetzung der Verdienstgrenze „einen Gefallen".
   Derzeit sind in Deutschland rund 7,3 Millionen Menschen geringfügig beschäftigt, zwei Drittel, davon sind Frauen. Nur rund 1,8 Millionen Minijobber schöpfen zurzeit die Verdienstgrenze von 400 Euro aus. Auf ihr Einkommen zah- len die Beschäftigten keine Steuern und Sozialbeiträge. Die Arbeitgeber führen pauschal 2 Prozent Steuern und 28 Prozent an die Kranken- und Rentenversicherung ab. FAZ121026emn

so-gRentenStrErkl-z Änderungen auch für Frührentner - Minijobs: Ab 2013 gilt die 450-Euro-Grenze

Ab Januar 2013 können Minijobber monatlich bis zu 450 Euro steuerfrei verdienen.
Das hat der Bundestag am 25. Oktober 2012 beschlossen. Was ändert sich für Jobber, Frührentner und Angehörige, die in der gesetzlichen Krankenversicherung beitragsfrei familienversichert sind?

Jobber:
  
Die „Geringfügigkeitsgrenze“ wird von 400 auf 450 Euro angehoben. Eine Lohnerhöhung ist damit nicht verbun- den. Minijobber dürfen mehr verdienen, ohne dass für sie Steuern anfallen. Wer künftig 450 statt bisher 400 Euro erhalten will, wird dafür im Regelfall mehr arbeiten müssen. Neben einer sozialversicherungspflichtigen Haupt- beschäftigung ist nur ein einziger Neben-Minijob mit monatlich bis zu 450 Euro steuerfrei.
Rentenversicherungspflicht: Minijobber bleiben nach wie vor in der Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicher- ung versicherungsfrei. Anders als bisher werden sie allerdings künftig im Grundsatz rentenversicherungspflichtig. Dafür werden dann 3,9 Prozent ihrer Einkünfte an die Rentenversicherung abgeführt. Das sind bei einem vollen 450-Euro-Job monatlich 17,55 Euro und bei einem Job mit monatlichen Einkünften von 200 Euro 7,80 Euro im Mo- nat. Dieser niedrige Eigenbeitrag wird zusätzlich zu den 15 Prozent gezahlt, die der Arbeitgeber aufbringen muss. Die Jobber erwerben hierdurch Versicherungsschutz mit allen Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung – einschließlich Reha-Maßnahmen, Erwerbsminderungsrenten und der Möglichkeit, Riester-Renten staatlich gefördert zu bekommen. Bei einem 450-Euro-Job während eines ganzen Jahres erhöht sich ihre spätere Rente – nach heuti- gen Werten – um rund 4,50 Euro. Diese Versicherungspflicht in der Rentenversicherung kann aber abgewählt werden, was im Regelfall jedoch nicht ratsam ist.
Bestehende Jobs:
   Für bestehende Minijob-Arbeitsverhältnisse bleibt in puncto Rentenversicherung zunächst alles beim Alten. Wer bereits einen Minijob ausübt, hat das Recht, sich ab Januar 2013 auch für die Rentenversicherungspflicht zu ent- scheiden. Die neue Geringfügigkeitsgrenze hat auch Auswirkungen auf weitere Verdienstgrenzen: Die „Gleitzone“ mit niedrigeren Sozialversicherungsbeiträgen für sogenannte „Midi-Jobs“ wird ab 2013 bei monatlichen Einkünften zwischen 450,01 und 850 Euro liegen. Bisher liegt sie zwischen 400,01 und 800 Euro.
Zuverdienst für Frührentner:
   Wer ein vorzeitiges Altersruhegeld oder eine volle Erwerbsminderungsrente erhält, darf ab 2013 monatlich bis zu 450 Euro hinzuverdienen, ohne dass seine Rente gekürzt wird. Bisher waren 400 Euro Hinzuverdienst erlaubt.
Verdienst von Familienversicherten:
   Auch für die beitragsfreie Familienversicherung der gesetzlichen Krankenkassen wird die neue 450-Euro-Grenze gelten, allerdings genau wie bisher ausdrücklich nur für die Ehepartner und Kinder von Kassenmitgliedern, die eine geringfügige Beschäftigung ausüben. Für andere Einkünfte von Familienversicherten, wie etwa Mieteinnahmen und Zinsen, liegt die Einkommensgrenze ab 2013 bei 385 Euro.
BAFöG:
  
Studenten und Schüler, die BAFöG-Leistungen beziehen, dürfen nach wie vor in einem Ausbildungsjahr im Schnitt höchstens 400 Euro im Monat hinzuverdienen. Andernfalls wird die staatliche Ausbildungsförderung gekürzt.
451-Euro-Job:
   Billiger für Arbeitgeber und ratsam für viele Jobber ist es, eine Tätigkeit mit Einkünften über 450 Euro aufzuneh- men. Dann werden zwar Beiträge zu alle Sozialversicherungszweigen fällig, dafür sind die Beschäftigten selbst krankenversichert und haben Anspruch auf das volle Mutterschafts- und Krankengeld der gesetzlichen Kranken- versicherung. Außerdem gibt es Anspruch auf Arbeitslosengeld.

Die neue 450-Euro-Regelung: Was für Minijobber ab 2013 möglich ist
   Mini-Jobs sind in Deutschland sehr beliebt. Derzeit gibt es in Deutschland über sieben Millionen Mini-Jobber, davon allein im gewerblichen Bereich rund 6,9 Millionen. Im Folgenden informieren wir Sie über die ab 2013 geltenden neuen Regelungen und über vorteilhafte Gestaltungsmöglichkeiten. Weiterhin erfahren Sie,
ob und in welchen Bereichen sich 2013 die Hinzuverdienstregelungen für Sozialleistungsbezieher ändern.

1. Die neue Regelung
  In geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen dürfen Arbeitnehmer, die eine sozialversicherte Hauptbeschäfti- gung haben, aber auch Menschen ohne Beschäftigungsverhältnis (wie etwa Hausfrauen und Rentner) jeden Mo- nat bis zur sogenannten Geringfügigkeitsgrenze (hinzu-)verdienen – und zwar im Regelfall ohne jeden Abzug für Steuern und Sozialversicherungen.
   Auf die wöchentliche Arbeitszeit kommt es dabei nicht mehr an. Auch Jobs mit mehr als 15 Wochenarbeitsstun- den gelten als „geringfügig“, solange das Einkommen nicht über der Geringfügigkeitsgrenze liegt. Da die Löhne im Mini-Job-Bereich überwiegend ausgesprochen niedrig sind, ist dies häufig der Fall.
   Am 25. Oktober 2012 hat der Bundestag eine Anhebung der monatlichen Verdienstgrenze für Mini-Jobs von 400 auf 450 Euro im Monat beschlossen. Die Neuregelung tritt zum 1. Januar 2013 in Kraft.
Neu zudem:
   Alle Mini-Jobs sollen künftig grundsätzlich rentenversicherungspflichtig sein. Diese Pflicht kann allerdings abge- wählt werden, mehr dazu weiter unten unter 2. „Gestaltungsmöglichkeiten“. Generell gilt weiterhin: Beiträge zur Arbeitslosen-, Kranken- und Pflegeversicherung müssen die Betroffenen nicht abführen. In diesen Sozialversicher- ungen gelten Mini-Jobs als versicherungsfrei.
    Neu eingeführt wurden 2003 auch die sogenannten Midi-Jobs im subventionierten Niedriglohnbereich. Auch hier gibt es zum 1. Januar 2013 eine Änderung. Die „Gleitzone“ mit niedrigeren Sozialversicherungsbeiträgen wird künftig bei monatlichen Einkünften zwischen 450,01 und 850 Euro liegen. Bisher liegt sie zwischen 400,01 und 800 Euro.
   Unverändert gilt hier: Die Beschäftigten müssen zwar Abgaben an die Sozialversicherungen zahlen, jedoch weni- ger als bei besser bezahlten Jobs üblich. Die Jobs werden damit indirekt von den staatlichen Sozialkassen subven- tioniert – je „kleiner“ die Jobs sind, desto höher fallen die Subventionen aus. Die Einkünfte aus Midi-Jobs müssen die Betroffenen – anders als bei Mini-Jobs – grundsätzlich versteuern. Ob tatsächlich Steuern anfallen, hängt davon  ab, welche Gesamteinkünfte die Betroffenen haben (ggf. zusammen mit ihrem Ehepartner).
Wichtig: Die Midi-Job-Regelungen gelten nur für diejenigen, für die der Midi-Job die Hauptbeschäftigung ist und nicht für Nebenjobs von sozialversicherten Arbeitnehmern. Soweit diese einen Nebenjob ausüben, in dem sie zwischen 450,01 und 850 Euro verdienen, fallen für sie die üblichen Sozialversicherungsbeiträge an.
Unser Tipp: Für Jobber, die bereits anderweitig abgesichert sind, ist die Abgabenfreiheit der Mini-Jobs vielfach vorteilhaft. Dies gilt beispielsweise für Arbeitnehmer, die einen Mini-Job als Zweitjob haben. Die Betroffenen sind in der Regel über ihren Hauptjob sozial abgesichert und können im Nebenjob eher auf eine soziale Absicherung ver- zichten. Das Gleiche gilt für Rentner. Für andere wirkt sich dagegen die Kehrseite der sozialversicherungs- rechtlichen Vorteile unter Umständen negativ aus. Denn schließlich dienen Sozialversicherungsbeiträge in der Regel dazu, Ansprüche an den Sozialversicherungen zu erwerben. Und auch die Steuerfreiheit kann – wie weiter unten zu zeigen sein wird – durchaus nicht nur Vorteile bringen.
2. Gestaltungsmöglichkeiten
2a. Abwahl der Rentenversicherungspflicht
        Ab 2013 sind Mini-Jobber im Grundsatz in der Rentenversicherung versicherungspflichtig. Dafür werden dann 3,9 Prozent ihrer Einkünfte an die Rentenversicherung abgeführt. Das sind bei einem vollen 450-Euro-Job monat- lich 17,55 Euro und, bei einem Job mit monatlichen Einkünften von 200 Euro, 7,80 Euro im Monat. Dieser niedrige Eigenbeitrag wird zusätzlich zum Abgabesatz von 15 Prozent gezahlt, den der Arbeitgeber aufbringen muss.
   Die Jobber erwerben hierdurch den vollen Versicherungsschutz mit allen Leistungen der gesetzlichen Renten- versicherung – einschließlich Reha-Maßnahmen, Erwerbsminderungsrenten und der Möglichkeit, Riester-Renten staatlich gefördert zu bekommen.
   Die Betroffenen können ab 2013 jedoch die Rentenversicherungspflicht abwählen. Dafür taucht in amtlichen Pub- likationen häufig auch der Fachbegriff „Opting out“ oder kurz „Opt out“ auf (was nichts Anderes als „Abwählen“ meint). Bislang gab es die Möglichkeit des „Opting in“ (bzw. kurz „Opt in“). Die Betroffenen konnten auf die Ren- tenversicherungsfreiheit verzichten und sich so in die Rentenversicherung einwählen.
   Für Mini-Jobs, die bereits zum Jahreswechsel bestehen, gilt eine Übergangsregelung: Die Betroffenen können sich ab 2013 für die Versicherungspflicht entscheiden. Tun sie dies nicht, bleibt es bei der Versicherungsfreiheit.
   Die Bundesregierung geht davon aus, dass auch in Zukunft das Gros der Mini-Jobber auf die Absicherung durch die Rentenversicherung verzichtet. In vielen Fällen ist es jedoch ratsam, sich für die Rentenversicherungspflicht zu entscheiden. Welche Vorteile bringt sie?
Vorteile der Aufstockung:
   Ein voller aufgestockter 450-Euro-Job erhöht, wenn er ein volles Jahr ausgeübt wird, die spätere Monatsrente um rund 4,50 Euro, den jährlichen Rentenanspruch um 54 Euro. Das erscheint zunächst nicht viel, doch verglichen mit der Rendite von privaten Riester-Verträgen ist der Ertrag der geringen Investition traumhaft.
   Immerhin kostet die Angelegenheit den Arbeitnehmer bei einem vollen 450-Euro-Job monatlich nur 17,55 Euro, in einem Jahr also 210,60 Euro. Nach vier Rentenjahren hat sich diese Investition amortisiert.
Wichtiger ist jedoch:
   Die Zeiten, in denen Beiträge aufgestockt werden, zählen als vollwertige Beitragsmonate. So hält man unter anderem den Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente aufrecht oder erwirbt einen Anspruch hierauf, ebenso auf Reha-Maßnahmen. Außerdem kann man so die staatliche Förderung für die Riester-Rente erhalten, die es nur gibt, wenn Pflichtbeiträge in die gesetzliche Rentenkasse eingezahlt werden. Eine Mutter mit zwei Kindern, die ab 2008 geboren wurden, kann z.B. zu ihrem privaten Riester-Vertrag jährlich staatliche Zuschüsse in Höhe von 785 Euro erhalten – allerdings nur, wenn sie rentenversicherungspflichtig beschäftigt ist.
Apropos Mütter:
   Zudem gibt es eine wenig bekannte Leistung der deutschen Rentenversicherung für erziehende Elternteile mit Kindern ab drei Jahren (bis diese zehn Jahre alt werden). Rentenversicherungspflichtige Beschäftigungszeiten mit niedrigen Einkünften werden um 50 Prozent aufgewertet. Bei rentenversicherungspflichtigen Mini-Jobs greift diese 50-Prozent-Regelung immer. Ein 450-Euro-Mini-Job wird also bei der späteren Rente so behandelt, als handle es sich um einen 675-Euro-Job. Ein 300-Euro-Job wird auf einen 450-Euro-Job aufgewertet. Voraussetzung hierfür ist, dass die Mütter 25 Jahre mit rentenrechtlichen Zeiten vorweisen können. Da hierzu auch Zeiten der Kindererzieh- ung bis zum zehnten Lebensjahr eines Kindes gehören, ist diese Hürde leicht zu bewältigen.
Tipp:
  Um sich die aufgezeigten Vorteile zu sichern, muss niemand einen vollen 450-Euro-Job ausüben. Was die Renten- versicherung angeht, so reicht ein 155-Euro-Job (etwa für 15,5 Arbeitsstunden pro Monat). Die Rentenversicher- ungsbeiträge werden nämlich immer mindestens auf der Basis von 155 Euro berechnet.
   Bei Mini-Jobbern, die mehr verdienen, wird der tatsächliche Zahlbetrag bei der Berechnung des Aufstockungs- betrags zugrunde gelegt. Wer monatlich weniger verdient, bei dem wird immer mindestens ein fiktiver Lohn von 155 Euro zugrunde gelegt, wenn die Aufstockungsbeträge berechnet werden. Bei einem 155-Euro-Job im gewerb- lichen Bereich bedeutet dies: Als monatlicher Aufstockungsbetrag müssen lediglich 6,05 Euro an die Renten- versicherung abgeführt werden. Hierdurch erwerben die Betroffenen volle Ansprüche an die Rentenversicherung.
Tipp:
  
