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Die prophetische Rede des Herrn im Lukas-Evangelium
Lukas 11,16 Andere wollten ihn auf die Probe stellen und forderten von ihm ein Zeichen vom Himmel. 29 Als immer mehr Menschen zu ihm kamen, sagte er: Diese Generation ist böse. Sie fordert ein Zeichen; aber es wird ihr kein anderes gegeben werden als das Zeichen des Jona. 30 Denn wie Jona für die Einwohner von Ninive ein Zeichen war, so wird es auch der Menschensohn für diese Generation sein. 31 Die Königin des Südens wird beim Gericht gegen die Männer dieser Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie kam vom Ende der Erde, um die Weisheit Salomos zu hören. Hier aber ist einer, der mehr ist als Salomo. 32 Die Männer von Ninive werden beim Gericht gegen diese Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie haben sich nach der Predigt des Jona bekehrt. Hier aber ist einer, der mehr ist als Jona.
Erklärung dieses rätselhaften Drohwortes Jesu Lukas traut den seinen Lesern ein ziemliches Gedächtnis zu. In der Beelzebul-Rede Lk 11,13-23 fordern die Pharisäer ein “Zeichen vom Himmel” von Jesus. Hier nun kommt die Antwort Jesu: drohend und rätselhaft zugleich. Damals konnten sie die Bedeutung der Rede noch nicht kennen. Eine andere Übersetzung dieser Schriftstelle ist möglich: Wahrlich, diesem Geschlecht wird ganz gewiss ein Zeichen gegeben. Darum bleibt diese Rede so drohend, weil nicht gesagt wird, was für ein Zeichen gegeben wird. Wenn wir Die Formel “amén” nicht als Schwurformel verstehen dann hat dieser Satz etwa den Sinn: “Wartet nur, ihr bekommt schon euer Zeichen!” Der Hinweis auf Jona schwächt zwar die Drohung etwas ab, verstärkt aber das Rätselhafte, denn die Antwort Jesu sagt den Gegnern keineswegs, wie sie sich das Zeichen vorzustellen haben. Sie wussten ja noch nichts von Jesu Tod und Auferstehung. Die Drohung ist aber gleichwohl nicht zu überhören. Ninive - das war den Zuhörern bewusst - bedeutet Gericht. Nach Pfingsten wussten die Jünger, was Jesus gemeint hatte. Jesus war tot und wurde nach drei Tagen lebendig: Gott hat ihn aus der Grube errettet. In der alttestamentlichen Jona-Geschichte hatte das Meerungeheuer (Kätos/Leviathan) den Jona verschlungen. Aber siehe da: nach drei Tagen lebte er! So ist Jona ein Vorbild geworden für Jesus. Das Wort Grube, das bei Jona steht, gebraucht der heilige Petrus in der Pfingstpredigt, in dem er Psalm 16,10 zitiert Apostelgeschichte 2,25-28. Es handelt sich hier um ein messianisches Beglaubigungszeichen. Dieses Zeichen hat Gott nun gegeben in der Auferstehung, in der Auferweckung von den Toten, weil er Jesus dadurch als Messias erwies. Diese frühchristliche Deutung fand seinen Niederschlag im Matthäus-Evangelium:
Mt 12,38 Zu dieser Zeit sagten einige Schriftgelehrte und Pharisäer zu ihm: Meister, wir möchten von dir ein Zeichen sehen. 39 Er antwortete ihnen: Diese böse und treulose Generation fordert ein Zeichen, aber es wird ihr kein anderes gegeben werden als das Zeichen des Propheten Jona. 40 Denn wie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des Fisches war, so wird auch der Menschensohn drei Tage und drei Nächte im Innern der Erde sein. 41 Die Männer von Ninive werden beim Gericht gegen diese Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie haben sich nach der Predigt des Jona bekehrt. Hier aber ist einer, der mehr ist als Jona. 42 Die Königin des Südens wird beim Gericht gegen diese Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie kam vom Ende der Erde, um die Weisheit Salomos zu hören. Hier aber ist einer, der mehr ist als Salomo.
