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Weltjugendtag

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In Vorbereitung auf den Besuch des Papstes und des Weltjugendtages in Madrid bringt die katholische Jugend von Valetta Foto oben eine Replik des Weltjugendtagskreuzes und die WJT-Ikone nach Malta.

Madrid - Weltjugendtag - 2011 B-294Ax

 Madrid: Stiftung für Weltjugendtag gegründet

 In Madrid ist für die Vorbereitungen des Weltjugendtags 2011 die „Stiftung Lebendiges Madrid" gegrün- det worden. Den Ehrenvorsitz hat Kardinal Antonio Maria Rouco Varela übernommen. Ziel der Stiftung ist unter anderem, den organisatorischen Ablauf des Weltjugendtages mitzubestimmen. DT090308kna

WJTM-Signet-x    Logo des Weltjugendtags 2011 vorgestellt

   Das Erzbistum Madrid hat das Logo des Weltjugendtags 2011 vorgestellt. Das in Rot, Orange und Gelb gehaltene Logo zeigt eine Krone, über der sich ein rotes Kreuz befindet. Darunter steht „JMJ 2011 Madrid". Die Buchstaben stehen für „Jornada Mundial de la Juventud", die spanische Bezeichnung für Weltjugendtag. Der Gestalter des Logos, Jose Gil-Nogues, hatte den Angaben zufolge mit seinem Ent- wurf einen von der Erzdiözese Madrid ausgeschriebenen Wettbewerb gewonnen. Er erklärte, in der Krone sei ein „M” zu erkennen, das für Maria sowie für Madrid stehe. Das Symbol stehe außerdem für die Krone der Jungfrau von Almudena, die als Stadtpatronin Madrids verehrt wird. Das Kreuz mache das Motto des Weltjugendtags deutlich: „Verwurzelt und gegründet in Christus, fest im Glauben”. Benedikt XVI. hatte 2008 beim Weltjugendtag in Sydney für den 16. bis 21. August 2011 zum nächsten Weltjugendtag in die spanische Hauptstadt eingeladen. DT090804kna

„Gott hat mit jedem Jugendlichen einen Plan“
   In einem Jahr findet in Madrid der Weltjugendtag statt, 26 Jahre nach dem ersten. Selbstverständlich hat Papst Benedikt XVI. vor, daran teilzunehmen. In dieser Woche empfing er die Verantwortlichen für dieses Großevent. Yago de la Cerva ist Pressesprecher für die spanischen Bischöfe und berichtet gegenüber Radio Vatikan von der Audienz. Er spricht davon, dass die Verantwortlichen, unter ihnen der Bischof von Madrid, Kardinal Ruoco Varela, dem Papst gute Nachrichten über die Organisation und den Verlauf bringen konnten:
   „Die Einschreibung für den Weltjugendtag hat begonnen. Nach 24 Stunden hatten sich Jugendliche aus 99 Ländern, insgesamt fast 30.000, eingetragen. Das zeigt uns, dass sehr viele Menschen vorhaben, zu kommen, sich anmelden und sich schon einmal die Daten reservieren. Wie viele es genau sein werden, können wir natürlich noch nicht wissen, denn die Einschreibung hat ja erst am 1. Juli begonnen. Aber die verschiedenen Rückmeldungen, die wir zum Beispiel aus den einzelnen Bischofskonferenzen erhalten haben, lassen uns an eine sehr, sehr große Teilnahme glauben, wir sprechen hier über Länder wie Italien, Frankreich, Polen und Deutschland.“
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 Kreuzweg für Weltjugendtag vorgestellt

   In Madrid ist der Kreuzweg für den Weltjugendtag 2011 vorgestellt worden. Wertvolle Kunstwerke der letzten vier Jahrhunderte aus zehn verschiedenen Städten markieren die vierzehn Stationen des Weges, der quer durch die spanische Hauptstadt führt. Papst Benedikt XVI. wird anlässlich des Weltjugendtages im nächsten Jahr den Kreuzweg begehen und einweihen. rv100615

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   Das Kreuz darf nicht zu einem abstrakten Symbol herabgestuft werden. Das schreibt der Primas der spanischen Bischofskonferenz, Kardinal Antonio Rouco Varela, in einem Brief an die Jugend. Jetzt wird in seiner Erzdiözese Madrid das Kreuz des nächsten Weltjugendtages gesegnet. Danach wird das Kreuz um die Welt reisen. Er bitte die Jugend, die sich an dieser Pilgerfahrt beteiligt, das Kreuz nicht als ein „banales oder oberflächliches Zeichen“ zu betrachten. Seit 2003 begleitet auf Wunsch von Papst Johan- nes Paul II. eine Marienikone das Weltjugendtagskreuz. Das nächste Treffen findet 2011 in Madrid statt. rv090910sir

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Aufruf von Papst Benedikt XVI. zum internationalen Weltjugendtag 2008
Der nächste Weltjugendtag findet 2011 in Madrid statt

Madrid empfängt 2011 Jugend der Welt
   „Der Weltjugendtag 2011 wird in Madrid in Spanien stattfinden.” Die spanische Hauptstadt ist der Schauplatz des nächsten internationalen Jugendtreffens, das kündigte Papst Benedikt XVI. nach dem Angelusgebet in Sidney an. „Es ist jetzt so weit, dass wir uns Lebewohl sagen, oder besser: Auf Wiedersehen! Ich danke Euch allen für Eure Teilnahme am Weltjugendtag 2008 hier in Sydney und hoffe, dass wir uns in drei Jahren wieder sehen. Bis dahin wollen wir füreinander beten und vor der Welt unser freudiges Zeugnis für Christus ablegen. Der Herr segne Euch alle.”

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Foto oben: Der Paseo de la Castellana ist eine der wichtigsten Hauptstraßen von Madrid. Derzeit weist die Straße sechs zentrale Spuren (jeweils drei in jede Richtung) sowie weitere vier Seiten spuren (zwei in jede Richtung) auf. Der Paseo de la Castellana verläuft von der Plaza de Colón (deutsch: Kolumbus- platz) in der Stadtmitte bis zum sog. Nudo Norte ("Nord-Knoten") im Norden von Madrid.
Der Straßenverlauf entspricht dem eines früheren Flussbettes. Hier findet der Jugendkreuzweg statt.
Fotos unten: Die Plaza de Cibeles ist ein verkehrsreicher Platz in Madrid, Spanien. Es ist ein Platz mit Ansichtskartencharakter für die spanische Hauptstadt.In der Mitte des Platzes befindet sich der berühmte Brunnen Fuente de Cibeles. Auf der Plaza de Cibeles feiert Real Madrid seine Triumphe, wie den Gewinn der Liga oder der Champions League. An dieser Stelle wird Papst Benedikt XVI. begrüßt.

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Rund zwei Millionen junge Menschen werden beim Weltjugendtag 2011 in Madrid erwartet,
und rund die Hälfte wird aus dem Ausland kommen

   Das meinte der Madrider Kardinal Antonio Rouco Varela jetzt in einem Gespräch mit der Tageszeitung „ABC“. Jetzt wurden die Vorbereitungen auf den Weltjugendtag mit dem Beginn des Pilgerwegs des Weltjugendtagkreuzes und der Marien-Ikone durch die Erzdiözese Madrid und ganz Spanien offiziell eröffnet. Der 26. Weltjugendtag wird Mitte August 2011 in der spanischen Hauptstadt stattfinden – zum zweiten Mal auf der iberischen Halbinsel. 1989 waren eine halbe Million Menschen zum vierten Weltjugendtag in Santiago de Compostela gekommen. Als Ort für die Vigilfeier und den Abschluss- gottesdienst mit Papst Benedikt ist der militärische Teil des Flughafens Cuatro Vientos Foto oben, acht Kilometer südwestlich des Stadtzentrums, vorgesehen. Der feierliche Empfang für den Papst am 16. August 2011 wird im Stadtzentrum an der „Plaza de Cibeles“ vorbreitet werden. Der Kardinal bekräftigte, dass für den feierlichen Jugendkreuzweg am 18. August die mehrspurige Hauptachse Madrids, der Paseo de la Castellana, vorgesehen sei. rv090916zenit

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WJT Madrid: 15. - 21. August 2011

   Nach dem Weltjugendtag in Sydney ist vor dem Weltjugendtag in Madrid. Die Präsidentin der Region Madrid, Esperanza Aguirre Gil de Biedma Foto oben, hat das Datum des internationalen Jugendtreffens mit dem Heiligen Vater am Dienstag bekanntgegeben: Vom 15. bis 21. August 2011 wird die kastilische Metropole der katholische Puls Europas sein. Dem lateinamerikanischen Nachrichtendienst Aciprensa zufolge zeigte sich die Sozialistin Aguirre„hochzufrieden” darüber, dass die Wahl auf Madrid gefallen ist. Das sei eine „glänzende Gelegenheit” für die Jugendlichen der Hauptstadt, unabhängig davon, ob sie katholisch seien oder nicht, denn „der Papst ist eine Autorität für die ganze Welt”. Der Madrider Erzbischof Antonio Maria Kardinal Rouco Varela Foto oben rechnet mit bis zu zwei Millionen Teilnehmern. Als Gelände für den Abschlussgottesdienst ist der ...

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... Flugplatz Cuatro Vientos vorgesehen. Dort fand Anfang Mai 2003 die letzte Begegnung Johannes Pauls II. mit jugendlichen auf spanischem Boden statt. Schon jetzt steht für die deutschen Welt- jugendtagsteilnehmer, die nach der Begegnung mit dem Heiligen Vater in Australien fest: Die Maßstäbe für den nächsten Weltjugendtag liegen hoch. Köln 2005 und Sydney 2008 haben Maßstäbe gesetzt. Oliver Maksan sprach in Sydney darüber mit Anne Pelzer von der Jugend 2000 des Erzbistums Köln.

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   Spaniens Kirche hatte sich beim Päpstlichen Laienrat, der für die Jugendtreffen verantwortlich zeichnet, angeboten, einen der nächsten internationalen Weltjugendtage auszurichten. Madrids Kardinal Rouco Varela Foto oben  freut sich auf und über seine Rolle als Gastgeber. Im Gespräch mit Radio Vatikan betont er die pastorale Aufgabe für die Kirche in Spanien.
   „Das war für mich eine große Freude, verbunden mit einem Gefühl der Dankbarkeit dem Herrn gegenüber, aber auch dem Papst gegenüber. Er hat uns eine große menschliche Sympathie und Ehre erwiesen. Es wird für uns nicht nur eine technische Angelegenheit werden, sondern vor allem eine spirituelle, eine geistige und pastorale Aufgabe sein. Wir werden sie aufnehmen mit dem Geist der kirchlichen Gemeinschaft, des apostolischen Eifers und der weiten Sicht auf das Wohl der Jugend in Europa und der ganzen Welt.”
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   „Lieben lernen“ – unter diesem Motto steht in diesen Tagen ein Jugendforum in Rocco di Papa bei Rom. Organisiert hat es der Päpstliche Laienrat, der auch die kirchlichen Weltjugendtage ausrichtet.
   In seiner Botschaft an die Teilnehmer des Forums nennt Papst Benedikt die Liebe den zentralen Punkt im christlichen Glauben: „Der Mensch ist für die Liebe gemacht, er verwirklicht sich nur durch die Liebe.“ Benedikt ermutigt die Jugendlichen, „die Größe und Schönheit der Ehe zu entdecken“: Der Bund zwischen Mann und Frau spiegelt die göttliche Liebe auf besondere Weise wieder“. Der Papst wörtlich: „In einer Kultur, die die Ehe als eine Art Zeitvertrag ansieht, ist es von großer Wichtigkeit, die wahre Liebe als Treue, als definitive Selbsthingabe zu verstehen.“ rv100324

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„Wir sind zur Ewigkeit berufen“. Botschaft des Heiligen Vaters zum XXV. Weltjugendtag am 28. März 2010: „Guter Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen? Mk 10,17
Foto unten:
Glauben bedeutet, das Glück am eigenen Leib zu erfahren - auch das ist eine Botschaft der katholischen Kirche. Papst Benedikt XVI. im Sommer 2008 während des Weltjugendtags in Sydney.

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Liebe Freunde!
   In diesem Jahr begehen wir zum 25. Mal die Einrichtung des Weltjugendtages, den der verehrungs- würdige Johannes Paul II. als jährliche Begegnung junger Gläubiger aus der ganzen Welt wollte. Es war eine prophetische Initiative, die reiche Früchte gebracht hat, indem sie den neuen christlichen Genera- tionen ermöglichte, einander zu begegnen, auf das Wort Gottes zu hören, die Schönheit der Kirche zu entdecken und starke Glaubenserfahrungen zu erleben, die viele zu der Entscheidung geführt haben, sich ganz Christus hinzugeben.
   Dieser 25. Weltjugendtag stellt eine Etappe auf dem Weg zum nächsten Weltjugendtreffen dar, das im August 2011 in Madrid stattfinden wird, wo Ihr, so hoffe ich, zahlreich zusammenkommen werdet, um dieses gnadenvolle Ereignis zu leben.
   Um uns auf diese Feier vorzubereiten, möchte ich Euch einige Betrachtungen zum Thema dieses Jahres vorschlagen: „Guter Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen?" Mk 10,17, das aus der Episode des Evangeliums über die Begegnung Jesu mit dem reichen Jüngling stammt; ein Thema, das bereits 1985 von Papst Johannes Paul II. in einem wunderschönen Schreiben angesprochen wurde, das sich zum ersten Mal an die Jugendlichen richtete.
1. Jesus begegnet einem jungen Mann
   „Als sich Jesus wieder auf den Weg machte, - heißt es im Evangelium des heiligen Markus - lief ein Mann auf ihn zu, fiel vor ihm auf die Knie und fragte ihn: Guter Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen? Jesus antwortete: Warum nennst du mich gut? Niemand ist gut außer Gott, dem Einen. Du kennst doch die Gebote: Du sollst nicht töten, du sollst nicht die Ehe brechen, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsch aussagen, du sollst keinen Raub begehen; ehre deinen Vater und deine Mutter! Er erwiderte ihm:Meister, alle diese Gebote habe ich von Jugend an befolgt. Da sah ihn Jesus an, und weil er ihn hebte, sagte er: Eines fehlt dir noch: Geh, verkaufe, was du hast, gib das Geld den Armen, und du wirst einen bleibenden Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach! Der Mann aber war betrübt, als er das hörte, und ging traurig weg; denn er hatte ein großes Vermögen" Mk 10,17- 22.
   Diese Erzählung bringt auf deutliche Weise die große Aufmerksamkeit zum Ausdruck, die Jesus den Jugendlichen, Euch, Euren Erwartungen, Euren Hoffnungen entgegenbringt, und sie zeigt, wie groß sein Wunsch ist, Euch persönlich zu begegnen und mit jedem von Euch in einen Dialog zu treten. Christus unterbricht seinen Weg, um die Frage seines Gesprächspartners zu beantworten, und zeigt seine volle Disponibilität gegenüber diesem jungen Mann, der von dem glühenden Wunsch bewegt wird, mit dem „guten Meister" zu reden, um von Ihm zu lernen, der Straße des Lebens zu folgen. Mit diesem Ab- schnitt aus dem Evangelium wollte mein Vorgänger jeden von Euch auffordern, „euer eigenes Gespräch mit Christus zu führen - ein Gespräch, das von grundlegender und wesentlicher Bedeutung für einen jungen Menschen ist" Dilecti amici, Nr. 2.
2. Jesus sah ihn an und gewann ihn lieb
   Im Bericht des Evangeliums hebt der heilige Markus hervor, dass „Jesus ihn ansah und ihn heb gewann" vgl. Mk 10,21. Im Blick des Herrn hegt der Kern dieser ganz besonderen Begegnung und der gesamten christlichen Erfahrung. Tatsächlich ist das Christentum nicht in erster Linie eine Moral, sondern die Erfahrung Jesu Christi, der uns persönlich liebt, jung oder alt, arm oder reich; er liebt uns, auch wenn wir ihm den Rücken zukehren.
   Bei der Auslegung dieser Szene, sagte Papst Johannes Paul II. dann weiter, an die Jugendlichen gewendet: „Ich wünsche euch, diesen Blick Jesu erleben zu dürfen! Ich wünsche euch, die Wahrheit zu erfahren, dass er, Christus, euch in Liebe anblickt!" Dilecti amici, Nr. 7. Eine Liebe, die am Kreuz auf so vollkommene und vollständige Weise sichtbar geworden ist, dass der heilige Paulus voller Staunen schreibt: „Er hat mich geliebt und sich für mich hingegeben" vgl. Gal 2,20. „Das Bewusstsein, dass der Vater uns immer schon in seinem Sohn geliebt hat - schreibt Papst Johannes Paul II. weiter -, dass Christus selbst einen jeden ohne Unterlass liebt, (wird) zu einem festen Halt für unsere gesamte menschliche Existenz" Dilecti amici, Nr. 7 und erlaubt uns, alle Prüfungen zu überwinden: die Ent- deckung unserer Sünden, das Leid, die Entmutigung.
   In dieser Liebe findet sich die Quelle des ganzen christlichen Lebens und der fundamentale Grund der Evangelisierung: Wenn wir Jesus wirklich begegnet sind, können wir gar nicht anders, als vor denen Zeugnis für ihn abzulegen, die seinem Blick noch nicht begegnet sind!
3. Die Entdeckung des Lebensentwurfs
   In dem jungen Mann des Evangeliums können wir einen Zustand ausmachen, der dem eines jeden von uns sehr ähnlich ist. Auch Ihr seid reich an guten Eigenschaften, an Energie, an Träumen; an Hoff- nungen: Reichtümer, die Ihr in Fülle besitzt! Schon Euer Alter stellt einen großen Reichtum dar, nicht nur für Euch, sondern auch für die Anderen, für die Kirche und für die Welt.
   Der reiche Jüngling fragt Jesus: „Was muss ich tun?". Die Lebensphase, in der Ihr Euch gerade befindet, ist eine Zeit der Entdeckungen: der Gaben, die Gott Euch gespendet hat und Eurer Ver- antwortlichkeiten. Es ist gleichzeitig eine Zeit der Grundentscheidungen, um Euren Lebensentwurf zu entwickeln. Es ist also der Moment, Euch über den echten Sinn des Daseins Fragen zu stellen, Euch zu fragen: „Bin ich zufrieden mit meinem Leben? Fehlt da etwas?"
   Wie der junge Mann aus dem Evangelium erlebt vielleicht auch ihr Situationen der Unbeständigkeit, der Verwirrung oder des Leidens, die Euch dazu führen, auf ein Leben zu hoffen, das nicht mittelmäßig ist, und Euch zu fragen: „Worin besteht ein gelungenes Leben? Was soll ich tun? Was könnte mein Lebensentwurf sein?„Was muss ich tun, damit mein Leben seinen vollen Wert und Sinn habe?"ebd.Nr.3.
   Habt keine Angst, Euch diese Fragen zu stellen! Weit davon entfernt, Euch zu überwältigen, bringen sie die großen Wünsche zum Ausdruck, die in Eurem Herzen sind. Daher muss man auf sie hören. Sie warten auf Antworten, die nicht oberflächlich sind, sondern Eure echten Lebens- und Glückserwar- tungen erfüllen können.
   Um den Lebensentwurf zu entdecken, der Euch vollkommen glücklich machen kann, horcht auf Gott, der einen Plan der Liebe für jeden von Euch hat. Fragt ihn voller Vertrauen: „Herr, was ist Dein Plan als Schöpfer und Vater für mein Leben? Was ist Dein Wille? Ich möchte ihn erfüllen." Seid gewiss, dass er Euch antworten wird. Habt keine Angst vor seiner Antwort! „Gott ist größer als unser Herz und er weiß alles" 1 Joh3,20.
4. Komm und folge mir nach!
   Jesus fordert den reichen Jüngling dazu auf, weit über die Erfüllung seiner Wünsche und seiner  persönlichen Vorhaben hinauszugehen, und sagt zu ihm: „Komm und folge mir nach!". Die christliche Berufung geht aus einem Vorschlag der Liebe des Herrn hervor, und sie kann nur dank einer Antwort der Liebe verwirklicht werden: „Jesus fordert seine Jünger zur Ganzhingabe ihres Lebens auf, ohne mensch- liche Rechnung und Gegenrechnung, mit einem vorbehaltlosen Vertrauen in Gott. Die Heiligen nehmen diese anspruchsvolle Aufforderung an und begeben sich demütig und gefügig in die Nachfolge des gekreuzigten und auferstandenen Christus. In der nach menschlichen Gesichtspunkten manchmal unverständlichen Logik des Glaubens besteht ihre Vollkommenheit darin, dass sie nicht mehr sich selbst in den Mittelpunkt stellen, sondern dass sie sich entscheiden, nach dem Evangelium zu leben und damit gegen den Strom zu schwimmen" Predigt von Benedikt XVI. bei der Heiligsprechung von fünf Seligen, 11. Oktober 2009.
   Nehmt auch Ihr, liebe Freunde, nach dem Vorbild so vieler Jünger Christi, voller Freude die Aufforde- rung zur Nachfolge an, um intensiv und fruchtbar in dieser Welt zu leben. Mit der Taufe ruft er jeden dazu auf, ihm mit konkreten Taten zu folgen, ihn mehr als alles zu lieben und ihm in den Brüdern zu dienen. Der reiche Jüngling hat die Einladung Jesu leider nicht angenommen und ging traurig weg. Er hatte nicht den Mut gefunden, sich von den weltlichen Gütern zu trennen,um das größere Gut zu finden, das Jesus ihm vorgeschlagen hatte.
   Die Traurigkeit des reichen Jünglings aus dem Evangelium ist die Traurigkeit, die im Herzen eines jeden entsteht, wenn man nicht den Mut hat, Christus zu folgen, nicht den Mut, die richtige Entscheidung zu treffen. Doch es ist niemals zu spät, um Ihm zu antworten!
   Jesus wird nie müde, seinen liebenden Blick auf uns zu richten und dazu aufzurufen, seine Jünger zu sein, doch einigen schlägt Er eine radikalere Entscheidung vor. In diesem Priesterjahr möchte ich die Jungen und die jungen Männer dazu auffordern, aufmerksam darauf zu achten, ob der Herr zu einem größeren Geschenk einlädt, auf dem Weg des Priestertums, und sich bereit zu erklären, dieses Zeichen besonderer Bevorzugung großherzig und mit Begeisterung anzunehmen, indem sie mit einem Priester, mit dem geistlichen Begleiter den notwendigen Weg der Unterscheidung aufnehmen. Habt auch keine Angst, liebe Jugendliche, wenn der Herr Euch zum Ordensleben im Kloster oder in der Mission beruft oder zu einer besonderen Weihe: Er vermag denen, die mutig antworten, tiefe Freude zu schenken!
   Ich lade weiter alle, die die Berufung zur Ehe verspüren, dazu ein, sie im Glauben anzunehmen, und sich zu bemühen, eine feste Grundlage zu schaffen, um eine große und treue Liebe zu leben, offen für das Geschenk des Lebens, das Reichtum und Gnade für die Gesellschaft und für die Kirche ist.
5. Ausgerichtet auf das ewige Leben
   „Was muss ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen?". Diese Frage des jungen Mannes aus dem Evangelium scheint weit entfernt von den Sorgen vieler heutiger Jugendlicher, denn, wie mein Vor- gänger beobachtet hat: „Sind wir nicht die Generation, deren Lebenshorizont völlig von der Welt und dem zeitlichen Fortschritt ausgefüllt wird?" Dilecti amici Nr. 5. Doch die Frage nach dem „ewigen Leben" taucht in besonders schmerzhaften Augenblicken des Lebens auf, wenn wir den Verlust eines uns nahestehenden Menschen erleiden oder die Erfahrung eines Misserfolgs erleben. Doch was ist das „ewige Leben", auf das sich der reiche Jüngling bezieht? Das erläutert uns Jesus, als er zu seinen Jüngern gewandt sagt: „Ich werde euch Wiedersehen; dann wird euer Herz sich freuen und niemand nimmt euch eure Freude" Joh 16,22. Dies sind Worte, die auf ein aufregendes Angebot ewigen Glücks hinweisen, ein Angebot der Freude, für immer mit göttlicher Liebe erfüllt zu werden.
   Sich über die endgültige Zukunft Fragen zu stellen, die jeden von uns erwartet, gibt dem Dasein einen vollen Sinn, da es den Lebensentwurf auf Horizonte ausrichtet, die nicht begrenzt und vorübergehend sind, sondern weit und tief, die dazu führen, die Welt zu lieben, die von Gott selbst so sehr geliebt wird, sich ihrer Entwicklung zu widmen, aber immer mit der Freiheit und der Freude, die aus dem Glauben und aus der Hoffnung hervorgehen. Es sind Horizonte, die dabei helfen, die irdische Wirklichkeit nicht zu verabsolutieren, wenn wir hören, dass Gott eine größere Perspektive für uns bereithält, und mit dem heiligen Augustinus zu wiederholen: „Verlangen wir nach dem Vaterlande droben, seufzen wir nach dem Vaterlande droben, betrachten wir uns hier als Fremdlinge" Vorträge über das Johannes-Evangelium,35,9. Den Blick fest auf das ewige Leben gerichtet, hat der Selige Pier Giorgio Frassati, der 1925 im Alter von 24 Jahren verstorben ist, gesagt: „Ich will leben und nicht mein Leben vertun!" und auf das Foto einer Klettertour, das er einem Freund schickte, schrieb er: „Nach oben", wobei er auf die christliche Voll- kommenheit anspielte, aber auch auf das ewige Leben.
   Liebe Jugendliche, ich fordere Euch dazu auf, diese Perspektive in Eurem Lebensentwurf nicht zu vergessen: Wir sind zur Ewigkeit berufen. Gott hat uns geschaffen, um für immer bei Ihm zu sein. Er wird Euch helfen, Euren Entscheidungen einen vollen Sinn zu geben und Eurem Dasein Wert verleihen.
6. Die Gebote, der Weg der echten Liebe
   Jesus erinnert den reichen Jüngling an die zehn Gebote, als notwendige Bedingung, „um das ewige Leben zu gewinnen". Sie sind wesentliche Bezugspunkte, um in der Liebe zu leben, um klar das Gute vom Bösen zu unterscheiden und einen festen und dauerhaften Lebensentwurf zu entwickeln. Auch Euch fragt Jesus, ob Ihr die Gebote kennt, ob Ihr Euch bemüht, Euer Gewissen nach dem göttlichen Gesetz auszubilden und ob Ihr sie in die Praxis umsetzt.
   Gewiss, es handelt sich um Fragen, die unkonventionell sind im Hinblick auf die zeitgenössische Mentalität, die eine von Werten, Regeln und objektiven Normen losgelöste Freiheit vorschlägt und dazu auffordert, jede Einschränkung augenblicklicher Wünsche abzulehnen. Doch statt zur wahren Freiheit zu führen, bringt diese Art von Vorschlag den Menschen dazu, zum Sklaven seiner selbst zu werden, seiner unmittelbaren Wünsche, von Götzen wie Macht, Geld, dem zügellosen Vergnügen und den Verführungen der Welt, und macht ihn auf diese Weise unfähig, seiner angeborenen Berufung zur Liebe zu folgen.
   Gott gibt uns die Gebote, weil er uns zur wahren Freiheit erziehen will, weil er mit uns ein Reich der Liebe, der Gerechtigkeit und des Friedens errichten will. Auf sie zu hören und sie in die Praxis um- zusetzen bedeutet keine Entfremdung, sondern den Weg der echten Freiheit und der echten Liebe zu finden, da die Gebote das Glück nicht begrenzen, sondern aufzeigen, wie man es finden kann. Jesus ruft zu Beginn seines Ge¬sprächs mit dem reichen Jüngling in Erinnerung, dass das von Gott gegebene Gesetz gut ist, dass Gott gut ist.
7. Wir brauchen Euch
   Wer heute seine Jugend lebt, muss viele Probleme   bewältigen,   die   sich   aus   der Arbeitslosigkeit oder aus dem Mangel an sicheren idealen Bezugspunkten und an konkreten  Zukunftsperspektiven ergeben. Manchmal kann der Eindruck entstehen, angesichts der derzeitigen Krisen und negativen Ten- denzen ohnmächtig zu sein. Lasst Euch trotz der Schwierigkeiten nicht entmutigen und gebt Eure Träume nicht auf! Hegt vielmehr in Euren Herzen die große Sehnsucht nach Brüderlichkeit, Gerechtig- keit und Frieden. Die Zukunft liegt in den Händen derjenigen, die starke Gründe des Lebens und der Hoffnung zu suchen und zu. finden vermögen. Wenn Ihr wollt, ist die Zukunft in Euren Händen, denn die Gaben und die Reichtümer, die der Herr im Herzen eines jeden von Euch eingeschlossen hat, die Ihr von der Begegnung mit Christus geformt seid, können der Welt echte Hoffnung bringen! Es ist der Glaube in seiner Liebe, der Euch, indem er Euch stark und großherzig macht, den Mut geben wird, den Weg des Lebens mit Gelassenheit anzugehen und in der Familie und im Beruf Verantwortung zu über- nehmen.Bemüht Euch, Eure Zukunft ernsthaft durch persönliche Bildung und durch Lernen aufzubauen, um auf kompetente und großherzige Weise dem Allgemeinwohl zu dienen.
   In meiner letzten Enzyklika über den ganzheitlichen menschlichen Fortschritt, „Caritas in veritate", habe ich einige wichtige aktuelle Herausforderungen aufgeführt, die für das Leben dieser Welt drängend und wesentlich sind: die Verwendung der Erdressourcen und die Beachtung der Ökologie, die gerechte Verteilung der Güter und die Kontrolle der Finanzmechanismen, die Solidarität mit den armen Ländern im Bereich der menschlichen Familie, der Kampf gegen den Hunger in der Welt, die Förderung der Würde der menschlichen Arbeit, der Dienst für die Kultur des Lebens, die Schaffung des Friedens unter den Völkern, der interreligiöse Dialog, der gute Gebrauch der sozialen Kommunikationsmittel.
   Dies sind Herausforderungen, auf die zu reagieren Ihr aufgerufen seid, um eine gerechtere und brüderlichere Welt zu errichten. Es sind Herausforderungen, die einen anspruchsvollen und mit- reißenden Lebensentwurf erfordern, in den Ihr all Euren Reichtum einbringen müsst, gemäß dem Plan, den Gott mit jedem von Euch hat. Es geht nicht darum, heldenhafte oder außerordentliche Taten zu voll- bringen, sondern die eigenen Talente und Möglichkeiten Frucht bringen zu lassen und sich darum zu bemühen, beständig im Glauben und in der Liebe voranzuschreiten.
   In diesem Priesterjahr fordere ich Euch dazu auf, das Leben der Heiligen kennenzulernen, vor allem das der heiligen Priester. Ihr werdet sehen, dass Gott sie geführt hat und dass sie Tag für Tag ihren Weg gefunden haben, gerade im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe. Christus ruft jeden von Euch dazu auf, sich mit Ihm zu bemühen und die eigene Verantwortung anzunehmen, um die Zivilisa- tion der Liebe zu errichten. Wenn Ihr Seinem Wort folgt, wird auch Euer Weg erleuchtet und euch zu hohen Zielen führen, die dem Leben Freude und einen erfüllten Sinn geben.
   Möge die Jungfrau Maria, die Mutter der Kirche, Euch mit ihrem Schutz begleiten. Ich versichere Euch, dass ich Eurer im Gebet gedenke, und erteile Euch von ganzem Herzen meinen Segen.
Vatikan, am 22. Februar 2010 Benedictus PP. XVI. DT100318ÜbersetzungClaudiaReimüller