Manche Menschen, denen es darum geht, die verschiedenen Wartezeiten der Rentenversicherung zu erfüllen, zahlen freiwillige Beiträge in die Rentenkasse ein. Der Mindestbeitrag beläuft sich dabei 2013 auf 85,05 Euro im Monat, das entspricht 1.020,60 Euro im Jahr. Mit einem 155-Euro-Job kommen Betroffene weit preiswerter an ihre Rentenansprüche.
2b. Verzicht auf die Pauschalbesteuerung
   Normalerweise wird der Mini-Job vom Arbeitgeber pauschal versteuert – und zwar mit einem Satz von zwei Prozent, bei einem vollen Mini-Job also monatlich mit (zwei Prozent von 450 Euro =) 9,00 Euro. Diesen Betrag dür- fen Arbeitgeber übrigens grundsätzlich – anders als die Sozialversicherungsbeiträge – auf die Betroffenen ab- wälzen, was allerdings in der Praxis eher selten geschieht.
   Soweit ein Arbeitgeber dies beabsichtigt, sollten Mini-Jobber in jedem Fall prüfen, ob ihnen die Pauschalversteu- erung überhaupt Vorteile bringt. Dies ist nur dann der Fall, wenn die Betroffenen überhaupt Steuern zahlen müssten.
  Dies ist beispielsweise bei alleinstehenden Studenten, für die die Einkünfte aus dem Mini-Job die einzigen steuer- pflichtigen Einnahmen sind, nicht so. Wenn die Pauschalversteuerung keine Vorteile bringt, können die Betroffenen auch hierauf verzichten, ohne Nachteile befürchten zu müssen. Dann müssen sie die Einkünfte aus dem Mini-Job zwar versteuern. Dies kann sich – ein Beispiel dafür wie verzwickt die deutsche Steuer- und Sozialgesetzgebung ist – unter Umständen positiv auswirken.
   Der Grund hierfür ist: Da der Mini-Job nicht pauschal versteuert wird, sondern versteuert werden muss, können die Betroffenen die Werbungspauschale von 1.000 Euro im Kalenderjahr von ihren Einkünften absetzen. Dadurch sinken ihre steuerpflichtigen Einkünfte, was sich für verschiedene Sozialleistungen – etwa für den Anspruch auf die beitragsfreie Familienversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung – positiv auswirkt.
Beispiel:
   Eine Ehefrau ist „Zweitverdienerin“ und hat einen vollen 450-Euro-Job. Die Betroffene hat neben dem Mini-Job Zinseinkünfte in Höhe von jährlich 1.200 Euro. Nach Abzug des Sparerpauschbetrags in Höhe von 801 Euro bleiben hiervon 399 Euro an zu versteuernden Einkünften. Sie ist bislang über ihren Ehemann kostenlos familienversichert. Für den Anspruch auf die Familienversicherung ist ein voller 450-Euro-Job unschädlich – allerdings nur solange keine weiteren Einkünfte hinzukommen. Genau das ist bei der Betroffenen jedoch der Fall. Da sie weitere Zinsein- künfte hat, entfällt normalerweise der Anspruch auf Familienversicherung. Sie muss sich damit freiwillig kranken- versichern. Hierfür werden einschließlich des Beitrags zur Pflegeversicherung knapp 150 Euro pro Monat fällig.
   In diesem Fall kann die Betroffene ihren Anspruch auf die kostenlose Familienversicherung retten, indem sie auf die Pauschalversteuerung des Mini-Jobs verzichtet. Durch den Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.000 Euro jährlich - das sind 83,33 Euro monatlich - vermindert sich das monatliche Arbeitsentgelt für die Krankenkasse auf 366,67 Euro.
   Damit bleibt noch Luft für zusätzliche Einkünfte – im Beispielfall für Zinsen. Mit anderen Worten: Hier „rettet“ der Verzicht auf die Pauschalbesteuerung den Anspruch auf die Familienversicherung zum Nulltarif.
Und was bedeutet dies im Beispielfall steuerlich?
   Bei einem vollen 450-Euro-Job und Steuerklasse V zieht der Arbeitgeber zunächst monatlich gut 40 Euro als Lohnsteuer ab. Wie viel Steuern dann tatsächlich unter dem Strich gezahlt werden müssen, entscheidet sich erst im Folgejahr mit der Steuererklärung – und hängt von der Höhe der Einkünfte des Ehepartners ab. In aller Regel dürfte der Vorteil bei der Krankenversicherung den Nachteil bei der Steuer deutlich aufwiegen.
2c. Midi-Job statt Mini-Job
   In vielen Fällen sind Mini-Jobber eigentlich auf den vollen Schutz der Sozialversicherung angewiesen. Dies gilt beispielsweise für Frauen, die sich mit dem Gedanken tragen, in der nächsten Zeit schwanger zu werden oder für Arbeitnehmer mit anfälliger Gesundheit, aber – natürlich – auch für alle, die ihren Mini-Job eher für unsicher halten und Interesse an Leistungen der Arbeitslosenversicherung haben. Dann bietet es sich an, den Arbeitgeber zu fragen, ob nicht aus dem Mini-Job (mindestens) ein 450,01-Euro-Job werden kann – also ein Midi-Job. Midi-Jobs kommen allerdings nur als Hauptbeschäftigungsverhältnis in Frage, also beispielsweise für Hausfrauen, nicht jedoch als Nebenjob für Arbeitnehmer, die bereits ein anderes sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungs- verhältnis haben.
Tipp:
   Sie sollten sich nicht scheuen, ihren Arbeitgeber auf eine geringfügige Lohnerhöhung anzusprechen, die unter Umständen ja nur einen Cent ausmachen muss (450,01 Euro statt 450,00 Euro). Denn hier handelt es sich um eine typische Win-win-Situation. Dem Arbeitnehmer werden durch die geringfügige Bruttolohnerhöhung die kompletten Ansprüche der Sozialversicherung gesichert – bei relativ geringen Nettolohneinbußen. Dadurch haben sie Anspruch auf Krankengeld, auf das volle Mutterschaftsgeld der gesetzlichen Krankenversicherung und auf die Versicherungsleistung ALG I.
   Für den Arbeitgeber fallen bei einem 450,01-Euro-Job deutlich geringere Sozialabgaben an: Statt mehr als 30 Prozent an Sozialbeiträgen, die bei einem Mini-Job für den Chef anfallen, sind es bei einem Midi-Job nur knapp 20 Prozent. Es gibt nur einen Verlierer: Die Sozialversicherungen, die den Betroffenen die vollen Leistungen gewäh- ren, ohne entsprechend hohe Beiträge zu erhalten.
3. Die neuen Regeln zum Nebenverdienst für Sozialleistungsbezieher
   Was ändert sich durch die neue 450-Euro-Regelung für Bezieher von Sozialleistungen, gesetzlichen Renten und bei der Familienversicherung der gesetzlichen Krankenversicherung?
3a. Reguläre Altersrente mit „65 plus“
   Wer die reguläre Altersrente erreicht hat und die volle Rente bezieht, darf so viel hinzuverdienen, wie er will. Die Rente wird nicht gekürzt. Hieran ändert sich durch die neue 450-Euro-Grenze nichts. Klar ist zudem: Wer eine volle Rente bezieht, muss selbst keine Beiträge mehr an die Rentenversicherung abführen – egal ob die Betreffenden einen Mini-Job oder eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ausüben.
3b. Vorgezogene Altersruhegelder
   Hier gilt ab Januar 2013 die neue 450-Euro-Grenze (statt 400 Euro). Entsprechende Änderungen wurden im SGB VI vorgenommen. Wer mehr verdient, dessen Rente wird gleich um ein Drittel gekürzt. In zwei Monaten pro Jahr ist jedoch ein Hinzuverdienst bis zu 900 Euro möglich, ohne den Rentenbezug zu gefährden.
3c. Rente wegen voller Erwerbsminderung
   Auch für diese Rentenbezieher wird der erlaubte Hinzuverdienst 2013 von 400 auf 450 Euro im Monat ange- hoben. Für diese Rentenbezieher wird die Rente bei zu hohen Nebeneinkünften um mindestens ein Viertel (statt ein Drittel) gekürzt.
3d. Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung
   Hier spielt weder die alte noch die neue Geringfügigkeitsregelung eine Rolle. Ohne dass die Rente gekürzt wird, dürfen die Bezieher monatlich mindestens 905,63 Euro (alte Bundesländer) bzw. 803,59 Euro (neue Länder) verdienen, meist jedoch deutlich mehr. Betroffene sollten sich von der Versicherung ausrechnen lassen, wie hoch ihre Nebeneinkünfte sein dürfen.
3e. Familienversicherung der Gesetzlichen
Krankenversicherung
   Bei der beitragsfreien Familienversicherung der gesetzlichen Krankenkassen wird die neue 450-Euro-Grenze gel- ten. Entsprechend wurde das SGB V geändert. Allerdings gilt die 450-Euro-Grenze (genau wie bisher die 400-Euro- Grenze) ausdrücklich nur für die Ehepartner und Kinder von Kassenmitgliedern, die eine geringfügige Beschäf- tigung ausüben. Für andere Einkünfte von Familienversicherten (etwa Mieteinnahmen und Zinsen) liegt die Einkommensgrenze 2013 bei 385 Euro.
3f. Bafög
   Gerade bei Studenten sind Mini-Jobs beliebt. Wichtig zu wissen ist daher: Für Studierende ändert sich – was häufig zu Unstimmigkeiten führen wird – beim erlaubten Hinzuverdienst 2013 gar nichts. Für Bezieher der staat- lichen Ausbildungsförderung gilt in der Praxis weiter die 400-Euro-Grenze, unverändert seit dem 1. Oktober 2008. Das Gesetz enthält allerdings keine Extra-Regelung für Mini-Jobs. Erlaubt sind vielmehr Arbeitseinkünfte in Höhe von 4.800 Euro brutto innerhalb des „Bewilligungszeitraums“. Dieser reicht bei Studenten meist von Oktober bis Ende September des Folgejahres. Ob die Betroffenen hier Monat für Monat 400 Euro oder in zwei Monaten jeweils 2.400 Euro brutto und in den anderen Monaten gar nichts verdienen, spielt für die Anrechnung keine Rolle. Sind die Einkünfte höher, wird die Ausbildungsförderung gekürzt. Sind Auszubildende verheiratet und/oder haben sie Kinder, erhöhen sich die Freibeträge noch deutlich. Wer – gestützt auf Sonderregelungen – einen besser dotierten Job ausüben möchte, sollte sich vorab beim Bafög-Amt beraten lassen. Denn klar ist: Übersteigt das Einkommen die Grenze des Erlaubten, so wird für jeden Euro, mit dem das Einkommen diese Grenze überschreitet, das Bafög ebenfalls um einen Euro gekürzt.
   Mehrarbeit lohnt sich in solchen Fällen überhaupt nicht (außer für diejenigen, die neben dem Studium so viel ver- dienen, dass sie ohnehin nicht auf Bafög angewiesen sind).
3g. Arbeitslosengeld I
   Die alte 400- und die neue 450-Euro-Grenze spielen für Bezieher von ALG I keine Rolle. Entscheidend ist zu- nächst, ob die Betroffenen weiter als „arbeitslos“ im Sinne des Gesetzes gelten. Dies ist nur der Fall, wenn die Beschäftigung sie weniger als 15 Stunden pro Woche in Anspruch nimmt. Auf einem anderen Blatt steht die Frage der Einkommensanrechnung:
   Alles, was nach Abzug der Werbungskosten und Sozialversicherungsbeiträge über Nettoeinkünfte von 165 Euro im Monat hinausgeht, mindert allerdings die Versicherungsleistung - und zwar im Verhältnis von 1:1.
Tipp:
   Geringfügig Beschäftigte, die ALG I beziehen, sollten sich in jedem Fall für die Versicherungspflicht des Mini-Jobs entscheiden. Denn anrechenbar sind nur Nettoeinkünfte. Die Betroffenen verlieren also in der Regel durch die Rentenversicherungspflicht gar nichts.
3h. Arbeitslosengeld II
   Auch hier ändert sich 2013 nichts. Generell gilt: Arbeitseinkünfte sind erwünscht und es gibt auch – anders als beim ALG I – keine Stunden-Obergrenze fürs Jobben. 100 Euro sind grundsätzlich anrechnungsfrei. Mit zuneh- menden Einkünften sinkt aber die „Stütze“ vom Staat. Wer einen 400-Euro-Job ausübt, darf hiervon 160 Euro behalten. Wer einen 450-Euro-Job ausübt, darf hiervon 170 Euro behalten. Die Regeln der Anrechnung ändern sich hierbei nicht. NOZ121113net

Finanzamt schreibt säumige Rentner an

   Die Auswertung der gemeldeten Altersbezüge durch den Fiskus führt zu ersten Nachfragen. Wie der Lohn- steuerhilfe Bayern berichtete, haben die Finanzämter angefangen, Rentner anzuschreiben. Nach seinen Angaben kann es für Senioren brenzlig werden, die mehr als 500 Euro nachzahlen müssen. „Das tut nicht nur dem Geld- beutel weh, sondern kann auch zu einem Strafverfahren wegen Steuerhinterziehung führen", warnte Vorstand Siegfried Stadter. „Das klingt zunächst hart, entspricht aber dem deutschen Steuerrecht." Er riet, im Zweifelsfall schnell zu handeln und dem Schreiben zuvorzukommen. „Wird die Erklärung eingereicht, nachdem das Finanzamt dazu aufgefordert hat, und liegt die Nachzahlung bei mehr als 500 Euro pro Jahr, sind die Finanzbeamten ange- wiesen, die Fälle an die zentrale Bußgeld- und Strafsachstelle weiterzuleiten." Komme der Steuerpflichtige der Aufforderung zuvor, müsse nur die Steuer nachgezahlt werden. Das seit dem Jahr 2005 geltende Alters- einkünftegesetz bestimmt, dass die Rentner mehr als früher von ihrer Rente versteuern müssen. FAZ101207ms

re-HA-Experten10xxx Experten in Sachen Rente

Wie Steuern die Altersvorsorge belasten. Ob Lebensversicherungen oder Renten -
viele Anlagen sind abgabenpflichtig. Experten beantworten im Hamburger Abendblatt wichtige Fragen.
Foto: Die Experten (v.l.): Sandra Heintzen (Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft), Dirk Pohlmann (Bundesverband der Lohnsteuerhilfevereine) und Walter Glanz (Deutsche Rentenversich.Bund)