Diese Deutung des Evangelisten Matthäus ist sicher nachpfingstlich, während diese Stelle bei Lukas immer noch dunkel bleibt. Lukas übermittelt offenbar die Worte Jesu in der ursprünglichen Form, während Matthäus eine Deutung bringt. Lukas schreibt: der Menschen- sohn wird ein Zeichen sein für dieses Geschlecht, für die Zeitgenossen Jesu. Was meint nun Lukas? Die Bekehrungspredigt Jesu nahmen einige als das Zeichen an, aber sie ist kein Zeichen. Die Predigt wurde von seinen Gegnern nicht als Zeichen aufgefasst. Dazu kommt noch, dass Jesus in seinem Drohwort das Futur verwendet: er droht ihnen ein zukünftiges Zeichen an, durch das er als Messias erwiesen wird. Der Menschensohn wird selbst das Zeichen sein. Bei Lukas fordern die Gegner ein Zeichen “vom Himmel”. Das lässt an die Parusie denken: Die Wiederkunft Jesu wird das Zeichen für die Ungläubigen sein, die ihn ablehnen, für diese wird er ein Gerichtszeichen sein. Die Bewohner von Ninive haben sich bekehrt, die Zuhörer Jesu aber nicht. Vor dem Hohen Rat beantwortete Jesus, ob er der Messias sei:
Markus 14,60 Da stand der Hohepriester auf, trat in die Mitte und fragte Jesus: Willst du denn nichts sagen zu dem, was diese Leute gegen dich vorbringen? 61 Er aber schwieg und gab keine Antwort. Da wandte sich der Hohepriester nochmals an ihn und fragte: Bist du der Messias, der Sohn des Hochgelobten? 62 Jesus sagte: Ich bin es. Und ihr werdet den Menschensohn zur Rechten der Macht sitzen und mit den Wolken des Himmels kommen sehen. 63 Da zerriss der Hohepriester sein Gewand und rief: Wozu brauchen wir noch Zeugen?
Von der Endzeit und der Wiederkunft Christi schreibt Lukas:
Lukas 21,27 Dann wird man den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit auf einer Wolke kommen sehen.
Jesus beruft sich hier offensichtlich auf die Vision des Propheten Daniel:
Daniel 1,13 Immer noch hatte ich die nächtlichen Visionen: Da kam mit den Wolken des Himmels / einer wie ein Menschensohn. / Er gelangte bis zu dem Hochbetagten / und wurde vor ihn geführt.
Diese Vision findet sich auch in der Offenbarung des Johannes vom Endgericht:
Offenbarung 14,14 Dann sah ich eine weiße Wolke. Auf der Wolke thronte einer, der wie ein Men- schensohn aussah. Er trug einen goldenen Kranz auf dem Haupt und eine scharfe Sichel in der Hand.
Matthäus schreibt über das Ende der Welt:
Matthäus 24,30 Danach wird das Zeichen des Menschensohnes am Himmel erscheinen; dann werden alle Völker der Erde jammern und klagen und sie werden den Menschensohn mit großer Macht und Herrlichkeit auf den Wolken des Himmels kommen sehen.
Das Zeichen des Menschensohnes, das am Himmel erscheinen wird, ist der aus dem Tod errettete Messias. Das wird die stärkste Beglaubigung für ihn sein. Die Menschen werden an ihn glauben müssen, ob sie wollen oder nicht. Dieses Geschlecht, das Jesus jetzt verwirft, wird am Ende der Welt zum Gericht auferweckt. Der Tod, der Ninive angedroht war, wird dann vollzogen werden. Die Drohung ist deutlich erkennbar: die Parusie, die Wiederkunft Christi, kommt zum Gericht. Die Bürger Ninives werden zu Anklägern, weil sie sich bei der Predigt des Jona bekehrt haben, die Juden aber nicht, obwohl hier ein größerer steht. In einem theologischen Zusammenhang steht das nachfolgende Wort:
Lukas 11,31 Die Königin des Südens wird beim Gericht gegen die Männer dieser Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie kam vom Ende der Erde, um die Weisheit Salomos zu hören. Hier aber ist einer, der mehr ist als Salomo. 32 Die Männer von Ninive werden beim Gericht gegen diese Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie haben sich nach der Predigt des Jona bekehrt. Hier aber ist einer, der mehr ist als Jona.
Hier ist die Rede vom Gericht. Der Menschensohn, den sie zunächst abgewählt haben, wird sie richten. Die Juden hörten nicht, obwohl hier mehr ist als Salomon. Der Herr wird für sie nicht ein Zeichen der Erlösung sein. Lukas Vers 11,30:
Lk 11,30 Denn wie Jona für die Einwohner von Ninive ein Zeichen war, so wird es auch der Men- schensohn für diese Generation sein.