WJT in Sydney 15. - 20. Juli 2008

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Abschlusspredigt auf dem WJT 2008 in Sidney (Australien)  Papst fordert „neue Ära”

   Zum Abschluss des Weltjugendtages hat Papst Benedikt XVI. mit rund 500.000 Teilnehmern den größten Gottesdienst in der Geschichte Australiens gefeiert. Dabei rief er am Sonntagmorgen in Sydney zu einer Erneuerung von Gesellschaft und Kirche auf. Er warnte er vor neuen „geistigen Wüsten”, die sich überall ausbreiteten. Stattdessen forderte er eine „neue Ära”, in der Egoismus, Habgier und Oberflächlichkeit durch Solidarität, Respekt und Hoffnung ersetzt werden sollten. Dazu brauche es eine innere Erneuerung der Christen durch die Kraft des Heiligen Geistes.
Wir dokumentieren hier Auszüge der Predigt in offizieller deutscher Übersetzung:
Liebe Freunde!
   „Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch herabkommen wird” Apg 1,8. Wir haben die Erfüllung dieser Verheißung gesehen! Am Pfingsttag hat, wie wir in der ersten Lesung gehört haben, der auferstandene Herr, der zur Rechten des Vater sitzt, den Geist auf die im Obergemach, im Abendmahlssaal versammelten Jünger herabgesandt. In der Kraft dieses Geistes zogen Petrus und die Apostel aus, das Evangelium bis an die Grenzen der Erde zu predigen. In allen Zeiten und in allen Sprachen fährt die Kirche fort, in der ganzen Welt die Wundertaten Gottes zu verkünden und alle Nationen und Völker zum Glauben, zur Hoffnung und zu einem neuen Leben in Christus zu rufen.
   (…) Ich bete, daß diese große Versammlung, die junge Menschen „aus allen Völkern unter dem Himmel” vgl. Apg 2,5 vereint, ein neuer Abendmahlssaal sei. Das Feuer der Liebe Gottes komme herab, um Eure Herzen zu erfüllen, es verbinde Euch immer vollkommener mit dem Herrn und seiner Kirche und sende Euch aus als eine neue Generation von Aposteln, um die Welt zu Christus zu bringen!
   (…) In jeder Meßfeier kommt nämlich der Heilige Geist erneut herab, wenn er durch das feierliche Gebet der Kirche angerufen wird, nicht nur um unsere Gaben von Brot und Wein in den Leib und das Blut des Herrn zu verwandeln, sondern auch um unser Leben zu verwandeln, um uns in seiner Kraft „ein Leib und ein Geist in Christus” werden zu lassen.
   Aber was ist diese „Kraft” des Heiligen Geistes? Es ist die Kraft des göttlichen Lebens! Es ist die Kraft desselben Geistes, der am Anfang der Schöpfung über den Wassern schwebte und der, als die Zeit erfüllt war, Jesus von den Toten auferweckt hat. Es ist die Kraft, die uns und unsere Welt auf das Kommen des Gottesreiches ausrichtet. Im heutigen Evangelium verkündet Jesus, dass eine neue Zeit angebrochen ist, in der der Heilige Geist über die ganze Menschheit ausgegossen wird vgl.Lk 4,21. Er selbst, der durch den Heiligen Geist empfangen und von der Jungfrau Maria geboren wurde, ist zu uns gekommen, um uns diesen Geist zu bringen. Als Quelle unseres neuen Lebens in Christus ist der Heilige Geist auch auf sehr reale Weise die Seele der Kirche, die Liebe, die uns mit dem Herrn und untereinander verbindet, und das Licht, das unsere Augen öffnet, damit wir die Wunder der Gnade Gottes sehen, die uns umgeben.

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   Hier in Australien, diesem „großen Südland des Heiligen Geistes“, haben wir alle eine unvergeßliche Erfahrung von der Gegenwart und der Kraft des Geistes in der Schönheit der Natur gemacht. (…) Auch hier in dieser großartigen Versammlung junger Christen aus der ganzen Welt haben wir eine lebendige Erfahrung von der Gegenwart des Geistes und von seiner Kraft im Leben der Kirche gemacht. Wir haben die Kirche als das gesehen, was sie wirklich ist: der Leib Christi, eine lebendige Gemeinschaft der Liebe, die in der aus unserm Glauben an den auferstandenen Herrn kommenden Einheit Menschen aller Rassen, Nationen und Sprachen, aller Zeiten und Orte umfaßt.
   Die Kraft des Heiligen Geistes hört nie auf, die Kirche mit Leben zu erfüllen! (…) Doch diese Kraft, die Gnade des Geistes, ist nicht etwas, das wir uns verdienen oder erarbeiten, sondern nur als reines Geschenk empfangen können. Gottes Liebe kann ihre Kraft nur entfalten, wenn wir zulassen, daß sie uns von innen her verändert. Wir müssen sie die harte Kruste unserer Gleichgültigkeit, unserer geistlichen Trägheit und unserer blinden Anpassung an den Geist dieser Zeit durchbrechen lassen. Nur dann können wir sie unsere Vorstellungskraft entflammen und unsere tiefsten Sehnsüchte formen lassen. Aus diesem Grund ist das Gebet so wichtig: das tägliche Gebet, das persönliche Gebet in der Stille unseres Herzens und vor dem Allerheiligsten und das liturgische Gebet im Herzen der Kirche. Gebet ist reine Aufnahmebereitschaft für Gottes Gnade, Liebe in Aktion, Gemeinschaft mit dem Geist, der in uns wohnt und uns durch Jesus in der Kirche zu unserem himmlischen Vater führt. In der Kraft seines Geistes ist Jesus immer in unseren Herzen gegenwärtig und wartet ruhig darauf, dass wir bei ihm still werden, um seine Stimme zu hören, in seiner Liebe zu weilen und die „Kraft aus der Höhe” zu empfangen, eine Kraft, die uns befähigt, Salz und Licht der Welt zu sein.

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   (…) Liebe junge Freunde, erlaubt mir, Euch jetzt eine Frage zu stellen. Was werdet Ihr der näch- sten Generation hinterlassen? Baut Ihr Euer Leben auf festen Fundamenten und errichtet Ihr etwas, das Bestand haben wird? Lebt Ihr Euer Leben auf eine Weise, die inmitten einer Welt, die Gott vergessen will oder ihn im Namen einer falsch verstandenen Freiheit sogar ablehnt, Raum schafft für den Geist? Wie setzt Ihr die Gaben ein, die ihr empfangen habt, die „Kraft”, die der Heilige Geist auch jetzt in Euch freisetzen möchte? Welches Erbe werdet Ihr jenen jungen Menschen hinterlassen, die nach Euch kommen? Welchen Unterschied werdet Ihr machen?
   Die Kraft des Heiligen Geistes beschränkt sich nicht darauf, uns zu erleuchten und zu trösten. Sie richtet uns auch auf die Zukunft aus, auf das Kommen des Gottesreiches. Was für eine wunderbare Vision einer erlösten und erneuerten Menschheit sehen wir in der neuen Zeit, die uns vom heutigen Evangelium verheißen wird! (…) Die Ausgießung des Geistes Christi auf die Menschheit ist ein Unterpfand der Hoffnung und der Erlösung von allem, was uns verarmen lässt. Sie schenkt den Blinden neues Augen- licht, sie befreit die Zerschlagenen und schafft Einheit in und durch Ver- schiedenheit vgl. Lk 4,18 Jes 61, 1-2. Diese Kraft kann eine neue Welt schaffen: Sie kann „das Antlitz der Erde erneuern“ vgl. Ps 104,30!

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   Gestärkt durch den Geist und gestützt auf die Weitsicht des Glaubens, ist eine neue Generation von Christen dazu berufen, zum Aufbau einer Welt beizutragen, in der das Leben angenommen, geachtet und geliebt und nicht abgelehnt, wie eine Bedrohung gefürchtet und zerstört wird. Eine neue Zeit, in der die Liebe nicht gierig und selbstsüchtig, sondern rein, treu und wahrhaft frei, offen für andere und voll Achtung für ihre Würde ist, ihr Wohl sucht und Freude und Schönheit ausstrahlt. Eine neue Zeit, in der die Hoffnung uns von der Oberflächlichkeit, der Lustlosigkeit und der Ichbezogenheit befreit, die unsere Seele absterben lassen und das Netz der menschlichen Beziehungen vergiften. Liebe junge Freunde, der Herr bittet Euch, Propheten dieser neuen Zeit zu sein, Boten seiner Liebe, die die Menschen zum Vater hinziehen und eine Zukunft der Hoffnung für die ganze Menschheit aufbauen.
Die Welt braucht diese Erneuerung! In so vielen unserer Gesellschaften breitet sich neben dem materiellen Wohlstand eine geistliche Wüste aus: eine innere Leere, eine namenlose Furcht und ein heimliches Gefühl der Hoffnungslosigkeit. Wie viele unserer Zeitgenossen haben in ihrer verzweifelten Suche nach Sinn – nach dem letzten Sinn, den nur die Liebe schenken kann – rissige und leere Zisternen gegraben vgl. Jer 2,13. Darin liegt die große und befreiende Gabe des Evangeliums: Es offenbart unsere Würde als Männer und Frauen, die als Abbild Gottes und ihm ähnlich geschaffen wurden. Es offenbart die erhabene Berufung der Menschheit, die darin besteht, die Erfüllung in der Liebe zu finden. Es erschließt uns die Wahrheit über den Menschen und die Wahrheit über das Leben.

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   Auch die Kirche braucht diese Erneuerung! Sie braucht Euren Glauben, Eure Idealismus und Eure Großzügigkeit, damit sie im Geist immer jung sein kann vgl. Lumen gentium, 4! (…) Die Kirche braucht besonders die Gaben der jungen Menschen, aller jungen Menschen. Sie muß in der Kraft des Geistes wachsen, der Eurer Jugend auch jetzt Freude schenkt und Euch anregt, dem Herrn mit Frohsinn zu dienen. Öffnet Eure Herzen für diese Kraft! Diese Bitte richte ich in besonderer Weise an all jene, die der Herr zum Priestertum und zum gottgeweihten Leben beruft. Fürchtet Euch nicht, Jesus „ja” zu sagen.(…)
   Was bedeutet es, das „Siegel“ des Heiligen Geistes zu empfangen? Es bedeutet, ein unauslöschliches Zeichen zu tragen, dauerhaft verwandelt und eine neue Schöpfung zu sein. Für jene, die diese Gabe empfangen haben, darf nichts beim Alten bleiben! Im Geist „getauft” zu werden bedeutet, von der Liebe Gottes entflammt zu werden. „Vom Geist getränkt“ zu werden vgl. 1 Kor 12,13 bedeutet, von der Schönheit des Planes des Herrn für uns und für die Welt erquickt zu werden und dadurch selber eine Quelle geistlicher Erquickung für andere zu werden. „Mit dem Geist besiegelt” zu werden bedeutet, bei unserem Einsatz für den Sieg der Zivilisation der Liebe keine Angst zu haben, für Christus einzustehen und unser Sehen, Denken und Handeln von der Wahrheit des Evangeliums durchdringen zu lassen. (…)
   Auch euch, liebe junge Freunde deutscher Sprache, gilt mein herzlicher Gruß. Der Heilige Geist ist ein Geist der Gemeinschaft und wirkt Verständigung und Kommunikation. Sprecht mit anderen über eure Hoffnungen und Ideale, und sprecht von Gott und mit Gott! Glücklich ist der Mensch, der in der Liebe Gottes und in der Liebe zum Nächsten lebt. Gottes Geist führe euch auf Wegen des Friedens!
Die Papst-Ansprachen in voller Länge sind nachzulesen auf der Homepage des Vatikans www.vatican.va

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Begegnung mit den Vertretern anderer Religionen im Kapitelsaal der St. Mary's Cathedral
- Die Rede des Heiligen Vaters lesen Sie bitte
> Dialog der Religionen

Ökumenisches Treffen in der Krypta der St. Mary's Cathedral, Sydney -
Die Rede des Heiligen Vaters bringen wir unter: Ökumene

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Interview mit dem deutschen Jugendbischof Dr. Franz-Josef Bode in Sidney > nordd. Kirche

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Der Papst am Grab der ersten australischen Seligen > Heilige - ?

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Schweizer erlebt unvergessliche Firmung mit 24 Teilnehmern auf dem WJT > Glaube & Leben
mehr: unten auf dieser Seite

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Sydney: Absage an Gewalt, Bewahrung der Schöpfung