 Wer Geld für sein Alter zurücklegt, sollte sich nicht zu früh auf hohe Ausschüttungen freuen. Viele Anlagen werden bei der Auszahlung mit Steuern belegt. Finanzexperten beantworten die Fragen die Leser des Hamburger Abend- blatt, wie Renten, Geldanlagen und Vorsorgevarianten besteuert werden.
Fällt bei der gesetzlichen Rente auch die Abgeltungssteuer an?
  Nein. Die Abgeltungssteuer betrifft alle Kapital- und Zinserträge von Geldanlagen, Wertpapieren, Aktien und Fonds. Ausgenommen sind in der Regel Versicherungen sowie alle Varianten staatlich geförderter Altersvorsorge. Zwar fällt auf die Altersrente keine Abgeltungssteuer an, sie ist aber nach wie vor steuerpflichtiges Einkommen. Der steuerpflichtige Anteil der gesetzlichen Rente hängt vom Jahr ab, in dem Sie Ihre Rente erstmals bezogen haben.
Ich erhalte jetzt 20.000 Euro aus einer Direktversicherung. Auf den Betrag soll ich Beiträge für die Kranken- kasse zahlen. Ist das richtig? Kann ich mich dagegen wehren? Bei Abschluss der Versicherung war davon ja keine Rede!
   Um die Beitragspflicht kommen Sie nicht herum. Sie wurde mit dem Gesundheitsmodernisierungsgesetz 2004 be- schlossen und gilt leider auch für alle Verträge, die vorher abgeschlossen wurden. Klagen dagegen vor dem Bundessozialgericht sind bereits gescheitert. Sie müssen insgesamt 15 Prozent der Direktversicherungssumme bezahlen - je nach Kranken- und Pflegekasse. Diese Summe wird jedoch auf zehn Jahre gestreckt, sodass Sie etwa 25 Euro pro Monat über zehn Jahre zahlen müssen.
Ich habe eine Lebenstversicherung bei einem großen Konzern. Kann ich kontrollieren, ob und wie viel mir an Überschüssen gutgeschrieben wird?
   Ja. Die Versicherer sind verpflichtet, ihren Kunden einmal im Jahr eine sogenannte Standmitteilung zuzuschicken. Darin steht, wie viele Überschüsse Ihnen gutgeschrieben wurden.
Wir sind beide Rentner, haben noch eine kleine Zusatzrente.
  Es gibt eine Faustformel: Rentnerehepaare können ein jährliches Gesamtbruttoeinkommen bis zu 38.000 Euro haben, ohne dass sie Steuern zahlen müssen. Eine Steuererklärung müssen Sie aber machen, wenn Sie Einkünfte aus Vermietung, Verpachtung oder aus Kapitalerträgen haben. Sicherheitshalber können Sie einmalig eine Steuer- erklärung abgeben. Wenn das Finanzamt feststellt, dass Sie keine Steuern zahlen müssen, klappt es Ihre Akte zu. Das gilt natürlich nur, solange sich Ihre Einkommensverhältnisse und die gesetzlichen Grundlagen nicht ändern.
Ich werde einen hohen Steuersatz haben, wenn ich in Rente gehe. Welche Geldanlage ist steuergünstig?
   Steuerlich günstig ist eine private Rentenversicherung, denn bei Auszahlung muss nur der Ertragsanteil ver- steuert werden. Der hängt vom Lebensalter ab, in dem Sie die Rente erstmals beziehen. Ist das zum Beispiel mit 60 der Fall, gehen 22 Prozent der privaten Rente in die steuerliche Berechnung ein. Holen Sie sich mehrere Angebote und vergleichen Sie die garantierte Rente.  Zwar ist der Garantiezins überall gleich, aber die Kosten sind unterschiedlich, denn nur der Sparanteil unterliegt der garantierten Verzinsung. Informieren Sie sich außerdem, ob das Unternehmen in der Vergangenheit Überschüsse erwirtschaftet hat. Bei der Stiftung Warentest können Sie ein Ranking anfordern.
Wir haben eine niedrige gesetzliche Rente und eine kleine Kapitalanlage.  Müssen wir Abgeltungssteuer zahlen?
   Sie können beim Finanzamt eine Nichtveranlagungsbescheinigung beantragen, das heißt, dass Sie gar nicht als Steuerzahler berücksichtigt werden. Diese Bescheinigung legen Sie der Bank vor, bei der Sie Ihr Geld anlegen. Dann wird die Steuer gar nicht erst abgeführt. Die Bescheinigung ist nur drei Jahre lang gültig und muss danach neu beantragt werden.
Wie wird meine 1988 abgeschlossene Direktversicherung besteuert? Ich habe während der Ansparzeit einen pauschalen Steuerbeitrag entrichtet.
   Die Auszahlung ist komplett steuerfrei, wenn sie das Geld auf einmal bekommen. Lassen Sie sich die Direkt- versicherung in Rentenform auszahlen, wird der Ertragsanteil besteuert.
Ich habe 1.800 Euro gesetzliche Rente und eine Betriebsrente von 3.000 Euro. Muss ich eine Steuererklä- rung machen?
   Unbedingt, denn Sie müssen damit rechnen, dass Sie Steuern zahlen müssen. Sie können allerdings auch ver- schiedene Ausgaben gegenrechnen: Kosten für die Kranken- und Pflegeversicherung der Rentner, Beiträge für Unfall- und Haftpflichtversicherungen, Kosten für die Gesundheitsvorsorge von der Brille bis zur Praxisgebühr. Sie können auch die Kosten für haushaltsnahe Dienstleistungen ansetzen - beispielsweise Schornsteinfeger- und andere Handwerkerrechnungen. Gehen Sie von sich aus auf das Finanzamt zu; die Steuerbehörden können bis zu zehn Jahre rückwirkend Steuern erheben.
Ich bin teilzeitbeschäftigt, alleinstehend, habe zwei Kinder und nur 12.000 Euro im Jahr zur Verfügung. Lohnt sich Riester für mich trotzdem? Wie viel Geld muss ich einzahlen?
   Vier Prozent Ihres Vorjahresbruttos müssten Sie in einen Riester-Vertrag einzahlen, um die vollen Zulagen zu bekommen. Das wären bei Ihnen 480 Euro. Allerdings werden von diesem Betrag die Ihnen zustehenden Zulagen abgezogen: 154 Euro Grundzulage und für jedes Kind 185 Euro Kinderzulage. Das heißt, Sie würden im Minusbereich landen, und deshalb brauchen Sie nur den gesetzlich vorgeschriebenen Mindesteigenbeitrag von 60 Euro im Jahr oder fünf Euro im Monat einzuzahlen. Eine günstigere Vorsorge gibt es nicht.
Ich muss mich selbstständig machen, nachdem ich 40 Jahre lang Arbeitnehmer war. Was mache ich mit meiner gesetzlichen Rentenversicherung?
   Sie können sich auf Antrag pflichtversichern. Der Beitrag wird berechnet entsprechend Ihres Einkommens, oder es wird in den ersten Jahren Ihrer Selbstständigkeit der halbe Regelsatz angesetzt - das sind rund 250 Euro im Monat, Nach den drei Jahren können Sie entscheiden, ob Sie den vollen Regelbeitrag von rund 500 Euro einzahlen wollen, oder der Beitrag wird nach Ihrem Einkommen berechnet. Wer wie Sie vor 1984 fünf Beitragsjahre nach- weisen kann, darf sich auch freiwillig versichern und den Beitrag selber festlegen - zwischen 79,60 und 1.054,70 Euro im Monat.
Mir wird nach 30 Jahren eine Lebensversicherung ausgezahlt. Ich kann wählen zwischen Rente und Kapital. Welche Konsequenzen hat das steuerlich?
   Lassen Sie sich das Geld auf einen Schlag auszahlen, ist es steuerfrei. Wählen Sie die Rente, muss davon nur der Ertragsanteil versteuert werden. Der liegt bei 18 Prozent, wenn Sie die Rente mit 65 Jahren bekommen. Das heißt, von 1.000 Euro würden 180 Euro in die steuerliche Berechnung eingehen. Haben Sie einen niedrigen Steuersatz, kann es sein, dass Sie gar keine Steuer zahlen müssen. HA10526

Im Ruhestand Steuern sparen.  Auch Rentner können manchen Euro sparen, wenn sie die Steuerregeln nutzen. Rentner und Pensionäre können Vorsorgeaufwendungen beim Finanzamt geltend machen.

  Für Rentner und Pensionäre sind die Möglichkeiten, Vorsorgeaufwendungen als Sonderausgaben steuerlich geltend zu machen, relativ überschaubar. Steuerlich abzugsfähiger Altersvorsorgeaufwand fällt bei ihnen in der Regel nicht mehr an. Das Finanzamt berücksichtigt vor allem die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung. Darüber hinaus haben Ruheständler aber gute und oftmals nicht ausgeschöpfte Möglichkeiten, zusätzliche Ver- sicherungsbeiträge geltend zu machen.
  Grundsätzlich dürfen Rentner, Pensionäre und andere steuerpflichtige Personen 2010 neben den steuer- begünstigten Aufwendungen für Altersvorsorge bis zu 1.900 Euro „sonstige Vorsorgeaufwendungen" absetzen, zusammen veranlagte Ehepaare bis 3.800 Euro. Dazu gehören beispielsweise auch Versicherungsbeiträge zu Kranken-, Haftpflicht- oder Risikolebensversicherungen. Die Obergrenze liegt im Vergleich zum Vorjahr für Allein- stehende um 400 Euro höher, für Ehepaare um 800 Euro. Trotzdem ist das nicht üppig, denn der Sonderaus- gabenabzug für andere begünstigte Versicherungen fällt weg, wenn der neue Höchstbetrag bereits durch die Krankenkassen- und Pflegekassenbeiträge ausgeschöpft ist. Die Beitragszahlungen für solche zwar grundsätzlich begünstigte, aber die neue Freibetragsgrenze übersteigende Vorsorgeaufwendungen bzw. Versicherungsbeiträge können also unter Umständen für 2010 nicht mehr geltend gemacht werden.
• Günstigerprüfung:
   Besonders für Rentner und Pensionäre kann sich die sogenannte Günstigerprüfung hier jedoch positiv aus- wirken. In den Jahren bis 2019 vergleicht das Finanzamt nämlich von sich aus, ob die derzeitige oder die vor 2005 geltende Regelung mehr Abzugspotenzial enthält, und legt automatisch die günstigere Variante der Steuerfestsetzung zugrunde. Bei der alten Regelung gehören Altersvorsorgeaufwand, Krankenversicherungs- beiträge und alle anderen begünstigten Vorsorgeaufwendungen in einen einzigen Topf. In drei Schritten wird dann der abzugsfähige Betrag errechnet. Dieser verringert sich allerdings ab 2011 jährlich durch die Abschmel- zung des sogenannten Vorwegabzugs.
• Vorsorge für andere:
   Ruheständler haben unter Umständen auch die Möglichkeit, für sich, für Kinder, Enkel oder andere Personen steuersparend tätig zu werden. Anstatt beispielsweise den studierenden Enkel ab und zu (und ohne steuerliche Auswirkung) mit Bargeld zu unterstützen, könnten Großeltern eine Unfall-, Kfz-Haftpflicht- oder eine andere be- günstigte Versicherung für ihn abschließen. Mit den so gezahlten Versicherungsbeiträgen, die bei ihnen zu den steuermindernden Sonderausgaben zählen, helfen sie nicht nur dem Nachwuchs, sondern senken gleichzeitig ihre eigene Steuerlast. Denn laut Bundesfinanzhof kann grundsätzlich derjenige Sonderausgaben geltend machen, der sie als Versicherungsnehmer aufgewendet hat. Dabei ist es ohne Bedeutung, wer der Versicherte ist oder wem die Versicherungssumme später zufließt. Voraussetzung ist allerdings, dass bei den eigenen Sonderausgaben ausreichend Spielraum zur Verfügung steht.
   Welches konkrete Abzugspotenzial in den sonstigen Vorsorgeaufwendungen steckt, hängt immer vom Einzelfall ab. Bei alleinstehenden Rentnern und Pensionären ist das „Sparpotenzial" am höchsten, ebenso bei Ehepaaren, wenn beide Ehepartner entweder Rentner oder Pensionäre sind. Wenn einer der Ehepartner noch erwerbstätig ist und steuerlich begünstigte Altersvorsorgebeiträge einzahlt, ändert sich die Lage. Grund: Allein die Altersvorsorge- beiträge des noch erwerbstätigen Ehepartners können dazu führen, dass die Altregelung ungünstiger ausfällt und zusätzliches Abzugspotenzial nicht zur Verfügung steht. Hier hilft nur, genau und konkret zu rechnen. HAZ101025oh

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 Steuerrückzahlung für Rentner

   Knapp eine Million der insgesamt etwa 20 Millionen Rentner können auf Rückzahlungen vom Finanzamt hoffen, weil sie ihre Steuerformulare fehlerhaft ausgefüllt hatten. Mindestens ebenso viele, möglicherweise sogar mehr als doppelt so viele, müssen allerdings Steuern nachzahlen, wie Zeitungen der WAZ-Gruppe unter Berufung auf ein Arbeitspapier der Spitzenbeamten aus den Finanzbehörden der Länder berichteten. Hintergrund der Neuberech- nungen ist der seit Oktober vorgeschriebene Datenabgleich zwischen Rentenversicherern und Finanzämtern.
   Alle Banken, Sparkassen, Lebensversicherer und die Deutsche Rentenversicherung müssen den Finanz- behörden seitdem melden, in welcher Höhe sie Altersbezüge ausgezahlt haben. Dadurch sehen die Finanzämter, welche Rentner dem Staat Steuern schulden. Die ersten Stichproben ergaben, dass von denen, die gezahlt haben, 22 Prozent ihre Steuererklärung falsch ausgefüllt haben, sagte Manfred Lehmann, Chef der Deutschen Steuer- gewerkschaft NRW. Und: „Etwa die Hälfte hat zu viel gezahlt, die andere Hälfte zu wenig." Hochgerechnet auf das Bundesgebiet wären das jeweils rund 970.000 Rentner. Im Test lag die Rückerstattung bei durchschnittlich 250 Euro im Jahr. Rentner hätten in der Erklärung etwa ihre Krankenkassenbeiträge nicht abgezogen oder Felder falsch ausgefüllt. FAZap091207dpa

Manche Rentner sollten nachrechnen
Krankenkassen erheben in bestimmten Konstellationen zu viel Beitrag - Erstattung möglich

   Rentner, die noch in einem Arbeitsverhältnis stehen, werden vielfach mit höheren Beiträgen zur (Kranken-)Kasse gebeten als „Nur"-Arbeitnehmer. Das trifft auf alle Frauen und Männer zu, deren Arbeitsverdienst plus gesetzliche Rente plus Pension oder Betriebsrente im vergangenen Jahr 3.750 Euro im Monat überstiegen hat und denen von ihrer Rente Krankenversicherungsbeiträge einbehalten worden sind. Ihnen steht für 2010 eine Erstattung der Beiträge zu, die sie über die monatliche Beitragsbemessungsgrenze von 3.750 Euro hinaus an ihre Krankenkasse gezahlt haben.
Wichtig: Da die Krankenkassen solche Überzahlungen nicht von sich aus feststellen können, gibt es Geld nur auf Antrag zurück, der formlos gestellt werden kann. Erstattet wird der überzahlte Betrag, der von der Rente einbe- halten wurde.
Beispiel:
Gesetzliche Rente im Jahr 2010: 1.500 Euro; Betriebsrente: 500 Euro; Arbeitsverdienst: 2.000 Euro. Das Gesamteinkommen dieses Rentners von 4.000 Euro monatlich ist mit Beitragsabzügen zur Krankenversicherung belegt worden: Der Verdienst und die gesetzliche Rente mit 7,9 Prozent, die Betriebsrente sogar mit 14,9 Prozent. Da die Bemessungsgrundlage für die Beiträge (3.750 Euro) durch die Einkünfte dieses Rentners um 250 Euro pro Monat überschritten wurde, sind für 2010 aus zwölfmal 250 Euro = 3.000 Euro die 7,9 Prozent aller Beiträge zu erstatten, die von der gesetzlichen Rente abgezogen wurden - zusammen 237 Euro.
   Lohnen kann sich ein Antrag auf Rückzahlung von Beiträgen bei der Krankenkasse auch, wenn zwar die lau- fenden Einkünfte, also Gehalt plus Rente plus Betriebsrente, nicht höher waren als die Beitragsbemessungs- grenze. Wenn der Rentner im Arbeitsverhältnis aber Weihnachtsgeld oder andere Einmalzahlungen erhalten hat, wodurch der Grenzbetrag von 3.750,00 Euro in den betreffenden Monaten überschritten wurde. Auch dann gibt es die dadurch überzahlten Beiträge aus der Rente zurück.
  Auch Studenten, die eine Waisenrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung beziehen, können sich auf eine Finanzspritze ihrer Krankenkasse freuen. Haben sie ihren Studenten-Monatsbeitrag von 53,40 Euro gezahlt und wird ihnen zugleich von ihrer Waisenrente ein Kassenbeitrag abgezogen, so können sie sich diesen Anteil in voller Höhe erstatten lassen - maximal bis zur Höhe des Studentenkassenbeitrags von 53,40 Euro monatlich.
   Das zuvor für die Krankenversicherung beschriebene Procedere gilt auch für die Beiträge zur Pflegever- sicherung - mit der Besonderheit, dass hier die vollen Beiträge zu erstatten sind, weil Rentner die Beiträge allein aufzubringen haben. Beispiel: Bei 4.000 Euro Gesamteinkommen sind die Beiträge zu erstatten, die vom Einkommen jenseits von 3.750 Euro abgezogen wurden: Aufs Jahr gerechnet sind das 1,95 Prozent von 3.000 Euro = 58,50 Euro Erstattung. Bei Kinderlosen beträgt die Erstattung 66 Euro, weil ihr Beitrag höher ist.
   Rentner, die einer gesetzlichen Krankenkasse als freiwilliges Mitglied angehören, haben die aufgezeigten Er- stattungsmöglichkeiten nicht. Ihnen wird von der Rente kein Beitrag abgezogen, der wieder erstattet werden könnte. Stattdessen erhalten diese Rentner von ihrem Rentenversicherungsträger einen Beitragszuschuss (derzeit in Höhe von 7,3 Prozent) zu ihrer Rente, den sie an ihre Krankenversicherung weiterleiten. Und das auch dann, wenn von ihnen bereits - zum Beispiel vom Arbeitsverdienst - der Höchstbeitrag zu zahlen war.
HAZ110426WolfgangBüser

Ordnung ins Steuerchaos bringen - Bund der Steuerzahler gibt Rentnern Antworten auf die wichtigsten Fragen

   Der Steuerzahlerbund gibt im Folgenden Antworten auf die fünf wichtigsten Fragen zum Steuerchaos bei den Rentnern:
Müssen Rentner eine Steuererklärung abgeben?
   Grundsätzlich sind auch Rentner verpflichtet, eine Einkommensteuererklärung abzugeben. Vielen Rentnern ist diese Pflicht jedoch nicht bewusst. Dabei ist die Frage, ob die steuerpflichtigen Einkünfte über den Freibeträgen liegen und daher eine Steuererklärung abgegeben werden muss, bei Rentnern besonders schwierig zu beant- worten. Denn je nachdem, aus welcher Rentenart (gesetzliche Rente, Betriebsrente, Kapitallebensversicherung usw.) Einnahmen erzielt werden, ergeben sich unterschiedliche Berechnungsmethoden. Mit dem Alterseinkünfte- gesetz hat sich der steuerpflichtige Anteil der Renten erhöht, sodass seit dem Jahr 2005 mehr Rentner verpflichtet sind, eine Einkommensteuererklärung abzugeben.
   Erhalten Rentner lediglich Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung, den landwirtschaftlichen Alters- kassen, den berufsständischen Versorgungseinrichtungen und Renten aus einer kapitalgedeckten Altersversor- gung (Riesterrente und Rürup-Rente), gelten für die Abgabepflicht von Einkommensteuererklärungen die Werte, die Sie bitte der Tabelle unten entnehmen. Liegen die Rentenzahlungen darunter, muss keine Einkommen- steuererklärung abgegeben werden, wenn keine weiteren Einkünfte vorliegen. Liegen die Einnahmen über den genannten Beträgen, muss zwar eine Einkommensteuererklärung abgegeben werden, dies heißt aber nicht zwangsläufig, dass auch Steuern zu zahlen sind. So hat das BMF errechnet, dass für das Jahr 2006 und früher erst ab einer Rente von 18.900 Euro im Jahr Einkommensteuern anfallen.