Dieses Wort Jesu kann doppelt interpretiert werden: Jona sollte auch zur Buße auferstehen, das ist offenbar die Meinung Jesu. Die Bürger von Ninive wussten ja nicht, dass Jona drei Tage tot war. Das Zeichen des Jona war vielmehr das Erscheinen des Propheten. Plötzlich kam da einer, der ihnen den Untergang voraussagte, wenn sie sich nicht bekehren würden. Die Niniviten haben diese Predigt zur Umkehr als Ausdruck des göttlichen Willens verstan- den. So wurde Jona für sie zum Zeichen. Und so ist Jesus ein Zeichen für dieses Geschlecht, aber die Menschen hören nicht darauf, und so wird ihnen Gott dieses geforderte Zeichen nicht geben, sondern das Zeichen der Parusie - der Wiederkunft von Jesus Christus, der kommen wird, die Lebenden und die Toten zu richten.
Lukas 11,16 Andere wollten ihn auf die Probe stellen und forderten von ihm ein Zeichen vom Himmel. 29 Als immer mehr Menschen zu ihm kamen, sagte er: Diese Generation ist böse. Sie fordert ein Zeichen; aber es wird ihr kein anderes gegeben werden als das Zeichen des Jona. 30 Denn wie Jona für die Einwohner von Ninive ein Zeichen war, so wird es auch der Menschensohn für diese Generation sein. 31 Die Königin des Südens wird beim Gericht gegen die Männer dieser Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie kam vom Ende der Erde, um die Weisheit Salomos zu hören. Hier aber ist einer, der mehr ist als Salomo. 32 Die Männer von Ninive werden beim Gericht gegen diese Generation auftreten und sie verurteilen; denn sie haben sich nach der Predigt des Jona bekehrt. Hier aber ist einer, der mehr ist als Jona.

Beim Besuch des Papstes in Auschwitz (Polen) (siehe dazu unseren Bericht unter: Holocaust erschien am Himmel das Zeichen des Regenbogens. Bibelkundige sahen darin ein Zeichen des Himmels. Den Ursprung dieses Zeichens finden wir in der Noach-Geschichte im 1. Buch Mose (Genesis). Bericht siehe oben!

Hier bringen wir die Texte der Bibel
Genesis 6,18 Mit dir aber schließe ich meinen Bund. Geh in die Arche, du, deine Söhne, deine Frau und die Frauen deiner Söhne! Genesis 8,20 Dann baute Noach dem Herrn einen Altar, nahm von allen reinen Tieren und von allen reinen Vögeln und brachte auf dem Altar Brandopfer dar. 21 Der Herr roch den beruhigenden Duft, und der Herr sprach bei sich: Ich will die Erde wegen des Menschen nicht noch einmal verfluchen; denn das Trachten des Menschen ist böse von Jugend an. Ich will künftig nicht mehr alles Lebendige vernichten, wie ich es getan habe. 22 So lange die Erde besteht, sollen nicht aufhören Aussaat und Ernte, Kälte und Hitze, Sommer und Winter, Tag und Nacht. Genesis 9,1 Dann segnete Gott Noach und seine Söhne und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar, vermehrt euch, und bevölkert die Erde! 2 Furcht und Schrecken vor euch soll sich auf alle Tiere der Erde legen, auf alle Vögel des Himmels, auf alles, was sich auf der Erde regt, und auf alle Fische des Meeres; euch sind sie übergeben. 3 Alles Lebendige, das sich regt, soll euch zur Nahrung dienen. Alles übergebe ich euch wie die grünen Pflanzen. 4 Nur Fleisch, in dem noch Blut ist, dürft ihr nicht essen. 5 Wenn aber euer Blut vergossen wird, fordere ich Rechenschaft, und zwar für das Blut eines jeden von euch. Von jedem Tier fordere ich Rechenschaft und vom Menschen. Für das Leben des Menschen fordere ich Rechenschaft von jedem seiner Brüder. 6 Wer Menschenblut vergießt, dessen Blut wird durch Menschen vergossen. Denn: Als Abbild Gottes hat er den Menschen gemacht. 