   Mit einem bunten Fest im Hafen von Sydney ist Papst Benedikt XVI. am Donnerstagnachmittag (Ortszeit) beim 23. Weltjugendtag (WJT) begrüßt worden. An der Mole von Rose Bay bestieg das Kirchenoberhaupt ein Schiff und machte, eskortiert von einer Vielzahl größerer und kleinerer Boote, eine Rundfahrt durch den Hafenbereich in Richtung Harbour Bridge und Opernhaus. In der Begrüßungsrede an die gut 150.000 Menschen aus aller Welt rief Benedikt XVI. zum Glauben an Christus sowie zum Schutz der Umwelt auf. An der Hafenmole Barangaroo forderte er am Donnerstag eine Absage an Gewalt, nachhaltige Entwicklung, Gerechtigkeit und Frieden sowie die Bewahrung der Schöpfung. Das Kirchen- oberhaupt beklagte Naturkatastrophen durch Überflutungen und Dürre. Auch durch Abholzung, Erosion und eine verschwenderische Ausbeutung der Bodenschätze werde Gottes Schöpfung oft „feindlich und gefährlich“ für die Menschen, der sie eigentlich bewahren sollte.
Hier Auszüge aus der Ansprache in deutscher Übersetzung:
Liebe junge Freunde,
   (…) Woher auch immer wir stammen, schließlich sind wir nun hier in Sydney. Und gemeinsam stehen wir in unserer Welt als Gottes Familie, als Jünger Christi, gestärkt durch seinen Geist, um vor allen Zeugen seiner Liebe und Wahrheit zu sein.
   Zuerst möchte ich den Ältesten der Aborigines danken, die mich willkommen geheißen haben, bevor ich das Boot in der Rose Bay bestieg. Ich bin tief bewegt, auf dem Boden Eures Landes zu stehen, da ich um das Leiden und die Ungerechtigkeiten weiß, die es ertragen hat, doch ich bin mir auch des aktuellen Heilungsprozesses und der Hoffnung bewusst, die alle australischen Bürger zu Recht mit Stolz erfüllen. Den jungen Ureinwohnern – den Aborigines und den Insulanern der Torresstraße – und den Tokelauanern drücke ich meinen Dank für Euren bewegenden Empfang aus. Durch Euch sende ich herzliche Grüße an Eure Völker.
   (…) Vor mir sehe ich ein lebendiges Bild der Weltkirche. Die Vielfalt der Nationen und Kulturen, aus denen Ihr kommt, zeigt, dass die Gute Nachricht Christi wirklich für alle und jeden bestimmt ist; sie hat die Enden der Erde erreicht. Doch ich weiß auch, dass etliche unter Euch noch auf der Suche nach einer geistlichen Heimat sind. Einige, uns ebenfalls sehr willkommene Teilnehmer sind weder Katholiken noch Christen. Andere bewegen sich vielleicht am Rande des Lebens der Pfarrei und der Kirche. Euch möchte ich Ermutigung bringen: Geht voran, in die liebevolle Umarmung Christi hinein; erkennt die Kirche als Eure Heimat. Niemand muss draußen bleiben, denn seit Pfingsten ist sie die eine, universale Kirche.
   Heute abend möchte ich auch diejenigen einschließen, die nicht unter uns zugegen sind. Ich denke vor allem an die Kranken oder geistig Behinderten, an die Jugendlichen im Gefängnis, an diejenigen, die sich am Rande unserer Gesellschaften abmühen, und an jene, die sich, aus was für Gründen auch immer, der Kirche entfremdet fühlen. Zu ihnen sage ich: Jesus ist Dir nahe! Spüre seine heilende Umarmung, sein Mitleid und seine Barmherzigkeit!
   (…) Und im Gehorsam gegenüber dem Befehl Christi selbst brachen sie auf und gaben Zeugnis für die bedeutendste Geschichte aller Zeiten: dass Gott einer von uns geworden ist, dass das Göttliche in die menschliche Geschichte eingetreten ist, um sie zu verwandeln, und dass wir gerufen sind, uns in die rettende Liebe Christi zu versenken, die über das Böse und über den Tod triumphiert. Der heilige Paulus leitete diese Botschaft in seiner berühmten Rede auf dem Areopag so ein: Gott schenkt allen alles – einschließlich das Leben und den Atem –, so dass alle Nationen Gott suchen und, indem sie den eigenen Weg zu ihm ertasten, ihn auch finden können. Tatsächlich ist er keinem von uns fern, denn in ihm leben wir, bewegen wir uns und sind wir vgl. Apg 17,25-28.
   Und immer sind seitdem Männer und Frauen aufgebrochen, um dieselbe Geschichte zu erzählen, Christi Liebe und Wahrheit zu bezeugen und ihren Beitrag zur Mission der Kirche zu leisten. (…) Sie wurden die demütigen, aber hartnäckigen Gründer eines großen Teils des sozialen und geistigen Erbes, das diesen Nationen bis heute Güte, Mitgefühl und Sinn vermittelt. Und sie inspirierten schließlich eine weitere Generation. Wir denken spontan an den Glauben, der die selige Mary MacKillop in ihrer klaren Ent- schlossenheit unterstützte, besonders die Armen zu unterrichten, und an den seligen Peter To Rot mit seiner unbeirrbaren Überzeugung, dass die Leitung einer Gemeinschaft sich immer am Evangelium orientieren muss. Denkt auch an Eure eigenen Großeltern und Eltern, Eure ersten Lehrer im Glauben. Auch sie haben aus Liebe zu Euch unzählige Opfer an Zeit und Energie auf sich genommen. (…)
   Heute bin ich an der Reihe. (…) Und doch waren die Ausblicke auf unseren Planeten, die sich mir von der Höhe aus boten, wirklich wundervoll. Das Gefunkel des Mittelmeeres, die Erhabenheit der nordafrika- nischen Wüste, das üppige Grün der Wälder Asiens, die Weite des Pazifischen Ozeans, der Horizont, über dem die Sonne auf- und unterging, und der majestätische Glanz von Australiens natürlicher Schönheit, die ich in diesen letzten beiden Tagen genießen konnte – all das weckte eine tiefe Ehrfurcht.
   (…) Und da gibt es noch mehr, vom Himmel aus kaum wahrnehmbar: Männer und Frauen, nach nichts Geringerem als Gottes eigenem Ebenbild geschaffen vgl. Gen 1,26. Im Herzen des Wunders der Schöpfung sind wir, Ihr und ich, die Menschheitsfamilie „mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt” (…) Und gleichsam hineingezogen ins Schweigen, in eine Haltung des Dankens, in die Macht der Heiligkeit, werden wir nachdenklich.
   Was entdecken wir? Vielleicht kommen wir etwas widerstrebend zu dem Eingeständnis, dass es auch Verletzungen gibt, welche die Oberfläche unserer Erde zeichnen: Erosion, Entwaldung, die Ver- schwendung der weltweiten Mineral- und Meeresressourcen, um einen unersättlichen Konsumismus zu befriedigen. Einige von Euch kommen aus Insel-Staaten, deren Existenz durch die ansteigenden Meeresspiegel bedroht sind; andere aus Nationen, die unter den Folgen verheerender Trockenheit leiden. (…)
   Aber mehr noch. Wie steht es um den Menschen, den Gipfel von Gottes Schöpfung? Jeden Tag begegnen wir dem Genius menschlicher Errungenschaften. Von den Fortschritten in den medizini- schen Wissenschaften und der klugen Anwendung der Technologie bis zur Kreativität, die sich in den Künsten niederschlägt, sind Lebensqualität und Lebensfreude der Menschen auf vielerlei Weise in ständigem Anstieg begriffen. Bei Euch selbst gibt es eine schnelle Bereitschaft, die Euch ange- botenen reichlichen Möglichkeiten aufzugreifen. (…)
 Das stimmt uns wiederum nachdenklich. Und wir entdecken, dass nicht nur das natürliche, sondern auch das soziale Umfeld – der Lebensraum, den wir selbst uns gestalten – seine Verletzungen hat; Wunden, die anzeigen, dass etwas nicht in Ordnung ist. Auch hier, in unserem persönlichen Leben und in unseren Gemeinschaften können wir einer Feindseligkeit, etwas Gefährlichem begegnen; einem Gift, das droht, das, was gut ist, zu zerstören, das, was wir sind, zu verformen und den Zweck, zu dem wir erschaffen worden sind, zu verdrehen. Beispiele dafür sind reichlich vorhanden, wie Ihr selber wisst. Zu den vorherrschenden gehören Alkohol- und Drogenmissbrauch, die Verherrlichung der Gewalt und der sexuelle Verfall, die in Fernsehen und Internet oft als Unterhaltung präsentiert werden. Ich frage mich: Könnte jemand Aug’ in Auge mit Menschen, die tatsächlich unter Gewalt und sexueller Ausbeutung leiden, „erklären”, dass diese Tragödien, wenn sie in virtueller Form wiedergegeben werden, lediglich als „Unter- haltung” zu betrachten sind?
   So manches Unheil kommt auch daher, dass Freiheit und Toleranz so oft von der Wahrheit getrennt werden. Das wird durch die heute weithin vertretene Vorstellung gefördert, dass es keine absoluten Wahrheiten gibt, die unser Leben lenken können. Der Relativismus hat, indem er unterschiedslos praktisch allem einen Wert zugesteht, die „Erfahrung” zum alleinigen Kriterium erhoben. Wenn aber Erfahrungen von jeder Überlegung, was gut und wahr sei, losgelöst werden, können sie, anstatt zu echter Freiheit zu verhelfen, zu moralischer und intellektueller Verwirrung, zu einer Schwächung der Prinzipien, zum Verlust der Selbstachtung und sogar in die Verzweiflung führen.
   Liebe Freunde, das Leben wird nicht vom Zufall regiert; es ist nicht der Willkür unterworfen. Euer persönliches Sein ist von Gott gewollt; er hat es gesegnet und ihm einen Sinn gegeben vgl. Gen 1,28! Das Leben ist nicht bloß eine Abfolge von Ereignissen oder Erfahrungen, so hilfreich viele von ihnen auch sind. Es ist ein Suchen nach der Wahrheit, dem Guten und dem Schönen. Zu diesem Zweck treffen wir unsere Entscheidungen, dafür üben wir unsere Freiheit aus; darin – in Wahrheit, Güte und Schönheit – finden wir Glück und Freude. (…)
   Christus bietet mehr! Tatsächlich bietet er alles! Allein er, der die Wahrheit ist, kann der Weg sein und darum auch das Leben. (…)
   Liebe Freunde, bei Euch zu Hause, in Euren Schulen und Universitäten, an Euren Arbeitsplätzen und in der Freizeit erinnert Euch daran, dass Ihr eine neue Schöpfung seid! Ihr steht nicht nur in Ehrfurcht vor dem Schöpfer und freut Euch an seinen Werken, Ihr erkennt auch, dass das sichere Fundament der menschlichen Solidarität in dem Ursprung liegt, den jeder Mensch – der Gipfel des Schöpfungs- planes Gottes für die Welt – mit allen anderen gemeinsam hat. Als Christen steht Ihr in dieser Welt in dem Wissen, dass Gott ein menschliches Angesicht hat  – Jesus Christus –, der „Weg”, der alles menschliche Sehnen befriedigt, und das „Leben”, von dem Zeugnis zu geben wir berufen sind, indem wir immer in seinem Licht wandeln.
   Die Aufgabe des Zeugen ist nicht leicht. Es gibt heute viele, die fordern, Gott müsse „auf der Ersatzbank” gelassen werden und Religion und Glauben, die zwar für die Einzelnen gut sind, müssten aus dem öffentlichen Leben entweder gänzlich ausgeschlossen oder aber nur zur Verfolgung begrenzter pragmatischer Ziele eingesetzt werden. Diese säkularisierte Sichtweise versucht, mit wenig oder gar keinem Bezug auf den Schöpfer menschliches Leben zu erklären und die Gesellschaft zu formen. Sie stellt sich selbst als neutral, als unparteiisch und daher für jeden offen vor. In Wirklichkeit aber drängt der Säkularismus wie jede Ideologie eine bestimmte Sicht der Welt auf. Wenn Gott für das öffentliche Leben irrelevant ist, dann wird die Gesellschaft nach einem gottlosen Bild geformt, und die Debatte und die Politik, die das öffentliche Wohl betreffen, werden mehr von den Folgen als von in der Wahrheit begründeten Prinzipien bestimmt.
   Doch die Erfahrung zeigt, dass die Abwendung vom Plan des Schöpfers Unordnung hervorruft, die sich unausweichlich auf die übrige Schöpfung auswirkt vgl. Botschaft zum Weltfriedenstag 1990, 5.(…)
   Doch wie steht es um unser soziales Umfeld? Sind wir gleichermaßen aufmerksam auf die Zeichen unserer Abwendung von den moralischen Strukturen, mit denen Gott die Menschheit ausgestattet hat vgl. Botschaft zum Weltfriedenstag 2007,8? (…) Und so werden wir angeregt darüber nach- zudenken, welchen Platz die Armen und die alten Menschen, die Immigranten und diejenigen, die kein Mitspracherecht besitzen, in unseren Gesellschaften einnehmen. Wie ist es möglich, dass so viele Mütter und Kinder unter häuslicher Gewalt zu leiden haben? Wie ist es möglich, dass der wundersamste und heiligste Raum im Menschen – der Mutterschoß – zum Ort unsagbarer Gewalt geworden ist?
   (…) Unsere Welt ist der Gier, der Ausbeutung und der Spaltungen, der Öde falscher Idole und halber Antworten und der Plage falscher Versprechungen überdrüssig geworden. Unsere Herzen und Gedanken sehnen sich nach der Vision eines Lebens, wo Liebe andauert, wo Gaben geteilt werden, wo Einheit gebildet wird, wo Freiheit ihren eigentlichen Sinn in der Wahrheit findet und wo die Identität in einem respektvollen Miteinander gefunden wird. Das ist das Werk des Heiligen Geistes! Das ist die Hoffnung, die das Evangelium Jesu Christi bereithält. Um für diese Wirklichkeit Zeugnis zu geben, seid Ihr in der Taufe neu geschaffen und in der Firmung durch die Gaben des Geistes gestärkt worden. Das soll die Botschaft sein, die Ihr von Sydney aus in die Welt tragt!
   (…) Liebe Freunde, die ihr mich in meiner Muttersprache versteht, von Herzen grüße ich euch alle. Erweist euch überall als freudige Zeugen der frohmachenden Botschaft Jesu! Sprecht mutig von eurem Glauben, auch wenn ihr zuweilen auf Widerspruch stößt und das Kreuz der Ablehnung erfährt. Der Herr, der für uns ein größeres Kreuz getragen hat, wird euch beistehen. Gott schenke euch eine gute, gesegnete Zeit hier in Australien.
Die Papst-Ansprachen in voller Länge sind nachzulesen auf der Homepage des Vatikans www.vatican.va

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Benedikt über dem Himmel von Australien

   Nach dem längsten Nonstop-Flug eines Papstes überhaupt  landete Benedikt XVI. gegen 15 Uhr Ortszeit auf der Militärbasis Richmond bei Sydney. Bei kühlem Wetter und bedecktem Himmel wurde er auf dem Flugfeld vom Erzbischof von Sydney, Kardinal George Pell, und dem australischen Premierminister Kevin Rudd begrüßt. Nach dem informellen Empfang begab sich der Ppast sofort in das rund 40 Kilometer entfernte kirchliche Gästehaus von Kenthurst. Dort wird er sich in den nächsten drei Tagen von den Anstrengungen der Anreise erholen. Der Papst wird am der Kirche teil, zu dem mehr als 250.000 Jugendliche aus aller Welt nach Sydney gekommen sind. Der offizielle Empfang durch die australische Staats- und Regierungsspitze ist erst für Donnerstag in Sydney vorgesehen. Höhepunkte sind am Wochenende eine Gebetswache und eine große Messe, zu denen rund eine halbe Million Menschen erwartet werden.
   Von dem Großereignis erhofft sich Benedikt neue Impulse für Kirche und Welt. Der Glaube solle jungen Menschen Hoffnung und Orientierung geben und sie ermutigen, sich gegen Not und Unrecht in aller Welt einzusetzen. Mit Blick auf den Klimawandel forderte das Kirchenoberhaupt mehr Verantwortungs- bewusstsein gegenüber der Schöpfung.
   Rund ein Viertel der 21 Millionen Australier gehören der katholischen Kirche an. Nach einer Unter- suchung der Bertelsmann-Stiftung ist der Anteil der Menschen, die sich für nicht oder kaum religiös halten, in Australien besonders hoch.
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Papstbotschaft zum Weltjugendtag
   Papst Benedikt XVI. erwartet sich vom Weltjugendtag missionarische Impulse für die katholische Kirche und vor allem für die jungen Gläubigen. Angesichts von düsteren Zukunftsperspektiven und Hoffnungs- losigkeit biete der christliche Glaube Kraft und Orientierung, betonte er in einer Botschaft, die bei seiner Ankunft in Australien am Sonntag veröffentlicht wurde.
   Die Jugendlichen seien herausgefordert durch die Ablehnung des Glaubens, die sie in ihrem Umfeld erfahren. Die Antwort liege in Christus. Der Heilige Geist orientiere die Menschen zu ihm hin, der Leben, Liebe und Wahrheit ist. Benedikt zitiert einen dem Heiligen Augustinus zugeschriebenen Denkspruch: „Wenn Du jung bleiben willst, dann suche Christus”. Mit Blick auf das Motto des Treffens „Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch herabkommen wird; und ihr werdet meine Zeugen sein” betont Benedikt, dass die Jugendlichen eine besondere Aufgabe bei der Erneuerung des Angesichts der Erde Ps 104 hätten. Der Papst wörtlich: „Es ist meine feste Überzeugung, dass die Jugendlichen dazu berufen sind, Instrumente der Erneuerung zu werden, indem sie ihren Alters- genossen jene Freude weitergeben, die sie im Kennenlernen und in der Nachfolge Christi erfahren haben. Im Teilen der Liebe, die der Geist in ihre Herzen ausgegossen hat, werden sie erfüllt von Hoff- nung und Dankbarkeit für all das Gute, dass sie von Gott, unserm himmlischen Vater erhalten haben.”
   Benedikt XVI. dankt außerdem den australischen Behörden und der Kirchenleitung für die Vorbe- reitung seiner Reise und des Weltjugendtages. Weiter bedankte er sich bei den Pfarreien, den Schulen und den vielen Familien, die während dieser Tag die angereisten Gäste aus aller Welt beherbergten.
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Der Papst an Bord der „Sydney 2000”
Wie schon 2005 in Köln eröffnet Benedikt XVI. den Weltjugendtag mit einer Schiffsfahrt

   Unter den Ausflugs- und Kreuzfahrtschiffen im Hafen von Sydney (Australien) ragt die „Sydney 2000” Foto oben heraus. Sie ist mit dreiunddreißig Metern Länge und ihren drei Decks eine be- kannte Touristenattraktion. Viele Besucher unternehmen mit ihr eine Hafenrundfahrt und lassen sich an Bord mit einem opulenten Mittag- oder Abendessen verwöhnen. Seit kurzem bewirbt der Eigner die „Sydney 2000” als „official papal vessel” (offizielles päpstliches Schiff) und offeriert den Besuchern des Welt- jugendtages 2008 die Buchung von „Pilgrim Diner & Lunch Cruises”.
    Mit der Durchfahrt durch die Harborbridge in Sidney eröffnet der Papst den offiziellen Teil seiner Pastoralreise nach Australien, der ersten zum fünften Kontinent. In einer „Boat-a-cade", im Geleit von dreizehn weiteren Schiffen geht es vorbei am Opernhaus Sydneys zum Barangaroo East Darling Harbour. Nach einer fünfundvierzig Minuten dauernden Fahrt wird er dort von den Teilnehmern des Weltjugend- tages 2008 willkommen geheißen werden.
 â€žDas ist das richtige Schiff. Nicht nur, weil es das größte und beste im Hafen ist, sondern auch wegen seines Namens ,Syd-2000', der uns das Jubiläum des Jahres 0 vor Augen führt, das Gedächtnis des Ein- tritts einer sehr wichtigen Person in den Hafen der Menschheit: Jesus Christus, im Jahre Null, vor zwei- tausend Jahren”, hatte Anthony Fisher, der für die Organisation des Weltjugendtages zuständige Weih- bischof der australischen Metropole, die Wahl der „Sydney 2000” zum „offiziellen päpstlichen Schiff” erklärt.

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   Schon vor drei Jahren in Köln hatte Benedikt XVI. seinen Besuch beim Weltjugendtag mit einer Bootsfahrt begonnen. Auf der „Rheinenergie” Fotos oben fuhr der Papst vom Ortsteil Rodenkirchen zum weltberühmten Dom der Stadt. Fünf Schiffe gefüllt mit Jugendlichen, jedes für einen Kontinent, ein Journalistenschiff und ein Boot der Polizei stellten den päpstlichen Konvoi. Mit dieser „Rheinenergie” aus hielt der Papst eine vielbeachtete Katechese, die immer wieder von „Benedetto”-Rufen unterbrochen wurde.
   Nach Schätzungen der Polizei hatten sich an den beiden Rheinufern rund 170.000 Menschen ver- sammelt - viele von ihnen standen bis zu den Knien im Wasser.
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Botschaft des Heiligen Vaters an das geliebte Volk von Australien und an die jungen Pilger,
die am Weltjungendtag  teilnehmen:
Der Geist weist uns den Weg

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Foto v.l.n.r.: Kardinal George Pell, Bemedikt XVI., Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone

  „Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch herabkommen wird; und ihr werdet meine Zeugen sein” Apg. 1,8
   Gnade sei mit euch allen und Friede von Gott, unserem Vater und dem Herrn Jesus Christus! In einigen Tagen werde ich meine Apostolische Reise in Euer Land antreten, um in Sydney den 23. Weltjugendtag zu feiern. Ich freue mich sehr auf diese Tage, die ich mit Euch verbringen werde, und vor allem auf die Gelegenheiten, gemeinsam mit jungen Menschen aus der ganzen Welt zu beten und nachzudenken.
   Zunächst möchte ich allen meine Anerkennung aussprechen, die zur Unterstützung dieser Feier so viel von ihrer Zeit und ihrer Kraft aufgewendet und so viel dafür gebetet haben. Die australische Regierung und die Regierung der Provinz New South Wales, die Organisatoren aller Veranstaltungen, die Geschäfts-  welt, die für Sponsoren gesorgt hat - Ihr alle habt dieses Ereignis bereitwillig unterstützt, und im Namen der jungen Menschen, die am Weltjugendtag teilnehmen, möchte ich euch meinen aufrichtigsten Dank aussprechen. Viele Jugendliche haben große Opfer auf sich genommen, um die Reise nach Australien unternehmen zu können, und ich bete, dass sie reichlich dafür belohnt werden mögen. Die Gemeinden, die Schulen und die Gastfamilien haben die jungen Besucher großherzig aufgenommen und verdienen ebenfalls unseren Dank und unsere Wertschätzung.
   „Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch herabkommen wird; und ihr werdet meine Zeugen sein” Apg 1,8. So lautet das Thema des 23. Weltjugendtags. Wie sehr bedarf doch unsere Welt eines erneuten Ausgießens des Heiligen Geistes! Immer noch gibt es viele Menschen, welche die Frohe Botschaft Jesu Christi nicht gehört haben, während viele andere, aus welchem Grund auch immer, die erlösende Wahrheit in dieser Frohen Botschaft nicht erkennen, die allein die tiefste Sehnsucht ihres Herzens erfüllen kann. Der Psalmist betet: „Sendest du deinen Geist aus. so werden sie alle erschaffen, und du erneuerst das Antlitz der Erde” Ps 104,30. Es ist meine feste Überzeugung, dass die jungen Menschen dazu aufgerufen sind, Werkzeug dieser Erneuerung zu sein, indem sie ihren Gleichaltrigen die Freude vermitteln, die sie dadurch erfahren haben, dass sie Christus erkannt haben und ihm nachgefolgt sind, und mit anderen die Liebe teilen, die der Geist in ihre Herzen ausgießt, so dass auch sie mit Hoffnung und mit Dankbarkeit für alle guten Gaben erfüllt werden, die sie von unserem himmlischen Vater empfangen haben.
   Vielen jungen Menschen fehlt es heute an Hoffnung. Sie werden von den Fragen verwirrt, die sich in einer unübersichtlichen Welt um so drängender stellen, und oft sind sie unsicher, wohin sie sich wenden sollen, um Antworten zu finden. Sie sehen Armut und Ungerechtigkeit und sehnen sich nach Lösungen. Sie werden durch die Argumente derjenigen herausgefordert, welche die Existenz Gottes leugnen und fragen sich, wie sie darauf antworten können. Sie sehen, dass der natürlichen Umwelt durch mensch- liche Habgier großer Schaden zugefügt wird, und sie setzen sich dafür ein, Wege zu finden, um in größe- rer Harmonie mit der Natur sowie untereinander zu leben.
   Wo können wir nach Antworten suchen? Der Geist weist uns den Weg, der zum Leben, zur Liebe und zur Wahrheit führt. Der Geist weist uns zu Jesus Christus. Es gibt einen Spruch, der dem heiligen Augustinus zugeschrieben wird: „Wenn du jung bleiben willst, dann suche Christus”. In Ihm finden wir die Antworten, nach denen wir suchen, in Ihm finden wir das Ziel, für das es wirklich wert ist zu leben, in Ihm finden wir die Stärke, den Weg weiterzuverfolgen, der zu einer besseren Welt führen wird. Unsere Herzen sind unruhig, solange sie nicht im Herrn ruhen, wie der heilige Augustinus zu Beginn seiner Bekenntnisse sagt, der berühmten Beschreibung seiner eigenen Jugend. Ich bete dafür, dass die Herzen der jungen Menschen, die in Sydney zur Feier des Weltjugendtags zusammenkommen, wirklich im Herrn ruhen und dass sie mit Freude und Eifer erfüllt werden, die Frohe Botschaft bei allen ihren Freunden, in ihren Familien und bei allen, denen sie begegnen, zu verbreiten.
   Liebe australische Freunde, obwohl ich nur einige Tage in Eurem Land verbringen und Sydney nicht verlassen können werde, so richten sich doch meine Gedanken an Euch alle, einschließlich derjenigen, die krank sind oder sich auf irgendeine Weise in Schwierigkeiten befinden. Im Namen aller Jugendlichen danke ich Euch nochmals für Eure Unterstützung meiner Mission und bitte Euch, weiterhin besonders für die jungen Menschen zu beten. Es bleibt mir nur, meine Einladung an die Jugendlichen auf der ganzen Welt nochmals zu wiederholen, in Australien, dem großen „südlichen Land des Heiligen Geistes” mit mir zusammenzutreffen. Ich freue mich darauf, Euch dort zu begeg- nen! Gott segne Euch alle!
Aus dem Vatikan, am 4. Juli 2008 Benedictus PP. XVI. Übersetzung von Claudia Reitnüller DT080715

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Papst-Erinnerungen an WJT in Köln

   Letzter Schliff in Australien: Papst Benedikt XVI. hat zur Vorbereitung des Weltjugendtages den Kardinal von Sydney, George Pell, und Jugendbischof Anthony Fischer empfangen.
   „Ich habe wirklich sehr schöne Erinnerungen an den Weltjugendtag in Köln. Das war nicht bloß ein Massenevent, sondern vor allem ein großes Fest des Glaubens, der menschlichen Begegnung in Christus. Wir haben wirklich sehen können, wie der Glauben die Grenzen öffnet und eine Fähigkeit schafft zur Begegnung zwischen den Kulturen, und wie er Freude schafft. Ich erhoffe mir dasselbe von Australien, ich freue mich, die Jugendlichen vereint zu sehen in ihrem Verlangen nach Christus und nach einer wirklich menschlichen Welt”“
   Kardinal Pell hat seinerseits für den Weltjugendtag zwei klare Ziele anvisiert:
   „Die eine liegt in der australischen Versuchung zu glauben, dass man ein gutes, glückliches Leben ohne Gott führen kann. Die zweite ist die Auffassung von Sexualität, Ehe und Familie. Der Westen steckt in der Krise, in keinem westlichen Land kommen genug Babys auf die Welt, um die Bevölkerung stabil zu halten. Scheidungen und ,serielle Monogamie’ nehmen zu. Skrupellose Geschäftemacher erzählen jungen Leuten, dass dies die moderne Art zu leben ist, und sie verschweigen die Schwierigkeiten und Schäden, die das der Ehe und der Familie bereitet.
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Tage der Begegnung - Soldaten der Bundeswehr beim Weltjugendtag