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Warum haben einige Rentner jetzt zu viele Steuern gezahlt?
   Ebenso wie Arbeitnehmer können auch Rentner bestimmte Aufwendungen bei der Steuererklärung steuer- mindernd absetzen. Dies können zum Beispiel Beiträge zur Krankenkasse oder auch Aufwendungen für die Ge- sundheit, wie zum Beispiel eine Brille oder Zahnersatz, sein. Aufgrund der unterschiedlichen steuerlichen Behand- ung der verschiedenen Renten muss aber auch sehr genau aufgepasst werden, welche Renteneinnahmen in welches Feld der Steuervordrucke eingetragen werden. Irrt sich der Steuerzahler und trägt seine Einnahmen aus der gesetzlichen Rente in das Feld für die Betriebsrenten ein, kann sich ein zu hoher Steuerabzug ergeben.
Bekommen die Rentner die zu viel gezahlten Steuern zurück?
  Eine abschließende Bewertung ist erst möglich, wenn alle Fakten bekannt sind. Grundsätzlich können, be- standskräftige Steuerbescheide nur binnen eines Monats nach Bekanntgabe geändert werden. Dazu muss gegen den Steuerbescheid Einspruch beim Finanzamt eingelegt werden. Ausnahmsweise sind aber auch danach Korrek- turen möglich. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn es sich um offensichtliche Fehler handelt. Hat der Steu- erzahler also zum Beispiel seine Einnahmen aus der gesetzlichen Rente in das Feld Betriebsrente eingetragen, so ist dies offensichtlich unrichtig. Wurde der Fehler dann ohne eine weitere Prüfung von den Finanzämtern in die Steuerfestsetzung übernommen, so kann auch noch vier Jahre nach Ablauf des Kalenderjahres, indem die Steuer- erklärung abzugeben war, eine Korrektur erfolgen.
Wie kann man das Steuerchaos zukünftig vermeiden?
   Der Bund der Steuerzahler (BdSt) setzt sich bereits seit Langem dafür ein, Rentnern ein vereinfachtes Steuer- erklärungsformular zur Verfügung zu stellen. Dort sollten nur die für Rentner auch relevanten Felder abgedruckt werden. Mit übersichtlicheren Formularen sollte es den Rentnern auch leichter fallen, die Einnahmen in die richtigen Felder einzutragen. Einen Entwurf für ein vereinfachtes Formular hatte der BdSt dem Bundesministerium der Finanzen bereits vor Monaten vorgelegt.
Was ist zu tun, wenn noch keine Steuererklärung abgegeben wurde, obwohl der Rentner zur Abgabe einer solchen Erklärung verpflichtet war?
   Rentner sollten genau prüfen, ob sie zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet sind. Dabei kann zum Bei- spiel ein Steuerberater oder ein Lohnsteuerhilfeverein, aber auch das Finanzamt vor Ort weiterhelfen. Sollten Rentner noch keine Steuererklärung abgegeben haben, obwohl sie dazu verpflichtet sind, so sollten sie die Er- klärung nachholen. Wird das Finanzamt tätig und fordert zur Abgabe einer Steuererklärung rückwirkend auf, kann dies neben der Steuernachzahlung auch zur Zahlung von Zinsen und Verspätungszuschlagen führen. Im schlimmsten Fall kann sogar ein Strafverfahren eingeleitet werden. NOZ091208ten

Auch im Alter ans Finanzamt denken
Rentner sind meist zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet, bleiben aber oft steuerfrei

   Bei der Steuer auf Renten hat sich in den vergangenen Jahren einiges getan. Grundlage für die heutige Be- steuerung der Rentner ist das seit dem 1. Januar 2005 geltende Alterseinkünftegesetz. Damit wurden die Besteu- erung von Renten und Pensionen sowie der Sonderausgabenabzug für Vorsorgeaufwendungen neu geordnet.
   Dies bedeutet unter anderem, dass seitdem für jeden neuen Rentnerjahrgang der Besteuerungsanteil neu und höher berechnet wird. Ähnlich ist es mit dem Altersentlastungsbetrag, der sich je nach Jahr des Renteneintritts bemisst. Weitere gesetzliche Regelungen wie der seit 2007 verringerte Sparerfreibetrag und die seit 2009 mit Einführung der Abgeltungsteuer entfallene Abzugsfähigkeit der tatsächlichen Werbungskosten in Zusammenhang mit Kapitaleinkünften können für Rentner unter Umständen zur Steuerzahlung führen. Die Steuerberaterkammer Niedersachsen erläutert die Einzelheiten.
Steuererklärung: Entscheidend ist die Höhe der jährlichen Einkünfte. Überschreiten diese, nach Abzug der steuermindernden Beträge wie der Werbungskostenpauschale von 102 Euro für Singles (204 Euro für Paare), den steuerlichen Grundfreibetrag von 7.664 Euro für Alleinstehende (bzw. 15.328 Euro für Ehepaare) wird in aller Regel die Abgabe einer Steuererklärung fällig. Für das Jahr 2009 wurde der Grundfreibetrag durch das Konjunktur- paket II auf 7.834 bzw. 15.668 Euro angehoben.
Steuerabzug: Aber selbst die Abgabe der Erklärung führt nicht automatisch zu einer Steuerzahlung. Dies liegt einmal daran, dass nicht die gesamte Rente steuerpflichtig ist, sondern nur ein Prozentsatz davon, dessen Höhe jeweils abhängig ist vom Jahr des Renteneintritts. Zum anderen gibt es für Senioren diverse abzugsfähige Kosten, die steuermindernd Berücksichtigung finden, wie etwa Sonderausgaben für bestimmte Versicherungen, Unter- haltszahlungen und sonstige außergewöhnliche Belastungen. Auch der Altersentlastungsbetrag kann hier eine Rolle spielen.
Identifikationsnummer: Durch die Einführung der Steueridentifikationsnummer im Jahr 2008 sowie den künftig jährlichen Versand von Rentenbezugsmitteilungen durch die Rentenversicherungsträger und die damit einher- gehende Information der Finanzverwaltung über sämtliche Renteneinkünfte werden nun auch solche Rentner bekannt, die bisher nicht steuerlich erfasst waren. Hier muss jeder Betroffene individuell, gegebenenfalls mithilfe eines Steuerberaters oder Lohnsteuerhilfevereins, prüfen, und zwar möglichst seit 2005, inwieweit er von der neuen Gesetzesregelung betroffen sein könnte.
Besteuerung der gesetzlichen Renten: Mit Einführung des Alterseinkünftegesetzes wurden erstmals 50 Prozent der Rente steuerpflichtig. Wer im Jahr 2009 in Rente geht, hat bereits einen Anteil von 58 Prozent seiner Jahres- rente zu versteuern. Der zu versteuernde Anteil steigt für jeden neuen Rentner Jahrgang bis 2020 in Schritten von 2 Prozent, danach in Schritten von einem Prozent an, sodass im Jahr 2010 der steuerpflichtige Anteil 60 Prozent beträgt und 2040 eine Besteuerung von 100 Prozent für die dann in Rente gehenden Versicherten erreicht wird.
  Dazu ein Beispiel: Eine 65-jährige alleinstehende Frau geht Anfang des Jahres 2010 in Rente. Bei einer ange- nommenen jährlichen Rente von 12.000 Euro  wären 60 Prozent,  also 7.200 Euro,  zu  versteuern, 4.800 Euro bleiben steuerfrei. Vorausgesetzt, sie hat keine weiteren Einkünfte, bleibt sie mit diesem Betrag innerhalb des steuerfreien Existenzminimums für Alleinstehende. Folglich werden keine Steuern fällig. Der einmal ermittelte steuerfreie Betrag bleibt konstant, auch wenn die Renten steigen. Steigt die Rente im Beispielfall auf 12.800 Euro, dann bleiben 4.800 Euro weiterhin steuerfrei, während die Erhöhung versteuert werden muss.
Besteuerung bei privat finanzierten Renten: Solche Renten sind teilweise und zwar mit dem Ertragsanteil steuerpflichtig. Dieser Anteil richtet sich nach dem Lebensalter bei Rentenbegin. Er beträgt bei einem Renten- eintrittsalter von 51 Jahren 29 Prozent und fällt auf 8 Prozent bei einem Rentenbeginn mit 80 Jahren. Wer mit 65 Jahren erstmals Rente beziehen möchte, hat einen Anteil von 18 Prozent zu versteuern.
Nebeneinkünfte: Die neue Rentenbesteuerung wirkt sich vor allem bei denjenigen Rentnern aus, die über weitere Einkünfte aus Zweit- oder Betriebsrenten, steuerpflichtigen Kapitalerträgen, Einnahmen aus Vermietung und Ver- pachtung, nicht selbstständiger oder aus selbstständiger Nebentätigkeit verfügen. Diese Einnahmen schlagen nämlich nicht wie die Rente mit einem reduzierten, sondern mit dem vollen Betrag steuerlich zu Buche. Der steuer- frei bleibende Betrag kann dann schnell überschritten sein.
Altersentlastungsbetrag: Abgemildert wird dies durch den Altersentlastungsbetrag, der jedoch bis zum Jahr 2040 auf null abgeschmolzen wird. Er steht denen zu, die im Vorjahr 65 Jahre alt geworden sind und Einkünfte neben der Rente haben. Wer beispielsweise im Jahr 2005 65 Jahre alt geworden ist, hat 2006 und in allen folgenden Jahren einen Altersentlastungsbetrag von 38,4 Prozent der nicht in der Altersrente bestehenden Einkünfte, maximal jedoch 1.824 Euro. Wer 2008  65 Jahre alt wurde, kann ab 2009 nur noch 33,6 Prozent, maximal 1.596 Euro im Jahr geltend machen.
Minijob: Keine Gedanken um die Steuern müssen sich Rentner bei einem Minijob machen. Bis zu 400 Euro im Monat dürfen dazuverdient werden, ohne dass Abgaben fällig werden. Wer allerdings noch keine 65 Jahre alt ist oder als Rentner mehr nebenbei verdient, unterliegt anderen steuerlichen Bewertungen.
Kapitalerträge: Auch bei den Einkünften aus Kapitalvermögen ist Achtsamkeit geboten. So sorgt die seit 1. Januar 2009 geltende Abgeltungsteuer dafür, dass alle Kapitalerträge künftig mit 25 Prozent versteuert werden. Hinzu kommen noch der Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls die Kirchensteuer, sodass der tatsächliche Steuersatz bei rund 28,6 Prozent liegen kann. Gleichzeitig wurde ein sogenannter Sparerpauschbetrag eingeführt. Er trägt zwar in gleicher Höhe wie der bisherige Sparerfreibetrag, nämlich mit 801 Euro für Ledige bzw. 1.602 Euro für Paare, zur Steuerminderung bei. Dafür aber werden höhere Werbungskosten nicht mehr anerkannt. Dies kann letztlich dazu führen, dass ohne wesentliche Änderungen der Geldanlagen künftig eine Steuerpflicht eintritt, weil die mit den Kapitaleinkünften in Zusammenhang stehenden höheren Werbungskosten nicht mehr in Abzug ge- bracht werden können, sich folglich nicht mehr steuermindernd auswirken. HAZ090706oh

 Selbst kümmern statt warten - Noch haben Rentner Zeit zum Nachzahlen von Steuern

 In Sachen Steuern ist es fünf vor zwölf für Millionen von Rentnern: Seit Herbst 2009 wissen die Finanzämter haar- genau, wer ordnungsgemäß Steuern gezahlt hat - und wer nicht. Unversteuertes kann bis ins Jahr 2005 auf- gespürt werden. Erich Nöll vom Bundesverband der Lohnsteuerhilfevereine rechnet damit, dass säumige Senioren mit zum Teil hohen Nachzahlungen konfrontiert werden. Im Folgenden sechs wichtige Fragen und Antworten:
Warum werden Rentner plötzlich steuerpflichtig?
   Früher hatten die meisten Senioren Ruhe vor dem Finanzamt. Aber mit Einführung des Alterseinkünftegesetzes 2005 hat sich einiges geändert. Seitdem müssen Jahr für Jahr mehr Rentner und Pensionäre Steuern zahlen. Freibeträge und Steuervergünstigungen sorgen allerdings dafür, dass auch weiterhin drei Viertel der 15 Millionen Rentnerhaushalte überhaupt keine Steuererklärung abgeben müssen.
Wer ist aus dem Schneider?
 Wer eine kleine bis mittlere gesetzliche Rente bekommt und allerhöchstens noch Zinsen hat, bleibt voraussichtlich vom Fiskus verschont. Folgende Grenze kann eine Orientierung bieten: Bekommen Rentner seit 2005 oder früher lediglich eine gesetzliche Rente, dann bleiben Einkünfte für Alleinstehende von bis zu 18.900 Euro im Jahr (1.575 Euro im Monat) steuerfrei. Bei Verheirateten verdoppeln sich die Beträge.
   Wer eine Pension oder Firmenrente auf Steuerkarte mit Steuerklasse I, II, III oder IV bekommt und keine weiteren Einnahmen hat, muss sich auch keine Sorgen machen. Eine Steuererklärung ist dann nicht nötig. Sobald zusätzlich noch Renten- oder Nebeneinkünfte von mehr als 410 Euro im Jahr anfallen, besteht Steuerpflicht.
Wer sollte sich kümmern?
   Wohlhabende Rentner und Pensionäre rutschen in der Regel in die Besteuerung - häufig ohne es zu wissen. Landen Einkünfte aus mehreren Quellen auf dem Konto, ist in jedem Fall Handeln angesagt. Beispielsweise dann, wenn man eine niedrige gesetzliche Rente erhält, dazu aber noch Zusatzeinkommen verbuchen kann wie eine Betriebs- oder Privatrente, Miet- oder Kapitaleinkünfte wie Zinsen und Dividenden oder auch einen Neben- verdienst. Auch die Witwenrente ist steuerpflichtig. Aufpassen sollten zudem Ehepaare, von denen einer noch ar- beitet.
Was darf ich nicht vergessen?
   Es kann auch passieren, dass das Finanzamt zwar Steuererklärungen verlangt, trotz guter Renten aber keine Steuern kassiert. Betroffene Senioren können nämlich mit Freibeträgen und Pauschalen ihre Steuerlast drücken. Dazu gehört das Absetzen von Kranken-und Pflegeversicherungsbeiträgen oder Ausgaben für Haftpflicht-, Unfall- und Sterbegeldversicherungen. Das  zu versteuernde  Einkommen wird außerdem gedrückt durch Posten wie Spenden, Handwerkerlöhne, Praxisgebühren und Aufwendungen für die Gesundheit wie die Anschaffung von Brille, Zahnersatz oder Fahrten zur Klinik.
Wie kann ich selbst meine Steuerpflicht abschätzen?
   Alle Einkünfte müssen zunächst einmal zusammengerechnet werden, um einen groben Überblick zu bekommen. Die Materie wird allerdings kompliziert, wenn mehrere Rentenbezüge da sind, die unterschiedlich stark besteuert werden. Beim Abschätzen einer möglichen Steuerpflicht können Lohnsteuerhilfevereine oder auch Internet-Rech- ner weiterhelfen, zum Beispiel der von „Finanztest".
Wie hole ich Versäumtes nach?
   Wer Steuern nachzahlen muss, sollte Steuererklärungen kommentarlos nachreichen, auf keinen Fall etwas von „Selbstanzeige" fallen lassen, empfiehlt Stephanie Zipp von „Finanztest". Vordrucke gibt es auch für frühere Jahre beim Finanzamt oder im Internet unter www.bundesfinanzministerium.de in der Rubrik Formulare. Sobald das Finanz- amt sich von sich aus meldet, kommen voraussichtlich Zinsen und Säumniszuschläge obendrauf. Strafverfahren haben Betroffene kaum zu erwarten. Brenzlig kann es aber werden, wenn ein Rentner bewusst in größerem Stil Steuern hinterzogen hat. NOZ090804ap

Dieter Ondracek:   re-DieterOndracek-   Zwei Millionen Rentnern drohen Steuernachzahlungen

Deutsche Steuergewerkschaft: Bagatellgrenze liegt bei etwa 200 Euro.
Bis zu zwei Millionen Rentner müssen nach Expertenschätzung künftig mit Steuernachzahlungen rechnen.