7 Seid fruchtbar, und vermehrt euch; bevölkert die Erde, und vermehrt euch auf ihr! 8 Dann sprach Gott zu Noach und seinen Söhnen, die bei ihm waren: 9 Hiermit schließe ich meinen Bund mit euch und mit euren Nachkommen 10 und mit allen Lebewesen bei euch, mit den Vögeln, dem Vieh und allen Tieren des Feldes, mit allen Tieren der Erde, die mit euch aus der Arche gekommen sind. 11 Ich habe meinen Bund mit euch geschlossen: Nie wieder sollen alle Wesen aus Fleisch vom Wasser der Flut ausgerottet werden; nie wieder soll eine Flut kommen und die Erde verderben. 12 Und Gott sprach: Das ist das Zeichen des Bundes, den ich stifte zwischen mir und euch und den lebendigen Wesen bei euch für alle kommenden Generationen:13 Meinen Bogen setze ich in die Wolken; er soll das Bundes- zeichen sein zwischen mir und der Erde. 14 Balle ich Wolken über der Erde zusammen und erscheint der Bogen in den Wolken, 15 dann ge- denke ich des Bundes, der besteht zwischen mir und euch und allen Lebewesen, allen Wesen aus Fleisch, und das Wasser wird nie wieder zur Flut werden, die alle Wesen aus Fleisch vernichtet. 16 Steht der Bogen in den Wolken, so werde ich auf ihn sehen und des ewigen Bundes gedenken zwischen Gott und allen lebenden Wesen, allen Wesen aus Fleisch auf der Erde. 17 Und Gott sprach zu Noach: Das ist das Zeichen des Bundes, den ich zwischen mir und allen Wesen aus Fleisch auf der Erde geschlossen habe.
Der Noach-Bund. Erklärung des Textes:
Sintflut: echter Weltuntergang. Der urzeitliche Äon ist beendet. Neuer Anfang nach der Kata- strophe. Neuer Segen. Kein paradiesisch-friedlicher Urzustand. Nur kein Blut ist erlaubt. Das Leben ist Gott anheim gegeben. Blut ist Sitz des Lebens. Absolute Unantastbarkeit des Menschen.
Genesis 9,6 Der Mensch, der Blut vergießt, muss getötet werden. Das darf nicht ausgehandelt werden. Keine Blutrache! Rechtsnorm. Durch den Menschen soll die Rache vollzogen werden.
9,8-17 Bundespartner. Gott setzt einen Bund – mit euch, mit allen Tieren – mit der ganzen Erde. Alles, was in der Arche war, ist im Bund einbegriffen. Universalität von Raum und Zeit: und mit eurer Nachkommenschaft nach euch.
Inhalt des Bundes: Nie wieder soll das ganze Leben auf der Erde ausgerottet werden. Nie wieder soll eine Flut die ganze Erde verderben. Das ist nicht praeter-natürlich zu verstehen. Kein neues Paradies.
Form des Bundesabschlusses: Keine Zeremonie. Keine Zustimmung des irdischen Partners. Gottes- rede! Zustimmung vielleicht nicht möglich, da Menschen und Tiere Partner sind. Ein Versprechen Gottes an die Welt. Noach schweigt. Das Wort Bund ist gleich dem Bund am Sinai. Aber das Verbum ist anders: Sinai-Bund: „ich beschneide den Bund!” Noach-Bund: „Ich errichte meinen Bund (zwischen mir und zwischen euch). Sinai: „Wenn ihr auf meine Stimme hört!” Noach-Bund: es gibt keine Auflage. Wer das Gesetz übertritt, wird dafür individuell zur Rechenschaft gezogen.
Bundeszeichen: Regenbogen. Erinnerungszeichen für den menschlichen Partner ist normal. (Beschneidung). Hier: „Ich werde den Regenbogen sehen und mich erinnern!” Der Verfasser weiß, dass dieses Zeichen immer wieder auftritt, von da ist er sicher, dass Gott sich daran erinnern wird. Auch der Mensch wird an diese Gewissheit erinnert. Hier ist nicht gemeint, dass Gott den Regenbogen erst schafft. „Ich habe meinen Regenbogen in die Wolken ge- setzt.” Der Regenbogen erhält einen neuen, symbolischen Sinn. Der Bund kommt von Gott. Dieser Bund ist ewig. Der Bund bekommt einen betont gnadenhaften Charakter. Vor der Sintflut ist der sündige Mensch Grund zur Vertilgung - nach der Sintflut ist der sündige Mensch Grund zum Erbarmen. Die verstärkte Gnadenhaltung Gottes kann nicht einfach auf das Opfer des Noach zurückgeführt werden. Der Priesterschriftler betont vorher die Gerechtigkeit Noachs.
Foto oben: Pave The Way
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