 Der Weltjugendtag ist nicht nur ein Glaubensfest, sondern auch die weltweit größte friedliche inter- nationale Begegnung. Keine Frage, dass auch junge Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr an diesem weltweit größten Glaubensfest für Jugendliche teilnehmen. Schließlich gilt das Grundrecht auf freie Aus- übung der Religion auch für die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr. Die Katholische Militär- seelsorge in Deutschland ermöglichte es 35 Pilgern, die als Soldaten Dienst in der Bundeswehr leisten, am Weltjugendtag in Sydney teilzunehmen.
   Zusammen mit Soldatinnen und Soldaten aus den Streitkräften Kanadas, Kolumbiens, Frankreichs, Neuseelands, Großbritanniens, der Vereinigten Staaten und Australiens bilden die Soldatinnen und Solda- ten der Bundeswehr mit den Kern der internationalen militärischen Delegation während des Weltjugend- tages. Insgesamt 204 Soldatinnen und Soldaten sind zu diesem Glaubensfest angereist, wo sie zunächst „Tage der Begegnung mit der australischen Militärdiözese” in Canberra erleben und gestalten konnten. Eröffnet hatte die Tage der Begegnung der australische Militärbischof Max Davis mit einem feierlichen Gottesdienst in der Memorial-Kapelle St. Mark (Duntron). Während der Messfeier spendete der Militärbischof einem Soldaten der australischen Armee das Sakrament der Firmung, Militärdekan Joachim Simon vom Katholischen Militärbischofsamt in Berlin, der als verantwortlicher Pilgerleiter zusammen mit Militärpfarrer Damian Slaczka (Fürstenfeldbruck) und Militärdekan Martin Strasser (Bad Reichenhall) für die geistliche Begleitung Sorge trägt, äußerte sich nach der Begrüßung durch den australischen Militärbischof zufrieden: „Die frühzeitige gute Zusammenarbeit zwischen den Verantwortlichen in der australischen Militärseelsorge und uns hat sich gelohnt und schuf damit die guten Voraussetzungen für das internationale Soldatentreffen während des diesjährigen Weltjugendtages.” Im Rahmen von Vor- trägen zur Bedeutung der Militärseelsorge in den jeweiligen Streitkräften informierte Simon über den Weltjugendtag in Köln und das Engagement der Katholischen Militärseelsorge in Deutschland. Am Mittwoch wird Militärbischof Walter Mixa in Sydney eine Katechese über das Glaubensereignis „Welt- jugendtag” halten. DTCarl-H.Pierk080815

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Vollkommener Ablass für Weltjugendtagsbesucher

   Besucher des Weltjugendtags vom 15. bis 20. Juli in Sydney können einen Ablass ihrer zeitlichen Sündenstrafen erhalten. Einem am Samstag vom Vatikan veröffentlichten Dekret der Apostolischen Pönitentiarie zufolge erhält einen vollkommenen Ablass, wer mit einer entsprechenden Gesinnung an den geistlichen Veranstaltungen des Weltjugendtags und am Abschlussgottesdienst teilnimmt. Voraus- setzungen sind der Empfang des Bußsakraments und der Kommunion sowie ein Gebet nach der Intention des Papstes. Einen Teilablass kann weltweit jeder Katholik gewinnen, der während des Treffens in Bußgesinnung für eine Stärkung der Jugendlichen durch den Heiligen Geist betet. Auch zum Kölner Weltjugendtag 2005 hatte der Papst einen Ablass gewährt. DT080710kna

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Die Eröffnungsfeier des Weltjugendtags bringt Sydney zum Strahlen
Fröhliche Jugendliche beim Auftakt des Glaubensfestes in Sydney

   Sydney leuchtete, als sich etwa 150.000 Pilger aus 170 Nationen in Barangaroo versammelten, einem großen Gelände an einem der vielen Häfen der Metropole. Goldenes Licht der späten Winter- sonne, die es hier immer noch zwanzig Grad warm werden lässt, glitzerte im Wasser des Pazifischen Ozeans und in den Glasfassaden der Hochhäuser des Central Business District, einem der wichtigSten Handels- und Geschäftsplätze der südlichen Halbkugel. Frohe Stimmung lag über dem Gelände, an dem die ein- und auslaufenden Schiffe friedlich vorüberzogen. Schon auf dem Hinweg, über die Holzplanken der Boots- stege und vorbei an zahllosen Restaurants und Bars - von den Sydneysiders „Hungry Mile” genannt -, wurde gesungen und getanzt. Ziel der Menschenströme war der Eröffnungsgottesdienst des Weltjugendtages, den Kardinal Pell zusammen mit 26 Kardinälen, 400 Bischöfen und 4.000 Priestern feierte.
   In der Nacht zuvor hatten tausende Jugendliche vor der St Mary's-Kathedrale mit einem Count- down den Beginn des XXIII. Weltjugendtages erwartet. Großer Jubel und ausgelassene Stimmung folgten. Bei aller Fröhlichkeit: Das Niveau der Veranstaltung gab der Papst selbst vor. Mit einer SMS wandte er sich an viele Jugendliche und schrieb: „Junge Freunde, Gott und sein Volk erwarten viel von euch, denn ihr tragt in euch das größte Geschenk des Vaters: den Geist Jesu. BXVI."
Gott auch Überraschungen zubilligen
   Einen ähnlichen Anspruch erhob auch der Gastgeber, Kardinal George Pell, in seiner Predigt beim Eröffnungsgottesdienst. Das Evangelium vom Sämann auslegend sagte er: „Treue stellt sich weder automatisch ein noch ist sie unvermeidlich. Unsere Aufgabe ist es, offen für die Kraft des Heiligen Geistes zu sein, dem Gott der Überraschungen zu erlauben, durch uns zu wirken.” Menschliche Motivationen seien dabei sehr komplex, so Pell. Selbst fromme Katholiken könnten manchmal sehr entschlossen sein, keine weiteren Schritte nach vorn zu unternehmen. Andererseits gebe es Nachfolger Christi, die weniger eifrig und treu seien, aber offen für Entwicklung und den Wandel zum Besseren hin. „Wo stehst du?", fragte der Kardinal. Es sei nicht genug, im Niemandsland zwischen den streitenden Parteien von Gut und Böse zu verbleiben. „Das Leben zwingt uns zu wählen, letztendlich zerstört es jede Möglichkeit der Neutralität.” Die Nachfolge Christi sei dabei nicht kostenlos, nicht immer leicht, weil sie erfordere, gegen das anzukämpfen, was Paulus das Fleisch nenne. „Dennoch" so Pell weiter: „Verbringt euer Leben nicht damit, zwischen den Stühlen zu bleiben und eure Optionen offenzuhalten, denn nur Hingabe bringt Erfüllung.” Die Jugendlichen schienen das anzunehmen, denn starker Beifall folgte auf Pells Homilie.
   Applaus erhielt auch der Präsident des Päpstlichen Rates für die Laien, Kardinal Stanislaw Rylko, als er den Jugendlichen am Ende der Messe zurief: „Der langerwartete Moment ist endlich da: die Eröffnung des Weltjugendtages. Sydney ist jetzt die Welthauptstadt der katholischen Jugend.” Rylko, qua Amt vatikanischer Verantwortlicher für die Feier der Weltjugendtage, ermutigte die Jugendlichen, sich vom Heiligen Geist leiten zu lassen. „Ich hoffe, ihr werdet hier in Sydney ein neues Pfingsten erfahren. Möge der Heilige Geist euch Kraft und Freude sein. Willkommen in Sydney.”
   Willkommengeheißen worden waren die Besucher schon vor Beginn der Messe von Australiens Pre- mierminister Kevin Rudd. In einer bemerkenswerten Ansprache widersprach der Chef einer Mitte-Links- Regierung der nicht zuletzt in seinem Land verbreiteten Ansicht, dass Vernunft und Glaube Feinde seien. „Christentum und Kirche sind ein überwältigendes Gut für die Welt.” Ausdrücklich würdigte er das große katholische Erbe des Landes. „Willkommen in Australien.”
   Die anschließende Messe war für viele Teilnehmer sehr bewegend. Mit der Einbindung traditioneller Aborigines-Riten in die Feier setzte die Kirche ein Signal für die Ureinwohner Australiens, bei denen sich Premier Rudd im Februar als erster verantwortlicher Politiker für das in 200 Jahren erlittene Unrecht entschuldigt hatte. Ein Symphonieorchester und ein 400-köpfiger Chor sorgten für starke emotionale Momente.
Die Weltjugendtagshymne - ein Ohrwurm
   Der 24-jährigen Maira aus Papua-Neuguinea etwa liefen Tränen über die Wangen, als die längst zum Ohrwurm gewordene Hymne des Weltjugendtages „Receive the power” (Empfange die Kraft) zum Schluss in mehreren Sprachen gesungen wurde. „Die ganze Welt ist hier an einem einzigen Ort versammelt. Und das allein aus Glauben. Das ist wunderbar.” Beeindruckt war auch Wiens Erzbischof Kardinal Schönborn. „Super. Katholisch. Wunderschön.”, lautete sein Resümee der Eröffnungsfeier gegenüber der „Tages- post”. Im Umkleidezelt der Bischöfe - inmitten von Bergen von abgelegten Messgewändern und sich am Büffet stärkenden Bischöfen - nach seinem Wunsch für den beginnenden Weltjugendtag befragt, meinte er: „Ich hoffe auf eine Ermutigung der Kirche Australiens und in der ganzen Region, keine Angst vor einer säkularisierten Gesellschaft zu haben, sondern in der Begegnung mit dem Heiligen Geist Kraft zu finden.”
   Während sich die Bischöfe zu einer abendlichen Bootsfahrt durch die Buchten Sydneys verab- schiedeten, war die Feier für die Jugendlichen noch lange nicht zu Ende. Wo zuvor Gottesdienst gefeiert worden war, begann bald ein riesiges Popkonzert. Bis spät in die Nacht wurde auf den Straßen und Plätzen noch gefeiert und gesungen. Auch das ein Zeugnis in einer Stadt wie Sydney. „Ich habe noch nie so viele fröhliche Jugendliche auf einem Haufen erlebt, und das ohne Alkohol”, meinte Barkeeper Luke aus einem der Pubs, an denen die Jugendlichen nach der Messe vorüberströmten. „Ich selber bin nicht gläubig und werde das wohl auch nicht mehr, aber die Aus- strahlung ist schon beeindruckend." Wie gesagt, Sydney leuchtete.
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Jubelnde Menschen sehen den Papst am Wahrzeichen Sydneys, dem Opernhaus, vorbeifahren

   Seit Tagen beten, singen und feiern die jungen Pilger in Sydney, aber die meisten haben sich vor allem auf die lange Reise gemacht, um Papst Benedikt XVI. einmal leibhaftig zu sehen. Am Donnerstag war es so weit: An Bord der „MS Sydney 2000" fuhr Benedikt im Hafen ein, und der Jubel kannte keine Grenzen. Auch ihm war die Freude ins Gesicht geschrieben. Umringt von Australiern, darunter ein Ureinwohner im Fellumhang und mit weißer Gesichtsbemalung, schaute er minutenlang auf das Menschenmeer am Ufer und genoss den begeisterten Empfang. „Was für eine Freude!", rief er bewegt.
   Stunden zuvor hatte der Papst als Staatsoberhaupt des Vatikans die obligatorischen Empfänge mit den Offiziellen absolviert, Reden angehört und Hände geschüttelt. Als er dann die Ehrengarde ab- marschierte, wurde allmählich klar, dass Benedikt es eilig hatte: Forschen Schrittes lief er die Reihen der Soldaten ab, mit dem Zeremonienmeister an seiner Seite, der fast Mühe hatte, Schritt zu halten. „Ich bin in erster Linie hier, um die jungen Menschen zu treffen", sagte Benedikt. „Der Weltjugendtag erfüllt mich mit Zuversicht für die Kirche und für die  Welt." Forsche Schritte hatte der 81-Jährige schon früher an den Tag gelegt und seine australischen Gäste damit schwer beeindruckt. Schon wie er am Sonntag nach dem 23-stündigen Flug federnd die Flugzeugtreppe heruntergelaufen war und wie er jüngere australische Bischöfe beim Spaziergang mit dem Rosenkranz fast abhängte - „der ist ja topfit", sagte ein australischer Regierungsvertreter bewundernd.
   Derweil standen die Pilger schon seit Stunden in Barangaroo am Hafenufer. Das Gelände heißt im Volksmund Hungermeile, weil dort während der Weltwirtschaftskrise in den dreißiger Jahren hungernde Arbeiter jeden Tag Schlange standen und um Jobs bettelten. Hungern mussten die Pilger nicht, aber es war kalt im australischen Winter. So kalt, dass manche Pilger aus wärmeren Gefilden sich mit Wollmützen und Handschuhen gerüstet hatten. „Singen und tanzen" nannte eine Argentinierin als bestes Mittel gegen Kältegefühle. Auch dem Papst fuhr der Winterwind an Bord des Schiffes immer wieder unter den roten Umhang, der ihm mehr als einmal ins Gesicht flog. Unter seinem weißen Gewand lugten lange Ärmel eines wollenen Pullovers hervor.
   Bei aller Freude an dem farbenfrohen Empfang mit Tänzen der Ureinwohner und Kinderchören hatte der Papst sich eine ernste Mahnung für die jungen Leute zurechtgelegt. Falsch sei es, den Glauben aus dem öffentlichen Leben zu verbannen, falsch, die Toleranz so weit zu treiben, dass plötzlich alles erlaubt ist. Er brandmarkte wahlloses Konsumverhalten und die Ausbeutung der Erde. „Unsere Herzen und Seelen sehnen sich nach einer Vision des Lebens, wo sich die Liebe durchsetzt", sagte der Papst.
   Als er die ernste Botschaft gegen die Aufweichung von Moral und Wahrheit in der Moderne hinter sich gebracht hatte, atmete Benedikt tief durch. Dann blickte er schon fast verschmitzt in die große Runde. Denn jetzt, das wusste er, kam wieder etwas zum Anheizen der Stimmung. Und richtig, als er die verschiedenen Pilgergruppen in ihrer Muttersprache ansprach, gab es kein ^Halten mehr. Tosender Beifall brandete jedes Mal auf. „Liebe Freunde, die ihr mich in meiner Muttersprache versteht, von Herzen grüße ich euch alle", rief er den Deutschen zu. Seine Stimme wurde mit jeder Sprache lebendiger. Der Papst pausierte mehrfach und blickte zufrieden in die Runde. Die Begeisterungsfähigkeit der jungen Menschen rührte ihn.
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 Papst Benedikt XVI. sieht einer Gruppe von Aborigines zu, die ihn singend und tanzend beim Weltjugend- tag begrüßten. Der Papst hatte zuvor den Vorstoß der australischen Regierung gelobt, sich bei den Ureinwohnern für Diskriminierung zu entschuldigen. Eine Minderheit der Aborigines sind Katholiken. HA080718

Pressestimmen: Thüringer Allgemeine:

   „Neben deutschen Fahnen wehen die der Volksrepublik China. Viele Autoritäten gibt es nicht, die Menschen so einträchtig vereinen. Folglich hörte man weit über die katholische Kirche hinaus zu, was der Papst zu sagen hatte. Tatsächlich wurde es still am Hafen von Sydney, als Benedikt XVI. den Jugendlichen ins Gewissen redete. Den Vorwurf über unersättlichen Konsumhunger hört man wahrlich nicht oft. Seltener wird in diesem Zusammenhang auch die Ausbeutung unserer Erde und die Verschwendung ihrer Ressourcen angesprochen. Nicht minder dürfte Stille in manchem Kabinett ge- herrscht haben, als der Pontifex ausdrücklich die Entschuldigung des australischen Premiers bei den Aborigines würdigte. Bis unter die chinesischen Fahnen wurde verstanden, wie weit es oft noch ist bis zur Anerkennung der vollen Rechte ethnischer Minderheiten." HA080718dap

Der erste Höhepunkt: Kreuzweg in Sydney

   Mit einem Kreuzweg durch die Straßen von Sydney hat der Weltjugendtag einen ersten Höhe- punkt erreicht. Vor der Kathedrale, im Hafengelände und auf dem Platz vor der Oper versammelten sich Zehntausende Jugendliche und gedachten des Leidensweges Christi vor seiner Kreuzigung. Über große Bildschirme verfolgten sie die Prozession, die junge Erwachsene in der Rolle von Jesus und der elf Apostel vom Abendmahlssaal bis zur Hinrichtungsstätte nachempfanden. Sydneys weltberühmte Wahr- zeichen wie das Opernhaus, die Hafenbrücke oder auch Darling Harbour gaben die Kulisse für die 13 Stationen der „Via Dolorosa” ab. Vorangetragen wurde das Weltjugendtagskreuz. Die realistische Inszenierung mit mehr als 100 Laiendarstellern trug Anklänge an bekannte Passionsspiele.
  Papst Benedikt XVI. eröffnete die von Taize-Gesängen begleitete Zeremonie mit einem Eröffnungs- gebet vor der Kathedrale St. Mary am Hyde Park. Er lud die Jugendlichen ein, im Gebet über die Passion Christi zu meditieren. Anschließend verfolgte das Kirchenoberhaupt den weiteren Kreuzweg über einen Bildschirm der Krypta des Gotteshauses.
   Die Kreuzwegs-Inszenierung beim Weltjugendtag ist keine neue Idee. Vor sechs Jahren im kanadi- schen Toronto war Sydneys Kardinal George Pell davon so beeindruckt, dass er sie sich auch für den WJT in seiner Stadt wünschte. „Es wird wunderbar sein, wenn die die jungen Leute in einer so machtvollen und dramatischen Weise demonstrieren, wie groß Gottes Liebe für uns alle ist“, so Pell im Vorfeld. In der australischen Öffentlichkeit wurde auch Kritik an dieser Art Zurschaustellung des Leidens Christi laut.
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Pray-as-your-go
   bietet fünf Meditationen für den Weltjugendtag in englischer Sprache an. Ein Team stellt im Erz- bistum Westminster diese Programme zur Verfügung. Jesuitenpater Peter Scally steht hinter dieser Aktion, die Musik, Schriftlesung, Fragen und Reflexion zum downladen bereithält. Die Sendungen bringen spirituelle Erfahrungen, Begründung, Hoffnungen und Erwartungen des WJT, erklären Gottes Gegenwart und Führung im Leben der Jugendlichen. Die fünf Sendungen zum Gebet sind im MP3-Format oder einzeln als ZIP-file kostenlos aus dem Internet abgerufen werden:
www.pray-as-your- go.org/wyd.htm. Fünf Millionen downloads sind bereits erfolgt. CT080713GedClapson

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Jugend-Bischof gut behütet zum Weltjugendtag

   Mit Pilgerhüten als Erkennungszeichen reisen  rund 6000 junge Deutsche zum 23. Weltjugendtag vom 10. - 20. Juli nach Australien. Unter ihnen ist auch Bischof Franz-Josef Bode Foto oben rechts als Vorsitzender der Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz. Mit dabei sind 200 Teilnehmer aus dem Bistum Osnabrück, die von einem sechsköpfigen Leitungsteam begleitet werden. Insgesamt werden zu dem Treffen vom etwa 225.000 junge Männer und Frauen aus aller Welt erwartet. Zunächst finden „Tage der Begegnung” in den australischen Bistümern statt, anschließend beginnt der eigentliche Weltjugendtag in Sydney, zu dem auch Papst Benedikt XVI. erwartet wird. NOZeb080706 

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Etwa 200 junge Leute aus dem Bistum Osnabrück nehmen am WJT 2008 in Sydney teil
Foto: Vorbereitung mit Reiseführern und Landkarten vor (von links): Anna-Lena Zimmerer,
Christian Hollermann, Jutta Dettmann und Christian Adolf, Referent im Diözesanjugendamt

   Am 15. Juli 2008, fängt in Australien der Weltjugendtag an, zu dem Papst Benedikt XVI. junge Christen aller Kontinente eingeladen hat. Aus Deutschland fliegen etwa 6.000 Pilger nach Sydney, darunter etwa 200 Jugendliche und junge Erwachsene aus dem Bistum Osnabrück mit 20 Begleitern.
Was reizt sie am Weltjugendtag?
   „Den Glauben erleben mit vielen Menschen aus unterschiedlichen Kulturen”, antwortet Jutta Dettmann(24), Erzieherin aus Melle. „Natürlich das Land”, sagt Christian Hollermann (23). „So günstig kommt man da nie wieder hin.” Der Student aus Wallenhorst möchte neue Leute ken- nenlernen. Und er hofft, junge Franzosen vom Weltjugendtag in Köln 2005 wiederzutreffen, die da- mals bei ihm zu Gast waren. Um die Australien-Reise zu finanzieren, hat er fünf Wochen in Nacht- schicht in einer Kunststoff-Fabrik gejobbt.
   Während Christian Hollermann und Jutta Dettmann auch den Weltjugendtag in Köln miterlebten, kennt Anna-Lena Zimmerer so ein Ereignis bisher nur aus Erzählungen. In der Familie der 16-jährigen Osna- brückerin übernachteten vor zwei Jahren während des Weltjugendtages junge Pilger aus Russland. „Die schreiben immer noch”, sagt die Schülerin. Zur Vorbereitung auf Sydney hat sie Reise- führer gelesen und Bildbände gewälzt und will sich zu Weihnachten Geld für die Fahrt schenken lassen.
   Zwar schrecken die hohen Kosten für den Australien-Flug viele Interessierte ab, aber nun wollen doch mehr junge Katholiken mitreisen als zunächst erwartet: Mit 80 bis 100 Interessierten hatte das Osnabrücker Diözesanjugendamt gerechnet - jetzt sind doppelt so viele. Das Bistum zahlt jedem Jugend- lichen 500 Euro Zuschuss, um die Kosten von 2.300 auf 1.800 Euro zu reduzieren.
   Der Osnabrücker Bischof Bode bat Seelsorger, die Jugendlichen zu unterstützen. Mit „kreativen Ideen” ließen sich die finanziellen Rahmenbedingungen für die Fahrt nach Sydney verbessern, etwa durch Briefeaustragen, Kuchenverkauf und Gartenarbeit, wie der Bischof in seinem Brief schrieb. Als Jugend- bischof der Deutschen Bischofskonferenz besuchte er bereits die Weltjugendtage in Paris, Toronto, Rom und Köln. Er findet es wichtig, dass junge Christen solche Glaubensfeste erleben, und wird in Australien die Osnabrücker Gruppe treffen.
   Im November ging es in einem Vorbereitungstreffen um das Leitwort („Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen”) und um das Programm: Geplant sind neben dem Treffen mit dem Papst Tage der; Begegnung in der Diözese Wollongong und Ausflüge an die Ostküste, wie Christan Adolf, Referent im Diözesanjugendamt, sagt. In seinem Büro hängt seit Monaten eine Australien-Karte, in der die Reiseziele eingezeichnet sind. NOZChristofHaverkamp071022

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Jugend im "Australienfieber" Teilnehmer aus dem Bistum Osnabrück freuen sich auf den WJT Sidney

   Etwa 200 junge Leute aus dem Bistum Osnabrück fliegen im Juli zum Weltjugendtag nach Sydney. Die Organisation ist eine Herausforderung. Das Leitungsteam setzt alles daran, Australien zu einem unver- gesslichen Erlebnis werden zu lassen.
   Endlich, die bestellten Kisten sind da und können ausgepackt werden. Zum Vorschein kommen langärmlige Kapuzen-Shirts, auf denen die Konturen Australiens, ein Känguru und das Osnabrücker Bistumslogo abgebildet sind Foto unten. Weiße Hüte mit einem Hutband in den deutschen Landes- farben lassen die Jugendlichen ein bisschen aussehen wie Olympioniken. Einige fühlen sich ihrem Traumziel Down Under schon so nah, dass sie Jacke und Hut gar nicht mehr ablegen. Zur Reise- ausstattung gehört auch eine Gebetsschachtel - eine Prayerbox, die zum Beispiel mit persönlichen Gebetszetteln gefüllt werden kann.