   „Wir werden maximal zwei Millionen neue Steuerfälle aufnehmen müssen. Drei Millionen haben wir heute schon in der Besteuerung, weil sie Nebeneinkünfte oder Ähnliches haben", sagte der Vorsitzende der Deutschen Steuer- gewerkschaft, Dieter Ondracek. Er wies aber Befürchtungen zurück, dass die Finanzämter eine regelrechte Jagd auf Rentenempfänger machen werden.
   „Wir jagen keine Rentner", sagte Ondracek der „Passauer Neuen Presse”. Jeden einzelnen Fall zu verfolgen würde die Finanzämter überfordern.
   Geplant sei deshalb ein elektronischer Filter, der praktisch eine Bagatellgrenze beinhalte. Ondracek sagte, er schätze, dass diese Grenze bei 200 Euro liegen werde. Die Höhe wird offiziell nicht genannt. Wegen des Filters ist die Zahl der Betroffenen für die zurückliegenden Fälle seit dem Beginn der Rentenbesteuerung 2005 bis zum Jahr 2007 noch unklar. Das Bundesfinanzministerium hatte eine Begrenzung der Steuerlast für Rentner abgelehnt.
NOZ090805dpa

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64 Prozent Steuern für neue Rentner
  Arbeitnehmer, die 2012 in den Ruhestand gegangen sind, müssen 64 Prozent ihrer Renteneinnahmen besteuern. Darauf weist der Neue Verband der Lohnsteuerhilfevereine hin. Die restlichen 36 Prozent sind steuerfrei. Bei diesem Satz bleibt es für sie dann. Er gilt auch für Renten aus berufsständischen Versorgungswerken sowie aus Rürup-Verträgen. Seit 2005 werden Renten zu mindestens 50 Prozent besteuert. Der steuerpflichtige Anteil steigt seitdem jedes Jahr um zwei Prozent - für die jeweils neuen Rentner. Arbeitnehmer, die in diesem Jahr in Rente gehen, müssen dann 66 Prozent ihrer Rente besteuern. NOZ130316tmn

re-gRente-1xxx Die Steuererklärung bringt oft bares Geld

„Günstigerprüfung kann sich in der Steuererklärung lohnen.
Vier Experten beantworteten Fragen der HAZ zu diesem Thema. Foto unten: Experten von Lohnsteuerhilfe- Vereinen am Telefon: Brigitte Heinrich, Hans-Jürgen Hahn, Astrid Gehrke und Uwe Rauhöft von links

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Ich bin Beamter im Ruhestand und bekomme zusätzlich noch eine kleine Rente von der Knappschaft. Muss ich eine Steuererklärung abgeben?
   Ja, es handelt sich um eine Pflichtveranlagung, weil Arbeitslohn - als solcher zählen auch Ruhebezüge wie eine Beamtenpension - und weitere Einkünfte von mehr als 410 Euro im Jahr zusammen bezogen wurden. Sie müssen also eine Erklärung abgeben.
Muss ich die Steuerbescheinigung der Bank mit der Einkommensteuer einreichen?
  Das müssen Sie nicht. Eine Erklärung der Kapitaleinkünfte kann jedoch sinnvoll sein, wenn Ihr persönlicher Steuersatz niedriger als 25 Prozent ist, oder wenn Sie zum Beispiel den Altersentlastungsbetrag nutzen können. Dieser wird ab dem Kalenderjahr gewährt, in dem das 65. Lebensjahr vollendet wird. Wenn Sie die Anlage KAP zur Steuererklärung abgeben, müssen Sie die Steuerbescheinigungen der Banken beifügen. Das gilt auch für die Er- träge, die Sie freigestellt haben.
Wann soll ich in der Anlage KAP die Günstiger-Prüfung ankreuzen?
   Sie sollten das in diesen Fällen immer tun, weil daraus kein Nachteil entstehen kann. Das Finanzamt muss die günstigste Besteuerung, pauschal mit 25 Prozent oder mit dem individuellen Steuersatz, von sich aus feststellen. Sie darf das aber nur, wenn in der Zeile 4 der Anlage KAP auch die Ziffer 1 für die Günstigerprüfung vom Steuer- pflichtigen eingetragen wurde.
Meine Frau und ich sind seit dem Jahr 2004 Rentner und beziehen zusammen eine Rente von 25.400 Euro. Sind wir steuerpflichtig?
   Nein. In Ihrem Fall sind 50 Prozent der im Anfangsjahr, gezahlten Rente steuerfrei. Die Einkünfte aus dem darüber hinausgehenden Teil liegen unter dem Grundfreibetrag für Eheleute (15.668 Euro). Sie müssen deshalb keine Steuererklärung abgeben, wenn keine weiteren Einkünfte vorliegen.
Ich erhalte eine Betriebsrente in Kombination mit einer gesetzlichen Rente. Muss ich eine Erklärung abgeben?
   Die Kombination Betriebsrente mit Renten der gesetzlichen Rentenversicherung führt zur Abgabenpflicht.
Ich beziehe nur eine niedrige Rente, aber die Bank hat mir von meinen Zinsen Abgeltungsteuer abgezogen. Kann ich mir diese erstatten lassen?
   Ja. Wenn das übrige Einkommen das steuerfreie Existenzminimum unterschreitet, kann man den nicht aus- geschöpften Freibetrag für die Kapitaleinkünfte nutzen. Dazu muss man eine Steuererklärung abgeben und in der Zeile 4 der Anlage KAP unbedingt die Günstigerprüfung eintragen. Rentner im Alter von 65 und darüber haben zusätzlich den Vorteil, dass sie einen Altersentlastungsbetrag auf Kapital- oder andere Nebeneinkünfte erhalten. Die Banken können diesen bei der Abgeltungsteuer noch nicht berücksichtigen.
Ich bin Rentner und beziehe außerdem noch Mieteinkünfte. Jetzt verlege ich meinen Wohnsitz nach England. Muss ich künftig eine Steuererklärung in Deutschland abgeben?
   Die Steuerpflicht für die deutschen Einkünfte bleibt in den meisten Fällen Deutschland. Dies gilt auch dann, wenn die Rente ins Ausland überwiesen wird. Besteuert wird man mit Wohnsitz im Ausland als sogenannter beschränkt Steuerpflichtiger. Dies hat zur Folge, dass keine weiteren Abzugsbeträge für Versicherungen möglich sind. Wenn keine oder nur geringe weitere Einkünfte vorhanden sind, kann man jedoch wahlweise wie bisher besteuert werden, das heißt also eine normale Steuererklärung abgeben. Dann können alle Aufwendungen wie bisher weiter abgesetzt werden.
Ich beziehe seit 2006 Rente und Witwenrente, zusammen 13.000 Euro im Jahr. Muss ich eine Steuerer- klärung abgeben und was gilt für meine Sparzinsen von ungefähr 300 Euro jährlich über dem Sparerpausch- betrag?
   Sie müssen keine Steuererklärung abgeben. Die auf die Zinsen von der Bank abgeführte Abgeltungsteuer kön- nen Sie sich zurückholen. Außerdem können Sie eine Nichtveranlagungsbescheinigung beantragen, dann wird Ihnen keine Abgeltungsteuer abgezogen.
Ich nutze meinen Telefon- und Internetanschluss beruflich und privat. Kann ich die Kosten steuerlich geltend machen?
 Sie können 20 Prozent als Werbungskosten absetzen. In der Steuererklärung sind das sonstige Werbungskosten in der Anlage N.
Ich arbeite in einer Baufirma und von meinem Lohn wurde mir eine Winterbau-Umlage abgezogen. Kann ich diese in der Steuererklärung geltend machen?
   Ja. Die Kosten sind Werbungskosten und in der Anlage N einzutragen.
Mein Sohn hat im vergangenen Jahr ausgelernt und danach nur einige Monate gearbeitet. Lohnt sich hier überhaupt eine Steuererklärung?
   Das ist gerade dann der Fall. Der Steuerabzug ist bei großen Lohnunterschieden zwischen den Monaten regelmäßig zu hoch. Mit der Steuererklärung erfolgt ein Ausgleich und die zu viel gezahlte Steuer wird erstattet.
Unsere Tochter studiert in Berlin und wir haben jetzt sehr hohe Kosten für die Wohnung, Heimfahrten usw. Können wir diese absetzen?
   Unmittelbar leider nicht. Die Ausbildungskosten der Kinder sollen mit dem Kindergeld und Kinderfreibetrag abge- golten sein. Bei auswärtiger Unterbringung gibt es jedoch einen zusätzlichen Freibetrag für Sonderbedarf. Dieser ist auf der zweiten Seite der Anlage Kind einzutragen.
Meine Mutter bekommt eine Rente von monatlich 1.100 Euro. Zudem unterstütze ich sie mit monatlich 250 Euro. Kann ich die Unterstützung steuerlich geltend machen?
  Unterstützungen an bedürftige Personen kann man steuerlich geltend machen. Die Einkünfte der unterstützten Person dürfen jedoch 7.680 Euro pro Jahr nicht übersteigen. Alle Einkünfte, die darüber liegen, kürzen den Unter- halt, den man geltend machen möchte. Die Unterstützung würde sich bei Ihnen aufgrund der Einkünfte Ihrer Mutter nicht auswirken.
Ich bin seit 2004 in Rente und meine Frau seit Februar 2009.  Zusammen  haben  wir  eine Bruttorente von 25.408 Euro im Jahr. Müssen wir eine Steuererklärung abgeben?
   Wenn Sie nicht noch andere Einkünfte haben, dann müssen Sie keine Einkommensteuererklärung abgeben.
Ich habe die Rechnung meines Handwerkers überwiesen, aber keinen Ausdruck der Überweisung. Wie soll ich nachweisen, dass ich die Rechnung überwiesen habe?
   Als Nachweis der Überweisung genügt ein Kontoauszug.
Meine Tochter besucht eine Privatschule. Kann ich das Schulgeld in der Steuererklärung absetzen?
  
Ja, von dem Schulgeld können 30 Prozent abgesetzt werden, wenn es sich um eine anerkannte Ersatzschule handelt.
Kann ich die Klassenfahrten, Schulbücher und den restlichen Schulbedarf meiner Kinder absetzen?
   Nein, diese Kosten sind mit dem Kindergeld abgedeckt.
Ich habe meine Zähne machen lassen und meine private Krankenkasse ersetzt mir die Kosten dafür nicht. Kann ich diese in der Steuererklärung ansetzen?
   Krankheitskosten können als außergewöhnliche Belastungen in der Steuererklärung abgesetzt werden. Von den Krankheitskosten wird aber eine zumutbare Belastung abgezogen. HAZ100510

Bescheinigung für Rentner
   Auch für viele Rentner ist der 31. Mai ein wichtiger Termin: Bis zu diesem Tag müssen sie ihre Einkommen- steuererklärung beim Finanzamt abgeben. Ihnen hilft die Deutsche Rentenversicherung Braunschweig-Hannover dabei mit einem Dokument, das die Höhe der gezahlten Rente bescheinigt. Für ihre Steuererklärung füllen Rentner die Anlage R (Renten und andere Leistungen) aus. Dort wird auch der Bruttorentenbetrag für das vergangene Jahr erfragt. Diese Zahl können sie in der Mitteilung über die Rentenhöhe von der Deutschen Rentenversicherung nachlesen. Außerdem werden dort die Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge angegeben, die im Steuer- formular unter „Sonderausgaben" eingetragen werden.
Angefordert werden kann die Bescheinigung unter Angabe der Versicherungsnummer am kostenlosen Ser- vicetelefon der Deutschen Rentenversicherung unter 0800 - 100 04 80 10. Sie kommt dann per Post ins Haus. Wer diesen Beleg schon in den zurückliegenden Jahren angefragt hat, erhält ihn nach Angaben der Rentenver- sicherung automatisch. HAZ100510e

Formularkrieg kann sich für Rentner lohnen

  Grundsätzlich müssen Rentner eine Steuererklärung abgeben, wenn der Gesamtbetrag der Einkünfte den steuer- lichen Grundfreibetrag von 7.834 Euro übersteigt (2008 = 7.664 Euro). Für Verheiratete gelten jeweils die doppelten Beträge. Zur Abgabe verpflichtet ist außerdem, wer zusätzlich zur Rente auf Steuerkarte hinzuverdient, Mieteinnahmen oder Einkünfte aus einer gewerblichen oder selbstständigen Tätigkeit zu erklären hat bzw. eine Pension oder Werksrente bezieht. Das Finanzamt verlangt auch eine Steuererklärung von Verheirateten, bei denen nur einer berufstätig ist und der Partner bereits Rente bezieht. Oft kommt es in diesen Fällen auch zu einer Steuerlast.
   Etliche Rentner haben außer der Altersrente keine anderen Einkünfte zu erklären. Wer monatlich nicht mehr als rund 1.500 Euro-Bruttorente hat, wird keine Post vom Finanzamt erhalten. Dieser Betrag ist allerdings davon ab- hängig, seit welchem Jahr die Rente bezogen wird. Denn das Jahr des Rentenbeginns gibt über den Renten- freibetrag Aufschluss. Je später der Rentenbeginn, desto geringer der Freibetrag. So bleiben bei einem Rentner, der 2005 oder früher in Rente gegangen ist, 50 Prozent der anfänglichen Bruttojahresrente steuerfrei. Dieser einmal festgesetzte Betrag bleibt dem Rentner ein Leben lang unabhängig von Rentenerhöhungen oder Kürzun- gen erhalten.
   Wer nicht zur Abgabe verpflichtet ist, sollte laut Hinweis des Verbandes jedoch überlegen, ob sich die Abgabe einer Erklärung sogar rentiert. Vor allem Rentner mit geringen Renten, aber Zinseinnahmen über den Sparer- pauschbetrag (801 Euro/1.602 Euro) hinaus können profitieren. Denn seit diesem Jahr führt die Bank automatisch 25 Prozent Abgeltungsteuer an den Fiskus ab. Das Geld sieht man nicht wieder - es sei denn, man gibt eine Einkommensteuererklärung ab. Auch für zurückliegende Jahre können Rentner die einbehaltene Zinsabschlag- steuer oder Kapitalertragsteuer auf diesem Weg zurückholen, erklärt der NVL. HAZ090810e 

Viele Bürger sind zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet, doch manche wissen nichts davon.
Auch Ruheständler müssen ran - „Vergessen” der Steuerpflicht jetzt noch riskanter.