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   Im Gymnasium Carolinum Osnabrück ist das „Australienfieber" ausgebrochen. Dort treffen sich Jugendliche aus dem gesamten Bistum, um sich auf den Weltjugendtag (WJT) im Juli einzustimmen. Zunächst feiern sie mit Bischof Franz-Josef Bode Foto oben einen Gottesdienst mit Katechese in der Kleinen Kirche. Danach gibt es ein Spiel und Informationen rund um das Ereignis in der Metropole Sydney.
Traumziel Australien löst großes Interesse aus
   Drei Wochen Australien mit etwa 200 jungen Leuten: „Tage der Begegnung", WJT und ein touristisches Programm - das muss gut organisiert sein. Christian Adolf spricht von einer“logistischen Meisterleistung”. Der Referent im Diözesanjugendamt beschäftigt sich seit zwei Jahren mit dem Projekt „WJT 2008” und meint scherzhaft: „Im nächsten Leben mache ich ein Reisebüro auf.” Ob zur Packliste, Kranken-Ver- sicherung, Abfahrt der Busse, zu den Flugzeiten oder Übernachtungen - er weiß auf alle Fragen eine Antwort.
   Der WJT vor drei Jahren in Köln habe viele Jugendliche motiviert, ein solches Ereignis noch einmal live mitzuerleben. Und natürlich sei Australien ein reizvolles Land, sagt Adolf über das große Interesse. Die Teilnehmer aus dem Bistum Osnabrück sind in sieben Gruppen aufgeteilt, die jeweils von zwei Teamern begleitet werden. Für diese Gruppen wiederum sind sechs Mitglieder des Leitungsteams verantwortlich.
   Los geht es für die Osnabrücker mit den „Tagen der Begegnung” in der Diözese Wollongong südlich von Sydney. Sie werden dort in Gastfamilien wohnen, bei einem diözesanen Weltjugendfest die australische Kirche und Kultur kennenlernen und sich mit einheimischen Jugendlichen an einem „Tag des sozialen Engagements” beteiligen. Beim Weltjugendtag selbst bestreitet die große Gruppe gemeinsam mit Bischöfen aus Deutschland drei Katechesen. „Der Weltjugendtag fordert die Diaspora- kirche Australiens heraus, deshalb bringen sich die ausländischen Gäste stärker mit ein”, erklärt Adolf.
Erst Papua-Neuguinea, dann Sydney und Hongkong
   Nach den Tagen in Sydney begeben sich die Osnabrücker auf Erkundungstour ins Landesinnere und legen auf dem Rückflug einen Zwischenstopp in Hongkong ein. Für das touristische Programm hat das Bistum Osnabrück eigens einen Berliner Reiseveranstalter beauftragt. Viele Jugendliche sparen seit zwei Jahren und beweisen Ideenreichtum. Teilnehmer aus Twistringen zum Beispiel haben sich für Arbeits- einsätze in der Kirchengemeinde versteigern lassen. 2.300 Euro kostet das „Unternehmen Australien" pro Person. Das Bistum steuert jeweils 500 Euro bei.
   Auf eine noch längere und kostspieligere Reise richten sich Jugendliche der künftigen Pfarreien- gemeinschaft Oberlangen (Niederlangen), Neusustrum, Sustrum, Sustrum (Moor) und Walchum (Hassel- brock) ein. In Eigenregie bedruckte T-Shirts geben Auskunft über die Route: PNG/WYD/SYD - das steht für Papua-Neuguinea, World Youth Day und Sydney.
   Katrin Bruns, Christoph Korfhage und Andrea Schmees besuchen mit einer kleinen Delegation zunächst die Partnergemeinde in Papua-Neuguinea, unter anderem die von Gemeindemitgliedern im Dekanat Emsland-Nord finanzierte Berufsschule auf der Insel Bougainville. Danach geht es weiter nach Sydney. „2005 hatten wir drei Weltjugendtagsgäste aus Papua-Neuguinea, wir freuen uns darauf, sie wieder- zusehen”, sagt Katrin Bruns. Pater Hermann Wöste war 25 Jahre lang Missionar in Papua-Neuguinea, “jetzt fliegt er mit uns zum ersten Mal seit zehn Jahren wieder dorthin, das wird toll”, ist Christoph Korfhage überzeugt
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Foto oben: Essen unter australischer Flagge: Weltjugendtagsteilnehmer stimmten sich auf das Ereignis in Sydney bei einem Vorbereitungstreffen ein.  Foto unten: Erkennungszeichen:
ein Sweatshirt mit den Konturen Australiens und dem Osnabrücker Bistumslogo.

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  Auch 65 junge Leute aus Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg wollen dabei sein und  treffen den Papst in Sidney. Vier junge Hamburger erzählen hier von ihren Erwartungen an die Pilgerreise.      HAAnnBrittPetersenFrederikaHoffmann080617 

  Hinrich Doege (26), Foto oben Doktorand und aktiv in der Katholischen Jungen Gemeinde Hamburg, passt sich hier den Plakatmotiven des Dachverbandes der Katholischen Jugend mit dem Slogan „Uns schickt der Himmel” an: „Der Slogan passt auch gut zum WJT. Insgesamt werden um die 700.000 Teil- nehmer erwartet. Das wird schon wegen der aufwändigen Organisation für die Riesenevents richtig span- nend. Bei den Andachten werden gewiss große Emotionen rüberkommen und die Teilnehmer erfassen. Bei dem letzten WJT-Treffen in Köln konnte ich nicht dabei sein,denn da steckte ich gerade im Jura-Examen. Deswegen freue ich mich jetzt riesig auf Sydney. Man kommt mit jungen Leute aus aller Welt zusammen, sie sind zwischen 16 und 35 Jahre alt. Und alle verbindet eins: der Glaube. Es gibt sicher auch genügend Möglichkeiten für viele gute Gespräche in religiösen Fragen. Ganz neugierig bin ich auch auf die fünf Tage, die wir bei katholischen australischen Familien wohnen werden. Und natürlich auf die Busreise von Cairns nach Brisbane und die Ausflüge zum Great Barrier Reef und in den Dschungel."

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Fotos von links nach rechts: Hans-Christian Richter, Julia Jablonski und Mailin Gmyrek

   Hans-Christian Richter (16), Schüler, Messdiener, Pfadfinder: „Noch scheint mir die Abfahrt ganz fern, denn erst einmal bereite ich mich auf meinen Realschulabschluss im Juni vor. Umso mehr freue ich mich danach auf die Fahrt an die australische Ostküste. Auf das Weltjugendtreffen in der ersten Woche bin ich besonders gespannt. Einige meiner Klassenkameraden von der Domschule St. Marien waren 2005 auf dem WJT in Köln und haben ganz begeistert von der Abendandacht mit Lichtfeier erzählt. Und vom Schlafen unter freiem Himmel bis zur Abschlussmesse am nächsten Morgen. Wenn wir da sind, herrscht zwar australischer Winter, aber es ist trotzdem mindestens 15 Grad warm."
   Julia Jablonski (16), Schülerin: „Ich fahre zum ersten Mal zu einem Weltjugendtreffen und bin schon etwas aufgeregt. Ich reise gerne in der Gemeinschaft. Die polnische katholische Mission in Hamburg, der ich angehöre, organisiert oft Jugendreisen. Vor etwa vier Jahren nahm ich an einer Pilgerreise meiner Gemeinde nach Rom teil. Höhepunkt war die Audienz bei Papst Johannes Paul II. Als wir im Vatikan ankamen, war ich sehr beeindruckt von der großen Menge der Gläubigen, die sich auf dem Petersplatz versammelt hatten, nur um ihn zu sehen.Auch mich hat es tief berührt, dem Heiligen Vater zu begegnen. Schließlich hält er die Gemeinschaft der Christen zusammen, auch die der Jugendlichen. Ich freue mich auch darauf, Papst Benedikt XVI. in Sydney zu erleben. Und die vielen Jugendlichen aus allen Teilen der Erde zu treffen. Finanziert hat die Reise meine Mama, sie hat dafür lange gespart."
   Mailin Gmyrek (16), Schülerin: „Meine Mutter hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass das Erzbistum Hamburg eine Reise zum Weltjugendtreffen organisiert. Ich wollte zuerst mit meiner Gemeinde, der polnischen katholischen Mission, fahren, aber es gab keine Plätze mehr. Ich war schon beim letzten Treffen 2005 in Köln. Dort habe ich Papst Benedikt XVI. gesehen und viele Menschen aus anderen Ländern kennengelernt. Es war eine tolle Atmosphäre. Dafür fahre ich gerne wieder los, auch bis ans Ende der Welt. Australien ist ja nicht eben um die Ecke. Ich freue mich auf den Austausch mit jungen Christen und die Urlaubstage mit Strand und Schnorcheln."

Kardinal Christoph tn_B-cdSchönborn_psd  Schönborn  Benedikt XVI.

Kardinal Schönborn und Papst Benedikt

   Kardinal Christoph Schönborn und der österreichische „Jugendbischof”, Weihbischof Franz Lackner von Graz, reisen zum Weltjugendtag nach Australien. In Sydney halten beide schon im Vorfeld Katechesen für Tausende junger Katholiken, vor allem aus Mittel- und Osteuropa. Unter anderem steht eine Kat- echese zum Thema "Schöpfungsglaube und Evolution” auf dem Programm. Dass Kardinal Schönborn am selben Tag wie Papst Benedikt in Australien eintrifft, nämlich am 13. Juli, gibt örtlichen Medien Anlass zu Spekulationen. Der Wiener Erzbischof wird zunächst Gast der Diözese Lismore sein und dabei - ebenso wie mehr als 40 junge Leute aus Österreich - in der Pfarre Ballina wohnen. Medienberichten zufolge könnte Papst Benedikt seine drei geplanten australischen Urlaubstage - bevor er am 17. Juli nach Sydney kommt - ebenfalls in Ballina verbringen. Dafür gibt es keine Bestätigung. Zum WYD vom 15. bis 20. Juli werden bis zu 250.000 Pilger aus aller Welt erwartet. Mit weiteren etwa 300.000 Teilnehmern rechnen die Veranstalter zur Papstmesse. Aus Österreich reisen 750 Jugendliche zum Weltjugendtag, aus Deutschland 6.000. rvKAP080703gs

Papst ruht sich im Opus Dei-Zentrum aus
Papst Benedikt XVI. wird sich vor dem Weltjugendtag in Sydney Mitte Juli in einem Bildungszentrum von Opus Dei in Australien von seiner langen Reise ausruhen. Die Einrichtung in Kenthurst liegt in den Blue Mountains rund 40 Kilometer außerhalb von Sydney. Der Papst werde dort Klavier spielen und Beten, sagte der Erzbischof von Sydney, Kardinal George Pell, dem „Sunday Telegraph“. Es ist der erste Papst- Besuch in Australien und die weiteste Reise, die der Papst seit seiner Wahl vor drei Jahren unternimmt. rvPM080706mg

Programm des Weltjugendtags

   Das Motto des Weltjugendtags in der australischen Metropole Sydney vom 15. bis 20. Juli lautet: „Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch herabkommen wird; und ihr werdet meine Zeugen sein” Apostelgeschichte 1,8. Vom 10. bis 14. Juli finden die „Tage der Begegnung” statt, am 15. Juli beginnt dann der Weltjugendtag mit dem Eröffnungsgottesdienst in Sydney. Die Ankunft des Papstes am 17. Juli wird mit einer Willkommensfeier im Hafen von Sydney begangen. Am 19. Juli führt ein Pilgerweg vom Schrein der einzigen australischen Seligen, Mary MacKillop, über die „Sydney Harbour Bridge” und vier andere Brücken über den Parramatta River zum Gelände für die Abschlussveranstaltung. Für die nächtliche Vigil und den Abschlussgottesdienst wurde die Pferderennbahn Royal Randwick Racecourse ausgewählt. KiBoAnjaTodt080615

Kardinal George Pell  cdGeorgPell-x    eröffnet Ausstellung in Siedney

   Die Ausstellung „Jesuswalks” mit 33 Jesusstatuen ist in Sydney eröffnet worden. 40 junge australi- sche Künstler, darunter zehn Ureinwohner, haben die Statuen gestaltet. Sie werden während des Welt- jugendtags an neun öffentlichen Orten in Sydney ausgestellt. Kardinal George Pell hob bei der Ausstellungs-Eröffnung den seit vielen Jahrhunderten bestehenden Zusammenhang von Kunst und Kirche hervor. „Viele der bedeutendsten Kunstwerke der Welt wären ohne die Kirche nicht denkbar”, sagte er. Die Jesusstatuen „werden mit Sicherheit für viele Menschen eine Chance bieten, sich mit ihrem Glauben auseinanderzusetzen.” Die Ausstellungsmacherin Helena McCarthy erklärte, jeder Künstler habe seine Vorstellung von Glauben bei der Gestaltung zum Ausdruck gebracht. Nach dem Weltjugendtag werden die Jesusstatuen zugunsten des Jugendhilfeprojekts „Youth off the Street” des australischen Salesianerpaters Chris Riley versteigert. Die von ihm gegründete Organisation hilft obdachlosen und drogenabhängigen Jungen und Mädchen. DT080705

Reliquien des seligen Pier Frassati in Sydney

      Die Reliquien des seligen Pier Giorgio Frassati sind in Sydney eingetroffen. Dort sollen sie am Rand des Weltjugendtags zur Verehrung ausgestellt werden. Der 1990 seliggesprochene Italiener Frassat (1901- 25) hatte eine tiefe Beziehung zur Eucharistie und zur Marienverehrung und kümmerte sich um Bedürftige. Er gehört zu den Patronen des Weltjugendtags. DT080705

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„Wir lieben den Heiligen Vater”.  Der XXIII. Weltjugendtag hat begonnen -
Junge Gläubige aus aller Welt feiern die Tage der Begegnung in australischen Diözesen

   Die Kirche in Australien will an den Erfolg des Kölner Weltjugendtags 2005 anknüpfen. Eucharistie, gemeinsames Gebet und die Begegnung mit dem Papst. Mit einem feierlichen Gottesdienst in Mel- bourne haben Jugendliche aus aller Welt den Höhepunkt der „days in the dioceses 2008” begangen. So heißen die Tage der Begegnung, die dem Weltjugendtag in Sydney vorausgehen. Zur sogenannten Commissio- ning Mass im Telstra Dome, einem Sportstadion inmitten von Melbourne, versammelten sich etwa 30.000 Pilger. Hauptzelebrant des Gottesdienstes war Erzbischof Denis Hart von Melbourne. Mit ihm zelebrierten die Kardinäle Wilfrid Napier aus Südafrika, Oscar Rodriguez aus Kuba und Ruoco Varela aus Madrid. Daneben feierten etwa 70 Bischöfe und mehr als 400 Priester den Gottesdienst mit.
   In seiner Predigt sagte Erzbischof Hart, dass die Zusammenkunft von Pilgern aus aller Welt ein bewegendes Zeichen der Hoffnung sei. „Die Kirche von Melbourne ist ermutigt durch den Enthusiasmus der Besucher und die Erfahrung, dass Gott in seiner Kirche durch die Begeisterung und Liebe junger Menschen am Werk ist." Ähnliche Zeichen hätten am ersten Pfingstfest beobachtet werden können. Die Apostel seien nach dem Empfang des Heiligen Geistes in alle Welt hinausgegangen. Dies gelte auch heute. Wörtlich sagte Erzbischof Hart: „Wir wissen, dass der Heilige Geist Leben und Atem für unsere Welt ist.” Er zeige uns durch die Kirche, was er in Jesus vollbracht habe gemäß dessen Verheißung: Ihr werdet die Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist kommt, und ihr werdet meine Zeugen sein bis an die Enden der Erde. Wir könnten dies auch heute verwirklichen. Das Geheimnis sei, eine persönliche Liebe zu Jesus Christus zu haben. Jesus liebe jeden von uns, als sei er der einzige Mensch in der Welt. „Seine Liebe ist beständig und durch seine Kirche zeigt er uns den Pfad des Lebens. Heute abend lädt Jesus einen jeden von uns persönlich ein, von seinem Geist berührt zu werden.”
  Am Ende der Messfeier erinnerte Erzbischof Hart unter dem Jubel der Anwesenden und Benedetto- Sprechchören an das Fest des heiligen Benedikt, dessen Namen der Papst gewählt habe. Wörtlich sagte er: „Wir lieben den Heiligen Vater. Beten wir für ihn.”
   Dem Gottesdienst war ein zweistündiges Programm bestehend aus Gesängen und Grußworten vorausgegangen. Unter anderem sprach eine katholische Vertreterin der Aborigines-Gemeinschaft. In eine der Fürbitten während der nachfolgenden Messfeier wurde dafür gebetet, dass der Welt- jugendtag die Aborigines-Kultur als älteste lebendige Kultur auf der Welt anerkennen und sich durch ihren spirituellen Reichtum bereichern lassen werde.
   In dem australischen Diözesen finden die „days in the dioceses 2008" als Vorbereitung auf den Weltjugendtag in Sydney statt. Eröffnet wurden diese mit einem Wortgottesdienst in der Sankt Patricks Kathedrale am Donnerstag Nachmittag. In seiner Predigt unterstrich Erzbischof Hart vor etwa 2.000 Jugendlichen, dass Gott nicht in der Ferne geblieben sei als majestätische Gestalt, sondern er uns in Jesus nahegekommen sei. In der Eucharistie warte er auf uns. „Lasst uns Stärkung finden in seiner Gegenwart." Während der Feier wurde das Allerheiligste in der Kathedrale ausgesetzt, die bis Sonntag Tag und Nacht für Besucher offensteht. Nach Angaben der Erzdiözese werden zu den Tagen der Begegnung etwa 25.000 Pilger aus aller Welt erwartet. Daneben nehmen schätzungsweise 15.000 Besucher aus der Diözese teil . 
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"Christus ist das Zentrum des Weltjugendtags”. Die Weltjugendtagsbischöfe Kardinal Pell und Fisher rechnen mit einem starken Einfluss des Treffens auf die australische Öffent- lichkeit. Jugendliche feiern „Tage der Begegnung” in den australischen Diözesen

 Ein Interview mit Alexander Brüggemann von der Katholischen Nachrichten-Agentur zum Weltjugendtag mit dem gastgebende Kardinal George Pell (67) Foto unten links und seinem Weihbischof und geistlicher Chefkoordinator des Weltjugendtags, Anthony Fisher (48) Foto rechts.

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Herr Kardinal, wovon werden die jungen Australier
und die australische Gesellschaft beim Weltjugendtag besonders profitieren?

   Pell: Wie Sie hier sehen können, ist das ein wunderbarer Teil der Welt. Wir haben eine gute Art zu leben, viel Optimismus und Hoffnung in unserer Bevölkerung. Hier gibt es nicht diesen Zynismus, diese Feindseligkeit gegenüber der politischen Klasse wie etwa in Westeuropa. 68 Prozent der Australier sind Christen - aber eine wachsende Minderheit junger Australier ist versucht zu glauben, dass sie ein gutes Leben ohne Gott führen können. Sie glauben auch, dass die christlichen Werte, auf denen dieses Land noch immer beruht, nur das bloße Produkt von Übereinkunft sind - und dass alle Menschen guten Willens solche Dinge tun würden. Wir alle wissen, dass das nicht der Fall ist. Eine der Segnungen des Weltjugendtags wird also sein, dass er uns an die einzigartige Rolle von Jesus Christus, dem Erlöser, erinnern wird. Und dass er allgemein Werte in den Bereich der Öffentlichkeit einpflanzen wird. Das wird sehr gut für uns sein.
   Fisher: Bei früheren Weltjugendtagen hatten wir 1.000, vielleicht 3.000 Australier dabei. Diesmal haben wir die Chance, 100.000 oder noch viel mehr Australier zum Weltjugendtag zu bringen.  Das ist ein Riesen-Plus für all jene von uns, die es sich nicht leisten können, ans andere Ende der Welt zu reisen. Die Dividende mit Blick auf ein größeres Engagement für Gott wird überall zu spüren sein, auch im öffentlichen Leben. Junge Menschen werden nicht nur über geistliche Berufungen nachzudenken, sondern auch über ihr künftiges Engagement in der Politik, in der Wirtschaft und im Beruf. Eine junge Generation zu haben, die sich in einer entscheidenden Phase ihres Lebens solche Fragen stellt, wird für dieses Land wunderbar fruchtbar werden.
Einer Ihrer Jugendlichen hat Australien als einen schlafenden Riesen bezeichnet,
was die katholische Kirche angeht. Würden Sie dem zustimmen?

   Pell: Nun, wir sind eine Minderheitenkirche mit um die 27 oder 28 Prozent Katholiken. Aber weder Bischof Anthony noch ich sind eigentlich je als schläfrig bezeichnet worden. Wir haben hier unsere Schwierigkeiten; es gibt Druck auf uns, eine Erosion von Glauben und katholischer Praxis. Wir haben auch jede Menge Stärken und eine große Dynamik - und die wollen wir sogar noch vergrößern. Schläfrig wäre also das letzte Wort, was man mit dem Weltjugendtagsteam-Team in Verbindung bringen sollte.
Herr Weihbischof, was wird typisch sein für diesen WJT?
   Fisher. Erstmal natürlich die außergewöhnliche Geografie unseres Kontinents: diese riesige Insel mit ihren Häfen. Jeder wird die Schönheit des Landes sehen können. Allein Sydney: die Kreuzweg-Stationen an den schönsten Stellen der Innenstadt, der Fußmarsch über die Sydney Harbour Bridge. Dann die australische Lebensart und Kultur. Ich unterstelle mal, dass Australien viel multikultureller ist als die meisten bisherigen Gastländer des Weltjugendtags. Jede Sprache, jede Nation ist schon jetzt in Austra- lien vertreten. Die Pilger werden hier Mitglieder ihrer Nationalität antreffen, die sie willkommen heißen und sie vielleicht beherbergen. Es gibt auch einen sehr interessanten Mix innerhalb unserer Kirche. Das wird sich während des Weltjugendtags zweifellos auch in den liturgischen Feiern und im Gemeindeleben widerspiegeln. Zum Beispiel wird es in vielen Gemeinden Aboriginal-Elemente und Tänze geben. Alle Besucher werden hier eine junge lebendige und dynamische Kirche vorfinden.
Was haben Sie aus dem Weltjugendtag in Köln gelernt?
   Pell: Bevor darauf Bischof Anthony antworten kann, möchte ich sagen, wie freundlich und einladend die Kirchenvertreter in Deutschland gewesen sind. Wir haben ein Team von 25 Leuten hingeschickt und bekamen Einblick in wirklich jeden Aspekt der Organisation. Ich möchte wirklich ganz ausdrücklich für die wunderbare Hilfe danken, das Willkommen und die Ermutigung, die wir dort erhalten haben.
   Fisher: Absolut! Weltjugendtags-Generalsekretär Danny Casey und ich waren im Vorfeld dreimal in Deutschland und noch einmal ein Jahr danach, um zu diskutieren, was gut und was nicht so gut gelaufen ist. Und sie haben uns bereitwillig restlos alles gezeigt und darauf hingewiesen: Das wird schwierig; das wird ein Problem. Ich meine: Haben Sie jemals ein großes Weihnachtsessen gekocht? Das letzte, was Sie doch dabei wollen, ist, dass eine Menge Leute in die Töpfe gucken und ständig nach dem Rezept fragen! Aber sie haben das gemacht, haben uns Fragen stellen, Notizen und Fotos machen lassen, uns mit Leuten zusammengebracht. Auf jeder Ebene haben sie uns geholfen - und wir haben jede Menge dabei gelernt. Außerdem haben Sie uns ein großes Beispiel für Gastfreund- schaft gegeben. Ich selbst bin mit einer Gruppe Jugendlicher in die Diözese Limburg gefahren. Und die Leute haben uns so nett auf- genommen, haben ihr Heim für uns geöffnet. Alle haben geweint, als wir abgefahren sind - und wir waren doch nur drei oder vier Tage dort. Wir waren wirklich Teil der Familie.
Kann der Weltjugendtag zur Versöhnung mit den australischen Ureinwohnern beitragen?
   Pell: Bischof Anthony kann mehr dazu sagen, dass das ein heikles und schwieriges Problem ist. Sicherlich gibt es ein Bedürfnis nach Versöhnung. Ich glaube aber nicht, dass es irgendwelche Feindseligkeit oder große Distanz zwischen Aboriginals und katholischer Kirche gibt.
   Fisher: 2006 war ich beim großen Treffen in Alice Springs, dem zwanzigsten Jahrestag der großen Ansprache von Papst Johannes Paul II. an die australischen Ureinwohner. Dabei sprachen wir auch über den Weltjugendtag. Ich befragte Aboriginal-Älteste zu ihrer Erwartung, welcher Anteil von Aboriginal- Jugendlichen wohl zum Weltjugendtag kommen werde. Und sie sagten: Na, alle natürlich! Das wären etwa 30.000 in dieser Altersgruppe. Aber wenn allein 3.000 kämen oder nur 300, dann wäre das doch schon ein wundervolles Zeichen. Sie werden prominent vertreten sein in den Gottesdiensten, in Kunstausstellungen und Kulturveranstaltungen, in Diskussionen über die Zukunft unseres Zusammen- lebens. Ich glaube,das wird eine wichtige Etappe in unserem kontinuierlichen Versöhnungsprozess sein.
Die Bewahrung der Schöpfung nimmt auch in kirchlichen Dokumenten
einen immer wichtigeren Platz ein. Was wird die Botschaft von Sydney zum Thema Umwelt sein?

   Pell: Die größte Landmasse Australiens ist Wüste. Daher zwingt uns schon unsere geografische Situation, sensibel in diesen Fragen zu sein. Ökologie wird aber nicht die erste Sorge des Welt-  jugendtags sein. Christus ist das Zentrum des Weltjugendtags. Der Aufruf zur Bekehrung zu Gott, das ist das Zentrum des WJT Aus dieser Bekehrung zu Christus folgt dann oft eine Lebensweise, die christlichem Denken entspricht. Und eine dieser Verhaltensweisen ist sicher auch die Sorge um die Umwelt.  DT080712

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Zum Glaubensfest nach Australien.
Australien: Nur jeder zehnte WJT-Pilger hat Visum - Ehrenamtliche gesucht
  Kurz vor Eröffnung des katholischen Weltjugendtags (WJT) in Sydney stehen die Veranstalter noch vor organisatorischen Problemen. Von den 8.000 benötigten ehrenamtlichen Helfern habe die Kirche bisher erst die Hälfte gewinnen können, berichteten Medien. Außerdem hätten von den erwarteten 125.000 jugendlichen Pilgern bis Mitte März erst weniger als zehn Prozent ein Einreisevisum beantragt und erhalten. WJT-Pressesprecher Jim Hanna appellierte an die Teilnehmer, unverzüglich ihre Visa zu anzufordern.
   Der Erzbischof von Sydney, Kardinal George Pell, glaubt aber, dass die Schwierigkeiten noch überwunden werden können: „Wir haben keine größeren und unlösbaren Probleme. Es läuft alles letztlich wie geplant. Der schwache Dollarkurs ist zum Teil ein Problem - auch für die rund 38.000 Jugendlichen, die aus den USA zum Weltjugendtag kommen wollen. Langsam werden wohl auch die Flüge knapp, da müssen einige eben über Japan oder die Philippinen fliegen. Jedenfalls haben wir bisher mehr Anmel- dungen, als wir erwartet hatten.”
   Bei der Präsentation der Uniformen für Ehrenamtliche in Rot, Blau und Weiß appellierte WJT-Chef- koordinator Weihbischof Anthony Fisher an die Bürger Sydneys, sich als Freiwillige zu melden. Höhepunkt des WJT vom 15. bis 20. Juli in der australischen Metropole soll der Abschlussgottesdienst mit Papst Benedikt XVI. werden. Dazu erwartet die Erzdiözese Sydney rund eine halbe Million Teilnehmer. rvkna080407mc    

Benedikt XVI.: „Ich freue mich auf Sydney”
  Der Papst freut sich auf den Weltjugendtag in Sydney. Das betonte Papst Benedikt XVI. beim Angelus- Gebet am Sonntag in Castel Gandolfo. Bei seinem ersten Angelus-Gebet in seiner Sommerresidenz in diesem Jahr dankte Benedikt XVI. die Organisatoren des Weltjungendtages in Australien für ihren „unermüdlichen Einsatz“. Papst Benedikt XVI.: „Der nächste Weltjugendtag scheint ein neues Pfingstfest zu werden: In der Tat bereiten sich seit einem Jahr die christlichen Gemeinden auf dieses Ereignis vor. Ich bin sicher, dass aus allen Ecken der Welt sich die Katholiken mit mir und den Jugendlichen in Sydney verbunden sein werden, um wie beim Abendmahlstisch den Heiligen Geist zu empfangen, damit das Licht der Liebe Gottes in unseren Herzen erleuchten wird. Möge Gott uns darin bestärken, die ewige Botschaft Jesu durch alle Sprachen und in allen Kulturen zu verbreiten. Nach dem Angelus richtete Papst Benedikt XVI. auch einen Grußwort an die Anwesenden aus den deutschsprachigen Ländern. Wörtlich sagte ihnen der Papst: „Mit Freude heiße ich die deutschsprachigen Pilger und Besucher hier in Castel Gandolfo willkommen und grüße auch alle, die über Radio und Fernsehen bei diesem Angelusgebet mit uns verbunden sind. Der Glaube ist einfach. Glauben heißt Jesus Christus vertrauen. Er offenbart uns den Vater und zeigt uns den Weg zum wahren, glücklichen Leben. Öffnen wir Christus unser Herz und lernen wir von Ihm, so Mensch zu sein, wie Gott es will. Eurem Gebet möchte ich auch den 23. Weltjugendtag in Sydney anvertrauen, zu dem ich am kommenden Samstag nach Australien aufbrechen werde. Gott segne und behüte euch alle.” rv080706
Schweizer Firmling freut sich
 Beim Weltjugendtag wird nicht nur gebetet und fröhlich gefeiert. Beim Abschlussgottesdienst spen- det Papst Benedikt XVI. 24 junge Erwachsene höchstpersönlich das Sakrament der Firmung. Unter ihnen ist auch ein Schweizer: Der 24-jährige Baselbieter Student Dean Causevic freut sich auf diesen besonderen Moment in seinem Leben. Im „Interview der Woche” mit Radio Vatikan erzählt er mehr über diesen unvergesslichen Tag im Rahmen des Weltjugendtages.
   Vor wenigen Jahren hätte Dean Causevic wohl nicht im Traum gedacht, sich vom obersten Hirten der katholischen Kirche firmen zu lassen. Wie kam es aber nun dazu?
   „Das ist eine lange Geschichte. Es fing aber alles damit an, dass ich während des Studiums in Fribourg durch den Kontakt mit anderen Studenten und Priesteramtskandidaten den Wunsch geäußert habe, ge- tauft zu werden. Ich war nämlich zu diesem Zeitpunkt noch nicht getauft. Sie haben mir den Regens des Salesianum in Fribourg sehr empfohlen und so bereitete ich mich auf meine Taufe vor. Der Regens Tho- mas Ruckstuhl ist auch der geistliche Begleiter der Schweizer Gruppe, die nach Sydney reist und er hat mich darauf aufmerksam gemacht, dass es in Australien auch eine Firmung mit dem Papst geben wird.”
   Nicht jeder Katholik kann von sich behaupten vom Papst persönlich gefirmt zu werden. Was bedeutet das für dich selber, von Benedikt XVI. dieses Sakrament zu empfangen?
   „Es ist schon etwas Spezielles. Mein ganzer Fall wird dadurch außergewöhnlich, dass ich als Er- wachsener getauft und gefirmt werde. Das macht man in solchen Fällen zusammen. Da es aber in Sydney die Möglichkeit geben wird, vom Papst persönlich gefirmt zu werden, haben wir beschlossen, zuerst die Taufe durchzuführen und dann eben die Firmung in Sydney. Es ist schon etwas Außer- gewöhnliches vom Papst dieses Sakrament zu erhalten. Das wird mir sicher mein Leben lang in Erinnerung bleiben. Ich kann die Bedeutung noch gar nicht richtig abschätzen. Das werde ich wohl erst vor Ort merken.”
   Bist du aufgeregt? Hunderttausende von Jugendliche und Millionen von Menschen werden dich live oder im Fernsehen sehen.
   „Im Moment weiß ich noch gar nicht, was mich erwarten wird. Natürlich ist eine gewisse Nervosität oder Vorfreude da. Ich bin im Moment mit anderen Dingen beschäftigt, die die Organisation der Reise betreffen.Das lenkt mich ab. Kurz vor der Heiligen Messe wird sicherlich die Nervosität riesengroß sein.”
   Kannst du uns auch erläutern, wie die Firmung in Sydney durchgeführt wird?
„Die Firmung wird beim Abschlussgottesdienst des Weltjugendtags stattfinden. Den genauen Ablauf kenne ich noch nicht. Ich bin in einer speziellen Pilgergruppe eingeteilt worden. Es handelt sich um die internationale Liturgiegruppe. Wir werden die ganze Woche in Sydney den Ablauf der Feier proben.”
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Schweizer erlebt „unvergessliche” Firmung
 Ein „unvergessliches Erlebnis” war die Firmung durch Papst Benedikt XVI. für den Baselbieter Dean Cau- sevic. Er war einer von 24 jungen Menschen, die bei diesem Weltjugendtag den Heiligen Geist empfingen - sakramentale Umsetzung des Mottos: „Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen …“.
Im Gespräch mit Radio Vatikan berichtet der 24-Jährige:
  „Man musste eigentlich nur ‚Amen’ sagen und dann auf den englischen Friedenswunsch antworten. Ich habe dann auf Deutsch geantwortet, was den Papst wohl überrascht hat - ich habe mich darüber gefreut. Das war eigentlich alles. Ich habe dann noch das Kreuz auf die Stirn gezeichnet bekommen mit dem Chrisam.”
   Dean ist erst vor kurzem getauft worden; beim Weltjugendtag vom Papst gefirmt zu werden ist für ihn etwas ganz besonderes:
   „Schon die ganzen letzten zwei Wochen waren unbeschreiblich. Und ich kann wohl mit Recht behaupten, das waren die schönsten zwei Wochen meines Lebens. Der ganze Weltjugendtag stand unter dem Motto der missionarischen Kirche und ich freu mich ungemein, wenn ich die Möglichkeit erhalte, allen anderen zu erzählen, wie toll das hier war.”
Für den Schweizer ist klar: Das war nicht der letzte Weltjugendtag!
  „Ich habe das gemeinsame Gebet mit Jugendlichen hier erfahren. Ich habe erfahren wie es ist, bei wild- fremden Leuten empfangen zu werden, als ob man sich lange kennt. Ich kam in Sydney dann zur internationalen Liturgiegruppe, wo ich Leute aus der ganzen Welt kennengelernt habe, die eines gemeinsam hatten: Nämlich ihren Glauben und das waren wirklich sehr bewegende Momente. Ich kann jedem empfehlen, der das hier hört, in drei Jahren nach Madrid zu kommen.”
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   Der Papst erinnerte an das Motto des XXIII. Weltjugendtages:
Liebe Jugendliche!
   2008 werden wir uns beim Weltjugendtag in Sydney begegnen! Ich möchte euch ermutigen, euch gut auf diese wunderbare Feier des Glaubens vorzubereiten, die ihr gemeinsam mit euren Bischöfen,Priestern, Ordensleuten, Jugendgruppenleitern und miteinander verleben werdet. Tretet vollends in das Leben eurer Gemeinden ein und nehmt begeistert an diözesanen Veranstaltungen teil! Auf diese Weise werdet ihr geistlich ausgerüstet, um alles, was wir glauben, noch tiefer zu verstehen, wenn wir uns im kommenden Juli in Sydney einfinden werden.
   „Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch herabkommen wird; und ihr werdet meine Zeugen sein [...] bis an die Grenzen der Erde” Apg 1,8.Wie ihr wisst, stellen diese Worte Jesu das Motto für den Weltjugendtag 2008 dar. Wie sich die Apostel gefühlt haben müssen, als sie diese Worte hörten, können wir uns nur vorstellen; aber ihre Bestürzung wurde zweifellos durch das Staunen und die eifrige Erwartung des Kommens des Heiligen Geistes gemäßigt. Einmütig im Gebet im Obergemach mit Maria und den anderen vgl. Apg 1,14, erfuhren sie die wahre Kraft des Geistes, dessen Gegenwart die Unsicherheit, Angst und Trennung in entschlossene Absicht, Hoffnung und Gemeinschaft verwandelt.
   Staunen und eifrige Erwartung beschreiben auch unsere Gefühle bei der Vorbereitung auf das Treffen in Sydney. Für viele von uns wird es eine lange Reise sein. Dennoch rufen Australien und sein Volk Bilder eines herzlichen Empfangs und einer wundersamen Schönheit wach, Bilder einer uralten Geschichte seiner Ureinwohner und einer Vielfalt von pulsierenden Städten und Gemeinden. Ich weiß, dass sich die kirchlichen und zivilen Autoritäten zusammen mit zahlreichen jungen Australiern bereits anstrengen, uns allen eine außergewöhnliche Erfahrung zu gewähren. Ihnen sage ich mein herzliches Dankeschön.

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Foto links: Das Weltjugendtagskreuz trifft in Sydney ein. Foto rechts: Nach einem Wortgottesdienst wird das Weltjugendtagskreuz auf HMS Broome in den Ozean getaucht.

“Wie ich  euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben” Joh 13,34
Botschaft von Papst Benedikt XVI. zum 22. Weltjugendtag

Das Geheimnis der Liebe
   Einem jeden von uns ist es gegeben, diesen Grad an Liebe zu erreichen - aber nur, wenn wir die unverzichtbare Hilfe  der göttlichen Gnade in Anspruch nehmen. Nur die Hilfe des Herrn erlaubt es uns nämlich, angesichts der gewaltigen Größe der zu bewältigenden Aufgabe nicht der Resignation zu erliegen, und nur sie verleiht uns den Mut, das zu verwirklichen, was nach menschlichem Ermessen undenkbar ist.
   Vor allem die Eucharistie ist die große Schule der Liebe. Nimmt man regelmässig und mit Ehrfurcht an der Heiligen Messe teil, verbringt man in Gesellschaft mit dem eucharistischen Jesus lange Momente der Anbetung, so ist es leichter, die Länge, Breite, Höhe und Tiefe seiner Liebe zu begreifen, die jede Erkenntnis übersteigt vgl. Eph 3,17-18. Durch das Teilen des eucharistischen Brotes mit den Brüdern und Schwestern der kirchlichen Gemeinschaft wird man dann dazu an- getrieben, die Liebe Christi »mit Eile«, wie es die Jungfrau gegenüber Elisabeth getan hat, in einen großherzigen Dienst an den Brüdern und Schwestern umzusetzen.
Unterwegs zur Begegnung in Sydney
   Erhellend ist diesbezüglich die Ermahnung des Apostels Johannes: »Meine Kinder, wir wollen nicht mit Wort und Zunge lieben, sondern in Tat und Wahrheit. Daran werden wir erkennen, dass wir aus der Wahrheit sind«
Joh 3,18-19.
   Liebe Jugendliche, in diesem Geist lade ich Euch dazu ein, den nächsten Weltjugendtag zusammen mit Euren Bischöfen in Euren jeweiligen Diözesen zu begehen. Er wird eine wichtige Etappe auf dem Weg zur Begegnung in Sydney sein, deren Thema lautet: »Ihr werdet  die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch herabkommen wird; und ihr werdet meine Zeugen sein« Apg 1,8.       
   Maria, die Mutter Christi und der Kirche, helfe Euch, überall den Ruf erschallen zu lassen, der die Welt verändert hat: »Gott ist die Liebe!« Ich begleite Euch mit meinem Gebet und segne Euch von Herzen.
Aus dem Vatikan                         
Benedikt XVI. pp.                               OR070206

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Botschaft von Papst Benedikt XVI. anlässlich des 22. Weltjugendtages
"Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben" Joh 13,34

Liebe Jugendliche,
   anlässlich des XXII. Weltjugendtages, der in den Diözesen gefeiert wird, möchte ich Euch zur Medi- tation diese Worte Jesu vorschlagen: „Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben” Joh 13,34.
Ist es möglich zu lieben?
   Jeder Mensch verspürt den Wunsch, zu lieben und geliebt zu werden. Und dennoch: Wie schwierig ist es zu lieben; wie viele Irrtümer und Fehlschläge sind bei der Liebe zu verzeichnen! Manch einer kommt sogar dazu, daran zu zweifeln, dass die Liebe möglich ist. Wenn aber emotionale Mängel oder Ent- täuschungen im Gefühlsleben auch daran denken lassen, dass Liebe eine Utopie ist, ein unerreichbarer Traum: darf man deshalb resignieren? Nein! Die Liebe ist möglich, und Ziel dieser meiner Botschaft ist es, einen Beitrag zu leisten, damit in jedem von Euch, die Ihr die Zukunft und die Hoffnung der Menschheit seid, das Vertrauen in die wahre, treue und starke Liebe neu geweckt wird - eine Liebe, die Frieden und Freude hervorbringt; eine Liebe, die die Menschen untereinander verbindet, so dass sie sich in gegenseitiger Achtung frei fühlen. Lasst uns also gemeinsam drei Stationen des Weges hin zur „Ent- deckung” der Liebe beschreiten.
Gott, Quelle der Liebe
   Die erste Station betrifft die Quelle der wahren Liebe. Es gibt nur eine einzige Quelle der Liebe, und das ist Gott.  Der hl. Johannes macht dies deutlich,  wenn er erklärt,  dass Gott „die Liebe” ist 1 Joh 4, 8.16. Nun will er nicht nur sagen, dass Gott uns liebt, sondern dass das Wesen Gottes selbst Liebe ist. Wir stehen hier vor der hellsten Offenbarung der Quelle der Liebe, die das Geheimnis der Dreifaltigkeit ist: Im einen und dreifaltigen Gott findet zwischen den Personen des Vaters und des Sohnes ein ewiger Austausch der Liebe statt; und diese Liebe ist keine Energie oder ein Gefühl, sondern eine Person: der Heilige Geist.
Das Kreuz Christi offenbart die Liebe Gottes in Fülle
   Wie offenbart sich uns Gott, der die Liebe ist? Wir sind hier an der zweiten Station unseres Weges angelangt. Auch wenn es schon in der Schöpfung deutliche Spuren der göttlichen Liebe gibt, so geschah die volle Offenbarung des innersten Geheimnisses Gottes in der Fleischwerdung, als Gott selbst Mensch wurde.  In Christus, wahrer Gott und wahrer Mensch, haben wir die Liebe in ihrer ganzen Tragweite ken- nen gelernt. In der Tat, so habe ich in der Enzyklika Deus Caritas est [siehe: Deus Caritas] geschrieben, sind „das eigentlich Neue des Neuen Testaments (...) nicht neue Ideen, sondern die Gestalt Christi selber, der den Gedanken Fleisch und Blut, einen unerhörten Realismus gibt” (12). Die Offenbarung der göttlichen Liebe ist total und vollkommen am Kreuz, wo - wie der heilige Paulus sagt - „Gott aber (...) seine Liebe zu uns darin erwiesen (hat), dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren” Röm 5,8. Jeder von uns kann somit wahrhaft sagen: „Christus hat mich geliebt und sich für mich hingegeben” vgl. Eph 5,2. Da es durch sein Blut erlöst wurde, ist kein menschliches Leben unnütz oder von geringem Wert, denn wir alle werden persönlich von ihm mit einer leidenschaftlichen und treuen Liebe geliebt, einer Liebe ohne Grenzen. Das Kreuz -Torheit für die Welt, Ärgernis für viele Gläubige - ist hingegen „Weisheit Gottes” für all diejenigen, die sich in den Tiefen des eigenen Seins berühren lassen, „denn das Törichte an Gott ist weiser als die Menschen und das Schwache an Gott ist stärker als die Menschen” vgl. 1 Kor 1,24- 25. Ja, mehr noch: Der Gekreuzigte, der nach der Auferstehung die Male seines Leidens für immer trägt, lässt die „Täuschungen”  und Lügen in Bezug auf Gott, die in der Gestalt von Gewalt, Rache und Abweisung auftreten, offenbar werden. Christus ist das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt auf sich nimmt und den Hass aus dem Herzen des Menschen vertreibt. Das ist die wahre „Revolution”, die er bringt: die Liebe.
Den Nächsten lieben wie Christus uns liebt
   So sind wir bei der dritten Station unserer Überlegung angekommen. Am Kreuz ruft Christus: „Mich dürstet” Joh 19,28. So offenbart er den brennenden Durst danach, zu lieben und von einem jeden von uns geliebt zu werden. Nur wenn es uns gelingt, die Tiefe und Intensität dieses Geheimnisses zu erfassen, wird uns die Notwendigkeit und die Dringlichkeit klar, ihn unsererseits zu lieben wie er uns geliebt hat. Das bringt die Bemühung mit sich, getragen von Seiner Liebe auch das eigene Leben für die Brüder hinzugeben, falls es notwendig sein sollte. Schon im Alten Testament hat Gott gesagt: „Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst” Lev 19,18. Die Neuheit Christi aber besteht in der Tatsache, dass „wie er lieben” heißt: alle lieben, ohne Unterschied; auch die Feinde, „bis zur Vollendung” vgl. Joh 13,1.
Zeugen der Liebe Christi
   Jetzt möchte ich bei drei Bereichen des alltäglichen Lebens innehalten, in denen Ihr, liebe Jugend- liche, besonders aufgerufen seid, die Liebe Gottes offenbar werden zu lassen. Der erste Bereich ist die Kirche, die unsere geistliche Familie ist und sich aus allen Jüngern Christi zusammensetzt. Fördert - eingedenk seiner Worte: „Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid: wenn ihr einander liebt” Joh 13,35 - mit Eurem Enthusiasmus und mit Eurer Liebe die Tätigkeiten der Pfarreien, der Gemeinschaften, der kirchlichen Bewegungen und der Jugendgruppen, denen Ihr angehört. Sorgt Euch darum, das Wohl des anderen zu suchen, in Treue zu den eingegangenen Verpflichtungen. Zögert nicht, mit Freude auf einige Eurer Vergnügungen zu verzichten. Nehmt frohen Herzens die notwendigen Opfer auf Euch. Bezeugt Eure treue Liebe zu Jesus, indem Ihr sein Evangelium besonders unter Euren Altergenossen verkündigt.
Sich auf die Zukunft vorbereiten
   Der zweite Bereich, in dem Ihr dazu berufen seid, die Liebe zum Ausdruck zu bringen und in ihr zu wachsen, ist Eure Vorbereitung auf die Zukunft, die Euch erwartet. Wenn Ihr verlobt seid, hat Gott einen liebevollen Plan für Eure Zukunft als Ehepaar und Familie, und deshalb ist es so wesentlich, dass Ihr ihn mit Hilfe der Kirche entdeckt, frei vom verbreiteten Vorurteil, dass das Christentum mit seinen Geboten und Verboten der Freude der Liebe Hindernisse in den Weg lege und im besonderen verhindere, jenes Glück zu genießen, das Mann und Frau in ihrer gegenseitigen Liebe suchen. Die Liebe des Mannes und der Frau steht am Ursprung der menschlichen Familie, und das aus Mann und Frau gebildete Paar hat seinen Grund im ursprünglichen Plan Gottes vgl. Gen 2,18-25. Zu lernen, sich als Ehepaar zu lieben, ist ein wunderbarer Weg, der nichtsdestoweniger eine anspruchsvolle Lehrzeit erfordert. Die Zeit der Verlobung ist grundlegend für die Formung des Paares; sie ist eine Zeit der Erwartung und der Vorbereitung, die in der Keuschheit der Gesten und der Worte zu leben ist. Dies gestattet es, in der Liebe, in der Fürsorge und in der Aufmerksamkeit dem anderen gegenüber zu reifen; es hilft, Selbst- beherrschung zu üben und die Achtung vor dem anderen zu entwickeln. All dies sind Kennzeichen der wahren Liebe, die an erster Stelle weder die eigene Befriedigung noch das eigene Wohlergehen sucht. Bittet im gemeinsamen Gebet den Herrn darum, dass er Eure Liebe behüte und vermehre und sie von jeglichem Egoismus reinige.Zögert nicht, dem Ruf des Herrn großherzig zu folgen, denn die christliche Ehe ist eine wahre Berufung in der Kirche. Liebe junge Männer und Frauen, seid gleichermaßen bereit, Ja zu sagen, wenn Gott Euch ruft, ihm auf dem Weg des Priestertums oder des geweihten Lebens nachzufolgen. Euer Vorbild wird viele andere Eurer Altersgenossen, die auf der Suche nach dem wahren Glück sind, ermutigen.
Jeden Tag in der Liebe wachsen
   Der dritte Bereich des Einsatzes, den die Liebe mit sich bringt, ist der des alltäglichen Lebens mit seinen mannigfaltigen Beziehungen. Ich beziehe mich insbesondere auf die Familie, die Schule, die Arbeit und die Freizeit. Liebe Jugendliche, pflegt Eure Talente nicht nur, um einen sozialen Status zu erreichen, sondern auch, um den anderen beim „Wachsen” zu helfen. Entwickelt Eure Fähigkeiten nicht nur, um „konkurrenzfähiger” und „produktiver” zu werden, sondern um „Zeugen der Nächstenliebe” zu sein. Verbindet mit der Berufsausbildung die Bemühung, religiöse Kenntnisse zu erwerben, die nützlich sind, um Eure Sendung auf verantwortliche Weise verwirklichen zu können. Ich lade Euch insbesondere dazu ein, die Soziallehre der Kirche zu vertiefen, damit ihre Prinzipien Euer Handeln in der Welt inspirieren und erleuchten. Der Heilige Geist mache Euch erfindungsreich in der Nächstenliebe, standhaft in den Aufgaben, die Ihr übernehmt, und kühn in Euren Initiativen, damit Ihr Euren Beitrag zum Aufbau der „Zivilisation der Liebe” leisten könnt. Der Horizont der Liebe ist wirklich grenzenlos: er ist die ganze Welt!
Dem Beispiel der Heiligen folgend „die Liebe wagen”
   Liebe Jugendliche, ich möchte Euch dazu einladen, „die Liebe zu wagen”; das heißt, nichts Geringeres für Euer Leben zu ersehnen als eine starke und schöne Liebe, die fähig ist, das ganze Dasein zu einer freudigen Verwirklichung der Gabe Eurer selbst an Gott und die Brüder zu machen, in Nachahmung dessen, der durch seine Liebe für immer den Hass und den Tod besiegt hat  vgl. Offb 5, 13. Die Liebe ist die einzige Kraft, die imstande ist, die Herzen der Menschen und der ganzen Menschheit zu wandeln und die Beziehungen zwischen Männern und Frauen, zwischen Reich und Arm, zwischen Kulturen und Zivilisationen fruchtbringend zu machen. Davon legt das Leben der Heiligen Zeugnis ab, die als wahre Freunde Gottes Weg und Abglanz dieser ursprünglichen Liebe sind. Bemüht Euch darum,  sie besser kennen zu lernen; vertraut Euch ihrer Fürsprache an und versucht, wie sie zu leben. Ich beschränke mich darauf, Mutter Teresa zu zitieren: Weil sie auf den Ruf Christi „Mich dürstet!” - einen Schrei, der sie zutiefst bewegte - prompt antworten wollte, begann sie, todkranke Menschen auf den Straßen Kalkuttas in Indien aufzunehmen. Von da an bestand die einzige Sehnsucht ihres Lebens darin, den Durst Jesu nach Liebe zu löschen - nicht mit Worten, sondern mit konkreten Handlungen, wobei sie dessen entstelltes, nach Liebe dürstendes Antlitz im Gesicht der Ärmsten unter den Armen erkannte. Die selige Teresa setzte die Lehre des Herrn in die Praxis um: „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan” vgl. Mt 25,40. Und die Botschaft dieser demütigen Zeugin der göttlichen Liebe hat sich in der ganzen Welt verbreitet.
Das Geheimnis der Liebe
  Einem jeden von uns ist es gegeben, diesen Grad an Liebe zu erreichen - aber nur, wenn wir die unverzichtbare Hilfe der göttlichen Gnade in Anspruch nehmen. Nur die Hilfe des Herrn erlaubt es uns nämlich, angesichts der gewaltigen Größe der zu bewältigenden Aufgabe nicht der Resignation zu erliegen, und nur sie verleiht uns den Mut, das zu verwirklichen, was nach menschlichem Ermessen undenkbar ist. Vor allem die Eucharistie ist die große Schule der Liebe. Nimmt man regelmäßig und mit Ehrfurcht an der Heiligen Messe teil, verbringt man in Gesellschaft mit dem eucharistischen Jesus lange Momente der Anbetung, so ist es leichter, die Länge, Breite, Höhe und Tiefe seiner Liebe zu begreifen, die jede Erkenntnis übersteigt vgl. Eph 3,17-18. Durch das Teilen des eucharistischen Brotes mit den Brüdern der kirchlichen Gemeinschaft wird man dann dazu angetrieben, die Liebe Christi  „mit Eile”, wie es die Jungfrau gegenüber Elisabeth getan hat, in einen großherzigen Dienst an den Brüdern umzusetzen.