   Der Brief, den die meisten Bundesbürger bereits im Briefkasten hatten, sieht ganz harmlos aus. Das Bundes- zentralamt für Steuern teilt darin jedem die neue Steueridentifikationsnummer mit. Für Rentner und Pensionäre kann die Nummer unerwünschte Folgen haben. Sie fliegen jetzt leicht auf, wenn sie jahrelang keine Steuererklä- rung gemacht haben, obwohl sie das tun mussten.
  Die Stiftung Warentest rät Betroffenen in ihrer Zeitschrift „Finanztest”, die Steuererklärungen für vergangene Jahre nachzuholen, bevor das Finanzamt sich meldet. Betroffen sind Millionen Rentner und Pensionäre, schätzt die Deutsche Steuergewerkschaft.
   Die neue Identifikationsnummer setzt bundesweit Datenströme über alle Renten, Pensionen und Kapitalaus- zahlungen in Gang, die Rentner und Pensionäre seit 2005 erhalten haben. Ab Januar 2009 müssen die Deutsche Rentenversicherung, alle privaten Rentenversicherer, Versorgungswerke, Pensionskassen, Pensionsfonds und Versicherungsgesellschaften ihre Leistungen der Zulagenstelle für Altersvermögen in Berlin melden. Von dort gehen die Mitteilungen in die Bundesländer weiter, bis sie beim zuständigen Finanzamt landen.
   Steuererklärungen nachholen müssen vor allem diejenigen Rentner und Pensionäre, die relativ hohe oder ganz unterschiedliche Alterseinkünfte am Finanzamt vorbei kassiert haben. Sie holen die Jahresabrechnungen am besten kommentarlos nach, bevor sie auffliegen. Sie zahlen ihre Steuern nach - eventuell mit Zinsen - und sind meist aus dem Schneider.
   Es kann auch passieren, dass das Finanzamt Steuererklärungen verlangt, aber trotzdem keine Steuern kassiert. Das liegt an den vielen Freibeträgen und Pauschalen, die es im Alter gibt. Rentner und Pensionäre schauen sich ihre Einnahmen an, wenn sie wissen wollen, ob das Finanzamt von ihnen eine Steuererklärung verlangt. Mit Lohn oder Pension.
   Wenn Löhne, Firmen- oder Beamten-Pensionen auf Steuerkarte zu den Einnahmen im Alter gehören, müssen eine Steuererklärung machen:
- Alleinstehende und Ehepaare, die zusätzlich in- oder ausländische Einkünfte über 410 Euro im Jahr aus Ein- nahmen wie Renten, Zinsen und Mieten haben.
- Alleinstehende und Ehepaare mit Lohnersatzleistungen wie Arbeitslosen- und Krankengeld, wenn es mehr als 410 Euro im Jahr sind.
- Alleinstehende und Ehepartner, die Lohn oder Pension nach Lohnsteuerklasse V oder VI versteuert haben oder einen Freibetrag  auf  der Lohnsteuerkarte hatten.
   Ganz anders ist die Situation für alle, die nur gesetzliche Rente und höchstens noch diese Einkünfte beziehen:
- Einkünfte aus Kapitalvermögen oder Vermietung und Verpachtung,
- Einkünfte aus selbstständiger oder gewerblicher Tätigkeit,
- pauschal versteuerten Arbeitslohn,
- Firmen- oder Privatrenten,deren Beiträge aus pauschal oder voll versteuertem Einkommen finanziert wurden.
   Diese Rentner müssen seit 2004 eine Steuererklärung abgeben, wenn ihre steuerpflichtigen Einkünfte (nicht mit dem Einkommen gleichzusetzen) höher als 7.664 Euro (Ehepaare 15.329 €) im Jahr waren.
Hier einige Tipps:
-  Steuerrechner:  Schätzen  Sie  mit  dem  Internetrechner der Stiftung Warentest für Rentner:www.test.de/rechner, wie viel Steuern das Finanzamt nachfordern wird.
-  Hilfe: Gehen Sie zum Steuerberater oder zum Lohnsteuerhilfeverein, wenn Sie bei Ihrer Steuererklärung Hilfe brauchen. Nützlich sind auch schriftliche Ratgeber wie das jährliche „Finanztest Spezial Steuern”.
-  Formulare: Die Vordrucke gibt es auch für frühere Jahre beim Finanzamt oder unter den Internet-Adressen www. bundesfinanzministerium.de, Rubrik Formulare A-Z, oder www.ofd.niedersachsen.de, Unterpunkt Steuervordrucke. Wichtig sind Mantelbogen, Anlage N für Pensionen und Anlage R für Renten.

Steuerratgeber hilft Rentnern bei Steuererklärung

Der aktualisierte BdSt-Ratgeber „Steuererklärung für Senioren" erläutert Schritt für Schritt, welche Formulare auszufüllen sind, welche Belege das Finanzamt sehen will, was in die Anlage R einzutragen ist und welche Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnlichen Belastungen abgezogen werden können.
   Weiter enthält die Broschüre Erläuterungen zur Anlage N (Werksrenten und Pensionen) und zur Anlage KAP(Zinseinkünfte). Und nicht zuletzt erklärt der Ratgeber auch, was der Rentner unternehmen muss, wenn der Steuerbescheid fehlerhaft ist.
   Der Ratgeber kann kostenlos beim Bund der Steuerzahler Niedersachsen und Bremen bestellt werden.
Tel.: 0511 - 515 18 30, Fax: 0511 - 51 51 83 33, eMail: niedersachsen-und-bremen@steuerzahler.de   HAZ090223

Rentnern bieten sich viele Möglichkeiten, ihre Steuerschuld zu reduzieren

   Früher war das einfach: Man bekam seine Rente und hatte mit dem Finanzamt nichts mehr zu tun. Heute müssen sich Rentner mit „Altersentlastungsbeträgen” beschäftigen.
   Viele Rentner hatten lange nichts mit dem Finanzamt zu tun. Doch das ist seit 2005 anders. Zu diesem Zeitpunkt wurde die Besteuerung der Alterseinkünfte neu geregelt. Zwar war auch vorher ein Teil der Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung steuerpflichtig. Doch sie wurden nur mit dem Ertragsanteil besteuert, der je nach Renteneintrittsalter zwischen 27 und 32 Prozent der Rente lag. Wegen dieser niedrigen Werte blieben die meisten Rentner von Steuerzahlungen verschont.
   Jetzt gilt: Je nach Rentenbeginn ist von der gesetzlichen Rente unterschiedlich viel steuerfrei. Höchstens sind es 50 Prozent für jene, die bis Ende 2005 in Rente gegangen sind. Wer im Jahr 2007 Rentner geworden ist, für den sind 46 Prozent seiner Bruttorente steuerfrei. Für neu hinzukommende Rentnerjahrgänge steigt der Steueranteil von Jahr zu Jahr. Personen, die im Jahr 2040 in den Ruhestand gehen, müssen ihre Rente voll versteuern.
   Der je nach Rentenbeginn festgeschriebene Satz verleitet zu der Annahme, auch in den Folgejahren wäre dieser Prozentsatz der Rente steuerfrei. Das gilt aber nicht mehr, sobald sich die Rente verändert. Denn festgeschrieben bis zum Lebensende wird nicht der Prozentsatz, sondern der steuerfreie Betrag, der sich aus diesem Prozentsatz zu Beginn des Rentenalters ergibt.
   Beispiel: Die Schillings siehe Beispielrechnung unten sind seit 2007 Rentner. Die Rentedes Ehemannes beträgt 16.000 Euro. Davon sind 7.360 Euro (46 Prozent) steuerfrei. Das ist der persönliche Rentenfreibetrag, der bis zum Tod gilt. Rentenerhöhungen werden stets in vollem Umfang steuerpflichtig. Auch wer jetzt noch keine Einkommen- steuererklärung abgeben muss, kann also im Laufe der Zeit in die Steuerpflicht hineinwachsen.

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   Wer aber nun ist als Rentner steuerpflichtig? „Wurde die erste Rente 2007 gezahlt, fallen bei einer Bruttorente bis zirka 1.400 Euro monatlich keine Steuern an”, sagt Expertin Stephanie Zipp von „Finanztest” der Stiftung Warentest. „Bei Ehepaaren sind rund 2.800 Euro steuerfrei. Das Problem: Für jeden Rentenjahrgang fallen die Zahlen anders aus. „Mit zusätzlichen Miet-, Zins- oder Dividendeneinkünften gilt auch eine solche Faustformel nicht mehr”, ergänzt Zipp. Ein genauerer Maßstab ist deshalb das steuerliche Existenz- minimum. Bleiben nach Abzug aller Pauschalen, Freibeträge und Ausgaben im Jahr nicht mehr als 7.664 Euro (Ehepaare 15.329 Euro), besteht keine Steuerpflicht.
  Viele Rentner haben gute Chancen, diese Grenzen zu unterschreiten, wenn alle Steuersparmöglichkeiten aus- geschöpft werden. So sind Beamtenpensionen oder lohnsteuerpflichtige Pensionen aus Direktzusagen oder Unter- stützungskassen durch den Versorgungsfreibetrag und einen Zuschlag zum Teil steuerfrei. Allerdings fällt dieser Betrag von Jahrgang zu Jahrgang unterschiedlich aus, je nachdem, in welches Jahr der Pensionsbeginn fällt siehe Tabelle.

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   Für das Ehepaar Schilling liegt der Versorgungsfreibetrag bei 36,8 Prozent, für Rentner Werner Grahl noch bei 40 Prozent siehe Beispielrechnung. Den einmal ermittelten Versorgungsfreibetrag gewährt das Finanzamt auch in den Folgejahren bis zum Tod.

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  „Einkünfte wie Zinsen, Mieten oder Bruttolöhne können um den Altersentlastungsbetrag gemindert werden”, sagt Uwe Rauhöft vom Neuen Verband der Lohnsteuerhilfevereine. Für Renten und Pensionen kann er nicht in Anspruch genommen werden.  Die Höhe des Altersentlastungsbetrages hängt davon ab, wann das 64. Lebensjahr vollendet wurde siehe Tabelle oben. Für das Ehepaar Schilling beträgt er 36,8 Prozent der Nebeneinkünfte, maximal 1.748 Euro. Da Werner Grahl älter ist, hat er einen höheren Altersentlastungsbetrag von 40 Prozent der Nebeneinkünfte, maximal 1.900 Euro. Erfüllen beide Ehepartner die Altersgrenze, kann jeder den Altersentlas- tungsbetrag beanspruchen, sofern er entsprechende Einkünfte hat. Wichtig bei Zinseinnahmen: Von den Zinsen erst den Sparerfreibetrag (801 Euro, Verheiratete 1.602 Euro) abziehen und von dem verbleibenden Rest dann den Altersentlastungsbetrag.
   Renten aus privaten Versicherungen oder einer Direktversicherung sind nur zu 18 Prozent steuerpflichtig, sofern das Alter bei Rentenbeginn 65 war. Wer schon mit 63 Jahren in den Ruhestand gegangen ist, muss 20 Prozent dieser Einkünfte versteuern.
   Bei der Steuererklärung benötigen die Rentner die Anlage R. Hier werden gesetzliche Renten, Rentenerhöhun- gen, aber auch Leistungen aus privaten Rentenversicherungen eingetragen. Beamten- und Firmenpensionen ge- hören dagegen in die Anlage N.
  Von Renten und Pensionen gehen jeweils 102 Euro für Werbungskosten oder höhere nachgewiesene Kosten ab. Außerdem gibt es eine Sonderausgabenpauschale von 36 Euro pro Person. „Die Pauschbeträge können ohne Nachweis angesetzt werden”, sagt Rauhöft. Liegen die tatsächlichen Aufwendungen höher, werden diese in die Steuererklärung eingetragen. „Werbungskosten im Zusammenhang mit der Rente entstehen, wenn ein Renten- berater konsultiert wird oder ein Rechtsstreit mit der Rentenversicherung geführt wird”, erläutert Rauhöft. Auch Gewerkschaftsbeiträge zählen zu den Werbungskosten. Spenden oder Kirchensteuern sind Sonderausgaben und mindern das zu versteuernde Einkommen ebenfalls.
   Abzugsfähig sind auch Versicherungsbeiträge wie Kranken- und   Pflegeversicherung oder eine Unfall- oder Haftpflichtversicherung. „Aber keine Sachversicherungen wie Hausratversicherungen”, schränkt Rauhöft ein. Die entsprechenden Ausgaben für Versicherungen sollten unbedingt in die Steuererklärung eingetragen werden. Inwieweit sie berücksichtigt werden, ermittelt das Finanzamt. Die Angaben kommen in den Mantelbogen.
   Mit Belegen für Medikamente, Arztbesuche und Brillen lässt sich die Steuer außerdem drücken, wenn eine bestimmte Grenze der zumutbaren Belastung überschritten wird. Die liegt bei Verheirateten mit Einkünften bis zu 15.340 Euro bei vier Prozent (Alleinstehende fünf %), bei höheren Einkünften bei fünf Prozent (Alleinstehende sechs Prozent). Diese Ausgaben zählen zu den außergewöhnlichen Belastungen und gehören in den Mantelbogen.
   Ältere benötigen häufig Hilfe im Haushalt. Für eine Haushaltshilfe lassen sich 624 Euro als außergewöhnliche Belastung absetzen. Zusätzlich können für haushaltsnahe Dienstleistungen bis zu 3.000 Euro an Lohn- und Fahrt- kosten abgesetzt werden. 20 Prozent davon, also maximal 600 Euro, zieht das Finanzamt direkt von der Steuer- schuld ab. Mit solchen Ausgaben hätte also das Ehepaar Schilling eine Steuerzahlung komplett vermeiden können. Kosten bis 6.000 Euro und davon wiederum 20 Prozent können für beanspruchte Pflegeleistungen geltend gemacht werden, wenn der Betreffende die Pflegestufe I oder einen Schwerbehindertenausweis mit den Buchstaben H oder Bl besitzt. Werden allerdings noch andere haushaltsnahe Dienstleistungen beansprucht, so werden diese verrechnet. Unabhängig davon können aber für Handwerkerleistungen bis zu 3.000 Euro an Lohn-, Fahrt- und Maschinenkosten berücksichtigt werden. Auch hier zieht das Finanzamt 20 Prozent der Ausgaben direkt von der Steuerschuld ab. All diese Ausgaben kommen in den Mantelbogen. Damit bieten sich für Rentner viele Möglichkeiten, ihre Steuerschuld zu reduzieren.
   Tipp: Hilfen für die Steuererklärung vom Arbeitnehmer bis zum Rentner bietet das Heft Finanztest Spezial „Steuern 2008" (126 Seiten, 7,50 Euro) der Stiftung Warentest. Alle Regelungen werden verständlich mit Bei- spielen erläutert. Übersichten und Tabellen erhellen das komplizierte Steuerrecht, damit keiner zu viel Steuern bezahlt. Erhältlich im Buch- und Zeitschriftenhandel. HASteffenPreißler080223

Zinsen für Rentner oft steuerfrei

   Rentner können Zinsen und andere Kapitaleinkünfte über den Sparerpauschbetrag hinaus steuerfrei einnehmen. Voraussetzung ist, dass das jährliche Einkommen nicht den Betrag von derzeit 7.972 Euro (Grundfreibetrag 7.834 Euro plus Werbungskostenpauschale 102 Euro plus Sonderausgaben-Pauschbetrag 36 Euro) überschreitet.
   Wichtig dabei: Als Einkommen im steuerrechtlichen Sinn gilt nicht die gesamte Rente, sondern nur der niedrigere sogenannte Ertragsanteil. Die Höhe des Ertragsanteils wurde 2005 bei gesetzlichen Renten auf 50 Prozent festgelegt und stieg seitdem pro Jahr um zwei Prozentpunkte an. Entscheidend ist hierbei das Jahr des ersten Rentenbezugs. Für Rentner, die 2009 zum ersten Mal Ruhestandsbezüge beziehen, beträgt der Ertragsanteil daher 58 Prozent; das heißt, bei einer Rente von 1.000 Euro sind 580 Euro steuerpflichtig.
   Da nur ein Teil der Rente steuerpflichtig ist, schöpfen viele Rentner den Freibetrag bei der Einkommensteuer nicht aus. Er kann deshalb für Kapitaleinkünfte genutzt werden, die über dem Sparerpauschbetrag (früher Sparerfreibetrag) in Höhe von 801 Euro liegen, erläutert der Bund der Steuerzahler. In diesen Fällen ist es ratsam, beim Finanzamt eine „Nichtveranlagungsbescheinigung" (NV-Bescheinigung) zu beantragen. Der Antrag ist leicht auszufüllen: Es sind lediglich Angaben zum voraussichtlich zu versteuernden Einkommen zu machen.
   Das Finanzamt stellt die Bescheinigung jedem aus, der voraussichtlich keine Einkommensteuer zahlen muss. Diese Freistellung ist in der Regel drei Jahre gültig. Wird die NV-Bescheinigung der Bank vorgelegt, kann das Kreditinstitut Zinsen und andere Kapitaleinkünfte grundsätzlich steuerfrei auszahlen - eben auch dann, wenn sie den Sparerpauschbetrag überschreiten.
  Wichtig: Die NV-Bescheinigung gilt auch für die Abgeltungsteuer, die seit diesem Jahr anfällt. Bei der Prüfung, ob der Sparerpauschbetrag überschritten wird, werden aber auch Wertpapierveräußerungsgewinne ange- rechnet. HAZ091214e

Im „Finanztest spezial - Steuern 2008” sind den Rentnern mehrere Kapitel gewidmet. Das Heft gibt es im Zeitschriftenhandel für 7,50 Euro.
Empfehlenswert ist auch die von der Stiftung Warentest herausgegebene Broschüre:
„Steuererklärung für Rentner”. Es gibt sie im Buch- und Zeitschriftenhandel für 12,90 Euro,
telefonisch kann sie unter 01805 -  00 24 67 bestellt werden.
„Der aktuelle Steuerratgeber für Rentner und Ruhestandsbeamte” heißt die Broschüre, die vom Walhalla-Verlag herausgegeben wurde. Sie kostet 9,50 Euro und ist im Buchhandel zu haben. HA80414WolfgangBüser