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Unterwegs zur Begegnung in Sydney
   Erhellend ist diesbezüglich die Ermahnung des Apostels Johannes: „Meine Kinder, wir wollen nicht mit Wort und Zunge lieben, sondern in Tat und Wahrheit. Daran werden wir erkennen, dass wir aus der Wahrheit sind” 1 Joh 3,18-19. Liebe Jugendliche, in diesem Geist lade ich Euch dazu ein, den Welt- jugendtag zusammen mit Euren Bischöfen in Euren jeweiligen Diözesen als eine wichtige Etappe auf dem Weg zur Begegnung in Sydney zu sehen, deren Thema lautet: „Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch herabkommen wird; und ihr werdet meine Zeugen sein” Apg 1,8. Maria, die Mutter Christi und der Kirche, helfe Euch, überall den Ruf erschallen zu lassen, der die Welt verändert hat: „Gott ist die Liebe!”. Ich begleite Euch mit meinem Gebet und segne Euch von Herzen.
Aus dem Vatikan  
                                        
Benedikt pp. XVI.

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Australien: Anglikaner erwarten viel vom Weltjugendtag

   Die australischen Anglikaner wollen den erwarteten religiösen Schwung beim Weltjugendtag (WJT) 2008 in Sydney auch für sich nutzen. Der Weltjugendtag werde „sehr groß, so wie die Olympischen Spiele”, sagte der anglikanische Erzbischof von Sydney, Peter Jensen, dem australischen Radiosender ABC. In dieser Atmosphäre wollten die Anglikaner ihre Evangelisierungskampagne „Connect 09” bekann- ter machen. 2008 werde der katholische Jugendtag das Bewusstsein für Jesus vergrößern, so Jensen. DTkna070922

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„Verschwendet nicht eure Jugend!”
Ansprache von Papst Benedikt an die Jugendlichen im Pacaembu-Stadion von Sao Paulo

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Liebe Jugendliche! Liebe Freunde und Freundinnen!
  „Wenn du vollkommen sein willst, verkauf deinen Besitz und. gib das Geld den Armen...; dann komm und folge mir nach.” Mt 19,21
   1. Es war mein großer Wunsch, mit euch bei dieser meiner ersten Reise nach Lateinamerika zusam- menzutreffen. Ich bin gekommen, um die fünfte Konferenz des lateinamerikanischen Episkopats zu eröffnen, die auf meinen Wunsch hin in Aparecida hier in Brasilien, am Heiligtum unserer Lieben Frau, stattfinden wird. Sie führt uns vor die Füße Jesu, damit wir seine Lehre über das Reich verstehen, und sie regt uns an, seine Missionare zu sein, damit die Völker dieses „Kontinents der Hoffnung” in Ihm das Leben in Fülle haben.
   Eure Bischöfe hier in Brasilien haben auf ihrer Generalversammlung des vergangenen Jahres über das Thema der Evangelisation der Jugend nachgedacht und euch ein Dokument in die Hand gelegt. Sie haben darum gebeten, dass es von euch das ganze Jahr über aufgenommen und umgesetzt wird. Bei der jüngsten Versammlung haben sie das Thema wieder aufgenommen, es durch eure Mitarbeit bereichert und wünschen nun, dass die Überlegungen und vorgeschlagenen Orientierungen euch als Anregung und Leuchte für euren Weg dienen. Die Worte des Erzbischofs von Sao Paulo und des Verantwortlichen für die Jugendpastoral, denen ich danke, bekräftigen den Geist, der euch alle bewegt.
   Gestern Abend, als ich Brasilien überflog, habe ich schon an unser jetziges Treffen im Stadion von Pacaembu gedacht, und zwar mit dem Wunsch, euch alle auf ganz brasilianische Weise zu umarmen und die Gefühle zu zeigen, die ich im Innersten hege und die uns übrigens auch das Evangelium von heute nahelegt. Ich habe bei Treffen wie diesem jetzt immer eine ganz besondere Freude gespürt. Ich erinnere mich besonders an den XX. Weltjugendtag, dem ich vor zwei Jahren in Deutschland vorstehen konnte. Es ist eine bewegende Erinnerung, sieht man auf die reichen Früchte an Gnaden, die uns der Herr gewährt hat. Und zweifellos ist die erste Frucht unter vielen, die ich feststellen konnte, jene der großen Brüderlichkeit unter allen als offensichtlicher Beweis der fortdauernden Vitalität der Kirche für die ganze Welt.

   2. Deswegen bin ich sicher, liebe Freunde, dass sich heute dieselben Eindrücke wie bei meinem Treffen in Deutschland wieder erneuern. 1991 sagte der Diener Gottes Papst Johannes Paul II. seligen Andenkens bei seinem Besuch im Mato Grosso, dass „die Jugendichen die ersten Protagonisten des dritten Jahrtausends sind...; sie sind es, die das Schicksal dieser neuen Etappe der Menschheit umreißen” Ansprache vom 16. Okt. 1991. Heute drängt es mich, mit euch dieselbe Beobachtung zu machen.
   Ohne Zweifel schätzt der Herr euer christliches Leben in den zahlreichen Pfarrgemeinden und den kleinen kirchlichen Gemeinschaften, in den Universitäten, Kollegien, Schulen und vor allem auf den Straßen und an den Arbeitsplätzen in den Städten und auf dem Land. Aber man muss weitergehen. Wir können nie sagen, es genügt, weil die Liebe Gottes unendlich ist und der Herr uns bittet, oder besser, von uns verlangt, dass wir unsere Herzen weiten, damit in ihnen immer mehr Liebe, Güte, Verständnis für unsere Nächsten und die Probleme Platz finden, die nicht nur das menschliche Zusammenleben betreffen, sondern auch die wirksame Bewahrung und den Schutz der natürlichen Umwelt, deren Teil wir sind. „Unsere Wälder haben mehr Leben”: Lasst nicht zu, dass diese Flamme der Hoffnung erlischt, die eure Nationalhymne euch auf die Lippen legt. Die Umweltzerstörung in Amazonien und die Bedrohung der menschlichen Würde der dortigen Bevölkerung erfordern einen größeren Einsatz auf den verschiedensten Handlungsfeldern als er von der Gesellschaft geleistet wird.  
   3. Heute möchte ich mit euch über den Text des heiligen Matthäus vgl. 19,16-22 nachdenken:

Mt 19,16 Es kam ein Mann zu Jesus und fragte: Meister, was muss ich Gutes tun, um das ewige Leben zu gewinnen? 17 Er antwortete: Was fragst du mich nach dem Guten?  Nur einer ist «der Gute». Wenn du aber das Leben erlangen willst, halte die Gebote! 18 Darauf fragte er ihn: Welche? Jesus antwortete: Du sollst nicht töten, du sollst nicht die Ehe brechen, du sollst nicht stehlen, du sollst nicht falsch aussagen; 19 ehre Vater und Mutter! Und: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst! 20 Der junge Mann erwiderte ihm: Alle diese Gebote habe ich befolgt. Was fehlt mir jetzt noch? 21 Jesus antwortete ihm: Wenn du vollkommen sein willst, geh, verkauf deinen Besitz und gib das Geld den Armen; so wirst du einen bleibenden Schatz im Himmel haben; dann komm und folge mir nach. 22 Als der junge Mann das hörte, ging er traurig weg; denn er hatte ein großes Vermögen.

    Dieser Text handelt von einem Jugendlichen, der Christus begegnet. Es lohnt sich, seine Ungeduld hervorzuheben. In diesem Jugendlichen sehe ich euch alle, die Jugend Brasiliens und ganz Latein- amerikas. Ihr seid aus den verschiedensten Regionen dieses Kontinents zu diesem Treffen zusam- mengekommen.  Ihr wollt die Stimme des Papstes hören, die Worte, die Jesus selbst spricht. Ihr habt eine grundlegende Frage an ihn, die auch das Evangelium wiedergibt. Es  ist dieselbe Frage des Jugendlichen an Jesus: Was muss ich tun, um das ewige Leben zu erlangen? Ich möchte mit euch diese Frage vertiefen. Es geht um das Leben. Um euer Leben, das schön und im Übermaß vorhanden ist. Was soll man daraus machen? Wie lebt man es in Fülle? Schon wenn man diese Frage stellt, versteht man sofort, dass ein „Hier” und „Jetzt” nicht ausreichend ist. Anders gesagt, es gelingt uns nicht, unser Leben in Raum und Zeit zu begrenzen, weil wir seine Horizonte erweitern wollen. Das Leben geht über Raum und Zeit hinaus. Mit anderen Worten: Wir wollen leben und nicht sterben. Wir spüren, dass es da etwas gibt, das uns zeigt, dass das Leben ewig ist und dass es nötig ist, sich anzustrengen, damit das geschieht. Es hegt also in unseren Händen und hängt in gewisser Weise von unserer Entscheidung ab.
  Die Frage aus dem Evangelium betrifft nicht nur die Zukunft. Sie betrifft nicht nur die Frage, was nach dem Tod geschieht. Im Gegenteil, es gibt eine Verpflichtung gegenüber der Gegenwart, hier und jetzt, aufgrund derer sich eine gewisse Glaubwürdigkeit und als Folge davon die Zukunft sicherstellen lassen muss. Die Frage betrifft, zusammengefasst, den Sinn des Lebens. Darum kann sie so gestellt werden: Was muss ich tun, damit mein Leben einen Sinn hat? Das heißt: Wie muss ich leben, um voll und ganz die Früchte des Lebens genießen zu können? Oder anders: Was muss ich tun, damit sich mein Leben nicht als unnütz erweist?
   Jesus ist der Einzige, der uns eine Antwort geben kann, weil er der Einzige ist, der uns das ewige Leben garantieren kann. Deswegen ist er auch der Einzige, der uns den Sinn des gegenwärtigen Lebens aufzeigen und ihm eine inhaltliche Fülle geben kann.

   4. Aber bevor er antwortet, stellt Jesus die Bitte des Jugendlichen unter einem besonders wich- tigen Aspekt in Frage: Warum fragst du mich, was gut ist? In dieser Frage hegt schon der Schlüssel der Antwort. Jener Jugendliche versteht, dass Jesus gut und dass er der Lehrer ist. Ein Lehrer, der nicht täuscht. Wir sind hier, weil wir derselben Überzeugung sind: Jesus ist gut. Es kann sein, dass wir nicht genau die Gründe für diese Auffassung erklären können. Aber es ist sicher, dass sie uns ihm nähert und uns seiner Lehre öffnet: ein guter Lehrer. Der das Gute anerkennt, das heißt der liebt. Und wer liebt, so ein schöner Ausdruck des heiligen Johannes, der erkennt Gott vgl. 1 Joh 4,7. Der Jugendliche des Evan- geliums nahm in Jesus Christus Gott wahr.
   Jesus versichert uns, dass nur Gott gut ist. Für das Gute offen zu sein heißt, Gott anzunehmen. So lädt er uns ein, Gott in allen Dingen und in allen Ereignissen zu sehen, auch da, wo die meisten nur die Abwesenheit Gottes sehen. Wenn man die Schönheit der Geschöpfe sieht und das in ihnen vorhandene Gute feststellt, ist es unmöglich, nicht an Gott zu glauben und nicht die Erfahrung seiner erlösenden und stärkenden Gegenwart zu machen. Wenn es uns gelingt, all das Gute zu sehen, das es in der Welt gibt, und wenn wir darüber hinaus das Gute spüren, das von Gott selber kommt, werden wir nie aufhören, uns Ihm zu nähern, Bin zu loben und Ihm zu danken. Er erfüllt uns beständig mit Freude und Gütern. Seine Freude ist unsere Stärke.
  Aber wir können nur in begrenzter Weise erkennen. Um das Gute zu verstehen, brauchen wir Hilfen, die uns die Kirche in vielen Gelegenheiten anbietet, vor allem in der Katechese. Jesus selbst offenbart das, was für uns gut ist, indem er uns seine erste Katechese gibt: „Wenn du aber das Leben erlangen willst, halte die Gebote!” Mt 19,17. Er geht von dem Wissen aus, das der Jugendliche sicher schon von seiner Familie und in der Synagoge erlangt hat: Er kennt in der Tat die Gebote. Sie führen zum Leben, das heißt sie gewährleisten uns Glaubwürdigkeit. Sie sind die Wegzeiger, die uns auf den rechten Weg führen. Wer die Gebote achtet, befindet sich auf dem Weg Gottes.
   Aber es reicht nicht, sie zu kennen. Das Zeugnis ist gültiger als das Wissen, es ist das angewandte Wissen. Die Gebote werden nicht von außen auferlegt, sie verringern nicht unsere Freiheit. Im Gegen- teil: Sie stellen kraftvolle innere Anreize dar, die uns dazu bringen, uns in eine bestimmte Richtung zu bewegen. Wir werden angeregt, etwas zu tun, um uns zu verwirklichen. Durch das Handeln, in der Realität, verwirklichen wir uns selbst. Zu einem großen Teil sind wir von Jugend auf das, was wir sein wollen. Wir sind, um es so zu sagen, das Werk unserer Hände.

   5. An diesem Punkt wende ich mich von neuem an euch Jugendliche, weil ich auch von euch die Ant- wort des Jugendlichen aus dem Evangelium hören möchte: All diese Dinge habe ich beobachtet von Ju- gend an. Der Jugendliche des Evangeliums war gut. Er beobachtete die Gebote. Er ging den Weg Gottes. Darum fesselte ihn Jesus, er liebte ihn. Indem er Jesus als gut anerkannte, zeigte er, dass auch er gut war. Er machte eine Erfahrung des Guten und damit Gottes. Und ihr, Jugendliche Brasiliens und Latein- amerikas, habt ihr schon entdeckt, was gut ist? Folgt ihr den Geboten des Herrn? Habt ihr entdeckt, dass das der wahre und einzige Weg zum Glück ist?
   Die Jahre, die ihr jetzt verbringt, sind die Jahre, die eure Zukunft vorbereiten. Das „Morgen” hängt sehr davon ab, wie ihr das „Heute” der Jugend lebt. Vor euren Augen, liebe Jugendliche, liegt ein Leben, das hoffentlich lang sein möge. Aber es gibt nur ein Leben, es ist einzig: Lasst nicht zu, dass es umsonst vergeht, verschwendet es nicht. Lebt mit Begeisterung, mit Freude, aber vor allem mit Verantwor- tungsbewusstsein.
  Oft zittern die Herzen von uns Hirten, wenn wir feststellen, wie es in unserer Zeit zugeht. Wir hören von den Ängsten der Jugend von heute. Diese zeigen uns einen enormen Mangel an Hoffnung, Angst vor dem Tod, gerade in dem Augenblick, wo das Leben aufblüht und den Weg der eigenen Verwirklichung sucht, Angst zu scheitern, Angst davor, nicht den Sinn des Lebens entdeckt zu haben; und Angst, abgehängt zu werden angesichts einer erschütternden Schnelligkeit der Ereignisse und der Kommunikation. Wir stellen eine hohe Prozentzahl von Toten unter den Jugendlichen fest, Bedrohungen durch Gewalt, die bedauerliche Verbreitung von Drogen, die die Jugend von heute bis in die tiefsten Wurzeln erschüttert. Man spricht deshalb von einer ins Schleudern geratenen Jugend.
   Aber während ich euch sehe, ihr Jugendlichen hier, voller Freude und Enthusiasmus, übernehme ich den Blick Christi: einen Blick der Liebe und des Vertrauens, in der Sicherheit, dass ihr das wahre Leben gefunden habt. Ihr seid die Jugendlichen der Kirche. Ich schicke euch deshalb in die große Mission, die Jungen und Mädchen zu evangelisieren, die in dieser Welt herumirren wie Schafe ohne Hirten. Ihr seid die Apostel der Jugend. Ladet sie ein, mit euch zu gehen, dieselbe Erfahrung des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe zu machen wie ihr; Jesus zu begegnen, um sich wirklich geliebt zu fühlen, an- genommen und mit der großen Möglichkeit, sich selbst zu verwirklichen. Damit auch sie die sicheren Wege der Gebote entdecken und ihnen folgend zu Gott gelangen.
   Ihr könnt die Protagonisten einer neuen Gesellschaft sein, wenn ihr ein konkretes Verhalten an den Tag legt, das von den universalen moralischen Werten inspiriert ist, aber auch einen persönlichen Einsatz von menschlicher und geistlicher Formung, die von vitaler Bedeutung ist. Ein Mann oder eine Frau, die nicht durch die korrekte Interpretation des christlichen Lebens auf die tatsächlichen Herausforderungen ihres eigenen Umfelds vorbereitet sind, werden leicht zum Opfer aller Angriffe des auf allen Ebenen immer aktiveren Materialismus und Laizismus.
   Seid freie und verantwortliche Männer und Frauen; macht aus der Familie ein Zentrum, das Friede und Freude ausstrahlt; seid Förderer des Lebens von seinem Anfang bis zu seinem natürlichen Ende; schützt die Alten, weil sie Respekt und Bewunderung für das verdienen, was sie euch getan haben. Der Papst erwartet sich auch, dass die Jugendlichen ihre Arbeit zu heiligen versuchen, indem sie sie mit technischer Kompetenz und mit Sorgfalt verrichten, um zum Fortschritt all ihrer Brüder bei- zutragen und um alle menschlichen Aktivitäten mit dem Licht des Evangeliums zu erleuchten vgl. Lumen gentium, 36. Vor allem aber wünscht sich der Papst, dass sie es verstehen, Protagonisten einer gerechteren und brüderlicheren Gesellschaft zu sein, indem sie ihre Pflichten dem Staat gegenüber erfüllen: indem sie seine Gesetze achten, indem sie sich nicht von Hass und Gewalt treiben lassen, indem sie versuchen, Vorbild eines christlichen Verhaltens in ihrem beruflichen und sozialen Umfeld zu sein und sich durch Ehrenhaftigkeit in ihren sozialen und beruflichen Beziehungen auszeichnen. Sie mögen sich daran erinnern, dass der maßlose Anspruch auf Reichtum und Macht zu persönlicher Korruption und zur Korruption der anderen führt; es gibt keine gültigen Gründe, die den Versuch rechtfertigen würden, die eigenen Ansprüche, seien sie wirtschaftlicher oder politischer Art, durch Betrug und Täuschung durchzusetzen.
   Genau betrachtet gibt es ein weites Panorama des Handelns, bei dem die Fragen der sozialen, wirtschaftlichen und politischen Natur immer dann eine besondere Gestalt annehmen, wenn die Quelle ihrer Inspiration das Evangelium und die Soziallehre der Kirche sind. Der Aufbau einer gerechteren und solidarischeren, einer versöhnten und friedlichen Gesellschaft, das Bemühen, die Gewalt zu bremsen, die Initiativen zur Förderung des ganzen Lebens, der demokratischen Ordnung und des Allgemeinwohls sowie, ganz besonders, jene Initiativen, die darauf abzielen, gewisse in den lateinamerikanischen Gesellschaften bestehende Diskriminierungen abzubauen und die kein Grund dafür sind, jemanden auszuschließen, sondern eine gegenseitige Bereicherung bedeuten.
   Habt vor allem große Achtung vor der Institution des Sakraments der Ehe. Es kann kein wahres Glück zuhause geben, wenn es keine Treue unter den Eheleuten gibt. Die Ehe ist eine Einrichtung des Naturrechts, die von Christus zur Würde des Sakraments erhoben wurde; sie ist ein großes Ge- schenk, das Gott der Menschheit gemacht hat. Achtet sie, verehrt sie. Gleichzeitig ruft euch Gott, euch ge- genseitig beim Verliebtsein und als Verlobte zu achten, denn das eheliche Leben, das nach göttlicher Bestimmung nur den verheirateten Paaren vorbehalten ist, wird nur in dem Maß zu einer Quelle des Glücks und des Friedens, in dem ihr versteht, aus der Keuschheit sowohl innerhalb wie außerhalb der Ehe ein Bollwerk zum Schutz eurer zukünftigen Hoffnungen zu machen.Ich wiederhole hier für euch alle, dass „der Eros uns zum Göttlichen hinreißen, uns über uns selbst hinausführen will, aber gerade darum einen Weg des Aufstiegs, der Verzichte, der Reinigungen und Heilungen verlangt” Deus Caritas est, 5.
   In wenigen Worten, er verlangt einen Geist des Opfers und des Verzichts um eines höheren Guts willen, welches genau genommen die Liebe Gottes zu allen Dingen ist. Versucht mit Festigkeit allen Fallen des in vielen Umfeldern bestehenden Bösen zu widerstehen, das euch zu einem sittenlosen und paradoxerweise leeren Leben drängt, indem es euch das kostbare Geschenk eurer Freiheit und eures wahren Glücks verlieren lässt. Die wahre Liebe muss „immer mehr das Glück des anderen wollen, immer mehr sich um ihn sorgen, sich schenken, für ihn da sein wollen” ebd.7 und wird deshalb immer treuer, unauflösbarer und fruchtbarer sein. Zählt dabei auf die Hilfe Jesu Christi, der das mit seiner Gnade möglich macht vgl. Mt 19, 26. Das Leben des Glaubens und des Gebets wird euch zu den Wegen der Innigkeit mit Gott führen und zum Verständnis der Größe der Pläne, die Er für jede Person hat. „Um des Himmelreichs willen” sind einige zu einer völligen und endgültigen Hingabe berufen, um sich Gott im religiösen Leben zu weihen, einer „außerordentlichen Gnadengabe”, wie das Zweite Vatikanische Konzil erklärt hat Perfectae caritatis, 12.
   Die Geweihten, die sich Gott unter dem Antrieb des Heiligen Geistes ganz hingeben, nehmen an der Mission der Kirche teil, indem sie die Hoffnung auf das Reich Gottes unter allen Menschen bezeugen. Darum segne ich alle Religiösen, die sich im Weinberg des Herrn Christus und den Brüdern widmen, und rufe den Segen auf sie herab. Die geweihten Personen verdienen wahrhaft die Dankbarkeit der kirchlichen Gemeinschaft: die Mönche und Nonnen, die Kontemplativen, die den Apostolatswerken geweihten Religiösen, die Mitglieder der Säkularinstitute und der Gesellschaften des Apostolischen Lebens, die geweihten Ere- miten und Jungfrauen. „Ihre Existenz bezeugt die Liebe zu Christus, wenn sie auf seine Nachfolge zusteuern, wie es vom Evangelium vorgeschlagen wird, und mit innerster Freude den Lebensstil annehmen, den Er für Sich gewählt hat” Kongregation für die Institute des gottgeweihten und apostolischen Lebens, Instruktion Ripartire da Cristo, 5. Ich wünsche, dass der Heilige Geist in diesem Augenblick der Gnade und der tiefen Gemeinschaft mit Christus in den Herzen vieler Jugendlicher eine leidenschaftliche Liebe dafür erweckt, dem keuschen, armen und gehorsamen, ganz der Verherrlichung des Vaters und der Liebe zu den Brüdern und Schwestern zugewandten Christus nachzufolgen und ihm gleich zu werden.