Bestimmte Renten nicht steuerpflichtig

   Das Bundesfinanzministerium (BMF) hat kürzlich klargestellt, dass Schadensersatzrenten nicht steuerpflichtig sind, wenn diese zum Ausgleich entgangener Unterhaltsansprüche gezahlt werden. Bisher hatte die Finanzver- waltung nur Einmalzahlungen steuerfrei belassen, dagegen regelmäßig gezahlte Beträge versteuert. Mit dem Hinweis auf das BMF-Schreiben vom 15. Juli 2009 und das Urteil des Bundesfinanzhofs vom 26. November 2008 können Betroffene nunmehr Einspruch einlegen, rät der Neue Verband der Lohnsteuerhilfevereine (NVL).
   Anspruch auf eine Schadensersatzrente besteht, wenn eine unterhaltsverpflichtete Person zum Beispiel in Folge eines Unfalls oder wegen eines Behandlungsfehlers verstirbt. Der Verursacher beziehungsweise die Versicherung kann in diesen Fällen zum Ausgleich für entgangenen Unterhalt an die unterhaltsberechtigte Person, zum Beispiel Ehefrau oder Kinder, verpflichtet sein. Die Zahlung erfolgt dann entweder in einer Summe oder in monatlichen Raten. Gängige Praxis der Finanzämter war es bisher, nur Einmalzahlungen steuerfrei zu belassen, fortlaufende Zahlungen dagegen als sogenannte „sonstige Bezüge" zu besteuern.
   Mit Urteil vom 26. November 2008 entschied der Bundesfinanzhof entgegen der bisherigen Verfahrensweise, dass Zahlungen für verlustigen Unterhalt in voller Höhe steuerfrei zu belassen sind, unabhängig davon, ob diese einmalig oder in Raten gezahlt werden. Da die Leistungen lediglich den Unterhaltsanspruch ausgleichen und kein Ersatz für steuerpflichtige Einnahmen darstellen, entfällt eine Steuerbarkeit, heißt es in der Begründung. Die Richter stellen auch klar, dass Schadensersatzrenten nur dann steuerpflichtig sind, wenn diese als Ersatz für steuerpflichtige Einkünfte, wie Lohn oder Gehalt, geleistet werden. Die für Steuerpflichtige positive Entscheidung ist in allen noch offenen Fällen anzuwenden.
   Der NVL empfiehlt Betroffenen, Einspruch einzulegen. Dies ist jedoch nur möglich, sofern Steuerbescheide noch nicht bestandskräftig geworden sind.    HAZ090907e

Experten-Rat: Wie man die Steuerlast senken kann

Ich war im letzten Jahr lange krank und musste oft zum Arzt. Kann ich die Fahrten bei der Steuererklärung absetzen?
   Grundsätzlich können Fahrtkosten zur medizinischen Behandlung als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht werden. Wenn Sie mit dem Auto gefahren sind, können 0,30 Euro pro gefahrenem Kilometer abgesetzt werden. Das Finanzamt wird jedoch einen bestimmten Betrag als zumutbare Belastung abziehen. Dieser Betrag wird individuell ermittelt und ist abhängig vom Familienstand, den Einkünften und der Anzahl der Kinder. Ob sich dadurch eine steuerliche Erstattung ergibt, kann daher nicht pauschal gesagt werden.
Welche Kosten kann ich als Rentner absetzen?
   Rentner können beispielsweise ihre Aufwendungen für bestimmte Versicherungen, wie alle Haftpflichtversicher- ungen, Unfallversicherungen, Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge, absetzen. Abzugsfähig sind Kur- und Fahrtkosten, auch Krankheitskosten, wie Zuzahlungen zu Medikamenten und Krankenhausaufenthalten, Zahnarzt- rechnungen und auch Aufwendungen für Seh- und Hörhilfen. Desweiteren sind Spenden, Parteibeiträge und Kirchensteuer absetzbar. Auch der Abzug von sogenannten haushaltsnahen Dienstleistungen, wie Kosten für den Fensterputzer, Haushaltshilfe oder den Pflegedienst sind möglich.
Ich bin Rentner und muss seit 2005 Steuern nachzahlen. Kann ich auch Kosten absetzen? Ich lasse mir von einem Bekannten im Frühjahr und Herbst alle Fenster putzen und bezahle das immer in bar.
   Die Kosten für die Reinigung ihrer Fenster können grundsätzlich steuerlich abgesetzt werden. Es sind jedoch dabei bestimmte Voraussetzungen zu erfüllen. Zum einen verlangt der Fiskus eine Rechnung und zum anderen darf diese nicht bar, sondern muss per Überweisung beglichen werden. Außerdem sind nur Dienstleistungen begünstigt, die von einem Unternehmen durchgeführt werden. Ihr Bekannter sollte diese Tätigkeit gewerblich anmelden. Dann sind unter Berücksichtigung des oben genannten auch Ihre Aufwendungen steuerlich absetzbar.
   In einer Telefonaktion des Hamburger Abendblattes wurden die Fragen beantwortet von den Experten: Marlies Spargen (Neuer Verband der Lohnsteuerhilfevereine), Manfred Wegner (Lohn- und Einkommensteuer Hilfering Deutschland) und Hermann Jeberien (Steuerberaterverband Hamburg). HA070215

Steuererentlastung sollte für zusätzliches Alterseinkommen genutzt werden

   Die tragende Säule der Alterssicherung wird auch künftig die gesetzliche Rente sein. Zusätzlich sollte aber jeder privat vorsorgen, um sich eine ausreichende Alterssicherung aufzubauen. Ob betrieblich oder privat, Vater Staat unterstützt die Zusatzvorsorge durch Zulagen und/oder Steuervergünstigungen. 
  Am 1. Januar 2005 ist das Alterseinkünftegesetz in Kraft getreten. Es senkt die Steuerlast auf Einkommen, das in die Altersvorsorge investiert wird. Dafür erhöht es den steuerpflichtigen Anteil der späteren Rentenzahlung (so genannte nachgelagerte Besteuerung). Die Entlastung baut sich allmählich auf. Wer wenig verdient, hat auch weniger Entlastung.
   Beispiel:  Bei  einem  allein  stehenden  Arbeitnehmer  mit einem Bruttoverdienst von 30.000 Euro beläuft sich die Steuerentlastung nach Berechnungen des Deutschen Instituts für Altersvorsorge (inflationbereinigt) in diesem Jahr auf 27 Euro, im Jahr 2010 sind es dann schon 227 Euro und 2020 bereits 775 Euro.
  Im Alterseinkünftegesetz ist auch eine neue Förderung der freiwilligen privaten Altersvorsorge geregelt. Die neue Basisrente wird nach dem Vorsitzenden der Expertenkommission, Bert Rürup, auch als „Rürup-Rente” bezeichnet. Bei dieser Rente wird der Verbraucher in der Ansparphase steuerlich stark gefördert: 2005 sind 60 Prozent der Beiträge für die gesetzliche und  private  Altersvorsorge  bis  zu  einem  Höchstbetrag von 12.000 Euro/ Allein- stehende und 24.000 Euro/Ehepartner steuerfrei. Bis zum Jahr 2025 erhöht sich die steuerfreie Summe um jährlich zwei Prozent. Dann sind 100 Prozent und damit der Freibetrag von höchstens 20.000 Euro / Alleinstehende und 40.000 Euro / Ehepartner erreicht. Der Arbeitgeberanteil wird dabei angerechnet.
  Die neue Basisrente wird von Lebensversicherungsunternehmen angeboten und ist so konstruiert wie die ge- setzliche Rente, das heißt, sie ist weder beleihbar, vererbbar noch veräußerbar. Außerdem darf die Kapitalzahlung nicht auf einen Schlag erfolgen, sondern es muss eine monatliche Rente bis zum Lebensende bezogen werden. Eine Garantie, die es übrigens nur bei den Lebensversicherungen gibt, mit dem Vorteil von Garantiezins und Rendite. Eine Todesfallabsicherung gibt es nicht. Stirbt der Versicherte während der Ansparphase, verbleibt das angesparte Geld in der Versichertengemeinschaft. Der Versicherte kann aber im Rahmen eines Zusatzvertrages den Ehepartner und die Kinder absichern. Auch der Schutz bei Berufsunfähigkeit lässt sich vertraglich vereinbaren.
   Rentenzahlungen dürfen frühestens vom 60. Lebensjahr an erfolgen, es sei denn, der Vertrag hat eine Anspar- dauer von mindestens zwölf Jahren und leistet nicht nur eine Rente, sondern sieht im Fall der Erwerbsminderung oder bei Tod Leistungen an Ehegatten oder Kinder vor.
   Die Rentenzahlungen erfolgen zusätzlich zur gesetzlichen Rente und sind wie sie steuerpflichtig. Der steuerpflichtige Teil der Rente hängt vom Rentenbeginn ab und steigt vom Jahr 2005 an von 50 Prozent stufenweise für jeden neuen Rentnerjahrgang. Wer beispielsweise ab 2020 in Rente geht, muss 80 Prozent seiner Rente beim Finanzamt abrechnen, 2040 liegt der Besteuerungsanteil dann bei 100 Prozent.
   Vor allem für Selbstständige, die nicht rentenversicherungspflichtig sind, empfiehlt die Stiftung Warentest den Abschluss einer Basisrente, weil sie nur damit steuerbegünstigt sparen können. Auch für Angestellte, die die ge- förderten Höchstbeiträge bei der Riester-Rente und der betrieblichen Altersvorsorge ausgeschöpft haben, könnte sich die Basisrente lohnen.
   Lebensversicherungsunternehmen haben bereits geeignete Produkte erarbeitet, die sie den Kunden anbieten. Die Entscheidung, welche Vorsorgemöglichkeit und welches Produkt zu der jeweiligen persönlichen Situation am besten passt, sollte immer erst nach gründlicher Information und Beratung mit entsprechenden Experten (Steuer- berater, Versicherungs- oder Vermögensberater) erfolgen. Es gilt, eine maßgeschneiderte Vorsorgestrategie zu finden und es muss geprüft werden, wie der Vermögensaufbau mit den Extramitteln aus der Steuerersparnis sinnvoll ergänzt werden kann und welche konkreten Anlageprodukte optimal zu den individuellen Wünschen und Zielen des Kunden passen.  HAZIngridLaue050315
Weitere Informationen:
Broschüre „Neues Steuerrecht für Versicherte und Rentner” kostenlos bei der
BfA, 10704 Berlin, Fax (0 30) 86 52 73 95, eMail: vordruck@bfa.de
Ratgeber „Private Altersvorsorge” - er kostet 12,90 Euro und ist in den Beratungsstellen der:
Verbraucher-Zentrale Niedersachsen oder im Buchhandel erhältlich.
Informationen gibt es auch im Internet unter: www.bundesministerium.de

Informationen: Hilfe im Internet

  Jeder Förderberechtigte sollte prüfen, welche der Möglichkeiten am besten für ihn sind und welche Kombination aus Riester-, betrieblicher und rein privater Vorsorge besonders lukrativ ist. Hilfe dabei gibt es im Internet:
www.vorsorgedurchblick.de
www.ihre-vorsorge.de
www.die-rente.info
www.klipp-und-klar.de
www.dia-vorsorge.de
  Die Broschüre „Die neue Rente” kann kostenlos beim Informationszentrum der deutschen Versicherer, Postfach 08 04 31, 10004 Berlin, Telefon (08 00) 7 42 43 75, Internet: www.klipp-und-klar.de
,  bestellt werden.
  Der Ratgeber „Die Riester-Rente - Planungshilfen, Finanzierungsformen, Fördermöglichkeiten, Vorsorge im Be- trieb” ist zum Preis von 7,80 Euro in den Beratungsstellen der Verbraucherzentrale Niedersachsen erhältlich. Für zusätzlich 2,50 Euro für Porto und Versand kommt er gegen Rechnung auch ins Haus. Bestelladresse:Verbraucher- zentrale Niedersachsen e. V., Postfach 61 26, 30061 Hannover, Telefon (01 80) 5 00 14 33 (Montag bis Freitag von 9 bis 16 Uhr) für 12 Cent/Min. aus dem deutschen Festnetz.  Fax (0511) 911 96 10, eMail: lnfo@vzniedersachsen.de

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Tipps für die Rente

Wer im Alter gut versorgt sein möchte, muss frühzeitig planen. Hilfreiche Ratschläge zur Rente gibt es im Internet: www.ihrevorsorge.de
   Das Thema Altersvorsorge ist umfassend und teilweise sehr kompliziert - die Landesversicherungsanstalten und die Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See haben deshalb einen Online-Ratgeber erarbeitet, der für jeden leicht zu navigieren ist. Neben aktuellen Meldungen zum Thema gibt es in einer Service-Leiste mehrseitige Dossiers zur Riester-Rente, der gesetzlichen Rente, der betrieblichen sowie der privaten Altersvorsorge. Nützlich sind die Tipps, die beim Ausfüllen von Anträgen helfen. Wer außerdem ausrechnen möchte, wie viel Rente bei einem bestimmten Einkommen zu erwarten ist, kann den Rentenschätzer nutzen: Mit einigen Angaben wie Brutto- gehalt, Alter und Rentenbeginn lässt sich die Höhe der möglichen Rente berechnen. 
www.deutsche-rentenversicherung-braunschweig-hannover.de
   Bürger, die mit; ihrer Altersvorsorgeplanung noch am Anfang stehen, sollten auf dieser Seite mit der Recherche beginnen. Eingeteilt in Rubriken wie „Berufsgruppen”, „Vor der Rente”, „Riester-Rente” und „Leistungen” sind hier viele wissenswerte Informationen zum Thema gebündelt. Die Texte sind verständlich ge- schrieben und behandeln auch besondere Aspekte wie etwa „Rente und Scheidung”. Zusätzlich stellt die Deutsche Rentenversicherung auf ihrer Webseite die bundeseinheitlichen Antragsformulare zum Download zur Verfügung. Wer sich persönlich be- raten lassen möchte, findet an dieser Stelle Ansprechpartner in der eigenen Umgebung.
www.bundessozialgericht.de
  In vielen Informationsbroschüren zur Altersvorsorge wird aus Urteilen des Bundessozialgerichts zitiert. Wer die Texte im Original nachlesen möchte, findet gültige Urteile auf der Homepage des Bundessozialgerichts. Die Daten- bank ist frei zugänglich. Nutzer, die aktuelle Entscheidungstexte suchen, können entweder das Datum, das ver- gebene Aktenzeichen oder Schlagwörter wie „Rente” oder „Altersversorgung” in die Suchmaske eingeben.
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Wertere Informationen zum Alterseinkünftegesetz gibt es im Internet unter: www.vorsorgedurchblick.de
www.bundesfinanzministerium.de
  Die kostenlose Broschüre: „Das Alterseinkünftegesetz: Gerechtigkeit für Jung und Alt” kann telefonisch unter
(0 18 88) 8 08 08 00,   per Fax unter (0 18 88) 1 08 08 08 00 bestellt werden. 