  6. Das Evangelium sagt uns klar, dass jener Jugendliche, der Jesus begegnete, sehr reich war. Wir verstehen diesen Reichtum nicht nur in materieller Hinsicht. Die Jugend selbst ist ein einzigartiger Reichtum. Man muss ihn entdecken und wert schätzen. Jesus hat ihn so sehr geschätzt, dass er ihn am Ende eingeladen hat, an seiner Heilssendung teilzunehmen. Jener Jugendliche trug in sich alle Voraussetzungen für die Verwirklichung eines großen Werks.
   Aber das Evangelium berichtet uns, dass dieser junge Mann traurig wurde, als er die Einladung hörte. Er ging niedergeschlagen und traurig von dannen. Diese Episode lässt uns nochmals über den Reichtum der Jugend nachdenken. In erster Linie handelt es sich nicht um materielle Güter, sondern um das eigene Leben mit den der Jugend innewohnenden Werten. Das rührt von einer doppelten Erbschaft her: Das Leben, von Generation zu Generation weitergegeben, an dessen ursprünglichem Anfang Gott steht, voll der Weisheit und Liebe; sowie die Erziehung, die uns in die Kultur einführt, so dass man in gewisser Weise sagen kann, dass wir mehr die Kinder der Kultur, und damit auch des Glaubens, als Kinder der Natur sind.
   Dem Leben entsprießt die Freiheit, die sich, vor allem in dieser Phase, als Verantwortlichkeit zeigt. Es ist der große Augenblick der Entscheidung, mit einer doppelten Option: Die erste betrifft den Le- bensstand, die andere den Beruf. Sie antwortet auf die Frage, was man aus seinem Leben machen soll. Mit anderen Worten, die Jugend erweist sich als ein Reichtum, weil sie zu einer Entdeckung des Lebens als Geschenk und als Auftrag führt. Der Jugendliche des Evangeliums verstand den Reichtum der eigenen Jugend. Er ging zu Jesus, dem guten Lehrer, um Orientierung zu suchen. In der Stunde der großen Option hatte er aber nicht den Mut, alles auf Jesus Christus zu setzen. Die Folge war, dass er traurig und niedergeschlagen wegging. Das geschieht jedes Mal, wenn unsere Entscheidungen wanken und kläglich und eigennützig werden. Er verstand, dass ihm die Großzügigkeit fehlte, und das erlaubte ihm keine volle Verwirklichung. Er zog sich auf seinen Reichtum zurück, indem er ihn zu etwas Egoistischem machte.
Jesus missfällt die Traurigkeit und das Klägliche des Jugendlichen, der gekommen war, ihn zu suchen. Die Apostel, so wie ihr alle heute, füllen die Leere auf, die jener Jugendliche zurückließ, der traurig und niedergeschlagen davonging. Sie und wir sind glücklich, weil wir wissen, wem wir glauben vgl. 2 Tim 1, 12. Wir wissen und bezeugen mit unserem Leben, dass nur Er Worte des ewigen Lebens hat. Joh 6, 68.vgl Deswegen können wir mit dem heiligen Paulus ausrufen: Freuet euch immer im Herrn! vgl. Phil 4,4

   7. Mein heutiger Appell an euch Jugendliche, die ihr zu diesem Treffen gekommen seid, ist der, dass ihr eure Jugend nicht verschwendet. Versucht nicht, vor ihr zu fliehen. Lebt sie intensiv. Weiht sie den hohen Idealen des Glaubens und der menschlichen Solidarität. Ihr Jugendlichen seid nicht nur die Zukunft der Kirche und der Menschheit, so als sei das eine Art Flucht vor der Gegenwart. Im Gegenteil: Ihr seid die gegenwärtige Jugend der Kirche und der Menschheit. Ihr seid ihr junges Angesicht. Die Kirche braucht euch, als Jugendliche, um der Welt das Angesicht Jesu Christi zu zeigen, das sich in der christlichen Gemeinschaft abzeichnet. Ohne dieses junge Angesicht würde sich die Kirche entstellt zeigen.
   Liebe Jugendliche, in Kürze eröffne ich die fünfte Konferenz des lateinamerikanischen Episkopats. Ich bitte euch, ihre Arbeit mit Aufmerksamkeit zu verfolgen, an den Debatten teilzunehmen, ihre Früchte aufzunehmen. Wie es bei den vergangenen Konferenzen der Fall war, wird auch sie in bezeichnender Weise die nächsten zehn Jahre der Evangelisation in Lateinamerika und der Karibik vorzeichnen. Niemand darf beiseite stehen oder gleichgültig bleiben angesichts dieser großen Anstrengung der Kirche - und am wenigsten noch die Jugend. Ihr seid in vollem Umfang Teil der Kirche, die das Angesicht Jesu Christi für Lateinamerika und die Karibik darstellt.
   Ich grüße die Französischsprachigen, die auf dem lateinamerikanischen Kontinent leben, und ich lade sie ein, Zeugen des Evangeliums und Protagonisten des kirchlichen Lebens zu sein. Mein Gebet gilt in ganz besonderer Weise euch Jugendlichen: Ihr seid gerufen, euer Leben auf Christus und die grund- legenden menschlichen Werte zu bauen. Mögen sich alle eingeladen fühlen, mitzuwirken, um eine Welt der Gerechtigkeit und des Friedens zu errichten.
 Liebe junge Freunde, so wie der junge Mann des Evangeliums, der Jesus fragte: „Was muss ich Gutes tun, um das ewige Leben zu erlangen?”, so sucht auch ihr die Wege, um auf den Ruf Gottes großzügig zu antworten. Ich bete, dass ihr seine erlösenden Worte hört und seine Zeugen werdet für die Völker von heute. Gott segne euch alle mit Friede und Freude.
   Liebe Jugendliche, Christus ruft euch, heilig zu sein. Er selbst lädt euch ein und will mit euch gehen, um Brasilien an diesem Anfang des dritten Jahrtausends der christlichen Zeit mit seinem Geist zu beleben. Ich bitte unsere Liebe Frau von Aparecida, dass sie euch mit ihrer mütterlichen Hilfe führe und euch das Leben lang begleitet. Gelobt sei unser Herr Jesus Christus!
Übersetzung:GuidoHorstDT070512

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Papst soll zum Weltjugendtag nach Brasilien einladen
 Brasiliens Jugendbischof Eduardo Pinheiro da Silva hat Papst Benedikt XVI. vorgeschlagen, einen der nächsten Weltjugendtage in Sao Paulo zu veranstalten. Der Bischof äußerte den Wunsch bei der Begeg- nung von Benedikt XVI. mit Jugendlichen am  in Sao Paulo.
  Die mehreren zehntausend Teilnehmer im Pacaembu-Stadion antworteten mit Jubel auf den Vorschlag. Der nächste Weltjugendtag findet 2008 in Sydney statt. Die Großveranstaltung wurde erst einmal vpn einem lateinamerikanischen Land ausgerichtet, und zwar 1987 in Argentinien.
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Interview der DT mit Kardinal Meisner zum WJT    cdMeisner1x

Der Kölner Kardinal Meisner sieht seit dem Weltjugendtag selbstbewusstere Katholiken

   Eine Million Menschen hat der Weltjugendtag 2005 auf die Beine gebracht. Welche Veränderungen das Jugendtreffen seither mit sich gebracht hat, schilderte der Kölner Kardinal Joachim Meisner in einem Interview.
Herr Kardinal, der Weltjugendtag ist ein Jahr vorbei. Was ist geblieben?
   Durch den Weltjugendtag ist Gott wieder ein Thema in unserer Gesellschaft geworden. Das katho- lische Selbstbewusstsein und Siegesbewusstsein ist gestiegen. Leute outen sich und sagen, ich bin ein katholischer Christ. Außerdem hat der Weltjugendtag gerade uns Älteren die Augen dafür geöffnet, dass junge Leute uns in Fragen des Glaubens vorausgehen. In der Heiligen Schrift spielen junge Leute oft eine große Rolle. Da ist etwa der Junge mit den fünf Broten in der Wüste, der dazu beiträgt, dass 5.000 Erwachsene nicht verhungern. Insofern war der Weltjugendtag eine Lektion für uns Bischöfe, auch für die ältere Generation, dass wir die Jugend als Träger des Glaubens ernst nehmen und auf ihre Rat hören.
Hat der Weltjugendtag die Religiosität der Jugend verändert?
  Die Jugendlichen auf dem Weltjugendtag haben die Religiosität der Erwachsenen verändert, geweckt, vitalisiert. Mir sagen viele der 120.000 Gastgeber, die Jugendliche bei sich aufgenommen haben: „Wir haben von den jungen Leuten beten gelernt.” So eine intensives Gebet hätten sie noch nie erlebt. Dass sich einer so frei vor Gott hinstellt und betet. Und es kamen immer mehr hinzu und haben sich anstecken lassen.
Wie lässt sich das fortsetzen?
    Nun, wir haben die vielen positiven Bewegungen des geistlichen Lebens nicht an die große Glocke gehängt. Aber es sind viele Initiativen entstanden. Etwa die „Nightfever“-Veranstaltungen in der Bonner Innenstadt und demnächst in Freiburg. Oder die Junge Union in Nordrhein-Westfalen, die mich gebeten hat, mit ihnen Vigil wie beim WJT zu feiern. Man ist erstaunt, welche Kraft vom Weltjugendtag ausgegangen ist, und zwar nicht nur in unserem Land, sondern in aller Welt. ViolavanMelisDT060805 

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   Das Amt für Philatelie und Numismatik des Vatikanstaates stellt seinen ersten Numisbrief vor. Er beinhaltet eine Gedenkmünze mit einem Nominalwert von  2 Euro und eine Briefmarke mit Sonder- stempel zum XX. Weltjugendtag. Dieser fand vom 16. bis 21. August 2005 in Köln (Deutschland) statt.  Er war dem Thema: »Wir sind gekommen um ihm zu huldigen« Mt 2,2 gewidmet.
Technische Eigenschaften: Münze: 2 Euro, Briefmarke € 0,62 - Maximale Auflage: 15.000

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   Deutsche und australische Jugendliche mit dem Weltjugendtagskreuz und der Marienikone bei der Übergabe auf dem Petersplatz. Die deutsche Delegation wurde angeführt vom Erzbischof von Köln, Kardinal Joachim Meisner, und vom Jugendbischof Franz-Josef Bode

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   Bischof Franz-Josef Bode, Osnabrück, feierte mit den Jugendlichen die Vesper in “Santa Maria

Retrospektive zum Weltjugendtag 2005 in Köln

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Fotos: Weltjugendtagskreuze im Sommer 2005 in Köln

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Papst bedankt sich für die „große Zuneigung” in Köln
     Papst Benedikt XVI. hat eine positive Bilanz seiner viertägigen Deutschlandreise gezogen. „Aus dem Herzen des alten Europa, das im vergangenen Jahrhundert schreckliche Konflikte und unmenschliche Regime erlebte, haben die Jugendlichen eine Botschaft der Hoffnung an die heutige Gesellschaft gerichtet“, sagte er bei seiner Generalaudienz nach seiner Rückkehr nach Rom. Das Treffen in Köln habe deutlich gezeigt, dass die Kirche eine große Familie sei, betonte der Papst. „Von Anfang an durfte ich die große Nähe und Zuneigung der Jugendlichen erfahren.“ Als Höhepunkt bezeichnete Benedikt XVI. die Vigil (Nachtwache) und die Abschlussmesse vor einer Millionen jungen Gläubigen auf dem Marienfeld.

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Eine besondere Frucht des Weltjugendtags 2005

Hunderttausend Jugendliche aus Gemeinschaften des “Neokatechumenalen Wegs” trafen sich im Anschluss an den Weltjugendtag in Bonn. 2.700 von ihnen sagten Ja zu einer geistlichen Berufung!

   Papst Benedikt hat den Weltjugendtag als ein Laboratorium für Berufungen bezeichnet. Etwa jeder zehnte Jugendliche auf dem Marienfeld kam aus einer Gemeinschaft des Neokatechumenalen Wegs, die damit die größte einheitliche Gruppe unter den neuen Gemeinschaften bildete. Beim Nachtreffen der am Ende einhunderttausend Jugendlichen in Bonn kam ans Licht, was der Papst durch seine Verkündigung und sein Zeugnis als Nachfolger Petri gesät hat: 2700 Jugendliche bekundeten öffentlich, eine Be- rufung zum Priester oder Ordensleben vernommen zu haben. Dieser Anfang wird langfristig zu einer reichen Ernte führen. Das Berufungstreffen mit den Initiatoren des Neokatechumenalen Weges, Kiko Argüello und Carmen Hernandez zusammen mit Pater Mario Pezzi, fand ver- gangenen Montag im „Rheinaue”-Park von Bonn unter Vorsitz von Kardinal Joachim Meisner statt.
„Ich hätte mir nicht träumen lassen, dass ihr so viele seid“
  
Zwölf Kardinale und sechzig Bischöfe zeigten durch ihre Präsenz die Bedeutung, die die Kirche dieem Treffen der Neokatechumenalen Gemeinschaften beimisst. Neben Kardinal Meisner waren die Erz- bischöfe Antonio Maria Ruoco Varela von Madrid, Angelo Scola, Patriarch von Venedig, Christoph Schönborn von Wien, Georg Sterzinsky von Berlin, Theodore McCarrick von Washington, George Pell von Sydney, Christian Wiyghan Tumi von Douala, Lopez Rodriguez von Santo Domingo, Frederic Etsou von Kinshasa gekommen. Als Vertretung des Vatikans war der Präfekt der Kongregation für den Klerus, Kardinal Dario Castrillon Hoyos, eigens zu diesem Anlass aus Rom angereist. Auch der neue Präfekt der Glaubenskongregation, Erzbischof Levada, der aus seiner Zeit als Erzbischof von San Francisco den Neokatechumenalen Weg sehr gut kennt, war zugegen, ebenso der Präsident des päpstlichen Rates „Cor Unum“, Erzbischof Paul Joseph Cordes, und der Generalsekretär des Weltjugendtags, Prälat Heiner Koch.
   Zweiundzwanzigtausend Italiener bildeten die größte Gruppe unter den Jugendlichen, gefolgt von den Spaniern und Amerikanern. Aus den ehemaligen Ostblockstaaten  waren es neuntausend. Be- geisterter Applaus brach bei der Vorstellung der Jugendlichen aus der Volksrepublik China, dem Irak und Marokko aus, die zum ersten Mal bei einem solchen Treffen mit dabei waren.
   Der Präsident des päpstlichen Rates für die Laien, Erzbischof Stanislaw Rylko äußerte sich über- rascht: „Ich wusste, dass ihr viele sein würdet, aber ich hätte mir nicht träumen lassen, dass ihr so viele seid.” Er versicherte den Jugendlichen: „Der neue Papst weiß, dass er sich auf die Jugendlichen der neokatechumenalen Gemeinschaften verlassen kann.” Die Jugendlichen hörten die Übersetzung auf kleinen Radios. Auf der Tribüne war ein Triptychon in kräftigen Farben von enormen Ausmaß aufgebaut: in der Mitte Christus als Pantokrator mit den Worten „Ich komme bald!“
   Auf der Tribüne saßen die Itineranten, die die Jugendlichen von allen Kontinenten nach Köln begleitet hatten, sowie die Itineranten und Verantwortlichen für den Neokatechumenalen Weg in Deutschland und den Niederlanden, Toni und Bruna Spandri mit dem Priester Tobias Erlenmeyer. Sie hatten mit Hilfe der 95 deutschen und holländischen Gemeinschaften die Organisation getragen.
   Und so hatte die Vorbereitung auf den Weltjugendtag ausgesehen: Jeder Bus, egal aus welchem Land, wurde von einem Katechistenteam mit einem Priester geleitet. Eine Bußliturgie, die tägliche Eucharistie und die Laudes, Erfahrungsaustausch und Katechesen über den Sinn des Lebens, das Wirken Gottes in der eigenen Geschichte, die Berufung zu Ehe und Familie, zu Priester- oder Ordensleben bereiten bei den Jugendlichen eine Öffnung des Herzens vor. Die Jugendlichen besuchten europäische Wallfahrtsorte und Schauplätze der jüngsten Geschichte wie das Kon- zentrationslager Dachau und das Brandenburger Tor. Viele Gruppen legten an wenigstens hundert öffentlichen Plätzen in Berlin, München, Prag, Amsterdam, Paris, Wien, London oder Dublin einen Halt ein. Mit Liedern zur Gitarre, Tänzen und Transparenten machten sie auf sich aufmerksam und gaben den Zuschauern Zeugnis über ihre Erfahrung mit Jesus Christus. Mehrmals passierte es, dass junge Touristen durch diese Begegnung spontan ihre Reisepläne änderten und auch zum Marienfeld aufbrachen. Andere Gruppen erzählten von Hausfrauen, die auf Fahr- rädern die singenden Jugendlichen mit Pizza und belegten Broten versorgten. Mit den Straßenmissionen knüpften sie an das Vorbereitungstreffen des Neokatechumenalen Wegs zum zwanzigsten Weltjugendtag im Stadion von Amsterdam an. Im April waren dort 35.000 Jugendliche zusammengekommen, die zuvor auf den Plätzen Europas die Gute Nachricht verkündigt und Einladungen nach Köln an ihre Alters-genossen verteilt hatten. Sie folgten damit der Inspiration Johannes Paul II., der auch Nichtkatholiken und Ungetaufte aufrief, zum XX. Weltjugendtag zu kommen.
   „Öffne den Himmel und erfülle unsere Herzen mit dem Heiligen Geist und gib uns ein neues Pfingsten“, betete Kardinal Meisner auf Deutsch und eröffnete so die Liturgie in den Rheinauen. Fünfzehnhundert Priester, die unter den Jugendlichen aus allen Kontinenten saßen, erhoben sich und bildeten auf den Vorschlag von Kiko hin spontan eine Prozession. In Reihen von je sieben trugen sie eine liliengeschmückte Madonnenstatue und zwei Figuren mit den Bonner Reliquien der Märtyrer Cassius und Florentius auf die Tribüne. Diese Prozession sollte verdeutlichen, was Kiko zuvor über die Mission des Priesters gesagt hatte: Wie zu Zeiten Josuas hätten die Priester die Mission, im Wasser des Jordan mit der Bundeslade zu stehen, damit das Volk ihn durchqueren kann, um ins gelobte Land zu ziehen. Dabei sei der Jordan das Symbol für den Tod des Seins, an dem die Gesellschaft krankt und der die Menschen zu Sklaven der Sünde macht. Die Bundeslade aber sei die Jungfrau Maria, das Bild der Kirche, die durch ihre sakra- mentale Kraft diesen inneren Tod bannen kann, wie damals die Bundeslade die Fluten des Jordan. Ohne Priester - keine Auferstehung.
   In seiner väterlichen Art lud Kardinal Meisner die Jugendlichen in einer mutigen Predigt auf Italienisch dazu ein, ihre Berufung anzunehmen. „Ich bin seit 43 Jahren Priester und bezeuge vor Gott und allen Menschen, dass ich auf keine andere Art so glücklich hätte werden können wie als Priester”, sagte er und fügte an: „Wenn ich noch einmal geboren werden sollte, würde ich ohne Zögern diesem Ruf wieder folgen - allerdings lieber ohne Mitra.”
   Dann forderte Kiko die Versammlung auf, zu beten. Für mehrere Minuten legte sich eine große Stille über die hunderttausend Jugendlichen. Das Schweigen endete mit dem Ruf Kikos: „Wenn es hier einen Jungen gibt, der spürt, dass Gott ihn ruft, Priester zu werden, dann soll er aufstehen und nach vorne kommen”. Zunächst sah man einzelne Jungen, die sich erhoben und begleitet von Applaus in Richtung Tribüne gingen. Aber dann wurden es immer mehr und auf den kleinen Wegen zwischen den Sitzenden bildeten sich Karawanen und die Plattform füllte sich mit knienden jungen Männern. Alle warteten auf den Segen durch die Bischöfe.  Am Ende waren es etwa zweitausend. Dann rief Kiko die Mädchen zum geweihten Leben und dieses Mal waren es siebenhundert, die kamen. Die Anteilnahme der ganzen Ver- sammlung war gewaltig, denn keiner, der aufstand, war alleine dort, sondern mit Brüdern und Schwestern aus der Gemeinschaft und der Pfarrei zum Weltjugendtag gekommen. Beim Nachtreffen in Denver hatte Bischof Paul Josef Cordes diese Einmütigkeit und Freude an den Berufungen als „sensum fidelium” bezeichnet. Wenn die Teilnehmer nach dem Großereignis in ihre Heimat zurückkehren, finden sie gerade in ihrer Gemeinschaft, bei ihrem Pfarrer und bei den Katechisten die Unterstützung und ein Korrektiv bezüglich ihrer Berufung. Dasselbe gilt für die zahlreichen Paare, die der Weltjugendtag zur christlichen Ehe ermutigt hat.
Eine Erfahrung, die in eine Berufung münden kann
  In den Neokatechumenalen Gemeinschaften geschieht somit gerade das, wovon Benedikt XVI. am 21. August vor den deutschen Bischöfen gesprochen hatte:
   „Der Weltjugendtag ist ein Laboratorium auch in Bezug auf Berufungen, denn in diesen Tagen versäumt es der Herr nicht, seinen Ruf kraftvoll im Herzen nicht weniger junger Menschen zu Gehör zu bringen. Zeugnisse von Jugendlichen und Erwachsenen beweisen, dass die Erfahrung der weltweiten Treffen, wenn sie in einem Weg des Glaubens, der Unterscheidung und des kirchlichen Dienstes fortgesetzt wird, in reife Entscheidungen für ein Leben in der Ehe, im Ordensstand, als Priester oder als Missionar münden kann.” In diesem Zusammenhang verwies er wie auch auf dem Marienfeld auf die Bewegungen und neuen Gemeinschaften in der Kirche.
  Die Bonner Zusammenkunft aller Neokatechumenalen mit dem Ruf zum gottgeweihten Leben, der in dieser Form seit dem ersten Weltjugendtag 1984 existiert, erntete, was die beiden Päpste in den vergangenen Jahren gesät hatten. Nach zwanzig Jahren zeigt sich, dass diese Praxis zu „rufen” einen Prozess in Gang gesetzt hat, der bleibende Früchte bringt. Die 57 internationalen Priesterseminare „Redemptoris Mater”, die Johannes Paul II. 1987 initiierte, mit ihren derzeit fünfzehnhundert Semina- risten aus den neokatechumenalen Gemeinschaften haben bis heute mehr als tausend Priester ausgebildet. Dazu kommen mehrere tausend Jungen, die in die regulären Priesterseminare ihrer Heimat- diözesen eingetreten sind. Neben den Frauen, die ehelos lebend weltweit evangelisieren oder ehren- amtlich den Familien in Mission helfen, sind aus den Neokatechumenalen Gemeinschaften bis heute viertausend Frauen bei den Karmeliten, Klarissinnen, Benediktinerinnen, Betlehemschwestern und anderen Orden eingetreten. Aus Liebe zu Christus leben sie verborgen hinter Mauern in ständigem Gebet.
   Für Europa, das nach Papst Benedikt nicht mehr nur einer Neuevangelisierung, sondern einer Erstevangelisierung bedarf, werden die Berufungen nach dem Weltjugendtag in Köln eine große Rolle spielen. Am Ende des Treffens lud Kardinal Pell die Jugendlichen zum Weltjugentag nach Sydney ein: „Kommt alle, Australien braucht euer Glaubenszeugnis!” MariaVoderholzerDT050830 

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