  Überraschung für manche Ruheständler  senRente3x

Neues Steuergesetz kann auch gutsituierte Rentner in Finanzklemme bringen

   Viele Rentner erleben derzeit eine böse Überraschung: Sie bekommen es erstmals mit dem Finanzamt zu tun. Die zum Jahresanfang 2005 in Kraft getretene Verschärfung der Steuerregeln macht sich vielfach erst jetzt bemerkbar, da die Zeit der Steuererklärung für das zurückliegende Jahr gekommen ist.
  „Manche Klienten fallen aus allen Wolken, weil sie nun erstmals Steuervorauszahlungen leisten sollen”, be- richtet der hannoversche Steuerberater und Rechtsanwalt Sven Menke. Dies betreffe zwar lediglich finanziell besser gestellte Ruheständler, aber auch bei ihnen komme es in bestimmten Fällen zu ernsten Problemen. Der Steuerberater berichtet zum Beispiel von einer 85jährigen Frau, die schon vor Jahren in ein Seniorenheim gezogen ist.
   Die Monatsrate von 2.800 Euro konnte sie bislang aufbringen, weil das Finanzamt sie verschonte. Jetzt soll sie mehr als 500 Euro Steuern monatlich zahlen - und weiß nicht, woher sie das Geld nehmen soll. In anderen Fällen haben Rentner schon ihr Vermögen an Kinder oder Enkel übertragen und kommen nun in die Klemme, weil sie nicht mit der Steuerpflicht gerechnet haben.
   Auch die Abgabe der Steuererklärung selbst stellt manche Senioren vor erhebliche Probleme, berichten Steuer- berater. Vor allem ältere Frauen, die bislang nie mit Steuersachen zu tun hätten, seien oft überfordert, die für eine Steuererklärung nötigen Angaben zu machen  oder Bescheinigungen beizubringen.„Viele verstehen das alles nicht mehr”, heißt es.
   Grundsätzlich waren Rentner schon immer steuerpflichtig und mussten unter Umständen eine Einkommensteuer- erklärung abgeben. Bislang traf dies aber nur eine kleine Zahl von Rentnerhaushalten, weil für Ruheständler relativ hohe Bezüge steuerfrei blieben. Als Folge des Alterseinkünftegesetzes ist seit Anfang 2005 aber ein größerer Anteil der gesetzlichen Rente steuerpflichtig. Die Mehrheit der Rentnerhaushalte liegt jedoch auch nach dem neuen Recht unterhalb der Freibeträge und bleibt damit von der Steuer verschont.
  Ob eine Steuererklärung abgegeben werden muss und welche Abzugsmöglichkeiten bestehen, ist in jedem Einzelfall zu prüfen. Deshalb sollten Rentner Expertenhilfe suchen. Dafür kommen Steuerberater und Lohn- steuerhilfevereine in Frage. Auch die Finanzämter sind in gewissem Umfang zur Auskunft verpflichtet. Wer tat- sächlich durch die schärfere Besteuerung in Schwierigkeiten kommt, sollte das Gespräch mit dem Finanzamt suchen. „Die Beamten sind keine Unmenschen, sie zeigen sich durchaus entgegenkommend, zum Beispiel in Form von Stundungsvereinbarungen“, erklärt Steuerberater Menke.  AlbrechtScheuermannHAZ060403

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Rentner mit und ohne Steuerp

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   Die Beispielrechnungen zeigen: Von den Gesamteinkünften ist nur die Hälfte steuerpflichtig. Für die gesetzliche Rente gilt das ohnehin. Durch eine Reihe von Abzugsmöglichkeiten werden auch die anderen Einkünfte geschont. Miet- und Zinseinkünfte können um den Altersentlastungsbetrag in Höhe von 40 Prozent gekürzt werden. Renten wie etwa aus privaten Rentenversicherungen sind nur zu 18 Prozent steuerpflichtig. Betriebsrenten, die voll steuerpflichtig sind, werden um den Versorgungsfreibetrag von 40 Prozent sowie einen Sonderabschlag von 900 Euro gekürzt.
   Zu den Versicherungsbeiträgen gehören die Kranken- und Pflegeversicherung sowie Haftpflichtversicherungen. Da im zweiten Beispiel der Grundfreibetrag von 15.328 Euro für Ehepaare nicht überschritten wird, entsteht auch keine Steuerpflicht. HA060211

sen-RentnerF-x Was hat sich geändert für Rentner und Arbeitnehmer?

Welche Beiträge gelten im Sinne des Gesetzes als steuerlich begünstigte Altersvorsorgeaufwendungen?
   Unter Altersvorsorgeaufwendungen fallen Beiträge an die gesetzlichen Rentenversicherungen, die landwirt- schaftlichen Alterskassen, an berufsständische Versorgungseinrichtungen sowie neu zu entwickelnde kapitalge- deckte private Leibrentenversicherungen.
Können Beamte mehr absetzen als Arbeitnehmer?
   Nein. Beide Personengruppen haben in gleichem Umfang die Möglichkeit, für das Alter vorzusorgen. Um dies sicherzustellen, wird bei Beamten - die keine Beiträge zur gesetzlichen Sozialversicherung leisten - der zustehen- de Höchstbetrag um einen fiktiven Arbeitgeber- und Arbeitnehmeranteil zur gesetzlichen Rentenversicherung gekürzt.
Welche Renten werden nachgelagert besteuert?
   Nachgelagert besteuert werden Leibrenten und andere Leistungen aus den gesetzlichen Rentenversiche- rungen, berufsständischen Versorgungs-Einrichtungen und privaten Leibrentenversicherungen, die die Zah- lung einer monatlichen, lebenslangen Leibrente nicht vor Vollendung des 60. Lebensjahres des Berechtigten vorsehen. Die sich ergebenden Versorgungsansprüche dürfen nicht übertragbar, nicht beleihbar, nicht ver- äußerbar und nicht kapitalisierbar sein, und es darf über den Anspruch auf Leibrente hinaus kein Anspruch auf Auszahlungen bestehen.
Bis zu welchem Betrag sind nach dem Gesetz Renten und Pensionen steuerfrei? Welche Renten sind durch die Reform betroffen?
   Nach dem Gesetz sind die bestehenden Renten und Neufälle des Jahres 2005 bis zu einer Höhe von rund 18.900 Euro pro Jahr  (rund 1.575 Euro pro Monat) bei Alleinstehenden generell steuerfrei. Für Verheiratete verdoppeln sich die Beträge. Bei allein stehenden Beamtenpensionären beginnt die Besteuerung bei jährlichen Versorgungs- bezügen von 12.836 Euro. Auch künftig dürften Durchschnittsrenten steuerfrei bleiben. Dies gilt selbst dann, wenn noch eine normale Betriebsrente hinzukommt. Was ändert sich bei der Besteuerung der Beamtenpensi- onen und Werkspensionen?
   Die Besteuerung der Beamtenpensionen und der Werkspensionen ist von der Änderung der Besteuerung der Renten mittelbar betroffen. Der Versorgungsfreibetrag, der zum Ausgleich der Ungleichbehandlung zwischen Renten und Pensionen eingeführt und mehrfach erhöht worden ist, wird für jeden neu hinzukommenden Jahrgang bis zum Jahr 2040 abgeschmolzen. Für den einzelnen Pensionär bleibt der bei Eintritt geltende Versorgungs- freibetrag für die gesamte Dauer des Versorgungsbezugs gleich.
Wie funktioniert das steuerliche Verfahren?
  Die Besteuerung der Leibrenten wird durch jährliche Rentenbezugsmitteilungen der Rentenversicherungsträger und der Lebensversicherungsunternehmen an eine zentrale Stelle der Finanzverwaltung sichergestellt.
Wird es auch weiterhin eine Ertragsanteilsbesteuerung geben?
   Die Ertragsanteilsbesteuerung findet weiterhin in den Fällen Anwendung, in denen ein Kapital, das vollständig aus versteuertem Einkommen gebildet wurde, verrentet wird. Das betrifft insbesondere Veräußerungsleibrenten oder Leibrenten gegen Einmalbetrag.
Was ändert sich bei der Ertragsanteilsbesteuerung?
  Die Ertragsanteile im Gesetz sind im Vergleich zum bisherigen Recht niedriger.
Welche Änderungen soll es bei der Besteuerung der Kapitallebens-Versicherungen geben? Sollen die Änder- ungen bei der Besteuerung der Kapitallebensversicherungen auch rückwirkend für bereits bestehende Ver- träge gelten?
   Der Sonderausgabenabzug für die Versicherungsbeiträge in der Ansparphase und die Steuerfreiheit der Erträge im Zeitpunkt der Kapitalauszahlung der Kapitallebensversicherung werden beseitigt. Die Erträge von Kapital-Le- bensversicherungen, die ab dem Inkrafttreten der Neuregelung im Januar 2005 abgeschlossen werden, werden künftig zur Hälfte besteuert, wenn der Vertrag eine Laufzeit von mindestens zwölf Jahren hat und die Auszahlung erst nach Vollendung des 60. Lebensjahres erfolgt.  Für Altverträge ändert sich nichts. ashHAZ040614

Pauschalsteuer abgeschafft

   Das Alterseinkünftegesetz führt auch zu Änderungen in der betrieblichen Altersversorgung. Betroffen sind so genannte Direktversicherungen. Dabei handelt es sich um Lebens- oder Rentenversicherungen, die über den Arbeitgeber abgeschlossen werden. Die Prämien trägt allerdings meist der Arbeitnehmer. Vorteil: Auf die Prämien erhebt der Fiskus bislang lediglich eine Pauschalsteuer von 20 Prozent. Der steuerlich geförderte Höchstbetrag liegt bei 1.752 Euro im Jahr. Jetzt gilt auch für diese Form der betrieblichen Altersversorgung die nachgelagerte Besteuerung. Damit werden die Beiträge für eine Direktversicherung steuerfrei gestellt. HAZ040614

Versorgungsausgleich: Scheiden tut jetzt auch Rentnern weh

   Rentner, die sich scheiden lassen, müssen sich auf sofort gekürzte Bezüge einstellen, sobald die Scheidung rechtskräftig ist. Mit der Reform des Versorgungsausgleichs, die am 1. September in Kraft treten soll, wird nämlich das sogenannte „Rentnerprivileg" gekippt.
   Ziel der Reform ist, die Aufteilung der Vermögens- und Versorgungsansprüche beider Eheleute nach einer Schei- dung einfacher zu machen. Künftig wird nicht nur das Versorgungsanrecht bei der gesetzlichen Rentenversicher- ung, sondern auch z. B. der Beamtenversorgung, der Betriebsrenten oder privater Altersversorgung schon bei der Scheidung vollständig geteilt. Jeder Ehegatte bekommt für seinen Anteil beim Versorgungsträger des anderen ein eigenes Rentenkonto.
 Aber die Tücke steckt auch hier im Detail. Bisher konnte ein geschiedener Rentner seine volle Rente noch so lange beziehen, bis der Ex-Partner ebenfalls in den Ruhestand ging. Dieses Rentner-Privileg hatte der Gesetzgeber 1977 eingeführt, weil Rentner ihre Versorgung nicht mehr ausbauen und so auch Kürzungen nicht mehr wettmachen können. Mittlerweile aber gebe es mehrere Härtefallregelungen und keinen Bedarf mehr für eine Sonderstellung der Rentner, so das Bundesjustizministerium (BMJ) im Diskussionsentwurf zum Gesetz. Außerdem habe die Gefahr bestanden, dass ältere Ehepartner die Scheidung „zu Lasten der Versichertengemeinschaft bis zum Rentenalter verschleppen", um in den Genuss des Rentnerprivilegs zu kommen.
  „Nach dem alten Gesetz würde dem ‚privilegierten‘ geschiedenen Rentner der Bezug einer vollen Rente geleistet, die er auf seinem Rentenkonto nach der gerichtlichen Entscheidung gar nicht mehr hat", sagt Dr. Thorsten Bauer, Pressesprecher des BJM. Bei Paaren, die nur wenige Monate vor der Rente geschieden wurden werden die Bezüge des Älteren sofort gekürzt.
   Außerdem, so Bauer, hätten Fälle wie dieser eintreten können: Rentner A (70) war als Arbeitnehmer in der ge- setzlichen Rentenkasse versichert, seine Frau (60) hat Anspruch auf Beamtenpension. Nach Scheidung und Versorgungsausgleich bezöge A mit dem Rentnerprivileg  nicht nur die eigene volle Rente, sondern auch schon die Hälfte der Beamtenpension seiner Ex-Frau. Bauer: „Er hätte also wegen der Scheidung höhere Rentenansprüche als ohne Scheidung."
   Statistisch hat meist der Mann längere Berufszeiten, geht zuerst in Rente und muss einen Teil seiner Renten- bezüge abtreten. Jahrzehntelang hat der Staat außerdem die Hausfrauenehe gefördert, etwa durch das Ehe- gattensplitting.In der Erklärungshilfe des BJM klingt es nun wie ein Vorwurf, wenn es heißt, die Rentenkasse dürfe bei dem Geschiedenen bis zum Renteneintritt der Frau nicht kürzen „und muss trotzdem über viele Jahre (Zahlun- gen) an diese leisten, oftmals lange über den Tod des Pflichtigen hinaus". Sollen zugunsten der Rentenkassen nur noch Gleichaltrige heiraten? Der Satz legt nahe: Die Gesetzesreform sollte vor allem eine  Entlastung der Renten- kasse bringen.
   „Es ist richtig, dass der Wegfall nicht nur auf das Ausgleichskonzept zurückzuführen ist", sagt der Karlsruher Versorgungsausgleichs-Experte Arndt Voucko-Glockner. „Das Rentnerprivileg passt dem Staat und seinen maroden Rentenkassen nicht", so Rechtsanwalt Thomas von der Wehl in Neumünster. Die Kürzungen kämen der BfA und der Beamtenversorgung zugute, ohne dass der Ex-Partner davon etwas hat.
   „Die Reform soll aber ermöglichen, dass der Rentner seiner Ex-Frau noch Unterhalt zahlen kann", sagt Rechts- anwalt Gerald Duffing aus Hannover. Auf Antrag des Rentners wird der Unterhalt von der Kürzung abgezogen. Anwältin Karin Damm in Hamburg nennt ein Beispiel:
■ Rentner A bekäme mit Rentnerprivileg ungekürzt Bezüge von 2.750 Euro und hätte 575 Euro Unterhalt zu zah- len, ihm würden also 2.175 Euro bleiben.
Ohne Rentnerprivileg erhielte er nur eine gekürzte Rente von 2.000 Euro.
■ Nach dem neuen Recht würde auf die gekürzte Rente der Unterhalt aufgeschlagen:
2.000 + 575 Euro = 2.575 Euro. Verdient die Frau z.B. 1.600 Euro, betrüge der Einkommensunterschied 975 Euro.  Die Hälfte davon müsste der Mann an Unterhalt zahlen:  487,50 Euro. Ihm bleiben somit jetzt 2.087,50 Euro.
   Zugunsten der Rentenkassen werden eingespart: monatlich 175 Euro.
   Ein geschiedener Rentner werde damit schlechter gestellt als ein verheirateter, der bis zum Lebensende seine erarbeitete Rente bezieht, kritisiert Karin Damm. Zwar würden die Kassen durch die oft langjährigen Leistungen an jüngere Partnerinnen stark belastet, „aber das ist bei allen Paaren so, ob geschieden oder nicht. Weder das eine noch das andere darf durch gekürzte Rentenzahlungen sanktioniert werden." HA090228IreneJung

Doppelte Steuer nach Geldgeschenk

   Wer von einem Angehörigen einen größeren Geldbetrag geschenkt bekommt und den als Einmalzahlung in eine Rentenversicherung steckt, muss einem Urteil nach auf die Erträge aus der Rentenversicherung auch dann Steuern zahlen, wenn er den geschenkten Geldbetrag bereits versteuert hat. Finanzgericht Berlin Brandenburg, Aktenzeichen 7 K1834/04 NOZ090808ddp

Steuern sollen direkt von Rente abgezogen werden

   Zu der von der neuen Koalition angestrebten einfacheren Besteuerung von Rentnern hat die FDP einen ersten Vorschlag unterbreitet. FDP-Finanzexperte Carl-Ludwig Thiele plädierte in der "Bild"-Zeitung dafür, die Renten- steuer direkt bei der Auszahlung abziehen zu lassen und wie beim Lohn zu verfahren. Betroffen ist aber nur ein Teil der 20 Millionen Rentner - die große Mehrzahl muss auf die Altersbezüge keine Steuer zahlen.
Versicherungsträger sollen Steuern direkt ans Finanzamt abführen.
   Die Rentenversicherungsträger sollten aus Sicht der FDP bei hohen, also steuerpflichtigen Renten die Steuer automatisch einbehalten und ans Finanzamt abführen. Dafür würden die bisher vorgeschriebenen Renten- bezugsmitteilungen entfallen. Die Finanzämter bräuchten dann nicht mehr nachträglich zu kontrollieren, ob Rent- ner ihrer Steuerpflicht nachgekommen sind.
Rentenbesteuerung vereinfachen
   Union und FDP hatten im Koalitionsvertrag vereinbart, die Rentenbesteuerung so zu vereinfachen, "dass kein aufwendiges Kontrollmitteilungsverfahren und keine separate Erklärungspflicht für Rentenbezüge mehr notwendig ist". Hintergrund ist, dass die jahrelange Schonfrist für viele Rentner bei der Besteuerung ihrer Altersbezüge ausläuft. Finanzämter erhalten seit Anfang Oktober 2009 - rückwirkend bis zum Jahr 2005 - Einblick in die Einkünfte auch jener Senioren, die bisher keine Steuererklärung abgegeben haben. Steuersäumige müssen daher mit Nachzahlungen rechnen.
Besteuerung der Rente
   Die Steuerpflicht für Alterseinkünfte oberhalb bestimmter Einkommensgrenzen besteht seit 2005. Auf Durchschnittsrenten, wie sie die große Mehrzahl der Ruheständler bekommen, ist keine Steuerzahlung fällig. Vor allem Rentner mit überdurchschnittlich hohen Ruhestandsbezügen und Zusatzeinkünften wie Mieteinnahmen oder Kapitalerträgen müssen dagegen Einkommensteuer zahlen. Bislang wurden Betroffene in Ruhe gelassen. Durch die "Rentenbezugsmitteilungen" der Rentenversicherungsträger an die Steuerbehörden ändert sich dies nun.
t-online091103

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